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TemiinkalendersörVereinsveranstaltungen

DaL Städtische Verkehrsamt hat. wie für di« letzten Jahre, auch für das Jahr 1931 einen Terminkalender für Ve re in s v e ran­kt a l t u n g e n eingerichtet, in dem die Veran­staltungen der Gießener Vereine registriert wer­den sollen, damit aus Anfragen von auswärts zuverlässig Auskunft g:g:bm und eine Kollision von mehreren Veranstaltungen an einem Tage möglichst vermieden werden kann. Die Einrich­tung eines solchen Terminkalenders hat sich bis­her als sehr vorteilhaft erwiesen, so daß man auch für dieses Jahr einen Autzen für alle Beteiligten von dieser Registrierung erwarten darf. Allerdings ist dazu erforderlich, dah die Vereine alle von ihnen geplanten Veranstal­tungen im Laufe des Jahves 1931 sofort dem Städtischen Verkehrsamt im Stadthaus Berg- straße mitteilen, damit dort die Votierung vor­genommen w:rten kann. Die Vereine erleichtern durch diese Mitarbeit nicht nur dem Städtischen Verkehrsamt die Durchführung einer wirksamen Verkehrswerbung, sondern sie erweisen auch sich selbst einen guten Dienst, der darin besteht, das; aus Grund des Terminkalenders später festzusehende Deransta tungen nach vor­heriger Anfrage beim Verkehrsamt in einer Weise verteilt Warden, bei der alle Veran­stalter soweit als irgend möglich gefördert und vor Konkurrenz bewahrt weroen können. Soweit die Gießener Vereine sich dieses Terminkalenders bisher noch nicht bedient haben, sollten sie un­

gesäumt mit dem Städtischen Verkehrsamt die Verbindung aufnehmen, um in diesen Kalender eingeschrieben zu werden.

Don den größeren Veranstaltungen in diesem Jahre, soweit sie bis jetzt bei dem Städtischen Verkehrsamt angemeldct sind, seien heute fol­gende verzeichnet:

9. Mai: Konzert der Kavelle Johann Strauß:

31. Mai: 10. Vationale leichtathletische Wett­kämpfe. durchgeführt von der Spielvereini­gung 1900;

6. und 7. Juni: Dautag teS Gaues Viederwald des Bundes deutscher Marin vereine;

7. Suni: Wohltätigkci s est der Stutenrenhilfe;

14. Juni: Frauen wettkämpfe des Vereins für Bewegungsspiele;

1.3uli: Eittings est der Universität;

11. und 12.3uli: Regatta des Deutschen Ru- dervcrbands, durchgesührt von der Gießener Rudergesellschaft 1877;

11. und 12. 3uli: Gauturnfest des GaueS Hessen der DT.;

21. 3uli bis 1. August: Ferienkurfus der Lan­desuniversität;

11. August: Verfasfungsfcier;

30. August: LRa.ionale leichtathletische 3u» gendwettkämpse, durchgesührt vom Verein für Bewegungsspiele;

Anfang Oktober: Gauwettkampf im Kunst­turnen.

Aus der Promn^idfbaupfftoht

Gießen, den 7. Februar 1931.

Liewer RedakzionSonLl.

De verzeihst» mcr. wenn ich mich Widder emol bei Dir meid und Dir middeil: 3n meiner Vach- barschcht. in der Dammschdraß, Hots Luf d gewwc! Früher hieß mer f« die Flügelsgaß. Vachhcr is se vornehm zurDchdraße" af anziert. oddcr wie mer die feinere Gasse sonsd uff Hoch­deutsch heißt. Die ahle Baracke, die drinn stände, hawwe wcrk.ich Fliege! kriegt. Weih der Deubel, wo se das schdäddisch Hochoauamt hat hinsliege lasse. Odder die ahle Kasd« hawwe Angst kriegt vor dem Schdaadskommissar unn hawwe sich deshalb dinn gemacht, weil lhnc die aller- neust Schdadtverwaldungszeit net im geringste mehr gefalle duhd. Alleweil soll uifgebaut werrn ich merk nix devo. Abgerisse sinn mer alleweu allmitenanner. unn do sinn aach die Flügels- gässer abgerisse worrn, unn mer hawwe Ww gc- sagd Lufd kriegt. Mir Zo^zelsgässer sinndie erichde in gans Gäiße. die wo neweher wtdder Luft kriegd hawwe. Das soll uns emol aner nachmache. Es duhd mer zwar verdammt leid, dah se gans so newebei aach unher ah.d Scheuer abgerisse hawwe. Awwer ich Habs schon gcsagd, wie ich noch c Schulbub war. daß unher ahld Scheuer c großardig Bauwerk getoefe is. Drei- hunncrd 3ahr hott' se geschdanne unn kein Mensch not geniert, ur.n allcwe l reiht mer se ab, schdobbd die Eingangsdicc inS Museum und verbrennt die Balke. Das stößt uff mein Widerschbruch. 3ch mein: Was so lang geschdanne hat, hält aach noch länger schdehe könne. Warum hat mer dann die ahld Zchndfcheuer so wunnerschee wie en Vogel Feni? aus der Asche uf'gehowc? Was dem Brandblah rächd iS, is dem Zo^zelsgäßche billig. Mir Zozzelsgässer hädde gefragt werrn misse, vo rechts- odder von urechtswege. 3ch hätt mich dann dodefier ausgeschbroche. dah unher lieb ahld Scheuer in e WilljafordeSchdaads- kommissär umgebaut worde wär. For en Veubau hätt's bei de alleweilige Gäiher Schdadt- finanze doch net gelangt.

Allaweil hawwe mcr also die grohardigsd Aus­sicht. Die Wehsteingässer dähde wos drum getotoe, wenn mir ZozelSgösser aach endlich «weck wär'n Abgewart! 3hr /Brietet! So schnell schießt 's Hochbauarnd net. Etzend muh erichd emol sorne noch das ahld Eckha tt, in Firma Kracheburg Vachfolger, abgerisse werrn; awwer bis der Schdaadskommissar die Middel bewilligt hat, is es vcrleicht umgefalle. Wer kanns wisse. Ich dähd's net uff de Abbruch kaafe, dos wind­schief Deeck. Dar klaa Metzger, der drin sah, hat sich zur rechde Zeid mit seiner Worschtkich aus dem Schdaab gemacht. Er Hot pewiht teorimm. Dlöhläch unnc das Wollkrämche'ts noch dapper aus. Wer weih, ob a. s seiner Woll noch Schdrimb geschdrickt werrn, wann das ahld Dajes an enem sch eene Daag odder gar bei der Rächt zesammckracht. 3ch dank dem liewe Gott, dah er mich hat Schusdcr werrn losse unn net Dack- decker. Wcchrhambel, ich dähd dort kein Ziegel net fom Dach svn dem ahlde Kasde cr.mner Holle aus lauder Angst, ich säh schneller als wie ich enuff gelomme wär. unnc in der Walldov- schdraß. well der baufällig ahld Kasde endlich blötzlich den Weg alles Fleisches gehe dähd. Wann merklich emol aus dec verkehrd Richdung c r chdiger Schdorm kimmt, dann garantier ich for gar nix. Dann wird die Walldorschdrah uff amol lawigneardig mit Dreck a'gefüllt unn die Elekdrisch stellt dort ihm Bedrieb inn, wos ihr fielleichd grab basse dähd. Die Radde unn Mäus awwcr ziehe sich in die Rachbar- schasid zurick, unn ich, liewer Zeidungsonkel. teilt nor emol seh, wos der Schdaadskommissar for c Gesicht mecht. wenn er, wie mcr all ho fe, anes mor ens doch noch emol häi in Gäiße usswache duhd. um e noch höcher Gewald, for die doch aach niemand net ze hafde braucht unn die niemand net gerufe hat, hat seiner schutz­befohlene Schdadt Gäiße dorch en kluge3nsall" c gehecrig Ausgab geschbart. 3ch glaab awwer, beim Bauamt werdt dann emol erscht aner hin­gesetzt. der ausrechne muß, toiefiel mol unher Auto-Müllmöwelwage mit seine zwaa Levkoje hinne druss fahm muh, biß er den neuste Schdadtdreck ctifcgE geschasst Hot, unn wann cr

dann gelegendlich mit dem Rechne serdig is, werd a'gefange, de Dreck eweck ze fahre, unn die Fliegelsgässer kriege bann, weil der VameZur schöne Aussicht" uff em Seltcrsbergk schon ver- gewwe is unn nctoig dran dort vwwe alleweil dieOwere Luftwege" ausgebaul werrn. den scheene neue SchdrahenameZe de unnere Luftwege". Womit ich mich im Vame for alle Zozzelsgässer schon al.etoeil for innverstande er- ßar!

Awwcr unher guhd ahld Scheuerche ford unn ctzt wolle mer mol seh, wos die zuständige Wcristurrende, was doch schon in Del A'zciger geschdanne hat. for e Modellche drauh mache. Wie gesagt: ich bin froh, dah ich en Schuster binn. Besuch mich doch bald emol unn bedacht Dcr die neu' Aussicht an der neit Zo^zelsgah- bromenad. Es ännert sich die Zeid Ihr Leut, mcr hawwe Luft, mcr hawwe Luft. Mei Meistern kocht Dcr aach en gute Kaffee, wann te kimmst.

Sei Kallche aus der Zozzelsgah.

Weg zum winterlichen Schiffenberg.

Seit Tagen liegt Schnee über dem Lande. Schnee, ter draußen vor den Toren der Stadt in reinem Weiß glänzt und der hinauslockt, so wie die Frühlings- und die Sommerfonne hinauslockt in Wald und Feld. Aber viele folgen ter Lockung des verschneiten Waldes nicht, oder wissen die klare kalte Schönheit ter winter­lichen Landschaft nicht zu schätzen. Wer in diesen Tagen hinauswanderte und sei es nur ein Spaziergang zum Schisfenb.rg, oder wer gar hinausg.itt auf den schmalen Brettern, die nun auch eine Welt bedeuten, tem offenbarte sich die reine Schönheit der Ratur eindrucksvoller als je zu unterer Zeit. Ernster, scheint es, stehen die stolzen Tannen im Walte, streben dunkel empor vor dem weißen Hintergrund. Das Schweigen ist eindringlicher geworden, der Wind vermag die schneebelasteten Bäume kaum zu bewegen, und so verstummte auch das sanfte Rauschen, das sonst im Walte lebt. Laub raschelt nicht, Radeln knistern unter tem ausschreitenden Fuhe, ter im weichen Schnee versinkt.

Und ist die Höhe des Schiffenbergs erreicht, dann dehnen sich zu Füßen die weiten Täler. Die Dörfer liegen wie im Winterschlaf. Rur hin und wieder schwingt leise der Ton einer Glocke herauf, kaum vernehmbar, und läßt die Stunde wissen. Der Hof ter Domäne Schiffenberg liegt verlassen da und ist zu einem Märchen geworden. Der alte Brunnen hat eine Schnccmühe auf. Die Kirche erscheint in ter weißen Umgebung ehr­würdiger und düsterer, als sonst. Hin und wieder

geht eine Magd über den Hof, im Pfertestall pfeift ter Knectzt halblaut vor sich hin, ter Wirt steht unter ter Türe und lugt nach tem Wetter aus.

Aber auf ter hügeligen CEBufe hinter ter Ka­pelle herrscht mehr Leben Plaudern und Lachen tönt da und dort, die Jugend gleitet auf Rodel­schlitten hinab. Einige Skiläufer haben sich auch ejngesunden und steigen unermüdlich immer wie­der hinaus, um noch einmal hinabzugleiten Es dürfte mehr Schnee liegen, aber man muß Gott für alles danken

Wenn dann der Abend kaum merllich heran­rückt, macht man sich schließlich wieder auf ten Heimweg und läßt sich dabei gerne von ter Rächt überraschen, denn ein heller Schimmer liegt doch über dem Walte; ter Schnee leuchtet. Sterne beginnen zu flimmern, ter Wald atmet Ruhe.

Der Wald unserer Heimat ist schön, schöner und majestätischer im Winter als sonst zu einer Zeit

Wir sollten uns dessen öfter erinnern....

Schlechte Aussichten für das Baugewerbe.

Die verbilligten slaatlichen vaudarlchen für 1931 noch geringer, als im Vorjahre.

Das Kreisamt Gießen teilt mit, daß für 1931 infolge der Notverordnung der Reichregierung vom 1. Dezember 1930 noch geringere Mit­tel als im Vorjahre zur Gewährung verbilligter staatlicher Baudarlehen zur Verfügung stehen werden. Es können nur die dringendsten Bauvorhaben berückficht.gt werden. Nach einem Beschließ des Finanzausschusses des Hessischen Landtags dürfen Bauten, die im Jahre 1930 oder früher begonnen und bisher nicht mit Baudarlehen ausgeftattet worden sind, bei der Ver­teilung der für 1931 verfügbaren Baudarlehens­mittel unter keinen Umständen berücksichtigt werden.

Es kann nicht dringend genug davor gewarnt werden, mit der Ausführung von Bauten zu be­ginnen, bevor die Finanzierung einwandfrei gesichert ist. Im übrigen wird noch darauf hinge­wiesen, daß es zwecklos ist, sich schon jetzt wegen verbilligter Darlehen an das Kreisamt zu wenden, da diesem selbst noch nicht bekannt ist, in welcher Höhe und unter welchen Bedingungen für das Jahr 1931 Mittel für verbilligte Baudarlehen zur Ver­fügung gestellt werden. Eine Aufforderung zur Ein- reichung der Anträge wird rechtzeitig durch die Bürgermeistereien ergehen.

Gictzener Wochenmarktpreisc.

Es kosteten auf tem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochvutter von 110 an; Butter 130 bis

140; Watte 30 btt 35: Käse (10 Stück) 60 btt 140; Warsing 25 bis 30; Weißkraut 12 bis 15; Rot­kraut 15 bis 20; gelbe Ruben 10 bi« 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 35 bis 40; Endivien SO bis 100; Unter-Kohlraubi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 btt 50: Feldsalat 120 btt 150; Tomaten 70 btt 80; Zwiebeln 10; Meer.e tich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 btt 40; Kartoffeln 3.5 bis 4; Aepsel 30 btt 45; Birnen 20 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 120; Slcppenhühr.er 90 btt 120; Vüsse 50 bis 60; dctt Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 12 bis 13; Blumenkohl 40 bis 80; Salat 25 btt 30; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bi» 50 Pfennig, \

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Fahrplanänderungen im Kraft» Po st verkehr Gießen Krofdorf Wißmar. Dom Postamt wird uns mügclcilt: Bei den Kraftpostlinien GießenKrofdorf unk» GießenWißmarKrofdorf treten vom 8. ab folgende Fahrplanänderungen ein: Die werk­tägliche Fahr! ab Krofdorf 5.55 und die täglich» Fahrt ab Krofdorf 7.00 werden aufgehoben. Ren eingerichtet wird eine werktägliche Fahrt ab Krofdorf 6.15, die am Bahnhof Gießen um 6.31 ankommt. Die bisherige Wcrllagslahrt ab Dießen Bhf. 6 20 ver ehrt künftig 20 Minulen später- Dje beiden Fahrten ab Gießen Bhf. 12.30 nach LaunsbachWißmar und von Gießen Bhf. nach Krofdorf werden an ten Werktagen, außer SamS- tags. zu einer Rundfahrt GießenLaunslach WißmarKrofdorfGießen zusammengelegt. Die bisherige Kraftpost ab Kro dorf 12.55 nach Gießen fährt künsttg erst um 13.10 ab.

Der Volkstrauer tag in Gießen. Am diesjährigen Dollsirauertag, l.März, findet außer der Gedenkfeier in ter Mittagsstunde in der Aula der Universität und abends eine zweite Feier in der Iohanneskirche statt. Bei dieser Abendfeier wird Frau Dr. Wehl fingen, Orga­nist Habicht hat das Orgelspiel übernommen, ferner wird die Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister L ö b e r Mitwirken. Weitere Einzelheiten über die beiden Gedenkfeiern werden demnächst noch bekanntgegeben.

D i e Museen und der Heidenturm sind am Sonntaa zwischen 11 und 13 Uhr bei ge­wöhnlichen Preisen geöffnet Die Räume sind ge­heizt.

** Diehmörkte in Gießen. Am nächsten Dienstag und Mittwoch finden in Gießen Vieh­märkte statt, und zwar wird am Dienstag Rindvieh- (Rutzvieh-) Markt, am Mittwoch Schweinemarkt abgehalten.

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