Ausgabe 
6.11.1931
 
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Maschinen, Besitzern auS Kölzenhain. RebgeS- Hain und HöckerSdorf gehörig, an der Arbeit, um den Erntescgen au verarbeiten. Llnfere ä l t e st e Ortseinwohnerin, Witwe Katharine Kraft, geb. Hofmann, kann am Sonntag ihren 8 7. Geburtstag feiern. Sn Anbetracht ihres hohen Alter- ist die Greisin noch erstaunlich rüstig.

Kreis Alsfeld.

>4 Alsfeld, 5. Nov. Das Gießener Stadttheater eröffnete in Alsfeld seine dies­jährigen Wintervorstellungen mit dem bekannten DolkslustspielAlt Heidelberg", daS auch hier seine alte Zugkraft wiederum bewährte. Die Aufführung war eine vortreffliche Leistung unter der ausgezeichneten Spielleitung von Karl Dolch wie man sie von jeher in Alsfeld im Laufe der letzten Sahre gewohnt war. Seoenfalls bildete der erste Theaterabend einen recht guten Auftakt für die kommenden Vorstellungen, die sich hoffentlich eines ebenso zahlreichen Besuches er­freuen mögen. Das Publikum spendete reichen Beifall.

ch Büßfeld, 3. Noo. Unsere Feldbereini» gung kann im wesentlichen als beendet betrachtet werden. Die Uebergabe der Grundstücke an die Be­sitzer ist erfolgt. Neben Zufriedenen sind auch Land­wirte vorhanden, die über die Zuweisung ihres neuen Besitzes weniger erfreut sind, so daß das Schieds­gericht für Feldbereinigungssachen angerufen wurde. Maurermeister Keil von hier arbeitet gegenwärtig an der Chaussierung der Abfahrtwege. Die Versteige- rung der Massengrundstücke findet in Kürze statt. Bei einigermaßen günstiger erwertung dieser Grundstücke dürften allzuhohe Schulden aus dem Verfahren kaum verbleiben.

ch Schadenbach, 3. Noo. In unserem Orte wurden am Samstag durch Spenden der hiesigen Einwohner zehn Zentner Kartoffeln für die Winterhilfe bereitgestellt. Eine im Nach­barorte Deckenbach durchgeführte Kartoffelsarnrn- lung brachte ebenfalls ein sehr zufriedenstellendes Er. gebnis.

Wenn Menschen auseinandrrgehn

Jioman von I. Schneider-Foerstl.

Urhcberrechtsschutz Verlag O. Mei st er, Werdau.

31 Fortsetzung Nachdruck verboten.

Nebenbei hatte der junge Mann Muße, Vater und Gatten zu betrachten. So viel stand fest: Der Vater hatte sich in stiller, schweigender De­signation in den Verlust gefunden und der Gatte war derjenige, den das Leid am tiefsten gezeich­net hatte. Es sprach aus jeder Linie des schmalen Gesichtes, stand in tiefen Furchen um Aase und Mund und war aus dem gleichmütig erloschenen Blick der dunklen Augen zu lesen. Vielleicht hatte er sie doch über alles geliebt.

Ealderons Blick hing an dem breiten Gold­reifen, den der Forscher an seiner Rechten trug. Törbk bemerkte es und bat mit den Augen um Unterlassung jeder Frage.

Als man sich gegen elf Uhr getrennt hatte, vermochte Calderon nicht einzuschlafen.

Acben dem seinen mußte Töröks Zimmer lie­gen, denn er hört« dessen Stimme und dann auch jene von Vela Szengeryi herüberkommcn. DaS Ohr gegen die dünne Wand gedrückt, lauschte er. Ab und zu verschwamm ein Wort, aber der Großteil des Gespräches war gut vernehmbar.

E-s war unüberlegt von mit, Mister Calderon die Teilnahme an der Expedition zu erlauben", sagte Szengeryi.Wenn es irgendwie möglich ist, werde ich versuchen, ihn davon abzubringen."

..Hast du Antipathien gegen ihn?" war Töröks Stimme, die daS sprach.

DaS nicht. Gr ist mir aber zu jung, zu feminin! Sch fürchte, er bricht mir unterwegs zusammen und dann gibt es eine Störung, die unS allen verhängnisvoll werden kann. Sch weiß nur nicht, wie ich es anpacken soll, um die Zusage, die ich ihm nun einmal gegeben habe, rückgängig zu machen, ohne ihm dabei nahezutreten."

Soll ich mit ihm reden, Bela?"

Sch wäre dir sehr verbunden, Vater."

Dann blieb eS still. Calderon drückte sich in die Kissen und lächelte. Keine Macht der Erde würde ihn von seinem Vorhaben abbringen. Er schlief trotz der Aufregung des Tage- sehr gut und lief) sich am Morgen nicht eher sehen, als bis die Herren vollständig im Speisesaal um den Kaffeetisch sahen.

Török wußte es so einzurichten, daß er am Vormittag eine halbe Stunde allein mit dem Srlänter blieb. Aber das Resultat seiner Be­mühungen war kläglich. Szengeryi, der chn mit­tags auf seinem Zimmer erwartete, war ungemein

Preußen.

Kreis Wetzlar.

O Wetzlar. 5. Rov. Für das Sahr 1932 wurden die Märkte in Wetzlar wie folgt festgesetzt: 13. Sanuar (Diehmarkt), 24. Februar (Vieh- und Krämermarkt). 9. März (Viehmarkt), 23. März (Vieh- und Krämermarkt). Vieh- und Krämermärkte finden außerdem rnxf) an folgen­den Tagen statt: 20. April, 18. Mai, 22. Suni, 27. Suli, 24. August, 28. September, 26. Oktober, 2. Rovember, 30. Aovember. 14. Dezember.

Z Hörnsheim, 5. Noo. Sn der letzten Ge- meinderatssihung wurde die Zahlung eines Zuschusses für die PostautolinreWeh- larHochelheim mit Rücksicht darauf, daß der hiesige Ort an diese Linie nicht angeschlos­sen ist, abgelehnt.

CO Niederkleen. 5. Noo. Der Gemeinderät beschloß in seiner letzten Sitzung, die nicht gedeck­ten Ausgaben der Kirchenkasse für das Rech­nungsjahr 1930 im Betrage von 985 Mk. frei­willig auf die Gemeindekasse zu übernehmen. Der Antrag des Turnvereins auf Ueberlassung eines Gemeindegrundstückes zur Anlage eines Sport­platzes wurde zurückgestellt.

Z Hochelheim, 5. Noo. Sn der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden die nicht ge- decktenAusgabenderKirchenkassefür das Rechnungsjahr 1930 im Betrage von 1330Mk.aufdieGemeindekasseüber- n o m m e n. Die älebernahme erfolgte freiwillig und ohne Anerkennung einer Verpflichtung, um die Erhebung von Kirchensteuer zu vermeiden. Der Gemeinderat nahm Kenntnis von der 50 pro- Aentigen Kürzung einer der Gemeinde aus dem staatlichen Flußregulierungsfonds bewil­ligten Beihilfe von 4500 Mk. zur Anlage eines Entwässerungsgrabens in der Ortslage. Mit Rücksicht auf die schwierige Finanzlage der Ge­meinde muß die Ausführung des Projektes vor­läufig bis zum nächsten Sahre verschoben werden.

deprimiert, da Calderon durchaus auf seiner Teil­nahme bestand. Die Verantwortung für den jungen Menschen war erdrückend. Allenfalls konnte man ihn ja bis zur Adventbai mitnehmen und dann zu Schiff wieder zurückschicken. Seden- falls war das Ganze eine sehr gewagte Sache und mit vielen Scherereien verbunden.

Am nächsten Mittag nahm man Abschied von Török. Der Professor drückte den Schwiegersohn wiederholt in die Arme.Vergiß nicht, daß du das Letzte bist, was mir blieb", hörte ihn Cal­deron sagen. Cr mußte das Gesicht wenden, um das Flimmern seiner Augen zu verbergen.

Die Fahrt ging zuerst mit dem Flugzeug nach Spitzbergen. Die sieben Personen fanden auf dem Doppeldecker genügend Platz. Er war so gebaut, daß er für Land, Wasser und Eis ver­wendet werden konnte.

Calderons strahlende Augen versöhnten den Forscher. Das Gefühl des Unbehagens, das er noch immer empfand, weil er ihm nicht wider­standsfähig genug für die Reise dünkte, begann mehr und mehr zu schwinden. Vielleicht war der junge Srländer abgehärteter, als er vermutet hatte. Die Briten waren ja alle etwas über- schlank, aber dafür um so sportgeübter. Wenn et in der Adventbai noch darauf bestand, mit­genommen zu werden, wollte er es riskieren.

Calderon machte erschrockene Augen, als er noch einmal gefragt wurde, ob er mit nach dem Pol wolle. Er habe doch bereitsja" gesagt und auch die Zusage bekommen, erwiderte er. Unö so ließ es Szengeryi sein.

Von der Adventbai ging es nach Green Har­bour, der holländischen Kohlenmine, der ein­zigen Schicht, in der die Riesenschätze Spitzbergens ausgebeutet wurden. Von dort drang man mit dem Doppeldecker bis zur Eisgrenze vor, wo Schlitten und Hunde auf die Expedition war­teten.

Calderon fror übet die Maßen. Schauer um Schauet fuhren über ihn hin. Bis in das Hetz ging ihm das Gefühl der Vereisung. Szengeryi sah eS. bekam einen besorgten Blick und war von einer Nachsicht ohnegleichen.

Wenn der junge Mann sich etwas durchwärmt fühlte, war cr sofort für die Wunder der Arktis zugänglich, auf die der Forscher ihn aufmerksam machte. Die Wirkung der Lichter war beinahe denen in der Steppe ähnlich, so traumhaft zart war der Ton, schmolzen die Schatten ineinander, verflossen die Formen zu wesenlosen und doch vorhandenen Schemen.

Einmal, als Calderons Augen ganz selbst­vergessen am Nordlicht hingen, das Lilberlchleier über den Himmel warf und in regloser Ver­änderung vielfältig wehende Bänder nach allen Seiten fließen lieh, schob sich Szengetyis Hand In die feine.

»Wie fühlen Sie sich?"

steht bei dem Stürmer, der den Ball bekommen soll, ein Gegner und lauert der muß durch einen entsprechenden Vorstoß de- Läufers weg­gelockt werden, erst dann wird der Ball gevaht, und zwar in den Raum vor dem betreffenden Stürmer, der dann gleich Vordringen kann.

Seder Flügelläufer muß mit allen Kameraden auf der gleichen LängShälfte des Spielfeldes zu- fammenar&eiten: mit dem Verteidiger gegen die Flügelstürmet und den Flügelläufer vis-a-vis. mit den eigenen Flügelstürmern gegen Verteidiger und Läufer des entsprechenden feindlichen FlügelS: mit dem Mittelläufer immer, und vor allem gegen die drei gegnerischen Snnenftürmer. Eine kleine Sondetaufgabe für ihn ist der Einwurf, wenn der Gegner den Batt über die Seitenlinie des Feldes gespielt hat.

Der Mittelläufer ist nicht nur Zentrum der Läuferreihe, sondern Brennpunkt der ganzen Mannschaft und des ganzen Spiels. Steht er nicht fest wie ein Turm, dann kann auS der Mannschaft nichts werden: und wenn andererseits seine eigene Mannschaft ihn nicht unterstützt die Snnen­ftürmer versäumen daS häufig, dann muh der Mittelläufer unter seiner Last zusammenbtechen.

Auf den Posten gehört ein großer, kräftiger Mann. Die Hauptaufgabe des Mittelläufers liegt im Auffangen des feindlichen Sturms, fein Geg­ner ist der Mittelstürmer. Der Mittelläufer rückt mit dem Sturm als sechster Stürmer auf; nicht selten hat der eigene Mittelstürmer ihm den Ball Aum Schuh abzugeben. Aber auch mit den Flügel- läufern und den Verteidigern muh er sich ver­stehen, damit seine eigene Mannschaft feine Pläne erraten kann, während die Gegner getäuscht wer­den. älnd das muh er können, den Gegner täu­schen: im schnellen Lauf plötzlich stoppen, dah der Gegner vorbeisaust; den Oberkörper nach einer Seite biegen und doch in der alten Richtung spie­len; die Aufmerksamkeit des Gegners durch ein bloßes Wenden des Kopfes ablenken; oder mit dem Fuß, der zum Stoß angefetzt hatte, über den Ball Hinweggreifen und nach der anderen Seite zu stoßen das alles find so kleine Tricks, die der Mittelläufer aus dem ff. beherrschen muh, die aber auch alle anderen Spieler oft anwenden kön­nen. Genaue und scharfe Kopfstöße sind unent­behrlich für das Läufertrio wie für den Ver­teidiger.

lOjofire Schiedsrichtervereinigung Gießen. Von der Schiedsrichtervereinigung wird unS be­richtet:

Am kommenden Samstagabend begeht die hie­sige Schiedsrichtervereinigung in schlichter Form das Subiläum ihres 10jährigen Be­stehens. Aus diesem Anlaß erscheint es geboten, einen Blick auf die Entwicklung der Vereinigung zu werfen, die sich in diesen zehn Sahren zu nicht unwesentlicher Bedeutung emporarbeiten konnte. Dor zehn Sahren sahen die Herren Lösch, Wenzel, Tränkner, Simon, Zutt, Hengst, Reinig, Sauer, Seyfferth, Kraushaar imSchipkapah" ver­sammelt uno trugen sich mit dem Gedanken, eine Schiedsrichtervereinigung zu gründen. Der Gedanke wurde zur Wirklichleit und d e Gau-Sch edsrichter- obteute Hengst, Hoffmann, Henkel und Sveckhard fetzten sich eifrig für die erste Aufbauarbeit ein. Der ungeahnte Aufschwung, den das Fußballspiel auch bei uns nach dem Kriege zu verzeichnen hatte, machte den Zusammenschluß auch der Schiedsrichter zu einer Notwendigkeit, die nicht mehr zu umgehen war, wenn der Sportbetrieb sich reibungslos ab­wickeln sollte. Zwar zeigten die Vereine anfäng­lich eine kalte Schulter, allmählich setzte sich aber doch die äleberzeuaung durch, dah InSbefonbcre zum Zwecke der OiuSbilbung von Schiedsrichtern und zur Sorge für den Schiedsrichtemachwuchs eine Schiedsrichter-Organisation nötig war.

Die Siebener Schiedsrichter baren seinerzeit im Lahngau führend. Die Schiedsrichter Demuth, Schwan, Enders, Seyfferth, Sauer, A. Böh, Blank, Balser leiteten, seinerzeit Spiele Im Lahngau und

Sch beginne mich zu akklimatisieren, Herr Doktor."

Für mich ist das hier die Heimat"', sagte der Forscher.Sch möchte nirgend anders begraben sein als hier."

Calderon erschrak. Don dieser Stunde an trabte er wie ein treuer Begleithund immer neben und hinter Szengeryi her. Den Forscher rührte diese Anhänglichkeit des jungen Srländers. Er ging zuweilen etwas aus sich heraus, wurde mitteil­samer und lief) hin und wieder einen Spalt offen, durch den Calderon in fein Snneres sehen konnte. Aber war er da zu erspähen vermochte, erfüllte ihn mit Angst und älnruhe, die sich mit jedem Tag steigerte.

Wenn in den Nächten das Brüllen der Eis- wüste wie ein fernes Erdbeben immer näher und näher kam, krallte er die Finger in den Pelz feines Schlaffackes und fühlte, wie der Atem, der aus feinem Munde strömte, zu spitzen Kristallen erstarrte, wie die schweigende Eiswelt wider- hallte von Donnerrollen. Ringsumher barst und krachte, gröhlte und stampfte es. Lr vernahm es unter den Füßen und über dem Haupte, und fühlte seinen Körper erzittern. Reglos horchte er auf das Glucksen der Wasser, die über das gespaltene Eis züngelten. Und er wurde ganz klein und demütig.

Die Anstrengungen der Reise waren ungeheuer. Aber Calderons dreiundzwanzig Sahre stemmten sich wie ein unbesiegbarer Wall dagegen. Man­chen Tag war sein Körper so vollkommen steif gefroren, daß ihn die Kleider wund scheuerten. Aber keiner der Expeditionstellnehmer hörte den jungen Srländer jemals eine Klage vorbringen.

So ging es zwei Wochen. biS ein völlig uner­wartete- Ereignis den Forscher zur Rückkehr zwang.

Unter den Hunden, die die Schlitten zogen, brach eine Seuche aus. die innerhalb vierund­zwanzig Stunden zwölf der Tiere hinwegraffte. Die rätselhafte Krankheit sprang auf die Men­schen über. Drei der Teilnehmer vermochten sich kaum mehr bis zu ihren Schlafsäcken zu schleppen und brachen dort zusammen.

Der begleitende Arzt Dr. Böhle stand vor einem Rätsel, für da- es keine Lösung gab. Am andern Morgen muhte man zweien der Erkrank­ten in der Ei-wüste ein Grab schaufeln. Der dritte döste im Halbschlafe vor sich hin.

Am Abend verendeten wiederum sechs Hunde. Szengeryis Gesicht war vollkommen erstarrt. Der Rückzug gestaltete sich zu einer wahren Flucht. Der Kranke war dabei ungemein hinder­lich. Sein Zustand glich einer Lähmung.

Calderon war fast schneeblind geworden und tappte neben dem Schlitten her. Aber er sah. wie die Lederriemen in Szengeryi- Rücken und HalS schnitten und warf sich eine Seine über, um statt

sji.-'fpott

10 Lektionen Fußball.

Don Otto Tlerz.

VII.)

Oael Läufertrio als Mannschastsmotor.

Hinter der Stürmerreihe stehen drei unermüd­liche, zuverlässige, stets bereite Männer der Mittelläufer mit dem rechten und dem linken Flügelläufer. Die Wogen feindlicher Angriffe prallen an ihnen ab, der eigene Angriff wird durch sie ermöglicht; und wie ein Blitz aus heiterem Himmel brummt auch manchmal aus der Läuferreihe ein Schuß ins Gegnertor.

Zur Ruhe kommt so ein Läufer eigentlich nie. Sn einem guten Wettspiel hat er schätzungsweise zwölf Kilometer zu laufen! Das ist schon für einen Leichtathleten eine ganz gute Leistung, unsere Läufer müssen aber daneben noch kombi­nieren, Bälle zuspielen, hier ein bißchen rempeln und dort auch mal schießen ...

Die Flügelläufer find häufiger im Angriff zu finden als der Mittelläufer. Früher bestanden Fußballmannschaften aus acht Stürmern und drei Hinterleuten; als man die Läufergruppe auS dem Sturm herauslöste, packte man ihr noch allerhand Derteidigungsarbeit auf, so daß die drei Läufer jetzt die meistbelasteten Spieler im Feld find. Für den Angriff ist dem Flügel­läufer die Aufgabe geblieben, dem heranstürmen­den Flügelstürmer des Gegners den Ball toeg-

) Dergleiche die Nummern 165, 170, 178, 185.

199 und 226 deSGießener Anzeigers".

zuschnappen und dann selbst weit nach vorn zu bringen, ehe der andere zur Besinnung kommt. Sm rechten Moment muh er dann den Ball an einen freistehenden Stürmer abgeben und dem das weitere Vortragen des Sturms und den ab­schließenden Torschuß überlassen. Und weil der Spieler, dem ein Schuß gelungen ist, leider immer noch den größten Publikumserfolg hat, fordert man vom Läufer ziemlich viel Ent­sagung. Andererseits ist es aber durchaus ver­kehrt, dah die Stürmer einen vordringenden Läufer ständig anbrüllen, wenn er ihnen den Ball nicht fofort abgibt der Läufer muß selbst wissen, ob einer von den Stürmern günstiger steht als er selbst, das ist ja seine Hauptaufgabe. Es ist kein seltener Fall, daß alle Stürmer von Gegnern gut abgedeckt sind, während der Läufer selbst aus dem Hintergrund plötzlich einen Schuh einsendet. Die liebe Eitelkeit der Stürmer hat schon viele Torchancen verdorben.

Wie der Flügelläufer dem Gegner den Ball abjagt, kommt auf den Einzelfall an. Nicht immer ist das Entgegenwerfen des Körper- am Platz, besonders dann nicht, wenn der Gegner in schnellem Lauf näherkommt und wenn ein Stürmer oder der Mittelläufer bessere Möglich­keiten zum Eingreifen hat; dann wartet der Flügelläufer besser noch einen Moment ab. Kommt der Gegner aber herangedribbelt, dann wirf dich ihm entgegen! Wenn der Mann gut genommen" wird fair selbstverständlich!, dann kommt er immer aus dem Gleichgewicht und kann den Ball nicht mehr am Fuß behalten.

Hat der Flügelläufer einmal den Ball, dann soll er ihn möglichst bald an den Sturm abgeben. Meist *

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031 g Dill" Tilden verabschiedete sich am Sonntag von Berlin mit einem Siege über Rajuch 6:4, 6:4. Nüßlein schlug Hunter 6:2, 3:6, 6:4, 6:2 und mit Najuch als Partner Koze- luh-Burke 6:4, 6:4.

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der fehlenden Hunde ebenfalls als Zugtier zu dienen. Kein Wort wurde dabei gesprochen.

Am anderen Tage hatte man eine Last weniger zu befördern. Der Kranke war nachts gestorben.

Zu vieren hastete man nach Süden weiter. Cal­deron ging neben Szengeryi an den Schlitten gespannt.Sch sterbe , dachte er, lieh die Knie nach vorne sinken und glitt in den Schnee.

Der Forscher half ihm wieder auf die Füße. Seder Aufenthalt konnte zum Verhängnis wer­den. Schneestürme brausten über sie hin, daß die Eiskristalle, die sie aufwirbelten, sich lief in De« sicht und Nacken bohrten.

Ohne Aufenthalt ging eS weiter. DeS Nacht» schlug man mit kältestarren Fingern ein einziges Zelt auf und verkroch sich in die Schlafsäck«. Szengeryi war der erste, der am Morgen sein Ausl" in das Dämmer schrie.

Sie hatten keine Zeit mehr zu verlieren. Der Mangel an Hunden hatte sie gezwungen, einen Teil der Schlitten, die den Proviant trugen, zu­rückzulassen. Szengeryi wuhte, waS da» an Ge­fahr bedeutete. Ohne Nahrung in der EiSwüste war sicherer Tod.

Seder Schritt, den man machte, war ein Nüber­bringen nach dem Punkte hin, wo der Doppel­decker vereinbarungsgemäß ErkundungSslüge unternahm.

Calderon glaubte an keine Rettung mehr. Da» letzte Atom seiner Kraft und seine» Widerstande» war erschöpft. Als er am Abend in seinen Schlas- sack kroch, tastete er mit den Händen nach Szen­geryi hinüber. Man hatte sich der besseren Er­wärmung wegen dicht nebeneinander gelegt

Ein stummer Druck war alle-, WaS ihm er­widert wurde. Dann zogen sich die Finger de» Doktors wieder zurück.

Der Tag stand grell über der endlosen Schnee­wüste, als Dr. Böble wie ein Sndianer auf einem Zuh zu tanzen begann und mit den Armen gestikulierte. Don Süden herauf kam ein sil­bernes Glänzen. daS den Schwingen von weihen Taubenflügeln ähnlich war.

Szengeryi prehte die Handflächen gegen die Stirne. Sein Mund gab keinen Laut von fich. Er stürzte nach dem Zelt, wo Calderon noch in den Schlafsack verkrochen war und rüttelte ibn.

Der Doppeldecker kommt von Süden her. Sie werden die Heimat Wiedersehen!"

Zwei frosterstarrte Lider versuchten sich ver­geblich zu heben. Szengeryi bemerkte es und ließ den Hauch feine- Munde- darüber hinstreichen. Calderon, seien Sie tapfer! Sie haben sich un­gemein brav gehalten! Wollen Sie jetzt am Ende noch zusammenbrechen?"

Ein würgendes Schluchzen kam au- der jungen Brust. Der Kops fiel schwer zur Seite.

»Calderon!"

(Fortsetzung folgt)

($ 3n fic

hatten es dabei nicht immer leicht. Die Hauptauf­gabe der Organisation bestand jedoch immer in der Bemühung um tüchtigen Schiedsrichter-Nach­wuchs. Die Vereinigung urnfaht heute eine an­sehnliche Anzahl älterer und jüngerer Schieds­richter, die Sonntag für Sonntag den Vereinen und den Fuhballsportlem zur Verfügung stehen. Dah sich die Schiedsrichter der Gießener Vereini­gung eine» guten Rufes erfreuen, gebt darau» hervor, dah man oftmals im Süddeutschen Ver­band den aus den Reihen der Gießener Schieds­richter hervorgegangenen Schiedsrichter Sauer aus Grund seiner guten Ausbildung für die End­spiele der DFB.-Meisterschaften heranzog. Schiedsrichter Z u t t'Ieitcte verschiedentlich Spiele um die Westdeutsche Meisterschaft, die Schiedsrich­ter Kunze. Spurck. Sveckhard, Petry und andere waren Sonntag für Sonntag auf den Spielfeldern in Hessen-Hannover mit gutem Erfolg tätig. Die Schiedsrichtervereinigung kann auf die bisherige Arbeit stolz sein, sie wird sich aber bemühen, auch in Zukunft in Verbindung mit den Fußball- sport betreibenden Vereinen weiter mitzuarbeiten an der Ertüchtigung und Erziedung der Sugend zu wahrer Sportlichkeit, zu der der Schiedsrichter maßgebend mit berufen fein dürfte.

Gpielvereinigung 1926 Leihgesteni.

2Im kommenden Sonntag empfängt die 1. Mann­schaft der Spielvereinigung Leihgestern die gleich« deS FC. Watzenborn-Steinberg zum fälligen Der- bandsfpiel. Das Vorspiel konnte Steinberg auf eigenem Platze 2:1 für sich entscheiden. Ob e» Steinberg wieder gelingt, Sieg und Punkte mit nach Hause zu nehmen, ist kaum vorher zu sagen. Da beide Mannschaften voraussichtlich in kom­pletter Aufstellung antreten werden, dürfte ein spannender Kampf zu erwarten fein. Vorher spie­len Leihgestern gegen die 5. Mannschaft der Spiel­vereinigung 1900 Gießen.

Handball im LahN'Oünsberg'Gau.

Der vergangene Spielsonntag brachte noch fol­gende Srgebntffe: Sn der Gauklasfe standen sich die 1. Mannschaften deS Tv. Wieseck und de» Tv. Londorf gegenüber. Nach einem ausgegliche­nen Spiel entschieden die Londorser da- Tressen erst kurz vor Schluß mit 2:3 (1:1) für sich.

Sn der Dezirksklasse kämpften Men­dorf II und Allertshausen I um die Punkte. Di« Mendörfer stellten mit 3:0 (1:0) den Sieg sicher. Das Spiel Haufen I Albach I endete unentschieden 7:7 (4:3). Tv. Burkhardsfelden I und Tv. Beuern l spielten 2:0 (2:0). Tv. Wald­girmes I entschied das Spiel gegen Wißmar I mit 5:1 (1:1) für sich.

Broccardo-Tieh (Sieger

des Berliner Sechstagerennens.

Das 26. Berliner Sechstagerennen wurde am Donnerstag 23 älhr beendet. Sieger blieb da» französisch-deutsche Paar Broccardo-Tieh, die mit 198 Punkten das gesamte Feld überrundeten. Die Sieger hatten in den 145 Stunden 3249,480 Kilo­meter zurückgelegt.

Kurze (Sportnotizen.

Die Tagung deS Bundes Deutscher Radfahrer in Erfurt brachte verschiedene erregte Debatten. Finanziell hat der DDR., bei dem seit 1924 ein Mitgliederrückgang von 50 v. H. zu verzeichnen war, ein große- Defizit von 57 300 Mark zu beflogen. Der Dorstand, der wegen der Beitragsfestsetzung demissioniert hatte, wurde später in seiner früheren Befehung mit MoShagen an der Spitze wiedergewählt. Schwere Dorwürse wurden gegen StevenS-Köln erhoben, der den Fall SawallMöller provoziert hatte.