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Nr. 261 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Samstag, r. November (951

Wirffchast.

Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt.

Am Brotgetreide m ar kt hat sich das Angebot verringert, so daß die Preise infolge besserer Mühlennachfrage sowohl für Weizen als auch für Roggen um je 7,50 Mark per Tonne gegen die Dorwoche anzogen. Infolge der Preis­steigerungen verhielt sich die Händlerschaft je­doch sehr reserviert. Größere Umsätze kamen nicht zustande.

Am Gerstenmarkt fehlte es fast vollkom­men an Angebot. Der Preis für Braugerste hat nicht unbeträchtlich angezogen, wobei die jetzt zum Abschluß gekommenen Stühungsmaßnahmen für Braugerste in Süddeutschland stark mitgc- sprochen haben. Die Tonne Braugerste stellte sich um rund 10 Mk. höher als in der Borwoche.

Hafer hatte im Einklang mit der übrigen Preisbewegung ebenfalls feste Tendenz, ohne daß Üie Umsätze größeren Umfang annahmen.

Am Mehl markt trat gegen Ende der Bor- Loche im Zusammenhang mit dem besseren Ge­schäft am Berliner Markt eine leichte Belebung ein, die sich jedoch nicht während der ganzen Woche erhielt. Lediglich Roggenmehl in greif» tatet Wate wat dauernd gut gefragt und im Preise wesentlich höher.

Durch außerordentlich feste Tendenz zeichnete sich weiterhin der Futtermittelmarft aus. Das Angebot war sehr klein. Da aber die Rach- stage wesentlich besser geworden ist, zogen auch hier die Preise weiter an. Stärkeres Interesse bestand vor allem für Kleie, Rachmehle, Sutter» doeizen und ölhaltige Futtermittel. Im Einklang hiermit haben auch die Preise für Rauh- Futtermittel eine kleine Befestigung erfahren.

Am Kartoffelmarkt setzte sich die Auf- kvärtsbewegung der Preise fort, da die Rachfrage aus Südwestdeutschland, Frankreich und Belgien beiter zugenommen hat. Der Preis für den Zentner Industriekartoffeln hiesiger Gegend stellte sich auf 2,85 Mark ab Frankfurt.

Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 74 Kilogramm 237,50, Roggen 72 Kilo­gramm 225226, Sommergerste für Brauzwecke 185-190, Hafer inländischer 162,5017°,50, Wei­zenmehl südd. Spezial 0 mit Austauschweizen 3738, do. Sondermahlung 3536, Weizenmehl Niederrhein. Spezial 0 3737,75, do. Sondermah­lung 35 -35,75, Roggenmehl 60prozentige Aus­mahlung 31,2532,25, Weizenkleie 9,25, Roggen­kleie 9,75, Heu südd. 5,00, Weizen- und Roggen­stroh drahtgepreßt 3,50, do. gebündelt 3,50, Tre­ber 12,25. Die Preise für Getreide verstehen sich per Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm.

*

* D i e Umgründung der Schröder- bank vollzogen. Eine Generalversammlung der I. F. Schröderbank K. a. A. in Bremen hat nunmehr formell den Geschäftsbericht nebst Ab­schlußziffern für das am 30. Juni beendete Ge­schäftsjahr und für das eingelegte Zwischen- geschäftsjahr vom 1. Juli bis 30. September ge­nehmigt. Den früheren Geschäftsinhabern und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Als wichtigster Punkt wurde die Umwandlung der Kommanditgesellschaft auf Aktien in eine Aktien­gesellschaft, die Norddeutsche Kredit­bank AG., Bremen, beschlossen. Sämtliche

Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt. Die Anteil­inhaber der früheren Kommanditgesellschaft auf Aktien waren durch den Treuhänder der Schröder­bank vertreten. Sie haben sämtliche Anteile zur Verfügung gestellt.

Unsicherheit in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 6. Rov. Im telephonischen Freiverkehr war heute zunächst ein f e st e r e r Unterton zu bemerken, wofür man die Kurs­steigerungen der deutschen Werte an den Ausland­börsen als Hauptmotiv anführte. Besonders pro­fitieren konnten hieraus IG.-Farben, in denen etwas Deckungsnachfrage bestand. Ausgehend vom Rentenmarkt, der auch heute weiter in schwacher Haltung verkehrte, griff dann allgemein grö­ßere Unsicherheit um sich, da die Brüning- Rede für die kommenden Monate kaum zu Opti­mismus Anlaß bieten kann. Nachdem IG.-Farben zunächst eine etwa Iprozentige Kursbesserung er­fahren hatten, erfolgte ein Rückschlag, wodurch sich der Kurs wieder auf das gestrige Niveau senkte. Bei den übrigen Papieren waren kaum Berände- rungen festzustellen. Reichsbankanteile neigten auch heute zur Schwäche. Im Nachmittagsverkehr herrschte fast nur Angebot vor, so daß sich die Kurse meist leicht senkten.

Die Konvertierungsgerüchte wollen immer noch nicht verstummen, so daß weiterhin Angebot auf den Rentenmarkt drückt. Die Kurs­einbußen betrugen heute bei kleinem Geschäft aber­mals bis zu 1 Prozent, sowohl für Gold-, als auch für Liquidationspfandbriefe. Auch kommu­nale Werte zeigen weiter schwache Beranlagung. Gut behauptet blieben nur Reichsschuldbuchforde­rungen.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2U.

Banknoten.

6.November

7.November

Amtliche Jlotierung

Amtliche Notierung

meld

»rief

Geld

»riet

Helsingsor» .

8,24

8,26

8.29

8,31

Wien. . . .

58,94

59,06

58,94

59,06

Prag . . .

12.47

12,49

12,47

12,49

Budapest . .

73,28

73,42

73,48

73,42

Costa . . .

3,072

3,078

3,072

3,078

Holland . .

170,03

170,37

170,03

170,37

Oslo ....

89.41

89,59

89,66

89,84

Kopenhagen.

90,91

91,09

91,16

91,34

Stockholm

91,41

91,59

91,66

91,84

London. . .

15,88

15,92

15,98

16,02

Buenos Aires

1,048

1,052

1,058

1,062

Neuyort . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brussel. . .

58,74

58,86

53,69

58,81

Ikalien. . .

21,78

21,82

21,78

21,82

Baris . . .

16,58

16,62

16.56

16,60

Schweiz . .

82,17

82,33

82,22

82,38

Spanien . .

36,91

36,99

36,91

36,99

Danzig. . .

82,37

82,53

82,37

82,51

Japan . . .

2,048

2,052

2,048

2,052

Niv ve Ian..

0,259

0,261

0,259

0,261

Jugoslawien.

7,473

7,487

7,473

7,487

Lissabon . .

14,39

14,41

14,39

14,41

»erlin, 6-Jtovembec ' -Selb

jlmeritanildie Noten Belgische Noten.........

Dänische Noten Englische Noten.........

Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........

Schwedische Noten Schweizer Noten.........

Spanische Noten Ungarische Noten

4,20

58,58

90,72

15,84

16,57

169,66

21,76

89,22

58.68

2,52

91,22

81,99

36,78

Bries 4,22 58,82 91,08 15,90 16,63 170,34 21,84 89,58 58,92

2,54 91,58 82,31 36,92

Reichsbankdiskont 8 v. h., Lombardzinsfuß 10 v. h.

Besserung des pfundkurfes.

Oie Reichsmark gehalten.

Die Veränderungen an den internationa­len Devisenmärkten waren gestern vormit­tag nicht erheblich. Das Pfund hat sich wei­ter leicht besestigen können, gegen den Dollar eröffnete es mit 3,76, um dann auf 3,7713 anzuziehen. Die Zusammensetzung des englischen Kabinetts hat an den Devisenmärkten Befriedi- aung ausgelöst, und man hofft, daß die Schwan- umgen des Pfundes sich in der nächsten Zeit in engen Grenzen halten werden. In Amsterdam hat sich das Pfund auf 9,30 befestigt, in Zürich auf 19,30 und in Paris auf 96. Der Dollar war gut behauptet, ebenfalls der französische Frank. Die Reichsmark war kaum verändert und

stellte sich in London auf 15,89, in Amsterdam auf 58,80 und in Zürich auf 121,25.

An den Devisenmärkten war das Geschäft am Nachmittag sehr ruhig, doch konnte sich das Pfund weiter etwas bessern. In Neu- hork ging es bis auf 3,7825 herauf, gegen den Gulden zog es 9,35 an, gegen Zürich auf 19,30 und gegen Paris auf 96,18. Der Dollar, der fran­zösische Frank und der Gulden behaupteten sich gut, die Reichsmark war gehalten. In London stellte sich auf 15,9250, in Amsterdam auf 58,6750 und in Zürich auf 121,30. In Stock­holm und Oslo lag sie fester.

Kleine Strafkammer Gießen.

Gießen, 6. Nov. Arn 14./15. Oktober 1930, der Nacht vor dem Gallusmarkt, kam es in Grünberg zu einer Schlägerei zwischen ver­schiedenen jungen Leuten. Mehrere von ihnen wurden der Körperverletzung angetlagt und auch zu namhaften Geldstrafen verurteilt. Ihre und der Staatsanwaltschaft Berufung konnte heute icht zu Ende geführt werden. Die Verhandlung wurde vielmehr vertagt; zur weiteren Klärung des Sachverhalts soll eine Reihe von Zeugen ge­laden werden.

Ein landwirtschaftlicher Arbeiter war von dem Amtsgericht Friedberg von der Anklage, einem Mitbediensteten aus dem verschlossenen Schrank L2 Mk. gestohlen zu haben, mangels Beweises sieigesprochen worden. Die Berufung der Staats­anwaltschaft war ohne Erfolg. Die Strafkammer war zwar der Auffassung, daß das Ergebnis der Beweisaufnahme den Angeklagten auf das schwerste belaste, hielt aber den letzten einwand­freien Beweis für seine Täterschaft nicht für erbracht.

(Hjctzcrrer Wochcnmarktpreise.

Gießen, 7. Nov. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Kochbutter von 1,00 Mk. an; lütter 1,20 bis 1,30; Matte 30 bis 35; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; Rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Römischkohl 8 bis 10; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 15; Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 80 bis 1,00;

Tomaten 35 bis 40; Zwiebeln 8 bis 10; Meer­rettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis 35; Kürbis 5 bis 6; Kartoffeln 4; Aepsel 8 bis 10; Dirnen 8 bis 10; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 1,00; Suppenhühner 80 bis 90; Gänse 80 bis 90; Nüsse 35 bis 40; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben Stück 50 bis 60; Eier 12 bis 13; Blumenkohl 20 bis 60; Salat 10 bis 15; Salatgurken 30 bis 35; En­divien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zenter 3,20 bis 3,50; Aepfel 4,00 bis 6,00; Weißkraut 2,00 bis 2 50; Wirsing 4,00 bis 5,00; Rotkraut 4,00 bis 5,00 Mk.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 8. November, von 11 bis nach 12 Uhr: Im Foyer: Einführungsvortrag zu Boris Godunow; von 15 bis 18 Uhr: Im weißen Rößl; von 20 bis 23 Uhr: Im weißen Rößl. Montag, 9. Nov., von 20 bis 23 Uhr: Im weißen Röhl. Dienstag, 10. Nov., von 19.30 bis nach 21.30 Uhr: Don Pasquale. Mittwoch, 11. November, von 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der Troubadour. Donnerstag, 12. Nov., von 20 bis 22.45 Uhr: Fidelio. Freitag, 13. Nov., von 20 bis 23 Uhr: Im weißen Röhl. Samstag, 14. Nov., von 19.30 bis gegen 23 Uhr: Doris Godunow. Sonntag, 15. Nov., von 15 bis 18 Uhr: Im wei­ßen Rößl.

Schauspielhaus. Sonntag, 8. November, von 14.30 bis nach 17.45 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; von 20 bis gegen 22 Uhr: Ein­maliger Tanzabend Niddy Impekoven. Mon­

tag, ,9. Nov., von 20 bis gegen 23 Uhr: Der Kauf­mann von Venedig. Dienstag, 10. Nov., von 20 bis nach 22 Uhr: Das kommt doch alle Tage vor. Mittwoch, 11. Nov., von 20 bis nach 22.15 Uhr: Strafgesetz. Donnerstag, 12. Nov., von 20 bis nach 22.15 Uhr: Dobby weint, Bobby lacht. Frei­tag, 13. Nov., von 20 bis gegen 23 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Samstag, 14. Nov., von 20 bis nach 22 Uhr: Das kommt doch alle Tage vor. Sonntag, 15. Nov., von 14.30 bis nach 17.45 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; von 20 bis nach 22.15 Uhr: Dobby weint, Dobby lacht.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei. Verantwortung.)

Eine Anfrage an die Stadtverwaltung.

Vor einiger Zeit hat die Stadt Gießen in den Tageszeitungen bekannt gegeben, daß die städti­schen Grundstücke, Grabgärten usw. wieder neu verpachtet werden sollten. Bekanntlich lauten die Pachtbedingungen, daß der Meistbietende die Grundstücke erhält.

Die nun zur Verpachtung der städtischen Grundstücke am 28. Oktober 1931 in der Kaiser- Allee erschienenen Interessenten erlebten aller­dings eine kleine Enttäuschung und mußten mit langen Gesichtern wieder abziehen. Denn gleich beim ersten Grundstück wurde bekanntgegeben, daß dieses Grundstück bereits an einen Vermessungs­obersekretär, der in einem städtischen Haus in der Kaiser-Allee wohnt, vergeben sei. Soweit zu er­fahren war, sogar Aum alten Preis. Das wirkte um so verwunderlicher, da die neuen Pächter alle mehr für die Grundstücke zahlen sollten und muh­

ten. Denn die Kommission nahm Gebote zum alten Preis nicht an.

Nun möchte ich die Stadtverwaltung einmal um Aufschluß in dieser Sache gebeten haben, da mir keine Notverordnung bekannt ist, die vorsieht, daß Deamte in städtischen Häusern, die auch bei ihrer Wohnung sowieso schon ein Stückchen Garten ha­ben, besonders bei Verpachtungen zu bedenken find. Oder gilt die Zeit nichts, die ein Inter­essent aufwendet und zur ausgeschriebenen Ver­pachtung geht? Warum schreibt man dann über­haupt die Verpachtung aus? Um Aufklärung in der Öffentlichkeit wird ersucht. H. A.

*

Sicherung gegen Keller-Einbrecher.

Um den Kellerfenstereinbrechern wirksam ent­gegenzutreten, empfiehlt es sich, in der Verlänge­rung des Kellerfensters je nach Höhe des Kellers drei bis vier Stäbe Stacheldraht anzubringen. Man läßt sich den Draht beim Einkauf gleich 80 Zentimeter lang abschneiden und befestigt ihn mit ziemlich großen Krampen in Abständen von 50 bis 60 Zentimeter fest am Mauerwerk. Der zum Kellerfenster einsteigende Spitzbube bleibt auf alle Fälle am Drahte hängen und je mehr er ver­sucht, sich loszureißen, um so fester gehen ihm die Stacheln in die Kleider. Wenn sich viele Ein­wohner dieses billigen Schuhes bedienen würden, unterbliebe mancher Kellereinbruch. W. A.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 ILjr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen

Anzeigenaflräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.

Neues für den Dücheriifth.

Die neue Reihe der Insel-Bücherei.

In dieser bereits in über zwölf Millionen Exemplaren verbreiteten Sammlung sind soeben neun Dände erschienen. DieChronik von Goethes Leben" bietet in einer Aneinander­reihung der wichtigsten Daten und Tatsachen des Goetheschen Lebens, das getreueste Spiegelbild leiner materiellen und geistigen Existenz; die Ausgewählten Gedichte" hat sich Stefan Zweig selbst zu seinem fünfzigsten Geburtstag am 28. November gewünscht; die in dem Band Sankt Nikolaus in Not" bereinigten Erzäh­lungen von Felix Timmermans sind von naiver Frömmigkeit und fröhlicher Lebensbe­jahung erfüllt; die NovelleDie Frau, die davonritt" von D. Sy Lawrence zeigt den abgründigen Dichter auf der Höhe feiner Ge­staltungskraft; Max Mell hat in demAlten deutschen Weihnachtsspiel" aus volkstümlicher Ueberlieferung die Geschichte von der Geburt des Heilands mit wundersamer Einfalt und Schlichtheit gestaltet; meisterhaft sind die beiden Novellen von Aldous H u x I e hDas Lächeln der Gioconda Der kleine Archimedes"; Nietzsches verzweifelter Schrei nach Verständ­nis klingt aus seinenFreundesbriefen" wieder; P l a t o sPhaidros, oder vom Schönen" ist das große Alterswerk des Philosophen; dasHand­orakel und die Kunst der Weltklugheit" von Balthasar Gracian ist durch die Jahrhun­derte hindurch für viele die Richtschnur ihres Lebens gewesen. (461.)

Karl Jasper: D i e geistige Situa­tion derZeit. Preis in Leinwand geb. 1,80 Mk. (Verlag von Walter de Gruyter & Co., Berlin W. 10.) 388. Die Darstellung nimmt ihren Ausgang von einer kurzen Charakteristik des be­kannten Schicksals der Massenordnung zur Fürsorge des Daseins aller, um die Grenzen jeder Daseins­ordnung und insbesondere der gegenwärtigen zu zeigen. Die an diesen Grenzen heute erwachsene Krise führt zu einer neuen Vertiefung des fast ver­lorenen Staatsbewußtseins und von ihm her zum Bewußtsein der geistigen Wirklichkeit als Ursprung und Raum allen menschenwürdigen Lebens. Das Buch möchte in die geistige Situation des Zeitalters einen möglichst umfassenden Blick tun lassen, um an den Punkt zu führen, wo der Mensch als einzelner sich selbst helfen muß, wenn überhaupt Menschen bleiben sollen.

Einleitung in d i e Soziologie. Von Prof. Dr. H. F r e y e r. In Sammlung Wissen­schaft und Bildung. 1,80 Mark. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) 413. Der Verfasser macht uns mit den wichtigsten soziologischen Struk- turbegriffen bekannt. Er geht auf die großen klas­sischen Systeme der Soziologie ein und führt den Leser so durch kritische Erörterungen der Kern­fragen in soziologisches Denken ein. Auf dieser Grundlage aufbauend, zeichnet er die Hauptrichtun­gen der gegenwärtigen Soziologie.

Dr. Karl Engisch, Privatdozent in Gie­ßen: D i e Kausalität als Merkmal der strafrechtlichen Tatbestände. (Beiträge zur Strafrechtswissenschaft. Neue Folge 1.) Ver­lag I. C. D. Mohr, Tübingen. Im Einzelverkauf 6 Mk., in Ganzleinwandband geb. 8 Mk., in der Subskription 5,40 Mk., in Ganzleinwandband geb. 7,40 Mk. (439) Noch immer währt der Streit um das Verhältnis des strafrechtlichen zum philo­sophischen ^Irsachenbegriff. Die Schrift zeigt unter eingehender Auseinandersetzung mit der Adä- quanztheorie, daß die Auffassung von der Iden­tität des strafrechtlichen und des philosophischen Kausalbegriffs zwar keine notwendige, aber eine mögliche und zweckmäßige Lösung des Problems darstellt. Der Verfasser will aber weiter auch dartun, daß der philosophische ölrsachenbegriff in der von der Bedingungstheorie verwendeten Formel der condicio sine qua non gar nicht in seiner Reinheit erfaßt wird, daß diese Formel durch eine Formel der gesetzmäßigen Bedingung zu ersehen ist. Eine Erörterung der Beziehungen zwischen Verursachung und Teilnahme bildet den Abschluß. Die Abhandlung ist so geschrieben, daß auch der nicht juristisch gebildete philosophische Leser leicht Zugang zu dem Kausalproblem im Strafrecht finden kann.

Friedrich Kottje: Illusionen der Wissenschaft. Eine notwendige Selbstbesin­nung zur heutigen Kulturkrisis. 264 Seiten 8°. Ganzleinen 9 Mk., Düttenumschlag 7 Mk. Verlag der I. G. Cottaschen Buchhandlung Nächst, Stutt­gart und Berlin. (435) Das temperamentvoll geschriebene Werk sucht den Nachweis zu erbrin­gen, daß die drei Ideale, die das wissenschaftliche Denken seit Descartes beherrschen: das Objet» tivitäts-, das Kausalitäts- und das monistische Erklärungs-Ideal, nur Illusionen des Intellektes sind. In kritischer Auseinandersetzung mit den philosophischen und physikalisch-naturwissenschaft­lichen Systemen stellt der Verfasser dem rational!» sierend-mathematisierenden Denken eine Philoso­phie des werteschaffenden schöpferischen Lebens gegenüber.

Hans tor Straaten: Die Technik des Erfolgs. Ganzleinen 5 Mk. (Felsen-Ver­lag, München 19.) (421) In Notzeiten wie jetzt ist es schwerer denn je, Erfolg zu haben. Heute genügt es nicht, daß gepredigt wird:Arbeiten und nicht verzweifeln"; heute müssen die Metho­den der Erfolgreichen gezeigt werden. Crfolgs- theorie ist heute nicht mehr ein dilettantisches Tasten, sondern eine gesicherte Wissenschaft. Tor Straatens Werk enthält zunächst einmal die Re­sultate der bisherigen Crfolgsforschung, und zwar sowohl der mehr akademischen Theoretiker als auch der lebensnäheren Erfolgspraktiker. Tor Straaten gibt dazu noch neue Erkenntnisse und legt die Grundregeln des Erfolgs dem Leser so klar vor, daß sie fast wie Selbstverständlichkeiten erscheinen. Er erläutert sodann die Grundregeln an einer Fülle von Beispielen jeglicher Art, so daß jeder imstande ist, von diesen Grundregeln aus das zu finden, was er für seinen Erfolg braucht.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, 8. November. 23. Sonntag nach Trinitatis.

Stadltirche. 9.30 Uhr: Pfr.Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr; 17: Pfarr­assistent Seemann. Iohannestirche. 9.30: Pfr. Bech- tolsheimer; 11: Kindcrkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Ausfeld; 20: Missions­stunde im Johannessaal: Pfr. Groh. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. Elifabeth- kleinkinderschule. 9.45: Psr. stic. Waas; 11: Kinder­kirche für die Petrusgemeinde; Pfr. stic. Waas. ->m Saale der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. Klein-Linden. ll:Kiydergottesdienft; 14: Hauptgottesdienst. Wic- seck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst; im An­schluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. Allen- Bufeck. 9.30, anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls. Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Lollar; 13.30: Mainz­lar. Hausen-Garbenleich. 10: Garbenteich; Feier des hl. Abendmahls; 13: Haufen. Watzenborn- Steinberg. 9.15: Beichte; 9.30: Predigtgottesdienst, im Anschluß Jugendabendmahl; Kollekte. Grii- ningen. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für Weickarts­hain; 11; Kinderkirche. Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stislspfarrer ©raubt.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 7. November.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beizte.

Sonntag, 8. November. 24. Sonntag nach Pfingsten.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommu­nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre- digt; 16.30: Versammlung der Jungfrauen-Kongre- aation; 17.30: Christenlehre und Andacht. Grün­berg. 9.45: Messe mit Predigt und Christenlehre. Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. Lich. 7 2Q- Hochamt mit Predigt. CoUar/8.45: Messe mit Predigt. Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt.

Montag, den 9. November.

Laubach. 7.30 Uhr: Messe.

Mittwoch, den 11. November.

Hungen. 7.15 Uhr: Messe.

Sonntnncibicnit b. n.'llvotbcfen an 8.11. al. S.-N.vr.Schttephake. DrSteinrelrfj. Ciiaelnvvit-cke.

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