Staat von Weimar zu dem Vertragsabschluß bereit finde, die Verpflichtung ableiten bürfen, diesem Staat in Zukunft nicht mehr ju unterstellen», dah sein Wille durch religiöse Parität Religionsfeindschaft bedeute.
Oie Stellungnahme her Parteien.
Inder Aussprache wurde der Vertrag von den Kommunisten und auch von dem Redner der Dolksrechtspartei scharf abgelehnt. Der deutschnationale Redner erklärte, dah seine Freunde starke Bedenken gegen die pvlitischeKlausel hätten und ihre Haltung von der Ausschuhberatung abhängig machen würden. DaS letztere erklärte auch der sozialdemokratische Redner, der bcanftanbete, dah der Grundsatz der Parität bisher auf die Freidenkerorganisationen nicht angewendet worden sei. Der Vertreter der D e u t - schenVolkspartei erklärte, dah verschiedene seiner Freunde dem Vertrage nicht zustimmen: würden. Die Deutsche Dolkspartei wünsche nicht, dah etwa durch die Auslegung des Vertrage-unl ie b s a m e kirchliche Würdenträger gehindert tocrben, sich in der Tagespresse kritisch zu Angelegenheiten der Tagespolitik zu äuhern. Auch die Deutsche Fraktion behielt sich ihre Stellungnahme bis zur Ausschuhberatung vor. Die Redner der Staatspartei, der Wirtschaftspartei und d«S Christlich-Sozialen Volks- d i e n st e S stimmten dem Vertrag trotz einiger Bedenken zu.
Beide Vorlagen wurden darauf dem Hauptaus» schuh >üb erwiesen.
Wiederaufnahme der deutsch - rumänischen Handelsvertrags» Verhandlungen.
Berlin, 9. Juni. (TU.) Die deutsch-rumänischen Handelsvertragsverhandlungen sind gestern in Berlin wieder ausgenommen toorbcn. Deutscherseits werden sie von Ministerialdirektor Posse geführt.
Kunst und Wissenschaft.
fiünfllerempfang im hessischen Slaalsminislerium.
WSR. Darmstadt, 8. Juni. Staatspräsident Dr. Adelung empfing heute nachmittag aus Anlah der Tagung des Reichsverbandes der bildenden Künstler TeutschlandS die hier anwesenden Teilnehmer im Staatsministerium. Er hieb den Reichsverband bildender Künstler im Ramen der hessischen Regierung herzlich willkommen. Der Staatspräsident ging aus das Verhältnis zwischen Kunst, Künstler und Volk in der heutigen Rotzeit ein und erklärte, bei aller eigenen Rot und in allen seinen Sorgen werde der Staat nicht vergessen, dah auch die Kunst und der Künstler seiner Förderung bedürfe. Ich dcrrs, so erklärte Staatspräsident Adelung, sür uns in Hessen in Anspruch nehmen, dah wir es uns in dieser Verantwortung nicht haben leicht werden lajfen, und dah wir uns immer bemüht haben, zu tun was irgend möglich ist. Wir haben uns bemüht, über die uns vom Landtag noch stets bewilligten Mittel hinaus Hilfsquellen zu erschlie- h e n und Helfer zu finden, wo wir nur konnten. Ich darf für das kleine Land Hessen, das stolz ist auf seine Kulturgüter und stolz auf den Ruf, den es aus mannigfachen Gebieten der Kunst errungen und behauptet hat, in Anspruch nehmen, dah eS sich im Vergleich mit anderen Säubern sehenlassen kann. Wir bekennen uns dazu, dah es Dinge gibt, die mindestens so wichtig sind wie das, was sich in Zahlen und statistischen Tabellen ausdrücken lässt, und dazu gehört in allererster Linie die Kunst. Im Ramen des ReichsverbandeS bildender Künstler dankte Professor H o e n e - München sür den Empfang. Prof. Hoene gedachte auch der Katastrophe in München, die von den Künstlern weniger wegen der materiellen Verluste, als wegen des zerstörenden Einbruchs in ihr LebenSwerk beklagt werde. Es sei zu wünschen, dah das allgemeine Mitgefühl zu einer Welle der Begeisterung für die Kunst anwachse.
Aus oller Welt.
Der Hemarque-JUm für geschlossene Veranstaltungen zugelassen.
Berlin, 8. Juni. (ERD.) Der Filmprüfstelle Berlin lag heute der Remarque-Film »ImWesten nichts Reues" nochmals zur Prüfung vor. Der Film wurde auf Grund des durch Reichstags- beschluh vom März im Lichtspielgeseh neu eingefügten Paragraphen 24 zur Ausführung in Deutschland zugelassen. Der Film darf nur in geschlossenen Veranstaltungen von Vereinigungen von Kriegsteilnehmern und solcher Verbände gezeigt werden, die der Friedensbewegung angeboren, oder die internationale Verständigung anstreben.
Die Untersuchung über die Münchener Drandkatastrophe.
München. 9. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der Brandabteilung der Polizei wurden verschiedene Mitteilungen über die vermutliche Entstehungs- Ursache der Brandkataftrophe des Glaspa l a st e s gemacht. Die Polizei prüft diese Angaben gegenwärtig nach, scheint aber bei der Ansicht zu verbleiben, dass höchstwahrscheinlich der Brand auf chemische Vorgänge (Selbstefttzündung der Ma- terialien) zurückzusühren ist. Dieser Standpunkt soll auch in einem Gutachten des Polizeichemikers vertreten sein. Gestern nachmittag wurde mit den Aufräumungsarbeiten begonnen. Abends stürzte ein Teil des ragenden Gebälks am Weftflügel mit großem Getöse ein, wobei zwei etwa 8 Meter lange Teile bis in die Sophienstraße geschleudert wurden.
Qm Namen der Reichsregierung hat Vize- rangier Dietrich folgendes Telegramm an die bayerische Staatsregierung gerichtet: „Die Nachricht von dem unersetzlichen Verlust, den die deutsche Kunst durch den Brand des Münchener Glaspalastes erlitten hat, bewegt d i e Reichsregierung aufs Tiefste. Mit dem Lande Sanem und der Kunststadt München trauert das deutsche Volk um die Werke dieser lebenden Meister und um die ehrwürdigen Schätze der deutschen 2krgangenf)eit." Französisches Indienflugzeug abgeflürjf. Drei lote.
Paris, 8. Juni. (TU.) Wie Companie Air-Orient berichtet, ist zwischen Indochina und Frankreich das verkehrende Postflugzeug südlich von Akyab (Birma) in einen Fluß aestürzt. Die drei Piloten ertranken. Passagiere befanden sich nicht an Bord. Havas fügt hinzu, daß vermutlich doch ein Fahrgast das Flugzeug benutzt und ebenfalls den Tod gefunden habe.
Massenvergiftungen.
Paris, 9. Juni. (WTB. Funkspruch.) 53 bei Dauarbeiten im Bahnhof von Trouville beschäftigte Arbeiter sind an Dergif tun gS e r- scheinungen erkrankt. Einer von ihnen, ein Italiener, ist gestorben. Die Erkrankungen sollen auf den Genuss von vergifteten Lebensmitteln zurückzuführen sein. Es heisst, es sei nicht ausgeschlossen, dass ein Arbeiter auS Rache seinen Kameraden das Essen vergiftet habe.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Giessen, den 9. Juni 1931.
Zatsche Tierliebe schadet!
Eine Bitte an die Daldbesucher.
Alljährlich fallen zahlreiche Rehkitze (Rehkälber) in den Wäldern und Feldern der in diesem Falle unangebrachten Tierliebe der Ausflügler zum Opfer. Die Kitzchen, im allgemeinen setzt das Reh zwei, sind in der ersten Zeit noch zu schwach, der Mutter überallhin zu folgen. Bei der Aufnahme der Aesung entfernt sich die Ricke oft mehr oder weniger weit von ihnen oder zieht sich beim Herannahen von Menschen vorsichtig zurück, während die Kälbchen sich in hohem Grase unsichtbar zu machen suchen. Sulche Tierchen werden nun häufig von Spazier- gänaern gefunden, als „mutterlose Waisen" angesehen und zur nächsten Försterei gebracht oder mit nach Hause genommen. Letzteres ist übrigens als Jagdvergehen strafbar. Auch glauben die unerfahrenen Tierfreunde, das „Fiepen" ober Angst- geschrei der Kitze, durch das sie nur die Ricke auf die ihnen drohende Gefahr lnsttnktiv aufmerksam machen, wäre durch Hunger verursacht, und schon wird versucht, dem Tierchen irgend etwas ganz Un- bekömmliches, wie z. B. Schokolade, Brötchen, Milchkaffee, einzuflößen. Die mitgenommenen oder auf der Försterei abgegebenen Kitzen gehen in den allermeisten Fällen infolge falscher Ernährungsweise — die Muttermilch des Wildes ist eben kaum zu ersetzen — elend zugrunde.
Der Schaden, der alljährlich auf diese Weise dem Rehwild, besonders in der Nähe von größeren Städten, zugefügt wird, ist bedeutend und läßt sich vermeiden, wenn jeder Ausflügler als wahrer Tierfreund sich von etwa ausgefundenen Kitzen, ohne sie zu berühren, sofort entfernt und sie ihrem Schicksal überläßt. Er kann fest überzeugt sein, daß die Ricke bald zu ihren Jungen zurückkehrt, um sie zu säugen und langsam in eine in der Nähe liegende bessere Deckung zu führen. Auch an die Hundebesitzer sei die Bitte gerichtet, gerade in der jetzigen Zeit in Wald und Feld ihre Hunde so zu führen, daß sie sie fest in der Hand haben, denn im Handumdrehen hat sich die Tragödie des Abwürgens eines Kitzcs oder sonstigen Jungtieres, oder die Zerstörung eincs mit Eiern ober Jungen besetzten Vogelnestes ab- gespielt.
Sommerfest
her Gießener Siuhenienschast.
Die Gießener Stubentenschaft unb bie Stubentenhilfe veranstalteten auch in biefem Jahre mieber ein graßangelegtes Svmmerfest in ber Vvlkshalle, bas mit viel Sorgfalt bem Fest- charakter entsprechend außgeftattet war. Diele Gäste — etwa 1400 Besucher wurden gezählt — fanden sich ein, so daß bald ein lebhafter Betrieb herrschte unb eine fröhliche Stimmung sich entwickelte.
Die Jugend, die das Fest beherrschte, widmete sich sofort eifrig dem Tanze. Die Geräumigkeit der Halle bot außerdem die Möglichkeit zu unterhaltsamer Promenade, man ließ sich an Tischen nieder, die sehr geschickt, gleichsam nach „Gärtnerin Art" im Saale untergebracht waren. Eine schneidige Musikkapelle, die Kapelle Rusch, wartete mit guten Darbietungen auf. Aber die Möglichkeiten der Belustigungen erschöpften sich nicht im Tanze, viel- mehr waren eine Reihe von Einrichtungen geschaf- fen, die wesentlich zur Hebuna der Stimmung beitrugen. Eine sehr stark in Anspruch genommene „real american bar“ barg einen kleinen Tanzraum, eine formgerechte „Theke": in der „Texas-Bar" waren Spirituosen greifbar, wie man sie wohl im wilden Westen von USA. liebt, daneben befand sich aber gleich ein Schießstand, an dem der Besucher feine Zielsicherheit beweisen konnte. Zur weiteren Illustrierung knallten hin und wieder wilde Schüsse durch die Halle. Für die wenig kriegerisch gestimmten Gäste war eine Kegelbahn eingerichtet, auf der es um so harmloser zuging. Mit Gummibällen wurde auf dieser Kegelbahn nach Pappekegeln gerollt. Eine Apfelweinbude, von Papierlampions magisch beleuchtet, ein Tombola, Zigarren-Kiosk und Mineralwasserdude fehlten nicht. Für Speise und Trank war reichlich gesorgt.
Das offizielle Programm des Abends brachte zu- nächst einen humorvollen Sketsch von Dr. Ritter, der unter ber Mitwirkung breier Stubenten von Mitgliedern des Stadttheaters (E. W i e l a n d e r , P. Nieren unb Dr. Ritter aufgeführt wurde unb herzlichen Beifall fanb. Heinrich H u b fungierte als Conferencier unb entlebigte sich feiner Ausgabe mit viel Geschick. Das Ehepaar Bä ulke wartete mit einigen Tanzszenen auf unb fanb ebenso herzlichen, wie wohlverdienten Beifall. So gefiel zum Beispiel der Puppentanz von Frau Bäulke, der anläßlich der Aufführungen von „Robert und Bertram" im Stadttheater gezeigt wurde, sehr gut, nicht weniger der groteske Gummitanz von Herrn Bäulke, schließlich aber eine sehr geschickte Jazz- Creation. Schließlich erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt, als eine Clowntruppe unter Leitung von „Direktor Hub" den Saal betrat unb halb von einem Kreis vieler Zuschauer eng umschlossen war. Die Truppe brachte zugleich ben Esel mit, ber sonst srieblich am Flugplatz weibet, unb trieb mit ihm harmloses Allotria. Der Rest des Abends und der frühe Morgen waren dem Tanze gewidmet. Herr Hub und Frl. Ilse Jahn unterhielten in der American-Bar die Gäste mit guten humoristischen Darbietungen.
Die Gesamtleitung des Festes hatte der Vorsitzende der Studentenhilfe, Seine Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Eger, übernommen. Die verschiedenen Einrichtungen hatten die Korporationen geschaffen, die Texas-Bar hatten die Adelphen eingerichtet, Frankonia schuf die Tombola, Hasso-Rhenania zeichnete für die Kegelbahn verantwortlich und die Alemannen hatten die Apfelweinstube in ihrer Obhut. Die Herren Referendar Schmidt, stud. Knier unb Haupt hatten sich für bie humoristische Szene zur Verfügung gestellt unb erwiesen sich babel als »ehr geschickt. Die musikalische Leitung lag in Hän- ben von cand. med. Rusch. Die Vorarbeiten unb ben Aufbau erlebigte unter ber Mitwirkung ber Korporationen cand. med. ff r eie.
Das Fest, dessen Reinertrag ber Gießener Studentenhilfe zufließen soll, nahm in allen Teilen einen wohlgelungenen Verlauf.
Taten für Dienstag, S.Iuni.
68: der römische Kaiser Nero endet durch Selbstmord; — 1672: Zar Peter in Moskau geboren; — 1870: der englische Dichter Charles Dickens auf Gadshill Place bei Rochester gestorben; — 1884: Grundsteinlegung zum Reichstagsgebäude in Berlin.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag. Technischer Verein: Monatsversammlung im „Augu- ftiner". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Königin einer Nacht".
— Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Das Ensemble-Gastspiel Lottina Baart, E. L. Franken und Kurt Unser wird am Dienstag, 16. Juni, als 4. Vorstellung im Sommerabonnement mit einer Aufführung der Tragödie „Nju" von Ossip Dymow die Reihe der Gastspiele der Sommerspielzeit fortsetzen. Das Gastspiel beginnt um 20 Uhr. Es gelten ermäßigte Sommer- preise.
— Die Oberheffische Gesellschaft für Ratur - und Heilkunde (Raturwiften- schaftlichc Abteilung) veranstaltet am morgigen Mittwoch. 20.15 älhr, im Hörsaal des Chemischen Laboratoriums (Ludwigstralsse 21) einen Vortragsabend. Als Redner sind Dr. med. h. c. Fritz SieII, München, und Dr. Derek, Wetzlar, gewonnen. RähereS in der heutigen Anzeige.
— Vortragsabend mit Schaukochen. Die S)au3fraucnberahmg Giessen veranstaltet in Verbindung mit der Firma ©ebr. Roeder AG. (Darmstadt) am Donnerstag, 11., und am Freitag. 12. Juni, 20 Llhr im Cas6 Leib, je einen Vortragsabend mit Schaukochen. Zugleich wird mit diesen beiden Veranstaltungen eine P or» zell an - Sonder aus st ellung verbunden fein. Ausserdem werden fünf gedeckte Tische gezeigt (Kaffeetisch, Teetisch, Dowlentisch, Jung- gesellentisch und eine Hochzeitstafel), die die besondere Aufmerksamkeit der Frauen finden dürften. Schliesslich ist eine Verteilung von Rezepten und Kochproben vorgesehen. Hausfrauen, die sich für neuzeitliche Küche und für Tischkultur interessieren, werden manche Anregung erhalten. Rä» heres in der gestrigen Anzeige.
•• Vom Botanischen Garten. Aller Voraussicht nach wird Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abend die „Königin der Rächt" im Kakteenhaus des Botanischen Gartens blühen. Räheres wird in den Abendstunden an den Eingängen des Botanischen Gartens (Brandplatz und Senckenbergstrasse) durch Anschlag und Plakat mitgeteilt werden. Das Kakteenhaus wird an den Abenden, an welchen die „Königin der Rächt" blüht, von 20 Uftr ab geöffnet sein.
** (Ein Fünfundsiebzigjährlger. Der Schuhmachermeister Georg Wink, wohnhaft Am Nahrungsberg 18, feiert heute in geistiger unb körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag.
*' P f er delotterie - Gewinne sind abzuholen! Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sind noch verschiedene Gewinne der letzten Pferdelotterie nicht abgeholt worden. Die Inhaber der Gewinnlose seien darauf aufmerksam gemacht, dass die Gewinne bis zum 2 5. Juni ab» geholt sein müssen, da nach diesem Zeitpunkt jeder Anspruch daraus verfällt.
' Volkstümliche Rheinsahrt. Wie uns vom Hapag-Reisebureau Giessen mitgeteilt wird, findet in diesem Jahr nur eine volkstümliche DHeinfahrt am Sonntag, 26. Juli, statt. Der Preis ist auf 11,50 Mark herabgesetzt bei einer Anzahlung von 6 Mark. Die Abfahrt mit dem Sonderzug erfolgt um 6.32 Uhr mit Haltestellen in Grossen-Linden, Lang-Göns, Butzbach, Bad-Rauheim und Friedberg. Für die Rhein» fahrt ab Mainz ist ein Sondersalondampfer gemietet. Für Musik, Tanz und Unterhaltung ist Sorge getragen. Sowohl in Rüdesheim, als auch in Assmannshausen und Koblenz ist ein Aufenthalt von je über zwei Stunden vorgesehen, so dass den Teilnehmern Gelegenheit geboten ist, das Riederwalddenkmal, sowie die Winzerstuben in Rüdesheim und Assmannshausen zu besuchen. Auch in Koblenz ist genügend Zeit vorhanden, um dem Deutschen Eck, dem Weindorf usw. einen Besuch abzustatten. Der Sonderzug trifft um 22.16 Llhr wieder in Giessen ein. (Räheres siehe im heutigen Anzeigenteil.)
** EntflohenerStrafgefangener. Der 31jährige Willi S cf) n i e b aus Dresden, der im Zuchthaus Marienfchloß bei Butzbach eine Strafe zu verbüßen hatte unb erst im April bes nächsten Jahres entlassen werben sollte, würbe mit Außenarbeiten beschäftigt unb entfloh gestern bei biefer Gelegenheit. Die Nachforschungen nach bem Flüchtling sind im Gange.
Tagung her oberhessischen Saniiäts- kolonnenführer.
& Schotten, 8. Juni. Für die Freiwilligen Sanitätskolonnen vorn Roten Kreuz in Oberhessen fand gestern in unserer Kreisstadt ein Aerzte - und Führer- t a g statt, der einen sehr guten Besuch aufwies. Don 16 Kolonnen hatten 14 insgesamt 83 Teilnehmer entsandt. Vertreten waren die Kolonnen Bad-Rauheim, Gießern Alsfeld, Homberg a. d. O., Butzbach, Echzell, Friedberg, Ridda, Hungen, Leihgestern, Lauterbach, Laubach, Gedern und Schotten.
Der Provinzialinspekleur, Sanitätsrat Dr. Hahn (Bad-Rauheim), der die Verhandlungen leitete, tonnte außer den Teilnehmern als Gäste Kreisdirektor Dr. Iann, Bürgermeister Menge!, den Kommandanten der Schotten er Freiwilligen Feuerwehr Stang, den Vorsitzenden vom Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz, Geheimrat v. H a h n (Darmstadt) begrüßen, ferner als weiteren Vertreter des Hauptvorstandes des Hessischen Landesvereins, Generaldirektor Heim (Offenbach a. M.).
Mit lebhaftem Interesse wurde zunächst ein Lichtbildervortrag von Fabrikant Willi Frankl (Offenbach a. M.) über „Gas- und Wasserrettungsdienst und Wiederbelebung" verfolgt. Der Redner behandelte eingehend at- tuelle Fragen des Wasser-, und insbesondere des Gasrettungsdienstes und fand für seine lehrreichen Ausführungen starken Beifall. Dem Vortrag folgte eine rege Aussprache, die ergab, welch große Bedeutung man heute allenthalben dem Gasschutz beimiht. äl. a sprach auch Geheimrat v. H a h n, der der Tagung die Grüße des Landesvereins vom Roten Kreuz überbrachte, und Mitteilen konnte, dah ähnliche Vorträge in allen hessischen Kolonnen in Aussicht genommen sind.
Die für die Sanitätsmannschaften in Hessen gültigen Bestimmungen über Haftpflichtund Unfall behandelte Kolonnenführer Kratz (Gießen) in einem anschaulichen Referat. Die Aus
führungen des Redners und die Im Anschluß art den Vortrag von Geheimrat v. H a h n gegebenen ergänzenden Erläuterungen wurden von den Kolonnenführern als wertvolle Anleitung für dis Handhabung der gesetzlichen Bestimmungen dankbar auf genommen.
Eine längere Aussprache entspann sich übet die Frage, wie die einzelnen Kolonnen die Beträge für verbrauchtes Material und für Transporte einbringen und wie sich die Krankenkassen hierzu stellen. Zur Klärung der vorgebrachten Einzel» fälle trugen erläuternde Ausführungen von Stang. Schotten, wesentlich bei, die dieser in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Kreiskrankenkasse machen konnte.
Einen Einblick in die vielseitige Tä tigkei« des Roten Kreuzes in Hessen gab ein von Geheimrat v. Hahn erstatteter Bericht, der mit interessantem Zahlenmaterial belegt tourbc, So ist die Zahl der ersten Hilfeleistungen von 15 899 im Jahre IMS auf 25 732 in 1930 gestiegen. In noch höherem Masse wuchs die Zahl der Krankentransporte an, die mit über 8000 in 1930 fast das Dreifache von 1928 betrug.
Mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde die Mitteilung, daß die Hauptversammlung des Hessischen La nde s ve r e i n S vom Roten Kreuz, die bisher immer in der Landeshauptstadt zusammentrat, in diesem Jahre am 18. Oktober in Gießen stattfinden soll.
Für die erfolgreiche Ablegung der in Heften seit zwei Jahren eingeführten Führerprüfungen gab Geheimrat v. Hahn beachtenswerte Anleitung, ebenso für die Durchführung deS bevorstehenden Rotkreuztages, der nut dann zu einem vollen Gelingen führen könne, wenn eine gute Vorbereitung und Werbung fror» ausgegangen sei.
Als Ort der nächstjährigen Führertagung tourde fron der Versammlung B ad-Rauheim bestimmt. Es ist jedoch möglich, dah die nachträgliche Meldung von Homberg a. d. O. vor Bad-Rauheim Derücksichttgung findet.
Rachdem Kreisdirektor Dr. Iann und Bürgermeister Mengel aus die Bedeutung der Sanitätskolonnen für die im Vogelsberg heimisch! gewordenen Grohsportveranstaltungen hingewiesen und für die Wahl der Vogelsberger Kreisstadt zum diesjährigen Tagungsort herzlichst gedankt hatten, schloß Profrinzialinspekteur Sani» tätsrat Dr. Hahn die anregend verlaufene« Tagung mit einem Dankeswort an die Redner des Tages und die gastliche Stadt Schotten/
Bei einer Hebung, die am Rachmittag am! Steinbruch Lind stattfand, stellte die Kolonne Schotten ihr Können unter Beweis. In der Krittk fand sie denn auch die Anerkennung des Iw- spekteurs.
Die Wetterlage.
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©woixenios. ® neuer. (>naiD Dedeent® wollt ig. • oet/tcxi Oegttt * Schnee a Graupeln, b mcdci K Gewitter.(§)Wind$iilie.<s s«hr eienter Ost massiger Südsüdwest. q stürmischer nordwesl Oie »feile fliegen mit dem Winde. Die oei den Stationen stehenden Zat» een geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleiche^ auf neeresniveau umgerezhnete- Lufldruca
Wettervoraussage.
Die Reihe der vorüberziehenden Störungen ist noch nicht beendet. Der gestern über der Nordsee gelegene Wirbel ist bis nach Polen hin weiter- gewandert und hat durch den Zustrom kühler Luft an seiner Rückseite über dem Festlande Luftdruckanstieg gebracht. Aber über den britischen Inseln ist ein neues Tiefdruckgebiet im Anzug und ver- ursacht dort bereits vielerorts Regen. Mit feinem Vordringen auf das Festland tritt vorerst Erwärmung ein. Wenn auch der Himmel sich vorüber- gehend aufheitern dürfte, so wird doch durch die feuchtmilde Ozeanluft wolkiges Wetter vorherrschen, wobei auch zeitweise Regenfälle niedergehen. Im ganzen behält die Witterung ihren unbeständigen Charakter bei.
Aussichten fürMittwoch: Bewölkt, später mehr bedeckt, wärmer, zeitweise Regenfälle.
Aussicbten für Donnerstag: Wechselnd wolkig, wieder kühler, noch Schauer.
Reisewetterdienst
der amtlichen Wetterdienststelle Gießen.
Garmisch-Partenkirche n: Heute morgen 12 Grad, Temperaturverlauf feit gestern: milde Rächt, Witterung heute morgen: Rord» wind, halb bis ganz bedeckt, Verlauf seit gestern; meist trübe.
K o n st a n z: 10 Grad, milde Rächt, Südwest- wind, heiter bis halb bedeckt, gestern Dauerregen.
Westerland auf Sylt: Gestern 10 Grad, der Jahreszeit angemessene Temperaturen, Rvrd- vstwind, Witterung heiter bis halb bedeckt.
Swinemünde: 14 Grad, gestern vorher' schend kühl, Südostwind, halb bis ganz bedec heute morgen meist trübe.
Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschei
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