Ausgabe 
8.7.1931
 
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btt über vier Jahrhunderte triumphiert Hat. und in her Wucht feiner Komposition, die den Beschauer sofort mit Ehrfurcht übermäLhgt, nicht gesehen bat. der fcnnt da» Schönste nicht, das feine Heimat, da» Heffenland. birgt! Daher immer wieder: Aus nach Darmstadt m» Schloßmuse um? Vereinen, Gesellschaften. Studenten, QH-litär und Schulen nach vorheriger Anmeldung weitestes Entgegenkommen in allen Eintrittspreisen. H.

Jn Hessen in einem Monat 750 politische Versammlungen.

WSR Darmstadt, 7. Iuli. Aach Feststel­lungen deS LandeSlriminalpolizeiam^ haben in Hessen während de» Monat» Mai insgesamt 7 5 2 öffentliche Versammlungen, Kundgebungen, Auszüge und sonstige Demonstra­tionen politischer Art stattgefunden. d. h. pro Tag durchschnittlich 25Verfammlun- gen. an den SamStagen und Sonntagen. den Höhepunkten de» politischen Hochbetriebs, wahr- schc.nlich noch ein Vielfache» davon. Die» trotz Pfingsten und Himmelfahrt, an welchen Tagen bekanntlich für Politik nur wenig oder gar kein Interesse besteht. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürft« die Zahl der Versammlungen im Monat 3u ni noch gestiegen sein, so daß der Erlaß de» hessischen Innenministers, einma. fünf Wo­chen Ferien zu machen (vom 6. Iüli bis S. August) für Polizei, Publikum und Parteien als gerecht­fertigt erscheinen muh.

Oer Wetzlarer Etat verabschiedet.

WSR. Wetzlar, 7. Iuli. In der gestrigen Stadtverordnetensihung wurde der städtische Haushaltsplan für 1931 in Einnahme und AuSgabe mit 5084615 Mk. festgestellt und ein­stimmig verabschiedet. Das bedeutet ge­genüber dem Vorjahr ein Weniger von 783 469 Mark. Es ist dies der erste Etat, den der neue Bürgermeister Dr. Bangert, der die Verwal­tung nach dem Selbstmord des früheren Ober­bürgermeister» übernommen hat, vorlegt. Don allen Parteien wurde anerkannt, dah der Gesichts­punkt allergrößter Sparsamkeit in dem Etat gewahrt wurde. Eine interessante Aus­sprache ergab sich über dke Verfehlungen! des früheren Oberbürgermeisters. Bekanntlich sollte der Prozeh am 4. Iuli ftatt- sinden. Aus unbekannten Gründen hat die StaatSanwaltschast Limburg den Prozeß auf den 14. September vertagt. Gegen diese Vertagung wurde sowohl von der Stadtverwaltung, wie von sämtlichen Stadtverordneten Protest erhoben, so dah Aussicht besteht, dah durch Vermittlung der "Regierung in Koblenz der Prozeß doch noch vor­verlegt wird.

Das 300 000. Leitz-Mikroökop.

WSR. Wetzlar. 7. Iuli. In diesen Tagen haben die Optischen Werke von E. Leih ihr 30000 0. Mikroskop fertiggestellt, daS daS sie dem um die Pathologische Anatomie hoch­verdienten Geheimrat Professor Dr. Ludwig Aschoff in Freiburg i. B. als Geschenk über­wiesen haben. Das Mikroskop ist für die neuesten älntersuchungsmethvden geeignet und besitzt eine Einrichtung zu Untersuchungen bei Auslichtbe- leuchtung mit 15 neuen, eigens für diese Deleuch- tungsart konstruierten Objektiven. Diese Heue- rung bedeutet einen erheblichen Fortschritt, der

Verantwortl. f. d. Feuilleton: i. V. Dr. Lange.

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«r Stallhhgiene gehört aber auch darauf hinge- lgeseh untersteht, hne kreiscnnlliche bzuschafsen. Auch >n der Ankörung bocken. Auch der gung des Kreis-

Darmstadt, 7.Juli. <WchP.) Präsident Delp eröffnet die Sitzung und heißt den 21bq. Stein- Stumpertenrod (Bbb.), der für den tödlich verun« glucktcn Abgeordneten Jost in den Landtag eintritt, willkommen. Das Haus beginnt die Beratung des Eefetzentwurfes zur Aenderung de» Land« kagswahlgesetzes und die dazu vorliegenden klnträge auf Verminderung der Abgeord - netenzayl.

Abg. Kaul (Soz.) lehnt eine Heraufsetzung de» Dahlatters ab. Die Vorlage bedeute lediglich die Anpassung des Landtogswahlaefetzes an die Ent- fcheidung des Staatsgerichtshofes. Den Antrag des staatsparteilichen Abgeordneten Schreiber, die Ab- aeordnetenzahl auf 56 herabzufetzen, sollte man dem kommenden Landtag überlassen.

Abg. Schreiber (StP.) hält die Herab­setzung der Abgeordnetenzahl auf 56 aus Erspar­nisgründen für notwendig. Der Landtag habe <rui) in der Diätenfrage versagt. Um die ®r- prefsungsversuche von Interessentengruppen bei der Aufstellung der Kandidatenlisten abzuweh­ren, müsse man zur Persönlichkeitswahl zurück- kehren bei gleichzeitiger Heraufsetzung des Wahl- alter».

Abg. Werner (Rats.) Hütt eine Beratung, der Qjorlage eigentlich für überflüssig: denn die Regierungsparteien würden die Vorlage doch an- nehmen Der jetzige Landtag sei auf unge- setzlicheWeise zu st andege kommen und habe sich durch einen in der deutschen Parlaments­geschichte unerhörten Vorgang sein Leben verlängert. Die jetzige Vorlage stelle ein armselige» Verlegenheit-Produkt dar. Für Hessen Genügten 45 Abgeordnete, wobei auch die Be­lange de» slachen Landes gewahrt werden könnten.

Abg. Dr. Keller (D. Vp.) bezeichnet die Wahlvorlage als eine rein formale Angelegen­heit Wie vor Iahren stimme die Deutsche Volkspartei für eine Verminderung der Abgeordnetenzahl auf 56. An der Her­aufsetzung des WahlalterS'und der Schasfung einer berufS ständischen Kamm er halte die Deutsche Volkspanei feft Dieser Landtag habe keine Daseinsberechtigung und sollte nur die notwendigste TageSarbeil leisten, alles weitere aber dem tommenben Land­tag überlassen.

Abg. Böhm (Dntl) erklärt, für Hessen ge­nügten 25 Abgeordnete Wenn man noch zwölf Abgeordnete für cin^ berufsständische Kammer

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greifen, um drohende M a ue r e i n st ü r ze »u verhindern. ®atu2 Straßerizüge standen unter ffifjer. Die Kirfchenernle ist vollständig vernichtet. Auch durch Blitzschläge ist ?id S Haden aigeridjtet wvrd7?u

Zobeoffur) in den Rhein.

In AßmannShausen hatte sich ein 13jäh- riccr Iunge auf die Rheinuferstraße begeben, um sich dort im "Radfahren zu üben Bis

spät abend» war der Iunge noch nicht zurück- gekehrt. Man fand eine "Radspur, die plötzlich an einer steil in den "Rhein abfallenden Stelle der Ryeinuferstraße endete. Weiterhin läßt die Tatfache, daß ein Arbeiter gegen 21 Ubr an dieser Stelle das "Rad gesunden hatte, mit Bestimmtbeit daraus schließen, daß der Iunge zu Fall gekommen ist, in den "Rhein stürzte und ertrank.

Hessischer Landtag.

Debatte zur Parlamentsreform. - Verminderung der Abgeordnetenzahl. Heraufsetzung des Wahlalters.

-ugestehe, würde er st eine Zahl von 37 er­reicht sein.

Abg. Dr. Müller (Bbd.) stimmt einer ver­nünftigen Beschränkung der Abgeordnetenzahl zu. Der Bauernbund fordere kleine Wahlkreise, um auch da» flache Land im Parlament mit dem notwendigen Gewicht vertreten zu sehen

Abg. Dr. Werner (Qlatf.) erklärt, die "RSDAP. lehne die Heraufsetzung de» Wahl­alterS der Iugendlichen ab.

Abg. Schreiber (Stp.) vertritt dann seinen Antrag -auf Umorganif ation der Staats­verwaltung und Abbau der Ministe­rien Bis ter neue Landtag komme, sollten die Vorbereitungen getroffen sein

Abg. Dr. A ie pv th (D. Dp.) hält dem Vor­redner vor, dah er jetzt etwas verlange, was er, solange er in der Regierung vertreten war, strikte abaelehnt habe.

Abg. Reiber (R.-Dem.) erllärt, er habe seine Unterschrift zurückgezogen obwohl er mit ter sach­lichen Tendenz einverstanden sei, weil Abg. Schrei­ber in der Frage der pädagogischen Institute um« gefallen sei.

Mittwoch: Fortsetzung der Beratungen und Ab­stimmungen

Ferienzeit und Gchloßmuseum Darmstadt.

Man schreibt uns: Wer sich und seinen Kin­dern in der kommenden Ferienzeit eine Freude machen will, der fahre nach Darmstadt und besuche das Schloßmuseum. In den 53 herr­lichen Räumen und Sälen, die für die Besich­tigung freigegeben sind, herrscht eine köstliche, kühle Atmosphäre, die es ermöglicht, selbst an heißen Tagen in Ruhe und Beschaulichkeit die reichen Schätze der Vergangenheit, die das Mu­seum beherbergt, zu betrachten Die Geschichte des hessischen Militärs feit 1750 wird dem Be­schauer lebendig vor Augen geführt, die Ge­schichte der höfischen Kultur zeigt sich in glanz­vollen Festsälen mit blitzenden Kronleuchtern, goldumrahmten Gemälden und seidenbespannten MobiLiaren, und endlich enthüllt sich in den staunenden Blicken eines der größten Kunstwerke der Well, die Madonna deS Bürger­meisters Meyer zum Hasen von Han» Holbein dem Iüngeren. Wer dieses herrliche Ge­mälde in seiner grandiosen Farbenfreudigkeit,

besonder» in der Krebsforschung dienstbar ge­macht werden kann. Bei der Llcberreichung diese- Mikroskop- folgen die Leitzwerke einem alten Brauch. Iubiläum-instruinente verdienten Forschern und Instituten zu überweisen.

Die Wetterlage.

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Schnee a «uvpein. «eöel K Oewitter ^)Uin«titieo, sehr

ernte« 0$i £> «assige« Südsüdwest ft stürmischer nordwtsi Oie »feite fliegen mit dem Winde. Die Beiden Siebenen stenenden Zi> en geben die Temperatur en. Die Limen veromdto Ort« eit gleiche* «ul Meeresniveau umgercehneU» Luftdruck

Wettervoraussage.

Das StörungSsystem, weiches über Deutschland eine vollständige Umgestaltung der Wetterlage verursacht hat, rückt zwar ostwärts ab, jedoch ist sein Einfluß noch nicht beendet. Don Westen flie­ßen ozeanische Luftmasfen nach dem Festlande, die zur Entwicklung einer Westwetterlag« führen. Infolgedessen herrscht kühleS Wetter und der Witterungscharakter bleibt zunächst noch unbe­ständig, wobei Regenschauer auftreten. Mit dem gleichzeitig ansteigenden Luftdruck wird aber spä­ter Beruhigung der Wetterlage und Rachlassen der Rieder schlüge verbunden sein.

Aussichten für Donnerstag: Wol­kiges Wetter, noch Regenschauer, kühl.

Aussichten für Freitag: Besserung und Ikbcrgang zu beständigerem Wetter.

Lufttemperaturen am 7. Iuli: mittag» 16,8 Grad EelsiuS, abend» 14,3 Grad: am 8. Iuli: morgen» 13,5 Grad. Maximum 18,8 Grad, Mini­mum 5,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Iuli: abend- 18,0 Grad, am 8. Iuli: mor­gens 16,4 Grad EelsiuS.