Ausgabe 
10.8.1931
 
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(Brüning zu Türen Mussolinis aus der deutschen Botschaft ein Frühstück gegeben, wi dem sämt­liche in Rom anwesenden italienischen Minister und andere hochstehenden Persönlichkeiten sowie die Botschaftsmitglieder gelabert waren. Musso­lini verlieh nach sehr herzlichem Abschied vom Reichskanzler und ReichSauhenminister gegen 15 Uhr die Botschaft. 3n den Rachmittagsstunden machte der Reichskanzler in Begleitung von Bot­schafter v. Schubert einen Ausslug über die Bia Appia in die Albaner (Berge. 18 Uhr wurden Reichskanzler Dr. Brüning und ReichS- auftenrntnifter Dr Lurtiu« nach dem für Regie- rungShüupter üblichen Zeremoniell im Dati- kan empfangen. Sie statteten nacheinander zunächst KardinalstaatSsekretär Pacelli einen Besuch ab, worauf ihnen der Papst ebenfalls längere Privataudien.z«n gewährte, die sehr herz­lich verlausen sind. Rach dem (verlassen des Datt- kans begaben sich Dr. Brüning und Dr. SuNiu» zu einem auf der deutschen Botschaft beim Dati- kan veranstalteten Abendessen, an dem auch Aardinalstaatssckretär Pacelli teilnahm. Diedeu'.- schen Herren traten heute 21.40 Uhr die Rück­reise nachDerlinan. für die die italienische Regierung bis zur Grenze wieder den Minifter- präsidentcnzug zurVerfügung gestellt hatte.

Sei einem ablchließenben (Empfang der deutschen Presse wies der Reichskanzler noch einmal auf den außerordentlich freundschaftlichen und , offenen Charakter der Aussprache mit dem Chef der Halte« nijchen Regierung hin. Rückhaltlos seien die Lage Deutschlands und (Europa» und die Probleme er­örtert worden die bei einer Wirtschaftskrise, wie sie die Welt noch nie gesehen, auf allen lasten. Rur wenn die Volker (Europas wieder volles vertrauen In ihre Zukunft erlangen, werden die Initiative, die Unternehmungblust und die Bereitwilligkeit zur Ka­pitalanlage wieder geweckt werden können. Ganz wesentliche Fortschritte zur Wiederherstellung des Vertrauens und 3um wirtschaftlichen Wiederaufbau können durch die Abrüstung erreicht werden. Rach einigen Worten über die liebenswürdige ®aft- sreundschoft Italiens gab der Reichskanzler der be­sonderen Freude über die Annahme der Ein­ladung zum Gegenbesuch in Berlin und der Hoffnung Ausdruck, dah dieser bald erfolge, da er sich von der Fortsetzung der Aussprache, wie sie in Ehequers begonnen wurde, ganz außerordentlich viel verspreche.

Wieder in Berlin.

Berlin, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Mit dem sahrplanmähigen Zug trafen um 7.35 Uhr der Reichskanzler Dr. Brüning und Reichs- auhenminister Dr. Turttu « in Begleitung deS italienischen Botschafters Orsini Daroni auf dem Anhalter Bahnhof ein. Zu ihrem Empfang hatten sich eingefunden: Der italienische Deschäfts- träger Botschaftsrat Ticconardi mit dem gesam­ten Personal der Botschaft, als (Vertreter des päpstlichen Runlills Orsenigo, Huntiaturrat Mgr. Eentvz, ferner war Staatssekretär von- l o w erschienen.

Aus aller Well.

Hindenburg geht nächste Woche nach Bayern.

Reichspräsident von Hindenburg hat der Schloßherrin von Dietram-zell, Frau von Schilcher, dieser Tage mitgeitdlt, daß er am Donnerstag, 13. August, mit dem Kraft­wagen zu feinem Erholungsurlaub in Dietrams­zell eintreffen werde. Der Reich-Präsident ver­läßt am Abend vorher mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug die Deichshauptstadt und trifft am Donnerstag um 9 Uhr in München ein, von wo ihn wieder ein Kraftwagen der Landespolizei nach Dietramszell bringen wird. Der Aufenthalt des Reichspräsidenten wird sich voraussichtlich aus etwa drei Wochen erstrecken.

Nautilus" In Iromsö.

Da- Unterseeboot .Rautilus" ist am Sonntag­vormittag 11 älhr in Trvm-ö angefommen. lln- terwegs hatte das Unterseeboot wieder Hava­rie: die elektrische Steuerung versagte, so dast da- Unterseeboot hilflos umhertrieb. Fahrzeuge, die ihm entgegengefahren waren, erboten flch, eS zu schleppen, was aber abgelehnt wurde. Rach zwei Stunden gelang e- endlich, die Steuerung wieder in Ordnung zu bringen. Wie lange das Unterfeeboot in TromSö wird liegen mästen ist ungewiß.

lodessahrl Ins Wochenende.

Ein schweres Kraftwagenunglück ereignete sich am SamStagnachmittag einige Kilometer nördlich von Löwenberg in der Mark. Der General­direktor Zwietulch auS Berlin befand sich in feinem Wagen mit dem Direktor Sperling und dessen Ehefrau auf der Fahrt von Berlin nach Reu - G lodsow, wo die Frau deS General­direktor- augenblicklich in der Sommerfrische weilt Kurz hinter Löwenberg platzte bei dem ziemlich schnellfahrenden Wagen der rechte Hinter­reifen. Der Wagen fuhr zwei Bäume um, riß einen Ehausseestein heraus und stürzte dann eine Böschung hinab. Dabei wurde der Tank a u f g c r i f f e n und da- ausströmende Benzin entzündete sich an dem heißen Motor. Den Insassen des brennenden Wagen- gelang es nicht mehr, in- Freie zu kommen. Rur der Führer konnte von dem gerade des WegeS kommenden Wander­vogel Werner Kraft aus dem brennenden Wagen gezogen werden. Er hat nur geringfügige Ver­letzungen erlitten. Die drei anderen Insassen des Wagen- verbrannten.

Der Deutschlandflug 1931.

2m 11 August beginnt in Berlin-Staaken der vom Aero - Club von Deutschland ver­anstaltete .Deutschlandflug 1931". An diesem, al- reines Leichtflug-eugrennen rund um Deutschland au-geschriebenen Wettbewerb, werden sich eine große Anzahl bekannter deutscher und österreichi­scher Flugzeugführer beteiligen. Dem eigentlichen Streckcnflug gehen eine Reih« von technischen Prü­fungen voran-: da- eigentliche Reimen beginnt am 14. August in Staaten und endet am 16. August in Tcmpelhvf. Der Rundslug, der in zwei Tagen beendet sein muß, führt am ersten Tag von Staa­ten über Lübeck. Münster, Duisburg, Stuttgart nach München. Hier haben sämtliche Flugzeuge, die mit dem Flugzeugführer und einem Beobach­

ter bemannt sein müssen, die Rächt über zu blei­ben. um am Morgen des 16. August von München au- über Wien. Breslau nach Berlin zu fliegen. Mit Rücklicht auf die wirtschaftlichen Schwierig­keiten. sind dieses Mal nur Geldpreise aus« geletzt worden. Den Städtepreis (17 500Mk.» ha. Den die vom Flug berührten Städte gestiftet: der Schwabenpreis (2000 011?.) ist vom Ibürttembergt. schen Wirtschaftsminister und der Be:ncbsstc>tt. Preis (9000 "IRL) von den Gesellschaften Dapolin, Olef und Rhenania-Olsag zur Beifügung gestellt worden. Der Betrieb-stofsprei- entfallt auf die Führer der bestgewertetsten Flugzeuge, die wäh­rend des Wettbewerbs reines Markenbenzin der Stifterfirmen gebraucht haben.

Zwei Kinder verbrannt.

In dem Euskirchen iRHI.) benachbarten Geich ettttzand in dem Anweten eines Landwirtes ein Brand, der auf em mit Stroh und Heu gefülltes Stallgebäude Übergriff, in dem sich drei Kinder des Landwirtes aufhielten. Ein anderes Kind eilte zur Brandstelle, um die Geschwister zu retten. Die Kinder hatten sich jedoch in das Innere des brennenden Stalle- zuräckgezo«n, so daß es nur gelang, das jüngste der drei Kinder in Sicherheit zu bringen.

Schwimmrckord eines 14jährlgen Mädchens.

Sin 14jährige- Mädchen namen- Mary Dell au- Port Dalhouse (Ontario) durchschwamm die äußerst gefährliche Strecke unterhalb den Riagara.Fällen und verbesserte gleichzeitig die bisherige Rekordzeit um eine Minute.ne ist die erste weibliche Person, der diese schvimme- rische Leistung gelungen ist.

eine gute, unter Umständen gemci fertigstellen zu dürfen, bestärkt die

des jungen Menschen ungemein. Aber

chon das

elbftänbig ejjte Der- sichtigung

von den Wanderfreunden Verrichtungen aueführen zu lassen. Das dabei in sie ge trauen ohne sonderliche Hilfe ober Beau

jute, unter Umständen gemeinnützige Arbeit eilen zu dürfen, bestärkt die Selb tändigkcit

Aus der provinzialhauptstadt.

Gießen, den 10. August 1931.

Jugend will wandern!

Jugend und Wandern gehören heute unzertrenn- lich zusammen. In der Jugend lebt noch wie ehedem der Drang, Fesseln zu sprengen und ungebunden hinauszustürmcn in die Welt, in der e» Neues zu erleben und zu schauen gibt. Gerade da» Uebermaß der Einförmigkeit, dem auch zumeist Unluftgefühle und mangelhafte Hingabe bei der Arbeit zuzuschrei- den sind, löst den Wunsch aus, eine wenn auch nur vorübergehende Veränderung oder besser Gegensätz­lichkeit zu schaffen. Die Jugend wandelt zum Wan- dem ihre Kleidung, sucht andere Gegenden auf und fühlt sich In das ursächliche Verhältnis des Menschen zur Natur ein. Dann fällt der Ballast des Alltag- lichen ab. (Ein frohes Gefühl kommt über die jun­gen Menschen und sie können jetzt herzlich-froh fingen und unbeschwert guter Dinge fein. Nun ist die Äugend für all das Schöne empfänglich und aufnahmebereit für geschickt angebrachte Belehrun­gen erzieherischer Art. Die Jugend wird auf Be- fonderheiten aufmerksam und wünscht Zusammen­hänge in der neuen Umgebung klargelegt zu haben, weil sich jeder einzelne bald mit Fug und Recht al» Glied der Natur, der Welt weih. Auch findet sich beim Wandern wie feiten sonst reichlich Gelegenheit,

Abwenden von der bisherigen Beschäftigung und da» Hinwenden zur anderen Tätigkeit ist Entspan­nung und damit Erholung.

Dazu kommt die Ruhe in der Natur, die sich der oft nervösen Stadtjugend bald mitteilt. Darum wird jeder erkennen, wie sehr gerade der Stadtjugend das Wandern not tut. Infolge der unruhig-hasten- den Gleichförmigkeit ihrer Umgebung ist sie immer wanderbereit, schon fühlend, daß durch Wandern ein notwendiger Ausgleich herbeigeführt wird. Wäh­rend einer Tagesfahrt, stärker und nachhaltiger noch während einer längeren Fahrt, wird man an der Bereitschaft zur munteren Betätigung die Auffül­lung der Energie feststellen können. So bringt Wandern geistige und körperliche Kräftigung. Dazu verhelfen auch die Jugendherbergen. Sie sorgen für ein treffliches Nachtlager und führen alle Gut­gesinnten unter einem Dach zusammen. Aus alledem ergibt sich die Mahnung: Lasset die Jugend wan­dern!

Volkshilfe für den kommenden Winter

Die In der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Spitzenverbande: Innere Mission, Caritasverband, Jüdische Wohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz, Fünfter Wohlfahrtsverband und Christliche Arbeiterhilfe haben sich mit der Reichsregierung eins in der lieber, zeugung erklärt, daß der gesteigerten Not im kom­menden Winter durch ein umfassendes Hilfswerk Rechnung getragen werden muß. Es sind bereits jetzt Richtlinien für die Vorbereitung einer Volksfammlung aufgestellt worben, die unter dem NamenVolk s- Hilfe" und dem MottoW i r wollen helfen" Geld, Nahrungsmittel, Kleidungsstücke usw. für die Notleidenden herbeischaffen soll. Die Durchführung des Sammelwerkes bleibt den Organisationen der Verbände in den Ländern und Provinzen über­laden; der (Ertrag verbleibt grundsätzlich in dem sam­melnden Bezirk. Die Geschäftsführung allgemeiner Natur übernimmt die Deutsche Liga in Verbindung mit den ihr angehörenden Spitzenverbänden. Art und Weise der Sammlung, die Verteilung der Spenden und Lebensmittel, die Errichtung von Speisungen usw. sollen so rechtzeitig vorbereitet werden, daß beim (Eintritt des Winters d i e Hilfs- mahnahmen sofort geordnet einfetzen können. Nach den Erfahrungen im vergangenen Winter hat sich gezeigt, daß der. Wille zum Geben in der Bevölkerung noch vorhanden ist und bei der inzwischen verschärften Notlage e r ft recht weiter­hin vorhanden sein dürfte. Auch die selbst notleidende landwirtschaftliche Bevölkerung wird bereit sein, sich an den Sammlungen von Lebensrnitteln in erheb- lichem Umfange zu beteiligen.

Oie Herbsttagung der Deutschen LandwirtschastSgesellschast.

Dom 13. bi- 18. September findet in Darmstadt die Herbsttagung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft statt. Die Tagung beginnt am Sonn­tag, dem 13. September, mit verschiedenen kleinen

Sitzungen der Sonderausschüsse. Insgesamt fin­den wahrend der Herbsttagung rund Sitzungen und Versammlungen statt. Während die Sitzun­gen der Sonderausschüsse und Äomminioncn so­wie die Vorüands'iyungen nicht öffentlich sind, kann jeder Landwirt an den großen Versammlun­gen teilnehmen, von denen nicht weniger als 17 stattfinden und in denen maßgebende Praktiker und Wisfenschaftler aus dem ganzen Reiche zu Wort kommen. Gleichzeitlg werben tandwirttchast- liche Besichtigungsfahrten in biedre! hessischen Provinzen stattfinden. Hm auch dem hessischen Weinbau die Teilnahme an dieser Herbsttagung zu ermöglichen, wurde he auf Mitte September vorverlegt, während sie sonst gewöhnlich Ansang Oktober stattsindet. 'Bei der schwierigen Lage unserer gesamten Landwirtschaft kommt den Beratungen der Deutschen Landwirt- schal tsgesellschalt. die sich um die Förderung der deutschen Landwirtschaft besondere Derdienste er­worben hat. erhöhte Bedeutung zu. In-beson- der« begrüßt es die hessische Landwirtschaft, daß xum erstenmal in ihrem Bezirk eine Herbfltagung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft stattfin­det und knüpft daran die Hoffnung, daß vielleicht in kommenden Jahren auch einmal die große deut­sche landwirtschaftliche Ausstellung auf hessische» Gebiet verlegt wird

Taten für Montag, lv August.

1896: der Flugtechniker Otto Lilienthal bei Rhinow gestorben.

Gichcncr Wochenmarktpreise.

E» kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: (Butter 140 bi» 150 Pfennig. Matte 30 bis 35, Käfe (10 Stück) 60 bi» 140, Wlrsing 10 bi» 12, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bi» 15, gelbe Rüben 10 bi» 15. rote Rüben 10 bi» 15, Spinat 20 bi» 25. Römischkohl 8 bl» 10, Dohnen 10 bi» 15. Unterkohlrabi 5 bi» 6, Erbsen 10 bis 15, Tomaten 20 bi» 25, Zwiebeln 10 bi» 15. Kürbis 5 bi» 6, Kartoffeln 4 (pro Zentner 3.50 Mark), Pilze 20 bi» 25. Aepfel (auSl) 50 bi» 60, Frühäpfel 15 bi- 20, Falläpfel 4 bi- 5. Dirnen 10 bi- 20, Dörrobst 30 bl» 35, Heidelbeeren 20 bi» 25. Stachelbeeren 20 bi» 25, Preißelbeeren 35 bl» 40. Pfirsiche 40 bi» 60, Pflaumen 15 bi» 20, Zwetschen 30 blS 35, Mirabellen 30 bi- 35. Reineclauden 30 bi- 35, Honig 40 bis 50. junge Hähne 90 bi- 110, Suppenhühner 90 bi« 100 Pfennig pro Pfund: Tauben 50 bi» 70. Eier 9 bi« 10, Salat 5 bis 10. Blumenkohl 30 bis 70, Endivien 10 bi« 15, Dalatgurken 10 bi« 25, Einmachgurken 2 bi« 5, Oberkohlrabi 8 bi« 10. Sellerie 10 bi« 15, Lauch 5 bi- 10. Rettich 10 bl« 15 Pf. pro Stück: Radieschen 10 bi- 15 Pfennig pro Bund.

Dornotizen.

Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Anna Ehrlftie".

TageSkalender für Dienstag: DolkShalle. 15 älhr. Derfassungsfeier. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße n2Iima Christie".

I m Lichtspielhaus, Bahn ho s - stratze, gelangt heute abend der Film .Anna Christie" nach dem gleichnamigen Stück von Eugene O'Reill zur Aufführung. Greta Garbo, die Trägerin der Titelrolle, spricht in diesem Tonfilm deutsch. Räheres in der heutigen An- ytge-

F l u g t a g. Da- prächtige, wenn auch etwa- windige Wetter des gestrigen (Bormittag« und der freundlich« Sonnenschein am frühen Rach­mittag lockte viele Zuschauer nach dem Flugplatz. Auf der Terrasse de« Flughafen-Taf^S war kaum mehr ein Platz frei, lang» des Rollfeldes stan­den viele Zuschauer und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Bier Flugzeug« breiteten im Sominerlonnenscheine die blanken Flügel, jeden Augenblick bereit, sich in die Luft zu schwingen. Rach einem Hürdenrennen des älniversitats- Reitinstituts Schömbs starteten die Flugzeuge zu einem Degrützuna-flug, geführt von den Piloten Maier. Moog. Sachfenberg und Diedrichs. 3n ruhiger Sicherheit, trotz de» überaus böigen Win­de-, zogen die Flugzeuge ihr: 'Dahn und boten einen prächtigen Anblick. Mit gesteigertem In­teresse folgte man jedoch den Kunstflügen im Doppeldecker, bewunderte immer wieder die Kühn­heit deS Piloten, der das Flugzeug bis ins Letzt« beherrscht« und in steilem Anstieg, in jähem Fall, im schwindelnden Abtrudeln. im Rolling und Looping bewies, daß di« Maschine unter den ge­übten Händen de« Piloten ein willig:» Werk­zeug ist. Das Lied des Motor» ist dabei gle.ch- eilig ein Lied deS Vertrauens, da« den Piloten immer wieder jene Selbstsicherheit und Sicher- he.t überhaupt gibt, di« allein solch« Äunftflügc möglich werden läßt. DaS kleine Leichtflugzeug, da« mit nur 20 PS ausgerüstet ist, wurde nicht weniger geschickt gesteuert und auch im Segel­flug vorgeführt. Die bekannten Ballonjagden, die als Geschicklichkeit-Wettbewerb durchgcführt wurden. Wurden ebenfalls sehr aufmerksam ver­folgt und trugen zur Unterhaltung wesentlich bei. Zwei Falischirmabsprüng: gaben der Ver­anstaltung die sensationelle Rot«. Gespannt harrte man de» Augenblick» de» Absprunges. beobachtete die Fallsch'.r.npiloten (R e s ch - Würzburg und döiegmaie r -Braunfels) in jenen Sekunden- lruchteilen zwifchen Absprung und dem Oefsnen des Sch.rmes mit größter Spannung, die so schnell c.ncr liefen Beruhigung Platz macht, wenn der Helle Fallschirm sich prall füllt und den Men­schen. der sich ihm anvertraut, 7icher zur Erde trägt Rückenfluflvorführungcn auf langen Strecken überraschten auch hier wiederum auf» neue und stellten den Reroen de« Piloten da» beste Zeug­nis aus. Eine Staffel, zu denen Vertreter der verschiedensten Sportzweig: an traten (Reiter, Läufer. Radfahrer, Motorradfahver. Läuferin­nen und Fliegrr), gelangte zwar nicht völlig reibungslos zur Durchführung. vernuxhre aber doch geraume Zeit das Interesse der Zuschauer wachzuhal.en. Leider Wurde bi« Veranstaltung durch den auftretenden Regen sehr beeinträch­tigt und Die Zuschauer sahen sich verschiedentlich gezwungen, in den Räumen de» Flughafen- Eafs» und im Walde Schuh vor dem Regen zu suchen. Am frühen Rachm.ttag startete Chefpilot Maier im 80-P5-SiemenK-Klemm-Eindecker zum Deutschlandflug 1931 in Richtung Berlin. 3um

Schluß bet Veranstaltung folgte ein zweite« Flugzeug nadx Rach einer Flugzeit von 2 Stun­den und 36 Minuten landete wie un« heute morgen mitg:tei!t wirb Fluglehrer Maier (Graf SolmS-Laubach al» Order) in Berlin.

Der Einzelhandel zum Verfas­sung » t a p Born Canbtsnerbanb bf» Hessischen Einzelhandel» wirb un« folgende» mitgeteili: Jin Gegensatz zu Preußen ist in Neffen der Verfassung». tag zum gesetzlichen Feiertag erhoben morden. Alle Anträge auf Aufhebung diele» Gesetze» wurden bi»* her abschlägig beschieben. Der He'süche Einzelhandel hat sich erneut an Regierung und Landtag gewandt mit dem Antrag, angesichts der kritischen wirtschaft* lichen Verhältnisse h-n verfafsungstaa al» gesetz­lichen Feiertag aufzubeben und da» Offenheiten der Ladengeschäfte zu gehalten In dieser überaus schwierigen Zett, in der wohl die ganze Bevölkerung wirklich nichl an die Abhaltung von Feiern und Festlichkeiten denkt, wirb es vom Einzelhandel al» schwere Unbilligkeit empfunden, bah ihm die Mög* lichkeit wirtschaftlicher Betätigung durch die Ein­schiebung eine» Feiertays abgeschnitten wird.

"DasOberhefftfche'Istufeumundder Heidenturm sind am Verfassungstage in der Zeit von 11 bis 13 Uhr bei kleinen Preisen ge­öffnet.

' Kein« Geld- und Landzust ollung. Die un« hTute morgen vom hiesigen Postamt mitgetetlt Wird, findet die für den Derfassungstag ursprünglich vorgesehene Geld- und Landzustet- Iimq nicht statt.

Reuregelung der Zuständigkeit derhefsen-nafsauischenDevifen st el­fen. Im Einvernehmen mit den Industrie- und Handelskammern ist die Zuständigkeit der Devisen­bewirtschaftungsstellen innerhalb des LandeS- finanzamtsbezirks Kallel neu geregelt worden, um den Wünschen der Beteiligten gerecht zu werden. Rach der Reuregelung ist die Devisenbewirtschaf­tungs-Zweigstelle in Frankfurt a. M zustän­dig für den Regierungsbezirk Wiesbaden und die -Kreise Fulda-Stadt und Land, Gelnhausen, Gersfeld, Hanau-Stadt und Land, Hünseld, Schlüchtern und Wetzlar. Die Frankfurter Stelle ist in den Räumen der Industrie- und HandelS- fammer Frankfurt a. M. (Börse) untergebracht. Die Stelle für Devisenbewirtfchaftung in Kassel umfaßt die übrigen Teil« des Landesfinan-amtS- bezirks Kassel einschließlich de« Kreises HerSfeld.

Sin Kind in der Lahn ertrunken. Am Donnerstagmittag ertrank der etwa 8jährige Joseph Klein, der mit noch einem Kameraden in der Rähe der Kläranlage die Lahn durchwaten wollte. Der Junge verlor dabei den Halt, wurde von der Strömung fortgerissen und fiel den Flu­ten zum Opfer. Der andere Jung«, dem es ge­lang, da« jenseitige Ufer zu erreichen, bemerkt«! den Unfall erst, al« eS zu spät war. Trotzdem wurde sofort Hilfe herbeigcrusen. Mitglieder der Reichswehr suchten nach dem Knaben, konnten ihn jedoch nicht bergen. Erst am anderen Vor­mittag gelang eS einem Einwohner, die Leich« de» KindeS an da« Land zu bringen.

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Wettervoraussage.

Die Störung über Dänemark bewegt sich In nord­östlicher Richtung nach Finnland hin weiter. Ihre Aaltluft an der Rückseite ist auch über Deutschland vorgedrungen und hat merkliche Abkühlung gebracht. Die heutigen Morgentemperaturen lagen in unserem Bezirk ungefähr 5 bis 6 Grad niedriger als vor 24 Stunden. Kräftiger Barometeransticg erfolgte be­reits durch die Kaltluft, und bas Hoch im Südwesten hat feinen Weg nach dem Festland eingefchlagen. Unter dem weiteren Zuslrorn.o;eanischer Luft dauert das wechselhafte und kühle Wetter mit ftridjweifen Regenschauern an. Jedoch steht mit dem ansteigenden Luftdruck der allmähliche Uebergang zu beständigerem und später wieder wärmerem Wetter in Aussicht.

Vorhersage für Dienstag: Noch wech­selnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, kühl, ein­zelne Schauer.

Dorherfaye für Mittwoch: Ruhiger, be- wölkt mit Aufheiterung, etwas wärmer, meist trocken.

Lufttemperaturen am 9. August: mittags 19,2 Grad Celsius, abends 12,6 Grad: am 10. August: morgens 12,9 Grad. Maximum 19,6 Grad, Minimum, 10,3 Grad. (Erbtemperoturen in 10 an liefe* am 9. August: abenbs 18,3 Grad: am 10. August: mor­gens 15,2 Grad Celsius. Niederschläge 0,2 mm. Sonnenscheindauer 6 Stunden.

Deranttvorllich für Lokales: i. D- H. L. N e u n e r.

Gesunde weiße Zähne: Chlorodontz»