Ausgabe 
10.2.1931
 
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Oberheffen.

Stadtvorstand in Alsfeld.

0^ Alsfeld. 5. Febr. 3n der jüngften Stadtvorstandssitzung kam die Rech­nung der Stadt-. Hospital- und Ar­menkasse vom Rechnungsiahr 1929 Aur Vorlage Die De t r i e b s r e ch n u n g weist in 686215 in Ausgabe 594 40?

Mark auf und ergibt mithin einen Rechnungsrest von 91 807 Mark, der ungefähr dem voriahrlgen Rest entspricht. Sn der Vermögensrechnung be­tragen die Einnahmen 269 230 Mark, die Aus- aaän 268 236 Mark, es verbleibt mithin em Rest von 993 Mark: hierbei ^ndelt es sich um Ausgaben auf Grund von Kapitalaufnahmem die sich ausgleichen Der Hospital, und Armenfonds weist m Einnahme 21 773 Marr, in Ausgabe 21 371 Mark auf, ergibt eineir Rech- nungsrest von 402 Mark. Es handelt sich hierbei xum großen

des städtischen Schlachthofes ergibt m L? Einnahme 34 838 Wark^ in dar 26 324 Mark, so daß em Rechnungsrest von 8513 Mark verbleibt, der zu Abschreibungen verwend^ werden muh. Der Vorsitzende bezeichnete daS Gesamtergebnis der Rechnung vom Rechnungs jahr 1929 noch als günstig, derAbMuh ^s Rechnungsjahres 1930 werde ich infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse wesentlich ungünstiger gestalteii. D.e ^chnun^die von der Finanzkommission vorgepntft worden ist twrrde mit den Kreditverzeichinssen nach kurzer Aus spräche genehmigt..iqaaiHHaMp

Die Errichtung einer 1 3 Schulklasse an der Volksschule, die ftioix trn Sabre 1929 vom Schulvorstand beantragt, jedoch wegen der Abbaumastnahmen der Regierung nicht^ ge­nehmigt worden war., stand evneut zur Erorte rung. Da die gegenwärtige Schulerzcchl von 554 zu Beginn des neuen Schuliahres auf 619 steigt ergibt sich die Rotwendigkeit der Errichtung einer weiteren Klasse. Dem Antrag des Schn - Vorstandes wurde zugestimmt und derfür die sachlichen Ausgaben erforderliche betrag von 320 Mark für die neue Stelle zur Aufnahme m den nächstjährigen Voranschlag bewilligt.

Zu der vom De rkehrsbundOb er Hessen beabsichtigten H e r a u s g a b e e i n e r R e l i e f- karte von Oberhessen, die em recht wirk sames Fremdenverkehrswerbemittel werden soll, erstattete der Vorsitzende Bericht, insbesondere auch über die geplante Finanzierung des Anter- nehmens, die mit H"se d^ Staates der Pro­vinz Oberhessen, der oberhessischen Städte und sonstiger interessierter Körperschaften erfolgen soll. Der Stadtvorstand hält die Herausgabe der Karte für erwünscht und bewilligte b^erzu den vorgeschlagenen einmaligen Betrag von 100 Mark.

Verschiedene kleinere Vorlagen wurden, ent­sprechend Len Beschlüssen der einzelnen Kommis­sionen, erledigt. ... .

Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende eine Eingabe der Erwerbslosen und Aus­gesteuerten bekannt, in der diese die Ein­richtung einer Rothilfe für al leb e du r f- tiqen Personen nach dem Vorbild anderer Städte empfehlen. Der Vorsitzende wies darauf hin daß bereits eine evangelische Gemeindehilfe bestehe, die denselben Zweck verfolge. Die Eingabe wurde an die Finanzkommission verwiesen.

Kreis Schotten.

Sch 0 tten, 8. Febr. Die niedrigen Schweine­preise veranlassen viele Nichtselbstversorger, wieder Hausschlachtungen vorzunchmen, was tn den letzten Jahren nur noch vereinzelt vorkam. Die starke Zunahme der Zuchtschweine macht sich in einem

Oie Hilfe gegen Gicht 1 und Rheumatismus.

T Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plage- geister? Einreibungen. Packungen. Bäder. Salben ' iisw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das liebel an der Wurzel. 4.2tiV

Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe:

"Teile Ihnen mit Freuden mit, daß ich von

Lleberangebotan Ferkeln bemerkbar, deren Absatz um so schwieriger ist, als die niedrigen Preise für Mastschweine dem Landwirt keinen Anreiz bieten, Schweine zum Mästen einzulegen.

)( Ruppertsburg, 6. Febr. Der Gesang­verein Sängerbund hielt im Schlörbschen Saal seinen diesjährigen Volksbildungs. und Unter­haltungsabend ab. Der Dirigent begrüßte die zahl- reichen Besucher und widmete dem Borsitzenden Jak. Bo cki e r, dem Rechner Wilhelm Lehr II. und dem Mitglied Heinrich Müller für 25jährige Mitarbeit und Mitgliedschaft Worte des Dankes. Der Verein ernannte den Vorstand und den Rechner zu Ehren­mitgliedern und ließ ihnen ein Geschenk überreichen: Mitglied Müller erhielt für seine 25jährige Zu- gehörigkeit ein Diplom und die Ehrennadel. Der Abend brachte in seinem weiteren Verlaufe die Auf­führungen eines Singspiels und eines Volksschau­spiels, die beide verdienten Beifall fanden. Einige Chordarbietungen umrahmten die Veranstaltung.

)( Ruppertsburg, 9. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt Samstagabend unter der Leitung seines Vorsitzenden Lein bei Gast­wirt Decker seine 5 6. Generalversamm­lung ab. Rach kurzer Degrüßung gedachte man der im letzten Dereinsjahr verstorbenen Kame­raden Lind und E i f f e r t. Das Hassia-Ehren- zeichen wurde für 40jährige Mitgliedschaft dem Kameraden Wilh. P a r r III., für 25jährige Mit­gliedschaft den Kameraden W. A l l e s, 3. D i e tz und Wilh. P a rr V. überreicht. Der Verein ver­anstaltete im abgelaufenen 3ahre zwei Vortrags­abende. 83 aktive, 6 passive und 2 Ehrenmitglie­der gehören dem Verein an. Die Rechnungs­ablage, die der Vereinsrechner W. Lehr II. er­stattete, ergab einen Kassenbestand von 131,91 Mk. und ein Barvermögen von 226.67 Mk. Der Ver­ein wird sich an dem Dezirksschießen des Hassia- bezirks Laubach in Laubach beteiligen.

-1- Ober-Schmitten, 9. Febr. Von dem Jäger Rud. Hofmann, einem der Pächter der hiesigen Sagt), wurde ein männlicher Fuchs ge­schossen, der ein Halsband trug. Das Band wies nur einen Durchmesser von etwa 6 Zentimeter auf und war buchstäblich in den Hals des schätzungsweise drei bis vier 3ahre alten Tieres hineingewachsen. Es ist erstaunlich, wie der Fuchs trotz der stetigen Einschnürung leben und sich gut entwickeln konnte. Er muß als junges Tier in Gefangenschaft geraten sein und an der Kette gelegen haben, bis es ihm gelang, die Freiheit zu gewinnen.

h- Eichelsdorf, 3. Febr. Die Holzver- st eigerungen der hiesigen Obersorsterei ver­liefen ziemlich einheitlich. Die Drennho'zmengen waren knapp, die Zahl der Steigerer war groß. Buchenscheit 1. Klasse kam aus 11 bis 13 Mk. Die übrigen Ho^zsorten lagen entsprechend nied­riger. Der Vorstand des Riddatal-Sän- gerbundes beschloß in seiner hier abgehal­tenen Sitzung, die Vertreterversammlung am 15. d. M. in Unter-Schmitten abzuhalten. Da sich der Bund an dem Gauwertungssingen in Büdingen beteiligt, soll der Pflichtchor bei der Tagung behandelt werden.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg, 10. Febr. Bei der Holzver- steigerung der Försterei Homberg wurden Preise erzielt, die in ihrer Höhe den Preisen des Vorjahres entsprachen. Für 4 Raummeter Buchenscheiter erster Klasse wurden durchschnitt­lich 36 Mk., für Duchenknüppel 26 Mk. bezahlt.

sc- Stockhausen b. Mücke, 10. Febr. Heute, Dienstag, vollendet der Auszügler und frühere Polizeidiener Heinrich Konrad Rück sein 9 0. L e- b e n s j a h r. Seine Ehefrau Dorothea, gebotene Rausch, lebt ebenfalls noch und ist 81 Sabre alt.

Stockhausen b. Mücke, 9. Febr. Das dies­jährige Gausängerfest oes Ohm-Lumdatal- Sänger-GaueS wurve dem hiesigen Gesangverein übertragen. Die Vorarbeiten sind im Gange.

-er Gontershausen, 10. Febr. Der unter der Leitung der Herren Graf Bredow, Altenburg: Dr. Bühl, Homberg: Adolf Heß, Bühfeld, und A. Decker, Rieder-Gemünden, durchgeführte Fahrkurs für die hiesige Reitabteilung fand seinen Abschluß durch eine Fahrprüfung, der sich jeder Teilnehmer unterziehen mußte. Die Prüflinge erhielten das Achenbachsche Fahr- abzeichen und das dazugehörige Diplom für be­standene Prüfung.

Preußen.

Kreis Wetzlar:

WER. Wetzlar, 9. F:br. Sn Wetzlar droht ein Schul st reik. Sn einem ehemaligen Fran­ziskanerkloster ist eine städtische Volksschule mit ungefähr 700 Kindern untergebracht. Das ur­alte Gebäude, das aus den ersten Anfängen der Stadt stammt, weist jetzt derartige bauliche Schäden auf, daß die Elternschaft sich nach langen vergeblichen Eingaben zu einem gehar­nischten Protest aufgerafft hat. Es wurde fest- gestellt, daß das Dach und die Dielen vollkom­men vom Wurm zerfressen sind, so daß jeden Tag eine Katastrophe eintreten kann. Sn einer Eltern­versammlung wurde der Regierung ein Ulti­matum gesetzt, sich bis zum 14. Februar zu äußern, wie sie die Gefahr für die Kinder ab- zuwenden gedenke. Sollte bis zu dem genannten Tage um 12 Ähr eine befriedigende Antwort nicht eingegangen sein, dann würden die Eltern in den Schulstreik eintreten und die Kinder vom Schulbesuch abhalten. Die Forderung der Elternschaft geht dahin, die Räume des ehe­maligen staatlichen Gymnasiums, die seit der Zusammenlegung des Gymnasiums mit der Auf­bauschule leerstehen, für Zwecke der gefährdeten Schule zur Verfügung gestellt zu erhalten.

<3 Krofdorf, 8.Febr. In diesem Winter sind dem Amt Atzbacy-Launsbach drei Kursusver- anftaltungen der Wanderhaushal- tu ngss chu le des Kreises zugewiesen worden. Der erste Kursus in Atzbach wurde bereits mit gutem Erfolg abgeschlossen, der zweite läuft zur Zeit in Krofdorf mit 24 Teilnehmerinnen und wird demnächst durch die Prüfung und durch die Schluhfeier beendet. Der dritte Kursus findet m Wißmar statt, beginnt am Montag, 16. Februar, und dauert acht Wochen. Der Unterricht wird unentgeltlich erteilt.

Z A tz d a ch , 4. Febr. Die hiesige Gemeinde­vertretung hat in ihrer letzten Sitzung be­schlossen, die von dem Bürgermeister ausgestellten Bedingungen zur öffentlichen meistbietenden Ver­pachtung der Ge m e i n d e j a g d auf die Dauer von neun Jahren zu genehmigen. Der Turnverein wurde mit einem Gesuch um die Zuweisung eines Sportplatzes an das Kulturamt verwiesen. Die Einführung der Sier ft euer wurde abge­lehnt.

Kirche und Schule.

Oie evangelische Landeskirche im Jahre 1929.

WSN. Das neueste Verordnungsblatt der evan­gelischen Landeskirche in Hessen enthält die Ergeb­nisse der kirchlichen Statistik für das Jahr 1929. Der Zusammenstellung entnehmen wir folgendes: Von den hessischen Städten hat Worms den größten Kirchenbesuch aufzuweisen.

13,16 Prozent der erwachsenen Evangelischen be­suchten dort Sonntags den Gottesdienst. Es folgen Mainz mit 8,74 Prozent, Darmstadt mit 8,33 Pro­zent, Gießen mit 8,11 und Offenbach mit 5,56 Prozent. Der Abendmahlsbesuch ist in Mainz am größten. Jährlich gehen dort 44,41 Prozent zum Abendmahl. Aufs ganze Land errechnet sich der sonntägliche Gottesdienstbesuch auf 16 Prozent. Er weist die erhebliche Zahl von 101000 Erwachsenen und 40 000 Kindern auf, die sonntäglich in Hessen evangelische Gottesdienste besuchten. Die jährliche Abendmahlsziffer beträgt 49,64 Prozent aller Evan­gelischen im Lande. Die Zahlen dürfen als recht günstig angesehen werden. Nicht ganz so günstig sind die Zahlen für die Taufen. Von 16 782 gebo­renen evangelischen Kindern wurden 15 338 ifti lau­fenden Jahre getauft. In 75 Fällen wurde die Tauf« verweigert. Von 7057 Eheschließungen, bei denen beide Teile evangelisch waren, wurden 93,3 Prozent kirchlich getraut, während 6,7 Prozent nur bürger­liche Ehen schlossen. Auch hier ist die Zahl der nicht kirchlich Getrauten Paare weit geringer, als an­genommen wurde. Ende des Jahres 1929 standen von der evangelischen Landeskirche getrennt 2085 Neuapostolische, 1462 Methodisten, Baptisten, Dar- bysten und "Adventisten, sowie 993 andere evange­lische Christen. Uebergctrcten zur Landeskirche sind 493 Personen, davon 320 römisch-katholische, 33 von den Sekten, 128 Rücktritte, 12 Juden ^Ausgetreten aus der Kirche sind im ganzen 1975 Personen, da­von 28 zur römisch-katholischen, 164 zu den Sekten und 1783 zur Religionslosigkeit. Aus den Mischehen sind folgende Zahlen zu nennen: Von 3079 gebo­renen Kindern aus Mischehen wurden 61,2 Prozent evangelisch getauft, von 2065 Eheschließungen zwi­schen Evangelischen und Römisch-Katholischen wur­den 45,45? Prozent evangelisch getraut. Von 236 Fällen der Eheschließung zwischen Evangelischen und andern als Römisch-Katholischen wurden 22,88 Pro­zent evangelisch getraut. Don den Konfirmierten waren 1367 aus Mischehen. Die evangelisch-christlichs Liebestätigkeit hat an freiwilligen Gaben und Leistungen die erhebliche Summe-von 1 623 336 Mk. ergeben. Davon war der größte Teil, nämlich 752 791 Mark, für Krankenpflege und mildtätig« Anstalten und Vereine. 166 996 Mark wurden für Ortsarme verwendet und 603 989 Mark für sonstig» Zwecke des Gemeindelebens und Gottesdienstes.

70. Geburtstag des Führers des Hessischen Verkehrsverbandes.

Darmstadt, 9. Febr. (WSN.) Heute, Diens­tag, 10. Februar, kann der langjährige verdienst­volle Vorsitzende des Hessischen Verkehrsverbandes, Kaufmann Theodor Stemmer in Darmstadt, in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburts­tag begehen. Auf Stemmers Anregung wurde im Jahre 1904 der Hessische Verkehrsoerband gegrün­det, an besten Spitze der Jubilar bis auf den heutigen Tag rastlos als Vorsitzender wirkte. Um die Hebung des Fremdenverkehrs in Hessen und damit um die" Hebung der Wirtschaftskraft Hessens hat Stemmer sich unvergängliche Verdienste er­worben.

Taten für Mittwoch, 11. Februar.

Sonnenaufgang 7.23 Ahr. Sonnenuntergang 17.07 Ahr. Mondaufgang 3.38 Ahr. Mond- untergang 10.46 Ahr.

1650: ber Philosoph Rene Descartes in Stock­holm gestorben: 1813: der Dichter Otto Ludwig in Eisfeld geboren: 1905: der Dichter Otto Erich Hartleben gestorben: 1919: Friedrich Ebert wird Präsident des Deutschen Reiches.

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Allen lieben Freunden und Bekannten herzlichen Dank für die mir zu meinem Geburtstage dargebrachten Wunsche

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