Ausgabe 
6.6.1931
 
Einzelbild herunterladen

Samstag, 6. Juni 1951

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 150 Drittes Blatt

Wandem und weisen Bäder und Sommerfrischen.

Reisefieber.

Don Hermann Linden.

Das ist die einzige Krankheit, nach der man sich sehnt. Ob ihr Verlauf kurz ist oder von langer Dauer, ob sie einen einmal im Jahr überfällt oder jeden Tag, das hängt nicht ab von den Erregern dieser Krankheit, das hängt ab von der Individuali- tat dem Beruf und der Börse des Betroffenen.

tbiefe Krankheit, ein süßes, prickelndes Fieber, vom Hirn bis zu den Fersen spürbar, wird infiziert vom Rauch einer oorüberfahrenden Expreßlokomotioe, vom Geknatter eines brüllenden schwebenden Aero- plans, den Gesprächen einer Automobilgesellschalt, die verstaubt, aber festlich erregt neben einem im Groh- «: sitzt, mitten in einer Länderfahrt begriffen, ugcnblick Eis essend, den fauchenden Wagen x oor der Tür.

Reisefieber heißt diese Krankheit. Ob sie olle Menschen der Welt trifft, weiß ich nicht; denn es kann sein, daß die Nordländer, die hinter Kingsbay wohnen, oder die Südländer auf der Insel Nias nichts 'bon ihr wissen. Wir aber, wir warten auf sie, genießen sie; sie ist die Ouvertüre zu der ein­maligen Seligkeit des Jahres, die dem arbeitenden Menschen in Fabrik und Kontor gegeben ist.

Langsam setzt es schon ein im April und im Mai, teigt Tag um Tag Grad für Grad, im Juli erreicht ein Thermometer den Siedepunkt. Die Symptome tos Reisefiebers sind innen und außen zu erblicken, bei Tag und bei Nacht. Die Wintersaison ist aus, der Sirenengesang der Ferne wird immer schwellen­der und verführerischer im Ohre.

Eine gewisse Art von Schaugegenständen hinter | den Ladenfenstern, eine gewisse Art von Plakaten und Prospekten werden in diesen Tagen zu Haupt- anziehungspuykten. Das sind die Schiffsmodelle, die Flugzeugmodclle, Reisegerät, Koffer, Sportanzüge; das sind die großen Plakate mit ihren heftigen Farben, auf denen die Palmen wehen, Tropenhüte blinken, Meere in Tiefblau glänzen, Städte locken mit prachtvollen Architekturen, herrlicher Höhen­lage, billigen und billigsten Pensionen.

*

Und man sitzt zu Hause über dickbäuchigen Kurs­büchern, über Landkarten, Familienrat wird ge- halten. Wohin? Womit? Welche Klasse? Ans Meer, in die Berge? Städte werden ausgesucht, Küsten, Berge, Züge werden bestimmt; es gibt keine Nacht mehr mit Schlaf vor der Reise. Die Familien sind in Auf- regung, Möbel werden mit Tüchern verkleidet, die Fcnsterjalousien für viele Wochen heruntergelassen. Das Dienstpersonal erhält seitenlange ausgeschriebene Instruktionen, was es zu tun hat, wie es sich zu verhalten hat, Instruktionen für hundert Fälle. Dann reist man ab.

Der Bahnhof ist überschwemmt vom Hochwasser der Reiseflut; Menschen, Koffer, Dienstmänner, Karren, Räder, flink und unaufhörlich schieben die Finger der Schalterbeamten die Fahrkarten durch die handgroßen Oesfnungen hinaus; auch das wird vergehen, denken sie mit Recht. Ein unaufhörliches Hin und Her, Gedränge, Geschiebe, Geschrei auf sämtlichen Bahnsteigen vom ersten Zug bis zum letzten Zug. Bäter mit sechs Kindern rudern vorbei, an jeder Hand drei; Zeitungen, Keks und Obst wer­den ausgeschrien.

Alle, die elf Monate gewirkt haben, gewartet haben, stehen mit hundert Grad im Fieber; für manche dauert es noch einige Zeit, aber sie sehen jetzt schon alles wie eine plastische Vision. Die Wiesen, in denen sie liegen werden, kletternde Falter im Gesicht, den Gischt der Wogenspitzen, in den sie von den Landungsstegen stürzen werden, und hun- dert ähnliche angenehme Dinge, die Gott der Herr zum Wohlwollen und zur Erholung der Urlauber gestiftet hat.

Kennen Sie die Eifel?

Don Bad Neuenahr bis Bad Bertrich.

Don Heinz Becker, Trier.

Die meisten Deutschen kennen die Eifel nut in Verbindung mit dem NamenNürburg- N i n g", Deutschlands berühmtester Autostraße. Gewiß ist der Nürburg-Ning in seiner ganzen Anlage einzigartig. Aber die Eifel bietet auch sonst viel und außerordentlich Sehenswertes.

Wenn man nach längerer Abwesenheit wieder nach der Eifel kommt, zum Deispiel von Bonn aus im Wagen die fast gerade Landstraße bis nach Vad Neuenahr, durch das reizende Ahrtal, das im ©oAmcr von vielen Fremden be­sucht wird, über Adenau nach Kelberg und von dort nach Ulmen weiterfährt, so kann man das immer wieder feststellen. Die Autostraßen in dieser Gegend sind wunderbar in Ordnung. Die Vewohner in ihrer Einfachheit äußerst zuvor­kommend. 2ch darf das ohne weiteres sagen; denn ich habe ganz Deutschland im Auto bereist und habe selten so Angenehmes in diesem Punkte erlebt, wie gerade in der Eifel.

Stellen, wie das Ulmener Maar, die drei Dauner Kraterseen, die Burgen von Mander­scheid, Neuerburg und Pelm, sind schöner und romantischer nirgends zu sinken. Städte, wie das verträumt im Walde liegende Prüm, mit seiner großen Abteikirche, hinterlassen immer einen starken Eindruck. Die langen Wege durch den Wald oder die Dulkangegenden von Gerol­stein bringen jedem, der Nuhe und Erholung sucht, angenehme Abwechslung. Ommer wieder aber stößt man auf die liebenswürdige Zuvor­kommenheit der Bewohner, die in hartem Kampf mit der Erde oft kaum das zum Leben Not­wendige dem Boden abringen.

Lieber die Männer und Frauen hier wurde schon viel geschrieben. Ich erinnere nur an Clara DiebigsWeiberdvrf". Der Autofahrer wird |

diese Dörfer immer wieder in der Eifel finden. Aber auch die Eisenbahn bringt uns in die male­rischsten Gegenden.

Die Preise in den Hotels sei es Prüm, Gerolstein, Daun, Manderscheid, Neuerburg sind mäßig und geben auch dem kleinen Mann, der heute rechnen muh, Gelegenheit, die Schön­heiten der Eifel kennen zu lernen und sich dabei recht gut zu erholen. 2ch bin überzeugt, daß das gerade in der heutigen Zeit ausschlaggebend ist. Die Ortsbürgermeistereien, denen gleichzeitig das Verkehrsamt angegliedert ist, geben bereit- willigst Auskunft.

Die Autofahrer, die nach der Eifel kommen, erreichen in ein bis zwei Stunden jederzeit den Nhein oder die Mosel. Und hier gibt es ja wieder soviel Neues zu schauem daß auch der verwöhnteste Geschmack Abwechslung findet. Menschen, die Einsamkeit und gute Unterhaltung suchen, denen empfehle ich das kleine entzückende preußische Staatsbad Bertrich in der Eifel oder, wie es als Postanschrift bekannt ist bei Bullay a. d. Mosel. Hier findet der Kurgast die modernsten Kuranlagen und all das, was man eben von einem Bad verlangt. Die Heilquellen in Bad Bertrich sollen in der Wirkung denen in Karlsbad gleichkommen.

Mit Absicht habe ich das Märchengebiet um den berühmten Laacher See mit der Geno­veva-Burg in der benachbarten Stadt Mayen hier nicht erwähnt. Denn ich bin überzeugt, daß diese Gegend den meisten Deutschen doch wohl bekannt ist. Für den Fall aber, daß dies nicht 8utrifft, kann man auch dies noch mit dem Aufenthalt in der Westeifel verknüpfen.

Wanderfahrten.

Lollar Staufenberg Totenberg Allendorf.

Auf dieser Wanderfahrt zeigt uns die vom VHE. Gießen angelegte rote Punktmarkierung während der ganzen Strecke den Weg. Wir durchschreiten vom Bahnhof Lollar den Ort, gehen auf aussichtsreicher Straße über den Staufenberg, hierauf zunächst durch freie Gegend, später durch prächtige stille Waldungen weiter. Ohne unterwegs menschliche Siedlungen zu treffen, kommen wir an dem, etwas abseits vom Wege gelegenen Heidekönigsgrab vorbei, gehen ein großes Stück an der preußisch-hessiAen Grenze ent­lang und gelangen in den schönen Walddistrikt Mai­strauch. Nach geraumer Zeit beginnt der Aufstieg zum 356 Meter hohen, mit einem Ringwall umgebe­nen Totenberg, von dem wir einen entzückenden Rundblick haben. Die Zeichen führen uns hinab nach dem freundlichen Lumdastädlchen Allendorf, von wo wir über Lollar heimfahren. Wanderzeit 4XA Stun­den.

Stak. Friedeihausen Altenberg Salzbödetal Fronhausen.

Don der Haltestelle Friedeihausen überschreiten wir die Lahnbrücke, gehen durch Odenhausen, um den, hinter dem Ort aufragenden 297 Meter hohen Alten­berg zu besteigen. Die kahle Fläche des Berges ge­stattet eine umfassende prächtige Rundschau. Wir gehen sodann in westlicher Richtung auf den Wald zu, um an dessen Rande abwärts und bann rechts durch ein Tütchen nach dem Dorfe Salzböden zu gelangen. Wir sind nun in dem von Bergen ein- geschlossenen lieblichen Salzbödetal, das wir aufwärts wandern, um bei der anmutig gelegenen gastlichen Schmelz den Bach zu überschreiten. Schwarze Kreuze führen uns von hier weiter talaufwärts 'an der Rauchmühle vorbei zur malerisch gelegenen Stein- furtsmühle. Hier verlassen wir das schöne Tal und gehen auf einer breiten Straße über Ober-Walgern nach unserem Endziel Fronhausen. Wanderzeit etwa 3% Stunden.

Eine Sondernummer (Heft 5, 1931) der be«. kannten HeimatzeitschriftVolk und Scholle", Verbandszeitschrift des Hessischen Verkehrsverbandes, ist Bad Salzhausen und Nidda gewidmet;, ein gründlicher Kenner der Materie Geheimrat R ö m h e l d in Nidda schrieb über beide Orte zwei vortrefflich und umfassend orientierende, mit zahl- reichen Bildern geschmückte Abhandlungen, die über alles (besonders auch für den Kurgast und Sommer­frischler) Wissenswerte von Salzhausen und Nidda übersichtlich berichten; auch die übrigen Beiträge des Heftes sind auf das Generalthema abgestimmt:Ro­land Krug von Nidda" von Earl Köbrich;fiiebig und die Salzsäurefabrik zu Salzhausen" von Ernst Berl;Das Liebig-Zimmer in Bad Salzhausen" von Robert Sommer undDer Kurpark von Bad Salz­hausen" von Jakob H. Becker.

3688 V

Erholungsheim,,Eichboi, LauterM

(Hessen)

Strecke GießenFulda

NIEBÜLL

beste Erholung und Genesung

3077 D

Pension Höhner

3669 D

[3699D

Besitzer: J. H. Kübel.

PROSPEKTE UND AUSKÜNFTE DURCH DIE BADEVERWALTUNGEN UND ALLE REISEBÜROS

Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Gpschäftskarten bei Brühl, Schulstraße ?

10 Min. von Bad Salzschlirf, am Südostabhang des Eichbergs, mit großen in die Waldungen des Eich­bergs übergehend. Parkanlagen, macht einen Aufent­halt einzig idyllisch. Einzel- u. Familienzimmer zum Preise von tägl. RM. 4.- bis 5.- pro Person einschl. Pension. Neuzeitl. Schwimmbad in nächster Nähe Herrliche, ruhige, sonnige Höhenlagen sichern

Empfehlungen

von

Bädern und

Sommer­frischen finden durch den GießenerAnzeiger beste Verbreitung.

Der ideale Luftkurort

LICHTENBERGS im Odenwald

Privatpension WalM üieÄ'

Luftkurort / Besitzer: E. Haaf

nimmt Gäste zumTagespr.v.Mk.4.50 auf

Kämpen auf Sylt das Nordseebad der guten Gesellschaft Bilderreicher Prospekt kostenlos durch das Verkehrsamt Kämpen

Hordfrieslantk Mevdseeimelbäder

ruhiges Haus, bekannte gute reichh. Verpflegung

Pension Mk. 4.-, ab 15. Juli Mk.4.50

4 Mahlzeiten, garn. Frühstück neuzeitliches Strandbad

SYLT

KAMPE N KEITUM WENNINGSTEDT WESTERLAND

Römlinghofen Post Oberkassel a. Rh.

Luftkurort Partenstein im Spessart (Bahnstation), 15 Bahnminuten von Heigenbrücken)

Hotel und Kurpension Rietz 3248 v wundervoll gelegen. Idealster Sommeraufenthalt, inmitt. herrl. Wälder. Reiz. Fremd.-Zimm. Fließ, warm. u. kalt. Wass. Zentralh. Bäder i.H. Bek. vorz. Küche. Volle Pension mit Nachm.-Kaffee Mk 4.50 u. 5.. Auloh. Verlang. Sie Prospekte. Tel. Frammersbach 35. Referenz: Dr. Fritz Bock.

fl flaa£X IlftükiiMM Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aassicht Marburgs scnion-GatB marnurg

Mittwoch: 5-Uhr-Tanz-Tee 3572d

Kloster Arnsburg ^/«Stunde Waldweg vonLich. Sehenswerte Ruine u. Barockbauten. Beste Bervflegung lermäßigie Preise) und Sommerfrische im 33 d Gasthaus Thörner.

Omnibus Sonntags: Gießen lLudwigS- vlayl ab 13.49, Arnsburg ab 18.15 Uhr.

'Bad Satdtausefröfate^

Bewährte Heilquellen / Schoner alter Park Preiswerte Pauschalkuren Auskunft: Hessische Badedirektion

Sommerkur für 3563V W Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spezialknranstalt Bolhelm Im Taunus bei Frankfurt a. M. Prospekte durch San-Ral Dr. M. Sdiulze-Kableyss. "ar W

muM

NEBEL-NORD DORF-WITTDON

Prospekte durch Hotel-Pension.Schloß Lichtenberg Höhenluftkurort Herbstein GaathauaHessischer Hof Sommerlrische

In schönster Höhenlage des Vogelsberges.

Ringsum Laub- und Nadelwälder, Badegelegenheit in 2 Seen. Veran­da und sonnige Liegeterrasse mit herrlich. Ausblick. Luftige, saub. Zimmer und gepflegte, anerkannt gute Küche. Pensionspreis 4 Mk.

NIEBLUM

WYK

FOHRV

Es handelt sich um eine DarinKranKheit,

die auf den Feldzug zurückzusühren ist u. bei der eigenartiger Weise

Ihr BonisaztuS bis jetzt

glänzend geholfen hat."

Näheres über Haustrinkkurcn mit dem

Salzschlirfer Bonisaziusbrunnen

durch

Niederlage von W. Stoll bet Wilhelm Michel Walltorstrahe 71 / Fernruf 2479 1O29V

Otto Klein & Co. G. m. b. Mtneralwassergrohhandlung. Frankfurt a. DL Hauvtgüterbahnhof, Fernruf 75454 u. 75455

Auskunft,Führer Unterkunft d.dle örtl.Verkehrsver. e ne u. Verkehrs­verband f. d.Lahn SitzLimburga.L. Werner, Senger- str. 5, remr. 895

Braunfels

Niederlahnstem Bad'tms Bad.-Nqsseu Obernhof

Limburg

Seht Schaum bürg HSM

DL

I Weilburg

Nordseebadlnseljaist

Das vornehme Familienbad der Nordsee

17 km langer, sehr breiter,reiner felnnandlger Natur­strand, ohne Buhnen u. Bauten, der innerhalb von 13 Minuten von allen Häusern erreichbar ist. Mäßige Pen­sionspreise. Kurkarteninhaber: Kalte Seebäder kostenlos; warme Seebäder Erwachsenei Mk.,Kinder 50 Pfg. Neuerbaute große moderne Lesehalle mit Schreib­nische, Rauchzimmer u. Zentralheizung. Unterhaltun­gen: Reitsport, Tennissport, Tennisturniere, Konzert, Reunions und Kinderfeste. Frequenz 12000. Prospekte durch die Badeverwaltung und Reisebüros. 3116 V

<j£elb ?- WtfdSßßbxid nicht teutetf als Xu 'faßtuSz

Keine Kurtaxe Sandstrand, Grünstrand, Wettlaufen Sehr wichtig: Schlick gegen Gicht, Rheuma, Ischias, Frauenleiden usw. Werbeschrift durch Badeverwaltung