gen. Er teufbe verfolgt, konnte aber in der 5hm- Bereit entkommen. Dio Verletzungen des Lieberfallenen erwiesen sich schließlich als weniger schwer, als man zunächst angenommen hatte. Geraubt wurden dem Spediteur Roh man zwei Brieftaschen mit 2000 belgischen Francs und 350 holländischen Dulden, außerdem eine goldene Uhr. Paß und Deschäftspapiere. Don dem Täter fehlt jede Spur.
Raubzug
mit HUfe eines gestohlenen Botschaftsautos.
Ein Auto der spanischen Botschaft in Berlin, dos von dem Presseattache der Botschaft Rodino benutzt wird, wurde am Sonntag früh mit fünf Schuß- löchern und Blutspuren im Innern vor einem Hause der Frankfurter Allee in Lichtenberg aufgefunden. Nach den Feststellungen der ftriminab Polizei haben zwei Einbrecher mit Hilfe dieses Wagens, den sie am Samstagabend vor einem Lokal am « u r f ü r ft c n b a m m gestohlen hatten, einen Einbruch in ein Radio-^pezialhaus in Wilmersdorf unternommen. Die beiden Diebe wurden jedoch von dem Geschäftsinhaber ü b c r r a s ch t u n d b e s ch o f s e n. Einer von chnen wurde schwer verletzt: er wurde von seinem Komplicen in den Wagen getragen. Die Diebe fuhren dann auf und davon, und, obwohl der Geschäfts- inhaber dem Kraftwagen noch sechs Schüsse nach- sandte, konnte der Waaen nicht mehr zum Stehen gebracht werden. Die Verbrecher sind nach diesem blutigen Intermezzo nach Lichtenberg gefahren und haben den Wagen dort im Hofe eines größeren Grundstücks stehen lassen.
Auf einer Eisscholle abgetrieben.
Etwa 40 Fischer, die auf dem Eise des Erie'-Sees bei Buffalo ihrem Berufe nachgingen, wurden infolge eines sich plötzlich erhebenden Sturmes auf einer Eisscholle einige Kilometer vom Ufer abgetrieben. Rach- dem sie mehrere Stunden in dem eisigen Sturm, der eine Geschwindigkeit von etwa 80 Kilometer pro Stunde hatte, umhergetricben waren, gelang cs, 20 Fischer zu retten. Die andern Fischer, die 30 Stunden lang auf einer gewaltigen Eisscholle hilflos umhergetricben waren, wurden von einem Flugzeug gesichtet. Das Flugzeug warf an Fallschirmen befestigte Kannen mit Kaffee ab, flog dann zurück zur Küste, und zeigte den Strandwächtern den Weg zu der Eisscholle. Die 20 Fischer wurden darauf von den Strandwächtern an Land gebracht.
Gedenkfeier für Günther vlüschow.
3m Berliner Flugverbandshaus fand am 4 5. Geburtstage von Günther Plüschow. die von der Kameradschaftlichen Bereinigung der Marineflieger gemeinsam mit den Hinterbliebenen veranstaltete Gedenkfeier für Gün- cher Plüschow und Ernst Dreblow statt. Die Gedenkrede hielt Fregattenkapitän a. D. Dc. Mehner t, der in warmen Worten der beiden in Argentinien tödlich abgestürzten Fli gerhclden gedachte. An der Trauerfeier nahmen außer den Angehörigen der beiden Flieger Vertreter der Luftsohrtabteilung des Reichsverkchrsrnmistc- riums und des Chefs der Marineleitung teil. Außerdem waren namhafte Vertreter der Luftfahrt und viele Offiziere der Marine und des alten Heeres, unter ihnen der frühere Kronprinz und die Admirale von Schröder und Philipp, vertreten.
neues Erdbeben in Neuseeland.
3in Gebiet der Hawkes-Bucht wurde Sonntagmittag der stärkste Erdstoß feit Dienstag verspürt. der besonders in den auch beim letzten Erdbeben am schwersten heimaesuchtxm Städten A a v i e r und Hastings Schaden verursachte. An den Abhängen von Bluff Hill, einem Berg bei Rapier, ereigneten sich gewaltige Erdrutsche. Das Kap Kidnappers, südlich von Aapicr. war gairz in Staub gehüllt und wurde durch ungeheure Erdrutsche und Felsstürze völlig verändert. Ungeheure Sturzwellen überfluteten die Küste und bür ten die bei dem letzten Erdbeben obdachlos gewordenen Familien, die sich in Aapier an den Strand flüchteten, nötigen. ihre Zufluchtsstätte zu räumen.
Entdeckung einer keltischen Grabstätte.
Nach einer Meldung aus Chälons-sur-Marnc hat man in einem Steinbruch bei Dormans eine Anzahl Skelette, Tongefäße, Waffen, Schmuckstücke, Messer und Schwerter au-gcgraben, die nach Ansicht archaeologischer Sachverständiger auf die keltische Periode zurückgehen. Es soll sich bei dem Fund um die Entdeckung einer keltischen Grabstätte aus der Zeit um 500 vor Christi handeln.
Der Sirenenruf der Fremdenlegion.
In den letzten Wochen hat die Zahl der jungen Deutschen, die versuchten, diebayrischeGrenze in der Südpfalz zu überschreiten, um sich zur Fremdenlegion anwerben zu lassen, wieder erheblich zugenommen. Allein im Bezirk Neulauterburg wurden im Monat Januar 29 junge Deutsche durch die Grenzpolizei zurückgehalten, als sie nach d e m Elsaß fliehen wollten, um zur Fremdenlegion zu gehen.
Kunst und Wissenschaft.
Frobenius übernimmt die Redaktion des „Erdball".
Geheimrat Leo Frobenius, bekannt durch seine Aufsehen erregenden Forschungen in Afrika, der Schöpfer des ersten tulturmorphologischen Forschungsinstituts, übernimmt die Leitung der Zeitschrift für Länder - und Völkerkunde „Der Erdball" (Hugo Bermühler. Verlag. Berlin-Lichterfelde) Da die Zeitschrift aus die großen tulturmorphologischen Probleme von Frobenius eingestellt werden wird, dürfte der „Erdball" eine der interessantesten Zettlchrck- ten aus dem Gebiete der Kultur-, Länder- und Völkerkunde werden.
Ein neuer Stefan Zweig.
Ein neues Buch von Stefan <>weig erscheint soeben im Insel-Verlag unter dem Titel: „Die Heilung durch den Geist". In diesem neuen Werk zeichnet Zweig mit dichterischer und psychologischer Eindringlichkeit die Gestalten dreier großer Seelenmeister: Franz Anton Mesmer. Mary Baker-Eddy (Begründerin der Chn- stian - Science) und Sigmund Freud, den Schöpfer der Psychoanalyse.
Studienreise
eines deutschen Archäologen nach Amerika.
Professor Dr. Robert Zahn, der zweite Direktor in der Antikenabteilung der Staatlichen Museen in Berlin, tritt demnächst auf Einladung des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches eine Stutz i e n r e i f e noch Amerika an. Es ist dies die erste von vier Reisen, für die dem Archäoloastchen Institut anläßlich seiner Hundertjahrfeier die Mittel gestiftet worden sind, um hervorragenden deut chen Archäologen die Möglichkeit zu geben, die amerikanischen Sammlungen kennen zu lernen und die Beziehungen zwischen der amerikanischen und der deutschen Wissenschaft enger zu knüpfen.
Aus der provinzialbauptfiadi.
Gießen, den 9. Februar 1931.
Schlaflose Nächte.
Äon Geh.-Rat Or. Bruno Schaefer, Berlin-Charlottenburg.
Wie wohltätig und heilsam der Schlaf ift. das weiß am besten, wer an Schlaflosigkeit leidet. Diele schlafen deswegen nicht, weil sie am Tage sich zu wenig bewegt haben, so daß sie gar nicht richtig müde werden konnten. Sie haben den Tag über herumgesesfen, zwischendurch auch etwas schlafend geruht, und es fehlt ihnen daher der Hauptanreiz zum Schlafen in der Rächt, die richtige Müdigkeit. Wer den Tag über nur sitzende Beschäftigung hat, der sollte nicht ver äumen, sich wenigstens für eine kurze Zeit im Freien zu ergehen und während des Tages öfter einmal einige Leibesübungen vorzunehmen.
Die schlimmsten Feinde des ruhigen Schlafes sind aber Kummer und Sorge, und der Kaufmann. der sich nicht in gewagte Spekulationen einlassen will, hat recht, wenn er das damit begründet, daß er mehr Wert darauf legt, gut zu schlafen als gut zu essen. Leider ist gerade bei großem Kummer der Schlaf „der Balsam kranker Seelen", besonders schwer in seiner vollen Wirksamkeit zu erzielen, ebenso wie bei körperlichen Schmerzen und bei Fieber. Hier wird am besten der Arzt helfen unb in den meisten Fällen zu einem passenden Schlafmittel greifen müssen. Wichtig zu wissen ist ös auch, daß man bei Aei- gung zur Schlaflosigkeit weder starken Kaffee noch starken Tee vor der Schlafenszeit trinken soll. Diese Getränke benutzt man ja auch besonders dann, wenn man aus irgendeinem Grunde des Aachts wach sein muß. — Viele sind ärgerlich und verstimmt, wenn sie lange nicht einschlafen können. Sie sollen sich dann bemühen, die schönsten Erinnerungen ihres Lebens sich xurückzurufen und genau zu überdenken, und so den Zug der Gedanken m das richtige Geleise zu schieben.
Die sogenannten nervösen Menschen sind auch in der Aacht nervös und häufig schlaflos. Sind sie endlich eingeschlafen, dann stört sie das geringste Geräusch wieder aus dem Schlaf. Hören sie eine benachbarte Turmuhr schlagen, dann stört sie nicht nur das Geräusch an sich, sondern es entsteht auch schon die Angst vor dem nächsten Schlagen, es entsteht die sogenannte „Erwar- V'ngs-Aeurose". Sind sie besonders ängstlich, auf ihr Wohl bedacht, dann ärgern sie sich auch darüber, daß die Turmuhr ihnen anzeigt, daß sie schon wieder eine zu lange Zeit schlaflos zugebracht haben und fürchten sich vor dem Ermüdungsgefühl am nächsten Tage.
3m allgemeinen wird man daran festhalten müssen, baß das Abhallen aller Sinnesreizungen den Eintritt des Schlafes und sein gutes Fortbestehen begünstigt. Dazu gehört auch, daß das vorher gut gelüftete Schlafzimmer ausreichend verdunkelt wird. Bei vielen ist nach dem Zubettgehen das Spiel der Gedanken noch sehr erregt, und es fallen ihnen immer neue Gesichtspunkte für ihre Unternehmungen der nächsten Zeit ein. Es verschafft dann eine große Erleichterung, wenn man ein sogenanntes Aacht-Aotizbuch leicht erreichbar neben dem Bett liegen hat. in welches man die neuen Gedanken kurz einschreibt. Es fällt dann die Angst weg, sie schnell toi eher zu vergessen. —
Daß man stets im 3nteresse eines ungestörten Schlafes einen scharfen Kampf gegen eventuelle Insekten führen mutz, ist selbstverständlich. Letztere fühlen sich am behaglichsten unter den großen, schweren, weichen Oberbetten, die unhyaienisch sind, und durch Wärmcstauung, Schweißerzeu- gung und mangelnde Hautabdunstung zu Schlaf- störern werden können.
Das Katzenwürgen beim Hundesport verboten.
Einer Anregung des Tierschuhvereins für Hessen entsprechend hat der Hessische Minister des Innern durch Erlaß vom 6. Januar 1931 folgende Anordnung an die hessischen Kreisämter und staatlichen Polizeiämter getroffen:
„Bei Leistungsprüfungen vonHun- d e n werden zur Prüfung der Aaubtierfchärse vielfach Hehproben auf lebendeKahen vorgenommen. Ich empfehle, derartigen Veranstaltungen besondere Ausmerlsamkeit zu widmen. 3m Falle des Vorliegens von Tierquälerei gemäß § 360 Ziffer 13 des AStGB. ist unnachsichtig einzuschreiten und die strasrecht- liche Verfolgung zu veranlassen.
3. V.: gez. Dr. A e i tz."
Aunmehr ist für Preußen, Württemberg, Baden und Hessen das „Kahenwürgen" verboten. Alle Tierfreunde und edeldenkende Menschen werden gebeten, den Tierschuhverein für Hessen in seinem Bestreben zur Verhinderung der Tierquälereien zu unterstützen und ihm solche Fälle zu melden, in denen eine Tierquälerei nachweisbar ist.
Taten für Tien4ta§. 10. Februar
Sonnenausgang 7.25 älhr. Sonnenuntergang 17.05 Ufjr. Mondaufgang 2.18 llhr. Mond- untergang 10.16 älhr.
1847: der Physiker Alva Thomas Edison zu Milan in Ohio geboren.
Bornotizcn.
Tageskalender für Montag. Oberhllftsche Gesellschaft für Aatur- und Heilkunde: Vor.rag von Prof. Dr. Schmidtgen. Mainz, 20.15 Ubr, Hörsaal des Chemischen Laboratoriums, Ludwigstrahe 21. — F. G. F Monatsversammlung. 20.30 Uhr. im „Schiptavaß". — Union: Damen heute abend im Cafö Amend - Lichtspielhaus Gießen: ..Stürme über dem Montblanc".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Dienstag. 22 Uhr, Erstaufführung von Ben 3onsons „liebloser Komödie" „Volpone", bearbeitet von Stefan Zweig. Spielleitung: Peter Frssolt. — Mittwoch, 11. Februar, 2-5 Uhr, erste Wiederholung der Ko- nwbie „Volpone". - Freitag, 13. Februar, 20 Uhr, Erstaufführung des diesjährigen Faschinqs- schwanles „Das öffentliche Aergernis" von Franz Arnold unter der Spielleitung Heinr. Hubs.
*♦ Der Leichensund auf den Schienen. Zu dem grausigen Leichenfuntz auf der Main-Weser- Bahn zwischen Butzbach und Gießen am Samstag- früh ist weiter zu berichten, daß es sich bei dem Toten um den Schuhfabrikanten Schuck aus Pirmasens handelt. Nach dem bisherigen Ergebnis der polizeilichen Untersuchung sprechen nur ganz wenig Umstände dafür, daß ein Verbrechen in Betracht zu ziehen ist. Schuck benutzte den Früh-O-Zug von
Verlln, der gegen 6 Uhr ht Butzbach durchfahrt. Dieser Zug, der zum größten Teil aus Schlafwagen, Gepäck, und Postwagen besteht, führt außerdem zwei O-Wagen mit Abteilen mit sich, und beide Wagen waren sehr gut besetzt. Es kann mithin nicht aut angenommen werden, daß bei der starken Besetzung dieser Wagen ein Verbrechen im Zuge begangen werden konnte. Es wird vielmehr zu vermuten sein, daß Schuck entweder beim Gang nach der Toilette die Türen verwechselt und dabei aus dem Zuge gestürzt ift, so daß ein Unglücksfall in Betracht kommt, ferner wird auch die Möglichkeit eines Selbstmordes nicht ganz von der Hand zu weisen fein. Die Brieftasche des Toten konnte bis. her noch nicht gefunden werden. Allerdings ist es möglich, daß sie noch irgendwo am Bahndamm liegt, da die Leiche über 1000 Meter von der Lokomotive des entgegenkommenden Personenzuges ge- chleift wurde. Die Uhr des Toten ift dagegen gefunden worden. Die polizeilichen Ermittlungen ind nach wie vor im Gange und werben im Laufe es heutigen Tages weiter fortgesetzt. Die Ankunft des Sohnes des Toten wird jetzt abaeroartet, um vielleicht dadurch mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen.
** Mozartfeier der Volkshochschule. Im Singsaal des Realgymnasiums Deranftaltete die Volkshochschule am Samstagabend eine ebenso Eindrucks- wie stimmungsvolle Mozartfeier. Musiklehrer Bauer jun. sprach einleitende Worte, schilderte in ganz knappen Umrissen Mozarts Leben als einen Kampf um seine künstlerische Behauptung zu seiner Zeit und — als einen Kampf um die Erhaltung feiner materiellen Existenz. Ausschnitte aus Briefen Mozarts an seinen Vater gaben ein erschütterndes Bild. Aussprüche bedeutender Zeitgenossen, die sei-
Witnll ter ünnaetnlien IW!
nen Wert und seine schöpferische Kraft zu schätzen wußten, vertieften das Bild, das der Redner entwarf. Die nun folgenden Darbietungen musikalischer und gesanglicher Art ließen den Zuhörern mit aller Deutlichkeit klar werden, was das Schicksal dem genialen Meister zu seinen Lebzeiten schuldig^ geblieben ift Eine Sonate in O-Dur in zwei Sätzen für Violine und Klavier (Herr Bauer, Frau E. Fischer) offenbarte, dank einer vorzüglichen Interpretation, den Melodienreichtum des Komponisten, seine tiefe Freude an Form und Leben, ein Eindruck, der im weiteren Verlauf des Abends durch ein Klavierquarlett in 0-Moll erheblich gesteigert wurde. Die Ausführenden, Frau E. Fischer (am Klavier von überraschender Virtuosität unb Ausdruckskraft), Franz Bauer (1. Violine), Helmuth Bayersdorf (2. Violine), Heinz Eger (Cello), gaben sich viel Mühe um die geschlossene Aufführung des Werkes und ernteten starken anhaltenden Beifall. Zwischen den beiden instrumentalen Darbietungen erfreute Fräulein Toni O11o durch einige Lieder. Das lyrische „Abend ist's", das bekannte stimmungsvolle „Wiegenlied" und das kapriziöse schelmisch-heitere Liedchen „Komm' lieber Mai" fanden stürmischen Beifall. Ergriffen einerseits und doch erfüllt und beschwingt von Mozarts liebenswürdigem Genius verließen die Zuhörer das Haus.
*' Verein für das Deutschtum im Ausland. Schulrat Dr. Rösler aus Hermannstadt (Siebenbürgen), ein Mann, der maßgeblich für das Schulwesen der Siebenbürger Sachsen wirkt, weilte am Freitagabend bei der hiesigen Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslände zu Gast und hielt im Sing- saal des Realgymnasiums vor einer leider nur geringen Anzahl von Zuhörern einen Lichtbilder» vortrag über „Die Siebenbürger Sachsen, ihre kulturelle unb politische Lage". Dr. Rösler, ein gründlicher Kenner des Landes, führte in überaus eindringlicher unb kultivierter Sprache bic Verhältnisse in Siebenbürgen vor Augen. Er griff weit zurück in die Geschichte, schilderte die harten Kämpfe der Sachsen vor nun nahezu 800 3ahren, Kämpfe um die eigene Kirche und um die eigene Gerichtsbarkeit, die ihnen schlicß- lich durch den „goldenen Freibrief", das „an- dreanum“, zuteil wurden. Der Redner sprach von den Kämpfen gegen die Mongolen im 12. Jahrhundert unb später gegen die Türken, erinnerte an den steten Kampf um die Erhaltung der volksstämmigen Eigenart unb berichtete den Zuhörern von dem geschlossenen Heber tritt der Siebenbürger Sachsen zum Protestantismus nach der Reformation im Mutterlande. In überzeugender Weise sprach der Vortragende weiter von der Kulturarbeit, die in dem anfänglich unwirtlichen Gebiet zu leisten war, und von dem Einfluß des Beispiels der Deutschen auf die nachbarlichen Rumänen. Die Siebenbürger Deutschen, so führte der Redner u. a. aus. sind erfüllt von ihrer Sendung und fühlen eine göttliche Mission in der Ausgabe, Kulturarbeit zu leisten auf vorgeschobenem Posten. In kurzen Zügen erfuhren bic Zuhörer von künstlerischer, wissenschaftlicher unb dichterischer Arbeit bieses tapferen Menschenschlages. Schließlich aber wurde die Gegenwart lebendig, eindrucksvoll schilderte Dr. Rösler die bedrängte unb entrechtete Lage der Siebenbürger nach dem Kriege. Als Minderheit gilt es, gegen die Liebergriffe und Lln- gerechtigkritcn der Rumänen vorzugehen, es gilt weiter um bic deutsche Schule und um die deutsche Kirche zu rämpsen.und zugleich augenblickliche materielle Röte unb Krisen zu überwinden ohne zu ermüden. Das Volk der Siebenbürger Sachsen halte aus — unb damit schloß der Redner seinen Vortrag — im Vertrauen auf seine göttliche Sendung und bewahre Etamm^sart inmitten einer fremden Welt. Lebhafter Beisatt dankte dem Redner für bic ausschlußreichen Ausführungen. Im Anschluß baran wurde noch eine Reihe von Lichtbildern gezeigt, die überzeugend das rein erhaltene Deutschtum im Dorse und in der Bauernstube, in der Stadt unb in der Kirche, in der Tracht und in den Gebräuchen, in der Arbeitsweise unb in gesellschaftlicher Hinsicht unter Beweis stellten unb die Worte des Redners bestätigten.
•• Prüfung für Geschäfts ft enogra- phen. Zu unserem Bericht vom 4. Februar teilt man uns noch mit, daß die von der Industrie- unb Handelskammer in Gießen vor kurzem abgehal- tcr.c Prüfung *ür Deschästsstenographen mit Erfolg ablegten: Abteilung 200 Silben: Georg Wahl und Ottilie Treser (1. Reichskurzschriftgesellschaft c. V. Gießen)' 180 Silben: Fritz Dörfner (1. R.-G., Gießen)' 150 Silben: Gretel Becker (i.R.-G., G.). Dora Heß (l. R.-G., G.), Alfred Bormuth (I.R.-V.. ®J, Olga Pfeiffer (Kurzschristverein 1861, Gießen). Aug. Schott (I. R.-G., G ), Fritz Weeg (Kurzschriftverein Eibelshausen). Die Vorprüfung — 120 Si Iben bestanden: Johanna Bohl (I. R.-G., G.), Ernst
Häuser CB. 61), Friedrich Gorge» (V. 61). Fritz Rech (D. 61). Helmut Zschunke (D. 61). Minna Gerbig (I. R.-G., G.). Lina Kiefer (V. 61). Erna Rcininger (1. R -G.. ©.), Gertrud Müller (D. 61). Artur Michel (V. 61). Anni Lanio (D. 6b. Rich Strauch (V. 61), Emma Größer (D. 61), Elis. Gla» digow (V. 61). Marie Derzbach (D. 6b. Lilli Pietz (D. 61). und Karl Seipp (Leihgestern).
Verlobung im kicher Zürstenhause.
DSR. L i ch, 8. Febr. Die jüngste Tochter des Fürstenpaares von SolmS-HohensolmK-Lich, Prin- zessin Maria Anna, hat sich mit dem Burggrafen und Grafen Christoph zu Dohna- Schl o bitten verlobt.
Beisetzung des Abgeordneten Haury.
WSR. Darmstadt, 7. Febr. Heute nachmittag wurde der so plötzlich verstorbene Abgeordnete und Stadtrat ber Deutschen Volkspartei Konrad Haury zur letzten Ruhe gebettet. Der ©arg mit den sterblichen Resten Hourys war vor der Totenhalle des Waldfriedhofes aufgebahrt und verschwand unter einer Fülle von Kränzen und Blumen. Zahlreiche Vertreter der staatlichen unb städtischen Behörden hatten sich eingefunben, um Haury die letzte Ehre zu erweisen. Man bemerkte u. a. den hessischen Staatspräsidenten Dr. Adelung, den Minister des Innern, L e u s ch n e r, den Oberbürgermeister von Darmstadt. Mueller, zahlreiche Land- tagLabgeordnete unb Stab träte aller Fraktionen, die Berufskollegen Haurys, die Zimmerleute, sowie Vertreter des Hausbesihervereins, dessen Vorstand Abgeordneter Haury gewesen war Rach einer erhebenden Trauerfeier sank ber Sarg in die Gruft.
Berliner Börse.
Berlin. 9. Febr. (WTB. Funkspruch.) Zum Wochenbeginn scheint die Tendenz weiter freunblid) zu bleiben, doch kommt bas Geschäft nur schwer in Gang. Das feste Neuyork vom Samstag, bic Ab ftimmungen im Reichstag und sonstige Betrachtungen in ber Sonntagspressc über die Börsenlage gebe» ber Börse eine Anregung. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,98, gegen Mailand 92,84, gegen Madrid 47,75, gegen Schweiz 25,1640, gegen Berlin 20,4490 gegen Kabel 4,8625, Kabel gegen Berlin 4,2050.
Oie Wetterlage.
<71
,<2
Islo
Slot
2C
Still'
’oui
2
er
5
’5eydis?iord
■w—
_Jan7Hajen
w-i
Qwolkenlos.(5 neuer ®naio oeaecKL »woikiq. eoeoem »Regen.
* Schnee c ärmpem ■ ntoei K Gewnier.@wind5tiiie.-O sehr leichter ost massiger Suosuowesi stürmische« norowest Oie Pfene fliegen mit dem winde Die oeioen Stationen Menenden zahlen geDen die Temperatur an. Die Linien veromden Orte mit gleichem auf neeresniveau umgereenneten Luftdruck
Wettervoraussage.
lieber Island ist ein sehr kräftiges Fallgebiet erschienen, dessen Randstörungen sich mehr unb mehr nach dem Festlande ausbehnen. Die warme Lull an ber Vorderseite greift bereits über das westliche Deutschland vor. so daß dort eine Frost - abschwächung eingetreten ist. Aachen meldete heute morgen nur noch 1 Grad unter Rull. Der Einfluß der Störung wird sich weiter durchsetzen unb zu allgemeinem Frostrückgang führen. Außerdem erfolgt stärkere Eintrübung unb bas Ricber- schlagsgebiet über bem Kanal wirb auch unseren Bezirk überqueren. Die Niederschläge treten dabei meist als Schnee auf.
AussichtLoN für Dienstag: Meist dunstig unb bewölkt mit Frost rück gang, zeitweise Schneefälle.
Lufttemperaturen am 8. Februar: mittags —3 Grad Celsius, abends —9,4 Grad: am 9. Februar, morgens 10,7 Grad. Maximum —3,2 Grad, Mini nimum —12 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Februar: abends —0,4 Grad; am 9. Februar: morgens — 0,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer drei Viertelstunden.
MW Sie 3hte BoMe im neue» WWW Nur eigenhändiger unb vollständiger Eintrag in die Haus- und Firmenlisten schützt vor den peinlichen Nachteilen mangelhafter Aufnahme in dem wichtigen Nachschlagewerk oder vor gänzlicher Ausschaltung. Die Sicherheit richtiger Einträge in die Listen kann von den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern wesentlich gefördert werden durch die Überwachung ordnungsmäßigen Umlaufs der Liften, Überprüfung der Einträge, fowte rechtzeitige Bereitstellung zur Abholung.
Wem die Hausliste nicht vorgelegt wurde, oder wer die Firmenliste nicht erhalten hat, wolle feine Rechte wahren durch Meldung beim Adreßbuchverlag, Schulstraße Nr. 7, oder durch Anruf mit Fernsprecher Nr. 2251


