Hitlers SäubenWSaktion in her ASDAP.
OieLlrfachen derGA.-Zievolte Stennes über seine Opposition gegen den neuen Hitlcrkurs
Berlin, 6. April. (TU.) Hauptmann Sten- neS teilt mit: „Durch die Gegenerklärung des NSDAP.-Parteiorganes, des „Bölkischen Beobachters" werden der Bewegung der 621. mit ihrem Führer Hauptmann Stennes systematisch falsche Beweggründe untergeschoben. Durch den von München hervorgerufenen offenen Konflikt wurde lediglich der seit langem bestehende Gegensatz zwischen der allergetrcuesten Opposition der SA. gegen die Parteikama- rilla und die Bonzokratie der Oeffent- lichkeit bekannt. Die SA., als die unbedingten Vertreter des Nationalsozialismus, werden von der Parteibonzokratie als Meuterer hingestellt. Es wird ihnen Verrat vorgeworfen, weil sie sich gegen den Qkrrat des Nationalsozialismus durch diePartciwirt- schäft in ihren eigennützigen Vertretern wendet und durch Uebernahme der Leitung schützt. Es gibt keinen Gegensatz zwischen Hauptmann Stennes und der alten unverfälschten NSDAP. Es ist eine glatte Lüge und Verleumdung, wenn das Parteiorgan jetzt behauptet, einem Komplott zuvorgekommen zu sein. Stennes und die unabhängige SA. steht in unveränderlicher Treue zum Nationalsozialismus und geht den Weg weiter, für den sie immer schon mit dem alten Adolf Hitler gekämpft hat."
Die Pvessekommentare, die in den letzten Tagen zu meiner Auseinandersetzung mit Adolf Hitler erschienen sind, beruhen durchweg auf Ll n k e n n t- nis der tatsächlichen Vorgänge und sachlichen Hintergründe. Ich werde dafür sorgen, daß München Gelegenheit bekommt, seine Behauptungen vor Gericht zu beweisen. Das wird gleichzeitig die Möglichkeit bieten, die Hintergründe der ..Stennes-Rebellion" einmal vor Der Parteigenossenschaft und dem deutschen Volke klarzulegen. Die Ursache der Auseinandersetzung ist vor allem in der Unzufriedenheit der soldatischen und proletarischen Elemente der Partei mit der Umgebung Hitlers zu suchen, die — aus meist unfähigen Leuten bestehend — heute schon nicht in der Lage ist. Die wahre Lage des deutschen Volkes klar zu erkennen und dementsprechend die Partei zu führen. Diesen Elementen und dem Llmstand, daß sich in München der Sih der Parteileitung be- finbet, ist es auch zuzuschreiben, dah der Zu- fammenhalt zwischen oen bürgerlichen Parteikreisen und Den wertvollsten Kräften der Bewegung, denproletarischenundbäue r- lichen SA. - Männern, immer brüchiger geworden ist. — In seinen weiteren Ausführungen besaht sich Stennes alsdann eingehend mit wirtschaftspolitischen Fragen. Bald sei man f ü r DasPrivateigentum, bald dagegen: bald für den Sozialismus, bald gegen ihn. Ium Schluß erklärt Stennes, er werde mit seiner SA. — gleichgültig, wie groß ihre Stärke sei — als mahnendes Gewissen auf seinem Posten bleiben.
In der Hasenheide fand Samstag spät abends eine Versammlung der Gefolgschaft um Stennes statt, auf der mehrere Unterführer die Stennes Gefolgschaft leisten, zu Worte kamen. Auch hitlertreue SA. waren zugegen. Sehr scharfe Worte fielen gegendieErrichtungdesBraunen Hauses in München in einer Zeit, in der die einzelnen SA.-Leute kaum das Geld aufbringen könnten, um ihren Lebensunterhalt zu fristen, Stennes gab die Erklärung ab, er sei von den Ober- ; führern der SA.-Nord zu seinem Verhalten ge
zwungen worden und mußte schon am nächsten Tage die Erfahrung machen, daß ein großer Teil der SA. ihm nicht mehr die Treue hielt. Er gab seinen Anhängern eine Frist, bis Dienstag abend zu überlegen, ob sie ihrem alten Führer Stennes die Treue bewahren oder sich unterwerfen wollten. Bis Dienstag abend müßte entweder die ganze SA. auf seiner Seite sein ober den andern Weg gehen. Er für seine Person wisse, was er zu tun habe.
Oie Darstellung Hitlers.
Goebbels säubert den Berliner Gau.
Berlin, 6. April. ($11.) Hitler veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" einen neuen Aufruf an Die Parteigenossen und SA.-Män- ner Berlins, in dem er darauf hinweist, daß keiner der Meuterer noch etwas zu befehlen oder: anzuordnen habe. Es müsse der letzte Ver- s u ch dieses ehemaligen Polizeihauptmannes gewesen sein, die Partei, in der heute Millionen die einzige Nettung Deutschlands sähen, für seine undurchsichtigen Ziele auszunutzen. Schon jetzt sei Die Nevolte im ganzen Reichsgebiet zusam- m e n g e k r a ch t. Aus der ganzen SA. komme eine einzige überwältigende Vertrauenskundge- bung. Die Partei werde aus dieser Reinigung, die bis zur letzten Konsequenz durchgeführt werde, stärker und kraftvoller hervorgehen, als sie je zuvor war. Der Aufruf schließt: „Tretet in bedingungsloser Treue alle hinter Euren Führer Josef Goebbels. Gebt ihm euer Vertrauen so unbegrenzt, wie er mein eigenes Vertrauen besitzt."
Der Stabschef der SA., Oberstleutnant Röhm, erklärt, daß er zweimal versucht habe, Stennes von Der verhängnisvollen Bahn, auf Die sich Dieser begeben habe, abzubringen. Am Ende Der Aussprache habe beide Male ein feierliches Treue- und Loyalitätsgelöbnis Des Gruppenführers Stennes gestanden, .zuletzt am 20.März 1931. Das habe Stennes aber nicht gehindert, bereits am 21. März in Führerbesprechungen gegen Hitler heftige Vorwürfe zu erheben. Unmittelbar nach Hitlers Abfahrt nach Weimar sei die Meldung eingetroffen, Stennes habe in einer Führerversammlung von Berlin erklärt, Befehle von München nicht mehr anzunehmen und jetzt „l o s- z u s ch l a g e n". Das Losschlagen habe der Auftakt zur Zerschlagung und zum Verbot der NSDAP., zur rücksichtslosen Niederknüppclung Der nationalen Bewegung sein sollen. Die Notverordnung hätte Dazu die gewünschte Handhabe geboten.
Wie die Gauleitung Groß-Berlin der NSDAP, im „Völkischen Beobachter" mitteUt, ist der vom Polizeihaupbmann a. D. Stennes unternommene Versuch, sich nach seiner Absetzung als SAl- Führer und nach seinem Ausschluß aus der Partei als Führer einer Oppositionsgruppe gegen die nationalsozialistische Bewegung zu etablieren, restlos gescheitert. Die gesamte SA. des Gaues Berlin sowie auch der umliegenden Bezirke sind, mit Ausnahme von zwei Stürmen, deren Auflösung bereits verfügt ist, fest in der Hand des Gauführers Dr. Goebbels und des von Adolf Hitler neu eingesetzten Gauführers der Gruppe Ost. Oberleutnant a. D. Schulz, der seinen Dienst bereits angetreten hat. Verlag und Schriftleitung des Berliner GauorganS „D^r Angriff" befinden sich wieder restlos indenHandenderPartei- leitung. 3n Anwendung der Dr. Goebbels erteilten Generalvollmacht werden wegen parteischädigenden Verhaltens aus der NSDAP. Weißauer, Techow, Caternberg, Fiedler, Möh- ring, Harwardt, Frl. Dermann und Frl. Wiedemann, sämtlich in Berlin, ausgeschlossen.
Aus aller Well.
Das Erdbeben in Nikaragua.
Die Einwohner der vom Erdbeben und der Feuersbrunst heimgesuchten Stadt Managua werden Gegenwärtig von einer neuen Gefahr bedroht. Unter den vielen halbverhungerten und halboerdursteten Hunden in den Straßen haben sich bereits mehrere Fälle von Tollwut ereignet. Es ist daher eine Patrouille ausgesandt worden, die alle in den Straßen herumstreicyenden Hunde e r« schießen soll. Eine zweite Patrouille hot den Auftrag, die getöteten Tiere zu vergraben. An verschiedenen Stellen der Stadt ist es zu Plünderungen gekommen. Bisher sind 20 Plünderer erschossen worden. Die Nationalgarde und die amerikanischen Marinemannschaften halten Ruhe und Ordnung mit eiserner Strenge aufrecht. Selbst bei geringen Disziplinlosigkeiten wird geschossen. So hat die Nationalgarde vier Eingeborene erschossen, die Wasser aus einem verst e st e t e n See tranken. Weitere zehn Eingeborene wurden am Freitag wegen Aufreizung zu Ausschreitungen erschossen. Hunderte von Aasgeiern kreisen über den noch immer brennenden Trümmern der Stadt. Durch einen Erdstoß sind weitere fünf Personen in Managua getötet worden. Sie wurden unter einer einstürzenden Hauswand begraben, als sie versuchten, einige Habseligkeiten unter den Trümmern ihres Hauses her- oorzusuchen. Bisher sind 800 Tote beerdigt worden. Am Ostersonntag wurden in der Nähe der Stadt am Rande "eines kleinen Kratersees die Leichen von 40 Frauen entdeckt, die beim Ausbruch der Katastrophe mit Wäschewaschen beschäftigt waren.
Schwere Autokalaslrophen.
Am Montagvormittag hat sich in der Gegend von Bar le Duc (Frankreich) ein schweres Kraftwagenunglück ereignet, Das vermutlich fünf Todesopfer fordern dürfte. Ein vollbesetztes Auto wurde von einem von hinten kommenden Kraftwagen in voller Fahrt gerammt und gegen einen Baum geschleudert. Während der gerammte Wagen sich überschlug und vollkommen zertrümmerte, setzte der schuldige Fahrer des zweiten Wagens seinen Weg unerkannt fort, ohne Den Verunglückten auch nur die geringste Hilfe zu leisten. Die Katastrophe wurde erst von späteren Passanten entdeckt, die zwei Tote, drei Sterbende und zwei Schwerverletzte unter Den Trümmern hervorzogen. Die Landpolizei wurde sofort benachrichtigt und hat Die Verfolgung des schuldigen Wagens ausgenommen. — Bei einem D ahnübergang in der näheren Umgebung von Lucca (Italien) wurde in der Nacht zum Montag ein Automobil, das mit fünf jungen Leuten beseht
war, von Dem Schnellzug Rom—Turin über * fahren, wobei alle fünf Insassen Den Tod fanden.
Sturmschäden
auf einem japaniscyen Militärslugseld.
Ein plötzlich hereinbrechender Orkan, der mit schwerem Hagelschlag verbunden war, zerstörte auf dem Militärflugfelde auf der Insel Kiuschiu 10 Flugzeuge, zehn weitere Flugzeuge wurden schwer beschädigt. Der Sturm brachte 30 Häuser zum Einsturz und richtete an 40 Häusern starken Schaden an. Vier Personen, sämtlich Frauen und Kinder, wurden von den Trümmern erschlagen, mehrere Dutzend Menschen sind verletzt. Der Schaden, soweit er Durch ben Orkan auf dem Flugfelde angerichtet worden ist, wird auf eine Million Ben geschäht.
Dr. Eckeners Rückkehr von Paris.
Dr. Hugo Eckener hat Paris wieder verlassen. Er hatte sich mit dem französischen Lustfahtt- minister über die Möglichkeit unterhalten wollen, in Der Nähe von Paris die erste Station der Luftfahrtverbindung 20 er * l i n—N euhvrk anzulegen. Luftfahrtminister Dumesnil befindet sich aber gegenwärtig auf einer Fluginspektionsreise durch die französischen Besitzungen in Afrika. — „Petit Journal" will von Dr. Eckener über seine Pläne erfahren haben, dah er an die Verwirklichung einer Luftfahrtverbindung Berlin—Neuyork nicht vor zwei Jahren glaube. Er beabsichtige mit einem ersten Zeppelin einen wöchentlichen Flug- Di en st und später mit zwei oder drei Zeppelinen einen häufigeren Flugdienst durchzuführen.
IHUHonenffiffung für Deulschlandsiudium in Amerika.
Der Textilindustrielle Gustav Oberländer, der im Jahre 1888 als Zwanzigjähriger aus Deutschland einwanderte, hat der Karl- Schurz-Memorial-Foundation den Betrag von einer Million Dollar zur Förderung von Studien über deutsche Einrichtungen und deutsches Leben, die das deutsche Volk dem amerikanischen Verständnis näherbringen, zugewendet. Der Betrag soll im Laufe von 25 Jahren aufgebraucht werden, so daß jährlich etwa 70 000 Dol - I a r zur Verfügung stehen. Die Verteilung erfolgt in Form von Stipendien, und zwar n u r a n amerikanische Staatsangehörige, in erster Linie Gelehrte, Journalisten und Sozialpolitiker zur Unterstützung ihrer Studienreisen nach Deutschland.
Ein Boxer während des Kampfes vom Gegner erdolcht.
In Mexiko kam es gelegentlich eines Boxkampfes zu einer aufs eh enerre gen den Szene, als einer der beiden Dvxer seinen Gegner mit
einem Dolch erstach. Der Qllörbcr stand kurz vor Der Niederlage. Nach dem Gongschlag vor einer der letzten Runden sprang er plötzlich von seinem Stuhl und stieß seinem Gegner einen Dolch in die Brust. Blutüberströmt brach fein Opfer zusammen. Der Unglückliche starb bereits auf dem Wege nach dem Krankenhaus. Der Mörder konnte sofort verhaftet werden. Man hatte Mühe, ihn vor der Lynchjustiz der äußerst erregten Zuschauermenge zu schützen.
Grohfeuec in Stuttgart.
In dem beim Güterbahnhof in Feuerbach liegenden großen Lager der Firma M. Löwenstein G. m. b.H., Holzgroßhandlung, brach ein Feuer aus, das sich rasch ausdehnte und das Bureau gebäude und vier große Schup- pen in Asche legte, lieber den Umfang des Schadens liegen genaue Nachrichten noch nicht vor, doch ist schon jetzt ersichtlich, daß er sehr groß ist. Die Firma kann indessen ihren Betrieb aufrechterhalten. Sieben Feuerwehrleute bei einer Aulomobilexplosion verletzt.
In Stuttgart wurden sieben Feuerwehrleute am Ostermontag beim Versuch, ein brennendes Automobil zu loschen, durch Explosion des Benzintanks verletzt. Sie mußten sämtlich ins Krankenhaus gebracht werden. Der Wagen war plötzlich auf offener Straße in Brand geraten.
Zivei Opfer eines Schadenfeuers.
Am Ostersonntag brach in Kell bei Hermeskeil (Hunsrück) Feuer in einem Anwesen aus, dessen Bewohner zu einem Osterbesuch in ein benachbartes Dorf gegangen waren und ihr sechsjähriges Töchterchen in der Obhut einer 45jährigen Verwandten im Haus zurückgelassen hatten. Voller Schrecken rannte die Frau, die von dem Feuer überrascht wurde, auf die Straße, um Hilfe herbeizurufen. Da entsann sie sich plötzlich des Kindes und eilte in Das brennende Haus zurück, um das Kind zu retten. Beide wurden durch Brandgase vergiftet. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Zwei Anwesen mit Scheunen und Stallungen brannten bis auf die Umfassungsmauern nieder.
Grohfeuec in Mecklenburg.
Von einem verheerenden Großfeuer, dessen Entstehungsursache bisher noch nicht geklärt ist, wurde Die an der Elbe bei Dörnitz gelegene Ortschaft Dohnenburg heimgesucht. Das Feuer entstand in einem alten mit Stroh gedeckten Bauernhaus. Es griff, durch starken Wind begünstigt, mit rasender Geschwindigkeit um sich. Insgesamt wurden zehn mit Stroh bedeckte Wohn- und Wirtschaftsgebäude in kurzer Zeit vo t l i g eingeäschert. Die Feuerwehren standen dem Riesenbrand völlig machtlos gegenüber. Mitverbrannt sind große Futter- und Erntevorräte, der größte Teil des häuslichen Mobiliars, landwirtschaftliche Maschinen sowie ein Pferd und siebzehn Ferkel.
Schweres Autounglück bei Baden-Baden.
Ein schweres Autounglück ereignete sich zwischen Baden-Baden und Bühl. Infolge großer Geschwindigkeit kam ein Auto, in dem sich der Sohn des Metzgermeisters M e i x e l aus Bühl und der Kriminalkommissar Klug aus Kaiserslautern sowie ein Kind befanden, ins Schleudern und fuhr gegen eine Böschung. Das Auto überschlug sich zweimal. Der Kriminalkommissar und Der Lenker Meixel erlitten derart schwere Verletzungen, daß sie alsbald verstürben. DaS Kind kam mit dem Schrecken davon.
Tödlicher Unfall beim Budapester Motorradrennen.
Beim Motorradrennen um Den Großen Preis von Budapest ereignete sich ein tödlicher Unfall. Der Agrarner Fahrer Iakusitsch fuhr gegen eine Sandbarrikade. Dabei erlitt der im Beiwagen sitzende Agrarner Monteur Medilotsch einen Schädelbruch. Er starb, während Des Transportes nach dem Krankenhaus. Iakusitsch kam bei dem Anprall mit einem Knöchelbruch Davon.
Eine blutige Kindtaufe.
Arn Ostersonntag feierte in dem Plauen benachbarten Wendisch-Pribornder Häusler Düring und sein Schwager, der Arbeiter Ga- jewski, Kindtaufe. Am Abend entspann sich zwischen «beiden ein heftiger Streit, in Dessen Verlauf Gajewski seinen Schwager Düring mit einen Messer in d i e Brust stach. Düring brach sofort zusammen und starb kurze Zeit darauf infolge starken Blutverlustes. Der Täter wurde ins Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Der auf so tragische Weise ums Leben gekommene Häusler Düring war erst 28 Jahre alt und hinterläß. eine Frau und drei kleine Kinder.
Felssturz im Vierwaldstättersee.
Am Alpnachersee, einem Ausläufer des Vierwaldstättersees südlich Luzern, stürzten 30 000 Kubikmeter Felsen in den See. Der Wellenschlag war so stark, daß die Staatsstraße an mehreren Stellen überspült wurde. In IV2 Kilometer Entfernung erreichten die Wellen noch die Höhe von über einem Meter. Transportschiffe von 60 Tonnen Nutzlast wurden zertrümmert.
Internationaler Zusammenschluß für Verwertung und Ausbau des Kohleverflüssigungsverfahrens.
Wie die Anglosaxo Petroleum Company Limited bekanntgibt, ist eine International Hydrogena- tion Patente Company Limited gebildet worden, die der Verschmelzung der Interessen der Standard Company, der Royal Dutch Shell Gruppe und der Imperial Chemical Industry an der Kohleverflüssigung nach dem Wasserstoffverfahren und an der Ölraffinerie in sämtlichen Ländern der Erde mit Ausnahme der Vereinigten Staaten und Deutschland dienen soll. Der Sih der neuen Gesellschaft ist Vaduz in Liechtenstein. Man plant in Kürze außerdem noch die Schaffung einer International Hydro- genation Engineering and Chemical Company mit dem Sitz im Haag. Ihr Personal soll sich aus den: technischen Personal der interessierten Gesellschaften rekrutieren, um auf diese Weise die Erfahrungen dieser Gruppen sämtlichen Benutzern des Wasserstoffverfahrens zur Verfügung zu stellen. Zwischen den beiden neu gegründeten Gesellschaften werden Vereinbarungen über den Austausch von Patentrechten und Versuchsergebnissen mit den entsprechenden, im vergangenen Jahr gegründeten Gesellschaften in den Vereinigten Staaten getroffen werden, an denen die obengenannten Interessentengruppen ebenfalls indirekt interessiert sind und die unter Der direkten Kontrolle der führenden Gefellfchaf- ten der amerikanischen Petroleumindustrie stehen. Die deutschen Erfindungen und Erfahrungen stehen der neuen Gesellschaft durch Vermittlung der Gesellschaft Standard I. G. zur
Verfügung, tn Der seinerzeit eine Verschmelzung der Interessen Der I.-G.-Farbenindustrie und der Standard Oil Company of New Jersey an dem Wasserstoffverfahren vorgenommen worden ist.
Französische Sparerkätigkeit.
Aus einem Bericht des AvbeitsministeriumS über die Tätigkeit der französischen Sparkassen im Jahre 1930 geht hervor, daß es am 31. Dezember 1930 in Frankreich insgesamt 560 Spa>rkassenund9,6MillionenSpar- buchin Haber gab. Im Verlaufe des Jahres wurden nicht weniger als 578 389 neue Sparkonten eröffnet. Die Spareinlagen betrugen insgesamt 23 556 325 290 Franken, was eine Zunahme von 3,2 Milliarden Franken gegenüber dem Vorjahre bedeutet.
Nekordflug London—Kapstadt in sechs lagen.
Der Fliegermillionär Glen K i d st 0 n ist auf feinem Rekordfluge London—Kapstadt am Montag um 17 Llhr örtlicher Zeit an seinem Ziele glatt gelandet. Kidston hatte London am Dienstag voriger Woche in der Absicht verlassen, Kapstadt in sechs Tagen zu erreichen. Er hätte die 13 700 Kilometer lange Strecke wahrscheinlich in noch kürzerer Zeit zurückgelegt, wenn er nicht am Sonntag, kurz vor seinem Ziele eine Notlandung hätte vornehmen müssen. Er beabsichtigte, dem englischen Luftfahrtministeriuw zu beweisen, daß die von diesem für die Strecke London-Kapstadt vorgesehene Flugzeit von zwölf Tagen viel zu lang fei.
Sechs Todesurteile von der OGPU vollstreckt.
Das Kollegium der OGPA. in Riasan gibt bekannt, daß die Cisenbahnbeamten Popow, Samburski, Schkod, Frolow, Nikitin und Platanow wegenSabotageundKvnter- r e v 0 l u t i 0 n zum Tode verurteilt wurden. Da» Urteil wurde vollstreckt.
Kabinettskrisis in Rumänien.
Titnlcscu bildet die neue Regierung.
B u k a r e ft, 4. April. (WTB.) Das Kabinett Mir on e scu ist heute zur üdg e t r e tc n. Der König nahm die Demission an und gab dem Wunsche Ausdruck, bei der Bildung der neuen Regierung alle politischen Kräfte beteiligt zu sehen. Die Bildung einer nationalen Konzentration sreg icrung ist von jeher der besondere Wunsch König Earols gewesen. Den unmittelbaren Anlaß zur Demission des Kabinetts Mironescu bildete der Rücktritt des H a n d e l s m i n i ft e r s M a n 0 i l e s c u , der vor drei Tagen bei einer Abstimmung über eine Gesetzesvorlage mit der Regierungspartei in Konflikt geriet und sofort seine Absicht kundgab, sein Amt niederzulegen. Alle Bemühungen, ihn umzustimmen, scheiterten, so daß es zunächst zur Demission Manoilescus und anschließend zur Gesamtdemission des Kabinetts kam. Manoilescu war von jeher ein Parteigänger des Königs Carol und besaß das besondere Vertrauen der Krone.
Der rumänische Gesandte in London THule s c u, hat nach einem Telegrammwechsel mit dem König die Betrauung mit der Regie- r u n g sbildung angenommen. Er trifft am Mittwoch hier ein und wird sofort Besprechungen mit sämtlichen Parteiführern zur Bildung einer nationalen Konzentrationsreaierung aufnehmcn. Das Zustandekommen einer solchen Regierung ist immer mehr von der Haltung Manius abhängig, dessen Partei vorerst auf dem Standpunkt steht, in eine Konzentrationsregierung nur bei Beibehaltung des jetzigen Parlaments eintreten zu sollen, während sämtliche anderen Parteien und anscheinend auch die Krone Neuwahlen wünschen. Die Auflösung des Parlaments dürste kaum zu vermeiden fein.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Durch den Zustrom der Kaltlust ist auf dem Fest- lande der Luftdruck angcstiegen, so daß sich über Deutschland ein Hochdruckkern entwickelt hat. Im Bereich seiner absinkenden Lustmassen wird, abgesehen von einzelnen Dunst- oder Nebelbildungen vielfach heiteres Wetter herrschen. Die Temperaturen werden durch Ein- und Ausstrahlung bestimmt steigen also tagsüber an, dürften jedoch nachts noch in Gefrierpunktnähe, stellenweise sogar darunter zu liegen kommen.
Aussichten für Mittwoch: Stellenweise dunstig oder neblig, bewölkt, sonst meist aufheiternd und trocken, tagsüber milder, noch leichte Nachtfrost- gefahr.
Aussichten für Donnerstag: Keine wesentliche Aenderung.
Lufttemperaturen am 6. April: mittags 7,4 Grad Celsius, abends —0,5 Grad; am 7. April: morgens —1,6 Grad. Maximum 7,8 Grad, Minimum —2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. April: abends 7,6 Grad; am 7. April: morgens 2,6 Grad. — Niederschlage 0,2 mm. — Sonnenscheindauer Wi Stunden.


