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Umfangreicher Zigarettenschmuggel.

Oie Zentrale in Frankfurt am Main.

Frankfurt a. M., 7. Ian. (WEN.) Einer internationalen S chm ugglerbande von riesigen Ausmaßen ist die deutsche Zollfahn­dungsstelle auf die Spur gekommen. Bor einigen Tagen wurde auf dem Trierer Hauptbahnhof ein Mann verhaftet, der jede Woche mehreremals über Trier nach Luxemburg reiste. Zuerst fand man bei ihm nichts; als man aber das Eisenbahn« abteil untersuchte, entdeckte man Behälter, in denen lOOOO geschmuggelte Zigaretten ent­halten waren.

Diese Bgältet waren so geformt und uoter- ^ebracht, daß es aussah, als ob sie zur Ein­richtung des wagens gehörten.

Aus diesem Grunde waren sie bisher auch nicht entdeckt worden. Der Schmuggler gab sie dann auf verschiedenen kleineren und größeren Stationen, an * denen seine Helfershelfer warteten, heraus, und

dann gingen die Zigaretten nach Frankfurt a. M., wo sich die Zentrale befindet, und von da nach anderen Großstädten, wo schon seit Mona­ten ein umfangreicher Berkaus geschmuggelter luxem­burgischer und belgischer Tabakware'n beobachtet worden war.

Der eine sestgenommene Schmuggler hat allein mehrere hunderttausend Zigaretten geschmug­gelt. Dos gleiche taten aber noch andere Schmugg­ler, auch an anderen Grenzübergängen als Trier.

Man nimmt an, daß die großen Massen der Ziga­retten nachts mit Nachen über den Grenzfluß Sauer befördert, oder mit Drahtseilen in was­serdichten Gefäße n durch den nicht breiten Fluh gezogen worden sind. Weitere Verhaftungen in der Sache stehen bevor. In Berlin soll sich ein Hauptlager der geschmuggelten Waren befunden haben.

Das Gel- auf -er Straße.

Was man durch Preisrätsel entnehmen kann.

W2N. Dillenburg, 7. Jan. Wer glauben möchte, daß das Geld heute nicht mehr auf der Straße liegt, der muß sich durch eine interessante Geschichte, die aus dem Dillkreis berichtet wird, eines andern belehren lassen. In der Gemeinde Eisemroth hatte sich vor kurzem ein Unter­nehmen aufgetan, das sich stolzW e st d e u t s ch e s Exporthaus" nannte. In einer Notiz, die durch die Presse ging, wurde behauptet, daß die beiden Unternehmer an ungezählte Zeitungen des In. und Auslandes Anzeigen sandten, die ein P r e i s - raffel enthielten. Das Rätsel bestand aus vier Wörtern, aus denen je ein Buchstabe genommen werden mußte, die zusammengesetzt das Wort Metz" ergaben. 25 OOO Lösungen gingen ein. Besonders stark war das Ausland an den Lö­sungen beteiligt.

Jeder Löser des Rätsel» wurde aufgefordert, 7 Mark «lnzusenden. Dafür sollte er entweder einenprachtvollen" photographischen Apparat, oder eineelegante" Standuhr aus Pascha- Mahagoni erhallen, zugleich aber auch die An­wartschaft auf die in spätestens drei Monaten stallfindende Verlosung des mit der Rätsel- lösuug verbundenen Preisausschreibens.

Wer 7 Mark einsandte, konnte aber immer noch nicht an der Riesenauslösung teilnehmen. Er mußte wie­

derum eine BroschüreDer drohende zweite Welt­krieg" für 2 Mart kaufen. Schon die erste Auffor­derung auf Einsendung von 7 Mark brachte den beiden Unternehmern rund 21 000 Mark. Jetzt aber griff die Limburger Staatsanwalt« schäft ein, die durch Beamte der Frankfurter Lan« deskriminalpolizei das Exporthaus aushob. Es kamen dabei allerhand Dinge ans Tageslicht. Die Unternehmer kauften die angepriesene Standuhr f ü r 1,65 Mark und den Photoapparat für den gleichen Preis und setzten sie für 7Mark dann ab. Wie nun die Inhaber des Westdeutschen Exporthauses in einer Zuschrift an dieDill-Zei­tung" erklären, seien tatsächlich

25 OOO Lösungen und 21 OOO Mk. eingegangen.

Es sei auch wahr, daß sie für die Gegenstände durchschnittlich 6,50 Mark verlangten, ob­wohl sie nur 1,65 Mark kosteten (!). Der billige Einkaufspreis erkläre sich in größeren Ab­schlüssen. Das Angebot der Artikel sei neben dem Rätsel herlaufend erfolgt, und es sei jedem Löser freigestellt gewesen, davon Gebrauch zu machen. Jedem aber, der die richtige Lösung eingesandt habe, sein ein Trostpreis im Werte von 0,50 Mark zugesandt worden. Keiner der Kunden sei b c - trogen worden.

Der Mord bei Ortenberg.

Zu der gestern bereits berichteten Ermordung des Dienstmädchens Martha Peppel aus Ober- Seemen durch Ertränken des Mädchens in der Nidder zwischen Ortenberg und Selters erfahren wir weiter, daß als mutmaßlicher Täter der 21 Jahre alte Landwirt Wilhelm Lehr aus Altenstadt, der bereits am Dienstag vorsorglich in Haft genommen worden war, jetzt unter formellen Haftbefehl gestellt und dem Amtsgcrichtsge- sängnis in Ortenberg zugeführt worden ist. Lehr leugnet bis jetzt die Tat, insbesondere be­streitet er, irgendwelche Beziehungen zu dem Mäd­chen gehabt zu haben. Die gestern vorgenommene Sektion der Leiche ergab, daß sich das Mädchen in gesegneten Umständen befand, und in dieser Tat­sache dürfte wohl auch der Anlaß zu der Mordtat zu erblicken fein. Die Leiche wurde von der Staats­anwaltschaft zur Beerdigung freigegeben. Die polizei­lichen Ermittlungen hinsichtlich des Lehr werden zur Zeit mit Nachdruck fortgeführt.

Overheffen.

Geflügelausstellung -es Geflügel­zuchtvereinsAörbliche Wetterau". > Dettenhausen, 5. Ian. Der Geflügel- zuchtvereinNördliche Wetterau" (Sih Detten­hausen), veranstaltete am 3. und 4. Januar im Saale von Gastwirt Müller, Dettenhausen, feine 1. Allgemeine Geflügel-Ausstellung. Die Ausstellung, die weit über 20DHummern auf­wies, war gut vorbereitet und wurde rege be­sucht. Als Preisrichter waren die Herren Leon­hard Rouge, Frankfurt a. M und Heinrich Jäger. Oberhörgern, tätig. Lieber 1OO Aus- stellungSnummern konnten mit der Rote »sehr gut ausgezeichnet werden. Folgende Züchter er­hielten Ehrenpreise:

Hühner: Italiener, schwarz: Adolf Steul, Dettenhausen; Karl Dlock, Dettenhausen. Ita­liener, gelb: Konrad Wagner, Muschenheim. Italiener, rebhuhnsarbig: Karl Bogt I., Lich; Richard Schmidt, Ko'benmühle. Italiener, silber­farbig: Gustav Radetzky, Lich. Italiener, weiß: Ernst Kuhl, Inheiden. Reichshühner, schwarz- weiß: Pfarrer Döring, Muschenheim. Reichs­hühner, weih: Konrad Wagner. Muschenheim. Hamburger, schwarz: Eduard Schäfer, Muschen- heim. Rheinländer: Lehrer Draut. Hattenrod; Wilhelm Diedenkopf, Munster; Heinrich Wei­sel, Muschenheim. Leghorn, weiß: Jakob Heil, Langsdorf. Barnevelder: Paul Decker, Muschen- heim; Karl Ludwig Albach II., Lich; Otto Müller, Dettenhausen. Whandotten, schwarz: Gg. Müller I., Dettenhausen. Whandotten, weih: Fritz 2lppel, Terstadt. Whandotten. silber: Karl Eise, Lich. Sussex, bunt: Richard Schmidt, Kolben­mühle. Rhodeländer: Heinrich Münster, Hatten­rod. Langschan, schwarz: Ludwig Zimmer, Lich.

Zucht stamme: Adolf Steul, Dettenhausen: Italiener, schwarz. Wilhelm Dommersheim, Det­tenhausen: Italiener, rebh. Ernst Dender, Grie­del: Hamburger, schwarz.

Grohgeflügel: Dronze-Puien: Ernst Müller, Bellersheim.

Zwerge: Sebr!ght, Porzellans.: Karl Müller, Lang-Göns.

Tauben: Hess. Kröpfer, blau: Heinrich Seipp, Treis-Mürz:nberg. Hess. Kröpfer, fahl: Heinrich Alles, Oberhörgcrn. Koburger Lerchen, gelercht: Wilhelm Djedenkopf; Münster. Reise-Brieftau­ben: Heinrich Heinz, Birklar.

L*nnDfrc4o (yiefrcn.

£ Wieseck. 8. Jan. Unser Mitbürger Johannes Rudolph unb Ehefrau Katharine begehen heute in voller geistiger und körperlicher Frische das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Rudolph war noch bis vor wenigen Jahren als Zigarren­orbeiter bei der Firma Georgi tätig, woselbst er

45 Jahre lang wirkte. Ebenso war seine Ehefrau lange Jahre beruflich in der Zigarrenfabrik tätig.

' Alten -Bus eck. 7. Jan. Der Kegelklub Gut Hol z" veranstaltete im Vereinslokal Koch seinen diesjährigen Theaterabend, der sehr gut besucht war. Zur Aufführung gelangte ein Schauspiel in sieben Bildern, das reichen Bei­fall fand. Die neu hergerichtete Bühne unter­stützte die Aufführung wesentlich. Das weitere Programm brachte Einakter, die ebenfalls viel Freude auslösten.

^.Lollar. 7.Jan. Am Sonntag fand im Gast­hausZum Schwanen" eine Besprechung statt, an der Vertreter aller Kreise der Einwohnerschaft teil« nahmen. Die Besprechung bezweckte die Grün- dung eines Vereins, der sicb die Wah­rung der Gemeindeinteressen zur Auf­gabe machen und bei Gemeindewahlen als b ü r g e r- kicher Wahlverein auftreten soll. Die Not­wendigkeit eines solchen Vereins wurde anerkannt und nach einer Aussprache ein Vorbereitender Ausschuß gebildet. Die Gründungsversammlung soll demnächst einberufen werden.

* Ettingshausen. 7. Jan. In der hiesigen Gemeindekasse wurden vor einiger Zeit Unregelmäßigkeiten festgestellt, die dazu führten, daß der Gemeinderechner feines Amtes enthoben und die Verwaltung der Gemeindekaffe dem Gemeinderechner Pein von Riederbessingen übertragen wurde. Rach dem bisherigen Ergebnis der Ermittlungen fehlt in der Kasse ein Betrag von etwas über 3000 Mark, der sich aus Gemeindegeldern der ver­schiedensten Art zusammensetzt. Die gerichtlichen Ermittlungen find noch im Gange.

- Lang. G öns, 7. Jan. Auf der 3. Allgemeinen Hüttenberger Geflügelschau, die vom 9. bis 11. Januar in der Turnhalle zu Lang- Göns stattfinden wird, werden in 450 Nummern über 500 Tiere Geflügel (Zuchtstämme, Hühner, Tauben und Zwerge) gezeigt werden. Zahlreiche An« meldungen mußten zurückgewiesen werden, da der Platz in der Turnhalle nicht gereicht hätte.

Kreis Schotten.

cl)Hartmannshain,7. Jan. Durch zahlreiche Ueberweisungcn ist die D an k s p e n d e an Vater Bender für das Vater-Bender-Heim auf 3680 Mark angewachsen. Das gut eingerichtete Heim hatte in der letzten Zeit nicht sehr viel Besuch; woran jedoch das ungünstige und unbeständige Wetter schuld fein dürfte.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

cZ Krofdorf, 7.Ian. Durch zahlreiche Neu­bauten in unserer Gemeinde unb durch immer mehr zunehmenden Wasserverbrauch ist man jetzt genötigt, weitere Quellen für öie SBafferlcitung zu erschließen. Zu diesem Zwecke werden gegen­wärtig im Gleibachtal, oberhalb der vorhandenen Brunnen Schürfarbeiten ausgeführt, die anscheinend erfolgreich sind, über deren abschließendes Ergebnis aber erst später berichtet werden kann.

< Klein-Rechtenbach, 7. Jan. Der G e - meinberat lehnte in seiner jüngsten Sitzung die Erhebung einer Nachtragsumlage für das Rechnungsjahr 1930 ab, da die Steuerkraft der Ein- wohner erschöpft sei und die bisher festgesetzten Ge- meindesteuern nicht eingezogen werden könnten.

Schwerer Autozusammenstoß.

WSR. Dillenburg. 7. Ian. In einer scharfen Kurve zwischen Breidenbach und Breiden stein ereignete stch ein folgen­schwerer Autozusammen stoß. Der von Breidenstein tommenbt Kaufmann Wagner aus Biedenkopf Prallte mit seinem leichten Per­sonenwagen mit einem aus Richtung Breidenbach kommenden Auto aufemanbet. Der Zusammen­stoß war so heftig, daß die Vorderteile beider Wagen vollständig in Trüm­

mer gingen. Der Kaufmann erlitt dabei schwere Derlehun gen, so daß er besin­nungslos in die Marburger Klinik übergeführt werden mußte.

licher Motorradunfall.

WSR. Mainz, 7. Jan. Auf der Straße zwischen Finthen und Wackernheim stieß der 20- lährige Motorradfahrer Fritz Ulrich aus Rier- stein, der den Kaufmann Hans Sander auf dem Soziussitz mitgenommen hatte, mit einem württembergischen Lastkraftwagen zusammen. Die beiden Motorradfahrer wurden sehr schwer verletzt. Sander, der ebenfalls aus Rierstein stammt, ist auf dem Transport ins Krankenhaus gestorben.

Oie Maus als Kaffenräuber.

WSR. A u e r b a ch a. d. D., 7. Ian. Der Wirt des Gasthofes3ur grünen Aue" machte in letzter Zeit öfters die Wahrnehmung, daß ihm aus der Kasse seines Ausschank-Büfetts von den darin ausbewahrten Papieren regelmäßig welche abhanden kamen. Als er an einem der Weihnachtsseiertage aber die Entdeckung machte, daß ihm ein Zehnmarkschein fehlte, glaubte er es mit einem Svitzbuben zu tun zu haben. Rach längerem Forschen machte ein an­wesender Gast den Vorschlag, einmal die Platte von dem Büfett zu entfernen, und dabei entdeckte man den vermißten Geldschein in zerfresse­nem Zustande in dem von dem Büfett nach dem Keller führenden Kanal, durch welchen die Dierleittmg führt. Eine Maus hatte ihn aus der Kasse geholt und wollte ihn die Dierleitung entlang nach dem Keller in ihr Rest bringen.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 7. Jan. Im Sommer v. I. wurden zur Rachtzeit in mehreren hiesigen Wirtschaften Einbrüche verübt, wobei den Dieben außer Bargeld insbesondere auch noch größere Mengen Rauchwaren in die Hände fielen. Hin die gleiche Zeit wurden auch mehrere Verkaufshäuschen in der Bahnhofstraße erbrochen und in einem Fall außer Zigaretten auch noch 40 Tafeln Schokolade

mitgenommen. Als Täter wurden zwei Wander­burschen ermittelt, von denen der eine wegen Diebstahls schon sehr erheblich vorbestraft ist. Die beiden, die sich erst hier kennengelernt hatten und mit entsprechendem Werkzeug ausgerüstet waren, waren sich gleich darüber einig, hier etwas anzudrehen". In der heutigen Verhandlung waren sie denn auch im wesentlichen geständig, hier vier Cinbruchsdiebstähle gemeinschaftlich aus- geführt und in einem weiteren Fall einen solchen versucht zu haben Mit Rücksicht auf das ab­gelegte Geständnis und in Anbetracht, daß der jeweilige Wert des Diebesgutes nicht sehr be­deutend war, wurde unter Zubilligung mildern­der ^Imstände der eine Angeklagte, der rückfällig war, zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren sechs Monat Gefängnis und der andere Angeklagte, der sich außerdem noch eines Betruges schuldig gemacht hatte, insgesamt zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen einen 62jährigen verheirateten Wann wegen eines an einem schulpflichtigen Mädchen begangenen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Der Angeklagte, der schon wegen derartiger Fälle vorbestraft ist, wurde zu einem Jahr sechs Monat Gefängnis verurteilt.

Ein ehemaliger Angehöriger des hiesigen Ba­taillons, der zur Zeit wegen Fahnenflucht eine längere Freiheitsstrafe verbüßt, hatte seinerzeit einen Vorgesetzten, der ihn wegen Achtungsver- leyung melden wollte, bedroht. Da dem Ange­klagten heute nicht ausreichend nachzuweisen war, daß er durch die Drohung seinen Vorgesetzten von der Erstattung der Meldung abhalten wollte, konnte er nicht wegen Widersetzung, sondern nur wegen Bedrohung eines Vorgesetzten in bezug auf eine Diensthandlung bestraft werden. Das Gericht erkannte gegen ihn auf vier Wochen geschärften Arrest.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

-DasArntsverkündigungsblattNr. 1 I vom 6. Januar enthält: Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. Bekanntmachung zum neuen Weingesetz. Ordentliche Sitzung des Kreis­tages des Kreises Gießen. Einführung der Bier­steuer in der Gemeinde Allendors a. d. Lahn.

SJ.-fporl

Die Deutsche Turnerschafi im Lahre 1931.

Das Jahr 1931 wird im Rahmen der Deutschen Turnerfchaft eine Anzahl bedeutungsvoller Er­eignisse bringen. Zu diesen gehören zunächst ein­mal Die großen Meisterschaftskärnpfe der Deutschen Turnerschaft, die Überlieferungsgemäh durchgeführt werden. Es kommen zum Austrag: Am 26. April in Essen die Gerätemeister- schaften, die insofern einen Höhepunkt dar- stellen, als dort die hundert besten Kunstturner der Deutschen Turnerschaft ihre Kräfte messen werden. Am 28. Juni gelangt dann die Hand­ball m e i st e r s ch a f t zur Durchführung, die erstmalig gemeinsam mit der DSB. in Verfolg der Einigungsverhandlungen ausgetragen wird. Am 2. August wird das Mannschafts- wäbelfechten zur Entscheidung kommen, das diesmal an die Stelle der Cinzelmeisterschäften tritt. Im August sollen dann die Volksturn- meisterschaften der Deutschen Turnerschaft, voraussichtlich in Berlin stattfinden, auch gemein­sam mit der DSD. f. L., so daß

zum erstenmal Meisterschaften vor sich gehen werden, die mit Recht den Anspruch auf wirk­liche Deutsche Aleislerschaslen erheben können.

Am 22. und 23. August folgen dann die Schwimmei st erschaften der Deutschen Turnerfchaft in Halberstadt, am 6. September die Vereinsmeisterschasten im Voltsturnen und am 12. und 13. September die Meisterschaften in den Sommerspielen und im Tennis. An diesen werden sich auch im Faustball und Schlagball die besten Mannschaften der DSD. beteiligen.

Darüber hinaus werden fast sämtliche 18 deutsche Turnkreise größere Veranstaltungen durchführen, die in erster Linie als Ausscheidungen für die Meisterfchaftskämpfe der Deutschen Turnerschaft gedacht sind. Auch einige Kreisturnfeste dürften zur Durchführung gelangen, soweit die wirtschaftliche Lage dies zuläßt. Fest steht bereits, daß der Turnkreis Thüringen vom 10. bis 12. Juli in Erfurt sein Kreisturnfest begehen wird. Aber auch sonst wird eine große Anzahl von Städte­treffen, Wettkämpfen, Gauturnfesten, Bergsesten, Staffelläufen, Wettschwimmen, Wettfechten sowie Volksturnwettkämpfen Zeugnis ablegen von der Dielseittgkeit und Leistungshöhe in allen von der Deutschen Turnerschaft betriebenen Tlebungsarten und Wettkampfzweigen.

Die erzieherische Arbeit und Lehrarbeit der Deutschen Tumerschaft wird in den Vor­tu rne r t re f f en gipfeln, die erstmalig 1931 in sechs Kreisgruppen zur Durchführung ge­langen. Aber auch sonst wird trotz der un­günstigen Wirtschaftslage gerade die Lehrarbeit nach wie vor mit Rachdruck Förderung finden, denn der Detrieb der Deutschen Turnschule in Berlin, der sich als außerordentlich segensreich für die gesamte Ausbildung des Führer- und Vorturnernachwuchses in der Deutschen Turner­schaft erwiesen hat, wird nicht nur in vollem Umfange aufrecht erhalten, sondern durch Er­höhung der Teilnehmeizahlen und durch die Ein­führung von Sonderlehrgängen noch beträchtlich erweitert werden.

Endlich fei auch noch der großen Tagungen der Deutschen Turnerschaft im Jahre 1931 ge­dacht. In den Tagen vor Pfingsten wird die Pressetagung der Deutschen Turnerfchaft in Worms stattfinden, nach Pfingsten schließt sich die Kreiswartetagung in Stralsund an. Hier werden sämtliche Fachwarte der Deutschen Turnerschaft, die in 18 Turnkreisen tätig sind, sich zu einer großen Tagung vereinen, die den Grund für die Gestaltung der technischen Arbeit in der Deutschen Turnerschaft während der kom­menden zwei Jahre legt. Den Höhepunkt der Tagung aber bildet der

Deutsche Turntag,

der am 28. und 29. August in Danzig durch­geführt wird. Der Deutsche Turntag ist die höchste Behörde der Deutschen Turnerschaft. 300 Abge­ordnete aus den 18 deutschen Turnkreisen gehören ihm an. Don seiner Entscheidung ist die Gestal­tung der ganzen tumerschaftlichen Arbeit im Jahre 1932 und 1933 abhängig.

Wintersportprogramm des Sonntags.

Geeignetes Wetter vorausgesetzt, werden die Win. tersportler mit einem großen Programm aufwarten. Die Terminliste verzeichnet: Skistaffellauf Brocken Altenau, Skimeisterschaft von Salzburg in Werfen, Oberlandlaufen in Schliersee, Jubiläumssportwoche in Engelberg, Oberschlesierlauf bei Bad Reinerz, Weltmeisterschaften im Viererbob in St. Moritz, Deutsche Iunioren-Bobmeisterschaften in Hahnen- klee, Deutsche Meisterschaften im Zweier- unb Vierer­bob in Wintersberg, Oesterreichische Schnellaufmei­sterschaften in Wien, Oesterreichische Herren-Kunst- laufmeisterschaften in Innsbruck, Ostpreußische Eis- Hockeymeisterschaften, Südwestdeutsche Eishockey­meisterschaften in Frankfurt.

Verlegung der Deutschen Eislauf-Meisterschaften.

Die für das Wochenende vorgesehenen Deut­schen Meisterschaften im Eiskunstlauf und Eis­schnellauf mußten jetzt wegen der ungünstigen Witterung verschoben werden unb kommen vom 16. bis 18, Januar in Hamburg zum Austrag.

Frihi Burger bleibt Meisterin.

Auf der in gutem Zustande befindlichen Eisbahn in Mödling bei Wien kam am Dienstag die öster­reichische Eiskunstlauf-Meisterschaft der Damen zur Durchführung, 'die Fritzi Burger mit Erfolg ver­teidigte. In einem umrahmenden Senioren-Kunst- laufen um den Gurschner-Preis siegte Dr. Distler vor Bernhauser und Hartmann.

Alemannia WormS schwer bestraft.

Für die Vorkommnisse, die sich am 30. Rov. im Anschluß an das Verbandsspiel gegen Wiesbaden auf dem Wormser Alemarmiaplahe abspielten, er­hielt der Verein jetzt eine Platzsperre von drei Monaten. Die Spieler Christ, Ebert Und Thalmeyer wurden drei, sechs bzw. zwölf Monate disqualifiziert.

Handball im Lahn-Oünsberg-Gau.

To. Ahbach I To. Dorlar I 1:3.

Die Ueberlegenheit der Platzbesitzer hielt in diesem Kampfe nicht während des ganzen Spiels an (rote berichtet), sondern äußerte sich lediglich in der zwei­ten Halbzeit.

Kurze Sportnotizen.

Deutsche Eishockeysiege gab es in Arosa und Zürich. In Arosa siegte Brandenburg Berlin über Star Lausanne 5:0 und in Zürich B^C. über Davos 5:2.

*

Für das Frankfurter Sechstageren­nen wurde jetzt der Holländer Pijnenburg und der Breslauer Rieger verpflichtet. Damit stehen, nach­dem der Holländer Piet van Kempen bereits enga­giert ist, die ersten drei Teilnehmer für die Frank­furtersix days" fest.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Ber-auungsstörungen.

Die man fie beseitigt.

Von Dr. med. Griebel, Frankfurt a. M.

Bei normaler Verdauung werden die wertlosen Nahrüngsrcste und verbrauchten Säfte, die sich im Darrn angesammelt haben, durch regelmäßige Ent­leerungen aus dem Körper entfernt. Bleibt jedoch der Stuhlgang infolge von Verstopfung aus, so werden die Schlacken des Stoffwechsels zu lange im Darm zurückgehalten und bilden den günstigsten Nährboden für Fäulnisstoffe und Darmgifte. Diese können in das Blut einbringen und viele Beschwerden Hervor­rufen. Mattigkeit, Angstgefühle, Schlaflosigkeit, Kopf­schmerzen und Appetitlosigkeit sind häufig nur auf ungenügende Stuhlentleerung zurückzuführen. Des­halb muß man mit größter Sorgfalt darauf achten, daß die Verdauung stets in Ordnung ist. Stellen sich Unregelmäßigkeiten ein, dann empfiehlt sich der Ge­brauch eines pflanzlichen Abführmittels. Eines der besten Mittel find Apotheker Richard Brandfs Schweizerpillen, die man in allen Apotheken erhält. Infolge ihrer rein pflanzlichen Zusammensetzung be- fettigen sie Verdauungsstörungen mild und ange­nehm. Sie wirken zuverlässig und sind auch bei län­gerem Gebrauch vollkommen unschädlich. 117V