Ausgabe 
6.7.1931
 
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Englische Kriegsschiffe als Gäste der Reichsmarine in Kiel.

3um ersten Male fett dem Kriege statteten englische Kriegsschiffe einem deutschen Hafen einen Besuch ab. SS handelt sich um daS »weit« britische Kreuzergeschwader, oaS nach einer längeren Kreuzfahrt in der Ostsee, die eS zuletzt noch Stockholm gesührt hatte, zu einem mehrtägigen inoffiziellen Besuch indenKieler Hafen einlief. Sam-tog, bald nach 9 Uhr, tarnen die KreuzerDo r s e t f h i r e" und ..R o r- folF, in Kiellinie fahrend, in Sicht, nachdem sie bereit» bet Kiel-Feuerschiff die deutschen Do grühung-offiziere und Lotsen an Bord genom­men hatten. Beim Passieren des FriedrichSorter LeuchtturmeS feuerte daS Flaggschiff des eng­lischen Geschwaderchcss, dieD o r s e t s h i r e". 21 Schuft Landessalut, während zugleich am Hintern Mast die deutsche Flagge empor- stieg. Die Salutbatteri<- FriedrichSvrt erwiderte den Gruß und hißte ihrerseits die eng­lische Flagge. Mit halber Nährt liefen die Kreuzer nun in den Hasen ein, der von zahlreichen Booten bevölkert war, während sich an den Föhrdeufern viele Schaulustige eingefunden hatten. 2sls die Dorsetshire" das erste der an den Bojen inmitten des Hafens ankernden deutschen Kriegsschiffe erreicht hatte, begrüßte sie die Flagge des deutschen Flotten­chefs, Vizeadmiral Oldekopp, mit einem Salut von 15 Schuft, der von dem LinienschiffSchleswig- Holstein" erwidert wurde. Gleichzeitig intonierten die Bordkapellen die Nationalhymnen. Auf sämt­lichen Kriegsschiffen hatten die Mannschaften Pa- radeausstellung genommen. Das Festmachen an den Bojen, flankiert von je zwei deutschen Kriegsschiffen, ging nunmehr mit Unterstützung zweier deutscher Kutter glatt oonstatten. Kurze ocit darauf begab sich der englische Generalkonsul Shepherd an Bord derDorsetshire" zur Begrüßung seiner Landsleute.

Nachdem der Generalkonsul dieDosetshire" wieder verlassen hotte, begab sich der englische Geschwaderchef, Konteradmiral Ashley-

R u s h t o n. an Land, um den Besuch deS Gene­ralkonsuls au erwidern. 3m Anschluß hieran stattete der Admiral dem Chef der Marinestatton der Ostsee, Vizeadmiral Hansen, imKommando- gebäude einen kurzen Besuch ab, dem weitere Be­suche beim Oberpräsidenten der Provinz Schles­wig-Holstein, beim Oberbürgermeister der Stadt Kiel folgten. Dann fuhr er in seinem Boot zum Linienschiff .Schleswig-Holstein", auf dem der deutsche Flottenchef, Vizeadmiral Ol- de kop, seine Flagge gesetzt hatte. Beim Anlegen deS btt tischen DootcS am Fallreep trat die Wache unter Gewehr. Gleichzeitig wurde der Salut von 13 Schuft abgegeben. Der englische Admiral wurde von Admiral Oldekop empfangen, in dessen Be­gleitung lich außer den Herren seines StabeS der l^fehlshaber für Aufklärungsstreitkräfte, Konteradmiral Albrecht, sowie die Kommandanten und Chefs aller im Hasen liegenden Schisse be­fanden.

Der englische Kreuzerbesuch verleiht dem Bilde KielS eine besondere Note. Das Straftenbild hat in dem reichen Flaggenschmuck der Kieler Woche und durch hie und da eingestreute Union 3acks ein farbiges Aussehen erhalten. An einem Ball des Kieler llZachtklubs am Samstag nah­men der englische Admiral Ashley-Rushtpn, di« Kommandanten der beiden Kreuzer und etwa 20 englische Offiziere teil. Die Reichsmarine war durch den Flottenchef Admiral Oldekop, den Sta­tionschef Admiral Hansen, den Befehlshaber der Ausklärungsschiffe, Admiral Albrecht, und zahl­reich« Offiziere vertreten.

Am Sonntagvormittag fuhr der englische Admiral mit Stotionschef Admiral Hansen zu der Regatta hinaus, an der die englischen und deutschen Kriegs­schiffskutter teilnahmen. Abends nahmen die eng­lischen Gäste an dem Gartenfest der Kieler Segel- oereine teil.

Der Tote ist ein schweizerischer Staatsangehöriger mit Hamen 3ohonn 5uege; er ist 26 3ahre alt und hat sich bisher wohnungslvs umhergetrieben.

(Ein englischer Klub mietet den Zeppelin.

Der London Air Club in Hanworth hat das deutsche Luftschiff .Graf Zeppelin" für einen 24-Stundenflug um England gemietet, an dem jedoch nur di« Mitglieder dieses Klubs teilnehmen werden. Der .Graf Zeppelin" wird etwa zwischen dem 15. und 17. 3uli in England erwartet und zwar soll er so früh aus Friedrichs- hafen abfahren, daß er gegen 8 Uhr bereits in Hanworth eintreffen wird. Der Flug soll unter der Leitung Dr. Eckeners stehen, doch werden mit ihm auch die Kapitäne Lehmann, von Schiller und Flemming ein et. Aus dem Hinflug soll da- Luftschiff deutsche Passagiere nach London bringen, die während des Gnglandflu- aes des Zeppelin Gelegenheit -u einem Aufent­halt in London haben werden und anschließend wieder mit dem Zeppelin nach Fttedttchshafen zu- rückfahren können.

Zwei Todesopfer einer venzinexplosion.

3n der Gemeinde Einetschlaa in Südböhmen wurden vor dem Gebäude einer Derkaufsgenossen- schast von einem Lastauto Benzinfässer ab* geladen. Einem der Fässer, das offenbar schadhaft war, entftrömtc Benzin, und die sich entwickelnden Gose drangen bis zu dem Ofen einer in dem gleichen Haus« befindlichen Bäckerei. Es erfolgte eine heftig« Explo­sion. Obwohl die Kleidung des Chauffeurs in Brand geraten war, verlor dieser keineswegs die Geistesgegenwart, sondern sprang auf daS vor dem Hause haltende Lastauto und steuerte eS etwa 30 Meter weiter, wodurch ver­hindert wurde, doft die noch auf dem Lastauto befindlichen weiteren Fässer zur Explosion kamen. Der Chauffeur erlitt so schwere Brand­wunden, dah er jetzt mit dem Tode ringt. Zwei Arbeiter, die durch die Explosion ebenfalls schwere Brandwunden erlitten hatten, sind binnen kurzer Zeit ihren Derletzungen erlegen.

Aus der provinzialhaupistadi.

Dietzen, den 6. 3uli 1931.

Unser neuer Roman.

Nachdem unser RomanBrandung des Lebens" von Käte Lindner in der Samstagausgabe des Gießener Anzeiacrs" zum glücklichen Abschluß ge­bracht worden ist, beginnen wir In der heutigen Nummer mit der Veröffentlichung eines neuen Werkes, von dem wir glauben, daß es nicht nur den Bedürfnissen des Zeitungslesers im allgemeinen auf das glücklichste entgegenkommt, sondern daß cs auch der jetzigen Jahreszeit in besonders geschickter und gefälliger Form angcpaßt ist. Der neue Roman spielt nämlich zur sommerlichen Ferienzeit an der See, am sonnigen Badestrand und in den Dünen von Norderney-, er ist, wie uns scheint, gerade die richtige Sommer- und Urlaubslektüre. Er heißt:

Eva am Strand" von Hermann W e i cf.

Der Autor ist unseren Lesern nicht ganz unbekannt und, wie wir hoffen, noch in angenehmer Erinne­rung: wir brachten vor einiger Zeit imGießener Anzeiger" aus seiner Feder den RomanDie blonde Sklavin" zum Abdruck, der damals mit außer- ordentlichem Interesse verfolgt wurde und allge­meinen Anklang fand. Da der neue Roman des im ganzen Reich geschätzten und oielgelesenen Schrift- stellers Hermann Weick mit den gleichen vortreff­lichen Eiaenschaften ausgestattct und mit demselben frijchen Temperament geschrieben ist wieDie blonde Sklavin" und seine zahlreichen anderen Er­folgsromane, glauben wir zuversichtlich, mit dieser ebenso spannenden wie heiteren Liebesgeschichte am Strand unseren Leserinnen und Lesern eine an­regende Unterhaltung und willkommene Sommer- lektüre bieten zu können.

Daten für Montag, 6. Juli.

1415: der Reformator Johann Hus in Kon­stanz verbrannt: 1533: der Dichter Attosto in

Ferrara gestorben: 1853: der Hygieniker Max v. Gruber in Wien geboren; 1854: der Physiker Georg Simon Ohm in München gestorben: 1887: der Dichter Flex in Eisenach geboren.

Schlägereien

mit politischem Hintergrund.

Während die nationalsozialistische Versammlung gestern abend im Eafö Leib ruhig verlief, entftan- den nach der Versammlung an zwei verschiedenen Stellen der Stadt Schlägereien, die nach dem bisherigen Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen in beiden Fällen von Kommunisten verursacht wurden.

Die erste Schlägerei ereignete sich gegen 24 Uhr in der Kaiserallee, nahe der Wolfstraße. Dort be­fand sich ein kleiner Trupp SA.-Leute auf dem Heimweg, etwas weiter zurück folgten ihnen eine Anzahl Kommunisten. Don Passanten sollen die SA.-Leute durch Pfiffe auf die nachfolgenden Kom­munisten aufmerksam gemacht worden sein, so daß die letzteren ihre Aufmerksamkeit nunmehr den Pfei­fenden zuwandten. Hierbei stellten sie einen Stu- denken namens Wohlig zur Rede, der aber be­stritt, gepfiffen zu haben. Trotzdem fielen die Korn- munisten über ihn her und schlugen auf ihn ein, so daß er Verletzungen am Kopse erlitt. Zufällig auf dem Heimweg daherkommende Kriminalbeamte eilten dem Studenten zu Hilfe, befreiten ihn und stellten die Namen der an der Prügelei beteiligten Personen fest. Bei einem der kommunistischen Täter fanden die Kriminalbeamten ein offenstehendes Messer vor, das oolizeilich sichergestellt wurde. Der Ucberfallene flüchtete, erstattete aoer später Anzeige.

Die zweite Schlägerei spielte sich gegen 1.15 Ubr im Eeltersweg vor der Gastwirtschaft von Sol* dan ab. Dort hotten sich etwa 20 bis 25 Kommu­nisten angesammelt, die laut lärmten und in das Lokal einzudringen versuchten, dabei aber auf die Gegenwehr der Besucher des Lokales stießen. AIS kurze Zeit später ein Gast des Lokals heim­gehen wollte, wurde er von den Kommunisten angefallen und so bedrängt, dah er in das Lokal von Soldan zurücklaufen und dort Schuh suchen muhte. Runmehr liefen eine Anzahl Rational- sozialisten auf die Strahe heraus, wo sich im Handumdrehen eine heftige Schlägerei zwischen den Kommunisten und den SA.-Leuten entwickelte, bei der mit Stöcken, Schulterriemen und angeblich von beiden Seiten auch mit Messern gearbeitet wurde. Bei dieser Prügelei erlitten zwei Kom­munisten erhebliche Verletzungen am Kovse. so dah sie von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zu­geführt werden muhten, wo man sie aber nach Anlegung von Rotverbänden nach Hause ent­lassen konnte. Auf der Gegenseite wurde ein Arzt aus einem Rachbarorte durch einen Stich in den Unterarm verletzt. Die Polizei wurde von dem Vorfall erst in Kenntnis gesetzt, nach­dem die Schlägerei in der Hauptsache zu Ende war, jedoch hatten die Beamten noch allerlei zu tun, um die grohe Menschenansammlung zum Rachhausegehen zu bewegen. Verhaftungen wur­den bis jetzt nicht vorgenommen, die polizei­licher Ermittlungen sind noch im Gange.

OHV. und Notverordnung.

Die Ortsgruppe Gießen im Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Veroand nahm in zwei stark besuchten Versammlungen zur letzten Rotver- ordnung der Reichsregierung Stellung. Kreis- geichäftsführer Schroeder sprach über die Rordverordnung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitnehmer im allgemeinen, während das Mitglied des Derwaltungsausschusses des Ar­beitsamtes, Schwarz, die Aenderungen. die die Rvtverordnung für die ArbeitSlosenverfiche- rung bringt, behandelte. Der erste Redner gab, wie man uns berichtet, einen Ueberdlick über die Krise bis zur Rotvervrdnung. Er legte dann bat, dah diese Verordnung einen unsozialen Cha­rakter trage, der sich bei den Angestellten beson­ders bemerkbar mache.

Der zy>eite Redner entwickelte zunächst ein an­schauliches Bild der zahlenmäßigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit und erläuterte die durch die

letzte Rotvervrdnung gegebenen Aenderungen des ArbeitslofenverftcherungsgefetzeS. Diese Aende­rungen brächten in jeder Hinsicht Verschlechterun­gen, von denen aber insbesondere die Ange­stelltenschaft betroffen werde. Man hätte vieles gegenüber den Angestellten milder gestalten kön­nen. wenn man ihnen die vom DHV. geforderten Ersatzkasfen zur Arbeitslosenversicherung gegeben hätte

Einstimmig genehmigte die Versammlung nach lebhafter Aussprache nachstehende

Entschließung:

In zwei Dettammlungen nahmen die im Deuttchnationalen Handlungsgehilfenverband. Ortsgruppe Gießen, organisierten Kaufmanns­gehilfen zur Rotverordnung Stellung. Die Versammelten stellen fest, daß die Rotverordnung den Angestellten ungerechte Sonderbelastungen bringt. Die DHV -Mitglieder verschließen sich der Gegenwattsnot keineswegs, sie sind durch­aus bereit, innerhalb der Volksgemeinschaft Opfer auf sich zu nehmen. Wenn aber die letzte Rotverordnung ihnen <*ine so offensichtliche Schlechtcrstellung gegenüber anderen Volksschich­ten und Derufskreisen zumutet, so erheben sie hiergegen schärfsten Protest.

Bei der Ärifenfteuer werden die An­gestellten in einem Ausmaß von 50 bis 200 Prozent mehr belastet, alS die zur Einkommen­steuer veranlagten Pettonen mit gleichem Ein­kommen. Dieser unsinnigen Sonderbelastung fehlt jede haltbare Begründung. 3n der Arbeits­losenversicherung werden die Angestellten durch die Kürzung der Llnterstühungssähe noch mehr benachteiligt, alS dies bisher schon der Fall war, denn die geringen Unterstützungssätze, die sie erhalten können, stehen in einem unglei> chen Verhältnis zu den hohen Beiträgen, die sie auf Grund ihres Einkommens entrichten müssen. Der Wegfall der Rücksichtnahme auf Vorbildung oder frühere Tätigkeit bei der Zumutung von Pflichtarbeit trifft die Angestellten besonders hart. Der DHV. erwartet, daß die Reichs­regierung eine Aendxrung dieser besonderen Härten vornimmt. Daneben wird erwartet, daß eine erhebliche Besserung in der Tlnterstühungs- rcgelung für die untek 21 Jahre alten Erwerbs­losen eintritt und dah die Rückerstattungspflicht der Krisenunterstühungsbeiträge in Fortfall kommt, sowie die Möglichkeit der Lohnsteuer­rückerstattung wieder eingeführt wird.

Die aus der Tabakindustrie ausgeschiedenen Angestellten, denen man mit der Tabaksteuer- no'.vervrdnung im Dezember v.3. die Fort­zahlung ihrer Bezüge bis zu einer gewissen Höhe auf ein Jahr versprach, empfinden die Streichung dieser Unterstützung als eine große Üngercch': gleit. Sie erwarten, daß die Reichs­regierung diese Anordnung rückgängig macht, AU- mal die Zuwendungen an die Arbeitgeber nicht gekürzt sind.

Als unverständlich wird empfunden, daß die Reichsregierung mit der Rotvevordnung nicht ein Verbot der Doppelverdiener erlassen hat und dah durch Zulassung von Ersatzkasfen in der Arbeitslosenversicherung nicht von vornherein die empfindlichen Härten für die Angestellten gemil­dert worden sind.

Dem DHV. danken die Versammelten für sein Eintreten für die Belange der Angestellten. Sie sprechen ihm ihr volles Cßertrauen aus und bit­ten ihn, sich mit allen Kräften für eine Mil­derung der Hätten der Rotvervrdnung ein­zusetzen."

Vornotizen.

Ta geS ka lender für Montag: Schühenverein Gießen: Monatsmitgliederver­sammlung, 20.30 Llhr. Odenwälder Heimat­vereinigung 20 Uhr im Hotel Köhler. Licht­spielhaus Bahnhofstraße:Zwei Menschen".

21 u s dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, findet die 6. Vorstellung des Sommerabonnements statt. Die Intendanz hat das Ensemble Berliner Bühnenkünst­ler (Ernst Ludwig Franken, Lottina Baart und Curt Unser) zu einem nochmaligen Gast­spiel verpflichtet. Die Künstler werden sich diesmal in einerLustspiel-Revue" (Der unsichtbare Mensch"Der Biß" undNachts um 3 Uhr") vor- stcllcn. Auch für dieses Gastspiel gelten ermäßigte Sommerpreise. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr.

Zwei Menschen" im Lichtspiel­haus. Heute abend findet im Lichtspielhaus Bahnhofstraße die Premiere des FilmsZwei Menschen" nach dem gleichnamigen Roman von Richard Voß statt. Die Hauptrollen in diesem Tonfilm spielen Gustav Fröhlich und Char­lotte Susa. Aus die Vorführung dieses Films sei besonders hingewiesen. (Siehe heutige An­zeige.)

Unterhaltungsabend der Haus­frauenberatung. Rach einer Reihe von Veranstaltungen, die lediglich ernster Arbeit ge­widmet waren, veranstaltet die Gießener Haus­frauenberatung am Donnerstag, 9. Juli, im Casö Leib einen Hinterhaltungsabend, der im Zeichen des Humors stehen soll. Der Kcchtopf der Haus­frau soll diesmal nicht Kostproben spenden, son­dern alsZauberkroppe" dienen, aus dem die ver­schiedensten Ueberraschungen hervorgehen sollen. Räheres in der heuttgen Anzeige.

* Kein Ferienkursus de r LandeS- universität. Wie das Kultusministettum be­kanntgibt, fällt der von der Landesunivettität Gieftcm für die Zeit vom 20. Juli bis 1. August geplante Serienfurfud aus.

Straßensperre. Wegen Vornahme von Gleisarbeiten wird der Marktplatz zwischen Kirchen Platz und S ch u 1 st r a ft e für Mon­tag, 6. 3uli, und Dienstag, 7. Juli, für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt.

Iustizpersonalie. Ernannt wurde der Oberjustizsettetär bei dem Landgericht der Pro­vinz Starkenburg, Heinrich Dauer, zum ge­schäftsleitenden Iustizinspektor bei dem Amtsge­richt Lllrichstein mit Wirkung vom 5. 3uli.

Eine gemeine Tat wurde in der letzten Rocht in der Südanlage verübt. Dott wurde das Wetterhäuschen, das schon wiederholt von Duben- händen zerstört worden war erneut schwer heim- gesuchl. Es wurden zwei Scheiben und der Tem­peraturanzeiger völlig zerschlagen. Erfreulicher­weise, gelang es, einen der Täter bereits festzu­stellen, den Ramen des zweiten Rohlings hofft

die Polizei im Laufe des heuttgen Tage« noch ermitteln zu Fömvm. Hoffentlich wird den beiden Ucbeltätcrn ein gehöriger Denkzettel zuteil.

Walter-Flex-Abend. Der Bund Deutsche Zugendvereine.Stamm Langemarck', Gießen, veranstaltete am Freitag einen Walter-Flex-Abend, zu dem sich viele An­gehörige der Iugendbünde, viele Eltern der Zu­gendlichen und Freunde der Jugendbewegung ein­gefunden hatten. Ein Lied leitete den Abend ein, bet Stammesführer Richard Lenz hielt eine kurze DegrüftungSansprache. in der er auf den Sinn und Zweck des Abends hinwieS und von der Ougcnbbctrx-gunq als einer Bewegung sprach, die, nicht tot fei, wie man in manchen Kreisett unserer Bevölkerung anzunehmen scheine, sondern die in einer anderen Form weiter lebe, getreu deutschen Idealen. Ein Gedicht von Walter Flex,Deutsche Schicksalswende", leitete Über gu einem Dorttag von H. L. Huf na gel^-dtzr in klaren Ausführungen Wesen des

Dichter- der Deutschen Jugend Wäs-^r Flex und seine Dcdeutu^g für die deutsche Zuku.-ckt umrih. Im Anschluß daran brachten die Iun^xnannen. eine dramatische Skizze von Walter 51er zus Aufführung. DaS Stuck,Die Dauernführer" be­titelt, führte zurück in das Mittelalter, in dien Dauern krieg, in dessen Mittelpunkt die Gestalt^ eines ThomaS Münzer stand, dessen ttagifcheS Geschick ihn selbst und seine Dauern zum Unter­gang verdammte. In einfacher Form war daS historische Geschehen gestaltet, in frischer Leben­digkeit toiebergegeben und von den vielen Gästen mit großer Aufmerksamkeit ausgenommen. Der Abend war für die hündische Jugend ein schöner Erfolg.

Erweitertes Schöffengericht Gießen.

Vas Urteil im Ranstädter Prozeß.

Heute morgen wurde im großen Schwurgerichts­saal das Urteil im Ranftädter Prozeß verkündet. Don den dreizehn Angeklagten wurden lediglich zwei verurteilt. Der Arbeiter K. D. von EckOttsborn wurde wegen gefährlicher Körverver- leflung mit einer Geldstrafe von 30 Mark, Hilfsweise 6 Tagen Haft belegt, und der Arbeiter 6. E. von Ranstadt ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Monaten Gefäng- n i s mit bedingtem Strafaufschub bzw. öjähriger Bewährungsfrist verurteilt. Die übrigen Angeklag­ten wurden, da ihnen eine strafbare Handlung nicht nachzuweisen ist, sreigesprochen.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Nordmeerstörung hat sich weiterhin abgestacht und ist mit ihrem Kern bis zur Nordsee vorge­schritten. Ihre Vorläufer brachten uns in den gestri- gen Abendstunden länger anhaltenden Regen. Da an der Rückseite des Tiefs nunmehr kühlere ozea­nische Luft nach dem Festlande gelangt, so werden vereinzelt noch Niederschläge, aber mehr in Schauern auftreten, die teilweise mit Gewitter­störungen verbunden sind. Durch den Luftdruckan- stieg im Westen wird sich aber später die Wetter­lage mehr beruhigen.

Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, noch vereinzelte Schauer, zum Teil mit Gewitterstörungen, etwas kühler.

Aussichten für Mittwoch: Teils wol­kig, teils autheiternd, Rachlafsen der Störungs- tätigteit.

Lufttemperaturen am 5. Juli mittags 21,4 Grad Celsius, abends 19,0 Grad: am 6. Juli morgens 19,6 Grad. Morimum 22,5 Grad, Minimum 16,2 Grad. Niederschläge 7,5 mm. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juli abends 22,2 Grad, am 6. Juli mor­gens 20,0 Grad Celsius. Sonnenschelckdauer 2i Stunden.

Verantwortl. f. d. Feuilleton: i. D. Dr. Lange.

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