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Vor 10 Jahren wurden Düsseldorf und Duisburg beseht.

Französische Truppen in Düsseldorf. - 21m 8. März 1921 wurden alsSanttronsmaß- nähme" die Städte Duisburg und Düsseldorf von französischen und belgischen Truppen besetzt. Erst am 25. August 1925 erlangten die b eiben Städte ihre Freiheit zurück.

aller Objektivität der Darstellung Zweig zwar die ungewöhnliche Willenskraft dreier einflußreichen Frau bewunden oder besser sich darüber verwun­dert, daß er aber doch der allzu geschäftstüchtigen Vermengung von Heilabsichten, Gründung einer neuen Kirche und Dollarmachen nicht mit Sym­pathie gegenübersteht

Vierzig Jahre ihres Lebens Hai Mary Baker« Glooer, später Baker-Eddy, 1821 geboren, Kind amerikanischer Farmersleute unter hysterischen Läh­mungen, Krämpfen, Erregungszuständen zugebracht, bis zum 50. Jahre sie geschenktes Brot, erst mit (iO beginnt ihl weitgreifendes Wirken, mit 70 der Aufstieg mit 85 Jahren, beim Bau der Zwei-Mil­lionen Dollar-Kirche in Boston, steht sie am Höhe­punkt Aus den Lehren des Uhrmachers und Hyp­notiseurs Quimby, der sie heilte, baut sie in Jahrzehnten ihre Lehre um, enthalten inScience and Health", einem Buch, das in vielen Hundert­tausenden erschienen ist, von dessen erster Auflage heule in Europa aber wohl nur das eine Exemplar noch existiert, das die Autorin als Geschenk an die Heidelberger philosophisch« Fakultät sandte Der Hauptgedanke ist es gibt nur Gott, und do Gott das Gute ist, so kann es kein Böses geben; demzu­folge ist jeher Schmerz und jedes Kranksein völlig unmöglich und sein Scheinoorhandensein nur eine Falschmeldung der Sinne Krankheit ist also nur ein Wahnbild der Menschheit Der Wahn muh zerstört werden durch Einhämmern der Heber» zeugung, daß es keine Krankheit, keinen Schmerz gibt, eine direkte Vorwegnahme C o u 6 scher Ge­danken.

Von kleinster Anhängerschaft vergrößert sich die Bewegung ins Riesenhafte, Millionen Anhänger werden gewonnen, Akademien gegründet, alle nöti­gen Geldmittel mit Leichtigkeit herbeigeschafft, Kirchen gebaut Zeitschriften gegründet, Boston wird Mittelvunkt der Bewegung, Prozesse und Skandal­prozesse folgen, die Leiterin, der zu Lebzeiten ein Heiligtum gebaut wirb, zieht sichin bie Wolfe" zurück, mit 89 Jahrenscheibet sie aus bem Gesichts­kreis" her Anhänger. Die Nachfolge hat eine ge­regelte, verträgliche Sekte geschaffen, Kämpfe wer­den vermieden, bie Dogmen sinb beibehalten Eine erschreckenb einfache Jbee, ein Sanbkorn Intellekt hat eine Lawine ins Rollen gebracht, sie ist zum Stehen gekommen.

Sie Psychoanalyse.

Der lebenslange Kampf, Front nach allen Seiten, den Sigmund Freud seit einem langen Men­schenalter zu führen hatte, wird in seiner ganzen Große und Entschiedenheit im dritten Abschnitt von Zweigs Buch ausgezeigt. Ein Kampf, der heute wie je verständlich ist, der aber mit einem so ungeheuer lichen Einbruch her Freudschen Gedankenreihe in die Phalanx des gegnerischen Denkens geendet hat, daß eine Diskussion über Falsch und Richtig, Schädlich und Notwendig in ihrer kleinlichen Begrenzung fast das Groteske streift Denn in der Tat: das moderne Kulturdenken hat diese grundsätzlich neuartigen psy­chologischen Einsichten sich bereits völlig angeeignet und bis zum Lallen assimiliert. Wir können bie neue Erkenntnis aus der modernen Kultur, aus Wissenschaft und Dichtkunst, Jugenderziehung und Rechtsaufsassung, aus Frauenwollen und Familien- bildung so wenig mehr wegdenken, wie das Kind die Sprache vergessen könnte, die ihm in unbewuß­ten Jahren des Lernens zugewachsen ist

Der siebzigjährige Freud blickt heute wohl selbst mit Staunen auf seine ersten Versuche zurück, das Wesen her Hysterie zu enträtseln; von ihnen hat sich Zug um Zug der ganze Bau gefügt: bie Auf­deckung des Unbewußten, bie Erkennung von Fehl­leistungen unb Hemmungen, bie Traumdeutung, erste exakte Bemühungen nach einem Ausfallen von mehr als zwei Jahrtausenden, bie psycholoaische Serualforschung, die Psychoanalyse, deren Gefahr in , ungeeigneten ärztlichen ober gar nichtärztlichen Hän­den von Zweig mit Recht heroorgehoden wirb.

I Ein Zeitalter, bas allzu schweigsam war, teils aus Unwissenheit, teils aus Angst, ist burch Freub T zum Reden gebracht worden. Seine hemmungslose Wahrheitsliebe hat Freud von Anfang an in seiner 7 akademischen Laufbahn sehr geschadet Zweig schil­

dert anschaulich, welches Entsetzen die ersten Mit­teilungen Freuds, des großenAnti-Illusionisten" in wissenschaftlichen Kreisen erregten, wie er das, was er wissen wollte, in Wien gar nicht studieren konnte, sondern erst in Paris durch C h a r c o t weitergeführt wurde Charcot, ursprünglich Gehirn anatom, hatte zuerst eigentümliche Versuche mit Hyp nose vorgenommen, jener verruchten unb verfemten Methobe, bie in Wien seit her Vertreibung Mesmers aus her Stabt hier rundet sich der Ring in siebenfachem Banne stände. Wenn- auch Freud feit jenem Beginn stets biebete noire" her Wiener Universität geblieben ist, wenn er hort auch nie weiteren Titel unb Rang erhielt, fonbern, wie Zweig bas amüsant ausbrückt, stets nur geblieben ist, was er hort von Anfang war:ein außervrbentlicher Professor unter ben andern ordentlichen", so haben seine Gedanken doch bie geistige Welt erobert, Streit unb Begeisterung entfacht, sinb ins Selbst- verstänbliche eingezogen. Ist seine Lehre wahr ober nicht wahr? Goethe sagt-Was fruchtbar ist, allein ist wahr", unb bie Fruchtbarkeit, ben vehementen Anstoß unb Abtrieb, wirb auch ber Gegner Freubs Lehren nicht abstreiten.

Zweig ist ein Dichter. Unb ber Dichter ist stets ber erste Schrittmacher ins Neulanb ber Seele, weit voraus vor bem Wissenschaftler. So fühlt unb er­kennt er mit unerhörter Klarheit auch, was bas Lähmende an einem Teil ber Freubfchen Lehren ist. Freud hat bie Menschheit klarer über sich selbst gemacht, n i ch t g l ü ck 1 i ch e r. Er hat bas Welt­bild vertieft, nicht verschönert In seinen allerletzten Arbeiten, ein greiser Weiser, bricht er vielleicht zuweilen mit ber strengen Unerbittlich­keit und weist mit einem .Vielleicht", einemViel­leicht irgend einmal" auf Möglichkeiten unb Denk- barfeiten und Hvffbarkeiten hin bie mit Illusion unb Schönheit zusammenhängen mögen. Zweig erkennt bie eigentliche unb unübersteigbare Grenze ber Psychoanalyse wo das Reich ber inneren Gläu­bigkeiten, ber schöpferischen Zuversicht beginnt, ba enbet ihre Macht, in diesen oberen Sphären hat sie, bie bewußt besillusionistische unb jeben Wahn

befeinbenbe, keine Schwinge. Hier ist auch bie Grenze ihrer Macht unb ihres Einflusses, wie alles Jrbische, von Menschen Ersonnene, in greif» iarem Bereich enbet

Auch Freud freilich ist ein Dichter Was ber Ge­lehrte in ihm in exakter Wissenschaftlichkeit bewiesen hat, bas hat ber Dichter unb Seher zuerst in ber Intuition bes Gottbegnabeten erspäht.

*

Das Zweigsche Buch gewinnt noch an geistiger 'Bebeutung durch eine einleitende Betrachtung, in der auf Widersprüche in bem, was die Menschen von der Medizin erwarten unb was ihnen von ihr gegeben wird, hinweist. Dieherrliche, bie in ihrer Durchbachtheit und Allfältigkeit unübertreffliche Or­ganisation ber mobernen Medizin" wirb habet voll anerkannt aber jener überhebliche unb oerurtei­lenswerte Dogmatismus bes Letztaefunbenen ab- gelehnt. Mit feinstem Gefühl hat Zweig bie schon etwas oeränberten Schwingungen wahrgenommen, die gerade bei ben geistigen Führern ber Mebizin bereits zum Ausbruck kommen unb bie aus bem Bereich bes Absoluten-Materiellen in noch vor kur­zem verpönte seelische Regionen führen Diese Zu­sammenhänge sinb niemals auszuschalten, ohne baß nach kurzem Wiberstanb einträte. Denn heute wie vor Iahrtausenben betrachtet ber Kranke seine Krankheit als von Gott, vom Schicksal geschickt, unb jetzt wie in ben Zeiten bes Priesteraxztes wirb ber Arzt seiner Aufgabe nur gerecht, wenn ihm über Apparat unb Mechanisierung das Gött­liche nicht entglitten ist.

Renovierung der (Mabeihkirche in Marburg.

] [ Marburg, 5 Marz Dieser Tage ist mit den Erneuerungsarbeiten an derEli­sa b e t h k i rche begannen worden Man ist da­mit beschäftigt, das Uhrwerk über dem Mittel­portal. die schadhaften Stellen des Shieserdaches und den über dein Chor befindlichen Dachreiter auszubessern, der dabei wieder seine ursprürtg-

Der Rann der das Lachen verlernt hat.

Vornan von Gert Gothberg.

Copyright by Martin Feuchtwanger Halle (Saale)

25 Fortletzung Nachdruck verboten

Der alte Mister Korsel sah erstaunt auf das feine zierliche Bürschchen, das ihm sein Herr mii den Worten übergeben:

Machen Sie was aus ihm, lieber Korsel! 3d) will, daß er hier bleibt er ist Waise."

Aber der alte Korsel war gewöhnt, seine Ge­danken sorgsam zu verbergen vor dem scharfen, klugen Blick des Eisenbahnkönigs.

Er verbeugte sich und sagte:

Sehr wohl, Mister Kent."

So war Annemaries Wunsch in Erfüllung ge­gangen.

Und doch auch wieder nicht!

Bon Kent sah sie fast tagelang nichts. Sie arbeitete in einem kleinen behaglichen Zimmer mit Mister Korsel zusammen. Debenan war das Arbeitszimmer Kents. Er betrat es von einer anderen Seite aus, und wenn er klingelte, dann ging sofort Mister Korsel hinein. Für den Eisen» bahnkönig schien der kleine Schiffsjunge erledigt zu sein. Er fragte nicht mehr nach ihm, sondern verließ sich auf Korsel.

Daß Annemarie sehnsüchtig auf die tiefe Stimme lauschte, wenn Kent drüben mit Korsel sprach, das wußte niemand. Dann schlug wieder das junge Herz laut und schmerzhaft, und im Zimmer fang und rauschte es:

Charles Kent, Charles Kent!"

Dann senkte Annemarie tief den blonden Kopf. Sie sah dann ihre Kleidung, und die CRöte der Scham stieg ihr in die Stirn.

Und dabei ruhten die Augen des alten Korsel manchmal so prüfend auf ihr.

Wenn er erkannte, daß sie ein Mädchen war?!

Wenn er es Charles Kent berichtete?!

Wenn Charles Kent sie verächllich hinaus­wies?!

Bei diesem Gedanken zitterte Annemarie am ganzen Körper.

Sie muhte alles daransehen, daß der Betrag ihr auch weiterhin gelang. Sie wollte in seiner Bähe bleiben. Sie wollte nicht mehr fort von ihm. unb wenn sie die niedrigsten Arbeiten für ihn hätte verrichten müssen. Dur in seiner Dähe sein sonst war das Leben wertlos.

Das Mädchen grübelte nicht darüber nach, warum das Leben wertlos sei ohne Kent. WaS

trieb sie überhaupt zu diesem vermessenen Ge­danken?

Seit jenem Abend, da er sie mit sich nahm, hatte sie kein freundliches Wort mehr von ihm gehört, hatte sie ihn ein paarmal von weitem gesehen.

Ganz in ihre Gedanken versunken, bemerkte das Mädchen es nicht, daß die angelernteSür auf­gegangen war unb Charles Kent sie schon eine ganze Weile schweigenb beobachtete.

Da sah sie plötzlich von der Seite her die Um­risse seiner hohen Figur.

Sie zuckte heftig zusammen, sprang auf, suchte sich in tödlichster Verlegenheit zu entschuldigen.

Eine kurze Handbewegung schnitt ihr das Wort ab.

Kent sprach:

Erschrecken Sie doch nicht! Man darf doch für einen Augenblick ausruhen. 3ch freue mich, daß Mister Korsel mit Ihnen zufrieden ist, Fritz Maurice."

Jetzt kennzeichnete der Eisenbahnkönig mit wenigen Worten, daß ihn der kleine, ausgelesene Schiffsjunge nicht mehr interellierte als sonst irgendeiner seiner Beamten und Angestellten.

Annemarie wagte ben Blick nicht zu erheben.

Sein korrcktezSie" tat ihr weh. Mein Gott, es war aber hoch nur richtig? Er konnte sie doch nichtDu" nennen?

Kent wandte sich wieder zu seinem Zimmer, sagte von der Schwelle her:

Essen Sie tüchtig! Sie sehen ja miserabel aus."

Und schloß die Tür!

Annemarie aber war es, als habe fie den Himmel offen gesehen.

Weil er mit mir gesprochen hat", dachte sie dankbar, und verstand nicht das wilde, unruhige, schmerzhafte Klopsen ihres jungen Herzens.

Sie wohnte noch im DoardingshauS Mrs. Doyles. Die war in das Geheimnis eingeweiht. schwieg aber gegen jedermann wie das Grab Sie war ein bißchen romantisch veranlagt, die gute, dicke Mrs. Doyle. Sie spann sich manchmal in ihrer wenigen freien Zeit in ganz sonderbare Gedanken ein. Da sah sie bann bas schöne, blonde, kleine Mädel verhätschelt, verwöhnt, angebetet im reichen Hause des Eisenbahnkönigs.

Das waren Träume!

Sie kamen aber beharrlich immer wieder.

Manchmal dachte Mrs. Doyle sogar, daß der gewaltige Mann es längst wisse, wer in seiner nächsten Dähe sah.

Das waren nur Vermutungen.

Aber ebenso gut war es möglich, daß er in feiner Abgewandtheit von allen Frauen eben doch nicht auf den Gedanken dieses Betrugs kam.

Dun, die Zukunft würde schon noch Ueber- raschungen bringen, davon war sie überzeugt.

Wir reifen übermorgen nach dem Süden", sagte Annemarie eines Abends zu Mrs. Doyle.

Sie saßen wie gewöhnlich in ber Wirtin kleinem, gemütlichem Stübchen. Die Kostgänger waren alle versorgt. Das war bann die schönste Stunde für die gutherzige Frau, wenn sie mit dem blonden Mädel zusammensihen konnte. Sie aßen bann meist zusammen Abendbrot, und Anne­marie las die Zeitung vor.

Schließlich blickte die Wirtin ruckartig auf. Ihre Augen waren ein einziges Fragezeichen.

Sie reifen mit? 3a, aber ...?

Annemarie lächelte ganz versonnen, dann sagte fie:

Ich gehöre nur mit zu Mister Korsel Wo er ist, habe ich auch zu sein. In diesem Falle also mit auf der Reise. Wir fahren mehrere Tage im Luxuszug, unb ber Salonwagen Mister Kents wird uns beherbergen. Dach mehrwöchigem Aufenthalt im Süden kommen wir wieder nach Deuyork zurück Mister Korsel sagte, daß das Leben Mister Kents ein einziger Arbeitstag fei. Menn er auch ab und au eine Geselligkeit be­suche. so verbinde ihn in den meisten Fällen sogar dort nur irgendein geschäftliches Interesse."

So, so, hm!"

Mrs Doyle war schwer enttäuscht. Sie hatte schon geglaubt... Aber das war ja Unsinn! Da- türlich war es Unsinn Aber daß sie sich diesen Unsinn auch nur vorstellen konnte, daran war schuld, daß Annemarie so jung und liebreizend war. Das heißt, Schafe muhten das dort sein - nicht zu glauben Wenn schon Charles Kent in seinem bornierten Frauenhah die Kleine vielleicht noch nicht einmal richtig angefefjen hatte, so hätte doch mindestens der alte Korsel, der verheiratet war und selber zwei Töchter besaß, wie er Anne­marie mitgeteilt hatte, Bescheid wissen müssen. Aber da sah man es wieder einmal: MännerI

Mrs Doyle .schürzte verächtlich die Lippen. Wenn sie ein Mann gewesen wäre, sie hätte die Sache bald herausgekriegt.

Da werden wir ja ziemlich lange getrennt fein, sagte sie nach einer Weile.

Ja, das tut mir allerdings sehr leib, beim ich habe Sie sehr liebgewonnen. Aber sonst freue ich mich sehr auf die Reise in dem schönen Salon­wagen Und was ich alles zu sehen bekomme. . Meinen Sie nicht auch?"

Annemarie plauderte fieberhaft, um die innere Stimme zu übertönen, die ba laut unb teulltch fagte

Diesmal betrügst du dich selbst, Annemarie Du freust dich nicht auf bie Reise im eleganten, be­quemen Salonwagen, du freust dich nicht auf bk

nieder.

herrlichen Landschaften, auf fremde Menschen unb Städte, du freust dich einzig nur, weil du Charles Kent nahe sein darfst."

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2er TumgL hält motgenu tag ab.

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Llmzugsverboi in Jranffurt

WSD. Frankfurt a. M., 6. März Am Samstag findet in ber Festhalle in Frankfurt: eine Kundgebung der Dationalsozialisten statt, bei der General a. D Litzmann, Goebbels und Göhring sprechen werden. Gleichzeit'g haben das Reichsbanner, die Freien Gewerkschaf­ten und die Arbeitersportler einengroßen Alarm" angeordnet. Auch die Kommunisten ha­ben ihre Anhänger zu einer Massenkundgebung aufgefor'Jert. Angesichts dieses gleichzeitigen Massenaufgebots Politischer Gegner hat sich der Frankfurter Polizeipräsident veranlaßt gesehen, mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres alle Umzüge. Demonstrationen und Ver­sammlungen unter freiem Himmel zu verbieten. Zuwiderhandlungen sollen mit allen Zwangsmitteln bekämpft werden.

Am anderen Tage erschienen im Vorzimmer zu Kents Arbeitsraum zwei elegante Damen. Eine jüngere unb eine ältere. Die jüngere war sehr schön unb ein hinreißender Duft strömte von ihr aus.

Annemarie bot ihnen Sessel an, in welch einem die alte Dame auch Platz nahm, während die jüngere ungeduldig hin und her ging.

Schmerzhaft durchzuckte Annemarie ber Ge­danke:

Wer ist diese schöne junge Frau?"

Mister Korsel wagte sich ins Arbeitszimmer. Der strenge Befehl an diesem Tage lautete näm­lich, daß der Eisenbahnkönig jetzt nicht mehr ge­stört zu werden wünschte Dun war daZ ein R.s ko.

Er hatte ©intoänte gemacht, als die Damen ihren Wunsch, Mister Kent besuchen zu wollen, mitteilten. Aber da war die Jüngere aufgefahren. Hochmütig klangen ihre Worte:

Melden Sie uns an, mein Lieber. Wenn wir nicht wüßten, daß unser Besuch angenehm ist, kämen wir doch nicht."

Da ging Kartei wortlos in Kents Zimmer.

Annemarie aber dachte erschauernd:

Eis hat ein Recht zu kommen Er hat ihr dieses Recht gegeben. Dann haßt Charles Keift nicht mehr alle Frauen, bann liebt er diese eine,

2ie Ligarest Zum Gefeilscht einem jpannei 2:2) Die bri Lollars zweite ®e[amtleiftung

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Die zweite Äugend unb i bisher gemac gehen, Die.Si Hein zu Safi haben sich in ner ein Sieg

liche Form erhalten soll, wie sie in alten Stichen überliefert ist Da die Deuoema'ung des Kirchen­schiffes in ber kurzen Zeit bis zum Beginn der Pilgerbesuche, die bereits im Mai mit Sonder-- zügen aus dem katholijchen Aulland einsehen ol­len, kaum fertig gestellt werden kann, wird man wohl diese Arbeiten vorläufig zurück^tellen müs­sen Die Wiederherstellung des v>r etwa 13 Jah­ren burch frevelhafte Beraubung stark befdjäbigteit kostbaren Elftadethschreines. dem merkwürd gftcit unb wertvollsten Kunstgegenstand, den Hessen birgt, wird sich wahrscheinlich noch ermöglichen lassen Der Schrein soll vor feiner Weg^ührung durch die Franzosen nach Kas ei im Jahre 1810 mit 824 Edelsteinen, 59 Perlmutterplatten zwei sehr großen und vielen lleinen Perlen verziert gewesen fein 65 ©reine, die wahrscheinlich wäh­rend des Schmallaldischen Krieges gestohlen wui -- den, fehlten sch>n damals Als der Schrein aus Kassel, wo er 1811 beinahe dem Brande des Re- sidenzschlosses zum Ovser gefallen wäre? int Jahre 1814 nach Marburg zurück am. fehlten 117 ber edelsten Steine, fast sämtliche Gemmen, auf ber jetzt dem Beschauer abgetoanbten Seite das Kruzifix und ganze Teile von Figuren, so daß bis zur Beraubung vor zehn Jahren nur noch 672 Steine unb 47 Perlen, dagegen noch alle 59 Perlmutterplatten v r' a den waren Die g stoh-- lenen Edelsteine sind größtenteils wieder herbei­geschafft worden Auf Grund'Von-kurz vor ter-' Beraubung hergestellten photographischen Auf-- nahmen wird es möglich fein, die geraubten Etel-- steine, deren Diebe man in England auffbürte, an den alten Stellen wieder einzufüg-m Im Zusammenhang mit der Wiederherstellung tes Schreines wird auch sein S and ort unb die Sa­kristei mit ihren Einrichtungen und Ausstat­tungsstücken überarbeitet Dagegen muß von einer Deuverglasung ter Fenster unb dem Ersah des Gestühls Abstand genommen werden. Die ge­samten Cmeuerungskosten werden aus dem Pa- tronatsbaufonds, sowie aus Mitteln ter staat­lichen Denkmalpflege bestritten.

schöne Frau hier."

Zwei gr^e Tränen tropften auf das Papier ...eher. Erschr cken tupfte das Mäd>n sie fort.

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Ä' Bechtold Bortrag hauS nommen.

bemy*V SÄdbach der hiesigen' berichten 27

Mister Korsel kam zurück, öffnete bie Tür weit und sagte:

Mister Kent läßt bitten.

Mit einem stolzen 2äd>eln schritt bie Jüngere über die Schwelle, während die Aeltere gerne! fen folgte.

Kent stand neben seinem riesigen Schreibtisch. Er verbarg die unangenehme Ueberraschung so gut es ging Aber Mrs. Jorina hatte er nicht abweisen können, wenn et es mit EU not S Hella id auch am liebsten getan hätte Und weil er wußte, ganz genau wußte, daß Mrs Ioring ihn hier niemals ausgesucht und gestört hätte, sondern daß Ellinor sich diese Sache wieder erzwungen, blieb er kühl unb fast ein wenig feindlich gegen bie schöne Frau.

Was wollte sie eigentlich? Wollte sie sich noch ein Beisammensein erzwingen? Don ihm erzwang man sich nichts, ba< hätte s e wissen müssen Und zutem. zwischen ihnen war alles klaraestellt Er wüßte nicht, was sie noch zu biefem De,uch hätte veranlassen können

(Fortsetzung folgt.)

Das Große Los in Frankfurt und Mainz.

Bekanntlich ist bas Große Los der Preußisch- Sübdeutschen Klassenlotterie in beiden Abteilungen nach Hessen unb Hessen-Nassau gefallen. Nunmehr wird bekannt, daß eine Abteilung, bie in Achteln gespielt würbe, nad) Frankfurt gefallen ist Des Glückslos würbe durchweg von Leuten, bie bas Geld gut gebrauchen können, gespielt, unb zwar sechs Achtel in Frankfurt selbst ein Achtel in Höchst unb ein Achtel in Darmstabt. Unter ben Gewinnern be­finden sich auch vier Erwerbslose. Die anbere Ab­teilung bes Großen Loses ist in bie Lotterieein­nahme H. Iamin in Mainz gefallen Das Cgj würbe hort in Vierteln gespielt, unb zwar das erste Viertel von mehreren Arbeitern im Ried, bas zwefta von einer Frau in Mainz, bas brüte von bem Geist­lichen einer Dorfgemeinbe unb bas vierte von zwei Kaufleuten in Mainz.