Verschließt nicht eure Türen den Sammlern, die mit der Haussammlung -er „Winterhilfe 1930/31" beauftragt sind. Unterstütze jeder das Hilfswerk durch eine Spende.
* Städtische Nothilfe 1930.
suchte. Da jedoch kein Schaden zu bemerken war, wurde die Fahrt bis Butzbach fortgesetzt. Dort wurde die Maschine abermals untersucht, aber ohne Er» Kirch-Göns den Zug abermals an, und derssssist gebnis. Der Zug verließ daraufhin mit einiger Verspätung den Bahnhof Butzbach, der Lokomotnr- führer wurde jedoch wiederum durch das Gepolter an der Maschine beunruhigt, hielt zwischen Butzbach und Kirch-Göns den Zug abermals an, und der Heizer kroch unter die Maschine, um dort das Gestänge zu untersuchen. Dabei fand er eine männliche Leiche vor, die sich in einem furchtbaren Zustande befand. Um die Maschine not» dürftig reinigen zu können, mußte der Zug ein Stuck zurückfahren, und erst dann konnte die Fabrt ohne weiteren Zwischenfall fortgesetzt werden. Auf der Strecke zwischen Ostheim und Butzbach wurde eine Anzahl Bekleidungsgegenstände, Schuhe, Körperteils u a., auch die Teile einer goldenen Uhr gefunden. Die Person des Toten konnte bisher nicht fcftgestellt werden, da man keinerlei Papiere vorfand Es wird auch ein Unfall in den Kreis der Betrachtung ge-
efetzliche Gesellenprüfungen sol
cher Lehrlinge, die bis zum 30. Juni auslernen, betrifft eine Anzeige in unserem heutige»' Blatte, auf die wir die beteiligten Personen bejonbers hin- weisen.
Städtische Drennholzver steige- tung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Hochwart, wurden bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Durchschnitt folgende Preise erzielt Buchenscheiter (1. Kl.) 13 Mk., (2. Kl.) 9. Eichenscheiter (l.Kl.) 8 80, Fichtenscheiter (2. Kl.) 7 Buchenknüppel 9, Eichenknüvpel 5.80, Buchen- ftöcke 6 Mk. pro Raummeter, Buchenreisig 26 Mk. pro 100 Wellen.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
£ Wieseck, 7. Febr. Linser Mitbürger Landwirt Heinr.ch Bieraul. begeht heute feinen 8 0. Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische.
X Wieseck. 5. Febr. Die erste diesjährig» Kreisverbandstagung der evangelisch - k i r ch l i ch e n Frauenvereine des Kreises Gießen fand h.er bei sehr starker Beteiligung in unserer Gemeinde statt. Vertreten wären die Vereine Alten-Buseck, Annerod, Lindenstruth, Reinhardshain, Rödgen, Saasen, Steinbach, Watzenborn-Steinberg, Gießen (Lu- kasgemeinde) und die Vorstände der anderen dortigen Frauenvereine. Tie Kirche vermochte kaum die Erschienenen zu fassen. An dem schön ge» schmückten Altar versah der Ortsgeistliche den Altardienst Der Frauenchor sang unter Leitung seines Dirigenten Philipp Groß zwei Chöre, Organist Lehrer Schneider spielte die Orgel. 3n seiner Predigt stellte der Direktor der Riedcr- Ramstäöter Anstalten, Pfarrer Schneider, die Frauenvereinsarbeit unter das Wort: „Dienet dem Herrn nut Freuden." 3n der anschließenden, den großen Saal von Braun mit etwa 500 Teilnehmern bis zum letzten Platz füllenden Versammlung begrüßte die Verbandsvorsitzende, Frau K r e u d e r, Gießen, die Erschienenen für den Kreisverband, Pfarrer Sattler für das Dekanat und den örtlichen Verein, der sich große Mühe gegeben hatte, die Gäste an schön geschmückter Tafel zu bewirten. Schöne Chöre der Vereine von Lindenstruth unter Leitung von Lehrer Hahn, von Annerod unter Leitung der Schwester und Rödgen unter Leitung von Pfarrer Bönning, umrahmten den Vortrag von Pfarrer Schneider, der in anschaulicher Weise ein Bild zeichnete von seinen Anstalten. An freiwilligen Gaben gingen 87 Mk. ein. Die nächstjährige Tagung dieses Zweiges des Kreisverbandes soll in Alten-Duseck stattfinden.
g. Klein-Linden, 7. Febr. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichren: Einem Landwirt in der Wetzlarer Straße ging durch die Kanalisierung und die Anlage der Wasserleitung der Wasserstand seines Brunnen so stark zurück, daß das Wasser nur noch mit der Pumpe heraufgebracht werden kann. Der Geschädigte trat an den Gemeinderat mit der Bitte heran, ihm die Kosten für die Pumpe und die Rohre im Betrage von 45 Mark zu erstatten. Der Gemeitzderat hat die Schadensersatzpflicht abgelehnt, lediglich aus Billigkeitsgründen soll dem Landwirt der Betrag in Höhe von 45 Mark gewährt werden. Weiter wurde der Beitritt zum Verein für Hessen und Hes° sen-Nassau zur Beschäftigung Arbeitsloser (Arbeiter» kolonie Neu-Ulrichstein)' mit einem Jahresbeitrag oon 3 Mark beschlossen. An der hiesigen Volksschule
muß, sollte man diesen Vorgängen im fernen Afrika deshalb größte Beachtung schenken, weil sie eine neue Gruppierung der europäischen Mächte in Afrika einleiten können. Es ist allerdings wahrscheinlich, daß die letzte Entscheidung darüber, wer das Herz des dunklen Erdteils besitzen soll, nicht durch einen Kolonialfeldzug, sondern in europäischen Verhandlungen gefällt wird.
Was ist geschehen? Als die Italiener vor zwanzig Jahren Tripolis „eroberten", gelang es ihnen nicht, dieses ganze Gebiet, das dreimal so groß wie Deutschland ist, militärisch zu besetzen. Tief im Süden des Landes, in den Oasen, wo an einem Wasserlauf ein paar Dattelpalmen, einige Johannisbrotbäume und vielleicht ein paar Oelbäume wachsen, und wo der größte Schatz der Eingeborenen aus einigen Herden Ziegen, Schafen und Kamelen be°
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Die italienische Flagge wird über der Oase Kufra gehißt.
steht, herrschten auch nach der Jtalienisierung türkische Gouverneure und türkische Offiziere, die von den Sanddünen und dem trockenen Gestein der Sahara befffer beschützt wurden als von modernen europäischen Festungen. Die Italiener hatten staatsrechtlich das Erbe des Sultans angetreten und damit formal nicht nur Tripolis, sondern auch Tibesti und Borku in Besitz genommen. Aber am 12. November 1913 wurde die Hauptstadt von Borku, Ain Galakka, von den Franzosen erstürmt. Das klingt so, als ob dort eine große militärische Tat vollbracht worden sei. Nun schätzt man die gesamte Bevölkerung des Landes Borku auf etwa 12 000 Menschen, und der Sturm auf die Hauptstadt kann also nur mit der Eroberung eines Dorjes verglichen werden. Im folgenden Jahr zogen die Franzosen auch in Tibesti ein. Aber sie verzichteten daraus, in diesen entlegenen innerafrikanischen Gebieten, mitten in der Wüste und unter der ständigen Gefahr von Beduinenüberfällen, Truppen zu stationieren.
Die Italiener haben die Eroberung der Sahara- gebiete bis an die Grenze des anglo-ägyptischen Sudans durch die Franzosen niemals anerkannt. Doch was sollten sie tun? Inzwischen brach der Weltkrieg aus, die Türken stellten sich auf die Seite der Mittelmächte und baten die Mohammedaner aller Länder um Unterstützung. Nun erklärte die Sekte der S e n u f f t, die in Nordafrika sehr mächtig ist, den Heiligen Krieg gegen die Italiener. Der ^Mittelpunkt der Senussi befand sich in der Oase ober, richtiger gesagt, in dem Netz von Oasen, das sich an der tripolitanisch-ägyptischen Südgrenze befindet und Kufra genannt wird. Von dort schwärmten die Senussi gegen die Italiener aus und trieben die ihnen verhaßten Europäer bts an das Ufer des Mittelmeeres zurück Mit großer Muhe konnten die Italiener wenigstens die Stadt Tripolis selbst noch halten. Aber als der Krieg beendet war, durfte sich kein Italiener auch nur wenige Kilometer in das Innere des Landes hineinwagen, und wer von Tunis nach Tripolis gelangen wollte, konnte nicht etwa den Uferweg benutzen, sondern mußte ein Schiff besteigen, weil der Landweg zu gefährlich war
Zähe haben die Italiener inzwischen dafür ge» kämpit, die Kolonie wieder in ihren Besitz zu bringen. Sie erlitten manche Niederlage, und es war zunächst für jeden Europäer unter italienischer Herrschaft ebenso unmöglich wie unter dem türkischen Regime, in das geheimnisvolle Innere des Landes einzudrinaen. An den Fingern einer Hand kann man die Männer aufzählen, denen das gelungen ist, und die uns von den stolzen Arabern und Berbern, von den Tuaregs und der übrigen Mischbevölkerung im südlichen Tripolis, im Fesjan, Bericht erstatteten. Im Januar 1928 begann bann ein entscheidender Vorstoß der Italiener, die am Neujahrstaa von der kleinen Hafenstadt Agedabia am Mittelmeer aus den Marsch ins Innere antraten. Zunächst wurde die Küste der großen Sirte in einer Ausdehnung von 240 Kilometer besetzt: ein rebellischer Stamm wurde geschlagen, und es gelang, einen Punkt im Innern des Landes zu erreichen, der hundert Kilometer südlich der Küste liegt. Damit war der Küstenstrich gesichert. Den Bewohnern der Oasen, die von den Italienern berührt wurden, ging es schrecklich. Ihr einziger Reichtum, ihr Vieh, wurde weggenommen und geschlachtet. Man erschoß die Kamele, um den Beduinen den Guerilla-Krieg gegen die italienischen Truppen unmöglich zu machen.
Var genau einem Jahr, im Januar 1930, begann ein neuer Feldzug, der nun zu der alten Oase Murzuk führte und damit den Weg gegen das französische Kolonialreich öffnete Es ist kein Vergnügen, auf diesem Gelände Krieg zu führen, und um der für europäische Begriffe fast wertlosen Oasen willen tut man es bestimmt nicht Die Italiener sprachen auch ganz offen aus, was sie beabsichtigen. Sie wollen im Wettbewerb mit den fron* zösiscyen Plänen eine eigene Bahn von Tripolis durch die Sahara bis an den Tschad-See bauen, um einen großen Teil des innerafrikanischen Handels über den italienischen Afrikahafen am Mittelmeer ju leiten. Dazu brauchten sie aber noch eine Deckung ihrer Flanke, die vom Osten her aus der Oase Kufra bedroht war. Denn dort sitzen \a jene Senussi-, die schön einmal gegen Italiens Kolonialherrschaft siegreich kämpften Nun find die Italiener ln S’uira ein gezogen und feiern bas als oinen großen Sieg, dem der Vormarsch an dcn Zicbab See folgen muß. In diesem
Der Gießener Gtaatekommiffar über sein Gieuerdikiai.
Die Stadtratsfraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung hat auf ihr Protestschreiben an den Gießener Staatskommissar wegen des Steuerdiktats gestern folgende Antwort erhalten:
Der Staatskommissar für die Stadt Gießen.
Darmstadt, den 5. Februar 1931.
Betr.: Sicherung der Haushaltsführung der Stadt Gießen.
Wie ich auch bereits der Stabtratsfrattion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte mit Schreiben vom 15. Januar 1931 mitgeteilt habe, habe ich nach meiner Bestellung zum Staatskommissar für die Stadt Gießen im Benehmen mit dem Herrn Oberbürgermeister sofort den städtischen Voranschlag, insbesondere auch die Ausgabenseite, nachgeprüft. Hierbei hat sich ergeben, daß der von dem Herrn Oberbürgermeister ursprünglich errechnete Fehlbetrag von 127 000 RM. nach der Entwicklung, die die Verhältnisse in der Stadt mittlerweile genommen hatten, nicht ausreichen würde, um die von der Stadt bis zum Ende des laufenden Rechnungsjahres zu leistenden Fürsorgeausgaben abzudecken, und daß dieser Fehlbetrag auf 185 000 RM. zu veranschlagen ist. Zur Abdeckung dieses Fehlbetrags haben sich die von mir getroffenen steuerlichen Maßnahmen zur Sicherung der Haushaltsführung der Stadt als notwendig erwiesen. Von einer Steuermehrerhebung über den voranschlagsmäßig festgestellten Bedarf hinaus kann somit unter diesen Umständen keine Rede fein. Wenn Sie weiter behaupten, bei den von mir getroffenen Anordnungen auf steuerlichem Gebiet seien nicht berücksichtigt worden die Mehreinnahmen, die erzielt würden durch:
a) die bereits eingeführte Bürgersteuer,
b) die Umwandlung der für das Rechnungsjahr 1930 vorläufig entrichteten Zahlungen an Grund-, Sondergebäude- und Gewerbfteuer in endgültige und
c) die Ermächtigung der Gemeinden, für das laufende Rechnungsjahr diese Steuern endgültig nach den Besteuerungsgrundlagen des Vorjahres zu erheben,
fo trifft Ihre Annahme, daß aus den vorerwähnten Maßnahmen Mehreinnahmen für die Stadt zu erwarten feien, nicht zu
Zu a- Bei der Bürgersteuer haben sich seit der Beschlußfassung des Stadtrats die Verhältnisse insofern geändert, als durch die Verordnung des
Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen vom 1. Dezember 1930 (RGBu 1, Seite 517) der Kreis der von der Steuer zu befreienden Personen mit Wirkung bereits für das Rechnungsjahr 1930 wesentlich erweitert worden ist. Angesichts dieses Umstandes muß angenommen werden, daß die Bürgersteuer gegenüber dem veranschlagten Erträgnis eine Mindereinnahme, nicht aber eine Mehreinnahme bringt.
Zu b: Nach den von mir bei dem Herrn Minister des Innern eingezogenen Erkundigungen ist es zur Zeit noch ungewiß, ob die hier erwähnte Umwandlung der vorläufigen Steuern in endgültige überhaupt vorgenommen wird. Selbst gesetzt den Fall, , diese Umwandlung würde angeordnet, so befürchten andere Städte von dieser Maßnahme wesentliche Steuerausfälle und sind infolgedessen bei dem Herrn Minister dahin vorstellig geworden, daß er von dieser Umwandlung absehen möchte.
Zu cr'Hier ist Ihnen offenbar ein Irrtum unterlaufen Die hier erwähnte Ermächtigung kommt voraussichtlich erst für das Rechnungsjahr 1931 erstmalig in Anwendung und spielt somit für das Rechnungsjahr 1930 keine Rolle
Aus diesen Darlegungen bitte ich Sie, zu ersehen, daß, nachdem auch die von mir verfügten Anordnungen dir gesetzlich vorgeschriebenen ministeriellen Genehmigungen gefunden haben, für mich kein Anlaß und auch keine Möglichkeit zu Abänderungen oder gar zu ihrer Zurücknahme besteht.
Wie ich auch bereits der Stadtratsfraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte mitgeteilt habe, tritt nach der gesetzlichen Vorschrift der Staatskommissar an di Stelle des Stadtrats, dessen Beschlüsse durch ihn ersetzt werden, weshalb Verhandlungen mit dem Stadtrat nicht in Frage kommen Im übrigen darf ich auch Ihnen mitteilen, daß ich mir Vorbehalten habe, noch weitere Maßnahmen zur Siche- runa der Haushaltsführung der Stadt Gießen zu treffen, und ich bin darum gern bereit, durchführbare Vorschläae zu Einsvarunaen ober Mehreinnahmen im Rechnungsiahr 1930 auch von Ihnen schriftlich entgegenzunehmen
Haberkorn, Oberregierunasrat Staatskommissar für die Stadt Gießen
An den
Vorsitzenden der Stadtratsfraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung
Herrn Nicolaus
Gießen.
Augenblick müssen sie auf französischen Widerstand stoßen, der in der französischen Presse auch schon sehr bestimmt angedroht wird. Es vollzieht sich hier eine Entwicklung, die freilich nur im Zusammen- hang mit den übrigen zwischen Frankreich und Italien zur Diskussion stehenden Fragen richtig gesehen werden kann Aber der Spaziergang der Italiener durch die Sahara ist doch bedeutungsvoll genug, um in den politischen Kreisen aller Nationen aufmerksam verfolgt zu werden.
Aus der prvvinzialhouvtstadt.
Gießen, den 7. Februar 1931.
Tierschutz im Winter.
Der Tierschuhverein für Hessen bittet alle Freunde der Tierwelt, während des Winters folgende Winke beherzigen zu wollen:
1. Den Vögeln spende man, sobald der Voden gefroren oder mit Schnee bedeckt ist. täglich, am besten am frühen Morgen, frisches Futter. Hanfsamen, Sonnenblumenlerne. Fleischstückchen, Ruß- kerne, ungesalzener Speck usw. Dagegen darf man Kartoffeln und frisches Drot nicht füttern. Ferner beachte man, daß der Futterplatz vor Katzen geschützt ist.
2 Pferde lasse man bei kaltem ?Letter niemals m Freien u be ent la.'.ge stehen Di H ifeisen müssen öfters gefa)ärft weroen das Geschirr bewahre man im warmen Stalle auf. Wird das eiskalte Gebiß dem Pferde eingelegt, 'wie es leider oft geschieht, so werden dem armen Tiere schwere Verletzungen an Lippen und Zunge zu- gefügt Dies wird leicht vermieden, wenn die Eisenteile vor dem Gebrauche in warmes Wasser getaucht, oder mit einem warmen Lappen gerieben werden.
3. Der an der Kette liegende Hofhund ist durch ein gut gedecktes Häuschen vor Kalte und Schnee tunlichst zu schützen Seine Lagerstätte muh öfters mit frischem Stroh versehen und warm und reinlich gehalten werden. Auch lasse man ihn tagsüber einige Stunden los, damit er sich frei bewegen kann. An Futter bedarf das Tier jetzt mehr als im Sommer. Sein Trinkgefäh muß täglich gereinigt und mehrmals mit überschlagenem Wasser frisch gefüllt werden.
4. Behütet die Stubenvögel vor Zugluft und Temperaturschwankungen, die durch unvorsichtiges Lüsten entstehen können.
Bornotizen.
— Tageskalender für Samstag: Volkshochschule: Mozartfeier, 20 Uhr, Singsaal des Realgymnasiums. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft: Vereinsabend, 20.30 Uhr, Stadt Lich. — Verein Hess Leibgardisten: Hauptversammlung, 20.30 Uhr, Stadt Mainz — 1870 1920: Hauptversammlung, 21 Uhr im Aquarium. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Stürme über dem Montblanc". — Astoria- Lichtspiele: „Laila" und „Rätsel einer Nacht"
— Tageskalender für Sonntag Stadttheater. Vortrag mit Lichtbildern von Dr E L. Stahl: „Deutsche Szenenkunst von den Meiningern bis Piscator", 11.30 bis 12 45 Uhr. — „Die erste Frau Selby", 18.30 bis 20 30 Uhr. — Liebig Museum. Ausstellung von Thüringer Stücken aus dem Besitz von Geheimrat Sommer, 8. bis 22. Februar — Sp Vgg. 1900 e. 93.: Gesellschaftsspiel A. C Ururi gegen 1900 Liga, 15 Uhr — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Sturme über dem Montblanc". — Astoria-Lichtspiele: „Laila" und „Rätsel einer Nacht"
- Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben. Die Intendanz teilt mit, daß in der Vorstellung „Die erste Frau Selby" am Sonntagabend die Rolle der Elfte von Agathe Walther-Lederer, die Rolle der Mabel von Elisabeth Wielgnder gespielt wird. - Der Spielplan der kommenden Woche steht ebenfalls unter dem Zeichen der Erstaufführungen. Am Dienstag. 10. Februar, wird zum erstenmal Ben Ionlons Ervlchleicher-Komödie .Volponc" unter b?r Spielleitung von Peter Falsolt zur
Ausführung gelangen. — Am Mittwoch, 11. Februar. 20 Uhr, Wiederholung dess lben Werkes. — Freitag. 13. Februar, 20 Llhr, zum ersten- mal der diesjährige Faschingsschwank ,Das öffentliche Aergernis", das Iubiläumswerk (25. Schwank) des bekannten Schwankautors Franz Arrwld, unter der Spielleitung von Heinrich Hub. — Sonntag, 15. Februar, 18 30 Uhr, als Fremdenvorste.lung die von Heinrich Hub inszenierte Silvesterposse ,Robert und Bertram"
— Vortrag im Stadttheater. Dr. Ernst Leopold Stahl vom Slaatstheater München w'rd morgen. Sonntag. 11.30 Uhr im hiesigen Stadttheater einen Vortrag über die „Deutsche ©eenen tun ft von den Meiningern bis Piscator" halten. Cs ist Dr. Stahls Bestreben, in diesem Vorträge die Entwicklung des Bühnenbildes und der Figurine, wie der wesentlichsten technischen Errungenschaften des neuzeitlichen Theaters an Hand von zahlreichen Lichtbildern vorzuführen.
— Kaufmännischer Verein und Orts» gewerbe-Derein Am Dienstag, 10. Februar, spricht im Kaufmännischen Verein und Ortsgewerbe- Verein der Dozent für Kunstgeschichte am Berufs- pädagogischen Institut zu Köln, Dr . H. G L e m - p e r tz über „Die neue Zeit in ihrer künstlerischen Aeußerung" Der Redner wird eine Charakterisierung der heutigen Kulturströmungen geben, die Stellung des einzelnen zur Welt, zu den Naturkräften, zu den Mitmenschen und dem Staate einer Betrachtung unterziehen und den Einfluß der Zeiterscheinungen auf das künstlerische Schaffen behandeln Er wird ferner auf die Probleme der neuzeitlichen Wohnung, auf Stadtanlage und Siedlungsbau, sowie auf den Stand der gegenwärtigen Plastik und Malerei eingehen. Eine Reihe von Lichtbildern wird den Vortrag ergänzen. (Siehe heutige Anzeige.)
— Frauenbund der Deutschen Kolo- nialgesellschaft. Am Montag, 23 Februar, wird auf Veranlassung der Abteilung Gießen des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft Ministerialrat Dr. M i ck e l Berlin, der kürzlich von einer Informationsreise aus Ostafrika zurück- gekehrt ist, über „Deutsche Siedlungsarbeit in Ostafrika" einen Lichtbilderoortrag halten. (Siehe heutige Anzeige.)
— Kasperletheater. Morgen, Sonntag, 15 Uhr, findet im Katholischen Dereinshaus Kasperletheater statt, das den Kindern sicherlich viel Freude bereiten dürfte Der Eintrittspreis zu dieser Vorstellung ist sehr niedrig gehalten Den Kindern wird Gelegenheit gegeben fein, das Märchen „Rumpelstilzchen" und das lustige Spiel von „Kasperles Höllenfahrt" zu sehen. Näheres ist aus der Anzeige in der Freitagnummer ersichtlich
Daten für Sonntag, 8 Februar
Sonnenaufgang 7.28 Uhr, Sonnenuntergang 17.01 Uhr. — Mondaufgang 0 Uhr, Monduntergang 9.37 Uhr.
1587: Maria Stuart, Königin von SchotUand hingerichtet; — 1828: der französische Schriftsteller Jules Verne geboren; — 1871; der Maler Moritz von Schwind gestorben; — 1909: der Hofprediger und Sozialpolitiker Adolf Stöcker gestorben.
Taten für Montag, 9. Februar
Sonnenaufgang 7.26 Uhr, Sonnenuntergang 17.03 Uhr. — Mondaufganq 0.53 Uhr, Monduntergang 9.54 Uhr.
1789: Franz Xaoer (Babelsberger, der Begründer der deutschen Stenographie geboren; 1834: der Dichter Felix Dahn geboren.
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Wieder ein Einbruch in eine Butzbacher Schuhfabrik. 3n der Rächt zum Freitag wurde, nachdem erst vor etlichen Tagen Ein. rccher in die Schuhfabrik von Dreher in Butzbach eingebrungen und Schuhwaren gestohlen hatten, wieder ein Einbruch in eine Butzbacher Schuhfadr k verübt. Diesmal galt der unerwünschte nächtliche Besuch der Schuhfaurik von Rumps. Den @inl reeberu sielen nach dem bisherigen Ergebnis der Ermittlungen etwa 15 Paar Schuhe
in die Hände. Die polizeilichen Nachforschungen sind z. Z. noch im Gange.
** Ein 86jährige r. Am Sonntag, 8. Februar, feiert Herr Wolf Schiff, wohnhaft Bleichstrahe 28, in geistiger und körperlicher Frische seinen 86. Geburtstag.
** D i e Reichsbahn erleidet keinen Schaden. Vom Vorstand des Reichsbahn-Ver- kehrsamts Gießen wird uns geschrieben: Zu der Notiz in Nr. 30 des „Gießener Anzeigers" vom 5. Februar, „Unregelmäßigkeiten bei der Gießener Güterabfertigung", teile ich ergebenft mit, daß durch die ftftgefteüten falschen Verrechnungen die Reichsbahn keinerlei Schaden erlitten hat. Der fcstgestellte, übrigens verhältnismäßig geringfügige Fehlbetrag ist durch den betreffenden Beamten sofort gedeckt worden.
** Selb st mord oder Unfall? Der Personenzug, der heute morgen fahrplanmäßig um 7.01 Uhr in Butzbach und um 7.25 Uhr in Gießen eintreffen sollte, erlitt eine Verspätung von einer halben Stunde, die in einem gräßlichen Geschehnis ihre Ursache hatte. Auf der Strecke zwischen Friedberg und Butzbach, in der Nähe von Ostheim, bemerkten der Lokomotivführer und der Heizer merkwürdige Geräusche unter der Maschine. Die Lokomotive lief unruhig, so daß der Führer zwischen Ostheim und Butzbach den Zug zum Hasten brachte und das Gestänge der Lokomotive unter»


