Ausgabe 
8.7.1931
 
Einzelbild herunterladen

n.

^«b-h-rd,

en

\^n. Da- n°fr gÄJS '''4

/'cht-gz^^j durch »er.

1 Material, an glicht burbe. ftrW Jot. jJn Ober- ? n$t daraus 9 iu lernen, len> in der Zu. 'ger Segel. M dem Der. Men will, an hulmMugzeug )ll es außerdem Erstellung finc8 3^ Dom Typ lmeinschast, dos htm ihrer Ttit- 'ntlichbe^ich. >afür, daß selbst 'gleit nicht Uli. en führen muß, den die Grün, stellt, -ur I-.

iS? Tegel. ^_!>mdrrn °> der Ä

en!

usverkaui is zu (eilten bringt Ihnen

4455 A

w

[500 A

Ite \ teowlt \

fl Pulver

erteilt

WB /

la«10 /

Hr. 157 Erster Blatt

M. Zahrgcmg

Mittwoch. 8. Juli 1951

gr|d)ttnt täglich,nutzer Sonntags nnb Feiertags Beilagen: Ute 3IluJtTieTte

Dieben,r FamlliendlLtler

5 et mal im Bill» Die Scholl, Konals-Bejuasprets;

2.20 Reichsmark und 30 Neichspfennig für IrLgev lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern Infolge höherer Gewalt.

Zerasprechanschlüsi« nterSamm<uuimmer2251 Intorift für Drahtnach­richten Anzeiger - teste».

Polfcheckfonto:

gtaetfunam Main 11686.

GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

t)rud unö Derlag: vrühl'sche Uittverfitätr-B«ch- nnö StetRörnderet B. Lange tn Sietzen. Schriftlettung und Sefchästrftelle: Schulfttatze 7.

Annahme von Anzeigen für di, Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis fir 1 mm höhe

?Lr Anzeigen von 27 mm 'reite Örtlich 8, auswärts 0 Neichspfennig- für Ne» klameanzrigen von 70 mnt Brett, 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20, mehr.

Chefredakteur

Dr. Fnedr. wich. Lange. DerantwortUch für Volitih Dr. Fr. Will). Lange: für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den ädrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Dieben.

Macdonald erneuert die Einladung zu einer Konferenz.

Jtt der kommenden Woche Zusammentritt der Sachverständigen in London. Eine Konferenz der Negierungen soll folgen.

Die Atempause.

Ls ist nicht die geringste Veranlassung. Jubel- Lymnen anzuftirnmen oder gar selbstzufriedener Genugtuung darüber Ausdruck zu geben, dast es Hoover gelungen ist. Deutschland eine Atempause zu schassen. Um mehr al« eine Atempause handelt es sich nicht, denn selbst angenommen, dast der Lähmungszustand der internationalen, besonders ober der deutschen Wirtschaft sich löst, eine so stürmische Auswärtsbewegung kann leider nicht Vie Folge sein, dast wir innerhalb Jahres- frist über alle finanziellen und sozialen Nöte hinwegtommen. Das ist gerade den Franzosen au- mannigfachen Verhandlungen vor uni) hinter den Kulissen bekannt gewesen, so dast e- nicht nur eine politische Niedertracht, sondern auch eine menschliche Unverschämtheit ist. wenn die Fran­zosen den Hoover-Plan mit politischen Klauseln auSzustattcn suchten, die nichts an­deres sein sollten alS eine schwere Demütigung beS deutschen Volkes. Dast irgendeine deutsche Regierung Gewähr dafür bieten soll, dast der oufgeschobcne Tribut nur zur Entlastung der ReichSsinanzen benutzt wird, ist nicht mir eine Einmischung in die deutsche Innen­politik. eS ist darüber hinaus ein Versuch. Frank­reich so etwas wie eine Generalvollmacht über ganz Europa zu sichern. Vicht nur Deutschland pal ein Interesse daran, dast die Franzosen sich eine derartige Unverschämtheit nicht noch einmal herausnehmen. denn schließlich ist eS auch die Lache Englands und Italiens, von den Ver­einigten Staaten ganz zu schweigen, dast sich die internationale Politik nicht ihre Wege von Frank­reich vorschreiben läßt

Es hat gar keinen Zweck, die Tatsache zu ver­tuschen. dast die Franzosen durch ihre Verschlep­pungstaktik immerhin soviel durchgesetzt haben, tast die Wirtschaftskrise Deutschlands sich der- masten zuspihte, dast außerordentliche Maßnah- men von heute auf morgen hätten erfolgen muffen. Q?ur die Rücksicht auf den Präsidenten Hoover, dessen lautere Triebkräfte anzuerkennen sind, hat vielleicht die deutsche Regierung davon abgehal­ten, mit der Erklärung des sofortigen Zahlungs­aufschubs noch einige Tage zuzuwarten. Sie hätte unbedingt um den Iulitermin herum erfol­gen müssen, denn die Reichsbahn war wirklich austcrstande. irgendwelche Zahlungen auf Devisen­konto zu leisten. Und das ist das Werk Frankreichs, das über die wachsenden finan­ziellen Schwierigkeiten Deutschlands genauun- t e r r t ab t e t war und Ende Mai begann, mittel­bar ober unmittelbar alle kurzfristigen Gelder aus Deutschland zurückzuziehcn. Dies Manöver ift im Rahmen aller Geschehnisse mehr als nie­derträchtig: denn es ist wieder erweisliche Tat- leche. dast sehr einslustreiche französische Finanz- kreise im ganzen Frühjahr versuchten, Deutsch­land durch neue Milliardenkredite politisch z u fesseln. Weil das nicht gelang, haben die Fran­zosen andere Druckmittel angewandt, um Deutsch­land auf die Knie zu zwingenz ohne Rücksicht darauf, dast die Aufbringung der Tributrate un­möglich geworden wäre. Das beleuchtet die widcr- wärtigo Heuchelei, die Frankreich mit der Hei­ligkeit der Verträge treibt, eine Heiligkeit, von der feine Rede mehr ift, wenn Frankreich sich herausnimmt, selbst die heiligsten Verträge zu verletzen, um vor der Auffüllung des Garantie» ßvnds gesichert zu sein.

Die Atempause ist da. Dast die Reichsregierung entschlossen ist. sie zu nutzen, geht aus dem Aufruf hervor, den sie an das deutsche Volk gerichtet hat. Die Rcichsregierung hat alle Ur- fache, sich mit Energie gegen di« Verfolgung engherziger parteipolitischer 3i«le_ zu wehr em Für daS Finanzjahr 1931 32 beträgt die Ent­lastung aus dem Hooverplan für die Reichskasse nicht viel mehr als 750 Millionen Mark, eine Summe, die knapp ausreicht, um d i e schwe­benden Schulden bis zur Hälfte abzudecken, aber auch das ist nur möglich, wenn die Wirt­schaft ihre produktiven Kräfte entwickeln kann, um so die Steuerträge an die Voranschläge her­anzubringen. Ob das gelingt, ist fraglich, denn die Reichsregierung darf sich nicht dazu drangen UifTcn, durch weitere Eingriffe di« Produkttvns- traft zu drosseln.

An der Reichsregierung liegt es, die Atem­pause dazu zu benutzen, durch schärfste Drosselung dcc Ausgaben das Gleichgewicht im Haushalt wieder herzustellen. Im Reichs- stnanzministerium beginnen in diesen Tagen die Vorarbeiten für den Haushalt 1932 33. Hier bietet sich Gelegenheit, durch äusterstc Senkung 6er Ausgaben bei sehr vorsichttger Schätzung der Einnahmen zu der Orbmmg ber Reichs­finanzen zu gelangen, die feit Jahr imb Tag als das Ziel ber Regierung Brüning bezeichnet wird. Gleichzeitig muh aber auch ein internationaler Feldzug einsehen, um die öffentliche Meinung aller Länder davon zu überzeugen, daß die Auf­rechterhaltung des Tributsystems immer lie­ber eine Wirtschaftskrise erzwingen wirb, ebenso schwer ober noch schwerer als die, die wir raxf) nicht überwunden haben, deren stärkste Folgen uns wahrscheinlich erst im nächsten Jahr treffen werben. Es ist wirklich nur eine kurz bemessene Atempause, die bas Hooverjahr für uns bedeutet. Für Frankreich ist das Tribut- shstem die finanziell« Voraussetzung

für di« Ausrüstung, beim die rund eine Milliarde Mark, die Frankreich auf Grund des Voungplans bisher erhalten hat, ist der Grund­stoa für die französische Ausrüstung. Das erflärt auch die Hartnäckigkeit, mit der Frankreich das Tributsystem ausrechtzuerhalten wünscht, weil es ihm auf dem einfachsten Wege die finanziellen Mittel für eine militärische Aufrüstung ohne­gleichen ins Land wirft. Lind diese Aufrüstung ist die einzige und wirkliche Bedrohung des europäischen Friedens.

Macdonalds Einladung.

Tic Klärung der Rcftpunilc durch sach­verständige und Regierungen.

London. 7. 3uli. (XU.) Ministerpräsident Mac- donald erklärte auf eine Anfrage des Abgeord­neten Grollan Doyle hinsichtlich der weiteren ve- handlung des hooverplanes und des Ergebnisses der Erörterungen zwischen Frankreich und Amerika über den Zahlungsaufschub für die interalliierten Schulden und Reparationen. 3n der letzten Woche hätte sich die englische Regierung an die französische und amerikanische mit dem Vorschlag gewandt, daß sie im Interesse eines beschleunigten Abkommens über die Vorschläge des Präsidenten Hoover bereit fei, eine Konferenz der Vertreter der hauptsächlich inlereffierten Mächte baldigst nach London einzuberufen. Sowohl die französische, wie die amerikanische Re­gierung hätten ihre Bereitwillig leit aus- gcdrückt, an dieser Konferenz tcilzunehmen, falls in der Zwischenzeit die unmittelbaren Verhand­lungen nicht erfolgreich sein sollten. Diese Be­sprechungen hätten jetzt zu einer grundsätzlichen Einigung zwischen Amerika und Frankreich ge­führt, hätten aber eine Reih« von wichtigen Punkten noch offen gelaff-en, welche zwischen den hauptsächlich interessierten Mächten erörtert werden mühten. Die englische Regierung habe daher dem­entsprechend ihre Einladung für eine Konferenz in London wiederholt.

Die amtlichen Kreise Londons haben ber Er­klärung Macbvnalbs, in der er die frühere Ein­ladung der englischen Regierung zu einer inter­nationalen Schuldenkonferenz in London erneuert, nichts hinzuzufetzen, es wird jedoch versichert, daß sich die Einladung auch aus Deutschland beziehe. Die englische Regierung hofft auf bal­dige zustimmende Antworten, so daß die Kon­ferenz möglichst schon in der nächsten Woche beginnen konnte. ES steht noch nicht fest, ob es sich umssne Zusammenkunft der Mi­nister ober nur der Sachverständigen handeln wird. Der Besuch Macdonalds und Hendersons in Berlin soll durch die Konferenz nicht berührt werden.

Die englische Regierung hat es auch offengelassen, die Verhandlungspunkte zu bestimmen. Vach der ganzen Sachlage wird man abe mit der Frage des Garantiefonds und der Sachlieferungen zu rechnen haben. Sollten andere Mächte es für angebracht halten, auch andere Punkte auf das Programm der Konferenz zu fetzen, so wird die englische Regierung diese Dünsche eingehend prüfen. Diese Formulierung läßt befürchten, daß sich politische Fragen nicht ganz werden auf­halten lassen, so dah Deutschland der ganzen Lage nach wieder einen-sehr schweren Stand haben wird.

Britische Regierungslreise betonen ausdrück­lich. baß für sie nur der Teil der franzosisch- arncrikanlschen Abmachungen bindend sei, der .zwischen Amerika und Frankreich getroffen wor­ben sei. während den anderen einseitigen fran­zösischen Acußerungen nicht derselbe Charakter zugcfprochen werden könne. Vach Ansicht der britischen Regierung soll die Konserenz bal­digst zusammcntrcten. Der erste Teil ihrer Ar­beiten. der wahrscheinlich eine Woche bean­spruchen werbe, sott von Sachverständigen der verschiedenen Schatzämter ausge­führt werden. Hierauf sotten nach britischer An­sicht die Regierungen ihre Finanzmini st er oder andere Kabinettsmitglieder für die Schluß- Verhandlungen entsenden. Außer der Frage des Garantiefonds und der Sachlieferung dürfte auch die Methode der Rückzahlung der suspendierten Reparationen durch Deutschland eine aufmerksame Prüfung fin­den müssen. Die britische Delegation werd« natur­gemäß von Schatzkanzlcr Snowden geführt werden.

Paris nimmt an.

Tie Lachvcrständigenkonfereu; gesichert.

Paris. 7.3ulL (WTB.) Die franzofische Regierung hat. wie Havas berichtet, die durch den englischen Botschafter in Paris. Lord Tyrrell, überbrachte Anregung der englischen Re­gierung angenommen, in der nächsten Woche eine Zusammenkunft des Ko­mitees der Schahamtssachverstän­digen in London einzuberufen. Dieses

soll im einzelnen die Durchführung des Deutsch­land bewilligten Moratoriums regeln.

.L'Oeuvre" und »Echo de Paris" berichten, dah die englische Regierung den kommen­den Montag für die Srpertenkonferenz vor- geschlagen habe. Di« französische Regierung ziehe jedoch Mittwoch oder Freitag vor. Die Sachverständigenkonferenz soll, so eruärt »Echo de Paris', nach Ansicht der englischen Regierung eine Rcgierungskonferenz vorde­re i ten. Driand habe im Romen der Regierung wohl die Sachverständigenkonserenz angenommen, aber die Entscheidung der sranzösischen Regie­rung hinsichtlich der Regierungskonferenz sich Vorbehalten. Einzelne* französisch« Minister glaubten jedoch, wie _L Oeuvre" mitteilt, daß eine Regierungskonferenz unver­meidlich sei und sich nach denBeratungen der Schatzamtsachverständigen von selbst auszwin- gen werb«. Es komme nur barauf an, sie vorzu- be reiten.

Amerika zur Teilnahme bereit.

Washington wünscht Verlängerung der Rüdzahlungsfrist.

Washington. 7. Juli. (WTB.) Das Staatsdepartement gibt folgende Verlaut­barung bekannt: Die Regierung der Vereinigten Staaten erfährt mit großer Freude, daß die bri- kische Regierung eine Konferenz der in­

teressierten Mächte einberufen hat, die schleunigst in London zusammentre- t c n soll, um die Einzelheiten der Durchführung des Hoover-Planes auszuarbellen. Die amerika­nische Regierung ist überzeugt, baß auf dieser Konferenz, bie im Geiste gegenseitigen guten Wil­lens und tn einer von ber Hoffnung auf eine Besse­rung der wirtschaftlichen Lage der Welt gereinig­ten Atmosphäre zusammentreien wirb, die Ver­treter ber verschiedenen Regierungen bei dem technischen Bemühen, die Probleme _ der Anwendung des Planes in einer Weise zu losen, die voll dem Geiste und dem Sinn des H o o - verschenVorschlagS entspricht, aurauf geringe Schwierigkeiten stoßen werden.

Im Außenamt wurde weiter erklärt, die Re­gierung der Vereinigten Staaten werde sich gerne an internationalen Konferenzen beteiligen, die mit dem Hoover-Plan zusam- menhängen, und zwar sowohl an einer Konferenz ber Außenminister ber in Frage kommenden Staa­ten wie an einer Konserenz der Finanzexperten. Sollte es auf der ersteren Konserenz gelingen, Frankreich zu einer Verlängerung der ge­stern vereinbarten Frist zu veranlassen, in der Deutschland die auf ein Jahr gestundeten Beträge nachzuzahlen hat, so würde die amerikanische Regierung Dies ausS wärmste begrüßen. Präsident Hoover hätte zuerst 35, bann 25 Jahre vorgeschlagen und betrachtet eine Frist von zehn Jahren alS zu kurz.

Großzügige Hilfsaktion der deutschen Wirtschaft.

Tausend große deutsche Zinnen aller Wirtschaftszweige stellen zur Stärkung des Vertrauens und Stützung des Kredits der Deutschen Golddiskontbank eine Ausfallbürgschast von einer halben Milliarde zur Verfügung.

Berlin, 7. Juli. (WTB.) Reichsbankprasi- bent Dr. Luther macht« in einer Pressebespre­chung davon Mitteilung, dah er c i nen Brief, unterzeichnet von allen maßge­benden deutschen Wirtschaftkreisen. den Banken, ber Industrie, dem Handel und der Schiffahrt erhalten habe. Es handelt sich dabei um tausend der größten deutschen Firmen. Der Brief hat folgenden Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Reichsbankpräfidentl

Die Botschaft des Präsidenten Hoo­ver hat der weit den Ernst der deutschen Lage offengelegt. 3n der Zeit, die zwischen der Verkün­dung dieser Botschaft und ihrer Annahme verstrichen ist, hat sich die Lage noch verschärft, wir hoffen, dah die nunmehr erfolgte Zustimmung aller be­teiligten Staaten zu dem Pakte die Grundlage für den, wenn auch sicher schwierigen Wiederaufbau bietet. Das Ziel muh jetzt fein, das vertrauen auf Den tfchland und in Deutschland wieder herzu st eilen, weitere Kreditkündi­gungen zu vermeiden und dem Devisenabfluh Ein­halt zu bieten. Wir haben uns entschlossen, unsere Mithilfe durch Zusammenfassung der deutschen Wirtschastsk räfte in folgender weise zur Verfügung zu stellen:

Unter Führung der Deutschen Golddiskontbank wird von deutschen Unternehmern aus Industrie. Banken, Schiffahrt und handel ein Grantie- s y n d i k a t gebildet, das eine Ausfallbürg- schäft in höhe von 5 0 0 Millionen Go 1 dmark übernimmt, um durch dies« Garantie- mahnahme die Aktionskrafl der Deut- schen Golddiskontbank zu stärken. Diese Haftsumme wird nach einem bestimmten Verfahren auf die 1000 gröhten deutschen Unternehmungen umzulegen sein, wobei an einen bereits vorhande­nen Schlüssel gedacht ist. wir sind uns bewuht, wel­ches Obligo eine solche Summe für uns bedeutet, sind aber zu dieser Leistung bereit, um die Deutsche Golddiskontbank, die sich bereits früher in schwieri­ger Lage als eine Hilfe für die deutsche Wirtschaft bewährt hat, so zu stärken, dah sie über ihren bisherigen Rahmen hinaus, namentlich in der jetzigen schwierigen llebergangszeit, a l s Kreditinftrument wertvolle Dienste leisten kann. Diese unsere Garantieleistung kann jedoch nur wirksam sein, wenn es der Reichsbank­direktion gelingt, in der Zusammenarbeit mit den ausländischen Votenbanken die für die deutsche Wirt­schaft und die deutsche Kreditlagc notwendigen Erleichterungen unter Mitwirkung der aus­ländischen Bankwelt uns zu verschaffen. wir bitten Sie, sehr geehrter Herr Reichsbankpräsident, die zur Verwirklichung dieses Vorschlages notwendi­gen Mahnahmen in die Wege ju leiten.

Reichsbankpräsident Dr. Luther betonte, baß durch diese deutsch« Kraftleistung ein starkes neues deutschesKreditinstitut geschaf­fen werden soll. Die entsprechenden Maßnahmen sollen mit größtmöglichster Beschleunigung durch­geführt werben, um dem Auslande zu zeigen, daß die deutsche Wirtschaft von sich aus eine

außerordentlich« Kraftleistung vollbringt, die neben dem Zusammenwirken mit dem Auslände möglich sei. Das Ausland soll sehen, bah Deutsch­land au6 sich alles notwendige selbst tu«, um den bestehenden Schwierigkeiten Herr tu werben. Wi« Dr. Luther weiter mitteilt. yan- belt es sich um eine vorübergehende Hilfsaktion in der gegenwärtigen Votzeit. Cs soll durch sie dem normalen Kreditgeschäft zwischen dem Privatbanken des 3n- und Auslandes eine Stühe gegeben werden. Die Hilfsaktion sott ein Anlaß dazu sein, die ausländischen Kvedit- fleber zu veranlassen, ihre Kredite nicht auS Deutschland zurückzuziehen. Das Reichsbankdirek­torium erhofft von ber bloßen Tatsache dieser Aktion eine erhebli che Verstärkung de« Vertrauens im In- und Ausland zu Deutschland.

Was sagt die presse?

FreicBahn für großzügige Ltaalsresormen

Berlin, 8. Juli. (TU.) Da das Schreiben der führenden deutschen Unternehmungen an den Reichsbankpräsidenten erst in der letzten Stunde des Dienstags bekannt wurde, nehmen Mur einige Berliner Morgenblätter zu dem Schritt der deutschen Wirtschaft bereits Stellung. Die »D A Z." unterstreicht, bah nicht das Reich oder ösfenllich« Körperschaften, sondern das selb st verantwortliche Unternehmer­tum in nationaler Selbstlosigkeit und staats- erhaltendcr Gesinnung zu diesem mutigen und dankenswerten Schritt sich entschlossen hat. Die Wirtschaft trägt hoffentlich mit ihrer Initiative dazu bei, die Krise des Vertrauen« zurückzu­dämmen und die Bahn für neue schöpfe­rische Gestaltung der gesamten In­nen- und Finanzpolitik freizu­machen. Da die Bank für Inbustrievbligationen nach den geltenden Bestimmungen andere Aus­gaben hat, besteht nun die Votwendigkeit, sie durch Votverordnung mit der neuen technischen Ausgabe noch zu betrauen. Der Staat hat auch seinerseits die moralisch« Verpflichtung, an­gesichts ber großen opferbereiten Gemeinschafts­aktion der Wirtschaft alles zu tun, damit da« Gesundungswerk gelingt. Die »Do rsen- Zeitung" betont, die Hilfsbereitschaft der deut­schen Wirtschaft bedeutet ohne weiteres eine Tat. Vun wird es Ausgabe der Reichsregierung sein, den Forderungen und den Mahnungen, bie die Führer ber Wirtschaft seit Jahren im Hin- blid auf die Unehrlichkeit der Polittk und ber Wirtschaftsführung nach innen wie nach außen erhoben haben, endlich ernstlich Rechnung zu tragen. Der »D Örsen-Courier" meint, die freiwillige Bürgschaftsgewährung zahlloser weltbekannter Unternehmungen ist ein Beweis der deutschen Ruh« und des deutschen Zielbe­wußtsein«. Die »Deutsche Tage«zei- t u n g bezeichnet den Schritt der deutschen Wirt­schaft als eine Kraftleistung. Der »Do r- w ä r t s" sagt, so wünschenswert es wäre, dah diese Demonstration deutscher Wirtschaftsgruppen im Ausland den erhofften Erfolg erzielt, so wird man doch abwarten müssen, ob die Durch­führung des Gedankens ebenso fruchtbar fein wird als die Fixigkeit, mit der der Gedanke die erste Form gefunden hat.