reichs vermeiden könne, nichts Beruhigendes an sich. Man werde begreifen, das; noch nicht der Augenblick gekommen sei, die von Frankreich geforderte und von Ministerpräsident Laval nachträglich vertretene Garantiepvlitik auf- zugeben. „Figaro" ruft aus: „Sn Berlin nichts AeuesI" Die preußische Regierung sei nichtsdestoweniger sehr geschwächt, schon durch die Tatsache, daß der Volksentscheid möglich gewesen sei und daß die Opposition eine große Zahl von Stimmen aufgebracht habe. „A m i d u P e u p l e" schreibt, man müßte sich vor jeder Illusion hüten. Die Lage bleibe ernst.
Das offiziöse „Echo de Paris" meint, man müsse den Ausfall des Volksentscheids begrüßen, der unmittelbare finanzielle Gefahren ausfchalte und einer vernünftigen Politik nicht den Weg versperre. Aber man wäre sehr naiv, wenn man sich einbildete, daß die Schwierigkeiten, auf die diese Politik fuße, dadurch vermindert worden wären. — „L 'Ordre" sagt, Reichskanzler Brüning, der sich mit dem preußischen Ministerium solidarisch erklärt habe, habe unleugbar einen Sieg davongetragen. Es wäre schön, wenn der Reichskanzler nicht allzu r a sch v o n F r ank r e ich Verla n g e, daß es die Kosten dieses Sieges bezahle. — „Q u o t i d i e n" schreibt, der Beweis für die Au» torität der Regierung Brüning, der sich deutlich gegen die Offensive der Rechtsparteien ausgesprochen hatte, sei erbracht. — „Echo de Paris" glaubt zu wissen, daß angesichts des Mißerfolges des Volksentscheids nichts mehr im Wege stehe, den Zeitpunkt des Besuchs des Mini ster- Präsidenten und des Außenministers in Berlin festzusetzen.
Genugtuung in London.
Der Volksentscheid im Spiegel der englischen Presse.
London, 10. Aug. (WTD. Funkspruch.) „Die preußische Demokratie hat Europa und Deutschland einen Dienst geleistet, indem sie es | ablehnte, sich von der unheiligen Allianz von i Rationalsozialisten und Kommunisten aus den Wog der unverantwortlichen Taten schieben zu •
(lassen." Mit diesen Worten beginnt der heutige Leitartikel des Arbeiterblattes Daily Herald, das ebenso wie die übrige englische Presse aus seiner Genug uung über das „völlige Fiasko" des gestrigen Voltsentscheids in Preußen keinen Hehl macht. Durch dies« Abstimmung habe Preußen Europa versichert, daß es alles tun wird, was möglich ist, um die Ruhe auf« recbt^uerhalte^r, die die größte Hoffnung der Welt ist. Europa schuldet Preußen viel. — ,,'4i e to d Chronicle" schreibt: Das deutsch«
Volk hat sich von neuem der Lage gewachsen gezeigt. Dieser Volksentscheid war eine ernste Prüfung für die Demokratie, und die preußischen Wähler haben sie glänzend bestanden. Die Ergebnisse dieses Volksentscheids werden Rückwirkungen weit außerhalb Preußens oder sogar Deutschlands haben. — „Daily M i r r o r" betont die „wunderbare Ruhe und Geduld" des größten Teiles des deutschen Volkes, das gezeigt hat, daß es ohne Erschütterungen weitergehen wolle.
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Polizeipatrouillen wahren die Ordnung im Berliner Zentrum.
Attentat auf den Schnellzug D 43 Zraukfurt-Verlin.
Gprengstoffanschlag bei Jüterbog. — Sieben Wagen umgestürzt. — Keine Toten. Auf der Suche nach den Verbrechern.
Berlin, 9.Aug. (IDIB.) Auf den Schnell- zug Bafel — Jrantfurt a. 211. — Berlin, der um 22.22 Ahr auf dem Anhalter Bahnhof eintreffen sollte, wurde gestern um 21.45 Uhr bei Jüterbog ein Spreng st offanschlag verübt kurz nach der Station Jüterbog hörte der Lokomotivführer einen fdjacfen knall, worauf er sofort bremste und versuchte, den Zug zum Stehen zu bringen. LH« dies gelang, entgleisen sieben Personenwagen, der Packwagen und der Speisewagen, stürzten um und sielen die Böschung hinunter. Trotz der Schwere des Unfalls wurden nur drei Personen schwer und 16 leichter verletzt. Tote
Spuren, die bei dem Regen ohnehin schon meist verwaschen waren. Eine Untersuchungskommission der Kriminalpolizei ist im Dorfe Zinna stationiert.
An der Llngtücksstütte.
Acht v-Zugwagen die Böschung hinunter- gekippt.
Die Stätte deS Eisenbahnattentats bietet noch Donntagmittag ein Bild wüster Zerstörung. Die Hnglückstelle befindet sich etwa zwei Kilometer von Jüterbog entfernt in der Äähe von Dorf Zinna. Der etwa sechs Meter hohe Bahndamm macht an dieser Stelle am Waldrand entlang eine weite Kurve. Am Bahndamm,
die Böschung h e r u n te r g e w o r fe n fo e r d e n mußte. Außerdem hat man eine Stelle gewählt, die ganz einsam liegt. Trotzdem die Böschung ziemlich hoch liegt, sieht man in etwa zwei Kilometer Entfernung nur den alten runden Stadtturm von Iüteroog und ein Gebäude der Heeresverwaltung. Zu der Hnglücksstelle führen auch keine Straßen, sondern nur einige untergeordnete Feld- und Waldwege. Die Verbrecher haben eine 170 Meter lange Klingelschnur, die mit dem Sprengstoff verbunden war, am Fuße des Bahndammes entlang geführt bis zu einem Dusch, der sie von der Explosion genügend entfernt hielt und auch «in Versteck
gegen Sicht bot. Als der Zug heranbrouste. haben sie die Schnur offenbar mit einer DatterieinDerbindunggebracht und damit die Entzündung hervorgerufen. Der Lok>- motivführer und die anderen Dahnbeamten standen zunächst vor einem Rätsel. Die Llrsache deS Hnglücks wurde erst klar, als man nach längerer Zeit fand, daß 3 Vz Meter Schienen fehlten. Merkwürdigerweise ist auch genau die Grenz« zwischen den Direktionsbezirken Halle und Berlin gewählt worden. Aus der Art der Explosion ist auch zu schließen, daß die Verbrecher ausgezeichnete Sprengstofffachleute gewesen sein müssen.
Oie Untersuchung.
Ein erstes Ergebnis.
Berlin, 10. Aug. (TU.) Wie Berliner Blätter ergänzend zu dem Anschlag auf den O-Zug Frankfurt/M.—Berlin melden, hat die bisherige Untersuchung ergeben, daß mehrere Personen an l>«n Attentat beteiligt waren. Beim Absuchen des Buschwerks entdeckte man eine Lager stelle. Die Verbrecher haben hier Zigaretten geraucht und beim Hin- und Hergehen den Grasboden zertreten. Don dem Lager aus konnten sie aber die Stelle, an der die Explosion erfolgte, nicht sehen. Man vermutet, daß die Attentäter ern enSig- nalpvsten auf gestellt hatten, der im geeigneten Augenblick ein Zeichen gab, worauf im Lager die Zündung gelöst wurde. Vermutlich bestand die Absicht, die Explosion direkt unter derLo- kvmotive erfolgen zu laffert Der Posten hat offenbar aber das Signal um einige Sekunden zu spät gegeben, die Maschine hatte die Stelle bereits passiert und so explodierte der Sprengkörper unter einer Kuppelung.
Die Untersuchung an der Hnglücksstelle erstreckt sich auch auf die Art des Explosivkörpers, dessen! sich die Täter bedient haben. Soweit sich erkennen läßt, müssen sie einen hochbrisanten Stof f zur Verfügung gehabt haben, der fest umhüllt war. Die Explosion erfolgte unter dem sechsten Wagen des Zuges. An dem Schotter ist nur eine ganz geringe Wirkung zu sehen, sie muh sich demnach mehr nach oben und nach den Seiten erstreckt haben. So erklärt sich auch das Fehlen deS vier Meter langen Schienenstückes, von dem man jetzt beim Suchen Splitter gefunden hat. Es sind TeilevvnGasröhren gefunden worden, di« die Verbrecher mit dem Sprengstoff angefüllt und als Bomben verwandt haben. Sie sind dann über den 170 Meter langen elektrischen Draht mit Hilfe einer Taschen l a m pe nb a t t erie zur Explosion gebracht worden. Weiter ist festgestellt worden, daß wahrscheinlich dreiPersonencm dem Attentat beteiligt waren. Mit einer gewissen Sicherheit hat sich letzt auch ergeben, daß es sich in der Tat um ein Po li ti sches At ten t a t ra d i- kaler Elemente bandelt. Die Vermutung, daß das Attentat dem heimkehrenden Reichskanzler und Außenminister gegolten haben soll, erscheint wenig glaubhaft. Sowohl in den Zeitungen als auch im Rundfunk war der Oeffentlichkeit bekanntgegeben worden, daß der Reichskanzler und der Aeußenminister Rom am Samstag um 19.40 Uhr verlassen würden. Sie konnten also unmöglich eine Stunde später schon in Jüterbog bzw. Luckenwalde erreicht haben.
sind glücklicherweise nicht zu beklagen. Auf die ersten Meldungen hin eilte von Wittenberg ein Hilfszug herbet
Die Untersuchungskommission der Reichsbahn fand an der Unfallstelle einen 200 Meter langen Draht mit Zündschnur und stellte fest, daß aus einer Schiene ein Stück herausgesprengt worden war. von der Attentatstelle geht dicht am Boden eine Schwach slromlel- tung, die 200 Meter rückwärts in einem Gebüsch seitlich der Bahn endet, hier haben die Tater offensichtlich gelagert. An den Telegraphenstangen längs der Bahn find fünf Leitungen von den Tätern durchgefchnitten worden. An einer Telegraphenstange neben der Unsallftelle war eine Rümmer des „Angriffs" befestigt mit der Buntfchriftauffchrift: „Attentat 8. 8." Der Anschlag der Verbrecher ging noch weiter; bei der Prüfung des Rebengleises entdeckte der Zugführer des verunglückten Zuges zwei eiserne Schwel- l e n. Mit einem Schaffner feines Zuges konnte er sie noch rechtzeitig entfernen, wie bei Tagesanbruch festgestellt wurde, ist aus den Gleisen, vermutlich durch mehrere Sprengladungen, ein 3% Meter langes Stück herausgesprengt worden und in Einzelteilen bis zu 30 Zentimeter Länge zum Teil über 20 Meter rechts und links der Strecke fortgefchleudert worden. Den knall der Sprengung hat man selbst in dem 13 Kilometer entfernten Luckenwalde gehört, wie Bewohner angaben, die von dort an die Unfallstelle eilten. In Zinna haben bei der Explosion in den Wohnungen Teller und Gläser geklirrt.
In der Rähe der Unfallstelle wurde noch eine Zweite Rümmer des „Angriffs" gefunden, die mit mehreren Hakenkreuzen und der Aufschrift: „Attentat 8. 8. hoch R e v o l u - tlo n!" verfehen war. Polizei und Staatsanwalt sind der Meinung, daß diese Blätter mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun haben, sondern am Samstag für die Elfenbahnarbeiter bestimmt waren, die den am Fuß des Bahnkörpers entlang laufenden weg zu benutzen pflegen. Sollten sie trotzdem von den Verbrechern flammen, fo liegt die Vermutung nahe, daß sie zur Irreführung bestimmt find. Auf Veranlassung des Generaldirektors der Reichsbahngesellfchaft, Dr. ing. Dorpmüller, ist eine B elohnung von 20000 Mark für bie Ergreifung der Täter ausgefeht worden. Die Reichsbahn hat auf allen Strecken verstärkte Streckenbewachung eingerichtet. Der Sprengftoffanfchlag war von den poften am Munitionsdepot der Artilleriefchule Jüterbog beobachtet worden, von den Posten waren auch verdächtige Personen bemerkt worden, die sich in nächster Umgebung des Munitionslagers Herumtrieben. Da die Posten sich innerhalb der Umzäunung befanden, die um das Lager herumgeht, war es ihnen unmöglich, die Verdächtigen fest zunehmen. Bisher haben die Ermittlungen der Kriminalpoli^i und der Staatsanwaltschaft noch kein Ergebnis gehabt. Die Polizeihunde, die sofort auf die Spur gesetzt wurden, versagten angesichts der Fülle der
zum Teil tief in den Sand eingegraben, liegen acht V-Zug-Wagen, darunter auch der Speisewagen. Alle acht Wagen sind u m gekippt, und es sieht fast so aus, als wenn sie zum Teil frei in der Luft schwebten. An mehreren Wagen sind die Llntergestelle abgerissen. Der Schienenstrang war an der Explofionsstelle in einer Länge von 3,40 Meter aufgerissen. Inzwischen sind bereitsneue Schienen gelegt worden. Die alten Schienen sind durch die Explosion buchstäblich in Stücke gerissen worden. Bruchteile liegen jetzt noch herum, die an Spreng- stücke von Granaten erinnern.
Wie das Aiteniai geschah.
Geistesgegenwart des Lokomotivführers verhindert größeren Schaden.
Nachdem der O-Zug Jüterbog verlassen hatte, fuhr er mit einer Geschwindigkert von 100 Kilometer. Der Lokomotivführer berichtet, daß er plötzlich einen donne rä hnlichen Knall hörte und Feuergarben um sich herum sprühen sah. Er zog sofort die Schnellbremse und bemerkte gleich darauf, daß der Zug entgleiste und auf den Schwellen weitersprang. Man kann übrigens genau sehen, wie die Schwellen dabei eingedrückt worden sind. Der Zug hat sich auf diese Weise noch etwa 400 Meter weiter- bewegt. Rur Lokomotive und Packwagen standen noch, alle anderen Wagen stürzten um. In der Dunkelheit, die um diese Zeit herein- gebrochen toar, entstand natürlich eine wilde Panik: Schreckensschreie und Angstrufe gellten durch die Luft. Wer irgend konnte, arbeitete sich aus dem Innern der Wagen durch die Fenster heraus. Erste Hilfe wurde dann von den Einwohnern von Zinna geleistet, die die gewaltige Detonatton gehört hatten. Rach einiger Zeit kamen dann auch Reichswehr und Feuerwehr von Jüterbog, die vor allem mit Fackelnund Scheinwerfern dafür sorgten, daß die Hn- glücksstelle beleuchtet wurde. Dann wurde sie im großen Hmkreis abgesperrt, und mit der verstärkten Hilfeleistung konnten die Bergungsarbeiten verhältnismäßig schnell beendet werden. Rach Ansicht der Fachleute ist es geradezu ein Wunder, daß das Hnglück keine schlimmeren Folgen gehabt hat, zumal der Zug sehr stark besetzt war. Das hat seinen Grund einmal darin, daß dieneuenHÜlsenpuffer sehr viel stärker sind als die des alten Systems und deshalb einen viel größeren Druck aushalten, so daß diesmal ein Ineinanderschieben der Wagen vermieden worden ist. Außerdem hat der Lokomotivführer mit bewunderungswürdiger Geistesgegenwart sofort richtig gehandelt. Die starke Bremswirkung ist auch noch durch den lockeren Sand unterstützt worden.
Die Vorbereitung des Attentats.
Raffinierte Sprengftoffachleute am Werk.
Generaldirektor Dr. Dorp müller hat mit anderen leitenden Herren der Reichsbahngesellschaft die Hnglücksstelle besichtigt, ©er Präsident der Eisenbahndirektion Halle, Heinrich, erklärte, der Anschlag sei mit einem geradezu beispiellosen Raffinement verübt worden. Richt ohne Grund'ist eine Stelle ausgesucht worden, in der der Zug beim Entgleisen aus der Kurve und
Herabsetzung her Kriegsschulden um 50 Prozent?
Oie Unterredung zwischen
Vor einem
neuen Hooverangebot.
London, 10. Aug. (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Das Sonntagsblatt »,T h e People", das demselben Besitzer gehört, wie das Arbeiterblatt „Daily herald", aber in keiner offiziellen Verbindung mit der Labour Party steht, verössentlicht eine Mitteilung über die geheimen Besprechungen zwischen dem britischen Premierminister Macdonald und dem amerikanischen Staatssekretär S t i m s o n im schottischen Hochland. Das Blatt glaubt, Grund zu der Annahme zu haben, daß diese Besprechungen da» Vorspiel zu einer allgemeinen $ t r e l - chungder Kriegsschulden sein könnten. Macdonald und Stimson stimmten, wie das Blatt wissen will, darin überein, daß die Rationen nicht länger diese riesigen Lasten fragen könnten. Sie hätten die Vorteile und Rachteile des planes einer allgemeinen Verminderung der Kriegsschulden um 50 v. h. erörtert, der kürzlich hinter der Szene in Finanzkreisen angeregt worden sei. Stimson habe bereits einen
Macdonald und Stimson.
zweiten Schritt unternommen und den amerikanischen Botschafter in Paris ersucht, nach England zu kommen und die Schuldenfrage mit ihm vom f ranzöf if chen Standpunkt aus zu besprechen. Weitere Beratungen mit den anderen Diplomaten und Staatsbanken werden stattfinden, bevor Stimson nach Amerika zurückkehre. Stimson prüfe jede Seite der europäischen Meinung, damit er sofort nach feiner Rückkehr nach Amerika dem Präsidenten Hoover ein vollständiges Bild unterbreiten könne. Unterrichtete Persönlichkeiten würden daher, so schließt „The People", nicht erstaunt fein, wenn als Ergebnis aller dieser Besprechungen ein neues Angebot Hoovers auf herab- fehungaller Kriegsfchuldenum Hunderte von Millionen Pfund Sterling zu erörtern fein würden. Ein solches Angebot könne man nochvorder Weltabrüstungskonferenz erwarten. E» werde jedoch von praktischen Verminderungen der Rüstungsausgaben aller in Betracht kommenden Länder abhängen. Eine Bestätigung der Meldung de» „The People" wird von der „Daily Mail" ge-
I bracht.
Des Reichekanzlers Rückkehr aus Italien
Die letzte Aussprache.
Mussolinis Vertrauen in die deutschen Aufbaukräfte.
Rom, 8. Aug. (WTV.) Bei dem Gegenbesuch, den heute vormittag Mussolini und G r a n d i dem Reichskanzler und dem Reichsaußenminister auf der deutschen Botschaft abstatteten, fand nochmals eine anderthalbstündige Besprechung statt. An der Aussprache haben auch der italienische Botschafter in Berlin Orsini. Baroni und Botschafter Dr. v. S ch u b e r t teilgenommen. Rach der Begegnung ist folgendes gemeinsam verabredete Kommunique ausgegeben worden:
Während des Aufenthaltes des Reichskanzler Brüning und des Reichsaußenministers Curtius in Rom am Freitag und Samstag hat ein mehrfacher Gedankenaustausch zwischen den deutschen Staatsmännern und dem italienischen Regierungschef unö dem italienischen Außenminister stattyefunden. Dieser Gedankenaustausch stand im Zelchengegenseitigenfreund- schaftlichen Verständnisses undwar- mer Herzlichkeit. Im Laufe der Besprechungen ist die allgemeine europäische Lage eingehend geprüft worden und übereinstimmend die Notwendigkeit einer vertrauensvollen und aufrichtigen Zusammenarbeit aller Regierungen zur Heber» Windung der gegenwärtigen Schwierigkeiten erkannt worden. Es hat gleichfalls Hebereinstimmung darüber bestanden, daß es notwendig ist, alles zu tun, damit die kommende A b r ü -
stungSkonferenz günstige und greifbare Erfolge im Interesse des Friedens und des wirtschaftlichen und moralischen Wiederaufbaues der Welt zeitigt.
Mussolini gab den Vertretern der deutschen Presse in deutscher Sprache folgende Erklärungen ab: Es hat mir zur größten Freude gereicht, daß ich in den langen und herzlichen Besprechungen feststellen konnte, daß die zwei deutschen Staatsmänner vom festen Willen beseelt sind, mit entschiedener Tatkraft die Hebel, woran ihr Land leidet, zu heilen und ihrem Volke das zuversichtliche Vertrauen in eine bessere Zukunft wieder einzuslößen. Ich wünsche auch durch Ihre Vermittlung der deutschen Nation den Ausdruck meiner Heberzeugung zukommen zu lassen, daß Deutschland aus sich selbst und auf die eigenen Kräfte sich verlassen kann und verlassen muß. Alle Völker haben im Laufe der Geschichte schwere Zeiten durchgemacht, welche sicherlich ebenso hart gewesen sind wie diese. Die wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands sind jedoch unversehrt, und es ist bekannt, wie groß und reell diese sind. Diesen Kräften müssen noch die hohen moralischen Eigenschaften hinzugefügt werden, welche das deutsche Volk in noch schwierigeren Verhältnissen bezeugt hat, und das genügt, um mich für die nächste Zukunft optimistisch zu veranlagen.
Abschied von Rom.
Mussolini hat Besuch in Berlin zugesagt.
Rom, 8. Aug. (WTB.) Rach dem Abschluß der Politischen Besprechungen hat Reichskanzler Dr,


