Ausgabe 
8.5.1931
 
Einzelbild herunterladen

8 gegen 7 Stimmen wurde dem Antrag der, Sozialdemokraten stattgegeben.

Siadtvorstand in Lauterbach.

A Lauterbach. 6.Mai. Die jüngste Sitzung des Stadtvorstandes befaßte sich zunächst mit dem Verkauf des Nutzholzes. Es ist nur ein Angebot eingelaufen. Der Zuschlag wurde erteilt. Der Verkauf von 67 rm Papierholz an die Zellulosefabrik Okriftel zum Raummeterpreis von 7,56 Mark fand ebenfalls die Zustimmung des Stadtoorstandes.

Die Gemeinderatsmitglieder Höll und Rausch fordern in einem Antrag, daß alle Haushaltungen, bei denen Wassermesser eingebaut sind und kein Gewerbe betrieben wird, ab 1. April 1931 bis auf weiteres pach dem seitherigen Pau­schal s y st e m veranlagt werden. Weiterhin ist ein Gesuch der Fleischerinnung eingelaufen um E r - mäßigung des Preises für gemessenes Wasser. Die Finanzkommission hat sich bereits mit diesen Gesuchen beschäftigt, jedoch eine end­gültige Lösung zur Vermeidung von Härten, sowie zur gerechteren Berechnung des Wassergeldes noch nicht finden können. Die Finanzkommission wurde beauftragt, neue Vorschläge auszuarbeiten und vor- zulegen.

Landkreis Gießen.

X Klein-Linden, 7. Mai. Unter zahlreicher Beteiligung der Einwohnerschaft und unter Voran­tritt der Gießener Reichswehrkapelle wurde am Mitt­woch der Veteran von 1866 und 1870/71, Eisenbahn­schaffner i. R. Heinrich Knapp auf dem hiesigen Friedhof zu Grabe getragen. Der Verstorbene war 86 Jahre alt und eine allgemein geschätzte Persönlich­keit er erfreute sich bis kurz vor seinem Tode der besten Gesundheit.

! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 7. Mai. Die landwirtschaftlichen Ar­beiten sind durch das naßkalte Wetter der letzten Woche etwas ins Stocken geraten. Die Kartoffeln sind noch nicht überall gelegt, auch nicht die Dickwurzkörner. Ebenso hat die kalte Witterung auf die Baumblüte gewirkt.

y Aus der nördlichen Wetterau, 7. Mai. Infolge der schlechten Aussichten für den Rotklee und den ersten Grasschnitt ist die A a ch - frage nach Wiesenheu und Dickwurz in unserer Gegend stärker geworden. Fast täglich sieht man Wagen, mit diesen Futtermitteln be­laden. nach den Orten des vorderen Vogelsbergs fuhren. Auch der Handel mit Stroh ist reger geworden. Dies wird J>on den großen Gutshöfen abgeholt.

Kreis Friedberg.

& Friedberg. 7. Mai. An der hiesigen Lehr- an st alt für Ob st bau und Landwirt­schaft fand ein mehrtägiger Lehrgan g r Baumwärter statt. Der abschließenden Prüfung wohnte auch Ministerialrat Bauer vom Hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft bei, der nach einer Ansprache die Diplome alsstaatlich geprüfter Baumwart" überreichte. Direktor Dr. Schad gab im Anschluß daran wertvolle Mitteilungen über neuzeitliche Maßnahmen im Obstbau. Unter den be­standenen Prüflingen wohnen im Kreise Gießen: Wilhelm Erb (Daubringen), Ludwig Haas (Wie- scck), Erwin Rinn (Heuchelheim), Ernst Schnei­der (Trais-Horloff), Karl Will (Leihgestern).

Kreis Schotten.

§ Ulrichstein, 7. Mai. Wie lange der Win­ter diesmal seine Herrschaft behauptet hat, ist daran zu sehen, daß erst jetzt hie und da an­gefangen wird, das Vieh auf die Weide zu tteiben, obwohl wir schon seit einer Woche im Mai stehen. In sonstigen Iahren konnte der Weide- .bettieb meist ausgangs April beginnen. Der der letzten Holzversteigerung der Ge- t meinte wurde auch das für den Dau einer Iugendherberge angefahrene Holz mitver- * steigert. Damit ist ter Plan, hier eine Iugente herberge zu errichten, auf absehbare Zeit wieder fallen gelassen worden. Daß es zu dem ge­planten Dau nicht kommt, ist um so bedauerlicher, als die Gemeinde Ulrichstein außer freier Liefe­rung von Holz und Steinen und Stellung des Bauplatzes auch schon namhafte Beträge dafür in den Voranschlag eingesetzt hatte.

Ober-Schmitten, 6. Mai. Der Gau I (Sitz Hungen) des Radfahrbundes Oberhessen unternahm am vergangenen Sonn­tag eine Wanderfahrt nach Ober-Schmitten. Es be­teiligten sich daran die Radfahrvereine von Hungen, Ulfa, Eberstadt. Bettenhausen und Berstadt. Nach einer imposanten Korsofahrt durch die Ortsstraßen unseres Dorfes versammelten sich die Gauvereine auf dec Festwiese hinter dem Kirchhofschen Saalbau. Frl. Elfriede Hofmann begrüßte die Erschienenen in einem Prologe, der 1. Gauvorsihende Köhler ' feierte den Radfahrsport und brachte ihn in Der- bindung zu Volk und Vaterland. Auf den Begrü­ßungsreigen des Radfahrvereins Ober-Schmitten folgte ein Pflichtigen der beteiligten Gauvereine. In dem Radballspiel Eberstadt gegen Heu­ch ei h e i m bei Gießen siegte Eberstadt mit 9:1.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 6. Mai. Der letzte diesjährige Vortrag im Winterprogramm 1930/31 der hie­sigen Dürer-Gesellschaft wurde von Frau äln veriitätsprofessor D r. Bieber (Gießen) ge­halten über das ThemaPompeji im Lichte neuerer Ausgrabungen und For­schungen". Auf Grund chrer eigenen For­schungen, die Frau Prof. Bieber in der wieder ausgegrabenen Stadt gemacht Hut, brachte sie fünfzig ausgezeichnete Lichtbilder zur Vor­führung. Bei ihrem Vortrag ging die Rednerin von ter Feststellung aus, daß die furchtbare Naturkatastrophe des Desuv-Ausbruchs im Iahre 79 n. Ehr., bei der die blühenden Städte Pompeji und Herkulanum unter Schutt und Asche begraben wurden, der spateren Menschheit die Möglich­keit gegeben habe, einen genauen und tiefen Einblick in die Lebensweise der Römer, in ihre Sitten und Gebräuche zu bekommen. Di« Aus­grabungen gehen bis ins Iahr 1748 zurück, sie wurden aber ursprünglich völlig planlos und un­wissenschaftlich durchgeführt. Erst seit 1860 be­gann man auf Veranlassung der italienischen Regierung mit planmäßigen Ausgrabungen. Frau Prof. Bieber schilderte barm das früher an­gewandte vertikale APsgrabungsverfahren, das sich als unzweckmäßig erwiesen habe, und das neue horizontale Abträgen der Schuttmassen. Dieses neue Verfahren habe z. T. zu ganz über­raschenden Ergebnissen geführt und unsre Kennt­nisse z. B. des römischen Hausbaues bedeutend erweitert. Frau Prof. Bieber berichtete dann von der Fülle von neuen und lehrreichen Fun­den. die in der allerjüngsten Zeit wieder zutage gefördert wurden, vor allem erstaunlich gut er­haltene Gemälde und Fresken, herrliche Statuen, zahlreiche aufschlußreiche Inschriften usw.

Schwere Llnweüer.

Große Verwüstungen in Bad Homburg

Bad Homburg v. d. H., 7. Mai. (WSN.) In den heutigen Nachmittagsstunden ging im Tau­nus. namentlich an der Nordseite, ein Wolken­bruch nieder. Straßen wurden aufgerissen und Dämme durchbrochen. Die Bäche traten über ihre Ufer und überschwemmten alle tiefergelegenen Fel­der und Wiesen. Zum Teil bildet

das Vorgelände des Taunus eine ausgedehnte Seenfläche.

In Kirtorf ergoß sich die Flut in die Häuser. Im Wasser watend, mußten die Einwohner ihr Vieh aus den Ställen treiben, um es in Sicherheit zu bringen. In Seulberg trieb man das Bieh auf die Höhen. In Gonzenheim mußte man vor dem anstürmenden Wasser die Flucht ergreifen. In große Gefahr gerieten die Bewohner eines alten, baufälligen Gehöftes in Homburg, des Parkhofes. Brufthoch stand hier bereits das Wasser, als die Polizei zu Hilfe kam und die Bewohner, besonders die kleinen Kinder, in Sicherheit brachte. Entsetzlich sind die Verwüstungen im Homburger Kurpark. Der gesamte tiefer gelegene Teil wurde von der hohen Flutwelle getroffen.. Dämme wurden hinweggefegt, die Pflasterung der befestigten Wege fortgerissen, selbst schwere Randsteine der Fahrwege wurden beiseite gedrückt. Wege und Rasen wurden auf­gewühlt.

Der bedenklichste Schaden, den Homburg durch das Hochwasser erlitten hat, ist indessen die

Ueberflutung der Brunnen.

Sämtliche Brunnenanlagen stehen tief unter Wasser, das bis zu den Abendstunden noch kaum gefallen ist. Die Ueberflutung gefährdet die Brunnen aufs ernsteste und bringt schwere Verschlammungen mit sich. Der Park ist in den Abendstunden noch un­passierbar. Nur auf Brücken, die notdürftig ,auf Bänken hergeftellt worden sind, kann man ihn passieren.

Bier Menschen

im Llnwetter umgekommen.

WSR. Aschaffenburg, 7. Mai. Heute zwischen 16 und 17 Uhr entlud sich über dem nahe bei Aschaffenburg gelegenen, 3000 Ein­wohner zählenden Orte Hösbach ein schwe­res Unwetter. Es ging ein st a r k e r Wol­kenbruch nieder. Aus dem Spessart kamen ungeheuere Wassermassen gestürzt. Auf einer drei Meter breiten Sand st einbrücke stan­

den sieben Menschen, um die Herankommenten Wassermengen zu beobachten. Unter dem un­geheueren Druck dieser Wassermengen stürzte plötzlich die Drücke ein und riß die sieben Menschen mit in die Fluten. Einige davon, zum größten Teil junge Leute, konnten sich retten, während der neun Iahre alte Helmut Völker, die zehn Iahre alte Frieda R e t t i n g e r und der zwanzig Iahre alte Landwirt Anion Stab ertranken. Der sechzig Iahre alt« Konrad Rausch, ter ebenfalls von den Fluten weg- gerissen wurde, wurde gegen eine Pappel ge­schleudert und trug eine Gehirnerschütterung da­von. Er starb am. Abend. Die Wasserflut dauerte nur wenige Minuten.

Gewitterschäden in der Wetterau

* und im Vogelsberg.

0 Holzheim, 7. Mai. Das schwere Ge­witter in der letzten Rächt entlud sich zu einem großen Teile unmittelbar über unserem Ort. Gegen 1 Uhr zerschmetterte der Blitz einen Holz- mast der elektrischen Lichtleitung und zerstörte die Zuleitung des elektrischen Stro­mes. Auch der Fernsprechverkehr wurde unter­brochen. Erst heute mittag war es wieder mög­lich, unseren Ort mit Elektrizität zu versorgen.

) ( Ruppertsburg, 7. Mai. Außeror­dentlich schwere Gewitter entluden sich heute von 14.30 bis 18 Uhr über unsere Gemar­kung. Vbv l k en br u ch a r t i g e r Re gen, ver­mischt mit leichtem Hagel, machte die Gräben im Felde zu reihenden Bächen und rich­tete an den Fluren großen Schaden an. Sehr heftige elektrische Entladungen versetzten die Ein­wohner in Schrecken und schlugen mehr­mals ein, vor allem in die Lichtleitung zwi­schen hier, Laubach und Gonterskirchen.

Schadenfeuer durch Blitzschlag.

WSR. Lauterbach, 7. Mai. Gestern ging über der Gemarkung Lauterbach ein schweres Gewitter nieder. Im nahen Reuters traf der Blitz die Scheune des Landwirts Heinrich Köhler und zündete. Im Ru stand das Ge­bäude in Flammen. Die Ortsfeuerwehr und die freiwillige Feuerwehr Wallenrod mußten ihre Tätigkeit auf den Schuh der stark bedrohten Nach- barhofreite beschränken. Das Vieh konnte rechtzei­tig in Sicherheit gebracht werten, während ein großer Teil des übrigen Inventärs dem Feuer zum Opfer gefallen ist.

S.J.-ipor(

Zwei oberhessische Turnerveteranen.

Zwei verdiente oberhessische Turner feierten die­ser Tage fast gleichzeitig ihren 80. Geburtstag: Philipp Oßwald in Lich und Wilhelm Frutig in Hungen. Beide Iubilare üben als Schuhmachermeister heute noch ihr Handwerk aus. Mehr nod) als durch die Derufsgemeinschaft waren beite früher durch die Dante der Turner-- schaft in enger Freundschaft verbunden.

Ph. Oßwald wurde 1868 als Aktiver in den 1860 gegründeten Turnverein Lich aufge- nommen, in dem fein älterer Bruder schon in der Leitung stand. Die Zöglingsjahre eingerech­net, ist PH. Oßwald also jetzt 65 Iahre Mit­glied der Deutschen Turnerschaft. Von 1880 ab gehörte er fast zwei Jahrzehnte ununterbrochen dem Vorstand seines Vereins als 2. Sprecher und 1. Turnwart an. Unter seiner Turnwartschaft er­lebte der Verein eine Dlütezeit, von der die äl­teren Turner heute -noch gern erzählen. In den 80er und 90er Iahren war er außerdem ein ge­schätzter Kampfrichter. Die aus dem Turnverein hervorgegangene Freiwillige Feuerwehr in Lich zählte ihn zu ihren Gründern und eifrigsten För­derern, ebenso der Rothsche Männerchor, ter eben­falls im Turnverein fein« Keimzelle hatte. Das gesellige Leben fand unter Obwalds Leitung eif­rige Pflege. Der Turnverein Lich ernannte be­reits bei seinem 50jährigen Iubiläum PH. Oh- Wald zum Ehrenmitglied. Die Turnerschaft ehrte ihren Getreuen schon vor 10 Iahren durch Ver­leihung des Ehrenbriefs tes Mittelrhein-

k r e i s e s. Zu seinem 80. Geburtstag erhielt ter Iubilar noch die Ehrennadel tes Kreises. Der Vorstand des Turnvereins ehrte sein ältestes Ehrenmitglied zu seinem Geburtstag durch ein sinniges Geschenk.

Der Turnverein Hungen gehörte zu den frühesten Dereinsgründungen in Hessen. Er be­stand bereits 1848, löste sich in den politischen Wirrnissen der Zeit aber bald wieder auf. Es war vor allem Wilhelm Frutig, ebenfalls durch seinen alteren Bruder für die Turnsache be­geistert, ter sich 1873 um die Reubelebung und Wiedergründung des Hungener Vereins be­mühte. W. Frutig ist mithin 58 Iahre Mit­glied ter D. T. Don 1886 bis 1906 war er 1. Turnwart und in dieser Zeit auch als erfah­rener Kampfrichter im Gau tätig. Der Turn­verein ernannte ihn 1906 zum Ehrenturnwart. Während des Welttrieges sprang terAlte im Barte" nochmals in die Bresche und versah in Vertretung das Amt des Turnwarts. Bis jum heutigen Tage fehlt er selten bei einer Dererns- beranftaltung, und dem Iugendwart steht er noch mit Rat und Tat zur Seite. Vor zwei Iahren zeichnete die Turnerschaft den Getreuen durch Verleihung tes Ehrenbriefs des Mit­telrheinkreises aus. Lind jetzt erhielt ter Iubilar auf Antrag seines Vereins den C h re n- b r i e f der D. T., den Kreisvertreter Pfeiffer (Wetzlar) zum 80. Geburtstag überreichte. Die Hungener Turner huldigten dem verehrten Füh­rer durch einen Fackelzug.

Rund um die Anlagen.

Staffellauf der Gießener Vereine.

In vielen deutschen Städten wird alljährlich auf ursprüngliche Veranlassung der Deutschen Sport- behörde eie großer Staffellauf durchgeführt, an dem sich möglichst alle der DSB. angeschlossenen Vereine beteiligen sollen. Auch in Gießen wurde diese Ver­anstaltung einige Male durchgeführt. Das letztemal im Jahre 1925. Nunmehr soll diese Sitte erneut ausgenommen werden,

um die Bevölkerung in einen engeren geistigen Kontakt mit der Sportbewegung zu bringen,

die sonst immer nur auf die Betätigung auf dem Sportplatz beschränkt ist. Der LaufRund um die Anlagen" wird der breitesten Oeffentlichkeit Gelegen­heit geben, das frisch-fröhliche Leben und Treiben der Sportler und Sportlerinnen der Turner und Turnerinnen, der Aktiven, wie der Jugend erneut kennenzulernen.

Es ist erfreulich, daß man auch in Gießen diesen LaufRund um die Anlagen" wieder durchführen will, und nicht hinter anderen Städten zurücksteht, die die Läufe über längere oder kürzere Strecken durch das Stadtgebiet längst zur Tradition erhoben haben. Für diese Staffclläufe ist im Verbandsgebiet des WSV. ein bestimmter Tag festgesetzt worden, und zwar der 7. Juni. In Uebereinftimmung mit den beiden hiesigen Sportvereinen (VfB. Gießen und Spieloereinigung 1900) hat jedoch der Gau- Athletik-Sachbearbeiter in Berücksichtigung verschie­dener Umstände den kommenden Sonntagvormittag zur Austragung vorgeschlagen. Die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen.

Die Ausgestaltung und Durchführung des Laufes ist dem hiesigen VfB. übertragen worden, der zusammen mit der Spielvereinigung 1900 die Vorbereitungen treffen wird, und zum Teil schon getroffen hat.

Zur Teilnahme an diesem Lauf haben bisher neben den beiden Veranstaltern, die sich mit mehre­ren Mannschaften beteiligen, auch der Turnverein 1846, der Männerturnverein, der Verein Deutsche Jugendkraft, und von auswärtigen Vereinen, der

rührige VfL. Wetzlar Zusagen abgegeben. Unter diesen Voraussetzungen dürften sich spannende Ren­nen entwickeln, denen man mit um so mehr Inter­esse entgegensehen barf, als die hiesigen Turner und Sportler in der beginnenden diesjährigen Saison auf dem Gebiete der Leichtahletik bereits anspre­chende Ergebnisse erzielt und damit bewiesen haben, daß sie während des Winters nicht müßig waren. Es sei in diesem Zusammenhang an die Waldläufe, an den Jugendtog, an die Erfolge der Männer­turner in Frankfurt-Rödelheim erinnert. Nach dem bisherigen Meldeergebnis zu urteilen, ist mit einer

stattlichen Besetzung

in den einzelnen Klassen zu rechnen.

Vorgesehen sind Läufe der ^-Klasse (Aktive der Leichtathletik treibenden Vereine), die Mannschaften der 6-Klasse setzen sich aus Mannschaften jener Vereine zusammen, die nicht Leichtathletik als Haupt­sport betreiben. Außerdem gehen die Jugend und die Frauen an den Start. Auf den Ausgang der Läufe darf man mit Recht gespannt sein. Der Start erfolgt von der Loge (Dftanlage) aus. Das Ziel ist der freie Platz vor dem Stadttheater.

Anschieben

des Schützen-Vereins Gießen.

Bei guter Beteiligung hielt der Schützenoerein am vergangenen Sonntag und Montag fein Anschießen, verbunden mit einem Vereins-Preisschie- ßen ab. Aus dem Wettbewerb gingen als Sieger hervor:

3 0 0 Meter: 1. Hans Mangelsdorff, 2. Heinrich Appel, 3. Willi Horn.

17 5 Mete r,: 1. Phil. Nicolaus, 2. Adolf Möhl, 3. Richard Koch.

Billard-Siädtewettkampf Kaffel-Gießen.

Das in Kassel ausgetragene Städtespiel (Rücttpiel) zwischen dem 1. Gießener Billardklub und dem Kasse­

ler Billardklub erbrachte dem 1. Gießener Billard­klub einen weiteren Sieg mit 237 Punkten, so daß Gießen mit den im Vorspiel gewonnenen 285 Punk­ten mit insgesamt 522 Punkten Sieger geworden ist.

Krastsportgaumeisterschasten in Marburg.

Am kommenden Sonntag finden in Marburg die Gaumeisterschaften des Gaues I im 7. Kreis des Deutschen Athletiksportverbandes von 1891" im Ge­wichtheben, Ringen, Boxen ünd Rasenkraftsport statt. Hierzu hat auch der 1. Gießener Kraft- und Sport­klub zahlreiche Meldungen abgegeben. Trotzdem aus Kassel, Marburg, Friedberg, Alsfeld usw. gute Kräfte gemeldet sind, rechnet man doch auf ein gutes Ab­schneiden der Gießener Kraftsportler.

$ Sp. V. 1926 Steinbach.

Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Mann­schaft des FSpv. Steinbach die 1. Mannschaft des FC. Grünberg. Da die Steinbacher voraussichtlich mit Ersatz antreten müssen, dürfte kaum mit einem Siege zu rechnen fein.

Vor dem Spiel der 1. Mannschaften treffen sich die 2. Mannschaften der genannten Vereine im Gesell­schaftsspiel. Da die Steinbacher in neuer Aufstellung antreten werden, ist eine Vorhersage nicht möglich.

pfingstwanderfahrt

des Deutschen Kanuverbandes.

Der Oberrhein- und Mainkreis tes Deutschen Kanuverbantes führt auch in diesem Iahve feine im Deutschen Kanuverband sehr beliebte Psingst- wanderfahrt durch. Diesmal ist der Mainstrom ausersehen, die große Schar der Kanufahrer aus­zunehmen. Di« Vorbereitungen sind im Gange, den Teilnehmern die schönste Mainstrecke zu er­schließen und ihnen die Fahrt so angenehm wie möglich zu machen. Eine inoffizielle Vor­fahrt beginnt in Kulmbach. Ab Würz­burg Karlstadt Rothenfels erfährt di« Veranstaltung ihren offiziellen Auftakt, um sich au den Pfingsttagen auf der Strecke RothenfelsWertheimKlingenberg zu einer mächtigen wasfersportlichen Kundgebung zu ge­stalten. Da die Kanalisierung des Maines/die begreiflicherweise von den Wasserwanderern keinesfalls begrüßt wird, immer weiter fort« schreitet, sollte jeder Paddler die Gelegenheit wahrnchmen und mit dem Deutschen Kanuver­band Pfingsten auf dem Main verleben.

An der Wanderfahrt werden sich vvraussichllich auch viele Kanusahrer ter Paddlergilde Gießen beteiligen.

Oie Vorrunde zur OZB.-Meisterschast.

Der Spielausschuh tes Deutschen Fuhball-Bun- des hat, trotzdem einige Vertreter der Verbände noch nicht endgültig feststehen, doch bereits die Paarungen für die Vorrunde zur Deutschen Fuß­ballmeisterschaft getroffen und schon für den 10. Mai sieben Spiele angeseht. Die einzelnen Paarungen lauten wie folgt:

In Leipzig: Sp. Dg. Leipzig Sp. Vg. (Fissenewerth-M.-Gladbach).

In Düsseldorf: Fortuna Düsseldorf Ein­tracht Frankfurt (Fuchs-Leipzig).

In Königsberg: VfB.Königsberg Dres­dener Sport-Club (Siebert-Forst).

In Deuthen: Beuthen 08 Hamburger Sport-Verein (Sackenreuther-Rürnberg).

In Berlin: Dennisborussia Berlin FV. 06 Breslau (Trimpler-Hamburg).

In Dortmund: DsB.Bielefeld Hertha- BSC. (Frih-Oggersheim).

In Kiel: Holstein Kiel Prussia Samland (Hundt-Remscheid).

Oer Sport im Reiche.

Im Fußball stehen die Vorrundenspiel« um die deutsche Meisterschaft im Vordergrund.

Die Leichtathletik steht in diesem Iahre im Zeichen der Vorbereitungen für die Olympi­schen Spiele 1932 in Los Angeles. Den Auftakt der großen internationalen Oteranstaltungen bil­det am Sonntag das Hans-Braun-Gedächtnis- Sportfest in München unter Teilnahme der besten Athleten aus Deutschland, Ungarn und Italien.

Im Handball setzen die Turner die Meister­schaft mit zwei Spielen ter Zwischenrunde fort In Derlin-Baumschulenweg stehen sich die Turn« gemeinde in Berlin und der TV. Vorwärts-Bres- lau mit seiner Männer- und seiner Frauenmann- schäft gegenüber. Im Tennis werden am Sonntag nachstehende Davispokalspiele ter zwei­ten Runde beendet: IapanIugosiawien in Agram, FinnlandAegypten in Helsingfors, Nor­wegenPolen in Oslo und BelgienEngland in Brüssel. Auch Oesterreichs internationale Mei­sterschaften im Wiener Prater stehen am Sonn­tag im Zeichen ter Schluß kämpfe.

Der Radsport bringt Bahnrennen an fol­genden Plätzen: Elberfeld, Krefeld, Hannover. Halle, Paris, Zürich und Basel. Im Straßen-- rennsport nimmt das Hauptinteresse die Deutsch­land-Rundfahrt. die am Sonntag mit der 6. Etappe von Erfurt nach Dresden fortgesetzt wird, in Anspruch.

3m Mvtorenspvrt find zu nennen daS Wiesbadener Automobilturnier und die Oester« reichische Tourist-Trophy.

3m Rennsport steht am Sonntag in Hoppe­garten das wertvolle Henkelrennen zur Entschei­dung an. Weitere Rennen werden in Hamburg- IS roßborstel, Hannover. Dortmund. Mannheim, Bremen. Leipzig (Traben) und in Paris gelaufen. 3n Rom wird das internationale Reitturnier unter Teilnahme der deutschen Reichswehrmann­schaft abgeschlossen.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Blutreinigung im Frühjahr.

Lin wichtiges Erfordernis der Körperpflege.

Die Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden setzt gute Verdauung, reine Säfte und reines Blut voraus. Es ist daher in weitesten Kreisen üblich, im Frühjahr längere Zeit hindurch ein mildes Ab­führmittel zu gebrauchen, um durch Beförderung des Stuhlganges die schädlichen Ablagerungen und Säuren, die sich während des Winters gebildet haben, auch dem Körper auszuscheiden und eine gute Blutzusammensetzung zu erzielen. Hierdurch wird der gesamte Organismus wohltuend erfrischt und der Entstehung von Krankheiten und Beschwerden wie Unbehagen, Beklemmungen, Mattigkeit und Kops- schmerzen vorgebeugt. Am zweckmäßigsten gebraucht man die als Abführ, und Blutreinigungsmittel her­vorragend bewährten Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen, die in jeder Apotheke zu 1,50 RM. die Schachtel erhältlich sind. Sie bestehen ausschließ­lich aus unschädlichen pflanzlichen Auszügen und Stoffen und enthalten keine chemischen Zusätze. Sie wirken zuverlässig, angenehm und schmerzlos. (117V