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Gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse.

Neue Vereinbarungen der Länder über die mittlere Rciic.

B e r l i n, 8. April. (ERB.) Unter Aushebung der bisher abgeschlossenen Vereinbarungen der Länder über die gegenseitige Anerkennung der Reisezcug- nisse der höheren Schulen ist ein neues A b kom­men abgeschlossen worden, das sich bezieht auf Gymnasien Realgymnasien, Oberrealschulen, deut­sche Oberschulen und Oberly,een. Die Vereinbarung, die im wesentlichen di« bisher schon gel- tenden Bestimmungen aufrechterhält und zusammcnfaßt, spricht aus, daß das Reifezeug­nis, das ein Angehöriger des Deutschen Reiches in einem deutschen Lande erworben hat, in einem anderen Lande alle Berechtigungen gewährt, die in beiden Ländern über­einstimmend mit dem Reifezeugnis der Schul- ?attung verbunden sind. Werden in den Ländern ür den Dercchtigunosnachweis verschiedene Forderungen gestellt, so ist die Gewährung der weitergchcndcn Berechtigung von der Entscheidung der Regierung des Landes abhängig, in dem dos Reifezeugnis als Berechtigungsnachweis v o r g e l e g t wird.

Außerdem ist eine Dereinbaruna der Länder über die sogenannte mittlere R e i f e getroffen wor­den. Das Zeugnis der mittleren Reife wird in diesem Abkommen a l s Vorbedingung für den Eintritt in Berufe oder Berufs- laufbahnen der mittleren Stuf« des Berufs aufbaues betrachtet. Für den Er­werb der mittleren Reife wird im allgemeinen ein mindestens lOjähriger Gefamtschul- lehrgang vorgeschrieben, der eine mindestens der preußischen Mittelschule entsprechende allgemeine Bildung verbürgt.

Privat« n S ch u l e n , die den an gleichartigen öffcntlick)cn Schulen gestellten Anforderungen ent- sprechen, kann ebenfalls das Recht zur Aus­stellung des Zeugnisses der mittleren Reife ver­liehen werden.

Kleine politische Nachrichten.

Reich-pkäsident v. Hindenburg konnte am Dienstag den Tag seines 65jäh- rigen Militärjubiläum- feiern. Aus diesem Anlaß sind ihm zahlreiche Glückwünsche zugegangen.

Der Oberpräsident der Rheinpro- v i n z hat folgendes Verbot erlassen: Auf Grund des tj 8 der Notverordnung in Verbindung mit der hierzu erlassenen Ausführungsverordnung des preußischen Innenministers verbiete ich hiermit sür die Rheinprovinz bis auf weiteres dasTragen einheitlicher, insbeson­dere militärähnlicher Parteiuni- formen oder Dundeskleidung der ADD AP., ihrer linier-, Hilss- und Reben- organisotionen, insbesondere der Sturmabteilun­gen (DA.), der Echuhstasfeln und der Hitler­jugend.

Der 60jährige reichsdeutsche Hauptmann a. D. Ludwig v. Maltitz aus Wesel am Rhein wurde für immer aus Oe st erreich ausgewie­sen. v. Maltih war seinerzeit unter der Beschul­digung festgenommen worden, Rational so- zialistcn, die wegen Tötung von zwei Reichst bonncrleutcu in der Huselandstraße in Berlin über die österreichische Grenze geflüchtet waren, Vor­schub g c l c i ft c t zu haben. Er wurde damals wieder sreigelassen.

3m Lippischen Landtag teilte der Vor­sitzende des Landespräsidiums, Drake, mit, daß das Landespräsidium beschlossen habe, den Volksentscheid auf Auflösung des Landtages am Sonntag. 26. April, durchzu­führen. Der Staatshaushaltsplan wurde darauf mit II gegen 9 Stimmen angenommen. Für den Etat stimmten die Sozialdemokraten sowie die beiden Abgeordneten der Demokratischen und der Voltsrechtspartei, dagegen die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei, die Landvolk- und

Mittelstandsfraktion sowie die kommunistischen Abgeordneten.

Kommenden Donnerstag werben unter den Parteien des jetzigen Rumpskobinetts in Thüringen die Verhandlungen um die Er­gänzung der Thüringer Regierung beginnen.

Rachrichtcn über einen günstigen Abschluß der Bank sür internationale Zah­lung e n int ersten Jahre ißVcr Tätigkeit eilen den Tatsachen weit voraus. Die Abschlußarbeiten find noch nicht beendet: ein Reingewinn kann da­her auch noch gar nicht sestgestellt werden. Zur Stunde kann nur soviel gesagt werden, dah das erste Geschäftsjahr mit einem angemessenen Gewinn abfchließen wird, der die Verteilung der in Artikel 53 des Dankftatuts vorgesehenen 6 Prozent Dividende auf das eingezahlte Grund­kapital von 103 187 500 Schweizer Franken sicher­stellt.

Die Danziger Schisfswerst von Klawitter sieht sich gezwungen, ihren Betrieb zu schließen. Am Samstag sind die letzten Arbeiter der Werft entlassen worden. Das Unternehmen hat über hundert 3ahre dem deutschen Schisfsbau und Danzigs wirtschaftlichen und industriellen Interessen gedient.

Aus aller Welt.

Am 14. April wohl de» Oberbürgermeister» von Berlin.

3n der Verwaltung der Reich-Hauptstadt wird in der nächsten Zeit eine Reihe von Verände- Tungcrt eintretey, die nach dem neuen Berlin- Gesetz notwendig geworden sind. So ist außer der Besetzung der Posten des Oberbürgermeisters, der beiden Bürgermeister und des Kämmerers auch die Wahl des neuen Gemeinde- ausschusses fällig. Diese wird am 9. April vorgenornme.i werden. Als Termin sür die W a h i des Oberbürgermeisters ist der 14. April festgesetzt. Der frühere Danziger Senat-Präsident Dr.Sahm ist nach wie vor aussichtsreichster Kandidat. Für den Kämmererposten stehen die Kandidaturen des jetzigen Kämmerers von Frankfurt o. M., A s ch, und des DizepräsOenten des Deutschen Städtetages Dr. Elsaß an erster Stelle. Heber die Besetzung der beiden Dürger- meisterposten sind die intersraktionellen Bespre­chungen noch nicht' abgeschlossen.

Eine hochherzige Stiftung.

Ein in Berlin ansässiger Oe st erreiche r, dessen Name nicht genannt werden soll, bat in dankbarer Anerkennung der in dem abgclausencn ersten Re­gierungsjahre vom Kabinett Brüning um die Wiederausrichtung der deutschen Wirtschaft und die Wiederherstellung des Vertrauens im In- und Auslande geleisteten w ertoollen politischen Arbeit dem Reichskanzler Dr. Brüning die Summe von 25000 Mark für Zwecke, deren Förderung dem Reichskanzler besonders am Herzen liege, zur Verfügung gestellt. Im Hinblick auf die große Arbeitslosigkeit und die in weiten Kreisen des deutschen Volkes herrschende bittere Rot, hat der Reick)skanzler von dieser Summe 5000 Reichs­mark an d i e Berliner Winterhilfe, 10 000 Reichsmark an d i e Deutsche Not­hilfe und 5000 Reichsmark an b i e Hinden - burgfpende überwiesen; die restlichen 5000 Reichsmark wurden für E i n z e l u n t e r st ü tz u n- g e n in Fällen dringender Not bestimmt.

Drei Touristen in Steiermark tödlich verunglückt.

Wie aus Admont gemeldet wird, sind i n d e n Wänden des Großen Buchsteins die während der Feiertage tödlich verunglückten Wiener Touristen-C l l i n g c n und Ade und der Et. Pöltener Tourist Lotz tot aufgefunden wor­den. Die Leichen werden zu Tal gebracht.

Zwei Lebende

aus den Trümmern von Managua geborgen.

Der nicaraguanische Rationalkongreß ist zu- famincngetretcn, jun über die Möglichkeit des Wiederaufbaues der' Hauptstadt zu beraten. Bisher sind 975 Todesopfer des Erdbebens bpstattet worden. Gestern wur­den aus den Trümmern eines Hauses zwei

kleine Knaben noch lebend hervor- ?e zogen. Sie waren eine volle Woche ebendig begraben, und man befürchtet, daß sie infolge der ausgestandenen Schrecken den Verstand verloren haben

Mit dem Kraftwagen in die Rhone gestürzt.

In der Rächt zum DienSiag hat sich in Genf inmitten der Stadt ein schweres Kraft­wagenunglück ereignet. Um Mitternacht bemerk­ten Passanten, wie ein Prwatkrastwagen i" voller Fahrt das Geländer durch­brach und in bi« Rhone stürzte. Trotz sofortiger Hilfsmaßnahmen gelang es infolge der heftigen Strömung nicht, den Führer, den Direktor einer Genfer Versicherungsanstalt, aus Der. zu befreien. Er konnte erst nach

längerer. Zeit als Leiche geborgen wer-

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den. Infolge des hohen Wasserstandes der Rhone ist es bisher noch nicht gelungen, den Wagen zu bergen, lieber die Ursache des Unglücks be­steht zur Zeit noch keine Klarheit.

Hilfsexpedition für Professor Wegener.

Der Gockberneur von Grönland, Daugaard- Jensen erklärte der ZeitungPolitiken" ge­genüber, daß augenblicklich von der westgrönlän­dischen Station Karmarujuk eine Hilfsexpe­dition vorbereitet wird, die Rachforschun­gen nach dem deutschen Gelehrten ProfessorWe- gen er anstellen wird. Dir Crpedition wird, so­bald das Wetter milder geworden ist, aufbrechrn.

Das Kerckhoff-Znstitut in Bat) Nauheim.

* Bad-Rauheim, 8. April. Das K e r ck - Hoff-Institut geht seiner innenbaulichen Vollendung entgegen. Der südliche Flügel mit der 600 Personen fassenden Kerckhoff-Dorlesungs- halle ist im wesentlichen fertiggestellt. Gegen­wärtig wird noch an der Inneneinrichtung des Rordflügels gearbeitet; in drei bis vier Wochen dürften diese Arbeiten beendet sein, so daß dann mit der wissenschaftlichen Institutsarbeit begonnen werden kann. Die offizielle Einweihung fin­det, wie wir hören, jedoch erst im Lause des Sommers statt, wenn Frau Kcrckhoff aus Los Angeles, die hochherzige Stifterin, hier an­wesend sein wird.

Rächsten Sonntag öffnet der fertiggestellte Süd- flügcl erstmals seine Tore zu einer in der Ge­schichte der Medizin bedeutsamen Sitzung, zu der zahlreiche führende Mediziner in die große Vor- lesungshalle eingeladen sind. Rach dem Dorbilde der Vereinigten Staaten von Amerika, wo ein Komitee zur Erforschung und Bekämpfung der Herzkrankheiten schon seit Jahren erfolgreich ar­beitet, hat nun auch die Deutsche Gesell­schaft für Kreislaufforschung eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Kerckhoff-In- ftitut herbeigeführt, um mit Unterstützung und Mitarbeit des Reichsgesundheitsamtes einWis­sens chaftliches Komitee zur Erfor­schung und Bekämpfung der Kreis­ln u f st ö r u n g e n" zu bilden. Die konstituierende Sitzung dieses Komitees findet am 12. April in der Kerckhoss-Dorlesungshalle statt. Die Tagung wird durch den Präsidenten des Reichsgesund­heitsamtes, Geh. Regierungsrat Dr. Hamel,

eröffnet und durch Pros. Vruno Kisch (Köln) von der Deutschen Gesellschaft sür Kreislaus- forfdnmg begrüßt. Anschließend werden svrochen: Prof. D-r. Franz Groedel, der Direktor des Kcrckhoss-InstitulS. über .Zirkulationsstörungen als BolkSkrankheit" und Prof. Dr. El>erhard Kock, Balneologe am Kerckhoss-Institut. über .Ziele und Wege der Kveislaufforfchung". An­schließend findet die erste Sitzung deS Wissen­schaftlichen Komitees zur Erforschung und Be­kämpfung der Kreislaufstörungen statt, in der auch die Aufstellung de» Arbeitsplans de- Ko­mitees erfolgt.

Am 17. und 18. April, im unmittelbaren An­schluß an die Wiesbadener Tagung für innere Medizin, veransta.tel die De re i n i g u n g Bad- Ra u h c , m e r A e r $ te im Kcrckvosf-Institut einen praktischen Diät-KursuS. Die ein teilen - den Vorträge halten Prof. V o l h a r'd - Frank­furt a. M. (aus der Gießener Schule von Geheimrat Prof. Dr. Bo i t hervorgegangen) über .Allgemeine Gesichtspunkte für die Ernährung von Kreislaufkranken mit besonderer 'Berücksich­tigung der Wirkungsweise und der Indikationen der kocksalzarmen Kost" und Prof. Grote über Säurc-Basengleichheit, vegetarische und Rohkost".

Oie Wetterlage

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Wettervoraussage.

Durch die Kaltluft über Skandinavien ist c» zur Bildung eines Hochdruckgebietes gekommen, wobei sich das flache Hoch über Deutschland mit dem Skan­dinaviens vereinigt hat. Allgemeiner weiterer Baro- meteronstieg führte bereits zur Auflösung der Wol- kendccke, so daß in fast ganz Deutschland heute ntorflcn heiteres Wetter herrschte. Auch die Tein- peraturen zeigen allenthalben Anstieg. Obwohl die neue Störung über Island ihren Einfluß weiter südwärts über die britischen Inseln erstreckt, so wird unsere Wetterlage vorerst im Zeichen hohen Drucks stehen, so daß das schöne Wetter anhält. Die Tem­peraturen werden durchweg ansteigen, und auch nachts erfolgt kein so starker Rückgang mehr wie seither.

A u s s i ch t c n f ü r D o n n e r s t a g: Meist heiter und trocken, nachts noch Temperaturrückgang bis in Gefrierpunktsnähe, tagsüber fortschreitende Erwär- mung.

Lufttemperaturen am 7. April: mittags 11,2 Grad Celsius abends 3,5 Grad; am 8. April: morgens 1 Grad. Maximum 11,6 Grad, Minimum 3,1 Grad.

DER TÜCHTIGE HANDELT!

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