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Aus der provinzialhauvtstadt.

Gießen, den 7. November 1931.

Trotz allem Fröhlichkeit...

Von JReinho 0 Braun.

Genießen heißt, sich und andern in Fröhlichkeit angehörenl

Goethe.

Freunde sahen beieinander. Jeder war ge­kommen, und mancher hatte weit fahren müssen, um von der geliebten Runde wieder einmal sich das Herz stärken und mit neuer Lichtheit be­schenken zu lassen.

Die Zeit war trübe. Unb die Quelle der Fröhlichkeit wollte nicht recht springen. Ts war diesmal nur wie ein mattes Nieseln, als ob eine unterirdische Gewalt ihr die Kraft verschnürt hätte. Da kam einer der Runde und legte einen großen Sorgenstein mitten hinein in das müde Gesprudel, und etliche andere taten ebenso und so fort, bis das Wasserlein hinter lauter finstern Steinen armselig vergluckste.

Einer der Runde aber saß da: der hatte bis­her geschwiegen. Jedoch das Zornrot war ihm mehr und mehr ins Gesicht gestiegen, als er sah. daß die Freunde sich nicht genug tun konnten mit dem Herzulegen immer neuen Weh- gebröckels. Da endlich rief er:Nun laßt's ober genug sein! Sonst ersticken wir am Ende noch unter unserm eigenen Sorgenberg! Der Sorge den Platz, der ihr gebührt. Aber keines Finger­nagels Breite mehr! Es ist schön, dos Sich- aussprechen, aber schließlich muh aus dem Kum- mcrtal, wenn man nun einmal dahineingeraten ist, wieder zu Berg gestiegen werden! Ich mein', das vergessen wir heut' ganz und gar! Wißt ihr, ich hab auf dem Herweg wieder Goethe gelesen. Lind da fiel mir sein Wort ein, als ich euch so zuhörte:Genießen heißt, sich und andern in Fröhlichkeit angehörenl" Tun wir denn das? Wem gehören wir eigentlich heute abend an. Der Sorge, der schlimmen, niederziehenden Sorge! Lind der Sorge dieser unerschöpflichen Zeit, aber nicht dem, was über der Zeit ist und mehr, als ihr Lingeist! Lins selbst gehören wir nicht einmal an, dem Besten in uns, wie wir es bisher gehalten haben, wenn wir zusam­menkamen."

Kommt vielen nicht bei der Erzählung von diesem Erlebnis die Erinnerung vielleicht gerade aus der letzten Zeit an eins, das man selbst gehabt hat und das ihm ähnlich sieht, nur mit dem LInterschiede, daß keiner da war, der aus dem Kummertal aus di: Hohe lockte!

In Fröhlichkeit sich und andern angehören..." Ach ja, das fällt heutzutage oft recht schwer! Manchmal bedeutet es sogar eine Tat, zu der wir uns aufrufen müssen. Aber gerade in solcher Art von stillsten Taten offenbaren wir, daß wir innerlich noch nicht am Boden liegen, noch nicht zu den willenlos Hin und Her Gezerrten zählen.

Diesen schönsten aller Lebensgenüsse wollen wir' uns nicht nehmen lassen! Er soll unsere Llnverwüstlichkeit und den Mut zeigen, trotz allem ein wirklich Lebendiger zu bleiben, also einer, der nicht von der echten Freude läßt, von ihren Quellen, was auch kommen mag. Dennoch, ja dennoch:Sich und andern in Fröhlichkeit ange­hörenl"

Nehmen wir Goethes Wort als den Aufruf zu einer Pflicht, deren Erfüllung uns mit man­cher Freude beschenken wird, mitten in allem Weh-Empfinden über die Zeit! Erfüllung dieser Pflicht bedeutet Gewinn an Kraft und Zuver­sicht, ab«: euch an Liebe und der Liebe Trost!

Die Stadt von morgen."

Der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Ber- band veranstaltete am Donnerstagabend einen in­teressanten Filmvortrag über das Thema:Die Stadt von morge n". Stadtbaurat G r a - v e r t kennzeichnete in seinem einführenden Vor­trag die Stadt als ein landschaftliches Gebilde einerseits und als den Ausdruck eines Stückes see­lischer Welt der Menschen anderseits. Zugleich wies er auf die LInterschiede zwischen Dorf, Stadt und Weltstadt hin. Der Städtebau sei, so führte der Redner u. a. weiter aus, immer eine geistige Angelegenheit. Die Stadt müsse als Faktum hin­genommen und dabei nur die Forderung erfüllt werden, daß sie der Mittelpunkt kultureller, wirt­schaftlicher und politischer Lebenstätigkeit sei. Lei­der hätten sich die meisten Städte nicht in diesem Sinne entwickelt. Die deutschen Städte seien vom Mittelalter her in bestimmten Richtungen groß geworden: meist sei der Charakter der Stadt als Sih eines Bischofs, als Festung, als Residenz gegeben gewesen und ihre Entwicklung dadurch in bestimmte Richtung gedrängt worden. Die heu­tige Stadt habe durch das neue Element, durch die Industrie, ihre Grundformen verloren und durch die sprunghafte Entwicklung der Industrie und des Verkehrs willkürliche Formen angenom­men, die alles andere nur nicht als ideal bezeich­net werden könnten. Mit der Entwicklung der In­dustrie habe der Städtebauer, wie auch der Ge­setzgeber nicht Schritt halten können und so sei der Wirrwarr, den heute viele unserer Städte dar­stellten, nicht aufzuhalten gewesen.

Der erste Akt des Filmes zeigte sodann das, was der Redner in großen Llmrissen skizziert hatte, im Bild. Es wurde vor allem die Entwicklung einer Kleinstadt zur Industrie-Großstadt in je­der Phase wiedergegeben, der Einfluß der Indu­strie veranschaulicht und schließlich an Hand be­sonders eindrucksvoller Bilder die.Schädlichkeit des Nebeneinander von Schornstein und Wohnung für die Gesundheit der Stadtbewohner dargestellt. Der zweite Teil legte die theoretische Ideal-Lö­sung einer Industriestadt dar. Die sinnvolle An­ordnung von Wohn-, Bureau- und Werkviertel, die Einfügung der Verkehrsmittel, die Aufteilung der Grünflächen innerhalb der Stadt u. a. waren eingehend behandelt. Dieser Teil des Filmes be­deutete zugleich die Darstellung der Ziele der Landes- und der Stadtplanung, die in dieser Form

Die neue Lesmona

eine überaus gründliche Durcharbeitung des gan­zen Problems verriet. Der dritte .zitt zeigte die Stadt von morgen", die den Menschen in ein Wohnviertel verweist, in dem er, ohne in seiner Gesundheit gefährdet zu sein, wohnen kann und dabei gleichzeitig durch Gartenanlagen wieder in ein natürliches Verhältnis zur Landschaft ge­bracht wird.

Zum Schluß betonte der Redner, daß Städtebau im Sinne der von der Landesplanung gegebe­nen Richtlinien nur durch die Zusammenfassung aller Kräfte, durch die Liebe zur Sache und durch den Glauben an die Zukunft möglich werden könne. Allerdings seien auch bessere wirtschaftliche Ver­hältnisse als die heutigen Voraussetzung für die Durchführung so großer Projekte.

Der Vortrag und der Film wurden mit großer Aufmerksamkeit und starkem Beifall ausgenommen.

Oberhessischer Kunftverein.

Man schreibt uns vom Oberhessischen Kunst­verein:

Die gestrige Anzeige hat bereits auf die neue KunstausstellungDrei Frauen der Gegenwart" hingewiesen. Es bedarf wohl keiner weiteren Betonung, daß die Gegenüber­stellung der Arbeiten dreier lebender Malerinnen starkes Interesse bei den Mitgliedern und Freun­den des Kunstvereins finden wird. Durch die Freundlichkeit des Verlages Sulamith Wülfing wurden Einladungskarten in großer Menge zur Verfügung gestellt, die aber erst Anfang nächster Woche zur Verteilung kommen werden, um den Andrang am ersten Sonntag nicht zu stark wer­den zu lassen. Sulamith Wülfing, eine Elber­felderin: Frau Milli Marbe-Fries, eine Würzburgerin, und Lotte D r o e s e, eine Dan­zigerin, werden in drei gesonderten Räumen ihre Arbeiten zeigen. Es darf nach dem, was geboten wird, zuverlässig angenommen werden, daß diese Ausstellung vielleicht einen noch stärkeren Besuch aufweisen wird, als es bereits die letzte tat. Mit Rücksicht darauf sind die Ausstellungszeiten an den Werktagen verdoppelt worden: also nicht nur Mittwochs und Freitags, sondern auch Diens­tags und Donnerstags kann die Ausstellung im Turmhaus am Drandplatz von 15 bis 17 LIhr besucht werden.

Neue Funde aus Alt-Gießen.

In der Walltorstrahe wurde in dieser Woche das Wohnhaus Nr. 38 (Eigentümer: August Balzer und Albert Rahnefeld) wegen Bau­fälligkeit niedergelegt. Bei dem Abbruch fanden sich wieder zwei Ofenplatten, von denen die eine aus dem Jahre 1700 datiert ist. Im Kellermauer­werk, etwa 50 Zentimeter über dem Kellerfuhbo» den, fand sich ferner ein Steinklotz eingemauert, der den beim Abbruch beschäftigten Arbeitern der Firma Lapp sofort als etwas Besonderes auffiel und von ihnen mit Verständnis und Vorsicht be­handelt wurde. Nach Aussage der befragten Fach­leute handelt es sich hierbei um ein Weihwasser­becken, in Sandstein ausgeführt, mit spätroma­nischer Formengebung, so daß die Entstehungszeit kurz nach 1200 anzusehen ist. Da das Decken hier in der inneren Stadt gefunden wurde, scheint auch der Schluß berechtigt, daß es sich vielleicht um ein Weihwasserbecken aus der Pankratius- kapelle handelt, die vor der Durgmannenburg gleich hinter dem Burggraben, etwa gegenüber dem Hause Noll, in der Kirchstrahe stand. Diese Kapelle, die später den Chor für die eigentliche Stadtkirche (abgebrochen 1808) bildete, wird be­reits in einer Ürkunde aus dem Jahre 1248 er­wähnt. Das bisher unbekannte Datum der Er­bauung würde damit etwa in die Zeit kurz nach 1200 zu setzen sein. Der Fund stellt demnach das älteste Stück für die Geschichte Alt-Gießens dar.

Ein Lichtbild wird in der nächsten Woche im Dilder-Aushangkasten desGießener Anzeigers" gezeigt werden.

Daten für Samstag 7. November

Sonnenaufgang 7.28 Uhr, Sonnenuntergang 16.49 Uhr. Mondaufgang 3.63 Uhr, Monduntergang 15.28 Uhr.

1810: der Dichter Fritz Reuter in Stavenhagen geboren: 1924: der Maler Hans Thoma in Karls­ruhe gestorben.

Daten für Sonntag. 8 November.

1773: der preußische General Friedrich Wilhelm Frhr. v. Seydlitz in Ohlau gestorben; 1918: der Schriftsteller Kurt Eisner wird bayrischer Minister­präsident.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag. Deutsch- nationale Dolkspartei: 20 Uhr, Volkshalle, öffentliche Kundgebung, Redner Dr. Hugenberg. SPD. Gießen: 20.30 Uhr in der Turnhalle am Oswalds- aarten Wahlkundgebung: Redner: Staatspräsident Adelung und Minister a. D. S o l l m a n n. Ar­tillerie-Verein: 20 30 Uhr,Hessischer Hof", Monats­versammlung. 1. Reichskurzschriftgesellschaft: Ser- einsabend,Stadt Lich". Kurzschriftverein von 1861: Vereinsabend, Kaufmännisches Vereinshaus. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Kohlhiesels Töchter". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Charlie im Va- rlete ,Carmen in der Unterwelt" undSchande".

' Tageskalender für Sonntag. Stadttheater Gießen,Elisabeth von England", 18.30 bis 21.30 LIhr. Goethebund, 11.15 LIhr, Lichtspielhaus, Bahnhofstraße.Das Geheimnis von Zermatt". Oberhessischer Kunstverein, KunstausstellungDrei Frauen der Gegenwart", 11 bis 13 Llhr, Turmhaus am Brandplah. Gesangverein Heiterkeit, 16 LIhr, Neue Aula der Llnivcrsität, Konzert. Deutsche Volkspartei, 16 LIhr, Hotel ..Hindenburg", Oeffentliche Frauen- Versammlung. Rednerin Frau Dr. Matz. Ra­dikaldemokratische Partei. 20.30 LIhr, Caf6 Leib, Wähler-Versammlung, Redner: Abg.Reiber- Darmstadt. O. S t ü n d t - Nürnberg. K. Neu­mann- Berlin. Flugplatz Gießen, 15 bis 17 LIhr, Flugsport-Vorführungen zugunsten der Winterhilfe. Stadtmission, 15 und 20 LIhr, Jahresfest-Feier, Loberstrahe 14. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Kohlhiesels Töchter". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Charlie im Va­

in der Zeit von 15 bis 17 Xlt)r im Gießener Flug­hafen f ugsportliche Vorführungen zugunsten der Gießene«. Wintemothiife statt. Es werden bi» Maschinen der Südwestdeulschen Sportfliegerver- eimgung, sowie die Maschine des Wetzlarer Luft­fahrtvereins am Start sein. Die Piloten Maier, Moog, Diedrichs. Resch. Sachsenberg und Wiegmeyer bestreiten die verschiedenen Lustspiele. Die Fallschirmpiloten Resch und Wiegmeyer werden zwei Zielabsprünge aus etwa 1000 Meter Höhe ausführen, die Flieger Maier und Moog zeigen Kunstflüge, Moog wird wieder seinen Rückenflug vorführen. Ver­gleichsfliegen, Ballonjagd, Luftturnier u. a. m. werden das Publikum außerdem unterhalten. Der Ertrag der Eintrittsgelder soll restlos der Winter­nothilfe zufliehen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

" Der nächste Rindvieh-(Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 10. November, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 11. Novem­ber, statt. Näheres in der heutigen Bekannt­machung.

"RückständigeHolzgelderbezahlenl Die Stadtkasse Gießen macht in einer Bekannt­machung im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerk­sam, daß die Schuldigkeiten für Rutz- und Brennholz aus städtischen Waldungen bis zum 11. November zu entrichten sind.

** Geschäftsjubiläum. Friseurmeister Bernhard D o s ch, Neuenbäue 12, hat am 7. No­vember vor 35 Jahren sein Fachgeschäft in den gleichen Räumen begonnen, in denen er feine Tä­tigkeit gemeinsam mit seiner Ehefrau heute noch ausübt. Als Herren- und Damenfriseure erfreuen sich beide besten Ansehens bei ihrer Kundschaft. Das Geschäft hat sich aus ganz kleinen Anfängen heraus entwickelt.

* * Preisgekrönt. Bei einem Schaufenster- Wettbewerb in der Teppichbranche, den die Tep­pichfabrik-Zentrale im ganzen Reiche veranstaltete, wurde dem hiesigen Teppichhaus C h r i st i a n Arnold in der Bahnhofstraße von dem Preis­richterkomitee für die vortreffliche Ausstattung des Sonderfensters der erste Preis zuerkannt.

" D i e Hessische Landes-Geflügel­schau, verbunden mit einer Junggeflügelschau, findet in diesem Jahre vom 4. bis 6. Dezember in Mainz statt. Zum erstenmal dürfen bei dieser Ausstellung nur solche Geflügelzüchter aus stellen, die einem hessischen Gefiüg:lzüch.erverein als Mit­glied angehören. Gleichzeitig mit der Geflügel­ausstellung findet am 6. Dezember in Mainz die Landesversammlung der hessischen Geflügelzüchter­vereine statt. Die Geflügelausstellung für den 1. Bezirk (Oberhefsen), in dem die Geflügelzüchter unserer engeren Heimat zusammengeschlossen sind, findet in Allendorf a. d. Lda. vom 9. bis 10. Ja­nuar 1932 statt.

Oie Wetterlage.

O wolkenlos o neuer. <> naiD Bedeckt 4» wolkig. G oedecxi e Kege^ »Schnee Ä Graupeln e HeDel K «Jewit'rr.® windstille. O seh» leichte' Qsinassige» Südsüdwest b stürmische- lordwesl öle Piene fliegen mit dem winde. Oie Beiden Stationen stenenden Zah­len geBen die Temperatui an. Pie Linien veroinden Orte mi< gleichen *uf Mecresmveau umoerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Die von Süden und Südosten kommende konti­nentale Luft beherrscht weiterhin die Wetterlage, und die von dem Atlantiktief stammende feucht-milde Ozeanluft dürfte kaum wesentlichen Einfluß gewinn- nen. Der zeitweise stärkere Bewölkungsrückgang wird nachts die Ausstrahlung begünstigen, so daß die lern, peraturen wieder etwas mehr als seither zurückgehen und stellenweise den Gefrierpunkt erreichen.

Aussicbten fürSonntag: Dunstig und be- wölkt mit Aufheiterung, meist trocken^ nachts Tem­peraturen um den Gefrierpunkt, tagsüber mild.

Lufttemperaturen am 6. November: mittags 10,3 Grad Celsius, abends 8,5 Grad: am 7. November: morgens 3,8 Grad. Maximum 10,3 Grad. Minimum 3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. November: abends 7,2 Grad; am 7. November: morgens 5,4 Grad Celsius. Niederschläge 0,1 mm.

Briefkasten der Redaktion.

ft. B. in Beuern. Grenzwächter kann nur derjenige werden der als Militäranwärter den Versorgungs- schein besitzt. Für junge Leute Ihres Alters steht die Verwaltungslaufbahn offen, die unter bestimmten Voraussetzungen zur Tätigkeit im Dienst an der Grenze führen kann. Der Antragsteller muß aller­dings die Reifeprüfung abgelegt haben. Nähere Aus- kunft erteilen die Landesfinanzämter in Würzburg und Hannover, die mit der Erledigung der Auf- nahmeformalien betraut find.

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freifd gt den G. November igsi, 4$ Uhr

riete",Carmen",Charlie in der Unterwelt" und Schande".

Vom Konzertverein wird uns ge­schrieben: Der zweite diesjährige Konzertabenb ist der Kammermusik gewidmet. Günstige Llmstände ermöglichten es, mit dem hier so gern gehörten Wendlingquartett auch den unbestritten ersten Klarinettisten Deutschlands, Prof. Dreis- b a ch, zu gewinnen, den man allgemein als den Nachfolger des unvergessenen Mühlfeld bezeich­net. So werden unsere Kon^ertbesucher nicht nur zwei Quartette zu hören bekommen, sondern zum Schluß das Klarinettenquintett von Mozart. Vor­her wird das Wendlingquartett Beethoven op. 95 und das Verdiquartett spielen. Das Konzert fin­det am Sonntag, 15. November, 17.30 Ahr, in der Neuen Aula statt. Mit Rücksicht auf die Wahlen Ist das Konzert eine halbe Stunde später angeseht worden, als sonst üblich ist. Die Ein­trittspreise sind gegen früher ermäßigt worden. Da nur reger Besuch der Konzertveranstaltungen eine Durchführung des Winterprogramms er­möglicht, hofft der Vorstand, daß die Herab­setzung der Abonnements- und Eintrittspreise weite Kreise unserer Musikfreunde veranlassen

Gießener Winterhilfe 1931

Geldspenden

werden gegenwärtig für die Zwecke des Hilfswerks in den Wohnungen gesammelt

Ledev gebe nach besten ^vSftenk

Spenden nur an Personen mit Ausweisen geben

wird, sich den seltenen Genuß des kommenden Konzerts nicht entgehen zu lassen. Alles Nähere in den Anzeigen.

Der GesangvereinHeiterkeit" (Chormeister Schüttler, Gießen) veranstaltet sein diesjähriges Konzert am Sonntag, 8. No­vember, 16 Llhr, in der Aula der Llniversität unter Mitwirkung der gesamten hiesigen Reichswehrkapelle, geleitet von Obermusikmeister Krauhe. Die Vortragsfolge sieht A-capella- Chöre, Chöre mit Orchesterbegleitung und Solo­partien (Mitglied Feußer), sowie Instrumental­musik der Kapelle abwechselnd vor. Nach den bisherigen Konzerten des Vereins zu urteilen, ist mit einer genußreichen Veranstaltung zu rech­nen. Die Eintrittspreise sind zeitgemäß bedeutend ermäßigt. (Man beachte die heutige Anzeige.)

Volkshochschule. Die regelmäßigen Llebungsabende zum Chorsingen im gemischten Chor sind auf Montags festgesetzt worden und finden in der Oberrealschule statt. Die Vor­besprechung zu den englischen Sprachkursen hat ergeben, daß drei Kurse zustande gekommen sind. Kurs I (für Anfänger) ist auf Montag festgelegt, die Kurfell und 111 (für Fortgeschrittene) sind für Dienstag vorgesehen. Erwerbslose können alle Kurse und Veranstaltungen unentgeltlich be­suchen. (Siehe -heutige Anzeige.)

DieSPD. Gießen veranstaltet heute, 20.30 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine öffent­liche Wahlkundgebung. Redner: Staatspräsident Adelung (Darmstadt) und Minister a. D. S o l l - mann (Köln). (Siehe heutige Anzeige.)

Die R a d i k a l d e m o k r a t i s ch e Par- t e i hält am morgigen (Sonntag, 20.30 Llhr, im Caf6 Leib eine Wählerversammlung ab, in der der Landtagsabgeordnete Reiber, Darmstadt, sowie die Herren Otto S t ü n d t, Nürnberg, und Kurt Neumann, Berlin, sprechen werden. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Die Zentrumsparter, Ortsgruppe Gießen, hält am Montag, 9. November. 20 Llhr im Katholischen Vereinshaus eine Wählerver­sammlung ab. Es sprechen Reichstagsabgeord­neter Dr. V o ck e l - Berlin und Landtagsabge­ordneter Keller-Gießen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Die Volksrechtpartei/Sparer- b u n d veranstalten am Dienstag, 10. November, 20 Llhr im Saale desAquarium" eine Wähler­versammlung. Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Axt ist der Redner des Abends. Näheres in der heutigen Anzeige.

*

* Fremdenvorstellung imGiehener Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Vielen Anfragen, Anregun­gen und Wünschen aus den Kreisen auswärtiger Theaterfreunde folgend, bringt die Intendanz Bruckners historisches SchauspielElisabeth von England" als Fremdenvorstellung am Sonntag, 8. November, zu ermäßigten Preisen nochmals zur Ausführung. Da die enormen technischen Schwierigkeiten der Inszenierung dieses äußerst interessanten und fast sensationellen Werkes es unmög ich mach n mit diesem Sckaus, iel mode ner Dühnenkunst auswärts zu gastieren, anderseits die Intendanz vor allem den auswärtigen Thea­terbesuchern dieses Schauspiel nicht vorenthalten möchte, sei auf diese Vorstellung nochmals beson­ders hingewiesen, daElisabeth von England" zum letztenmal zur Aufführung gelangt. Beginn: 18.30 Llhr, Ende: 21.30 Llhr.

** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei ge­wöhnlichen Preisen geöffnet.

** Flugsport im Dienste der Win­ter n o t h i l f e. Arn morgigen Sonntag finden

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größeres Verlangen haben werden, als es

bei solchen Zigaretten sonst der Fall ist.