Ausgabe 
9.3.1931
 
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jus dem Wasser hervor. Nach einer Meldung des "Lester Lloyd haben 9 bis 16 Personen das Leben eingebüßt. Unter den Toten befinden sich drei Sträflinge, deren Begleitmannschaft ebenfalls ertrunken sein soll.

Schweres Erdbeben in Süd-Serbien.

Südserbien wurde von einem schweren Erdbe­ben heimgesucht. Tie Erdstöße dauerten übereine Stunde. 21m schwersten betroffen wurde die Gc- gend südlich von S k o z l j e. Das Dorf Pirava wurde dem Erdboden gleichgemacht. Tis jetzt hat man dort 1 9 $ote unb 22 Schwer» verletzte geborgen Die Zahl der Opfer dürfte sich jedoch noch bedeutend erhöhen, da mit vielen Ortschaften die Drahtverbindungen voll­kommen unterbrochen sind, und man daher ohne jede Nachricht von dort ist. Die Dörfer Karad- ievo, Udvvo, Tragaz, Mirowze und die Stadt Dalandovo wurden zam größten Teil z e r st ö r t. Die Bahnhöfe von Demirkapu, Udovo und Mi- rovze wurden in Trümmer gelegt. Die Eisen­bahnbrücke über den Wardar stürzte in den Fluh. Der Verkehr mit Athen ist unterbrochen. Die De orten haben Hil Sex' e. t onen organi­siert und an die Bevölkerung Zelte verteilt. Der König und Ministerpräsident Siwkowitsch sind in das Crdbebengebiet abgereist, um sich von dem Umfang ter Katastrophe selbst zu überzeugen. Der König ordnete an, daß alle Soldaten aus Süd-Serbien sofort beurlaubt werten, damit sie ihren Familien bcistehen können.

Grohfeuer in London.

Ein riesiges Feuer, wie es London seit Zähren nicht erlebt hat, hat am Samstag ein sechsstöckiges Lagerhaus gegenüber dem Tower auf der anderen Seite ter Themse mit allen Vorräten, die hauptsächlich aus Teer und Gummi be­standen, vernichtet und einen Schaden von mindestens 8 Millionen Mark verur­sacht hat. 3n kürzester Zeit waren die oberen Stockwerke ein Opfer der Flammen, lieber 1100 Feuerwehrleute wurden zur Bekämpfung des Feuers aufgeboten. Trotzdem stürzten bald die Mauern des Hauses ein. Ein dichter Bauch, wie er bei Gummibränten sich entwickelt, hüllte die ganze Umgebung ein. Ein äußerst gefährlicher Augenblick entstand, als ein eiserner Lade­kran vom Dache herunterstürzte. Er verfehlte mit knapper Bot ein vor dem Lager­haus auf der Themse liegendes Schiff, das wegen des nebligen Wetters nicht fortgeschleppt werten konnte. Die Feuerwehren bekämpften das Feuer mit Gasmasken, was aber nicht verhindern konnte, daß trotzdem viele Feuerwehrleute durch die gifti­gen Dampfe betäubt wurden. Sämtliche Feuer­spritzen, die verfügbar gemocht werten konnten, wurden zur Bekämpfung des Feuers.au'geboten: es dauerte indessen biete Stunden, ehe man des Feuers einigermaßen Herr werten konnte.

üochknnstansstellung und Relchs-Gaslwirismesse.

Auf ter vorn 14. biS 19. März in den Berliner Ausstellungshallen am Kai er dämm stattfinten- ten Kochkunst-Ausstellung und 9. Re'.ch'gasttvirt- tue 'e, die von Reichsminister Dr.h. c. S chiele, dem Protektor ter Kochkunst-Ausstellung eröffnet wird, werten neben der in ter größten Ausstel­lungshalle I untergebrachten Leistungsschau der gastrvnomi schen Lieferindustrien führende Berliner Hotels. Restaurants, Siadt- küchen, Küchenmeister und Köche die Leistungs­fähigkeit und internationale Geltung dec Ber­liner Küche in tägl'ch wechselnden Schauge- richtcn öffentlich unter Beweis stellen. Der in­ternationale Verband der Köche bringt eine Son- terschau, die sich mit der Diätküche in allen ihren Formen befaßt. Auch der Zweckverband ter Bäckermeister ist mit einer SonderschauUnser tägliches Brot" vertreten. 3n der Halle ter Hausfrau findet ter große Koch- undBack - Wettbewerb statt, ter an nicht weniger als 250 Kochherden zum Austrag kommt.

Tödlicher Ilnglückssall im Eisenbahnheizwerk.

3n den Heizräumen des Dahnbetriebwerkes am Berliner Bahnhof Grünewald ereignete sich ein folgenschweres Unglück, das den Tod eines Mannes zur Folge halte. Während das Be­dienungspersonal der Kessel bei der Arbeit war, drangen plötzlich aus ter Feuerung große Dampfmassen heraus, wodurch ter Maschi­nist Hacker so schwer verbrüht wurde, daß er auf der Stelle starb. Der Heizer Heise erlitt schwere Verbrühungen und mußte in ein Krankenhaus geschafft werden. Man nimmt an, daß ein Wasserrohr platzte, so daß das Wasser in die Feuerungsanlagen geriet und dann infolge der enormen Hitze als Dampf durch die Feuerungstüren herausströmte.

Aus Oer provuizialbauptstoOt

Gießen, den 9. März 1931.

Alaffenerwerbslosigleit und IMd idung.

Von Waller Hegar, Leiier der Volkshochschule.

3n Ar. 44 desGießener Anzeigers" behandelt Dc. Hertha Siemering die volksbildnerische Be­treuung der jugendlichen Erwerbslosen. Sie sieht die Hauptausgabe in der arbeitsmarktpolitisch bestimmten Arbeitserziehung, also l«eruflicher Schulung, Fortbildung und Umschulrmg. Als be­deutsamen Sonderfall hebt sie heraus die Um­schulung Zugendlicher für die Landwirtschaft, wo­von planmäßiger Ersatz der ausländischen Wan­derarbeiter, Aussiedlung überzähliger Grotzstadt- existenzcn, neue Ostkolonisation zu erhoffen fei. Hierauf gibt sie eine Uebersicht über eine Reihe weiterer Veranstaltungen wie beruflicher Schu­lung von arbeitsmarktpolitifch zweifelhafterem Wert, allgemein-bildender Unterrichtslurse und Pflichtarbeit. Sie schlicht ihre Ausführungen mit folgendem Urteil über Veranstaltungen wie Turnen, Wanderungen und verschietenarttge Un­terhaltung:Gewiß ist jede Form ter Arbeits­erziehung für die beschäftigungslose 3ugend wert­voller. Doch Werkstätten und Fachlehrkräfte stehen nicht überall zur Verfügung... Wenn die arbeitslosen Zugendlichen nicht allen Glauben und allen Halt verlieren sollen, so muh ihnen eben irgendwie von Menschen, die für sie da sind, bewiesen werten, daß man sie als wertvolle Mitglieder ter menschlichen Gesellschaft aner­kennt."

Diese Sätze berühren das kulturpolitische Pro­blem ter andauernden Massenarbe, tslosigkcit überhaupt, das sich in dem ter Erwerbslosig­keit ter Zugendlichen nicht erschöpft. Wir haben dem Gefühl ter Zsolierthcit bei ter Masse ter Arbeitslosen entgegenzawirken, und das kann nur durch Veranstaltungen geschehen, die vor­handene geistige Bedürfnisse befriedigen. Da

Arbeitserziehung, Derussschu'u g Fvriii'^ung und Umichulung z^ne.-mend an Sinn cinüu ,cn, je älter ter Arbeitslose ist und je länger cs an Nachfrage nach Arb isiir-ften mangelt, so ist auf diesem W.g ein erheblicher Teil ter Arbeitslosen nicht zu erfaffen. Aver auch all- gemcinbiltente Vollshochsch' lturse uni) Frei­zeiten lösen das Masicnprobiem nicht, weil sie nur geistig besonders Lebendige, Nachdenklame und Strebsame fördern können. Dagegen wird es bis zu einem gewissen Grad gelingen, die erwerbslosen Massen, die im Ku turcutAr­beit" auch den geistigen und gefühlsmäßigen Zusammenhang mit ter Gesamtheit verlieren, vermittels ter er des geistig n Masscnkon- sums an die Gcsamlh-eit wieder ar.z is' ließen. Die psychologischen Wirkungen der Austestung aus dem Produktionv rozest sind mir dadurch eini­germaßen auszuglei-,en, daß dem Arbei.slosen ter Weg zu gesteigerter Teilhate an den voiks- tümlichen nichtw rischafl.ichen Äufturi item ge­ebnet wird. Es hantelt sich also um eine dring­liche kulturpolitische Erginzung ter Sozialpolitik, eine Ergänzung, die, wie die U^erftütjung den notdürftigen physischen, ihrerfeiis ten notdürf­tigen geistig-seelischen Lebensunterhalt tes Ar­beitslosen ermöglicten soll.

3n Gießen wurde in diesem Sinn zunächst eine von etwa 900 Erwerbslosen besuch Kuliursilm- oorführung veranstaltet. Anschließend fanden ge­meinsame Besprechungen zwis' en ter Volkshoch­schule, dem Arbeitsamt und Erwerbslosen statt, die sich als Helfer in ten Dienst ter Veranstal­tungen gestellt haben. Der Vertreter ter Volks­hochschule berichtete über eine an ten Herrn Ober­bürgermeister gerichtete Eingabe: außerdem teilte er mit, daß bereits eine Reihe von Vereinen ihrs Kräfte zur Verfügung gestellt haben. Die antoe- senten Erwerbslosen waren einmütig ter Auffas­sung, daß in Anbetracht ter allgemeinen Wirt­schaftslage zu ten in erster Linie geplanten Thea­tervorstellungen, Chor- und Znstrumentalkonzcr- ten und Filmvorführungen ein kleines Eintritts­geld erhoben werten solle. Dadurch würde ein Teil der Unkosten von ten Besuchern selbst ge­deckt. Da im übrigen ein sehr erhebliches öffent­liches 3ntereffe an den Erwerbslosen Veranstal­tungen besteht, ist zu hoffen, daß sich die maß­gebenden Stellen nunmehr zu einer Förderung tes U- nehmens entschließen. Wie stark das 3nt.resse unter ten Erve bölosen selbst ist, geht te.uu» .,zrDor, daß innerhalb dreier Tage be­reits 900 Einzeichnungen in die auf dem Arbeitsamt aufliegenten Listen erfolgt sind.

Eingehend wurde ferner die Einbeziehung der Zugenolichen in die Arbeit beraten. Es wird be­absichtigt, in Verbindung mit ter Berufsschule freiwillige Zugcndkrcisc zu bilden. Auch wurden Kurse für Hauswirtschaft und Kinderpflege in Aussicht genommen, für die unter den weiblichen Erwerbslosen starkes 3nleresse vorhanden ist. Auch für diese Veranstaltungen dürfte nach Er­fahrungen, die anderorts gemacht Worten sind, mit besonders starkem Besuch zu rechnen sein.

Daten für Dienstag, 10 März.

Sonnenaufgang 6.28 Uhr, Sonnenuntergang 17.54 Uhr. Mondaufgang 1.24 Uhr, Monduntergang 8.45 Uhr.

1776: Königin Luise von Preußen in Hannover geboren; 1788: der Dichter Joseph von Eichendorfs in Lubowitz geboren.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Oeffentlichcr Lichtbild-Experimentalvortrag über Astrvlvc e", Kunstwissenschaftliches 3nstitut, Lud- wigstrahe, 20 Uhr. FGF.: Monatsversamm­lung bei Dippel. Lichtspielhaus Bahnhof­straße:Die Faschingsfee".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 20 Uhr, zum ersten Male das VolksstückFeurio!" von Bernhard Blume. Spielleitung Peter Fassott. Samstag, 14. März, 20 Uhr, im Freitag- Abonnement einmaliges Gastspiel tes be­kannten Berliner Komikers Max Adalbert mit seinem Berliner Ensemble. Es wird für lange Zeit eines seiner letzten Gastspiele in ter Provinz fein. Seine mehrjährigen Filmverpflichtungen werden ihn nicht mehr zu einem Auftreten in ter Provinz kommen lassen. Sein diesjähriges Gastspiel bedeutet also gewissermaßen einen mehr­jährigen Abschied. Es st dem großen deutschen Provinzpublikum nur noch anläßlich ter jetzigen Gastspielreise Gelegenheit gegeben, Max Adal­bert auf ter Bühne zu sehen. Zehnerkarten haben diesmal keine Gültigkeit. Für Abonnenten er­mäßigte Operettenpreise, sonst Operettenpreise.

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** Vom Zuge ndherbergswerk in Oberhessen. Die Ortsgruppe Gießen tes Reichsverbantes für Deutsche Zugendherbergen teilt uns mit: Der Ausbau ter neuen Zugend- Herberge in Lauterbach, die idyllisch am wal­digen Hang unmittelbar oberhalb tes Schwimm­bades liegt, macht rüstige Fortschritte. Am 1. April soll sie den jungen Gästen zur Verfügung stehen. Sie wird zwei Tagesräume, Kochgelegenheit, Waschraum und drei Schlafräume enthalten und 35 bis 40 Lagerstätten bergen. Das Haus, in dem sich außerdem die Wohnung tes Herbergsvaters befindet ist dem Zugendherbergsverband von der Stadt Lauterbach in entgegenkommender Weise freigemacht und zum Betrieb einer Herberge über­lassen worden. Die Einweihung ist für den 3. Mai in Aussicht genommen.

" Musikalisch ePassionsfeier. In ter Stadtkirche fand gestern abend, veranstaltet von ter Männer- und Frauenvereinigung ter Matthäusgemeinde, eine musikalische Passionsseier statt, die für die Besucher zu einer eindrucksvollen Feierstunde wurde. Als Mitwirkente hatten sich Frau Elfriede Fischer (Cembalo), Fräulein Emily Horst (Sopran), Fräulein Hanna Kell- n er (Alt), Musiklehrer Franz Bauer jun. (Solo-Violine), Stadtorganist Heinz Simon (Orgel) und das Kammerorchester der Dolkshoch- schule Oberhessen unter Leitung von Musiklehrer Franz Bauer zur Verfügung gestellt. Zn er­hebender Weise wurden Tonwerke von Max Re­ger. Gottfried Hch. Stölzel, Pietro Locatelli, Hch. Schütz, Gg. Ph. Telemann und Felix Wohrsch zu Gehör gebracht, die sämtlich auf die Passions- zeit eingestellt waren. Zwischen die Darbietungen der Äünftlcr waren Schriftverlesungen aus dem 23. Kapitel Lukas und Gebet von Pfarrer Mahr, sowie Gesang ter Gemeinte eingeglietert, so daß die Besucher in allen Teilen des Abends einen stimmungsvollen und erbaulichen Gottesdienst er­lebten. Den Künstlern gebührt für ihre aus­gezeichneten Darbietungen vollste Anerkennung. Leider wies die Feier nicht den starken Besuch auf, ten man ihr wegen ihres vortrefflichen Gehaltes gewünscht hätte.

,e ZeichenausstellungdesRealgym- nasiums. 3m Zei ieniaa. tes R a.g im. a iums wa en in de; Tagen ix> n Frc.a; bis zu n Sonn- :ag d.e Zei .iune.T der Schäler des -cealghrn: a- iiums ausgestellt. Auf ten Tischen war eine große Fälle der im Deegan :cnen Schuljahre gefertigten Zeichnungen und Zeichenübungen auSgcbreilct. Bo. ter ein'ach'.en Arbeit tes jüngsten Schülers bis zum Oc bild teS Reiferen war alles vertreten. Aus vielen dieser Zeichnungen sprach ter Kamps, ten die weniger Begabten mit ter Farbe, mit ter Fo.m und dem Gegenstand ter Darstellung an sich au zFechien hat en, zugleich aber auch die ernst­hafte Bemä'ung um die Erfassung ter darzu- stellenden Di:ge. Da ten Schülern zum großen Teil die Wahl freigestellt war, das oarzustellen, was ihren Wünschen c.t.prach, sah man die ver­schiedensten Di.ge von kindllchcr Anschauung durchdrungen. Mit großer Aufmerksamkeit dürsten die Besucher besonders die Arbeiten ter älteren Schüler in Augenschein geno nmen haben, vor allem deshalb, weil sich darunter Bersch edenes befand, das ter ernsthas.en De rach ung wert war. Völlig aus dem Rahmen tes Schulmühigen fielen die Arbeiten von Karl-Heinz Z i s s e l e r. Von ihm waren einige Bilder zu sehen, die mit großer Freute erfüllen muh en. DasBo-austädtchcn" und das .Motiv aus Pa sau" zeugten von großer Reise nicht nur in ter Ausfassung des Landschaft­lichen, sondern auch in ter Fartebehcrndlung. Einige kleinere Anbeiten desselben Schü ers stellen eine sichere Eigenart unter Beweis. Neben ihm verdienen noch die Namen der Schüler Kröm- melbein, Ernst August Weyl, Fröhlich.Er­hard Waag, Walter Decker (einige geschickte nattiralistische Aguaralle und Federzeichnungen) und Wolfgang Hellwig genannt zu werden. Aus verschiedenen Arbeiten einiger Schüler, so wie sie zeitlich aufeinander olgtc, konnte man die verständnisvoll fördernde Hand <'.& Lehrers, ter dem einzelnen Raum zur eigenen Entwicklung ließ, erkennen.

Folgenschwerer Sturz vom Fahr­rad. 21m Samstagnachmittag ftürz.e der 33 Zähre alte Maurer Wilhelm Menz aus Reinhardshain, während er sich auf seinem Fahr­rad unterwegs nach Grünberg befand, in der Nähe von Grünberg so Unglück ich vom Rade, daß er einen Schenielhalsbruch erlitt. Der be­dauernswerte Mann, testen Verletzung als schwer angesehen werten muß, wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen nach der Chirurgischen Klinck verbracht.

Grasbrand auf dem Trieb. Am Sonnbag gegen 13.40 Uhr rückte die Feuerwache nach dem Trieb aus. Eine Grasfläche von etwa 2000 Quadratmeter im nördlichen Teil tes Triebs war in Brand geraten. Die Feuerwchr- mannschaft konnte des Feuers bald Herr wer­ten, indem sie die Flammen ausschlug. Nach etwa halbstündiger Tätigkeit konnte die Wache wie­der ai. rüden.

** Verlorene Gegen st and e. Das Ver­zeichnis über die im Monat Februar gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der An­schlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs- berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbureau wahrend der Dienststunden geltend zu machen.

Oderbessen.

Landkreis Gießen.

-o- Großen-Linden. 6. März. Nachdem die Dolkshochschularbeit in unserer Ge­meinde während ter ersten Nachkriegsjahre einen beachtlichen Aufschwung erlebt htete, wurde sie in diesem Winter durch Anregung ter Volkshoch­schule Oterbef.cn, Sih Gießen, to eter neu belebt. 3n einer Vortragsreihe sprach Dr. med. Ma - l e ch (Di ßen» eingehend über die Grundlagen einer gesunden Lebensführung, behandelte Fra­gen ter Ernährung und ter Wohnungshygiene, ter Haut- und Körperpflege, ter Leibesübungen, und ze'gde, wie unter Vermeidung von Uebertrei- bungen und Einseitigkeiten die Abwehrkräfte tes Körpers im Kampfe gegen Krankheiten, besonders auch im Kintesalter, gestärkt werden können. Der stets wachsende Hörerkreis ließ erteimen, daß die Veranstaltung, für die auch die Gemeindeverwal­tung einen Kredit eröffnet hatte, regen Anklang gefunden hat. Es soll daher auf Wunsch und un­ter Mitwirkung ter Freunde und Anhänger ter hiesigen Volkshochschule, unter Anlehnung an die Gießener Zentrale, im Spätherbst ein Vortrags- plan aufgestellt werden, der sich aufs engste den örtlichen Bedürfnissen anpaßt.

! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 6. März. Nachdem der Schnee nun überall ver­schwunden ist, läßt sich ein vorläufiges Bild tes Standes unserer Felder geben. Die Bodenfeuchtigkeit dürfte überall sehr reichlich sein; denn die Niederschläge im letzten Winter waren erheblich größer, als in den vergangenen Zähren. Die Winterfrucht steht nicht besonders gut. Vor allem zeigen sich jetzt die Schäden, die die Mäuse verursacht habem Der Weizen, auch das Korn, haben an vielen Stellen schwer ge­litten. Man trifft vielfach Anstalten, an Stelle tes auggegangenen Winter Weizens Sommer­weizen nachzusäen. Zm allgemeinen war ter Ertrag dieser Fruchtart in den letzten Zähren, auf mittelschweren Böten, gut, wenn auch die Ernte nicht so reich ausfiel, wie bei ter Winter­frucht. Doch mühte die Aussaat bald beginnen, damit die Reife nicht allzu spät eintritt. 3m übrigen hoffen die Landwirte, daß sich die Winter­frucht doch noch bestocken wird. Der Schaden auf den Kleeäckern ist allerdings recht be­trächtlich. 'Aus vielen Feldern sind die grünen Kleebüschchen ganz verschwunden. Die Schädlinge selbst, die Feldmäuse, haben in ten letzten Wochen stark abgenommen. Während der starken Fröste sah man sie noch überall laufen, jetzt sind sie seltener geworden. Hier und da fangen die Landwirte mit dem Pflügen und Unterbringen des Stallmistes an.

Lich, 6. März. 3m HotelHolländischer Hof" "and die ordentliche Generalversammlung tes GesangvereinsRothscher Männerchor" statt. 3n dem Jahresbericht, ten der Schrift­führer 3ulius Schorn erstattete, kam u. a. die rege Tätigkeit, die ter Verein im verflosse­nen Zahre entfaltete, zum Ausdruck. Znsbeson- tete die sehr häufige Mitwirkung bei auswär­tigen Festen und bei lokalen Veranstaltungen, die stets von Erfolg begleitet waren. Dies ver­dankt ter Dere n in erster Linie seinem Chor- meister Lehrer Stein in Lich. 3m Mittelpunkt ter Generalversammlung stand die Besprechung über die Abhaltung der 40. 3ubiläumsfeier. Der Kassenbericht des Rechners Zen sch zeigte ein gutes finanzielles Ergebnis. Zhm wurde Ent­lastung erteilt. Daß die geschäftliche Leitung in bewährten Händen liegt, beweist di« einmütige

Wiederwahl des gesamten Vorlandes. Mi: einem Schl.ßchor wurde In den gemüt.ichen Teil ein* ge r en.

Preußen.

Hrcis Wetzlar.

Wetzlar, 8. Marz. (WSN.) Vor einigen Ta­gen setzte ter Pächter tes in tei Nähe von Wetz­lar gelegenen Hofgutes Hermannf.e.n ten Preis für die Don Ihm nach Wetzlar gelieferte Milch auf 22 P' herab. Die übrigen Produzenten unk» ter Milchhantel von Wetzlar antworteten auf diese Maßnahme durch eine Reduzierung des Milchpreises auf 18 Pfennig.

Kreis Marburg.

WSN. Marburg, 8 M rj. Beim Absuchen ter 2abn nach den Leichen ÄDeicr mit ihrem Falt­boot t dlich verunglück er Studenten c-cignete sich am Freitag miete, um ein B o o t s u n s a 11. Zwei junge Burschen aus Wehrda, dir mit einem Falt­boot die Lahn te'ahren hat en, um nach ten Lei­chen zu suchen, kivvten nicht weit vor ter Un­glück! stelle um und stürzten In die immer noch sehr hochgehente Lahn. Sie tonn'en ater vom User aus mit einiger Mühe vor dem Tode teS Ertrinkens gerettet werden. Frei agnachmi tag be­merkte ein junger Marrn aus Wehrda vor der Lahnbrücke unweit ter Unglücksstelle aus einen Hellen F eck auf dem Grunde ter Lahn n~ten dem Brückenpfeiler. Bald darau' konnte man fest stellen, daß es sich um die Leiche tes verunglück! en Stu­denten Zürgen R 5 w e r aus Berlin hantelt, die man dann von einem Doot aus bergen konnte.

1,7 M llionen Mark Defizit im Darmstädter Haushalt.

WSN. Darmstadt, 7.März. Bei einem Presseempfang teilte der Darmstädter Ober­bürgermeister Dr. Mueller mit, daß das städtische Defizit, hauptsächlich infolge ter WohffchrtscrwerbSlosenkosten. voranschlags- mäßig 1,7 Millionen Mark beträgt, und zwar un'cr Berücksichtigung der erhöhten Bier- und ter Bürgersteuer. Hinsichtlich tes Zuschusses zum Lantesthcater bemerkte ter Oberbürger­meister, daß die Stadt voraussichtlich mehr zah'cn müsse, als bisher. Der Verlust des Pädagogi­schen Znstituts bedeute für die Darmstädter Ge­schäftswelt einen Ausfall von etwa 200 000 Mk.

O e Unterschlagungen be'.m Arbeitsamt Wehlar.

Wetzlar, 7. März. (WSN.) Eine mehrmona­tige Revision beim hiesigen Arbeitsamt, die we­gen ter Verfehlungen des im November 1930 srist- los entlassenen Angestellten Sarges durch das Landesarbeitsamt durchgeführt wurde, ergab, daß die Summe ter Unterschlagungen tes Sarges wesentlich höher ist, als seinerzeit festge­stellt wurde: sie beziffert sich nach ten bisherigen Feststellungen auf rund 20000 M k. Die Angelegenheit ist ter Staatsanwaltschaft überge­ben worden.

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Wettervoraussage.

Die kontinentale Kaltluft hat die Vorherrschaft behalten und im westlichen Deutschland noch Frost­verschärfung heroorgerufen. Aachen meldete heute morgen10 Grad, dagegen ist von Polen her etwas wärmere subtropische Luft vorgedrungen, wo­durch in Ostdeutschland die Temperaturen etwas an- ^gen sind und Schneefälle auftraten. Da in der ruckoerteilung noch keine wesentliche Aenderung eingctreten ist. bleibt auch die Ostwindströmung In Deutschland erhalten, wodurch weiterhin kaltes Wet­ter verursacht wird. Jedoch werden sich später die in Ost- und Mitteldeutschland niedergehenden Schnee­fälle westlich ausdehnen und bis in unserem Bezirk bemerkbar wachen.

VorhersagefürDienstag: Teils bewölkt, teils nufheiternd, weiterhin falt, meist trocken.

Lufttemperaturen am 8. März: mittags 2,6 Grad: abends6,7 Grad: am 9. März: morgens 10,1 Grad. Minimum 12 Grad, Maximum1,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. März: abends0,4 Grad: am 9. März: morgens 0,4 Grad. Sonnenscheindauer vier Stunden.

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