Ausgabe 
8.5.1931
 
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Stenographen-Tagung.

* Friedberg, 7. Mai. Der Stcnographcn- DereinigungGa^lsberger, Verein für Einheits- Vur^chrift in Friedbergs war ans Anlaß des 30. Stiftungsfestes die Jahrestaanng des Bezirks Gießen übertragen worden. Am vergangenen Samstag fand in der Handelslehranstalt eine Unterrichtsleiterbesprechung statt, in der Stndienrat Detter (Lanbach) vor Schülern eine interessante Lehrprobe gab. Am Abend wurde dann die Vertretertagung abgehalten. Der Vor- sitzende der Friedberger Vereinigung Rudolf Klemm begrüßte die Stenographen. Der Be» zirksvorsitzende Prokurist Kuhl (Gießen) er- stattete den Jahresbericht. Der Bezirksrechner G r a v e l i u s (Gießen) trug den Kassenbericht vor. Als Ort für die Dezirkstagung 1932 Wurde Büdingen gewählt.

Eisenbahn und Autobusse brachten am Sonntag­morgen die Weltschreiber aus den Kreisen Fried­berg, Gießen, Schotten, Wetzlar und Marburg nach Friedberg. Die Prüfung und Wertung der 481 Wettschreibarbeiten verursachte viel Arbeit. Dank der vorzüglichen Organisation des Wett­schreibobmanns Prokurist Siebert (Gießen) und seiner Mitarbeiter konnte das Ergebnis noch am Sonntag verkündet werden.

Hm 11,30 Uhr fand eine akademische Feier in der Augustinerschule statt. Der 'De­zi rksvorsihende beglückwünschte die Friedberger Stenographen-Dereinigung zu ihrem 30. Jubi­läum, Regierungsrat Grein für die Kreisver­waltung, Stadtrat Ehemann für die Stadt Friedberg, Syndikus Dr. Göbel für die Han­delskammer und Handelslehranstalt, Oberftudien- direktor Philipps für die höheren Schulen, der Vorsitzende der Ortsgruppe Friedberg des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes Essel und der Vorsitzende des Hessisch-Rassa^z ischen Kurzschriftverbandes Rechnungsdirektor Werner (Darmstadt) beglückwünschten eben­falls den Verein. Dann hielt Oberstudiendirektor Professor Pfaff den Festvortrag. 3n längeren Ausführungen bewies erdie nationale und wirtschaftliche Bedeutung der Circheitskurzschrift". Besonderen Dank widmete der Bezirksvorsitzende Kuhl im Anschluß an den Vortrag dein Fest­redner, dessen Bemühungen es gelungen sei, die deutsche Einheitskurzschrift zu schaffen. Er brachte ein Hoch auf den Reichspräsidenten, unser Hessen­land und das deutsche Vaterland aus. Mit der (Zubelouvertüre von Dach schloß die eindrucks­volle Feier. An ein geselliges Beisammensein im Hotel Trapp schloß sich die Verkündung des Ergebnisses der Wettschreiben an. Die besten Arbeiten konnten mit Ehrenpreisen ausgezeichnet

werden. Am Abend fand dann die eigentliche Feier der Vereinigung Friedberg im Hotel Trapp statt. Gin flott gespieltes Theaterstück, GesangS- und Musikvorträge füllten den Abend. Auf die Ergebnisse des WettschveibenS kommen wir noch zurück.

Edeka-Bezirkstagung

und Ausstellung in Marburg.

WSR. Marburg, 6. Mai. Der Bezirk Frankfurt des Edeka-Derbandes, der sich von Kassel bis nach Rheinhessen und Aschaffenburg erstreckt, hielt hier seinen Frühjahrs-Bezirks­tag ab, zu dem sich etwa 80 Vertreter aus allen Orten des Bezirks eingefunden hatten. 3n den Vormittagsstunden beschäftigte man sich zu­nächst mit Internen Angelegenheiten, wobei Beh­rens, Frankfurt, über den Warenmarkt der Zweigstelle, und Leugner, Hamburg, über den Warenmarkt der Imvortstelle berichteten. 3n der anschließenden öffentlichen Sitzung gab der Ob­mann Kaufmann Schweitzer, Frankfurt a. M., einen kurzen Bericht über die wirtschaftliche Lage der Kleinkausleute, die infolge der Konkurrenz der Konsumvereine, Warenhäuser und Hausierer schwer um chr Dasein zu kämpfen hätten. Stadt­rat Pahge, Berlin, hielt alsdann einen Vor­trag über die Spar- und Arbeitsgemeinschaft der 3ungkaufleute, die jetzt innerhalb des Edeka-Der- baudes gegründet worden ist und das Ziel er­strebt, tüchtigen Rachwuchs im Sinne des Ge­nossenschaftsgedankens der Edeka heranzubilden bzw. den 3ungtaufleuten bei Selbständigmachung behilflich zu sein. Der Redner empfahl in einem weiteren Vortrag, sich mit den neuesten Ergeb­nissen der Gesundheitslehre zu befassen, um die von der Reformbewegung empfohlenen Lebens­mittel in den eigenen Verkaufsbetrieb eingliedern zu können. 3n den Bezirksvorstand wählte man an Stelle von sahungsgemäh ausgeschiedenen Mit­gliedern die Herren Hoffmann, Hanau, und Wolff, Mainz. Ort der nächsten Tagung ist Mainz.

Mit der Tagung war eine von der Edeka-Genos­senschaft Marburg veranstaltete, großzügig an­gelegte Werbe-Ausstellung von Edeka-Erzeug- nissen in den Stadtsälen verbunden. Kaufmann Arnemann wies auf die Bedeutung der Aus­stellung hin, Oberbürgermeister Mueller, Land­rat Schwebe! und Landwirtschaftsrat Schlicht be­grüßten die angeftrebte Propagierung deut­scher Waren. Reben den Edeka-Geschäften hatten auch die Großlieferanten der Edeka ausgestellt. Die Landwirtscbaftskammer Kassel empfahl das deutsche Frischei. Eine Sonderschau landwirtschaft­licher Erzeugnisse ergänzte die Ausstellung.

Oer Haubmordversuch bei Kahenfurt vor Gericht.

WSN. Limburg, 7. Mai. Auf der Kreisstraße Forsthaus Langengrund Heilanstalt Waldhof-El­gershausen überfielen am 2. Dezember v. I. die Ar­beiter Wilhelm L ü ck h o f f und Johann Oma aus Dillenburg den Postboten Jakob Weber aus Katzenfurt, brachten ihm durch einen Kopfschuß lebensgefährliche Verletzungen bei und raubten ihm etwa 10 2 Mark. Sie hatten sich jetzt vor dem hiesigen Schwurgericht wegen Mordversuchs und Raubes unter erschweren- den Umständen zu verantworten. Beide Angeklagte schilderten die Tat als Folge der Erwerbslosigkeit und der in ihren Familien herrschenden Rot. Nach umfangreicher Beweisaufnahme beantrage der Staatsanwalt für beide Angeklagte elf Jahre Zucht­haus. Das Gericht verurteilte Lückhoff zu fünf Jahren sechs Monaten drei Wochen Zuchthaus, Grna zu elf Jahren sechs Monaten einer Woche Zuchthaus. Beiden wurde die Untersuchungshaft angerechnet. Die bür­gerlichen Ehrenrechte wurden ihnen auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Das Gericht betonte in der Urteilsbegründung, daß die Beamten, die durch ihren Dienst gezwungen wären, mit verhältnismäßig viel Geld sich auf einsamen Landstraßen zu bewegen, geschützt werden müßten.

Rundfunkprogramm.

Samstag, 9.2Hai.

7.15 bis 8.15 Ähr: Bad Reuenahr: Frühkon­zert des Kurorchesters. 10.20 bis 10.50: Schul­funk Don einer 3talienreise: Reapel. Don Dr. Walter Benjamin. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der 3ugend: Maria Stuart, von Schiller. 16.30: Wiesbaden: Konzert des Städti­schen Kurorchesters. 18.10:Christian Morgen­stern Zum 60. Geburtstag des Dichters." Er­innerungen von Friedrich Kahhler. 18.45:Die Wirtschaftskrise in ihrem Zusammenhang mit un­serer politischen Lage." Dortrag von Professor Lederer. 19.15: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Neapolitanische Volkslieder. 20.45: Cabarett der Komiker. 22.20 bis 24: Unterhaltungsmusik.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

6. R. Nach der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931 und der hessischen Ausführungoer- ordnung vom 31. März 1931 (Reichsgesetzblatt Nr. 11 und hessisches Regierungsblatt Nr. 3) müssen den zuständigen Stellen (Kreisämtern, Polizeiämtern,

dem Landeskriminalpolizeiamt, den Landeskriminal­polizeistellen und Ortspolizeibehörden) unter den in § 1 der erstgenannten Verordnung aufgeführten Voraussetzungen angemeldet werdenöffent­liche politische Versammlungen, sowie alle Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himme l". Nichtöffentliche, z. B. auch politische Versammlungen geschlossener Vereine, wie die von Ihnen angegebenen, bedürfen nicht der Anmeldung. Dagegen bedürfen alle Versammlungen und Aus­züge unter freiem Himmel, und zwar auch solche nicht politischer Art, der Anmeldung. Ausgenom­men sindgewöhnliche" Leichenbegängnisse, dieher­gebrachten^ Züge von Hochzeitsgesellschaften, kirch- liche Prozessionen, Bittgänge und Wallfahrten.

Du, ich höre Deinen Herzschlag

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wie schnell und unregelmäßig I"

Du irrst I Als Medizinerin kann ich Dir sagen, daß Du nicht meinen Herzschlag, sondern Deinen eigenen Puls gehört hast, der Dir im Ohr klingt, sobald Du es verdeckst. Bitte, fühle meinen Puls; er ist ganz ruhig und nor­mal. - Siehst Du, 72 in der Minute/' Woher nur bei mir diese Pulssteigerung?" Nun, Du und Dein unbelehrbarer Freund mußten natürlich heute nach Tisch wieder starken coffeinhaltigen Kaffee trinken."

Ich hätte nicht gedacht, daß die Coffein- Wirkung so auffällig sein könnte. - überdies schmeckt der coffeinfreie Kaffee Hag ja auch ganz vorzüglich."

Es ist schon so, Alfred, wie ich Dir immer sage; Kaffee Hag bleibt Kaffee Hag."

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