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Oberheffen.
Landkreis Gießen.
y Lollar. 9. April. Am -weiten
Vogel ft.
und ein Mädchen au- der Schule entlassen Verlustreiche Abstoßung der Sronffurter Hofgüter.
nicht Korrvad Maul, sondern Konrad Schäfer. Durch die amtsärztliche und gerichtlich« Untersuchung des Falles ist festgesteLt, daß die
• Dindsach sen. 9. April. Der Bericht in Ar. SO deS „Gieß. Arn." über den Unglücks»
Preußisch-SUdd.
Staats Lotterie
Zlehoft 1. Klasse: 20. 1. 21. April bei einem Staad. Lotterie-Einnehmer oder bei der Preußisch- Süddeutschen Locteriebank, Berlin W 8, Friedrichstraße 186
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Ad morgen, den 11. April, siehen größere Transporte ostpreußische hochtragende Kühe, Rinder und frischmelkende Kühe in meinen Stallungen Hammstraße 15 zum Verkauf. Leovotd Löb, Gietzen
riniissKiH IlbbllllNiHI STAATS i in n i:n.
tage fand bei sehr zahlreicher Beteiligung der Gesamtgemeind« in der schön geschmückten Kirch« zu Kirchberg die Konfirmation der Konfirmanden deS Kirchspiels ftatt Es war die seit vielen Jahren nicht dagewesene kleine Anzahl von 52 Kindern; zwei Konfirmanden aus Lollar konnten wegen Krankheit nicht anwesend sein. Es entfielen auf Staufenberg 13. auf Lollar 19, auf Mainzlar 4, auf Daubringen 14, auf Ruttershausen 2 Kinder.
△ Hörnsheim, 9. April. Sn unserer Gemeinde wurden in diesem Jahr zehn Kinder, sechs Knaben und vier Mädchen, konsirmiert.
I Dornholzhausen, 9. April. Hier wurden in diesem Jahre sechs Konfirmanden, fünf Knaben
Berlepsch sagt, der das veranlaßt hat eine ebenso große Freud« für das lustwandelnde Publikum, tot« für die Obstgorlenbesitzer der Nachbarschaft" ((Bün- ther, Naturschutz).
Welche Bedeutung den Bogelschutzbestrebungen,' abgesehen von ihrer großen ästhetischen Wertschätzung, auf wirtschaftlichem Gebiet zukommt, giebt Hiesemann in seiner ..Lösung der Bogel- schtchfrag« nach Berlepsch" zu bedenken: „Als im Frühjahr 1935 der gesamte, mehrere Quadratmeilen Kroße, südlich von Eisenach gelegene Hainischwald gänzlich vom Eichenwickler (Tortrix viridana) kahlgefressen war, blieb der Wald deS Freiherrn von Berlepsch, der durch 2000 daselbst aufgehängte Risthöhlen einen reichen Meisen- bestand aufweist, völlig davon verschont. Er hob sich von den umliegenden Waldungen tatsächlich wie eine grüne Oase ab. Erft etwa einen halben Kilometer jenseits der Grenzen machten sich die Spuren des Fraßes erstmalig bemerkbar, nach weiterem halben Kilometer war er aber oereits in vollem Umfange eingetreten. Ein deutliches Zeichen, wie weit die Meisen und Genossen während deS Winters, überhaupt außerhalb der Brutzeit, gestrichen waren." Der verstorben« großherzvgltche Forstmeister Küllmann in Darmstadt, der als Altmeister der Hessischen Bogclschutzfvrschungen angesehen werden kann, teilte Prof. Günther mit, daß sich „in den dortigen Waldungen im Jahre 1904/05 die Kohlmeisen sehr auffällig durch das Vernichten der Puppen von schädlichen Kiefernblattwelpen (Lophyrus pini) verdient gemacht haben. Magenuntersuchungen an zu diesem Zweck geschossenen Meisen zeigten, daß die Tiere ganz bedeutende Mengen von Puppen gefressen halten; auch konnte festgestellt werden, baß die Vögel di« Puppen nicht nur von den Stämmen ablasen, sondern auch auS der Erde zogen. Durch das alles haben die Meisen die Gefahr einer Blatt- wcspenplage für daS kommende Zahr verhütet. 1907 haben sie dann den Schaden deS Eichenwicklers aanx abgewandt Auch 1909 ist Eichenwicklerfraß, der hx Aussicht stand, sozusagen im Entstehen unterdrückt worden." Wie groß die Vertilgungsintensität eines Vogels sein kann, beweist die Beobachtung eines böhmischen Entomologen, der einen Daum mit Tausenden von Kiefernspinnerranpen beseht fand. AlS er sich wenige Tage danach einige zu Sammelzwecken holen wollte, flog ein Kuckuck ab, und nicht eine einzige Raupe war noch vorhanden (Floericke, Iahrb. f. Vogelkunde 1909). Der hier genannte große Dogelforscher hat übrigens nicht zu Unrecht auf die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche hingewiesen, die auf indirektem Weg durch das Vertilgen der Fliegen durch unsere Schwalben erfolgt; eS ist nachgewiesen worden, daß diese gefürchtete Seuche dadurch weiterverbreitet wird, baß die Fliegen den Speichel vom Maule der kranken Kühe auf di« gesunden übertragen. Es ist weiterhin auch keinesfalls abwegig, zu behaupten, daß die aL'«r- orts bemerkte und vergeblich bekämpfte Vermehrung von Mücken und Schnaken, die man neuerdings auch an Orten fcstgestellt hat, an denen man die lästigen Blutsauger früher gar nicht kannte, nur im Zusammenhang mit der Ab- nahxne unserer insektenfressenden Dogelwelt möglich war. Aber nicht nur Forstwirtschaft und Oartcnbtiu, sondern auch Weinbau und Land- wirt'.chaft haben in stärkstem Maße unter Schad- lingska'lamitäten zu leiden. Man erinnere sich nur an den Raupenfraß am Gemüse und die großen DerbreitungSherde der Spargelschädlinge im Groß-Gerauer Spargelgebiet I
Aus all diesen Darstellungen erhellt sich unser Anrecht auf die dringende Forderung an die zuständigen Behörden. fortan das Kapitel „Vogelschutz" nicht mehr als ein nur der Vollständigkeit halber auf dem letzten Blatt deS jährl-chen Wirtschaftsprogramms stehendes Objekt zu betrachten, das in feiner allgemeinen und öffentlichen Bedeutung ziemlich unwichtig fei, und sch endlich frei zu machen von der kurz'chtigen Stiefmütterlichkeit, mit dem man eS
und - für sich sparen. (Sie haben es jetzt nach der Erfindung des organischen Wäsche-Einweichmikiels Burnus (Deutsches Xeichspafent) nicht mehr nötig, sich bei der Wäsche noch so zu quälen. (Sie brauchen nichts weiter zu tun, als Ihre Wäsche in lauwarmes Wasser zu legen, dem etwas Burnus zugefehi ist, und sie einige (Stunden - am besten über Tiacht - darin liegen zu lassen. Den größten Teil der ganzen Wascharbeit besorgen dann die im Burnus enthaltenen Enzyme der Pankreasdrüse. Diese haben nämlich die wunderbare Eigenschaft, fast allen (Schmutz an der Wäsche schon während des Einweichens selbsttätig abzulösen, so daß dasWoschen nur noch eine Art kurzer Nachbehandlung ist. - Oie gerade in den gegenwärtigen Zeiten bedeutsamen Vorteile bei der Verwendung von Burnus: Erleichterung der Arbeit, Ersparnisse an Wasch, und Feue- rongömaterial und höchste (Schonung d-r Wasche sind von wissenschaftlichen Autoritäten, Haus- frooenvereinen und zahlreichen Hausfrauen anerkannt und schriftlich bestätigt worden. Em einziger Versuch überzeugt auch (Sie! Machen (Sie diesen Versuch in Ihrem eigensten Interesse bald, möglichst bei der nächsten Wäsche, und (Sie werden nichts anderes mehr nehmen als ö iimus
verunglückte Wuwe Tinge* von Werkens ritz herzleidend war. wie sie auch am Tage vor dem UnglückStall erst einen SchwächeaniaT erlitten und wtederholt di« Besorgnis geäußert hoitte. daß fie einen Herzschlag erleiden förmte. €r.c ist nicht infolge einer heftigen Bewegung des Motorrades von diesem herabgesallen, sondern der Sturz der Frau erfolgt« infolge eines Herzschlages, und die beim OluHdSagen des Kopfes auf di« Erde entstandenen Verletzungen sind ganz ohne Einfluß auf das tödlich« önb« deS Vorfalls gewesen; der Tod war vielm^r schon vor dem Sturz erfolgt. Den Schwiegersohn der Verstorbenen, den Arbeiter Konrad Maul, trifft also keine Schuld.
ftreid Schotten.
+ Groß-Eichen, 9. April. 3n diesem Zähre wurden hier acht Knaben und sieben Mädchen, darunter ein Mädchen auS Klein-Eichen, konfirmiert. Am dritten Ostertag wurde der übliche KonfirmandenauSslug unternommen. Rach Besichtigung deS Gießener Flughafens. wo dem Start eines Sportflugzeugs oeigewohnt wurde, ging eS zum Schiffenberg und anschließend nach Watzenborn—Gießen, von wo aus abends die Heimreise wieder angetretep wurde.
WSR. Frankfurt a.M. 9. April. Der Ma- giTtrat der Sladt Frankfurt hat der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage unterbreitet, in der um Zustimmung zur Abstoßung der Frankfurter Hofgüter Dlumenrvd und Langwiesen ersucht wird. Das Hofgut Dlurnenrod soll an den Freiherrn von Freyberg- Schütz zurückfallen, der sich bereit erklärt hat, di« Stadt aus dem bi- zum 22. Februar 1924 abgeschlossenen Pachtvertrag zu entlassen. Hierbei hat die Stadt mit einem LiquidationS- verlust von 80 500 Mark zu rechnen. Auch für das Hofgut Langwiesen besteht Aussicht, daß der Besitzer Graf von Waldersdorff die Stadt Frankfurt aus dem Pachtvertrag gänzlich enüäßt. Als Rachpächter tritt hier der Gutsverwalter Karl Altbrod von dem Sanatorium Küppelsmühle bei Bad Orb auf, für den voraussichtlich sein zukünftiger Schwiegervater, Oeko- nomierat Spieß, die Bürgschaft übernimmt. Altbrod hat sich bereit erklärt, in den zwischen der Stadtverwaltung und dem Verein für lieber* gangsheime für Strafentlassene abgeschlossenen Vertrag einzutreten. Bei Langwiesen würde ein Liquidationsverlust von 1 65 7 3 2 M k. entstehen. Auch für das Hofgut Henrietten- t h a l soll unter möglichst günstigen Bedingungen eine Unterverpachtung herbeigeführt werden. Der Magistrat begründet die Vorlage damit, daß die Preis« all«r landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf einen kaum dagewesenen Tiefstand gesunken sind und daß mit einer Hebung der Preise vorerst nicht zu rechnen seL Es wird im Gegenteil angenommen, daß einzelne Erzeugnisse durch die allgemein verminderte Kaufkraft der Konsumenten noch weiter« Preiseinbußen erleiden.
Rirchtiche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden. Samstag, den 11. April.
Lladtkirch«. 14 Uhr: Pfr. Becker; Beichte für die Konfirmanden der Markusgemeinde und deren Angehörigen. — Johanneskirche. 14: Pfr. Ausfeld; Beichte für die Konfirmanden der Johannesgemeinde und deren Angehörigen. — üapelle des Alten Friedhofs. 14: Pfr. Lenz; Beichte für die Konfirmanden der Luthergemeinde und deren Angehörigen. — Lich. 14: Beichtgottesdienst; Stiftspfarrer ©raubt.
Israelitische Gemeinden.
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 11. April. Vorabend 7 Uhr; morgens 8.30; abends 7.20 und 8.05 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 11. April. Freitag abend 6.45 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8. — Wochengottesdienst, morgens 6.30; abends 6.30 Uhr.
t Treis a. b. ß b a., 9. April. 3n unserer Berneinbe wurden 13 Kinder. 5 Knaben und 8 Mädchen, konfirmiert. Der Posaunenchor verschönt« di« Feier durch feine Mitwirkung. — Am ersten Feiertag brachte der Posaunenchor mehrere Lieder vom Kirchturm aus zu Gehör und löste damit viel Freude aus. Es wurde allgemein der Wunsch laut, öfters Musik vom Turm zu Hörem — Hm dem feit Jahren bestehenden Wassermangel abzuhelfen, wird jetzt .im Weiher" «ine ergiebige Quelle erhöh r t. deren Wasser durch eine elektrische Pump« in die Wasserleitung geführt werden soll.
)( L i ch. 9. April. Frl. Marie Z o r m h a l -, die 20 Zähre al- Hausangestellte in der Familie von Spenglermeister Walz tätig ist, wurde für ihre treuen Dienste vom Landes verein des Alice- FrauenvereinS in Darmstadt zu Ostern mit der Ehrenbrosche und dazu gehöriger Urkunde au-gezeichnet. Die Auszeichnung wurde der verdienten Angestellten durch den Vorsitzenden des hiesigen ZweigvereinS vom Roten Kreuz, Oberamtsrichter Dr. Bernhard, überreicht.
i. GttingSyaufen, 9. April. Am zweiten Ofterfeiertaa veranstaltete der hiesig« Gesangverein .Concordia" ein Konzert. Okben Ehören deS Verein-, die von fleißiger Hebung Zeugnis ablegten, sanden besonders die Lieder, die ein Mädchenchor vorttug. alle Anerkennung. Außerdem hatten sich einige Musiker von auswärts zur Verfügung gestellt. Sologesänge deS Lehrers Kruger von Steinfurth gefielen sehr gut; die Vorträge der Herren Volz-Alten« Duseck (Violine), Weimer- Alten-Buseck (Violine), Schneider - Grohen-Buseck (Cello), sowie von Lehrer Erb und Frau - Ettingshausen (Klavier) bewiesen hohes musikalisches Können und sanden starken Dttsall. Besonderen Dank verdient Lehrer Erb für die Ausgestaltung und Leitung des Abends, der ein guter Austakt ist zu dem im kommenden Jahre bevorstehenden 50. Jubiläum des Verein-. Das Konzert bedeutete für die Zuhörer ein schönes Erlebnis und für den Verein einen vollen Erfolg.
• Weiter-Hain, 9. April. Für unseren nach Lang-Göns versetzten Lehrer E v n r a d fand eine gut besuchte AbschiedSfeier statt. Die Schüler überreichten dem Scheidenden ein Bild, Bürgermeister Reichert übermittelte ihm ebenfalls ein Bild als Zeichen des Dankes und der Anerkennung. Don der Kirchengemeinde durch Pfarrer Thom erhielt Lehrer Conrad eine reich ausgestattete Bilderbibel; für den Gesangverein und den Gemischten Chor widmete dessen Vorsitzende, S. Schnörkel, dem Dirigenten Conrad anerkennend« Worte, zugleich wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Darbietungen der Schüler, Lieder des Gesangvereins und deS Gemischten Chores, sowie einige Solodarbietungen von Lehrer Kruger, Steinfurth, umrahmten die eindrucksvolle Feier.
KreiS Friedberg.
$ Friedberg, 9. April. Rach altem Brauch geben sich die Abiturienten der ehemaligen hessischen Lehrerseminare in bestimmten Zeitabschnitten ein Stelldichein, um Erinnerungen an die gemeinsame Seminarzeit auszutauschen. So trafen sich dieser Tage in Bad- Rauheim die Friedberger Seminarabiturienten von 1891, die zum größten Teil in Oberheffen im Lehramt stehen. Don 29 Abiturienten, die vor 40 Jahren von Friedberg auS in den Lehrberuf traten, sind allerdings nur noch 17 am Leben. Diese waren mit einer Ausnahme vollzählig erschienen, unter ihnen auch Ministerialrat Diehl vom hessischen Kultusministerium. Don den einstigen Lehrern deS Jahrganges lebt nur noch Schulrat Süß hochbetagt in unserer Stadt.
4 Bad - Rauheim, 9. April. Sine Studie nkommission englischer Aerzte traf von Aachen auS im GesellschastSauto hier ein. Eingehend wurden von den 21 Gästen die technischen Dettiebe des Bades und unter Führung von Professor Dr. Weber daS staatlich« Bal» neolvgisch« älniversitätsinstitut besichtigt. Auch lernten di« Gäste di« Einrichtungen deS neuen Kerckhoff-Lknstituts kennen.
— Bad-Rauheim, 9. April. Unter den 1000 Kurgästen, die aus dem In- und Ausland« zur Zeit schon hier anwesend sind, befindet sich der frühere König von Sachsen, der im Sanatorium Groedel Wohnung genommen hab 3m Kettlerheim sind Herzog Friedrich Christian zu Sachsen und Herzogin Elisabeth Helen« zu Sachsen abgestiegen, während Herzog Ulrich von Württemberg im Carlton-Hotel wohnt.
Kreis Büdingen.
Blutter, wetchedie Bedeutung der Kinder- Wundpflege erkennt heben, benutzen
Penaten-Creme
5 „Gieß. Anz." über den Unglücks»
4. d. M. bedarf einiger Richtigstellungen. Der das Motorrad lenkende Arbeiter war
Trotzdem Im Gegensatz au der früheren Anschauung, die im Vogelschutz nur das Prinzip der Erhaltung aller Arten sah, seit Berlepsch- bahnbrechendem Wirken die Vogelschutzbestrebungen eine volkswirtschaftliche Bedeutung erlangt haben und ihre Rotwendigkeit im Interesse der Schädlingsbekämpfung allgemein anerkannt ist, könnte mancherorts noch viel mehr für diese äußerst wichtige Sache getan werden. Zwar ist schon häufig von maßgebender Seite der Meinung Ausdruck verliehen worden, man sollte die Bedeutung der wirtschaft-nützlichen Vogelwelt ja nicht überschätzen, unb die vogelschützlerischen Ornithologen übertrieben manchmal zu stark, doch kann hiergegen nicht genug entgegnet werden, daß eine derartige, von Zweiflern vertretene Ansicht nur dadurch entstehen kann, daß die insektenfressenden Vögel, die den SchädlingSbe- stand stetig auf einer in der Harmonie des Ratur- lebens wohldisziplinierten „ei fernen Portion" halten, oft genug auSbrechende, oder für das kommende Jahr drohende KalamitätenschonimKeimeer sticken, ohne daß der Mensch es merkt und die Vogelsorschung es nachweisen könnt«.
Aus diesem Grunde allein ist die Forderung ge- rechtfertigt, auch in und um Gießen mehr wie bislang für den Vogelschutz zu tun, denn geschehen ist seither noch so gut wie nichts. Man darf nicht denkeck, daß ein erfolgreicher, biologisch richtiger Vogelschutz schon dadurch betrieben wurde, daß man den Vögeln zu ihrem Schutz und zu ihrer Vermehrung Nisthöhlen bietet. Damit erleichtert man nur einem geringen, allerdings äußerst wichtigen Teile unserer Dogelwelt das Dasein. Der ersolgreichste Schutz unserer einheimischen Dogelwelt wird immer durch Anlegung von Dogeischutzgehölzen zu bewerkstelligen sein. Und da sich der volkstümliche Vogelschutz, an dem sich jeder einzeln« beteiligt« aus technischen Gründen stets nur auf die Darbietung von Winterfutter und Nistkasten beschränkt, wird der allerwicytigste Teil des gesamten Vogelschutz- dienstes zu einer Aufgabe und Pflicht der Behörden: Herstellung von Schutzgehölzen Oedlandereien und wirtschastsunbrauch- bare Areale hat jede Gemeinde, und in jeder Gemarkung finden sich Oertlichkeiien wie Raine, Wegränder, Hänge, Eisenbahndämm«, Bachufer, die sich ohne große Opfer an Zeit und Arbeitskraft zu idealen Anlagen Herrichten ließen, denn meist hilft sich bd geeigneter Dorsorge hier die Natur von selbst weiter. Auch Gießen hat im Stadt- und Landbezirk Orte genug, die sich zu solchen Schutz- anlagen einrichten ließen, sowohl in den städtischen Anlagen, die ohne Verletzung ihrer ästhetischen Auf- §abe sich gut zur Herrichtung für die genannten wecke eigneten, als auch in dem reichlichen Vorhandensein wertlosen Terrains (z. B. am Bergwerks- wald). Es ist ^ewiß nicht notwendig, daß auch hier, wie mancherwärts, dadurch große Kosten entstehen, daß man z. B städtische Gärtner oder Krcisobst- baumpfleger oder forstlich« Betriebsbeamte zum Studium der Musterstation nach Burg Seebach (Ber- lepsch) schickt. Das forstzoologische Institut, zu dessen Disziplin ja Natur- und Vogelschutz gehört, wird sicherlich Ratschläge über die Anlage solcher Gehölze und Gebüschgruppen geben können.
Eine geeignete, gut angelegte Schutzstation gibt den Lebensraum für folgende Vogelarten ab: Hänfling, Grünfink, Gartenspötter, Singdrossel, Schwarzamsel, Wacholderdrossel, Garten-, Dorn-, Zaungras- mucke, Distel-, Buchfink, Kernbeißer, Hrckenbraunelle, Goldammer, Goldhähnchen, Pirol, Zaunkönig, Neuntöter, Weiden- und Waldlauboogel, Spechtmeise (Kleiber), Baumläufer, Fliegenschnäpper, Haus- und Gartenrotschwanz. Schilfsänger, Rotkehl- chen, Tannen-, Sumpf-, 'Blau-, Kohl-, Haubenmeise, Star, Wend7hals, Bachstelze, Schmätzer, Pieper und Nachtigall. Mit Hilfe der Nistkasten kann man nur folgende Arten ansiedeln: Meisen, Kleinspecht, Grünspecht, Grauspecht, Schwarzspecht, Buntspecht, Wiedehopf, Star, Eulen. Käuze, Turmfalk, Dohle, Hohltaube und Blaurake Dies« Dogeiarten sind hauptsächlich forstlich nützlich, und da die moderne Forstwirtschaft es mit ihren Nutzholz- und Produk- tionsrücksichten nicht mehr vereinbaren kann, hohle, mit natürlichen Spechtlöchern versehene Bäume in ihren Standorten zu belassen, ist gerade bei ihr ein unbedingter Ersatz der Brutstätten erforderlich. Aber auch D:ele Kleinvögel beziehen die Nisthöhlen, so daß ihr Anbringen für den Gartenbesitzer und Obst- züchter ein nicht zu unterschätzender Sicherheits- saktor ist. Neuerdings hat man sogar in den „Hessischen Nisthöhlen^ ein Nistkastensortiment herausgebracht, das unbedingt spatzensichere Höhlen enthält und b?n Dogelschützer in spatzenreichen Siedlungen vor Inanspruchnahme seiner für Meisen berechneten Kasten durch Spatzen schützt Ein Muster- beifmd vogelschützlerischer Großzügigkeit durch die Stadtverwaltung ist die Karlsaue, der belebteste Park von Kassel, wo sich die Vögel durch Anlegung von Dogelgebüschen und Aushängen von 2750 Nisthöhlen verzehnfacht haben, „und es ist das, wie


