Ausgabe 
6.8.1931
 
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meister Oonatij haben noch Hirschfeld. Wegener und Köchermann gemeldet.

Vom Avus-Rennen. Fünfzehnmal raste Caracciola mit seinem schweren Mercedes- SSK. über die unter Hochsommerglut liegende Avus­bahn, legte 294 km in \XA Stunden zurück, fuhr durchschnittlich 185,7 Stundenkilometer (auf den 10 km langen Geraden weit über 200 Stundenkilo­meter) und errang damit in der Klasse der schweren Wagen einen einzigartigen Sieg. Caracciola be­wältigte die Strecke in seinem Mercedes-Wagen (Continental-Bereifung) ohne jeden Reifenwechsel, l.tteisoffene leichtathleiische Wettkämpfe.

Veranstalter: Mlv. Gießen.

Am 22. und 23. August wird der hiesige Män­ner-Turnverein zum ersten Male mit einer gro­ßen sportlichen Veranstaltung an die Oeffentlich- keit treten. Cs wird dies das erste Sportfest dieser Art sein, das bis jetzt im Gau Hessen ver­anstaltet worden ist. Zum Austrag kommen leicht­athletische Wettkämpfe jeder Art, wie z. B. Ein­zelwettkämpfe (Lauf-. Sprung-. Wurfwettbe­werbe) und Mehrkämpfe sowie Staffeln für alle Leistungs- und Altersklassen. Da bei der großen Anzahl von Wettbewerben 55 an der Zahl die Veranstaltung an einem Tag nicht abgewickelt werden kann, finden die Wettkämpfe aller 3u- gendlichen (Turnerinnen und Turner) schon am Samstagnachmittag statt. Am Sonntagvormit­tag beginnen dieattitxm Damen und Herren mit den Mehrkämpfen, es folgen dann die Ein- zelwcttkämpfe und nachmittags die Entschei­dungskämpfe. Die Sieger der Einzelwettkämpfe und die 10 Vesten der Dreitampfsieger erhalten künstlerische Vronceplaketten, die siegenden Staf- selmannschaften wertvolle Wanderpreise und Eh­renurkunden.

Arbeiter Turn- und Sportbund.

Gießen II Schiedsrichter-Mannschaft 6:3.

Am Samstagabend standen sich auf dem Trieb die genannten Mannschaften in einem Lehr spiel gegenüber. In der ersten Halbzeit wurde ein aus­geglichenes Spiel gezeigt. Rach dem Wechsel wurde dann Gießen merklich überlegen, konnte in kurzer Zeit Tor auf Tor erzielen und stellte schließlich den Sieger.

Wieseck I Lollar I 4:0.

Beide Mannschaften haben durch die Einstellung jüngerer Kräfte eine völlig veränderte Konstitution bekommen. Das wuchtige Spiel der Gäste wurde durch Technik abgelöst. Dem jugendlichen Sturm fehlt nur noch der befreiende Torschuß. Wieseck hat ebenfalls sehr gewonnen. Zum Spiel selbst ist wenig zu sagen. Das stets offene Spiel, von dem Wieseck etwas mehr hatte, konnte bei einigermaßen besserem Verständnis im Sturm ein" noch wesentlich höheres Ergebnis zeitigen. Die Lollarer ließen die sichersten Sachen aus.

Buntes

Lollars Jugend und Wiesecks 2. Jugend standen sich am Sonntagvormittag in Lollar gegenüber. Lollar blieb mit 3:2 Toren Sieger.

Kinzenbach I Marburg I 6:4.

In Kinzenbach lieferten sich diese Gegner am Sonn­tag ein schönes Spiel. Die Einheimischen konnten in der Halbzeit die Führung erringen. Nach dem Wechsel wurden die Marburger besser, stellten den Ausgleich her wurden aber kurz vor Schluß doch mit zwei Treffern Unterschied geschlagen.

Vorher spielten die 2. Mannschaften beider Vereine. Marburg blieb mit 6:2 Toren Sieger. Das Spiel der Schülermannschaften sah Kinzenbach mit 3:2 Toren im Vorteil.

Beuern I Rieder-Ohmen I 1:2.

In Beuern lieferten sich diese Mannschaften ein flottes Spiel. Die Einheimischen mußten alles her­geben, um ihr Heiligtum reinzuhalten. Trotzdem ge­lang es den Gästen, zweimal zum Erfolg zu kommen, dem Beuern nur einen Treffer entgegensetzen konnte.

Gleiberg I Rodheim 1 1:4.

Beide Mannschaften lieferten sich in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel. Halbzeit 1:1. Nach dem Wechsel wurde dann Rodheim überlegen und konnte zum Schluß mit drei Toren Unterschied sieg­reich sein.

Staufenberg I Launsbach I 0:6.

Launsbach war in Staufenberg zu Gast. In einem flotten Spiele, in dem die Gäste zeitweise stark über­legen waren, mußten sich die Einheimischen hoch ge­schlagen bekennen.

jungen I hausen I 4:1.

Hausen weilte zu einem Freundschaftsrückspiel in Hungen. Die Gäste mußten sich mächtig wehren, um den wuchtigen Angriffen der Platzbesitzer ftandzu- halten. Hungen gelang es, viermal erfolgreich zu sein. Den Gästen war nur das Ehrentor beschieden.

Heuchelheim I Allendors I 4:0.

Anläßlich eines Sportwerbetages hatte sich Heu­chelheim die 1. Mannschaft Mendorfs zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Was Heuchelheim seinem Gegner an Technik und Ballbehandlung vor­aus hatte, glich dieser durch Eifer aus. So konnte Heuchelheim in der ersten Halbzeit nur zu einem Erfolge kommen. Nach Wechsel ließen die Gäste etwas nach. Nun kam Heuchelheim besser in Fahrt, aber erst kurz vor Schluß konnte der Sieg sichergestellt werden.

Saasen I Annerod I.

Am Samstag weilte die erste Mannschast von Annerod in Saasen. Während die Gäste kom­plett antraten, stellte der Platzbesiher nur zehn Mann ins Feld. Schon in den ersten fünf Mi­nuten konnte Saasen den ersten Erfolg erzielen. Aach zwanzig Minuten Spielzeit stand das Spiel 4:0 für den Platzbesiher. Leider wurde das Spiel ttirz vor Halbzeit abgebrochen.

Allerlei.

Deutscher Kriegsgefangener gesucht!

Gesucht: Ein Deutscher, der aus England ent­kommen ist, während er Kriegsgefangener war, um seine Erfahrungen während der Flucht im Aundfunk mitzuteilen. Meldungen an den Bri­tischen Rundfunk, SavoyHill, erbeten. Ebenso gesucht einige englischeTommies", die während des Krieges aus deutschen oder türkischen Ge­fangenenlagern entkamen. Meldung wie oben." Solche Anzeigen erscheinen jetzt in verschiedenen englischen Blättern, und man wiU durch sie die 'geeigneten Personlichteiten herausfinden, die bei einer neuen Serie von Rundfunkdarbietungen mitwirken sollen. Diese, die unter dem Titel Flucht" gesendet werden soll, will Las Publi­kum des englischen Rundfunks mit den Berichten entflohener Kriegsgefangener aus erster Hand unterhalten. An britischen Flüchtlingen aus feind­lichen Gefangenenlagern ist kein Mangel. Man hat bereits neun Sprecher ausgewählt, die alle Offiziere sind, aber mit den deutschen Erzählern, die erst das Bild abrunden sollen, ist es schlecht bestellt. Wie die Morningpost berichtet, erweist es sich als überaus schwierig, ja als fast un­möglich, eine geeignete Persönlichkeit zu finden. Der berühmteste Fall einer Flucht aus einem englischen Gefangenenlager ist der des Fliegers Gunther Plüschow, dem es glückte, aus der Gefangenschaft von Donnington Hall zu entrin­nen, aber der berühmteFlieger von Tsingtau" ist ja tot. Sein Gefährte, der mit ihm das Wag­nis unternahm, wurde gefangen, bevor er Eng­land verlassen konnte, und kommt daher für diese Aufgabe nicht in Betracht. Man hat die ganze Kriegsliteratur nach Einzelheiten durchsucht, die auf die Spur einiger aus England entflohener Kriegsgefangener führen könnte, aber ohne Er­folg. So gibt es Gerüchte von der -Flucht eines Mitgliedes der Mannschaft derEmden", der durch Wales geflüchtet sein soll, aber Genaueres lieh sich nicht ermitteln. Man ist mit den Hilfs­organisationen für Kriegsgefangene in Verbin­dung getreten, ohne daß man etwas Sicheres erfahren konnte. Der englische Rundfunk will daher jetzt einen Beamten nach Deutschland schicken, um dort Nachforschungen anzustellen.

DosEskimo-Buch des Wissens".

Als das merkwürdigste Buch des modernen Schrifttums wird von einem englischen Blatt ein Werk bezeichnet, das soeben erschienen ist. Es ist dasEskimo-Buch des Wissens", das einzige gedruckte Literaturwerk in der Eskimo­sprache außer der Bibel. Es ist von George Binneh verfaßt und von dem seit 40 Jahren in Labrador tätigen Missionar Rev. Perre11 überseht; verlegt ist es von der Hudson-Bai-Ge- sellschaft und soll die freundlichen, in Fell ge­kleideten Bewohner der Eisgebiete von Labrador und des kanadischen hohen Aordens über alles Wissenswerte belehren. Die Mitteilungen sind in einem Stil gehalten, der dem Fassungsvermögen dieses Volkes Rechnung trägt.Dieses Vuch des Wissens", heißt es in der Einleitung,ist das Licht der Sonne: es wird euch den Weg durch die schwierigen Gefilde des Lebens zeigen, es wird euch mit den Kenntnissen der Weihen er­füllen. Es wird euch lehren, wie ihr euch selbst und eure Kinder glücklicher und reicher machen könnt. Leset in euren Lagern das Buch, sprecht darüber des Abends in eaem Jlgloos, wenn eure Pfeifen glühen, lehret daraus eure Kinder." Ra- türlich wird das britische Königspaar als beson­ders mächtig hingestellt, König Georg als ein großer Säger gefeiert, und unter dem Bilde des Prinzen von Wales, der als Reiter bärge- stellt ist, ist zu lesen:Der älteste Sohn des Kö­nigs jagt durch das Land auf einem großen vier­

füßigen Tier, genannt Pferd, das Gras frißt wie ein Renntier." Auch wird den Eskimos einge­schärft, an die Aerzte und Missionare feine un­gehörigen Anforderungen zu stellen:Wenn der Arzt eure Kranken heilt, so dürft ihr nicht er­warten, daß er euch auch mit Aahrung versieht. Ebenso können euch die Gottesmänner, die eure Seelen heilen wollen, nicht mit Geschenken über­schütten. Eine solche Forderung erscheint als un­dankbar in den Augen der Weißen. Wenn es im Vaterunser heißt:Linser täglich Brot gib uns heute", so soll das nur bedeuten, daß Gott uns die Möglichkeit gibt, unser tägliches Brot duNH Arbeit und Sagen zu erringen. Gott hat euch Robben, Füchse und Wild gegeben; aber ihr müßt sie erlegen und dürft nicht erwarten, daß Gott für euch jagt, während ihr zu Hause sitzt." Der größte Teil dieses Buchs des Wifsens ist mit Anweisungen hygienischer Aatur ausgefüllt; so werden die Grundlagen der Säuglingspflege aus- 'einandergesetzt, die beste Aahrung für die klei­nen Kinder aufgezählt und überhaupt ein ver­nünftiges und gesundes Leben im Rahmen der durch die Aatur gegebenen Verhältnisse an­empfohlen.

Born Honigraub zur Bienenzucht.

Unsere Bienenzüchter sind eifrig an der Arbeit, die Leistung dieser nützlichen Tiere noch zu stei­gern und allmählich eine stachellose Rekord­erzeugerin von Honig zu züchten. Welche Rolle der Honig in der Wirtschaft der Vergangenheit gespielt hat, ist noch immer nicht in ganzem Um­fange erkannt; besonders hat man erst in neuester Zeit angefangen, sich mit der Biencnpflege der Aaturvölker zu beschäftigen. Ein wichtiger Beitrag zu dieser Frage ist das WerkDiene und Honig im Volksleben der Afrikaner" von Earl Seyffert, über das Hans Damm in derDeutschen Literatur­zeitung" berichtet. Die einfachste Art der Honig­gewinnung wurde von den Sammler- und Säger­stämmen der LIrzeit angewendet; sie stöberten die Aester der Wildbienen auf, wobei ihnen gewisse Tiere, wie derHonigdachs" und derHonig­anzeiger" wertvolle Dienste leisteten, und plün­derten sie dann einfach aus. Auf einer höheren Stufe stehen schon die afrikanischen Hirtenvölker; diese vernichten nicht mehr die Bienen, indem sie sie berauben, sondern sie haben die Bienen durch Bereitstellung künstlicher Behältnisse an ihre Siedlungen gewöhnt. Das ist die Vorstufe zur eigentlichen Bienenzucht. Diese Aaturvölker kennen auch bereits vielfach den Zusammenhang zwischen den Blüten bestimmter Pflanzen und der Güte des Honigs, haben aber diese Erkenntnis noch nicht ausgenuht. Der Honig wird von den primi­tiven Völkern hauptsächlich als Aahrungsmiitel und zur Herstellung von Getränken verwendet; entweder wird das Trinkwasser damit versüßt oder der Honig wird in Gärung als Met ver­wendet. Eine Konservierung des Honigs kennt man in Afrika nicht. Doch spielt er im Volksleben eine große Rolle, dient als Zahlungsmittel, als Gastgeschenk, als Drautgabe, in der Religion als Opfergabe und Zaubermittel. Als die eigentlichen Erfinder der Bienenzucht in der Weltgeschichte sind die Snbogermancn anzusehen. Die Ackerbauer waren bei ihrer pflanzlichen Aahrung weniger auf Honig angewiesen, mehr die Viehzüchter, deren Fleischnahrung auf eine Ergänzung durch den Honig hindrängte. Daher scheinen die Vieh­züchter zuerst ein ernstliches Sntereffe an der Zucht der Wildbienen gehabt zu haben. Die Bienenzucht scheint in dem Gebiete der Basch­kiren in vorhellenischer Zeit entstanden zu sein und dürfte von hamitischen Hirtenvölkern, die uralte Beziehungen zu den Snbogermanen unter­hielten, nach Afrika gebracht worden fein. Daß

die Afrikaner von den Snbogermanen die Bienen­zucht lernten, folgert Seyffert aus einer Reihe von Vorstellungen und Gebräuchen, die zweifellos indogermanischer Herkunft sind. Einige Dienen­behältnisse, die heute noch im Aordosten Afrikas häufig Vorkommen, lassen sich sogar bis nach Westasien, der Urheimat der Bienenzucht, zurück- verfolgen.

Der Marder und das Hühnerei.

Bekanntlich sind Marder und Sltis große Lieb­haber von Eiern und suchen manchen Hühnerhof nicht zur Ermordung seiner Snsassen, sondern zur Entführung dieser Delikatessen auf. Die Räuber verzehren ihre Beute nicht immer an Ort und Stelle, sondern nehmen sie häufig mit sich fort. Da erhebt sich nun die Frage, wie wohl der Mar­der so ein Hühnerei trägt, und darauf hat jetzt A. H f i n g e r auf Grund langjähriger Beobach­tungen imDeutschen Säger die Antwort gege­ben. Marder und Sltis besitzen eine geradezu er­staunliche Geschicklichkeit, ein Hühneret unter den Hals geklemmt f ortzuschufsen. Das geht natürlich nur, wenn sie nicht rasch fliehen müssen oder sonstige Hindernisse, wie Gräben oder Mau­ern, zu überwinden sind. Sn solchen Fällen nimmt der Marder den Raub behutsam in den Fang, klemmt ihn aber sofort wieder unter den Hals, wenn das Hindernis genommen ist. Der Ver­fasser hat auch gelegentlich beobachtet, daß der Marder das Ei nach rückwärtsgehend zwischen den Vorderpranken fortrollt. Dabei scheint der Spiel­trieb mitzuwirken; darauf deuten die tollen Sprünge, die die Räuber beim Transport ihrer Beute bisweilen vollführen. Wenn das Ei zer­brochen ist, so verzehren es Marder und Sltts natürlich an Ort und Stelle.

90ZahreMännergesangverein Wetzlar.

Wetzlar, 3. Aug. (WSN.) Der Männergesang, verein Wetzlar von 1841 beging am Samstag und Sonntag das Jubiläum seines 90jährigen bestehens. Die Reihe der Jubiläumsoeranstaltungen wurde am Samstagabend mit einem Festkonzert eröffnet, bei dem der Jubiläumsverein sowie Frl. Anneliese hürlemann, Frankfurt a. M., und Frau Dr. Steiger- Betzak, Frankfurt a. M., mitwirkten. Der Sonntagoormittag wurde dem Gedächtnis der im Weltkrieg gefallenen Mitglieder gewidmet und auf dem Heldenfriedhof ein Kranz niedergelegt. Am Nachmittag und Abend nahm die Jubiläumsveran« staltung im Schützengarten ihren Fortgang. Im Namen des Vereins entbot der Vorsitzende, Architekt Rüdiger, herzlichste Willkommensgrüße, beson­ders an die Vertreter des Hessischen Sängerbundes, Schatzmeister B i 11 e r t - Darmstadr, an die Vertre­ter des Bundesvorstandes des Lahntal-Sängerbun- des. Der Redner sprach allen Teilnehmern den Dank des Vereins aus und betonte, wenn auch die Zeiten nicht dazu angetan feien, Feste zu feiern, so möchte man doch einen solchen Zeitpunkt in der Vereins- geschichte nicht vorübergehen lassen hierauf mür­ben die zahlreichen Glückwünsche, die eingegangen waren, verlesen. Nach dem stimmungsvollen Chor« vortragWieland der Schmied" du^ch die Sänger des Jubiläumsoereins nahm der Voksttzende die Ehrung verdienter Mitglieder vor. hierauf wurde noch ein reichhaltiges, gesangliches Programm ab- gewickelt.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Wirtschaft.

* Eisenerzbau und Eisenindustrie im Lahn-Dill-Gebiet. Der Eisensteinberg­bau darf, um in den Genuß der staatlichen Sub­vention zu gelangen, im gesamten hiesigen Rot- standsgeoiet eine- Monatsförderung von 100 000 Tonnen und eine Durchschnittsbelegschaftsziffer von 5000 Mann nicht unterschreiten. Diese Be­dingungen konnten von dem Bergbau bisher eingehalten werden und es wird damit gerechnet, daß Forderung und Absatz im lausenden Monat gegenüber dem Vormonat, trotz des Ausbruchs der Krise, nicht wesentlich zurückgehen werden. Die Ausnutzung der Hochofen der im Roheisen­verband zusammengeschlossenen Hochosenwrrke be­trug in den letzten Wochen ungefähr 34 v. H. der Beteiligung. Als Rohstossgrundlage für die Fer­tigerzeugnisse der Eisenindustrie ist diese Ziffer ein Gradmesser für die Deschäfttgung der übrigen eisenindustriellen Betriebe. Die Roheisenerzeu­gung des hiesigen Bezirks geht indessen haupt­sächlich an eigene Gießereien und wird daher unmittelbar von den Schwankungen des Roh­eisenmarktes nicht in so starkem Maße, wie die reinen Hochofenwerke, betroffen.

* Absatzschwierigkeiten auch in der Westerwälder Dasaltindustrie. Die Westerwälder Basaltindustrie hat unter der augenblicklichen Wirtschaftslage besonders schwer zu leiden. Der einst so blühende Wirtschaftszweig liegt fast vollständig darnieder. Seht ist auch we­gen Absahmangels einer der letzten noch arbei­tenden Betriebe, der BasaltsteinbruchKohen- rother Ley", vollständig stillgelegt worden.

* Tratten für Exportwaren geneh­migungsfrei. Der Reichswirtschaftsminister hat an die Deoisenbewirtschastungsstellen ein Telegramm gerichtet, nach dem Ziehunaen (Tratten) gegen Ex- rortronre von Banken, die sich schon bisher mit dem Ankauf und Einzug solcher Tratten für ihre Kunden befaßt haben, ohne besondere vorherige schriftliche Genehmigung angenommen oder versandt werden dürfen. Ebenfalls dürfen ohne dixse Genehmigung Wechsel zur Akzepteinholung ins Ausland entgegen­genommen werden.

* Unveränderte Zinssätze der Ren­tenbankkreditanstalt. Die Deutsche Renten­bank-Kreditanstalt (Landwirtschaftliche Zentralbank) teilt mit, daß ihre bisher geltenden Zinsbedingungen für die mit ihr im Geschäftsverkehr stehenden Ban­ken und letzten Kreditnehmer auch nach der neuen Erhöhung des Reichsbankdiskontsatzes unverändert weiter bestehen. Der Höchstzinssatz dem Landwirt gegenüber beträgt also für kurzfristige' Betriebs­und Saisonkredite wie bisher 81 v H.

* Stand der Reben im Rei ch Anfang August. Ausreichende Bodenfeuchtigkeit und tocr.ne Witterung haben die Entwicklung der Reben im Suli sehr gefordert. Der Behang ist fast überall recht zufriedensteUend, so daß bei weiterhin günstiger Witterung mit guten Erträ­gen zu rechnen ist. Vereinzelt sind Oidiurn und Peronospora. durch die Riederschläge um Mitte Suli begünstigt, ausgetreten.' Sn der Rheinpfalz wurde an einigen Stellen starker Flug von Sauerwurmmotten beobachtet. Für die wichtig­sten Gebiete des deutschen Weinbaues lautet die Begutachtung des Rebenstandes unter Zugrunde­legung der Zahlennoten 1 gleich sehr gut, 2 ' gleich gut, 3 gleich mittel wie folgt: preußisches Rheingaugebiet 1,9 (im Vormonat 2), übriges preußisches Rheingebiet 2 (2), Aahegebiet 1.8 (1.8), Mosel-, Saar- und Ruwer-Gebiet 1,8 (1,7), Ahrgebiet 2 (2), Rheinpfalz 1,8 (1,8), Unter» franken 1,7 (1,8), badische Weinbaugebiete 2.1 (2,3), Rheinhessen 1,8 (2), Aeckarcreis 2,3 (2,2).

* Der Einzelhandel Hessen-Ras- saus im Monat Suli. Wie die Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau in ihrem Monatsbericht ausführt, trat vom 13. bis 15. Suli in einigen Branchen eine Steigerung der Llmsähe um 25, teilweise sogar um 50 v. H. ein. Cbei den vorgenommenen Angstkäufen han­delte es sich meist um Waren, die nach der in letzter Zeit geübten Zurückhaltung im Kaufen einen bereits länger vorhandenen Bedarf be­friedigen sollten. Eine besondere LLmsahsteigerung erfuhren die Möbelhandlungen, wobei sich das Geschäft meist auf billigere Qualitäten beschränkte. Erst vom 17. Suli ab führte die Zahlungsstockung zu einer weitgehenden Stillegung der Geschäfts­tätigkeit. lieber das Ergebnis der ersten Aus- vcrkaufstage läßt sich noch kein einheitliches Bild gewinnen; ein verstärkter Konsumbedarf trat nicht hervor.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 6. Aug. Auftriebs 105 Rin­der, 806 Kälber, 84 Schafe, 996 Schweine. Es wur­den notiert: Kälber: beite Mast- und Saugkälber 50 bis 56 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 44 bis 49 Mark; geringe Kälber 38 bis 43 Mark. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 40 bis 45 Mark, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 33 bis

39 Mark. Schweine: vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 56 bis 58 Mark, von zirka 200 bis 240 Pfund 55 bis 58 Mark, von zirka 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 54 bis 58 Mark, fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 52 bis 55 Mark. Marktverkauf: Kälber und Schafe mittelmäßig ge­räumt, Schweine rege, später stark abflauend, aus­verkauft. Geringe und leichte Ware vernachlässigt.

Banknoten.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 211.

Scrlin, 5.August

(Selb

Srlef _

timerilanifdie Noten.......

4,20

4,22

Belgische Noten.........

58,38

58,62

Dänische Noten.........

112.18

112.62

Englische Noten.........

20,38

20.46

Französische Noten........

16,47

16,53

Holländijche Noten........

169,21

169,89

Jtalicnifche Noten........

21,93

22,01

Norwegische Noten........

112,18

112,62

Deutfch-Lcsterrctch, A 100 Schilling

59,08

59,32

Rumänische Noten........

2,48

2.50

Schwedische Noten........

112,23

112.67

Schweizer Noten.........

81,81

82,13

Spanifchc Noten.........

36,62

36,78

Ungarilche Noten........

73,10

73,40

4. August

5. August

Amtliche

Notierung

Amtliche Notierung

toelO

»del

(Selb

Srief

Hetfingsor» .

10.588

10,608

10,588

10,608

Wien....

59,15

59,27

59,15

59,27

Prag . . .

12,467

12,487

12.462

12,482

Budapest . .

73,43

73,57

73,43

73,57

Sofia . . .

3,052

3,058

3.052

3,058

Holland . .

169,63

169,97

169.73

170,07

cri°....

112,44

112,66

112.44

112,66

Kopenhagen.

112,44

112,66

112,42

112,64

Stockholm .

112,49

112,71

112,47

112.69

London. . .

20,43

20,47

20,435

20,475

Buenos Aires

1.178

1,182

1,168

1,172

Neunork . .

4,209

4,217

4.209

4,217

Brüsfel. . .

58,67

58,79

58,67

58,79

Italien. . .

22,00

22,04

21,98

22,02

Paris . . .

16,50

16,54

16,50

16.54

Schweiz . .

82,04

82,17

82,04

82,20

Spanien . .

36,86

36,94

36,16

36,24

Danzig. . .

81,47

81,63

81,62

81,78

Japan . . .

2,080

2,084

2,080

2,084

Rio de Ian..

0,274

0,276

0,289

0,291

Iugoflawien.

Lifjabon . .

7,453

7,467

7.453

7,467

18,53

18,57

18,53

18,57

Aus alter Welt.

120 Hauser eingeäschert.

Vermutlich durch Kurzschluß entstand in M a t s ch k a an der Küste von Pera (Konstanti­nopel) ein Feuer, das, vom Wind begünstigt, sich rasch ausbreitete und trotz der sofort aufgenomme­nen Löscharbeiten in kurzer Zeit 120 Häuser einäscherte. Zwei Feuerwehrleute wurden schwer verletzt. Tote sind nicht zu beklagen.

Das Wrack des5t. Philibert" teilweise gehoben.

Das Wrack des in der Loire-Mündung gesunkenen französischen Passagierdampfers6t. Philibert" konnte so weit gehoben werden, daß die Kommandobrücke freigelegt wurde. Man hat festgestellt, daß der Maschinen­telegraph aufVolldampf voraus" stand und daß somit der Kapitän vorschriftsmä­ßig gehandelt hat, indem er das Schiff durch möglichst rasche Fahrt durch den Sturm zu.brin­gen suchte. Die Taucher der deutschen Der- gungsdampser erklärten, daß sich auf dem Wrack keinerlei Leichen mehr befinden.

Unterschlagungen bei der Beschaffungsstelle der Stadt Köln.

Bei der Städtischen Beschaffungsstelle wurden durch eine unerwartete Revision große Unter­schlagungen aufgedeckt. Ein 34jähriger Angestell­ter, der seit längeren Sahren in städtischen Dien­sten steht, hat im Laufe der letzten Sahre nach und nach Geldbeträge unterschlagen, die sich auf weit über 100 000 Mark belaufen sollen. Er wurde von der Kriminalpolizei verhaftet und ins Gefängnis Klingelpütz eingeliefert. Er gibt an, das Geld verwettet $u haben. Es steht noch nicht fest, ob noch andere m die betrügerischen Machen­schaften verwickelt sind.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 8. August 1931. Freitag abend 7.20 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgckng 8.50. Wochengottesdienst morgens 6.30; abends 7 Uhr.

GEGEN: KOPFSCHMERZ MIGRÄNE NEURALGIE ZAHNSCHMERZ

EINE GANZ ÜBERDASCHENO SCHMERZSTILLENDE

WIRK.UN6

CITROVANILLE

jaiwy&tdt BewäMl - od.Ons