Ausgabe 
6.11.1931
 
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Rr. 260 Zweites Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Zreitag, 6. November

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25 Zahn Seff. Landwirtschastskammer.

Darmstadt, 5. Nov. (WSN.) Auf Grund des Landwirtschaftskammergefetzes vom 16. Mai 1906 fand die erste Wahl zur Hessischen Land­wirtschaftskammer am 11. Oktober 1906 statt, und am 20. Oktober wurde die Landwirtschafts­kammer in der ersten konstituierenden Sitzung ge­bildet. Die neue Kammer als die gesetzliche berufs­ständische Vertretung der hessischen Landwirte über­nahm die seither von den landwirtschaftlichen Pro- vinzialoereinen und dem Hessischen Landwirtschafts­rat durchgeführten Aufgaben. Bereits auf der dies­jährigen Herbsttagung der Deutschen Landwirt­schaftsgesellschaft erstattete der Generaldirektor der Kammer, Dr. Hamann, ein eingehendes Referat über die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten 25 Jahren und ihren heutigen Stand, indem er zugleich die Tätigkeit der Landwirtschaftskammer schilderte.

Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit sah der Vorstand der Landwirtschaftskammer von einer größeren Feier anläßlich des 25jährigen Be­stehens der Landwirtschaftskammer ab. Im Rahmen einer Vorstandssitzung fanden sich am Mittwoch die Mitglieder des Kammervorstandes, Vertreter des Ministeriums für Arbeit und Wirt­schaft, an ihrer Spitze Minister Korell zugleich als Vertreter des Staatspräsidenten, mit einer grö­ßeren Zahl von Beamten und Angestellten zusam­men, um des 25jährigen Bestehens der Landwirt­schaftskammer zu gedenken. Der Vorsitzende der Kammer, Oekonomierat Hensel, zugleich als älte­stes Vorstandsmitglied der Kammer, schilderte Wer­ben, Entwicklung und Tätigkeit der Landwirtschafts­kammer. Er dankte besonders der hessischen Regie­rung für die der Kammer in langen Jahren ge­botene Unterstützung zur Durchführung wichtiger Förderunasmaßnahmen. Der Vorsitzende verlas ein Glückwunschschreiben des Staatspräsidenten,

in dem dieser auf die Bedeutung der Landwirt­schaftskammer für die vorwiegend bäuerliche hes­sische Landwirtschaft hinweist und in anerkennenden Worten der Arbeit der Landwirtschaftskammer in den verflossenen Jahren gedenkt. Dann sprach Mi­nister für Arbeit und Wirtschaft, Korell, der im Auftrage des Gesamtministeriums die Glückwünsche überbrachte. Insbesondere sprach er dem Vorsitzen­den der Kammer, Hensel, Dank aus für die ab­gewogene und ausgeglichene Art, in der er jeder­zeit die Geschäfte der Kammer führte, sowie dem Generaldirektor der Landwirtschaftskammer, Dr. Hamann, für die in all den Jahren gegebene Initiative und Pflichterfüllung. Der Minister ging dann eingehend auf die Bedeutung des korpora­tiven Zusammenschlusses der Landwirte in einer öffentlich-rechtlichen Organisation ein. Rur durch den Zusammenschluß sei es möglich, den heutigen Wirt­schaftskampf erfolgreich zu bestehen. Nachdem der Vorsitzende die Verleihung einiger mit Zustim­mung des Wirtschaftsministers vom Vorstand der Kammer verliehener Dienstbezeichnungen bekanntge­geben hatte, gab der Generaldirektor der Kammer Dr. Hamann einen kurzen Abriß über die Ge­schichte der Kammer und die Verdienste der in ihr tätigen hessischen Landwirte. Für die Beamten und Angestellten sprach Oberbaurat Th al er dem Vor­sitzenden und den Vorstandsmitgliedern für das den Beamten erwiesene Wohlwollen Dank aus. Oekono­mierat Korell, der neben Oekonomierat Brei­denbach während der 25 Jahre an führender Stelle der Landwirtschaftskammer tätig war, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kammer auch in den kommenden Jahrzehnten in gleicher Weise wie seither zum Wohle der hessischen Landwirtschaft ihre Aufgaben erfüllen werde. Damit war die einfache, aber würdige Feier beendet.

Das Kreditproblem.

Don Arthur Zmarzly-Dofrei.

Unter den vielen Aufgaben, die der Lösung harren, steht das Kredit- und Zinsen­problem mit in vorderster Reihe. Die akute Gefahr für das deutsche Bankwesen ist durch dos Auhenmoratorium und die Reichsbankhilfe beseitigt. Dafür ist eine andere Gefahr, die der Wirtschaft von der Kreditseite her droht, be­denklich gewachsen. Die Banken wollen ihre alte Liquidität und Aktionsfähigkeit in möglichst kur­zer Zeit zurückgewinnen: man will wieder Ord­nung im eigenen Hause haben. Diele Dank­leiter können sich noch nicht mit dem Gedanken vertraut machen, daß in solchen Rotzeiten sich auch ihre Liquidität verschlechtern muß und ihre Derbesserung für die Wirtschaft weniger drin­gend ist als die Aufrechterhaltung der Produktion, insbesondere auch die des mittleren und kleinen Gewerbes und des Handwerks. Die immer wieder hinaus­geschobene aufbauende Reformarbeit wird bei der heute geübten Kredit- und Zinsenpolitik die Wirt­schaft in einer noch schlimmeren als der augen­blicklichen Derfassung antreffen.

Das viel gebrauchte Schlagwort vomReini­gungsprogramm". das noch immer in der Oeffent- lichkeit gebraucht wird, sollte man endlich auf den großen Kehrichthaufen der Schlagworte des pseudowirtschaftlichen Denkens werfen.Die deutsche Wirtschaft ist schon lange »gereinigt". Der Erfolg sind fast 4,5 Millionen Arbeitslose und ebensoviel Kurzarbeiter. DerReinigungsprozeß" hat die Unsauberkeit in der Kreditmoral nicht beseitigt, eher vermehrt. Eine Besserung der Kreditmoral läßt sich nurdurch eine gesunde Kredit- und Zinsenpolitik erreichen. Kreditmoral­und Kreditpolitik stehen in inniger Wechselwir­kung zueinander. Die Kreditinstitute dürfen gegen­wärtig ihre Kreditpolitik nicht allein von Liqui­ditätsrücksichten leiten lassem Vor allem darf der Preisabbau nicht durch rigorose Zurückziehung von Krediten und hohe Zinsen herbeigeführt wer­den. Das wäre ein unechter Preisabbau, der die Wirtschaftskraft noch mehr schwächt. Der Zah­lungszwang und die Darmittelknappheit haben in den letzten Wochen die Lagerbestände stark reduziert. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Kredite zurückgefordert werden, die nur dazu dienen, große Lagervorräte zu behalten, die bei dem Absinken der Preise an Wert ver­lieren. Eine Grenze läßt sich schwer ziehen. Die Verschleuderung von Fertigwaren, die in den letzten Wochen zu verzeichnen war, läßt aber erkennen, daß viele Kreditinstitute den Zahlungs­zwang überspannt haben. Zeder durch Kre- oitkündigungen herbeigeführte Preissturz ent­wertet die Aktivmasse der Dqnk- s ch u l d n e r und führt zu neuen Kreditkündi­gungen, und jeder hierdurch verursachte Zusam­menbruch zu neuen Zusammenbrüchen. Die Banken verlieren lieber Telle der Kreditsummen, .um wenigstens tvn anderen Teil hereinzubekommen und dadurch ihre Liquidität zu verbessern. Diese Methode wird vornehmlich bei den kleinen und mittleren Kreditnehmern angewandt, da man an­nimmt. daß sie die hohen Zinsen auf die Dauer sowieso ruinieren. Die Effektenentwertung nach der Wiedereröffnung der Börse, die sachlich in diesem Ausmaße unbegründet war, ist zum Teil eine Folge der schematischen Kreditzurückziehung, die viele Effe!renbesitzer zwang, zu jedem Preise ihnen Besitz abzustoßen, um sich vor dem Konkurse zu retten. Die wirtschaftliche Lage der einzelnen Unternehmungen wird dadurch nicht besser, Die wirtschaftliche Rotlage wird verschärft und die Effektenentwertung nachträglich ge­rechtfertigt. Die Danken haben mit Recht vom Auslande verlangtstillezuhalten". Die Alt-Kre­dite können verlangen, Daß die Banken auch ihnen gegenüberstillhalten", selbst auf Kosten der Liquidität und auf Kosten des Reu­kredits. Das grundsätzliche Stillhalten der Banken, das sie heute oft vermissen lassen, hat zur Folge, da Beruhigung eintritt, daß wieder Einkommen

Fünf Mädchen versperren die Straße...

Don Or. Gustav W. Eberlein, Ifiom.

Wir fahren durch Kastanien.

Zuerst waren es Kinder, und der Angstschweiß konnte einem ausbrechen. Das wimmelt und wuselt, kraucht und krabbelt vor den Toren, läuft in die Räder, fährt auf selbstgemachten Rollern, hängt an Fahrrädern, wenn man nach vorne schaut, sitzt auf dem Denzinbehälter, wenn man sich umdreht, springt im letzten Augenblick noch über die Straße und bezeigt überhaupt ein autofreundliches Verhalten. Das wächst unbe­kümmert und unbehütet auf wie die Karnickel, wird aber in dem Augenblick, wo man den Laus­bub gestreift haben zu können den Anschein hat, zu einem angelo, einem Engel. Da heißt es vor­sichtig fein.

Dann waren es Schafe. Lauter Mutterschafe. Das frohe Ereignis muh erst gestern oder vor­gestern eingetreten sein, denn die weißen, holz- steifen Dähbäh konnten kaum stehen, mußten aber schon laufen, und wenn der Hirte nach seiner Art auf Geratewohl in die Herde hineinhieb, bockten und eckten sie in komischen geometrischen Bewe­gungen unter die schützenden Tore der alten Mäh- mäh. Es ist spaßig, sich mit 40 PS. durch solche biblische Bilder hindurchzuschlängeln.

Dann waren es Weinkarren. Die berühmten malerischen Karren d römischen Campagna, mit dem buntbemalten Ziehharmonikadach über dem buntbemalten Räderpaar und dem Widderhorn dazwischen, das gegen den bösen Blick, gegen Autos und Gendarmen schützt. Das ist wichtig, denn der Kärrner unter seinem Baldachin schläft. Er schläft aus Tradition, aus Bequemlichkeit und Trunkenheit, sowie aus Mangel an Gelegen­heit zu anderer Beschäftigung. Von einem Schlafenden zu verlangen, immer rechts zu fahrep, wäre ungerecht. Manchmal weicht er auf das Gehupe aus, der Maulesel.

Dann waren es die Scharen der Winzer Einer oder eine, wenn es nicht die ganze Familie ist, thront zwischen zwei mächtigen Bottichen, die mit selbstbewußter Gelassenheit dahintrotten. Bei scharfem Zusehen läßt sich erkennen, daß die vier Beine einem Esel gehören. Daneben, dazwischen schreiten Frauen, den Kupferkessel aus dem Kopf, ein Kind auf dem Rücken. Die Winzer sind

aus der Wirtschaft heraus entsteht. Zn der Preis­bewegung auf den Warenmärkten ist heute ein unübersehbarer Wirrwarr entstanden. Die Zwangsverkäufe und die Verkäufe aus Konkurs­massen verhindern jeden regulären Marktverkehr, schnüren der Produktion den Absatz zu erträglichen Preisen ein und führen zu immer neuen Zahl- lungseinstellungen, Betriebsstillegungen und zu erhöhter Arbeitslosigkeit.

Auf der anderen Seite muh selbstverständlich die Hergabe von Reukredit an neue Kunden eingeschränkt werden. Das ist kein Fehler, solange der Kapitalzuwachs gering ist. Auch wirtschaftlich läßt sich die Verminderung des Reugeschäfts rechtfertigen. Das schrankenlose Wirtschaften mit Kredit, das die Banken in vielen Fällen gegenüber großen Kreditnehmern begünstigt haben, läßt sich nicht mehr aufrecht­erhalten. Es müssen sich alle Kreditsucher an den Gedanken gewöhnen, daß man besser im Kleinen mit eigenem Gelds wirtschaftet als mit fremdem Gelde im Großen. Das gilt sowohl für die Privatwirtschaft wie für die öffentliche Hand. Die Reichsregierung übt heute einen weitgehen­den Einfluß auch auf die Banken aus und konnte dazu beitragen, daß die Kreditsitten in einer der Kreditmöglichkeit entsprechenden Weise refor­miert werden, weil sonst das Mißverhältnis zwischen Kreditnachfrage und -angebot die uner­träglich hohen Zinssätze verewigt.

Der Vorschlag, daß z. B. Kommunen nur dann das Recht auf Reukredit außerhalb ihres engeren Bezirks in dem die Anleihe im Rotfalle die Steuer erseht erhalten sollen, wenn der Kredit zu höchstens 5 Prozent erhältlich ist,, ist gut ge­meint, denn er schränkt die Kreditnachfrage ein. Die Drosselung der Rachfrage von dieser Seite wird aber den Zinsenstand für die anderen unter den heutigen Verhältnissen nicht erheblich senken. Auch die strengere Siebung der Kreditanwärter hängt in ihrer Wirkung für die Produktions­wirtschaft von der Art der Durchführung ab. An das Handwerk und die Kleinindustrie,

freundlich und würden es nicht verstehen, wenn ein Auto schneller sein wollte, denn jetzt sind die Tage der goldenen Trauben, des süßen Reuen und des feurigen Alten. Zeht sind sie da, die sonnenseligen Herbsttage mit ihrem Ausflug in die Castelli Romani. Kein echter Römer möchte sie missen.

Run aber sind es die Kastanien. Wir haben die fröhlichen Straßen von Frascati und Grotta- ferrata hinter uns, wir schrauben uns die Wald­hänge des Monte Cavo hinauf, wir fahren durch Kastanien. Zn Unmengen fallen sie von den Bäumen, wie Heuschreckenschwärme lagern sie auf den Wegen, es sind viel zu viel, als daß man sie gegen Geld an den Mann bringen könnte. Wer mag, kann sie sackweise davonschleppen oder an Ort und Stelle braten. Zum Glück für die Gummi sind die Schalen nicht mit so harten Stacheln versehen wie bei den Roßkastanien,- man könnte darüber wegflihen, wenn die Stadtsammler nicht wären- Gesammelt wird ja alles, was nichts kostet und einem zugeworfen wird. Zm Kabarett fangen die jungen Elegants, die sich ein halbes Dutzend Pralinenschachteln leisten könnten, die Bonbons der Soubrette auf, in Marino drängt sich am Weinfest alles um den Brunnen, aus dem Wein fließt, warum soll man sich da nicht auch die Taschen mit Kastanien vollstopfen? Und die Autos? Den Kleinen macht es fast so viel Spaß wie dem Herrn Papa, der auf diese Weise zu einer begeistert begrüßten turnerischen Uebung kommt, die er mit Vorliebe in unübersichtliche Kurven verlegt. Adagio! Sammlern in ihre Sammlung hineinzufahren, ist nicht empfehlens­wert.

Endlich wird die Straße frei, der Motor atmet auf, schießt angriffslustig in die Schleifenbahn. Eine Wendeltreppe im Grünen ist das. Sie führt hinauf nach Rocca di Papa, dem schwalbennest- artig am obersten Kraterrand klebenden Häuser­horst. wo fchwarze Schveine die Rolle des Hof-, Haus- und Schoßhunoes übernehmen. Daneben stehen vornehme Hotels mit nächtlichen Tanz­terrassen über der gewaltigen Tiefe, der schwei­genden Campagna.

Zeht aber ist es noch heller Sonntagnachmittag, ich lasse den Wagen laufen, ich bin verliebt in diese Pfropfenzieherkurven. Rach dem gemüt­lichen Umgang mit Dorstadtkindern, Schafen, Kärrnern, Winzern und Sammlern möchte man ja auch einmal fahren. Wenn ich jetzt hupe, bann werfen die Kastanienwälder ein Echo zurück

die in ihrer Bedeutung für den Arbeitsmarkt stark unterschätzt werden, ist schon immer ein strenger Maßstab zur Prüfung ihrer Kredit­würdigkeit gelegt worden. Der Einfluß der Kre­ditverteilung auf die Wirtschaft belastet die Kre­ditinstitute deshalb mit großer Verantwortung.

Oberheffen.

Stadtvorstand in Alsfeld.

Oe* Alsfeld, 5. Rov. Zn der jüngsten Stadtvorstandssitzung beschäftigte man sich mit der Einrichtung einer Volks­küche. Laut Vereinbarung mit der Stadtverwal­tung wird die Volksküche von dem Ausschuß für die freie Wohlfahrtspflege durchgeführt. Die Stadt stellt die erforderlichen Räumlichkeiten im Weinhause zur Verfügung. Die für die erste Einrichtung der Volksküche erforderlichen Mittel wurden bewilligt. Die Eröffnung soll voraussicht­lich Mitte Rovember erfolgen.

Eine längere Aussprache entspann sich über die von der Bürgermeisterei beantragte Er­höhung der Bürger st euer. Wie der Vor­sitzende ausführte, ist im lausenden Rechnungsjahr für den Betrieb infolge geringerer Reichssteuer- Überweisungen und erhöhter Ausgaben für die Wohlfahrtserwerbslosen und die Krisenfürsorge mit einem Fehlbetrag von mindestens 30 000 Mk. zu rechnen, wobei die zu erwartenden Ausfälle aus der Gewerbesteuer noch nicht berücksichtigt sind. Da eine andere Möglichkeit zur Deckung des Fehlbetrages nicht vorhanden ist, wurde von der Verwaltung ein Zuschlag von 200 Prozent zu der bereits für das Rechnungsjahr 1931 nach dem Landessah zur Erhebung kommenden "Bürger- steuer beantragt. Nachdem sich die Vertreter fämtlicher Parteien gegen die Erhöhung aus­gesprochen hatten, wurde diese gegen die Stimme des Vorsitzenden abgelehnt. Die Entscheidung dürfte nunmehr bei dem Kreisamt liegen.

Hinsichtlich der Zulassungsbedingungen für die

wie von Hörnern und Zagdgeleit. Das stürmt die Wendeltreppe hinauf, das bricht sich an den Felsen, das kann niemand, der des Weges kommt, überhören.

Die Bäume springen einander auf die Schul­tern, ich bin in einem Urtoalb und die Affen bewerfen mich mit Kastanien, es ist

wie als Kind im Karussell", lächelt sie. Wir fahren durch Grün ins Blau, wir fahren

geradewegs in den Himmel hinein".

Schöööön

Wieder eine Kurve durchaalt, die Rase im Himmel, da quietschen auf einmal die Bremsen, es gibt einen höllischen Ruck und die Schnauze meines Wappentiers auf dem Kühler berührt die taufrischen Lippen eines jungen Mädchens. Ach du liebe Courths-Mahler!

Gütiger Himmel, es ist nicht eines, es sind fünf. Und zusammengekettet und wanken noch weichen nicht. Rach einem ungeschriebenen Gesetz müssen Hühner und Frauen zuerst, dann hott ver­suchen, um sich schließlich zu teilen und nach verschiedenen Seiten den Straßenrand zu ge­winnen. Diese fünf jungen Damen waren durch­aus gewillt, das Gesetz zu achten, sie zogen hin, sie zogen her, aber die süße Kette der Arme gab nicht nach, sie riß nicht auseinander sie wogten nach links, sie wogten nach rechts, es sind Girls, dachte ich, und gleich kommt die zweite Variete­nummer, ich muß den Akrobaten machen da brach die Koppel geschlossen nach der Seite aus, nach der falschen und lachte und lachte.

Kreuztürken

Aber versuche einer, in Gegenwart von fünf hübschen Mädels zu fluchen. Ratürlich habe ich Kuhhändchen zugeworfen, ich habe gewinkt, meine Frau hat gewunken, die Mädels haben gelacht und gewinkt und gewunken so ist das in Ztalien.

Eine schöner als die andere 1"

Wunderschön!"

Müssen vom Film sein!"Rein, dann wären fie doch nicht so hübsch. Gar nicht ge­pudert!"Rur die Lippen ein bisserl

,,Jch glaube nicht."

Und diese Zähne!"Und dieser Schmiß!" Römerinnen?"

Heber den Berg hinweg, am Meer entlang, durch die Campagna bis nach Rom hinein haben wir uns in Begeisterung überboten. Es tarnen die Winzer, die Kärrner, die Schafe, die Kinder ein so herrliches Hindernis kam nicht mehr.

Ausführung von elektrischen Haus­installationen beantragte der Bauausschuh eine Aenderung dahingehend, daß nach dem Vor­bild der meisten anderen Städte künftig die Ab­legung der Elektromeisterprüfung Vor­aussetzung für die Zulassung fein soll. Diejenigen Installateure, welche seither die Prüfung noch nicht abgelegt haben, sollen diese innerhalb drei Zähren nachholen. Die Vorschläge wurden in diesem Sinne angenommen.

Die für die Verbesserung der Wasser­versorgung im Quellgebiet in Ober-Breiden- bach erforderlichen Mittel wurden bewilligt. Es handelt sich hierbei um die Ausbesserung der Tages-Wasserableitung.

Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben des evangelischen Kirchenvorstandes be­kannt über öie Regelung von Kranz­niederlegungen in der Ehrenhalle auf dem Friedhof, wodurch ein schon seit längerer Zeit bestandener Streit im Sinne der von der Stadt gegebenen Anregung beigelegt wird. Darnach dürfen künftig auch Kränze mit parteipolitischen Abzeichen unter gewissen Vor­aussetzungen in der Ehrenhalle für die Gefallenen, die zugleich als Friedhofskapelle dient, aufge­hängt werden.

Landkreis Gictzcn.

-o- Großen - Linden, 5. Rov. Rach Ab­schluß der hiesigen Feldbereinigung wurden auch Wünsche nach einer Bereinigung auf dem Gebiete des Obstbaues im weiteren Sinne lebendig. Dazu kommen die Anforderungen, die vom Obstmarkt her an den Erzeuger gestellt wer­den. Mit dieser Sachlage beschäftigte sich in die­sen Tagen eine Aussprache, die Kreisobstbau- inspektor E n k l e r (Gießen) im Gasthaus von PH. Schaum IV. im Kreise interessierter Land­wirte und Obstzüchter hielt. Bei der Bestimmung vorgelegter Obstsorten stellte sich heraus, daß un­sere Gemarkung mit ihrem umfangreichen Baum­bestand noch nicht marktfähig genug ist, da zu viele und auch minderwertige Sorten angebaut sind. Die daraus entstehenden, vielseitigen Aufgaben, wie Reupflanzung, llmpfropsung, Düngung, Schäd­lingsbekämpfung usw. will der hiesige Obst - undGartenbauverein aufnehmen.

Lollar, 4. Rov. Auf der großen Z u n g - geflügelschau in Hannover konnten die hiesigen Geflügelzüchter wieder sehr schöne Er­folge erzielen. Es erhielten: Wilh. Hofmann erhielt auf sieben ausgestellte Tiere seiner Rhode- länder Spezialzucht viermel sehr gut (einen Ehrenpreis) und dreimal gut; Ludw. Klin­ket XIII. auf vier ausgestellte schwarze Wyan- dottes zweimal sehr gut (einen Ehrenpreis) und zweimal gut; Theodor Decket auf acht Stück gestreifte Plymouths viermal sehr gut, dreimal gut und einmal befriedigend. Auch auf der Hes­sischen Junggeflügelschau in Mar­burg wurden die Erfolge der hiesigen Züchter anerkannt. Th. Deckel erhielt hier auf seine sieben Plymouths zweimal sehr gut 1 (einen Ehrenpreis) und fünfmal gut. Wilh. Hofmann stellte sieben Rhodeländer aus und erhielt ein­mal Vorzüglich, Siegerpreis, die höchste Aus­zeichnung, sowie zweimal sehr gut I (zwei Ehren­preise), dreimal sehr gut und einmal befriedi­gend. Außerdem wurde ihm der Leistungspreis des Geflügelzuchtvereins Marburg für Rhode- länber, sowie der Leistungspreis des Gaues Hessen (Rhodetänderverband) zugesprochen. Für zwei ausgestellte Schönheitsbrieftauben erhielt er einen Ehrenpreis und einmal befriedigend.

Kreis Schotten.

§ Ulrichstein, 5. Rov. Gestern wurde, wie alljährlich um diese Zeit, unser sog.Kalter Markt" abgehatten. Dei dem unerwartet schö­nen Herbstwetter war der Besuch aus den Rach­barorten stärker als gewöhnlich und der Verkauf an den aufgeschlagenen Ständen im ganzen zu­friedenstellend.

§ Feldkrücken, 5. Rov. Auch bei uns ist nun das Summen der Dreschmaschinen verstummt. Zn unserem kleinen, 340 Ein­wohner zählenden Dorfe waren diesmal drei

Oer Toilettentisch einer Oame vor 3000Jahren.

Daß schon im 13. vorchristlichen Zahrhundert der Toilettentisch einer Dame mit einer großen Anzahl von Töpfchen und anderen Behältern aus- geftattet war, zeigen die neuesten Ausgrabungen, die der französische Archäologe Schaeffer an der so außerordentlich ergiebigen Ruinenstätte von Ras-Schamra in Syrien ausgeführt hat. Der Gelehrte fand, wie er in einem Bericht vor der Pariser Akademie der Zuschriften mitteilte, zu Minet-el-Deida, in der Rähe eines Hafens, in dem im 2. vorchristlichen Jahrtausend Kupfer aus Cypern nach Aegypten verschifft wurde, Baulich­keiten, die dem Totenkult gewidmet waren. Mehr als 400 Opfergaben kamen ans Licht, darunter bronzene Werkzeuge, Schmuck und Gefäße. Zn einem einzigen dieser alten Magazine stieß man auf mehr als 2000 Vasen, von denen 200 vor­züglich erhalten waren. Unter diesen erregt be­sonderes Interesse die Toilettenausrüstung einer Frau. Sie besteht aus 22Alabastergefäßen, die wahrscheinlich ägyptischen Ursprungs sind; sie mögen für die Salben und Essenzen bestimmt ge­wesen fein, mit denen man damals den Teint verschönerte. Außerdem sind kostbare Behälter in Cntensorm darunter, die aus Elfenbein geschnitzt sind und wahrscheinlich zur Aufnahme von Schminke bestimmt waren. Man vermutet, daß es sich dabei um die Opfergabe einer ägyptischen Dame aus dem 13. vorchristlichen Zahrhundert handelt. Zn demselben Depot lagerten zahlreiche Schmuckgegenstände, so Halsbänder mit Perlen aus Amethysten, Bergkristall und Karneol, von denen sechs Anhänger aus Gold zeigen, die mit der Gestalt einer nackten Göttin geziert sind. Zn einem Tempel, der aus dem 18. oder 20. vor­christlichen Zahrhundert stammt, fand man eine otatue, die nach einer Zuschrift von der Gattin des von 1903 bis 1877 v. Chr. regierenden Pha­raos aus Aegypten geschickt worden war. Ras- Schamra war im 13. und 14. Zahrh. v. Chr. eine wichtige Bildungsstätte, und verfchiedeneSchrift­stücke" wurden aus der Bibliothek ausgegraben, die schon im Frühjahr entdeckt worden war und bedeutsame Texte geliefert hat. Diese Doku­mente sind in Keilschrift auf tönerne Täfelchen geschrieben und dienten dem Unterricht. Die Lehrer unterrichteten in mehreren Sprachen, und so ist es nicht verwunderlich, daß es damals schon Wörterbücher gab.