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6.3.1931
 
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Zreitag, 6. März (931

181. Jahrgang

Ur. 55 (Elftes Blatt

GietzeiierAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dn'tf vnb verloy: vrühl'sche Universiläir-Vuch- und Steinöruderel L £an?e in Gietzen. Sdjriftleitung und Geschäftsstelle: S^uIHraM 7.

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Dr Friedr Wilh Lange. DerantwortUch sür Politik Dr Fr Wilh Lang«, für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biegen

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5ernforechonfchlüfse anter5ammelnumm«r2251 Anichrrfi rüi Drohtnoch- richten Anzeiger AieNea. potzschecktonto: gto^ffurtam Main 11686

Dr.

glaube auch im Hamen eineß großen Teiles der Arbeitslosen zu sprechen, die sich diese Art und CEeife der Beschimpfung des christlichen Glau« bene gute ; und der christliäen Sitte nicht länger gefallen la fen wollen. Sie (zu den Kommunisten) tonnen sich organisieren und sich auf gesetzlicher Grundlage bewegen, um die Verbesserung der Lage der Arbeitslosen zu erreichen, aber hier geht es ja um etwa s ganz anderes. Ich werde an die Länder das Ersuchen richten, mit allen Mitteln dieser erbärmlichen Verhetzung in den Gottlofenabendrn ein Ende zu bereiten. (Hände- tlat'chen Großer Lärm bei den Kommunisten.) (Ordnungsruf be3 Präsidenten.) Wir werden mit aller Energie einschreiten gegen diese Unkultur. (Erneuter Beifall.)

Fortsetzung der Aus'prache.

Abg. P e tz o l d (WP.) betont, daß das Reichs- gesundheitsaint mit der Fertigstellung der Aus- führungsbesli nmungen zum Lebensmittel- geseh eine ungeheure Arbeit übernommen habe. Die Praxis komme gegenüber der Wissenschaft zu schlecht weg. D.r Arzneimittelgeseh­en twurs finde nicht die Zustimmung der 3n- dusir.e. des Handels, der Ac.zte und anie.er Kreise, weil er einen Fortschritt gegenüber der letzten Verordnung nicht bringe, sondern nur die Belange der ApothekÄi schütze. 3m Opium- geseh seien die Belange der Aerztr und Apo- theler nicht genügend beachtet worden. Die Kür­zung der Mittel zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche sei zu widersprechen.

Abg. Dr. Strathmann (Ehr.-Soz.) bean­tragt die Bewilligung von 330 000 Mark für die Bekämpfung von Tuberkulose- und Geschlechtskrankheiten und 5 0OCOMark für die Beiampfurg der ^rlioholschäden. Weiter beantragt c. die Streichung der Stelle die Reichskunstwartes und die Erhöhung der Mittel für die studentische Wirt- schaftsbeihilse auf 2 830 000 Mark. Der Redner protestiert bann gegen die Verlegung der Gottlosenzentrale nach Be lin. Der Kul­turbolschewismus sei leider fein Schlag­wort, sondern eine sehr ernste Gefahr für die menschliche Gemeinschaft. Der 3nnenm n.ftcr möge sich in seinem Kampf gegen diese Befirebungen nicht durch Scheineinwände beirren lassen; wie den Einwand, der Kamps gegen solche Bestrebungen dürfe nur mit gei­stigen Waffen geführt werden. Rein, gegen diese Art der Rei gionsbekä...pfung müssen d i e st a a t- lichen Machtmittel angewendet to.r- den, auch das Machtmittel des Verbotes, wenn es nicht anders geht. Daß in Preußen noch eine gegen die christliche Kirche gerichtete säku- laristische Poetik möglich ist, dafür trägt auch das preußische Zentrum einen großen Teil der Verantwortung. Die Verschmelzung von. Christentum und Volkstum wird neuerdings ge­stört durch eine Art völkischen Natura­lismus. 3n Rosenbergs nationalsozialistischem Programmwerk wird die Gedankenwelt des Chri­stentums vollkommen abgelehnt. Rosenberg lei­stet sich darin den ungeheuerlichen Sah. das Sündengefühl sei nur eine Begleiterscheinung völkischer Bastardierung. Zynisch-spöttische Be­merkungen gegen das Chr.stentum finden sich auch in den Schriften anderer nationalsvzia- listi'ch^r Führer.

Abg. Dr. Winschuh (D.Stp.): Man muß dem Minister dankbar dafür sein, daß er auf die Gefah­ren des Kulturbölschewismus hingewiesen hat. Kul- turkrilik ist notwendig, aber sie darf nicht lediglich zynisch und skeptisch alte Kulturwerte herunter­reißen, ohne neue Normen in den Leerraum zu stellen. Es hat sich ein S a l o n b o l s ch e w I s m u s und Smoking-Kommunismus breitge­macht, von dem sich leider auch sehr repräsentative Vertreter der deutschen Literatur nicht fernhalten. Das zeigt sich in sehr bedenklicher Weise an dem neuen WerkDie große Sache" von Heinrich Mann. Dieses Werk des Präsidenten der Sektion für Dichtkunst an der Staatlichen Akademie in Preußen enthält Stellen, über die man den Kopf schütteln muß. Der Redner beklagt in seinen weite­ren Ausführungen die Notlage des akade­mischen Proletariats. Die Ued er Pro­duktion an Akademikern belaste auch in gefährlicher Weise die Staatsfinanzen. Die Schul­reform müsse das Ziel verfolgen, den über­mäßigen Zudrang zu den Universitä­ten einzuschränken. Schon in den unteren Schulklassen muß stärker ausgekämmt werden, damit schon da die Unfähigen rücksichtslos ausgeschaltet und nicht bis zur Universität mitaekchleppt werden. Die Voraussetzung für alle diese Reformen sei die volitiskbe und wirtschaft­liche Gesundung Deutschlands. Die Wirt­schaft muß so organisiert roe-ben, daß sie möglichst viel Hirne und Kövse bef+äftigen kann. Demi ge­bärt auch eine Lohnpolitik, die nidit den Unternehmer da-u reit. den unbequemen Arbeiter durch eine Maschine zu ersehen. Die 3uoe"b mUtt darüber a'-kne''-t merken, daß ihre Zukünfte-, nu«fi*ten nicht bei sozialistischen Erperimenten He­gen, sondern b e j einem sozialen Kapita­lismus. .. Ä

OVba. Frölich (Soz.3 macht tne Deull^? Dolkspartei dafür verantwortlich, daß der Mi­nister Dr. Wirch den Vergleich mit Thüringen

tic zu den schwebenden politischen Fragen, in5- be'rudere der Haltung zum Wehretat und zum Bau des Panzerschiffes .B", Sie wird ihre endgültige Haltung v>n den allgemei­nen politischen Erwägungen und von den Entscheidungen über di' sozialpoliti­schen und finanzpolitischen Anträge der Sozialdemokratie abhäng g ma. en. Der Schwerpunkt der heutigen Ber.a blun c.i zwischen den Soz aldc.nokraten und dem Reichslab nett lag in einer Besprechung der Steuersa^)verständigen. Cs handelte sich dabei um de Frage, ob c3 mög­lich ist, in F)rm von Steuerzuschlägen aus di «höheren Einkommen undVer- mögen eine Verständigung über eine Art , Wehrbeitrag zu finden, durch den das Pan­zerschiffB finanziert werden könnte. 3n f.z al» demokratischen Kreisen verlautet, daß beim Zentrum eine gewisse Geneigtheit für die e Gedankengänge bestehe. Dagegen finden fie inder Fraktion der Deutschen Dolk s- partei scharfe Ablehnung, die auch in der Fraktionsiihung heute abend, zum Aufdruck kam. Rach 3nformationen von sehr gut unterrich­teter anderer Seite sind die Aussigen für eine Verständigung auf dieser Bas s recht gering. Der Kanzler selbst dürfte Wert daraus legen, unter allen Umftänben ein langes Feilschen um Zu,e- ständnisse zu vermeiden. Es ist wahrschein­lich, daß er den Sozialdemokraten schon morgen in diesem Sinne seinen Siandpunkt betanntgut. Man glaubt, daß die Sozialdemokratie, wenn es zu der entscheidenden Abstimmung kommt, s.ch entweder der Stimme enthalten oder aber der Ab­stimmung sembleiben wird.

die Abmachungen des Staatsministers Baum nicht gebunden fühlen. Dr. Frick erklärt in Der- fammlungen, solange das Reich Tribute zahle, gebe es keinen Frieden zwischen Thüringen und dem Reich. Der 3nnenmini|ter als Vers ass ungs- hüter muß endlich gegen die Dersassungsseinde von rechts energischer vorgehen.

Weitcrberatung Freitag.

006 Panzerschiff B.

Tie Haltung Der Lozialdcnw.raten.

Berlin, 5. März. (DDZ.) Die sozialdemo- fratifdx Reichs ag sfraltion veröffentlicht über eine mehrstündige Frcntionssihung, die s.e heute avenb abhielt, folgendes Kommunique: D e sozialdemo- kratische stieichstag.fraktion beschäftigte sich am Donnerstag mit der Haltung der Sozialdemokra-

abschließcn muhte. Dr. Frick Hube erklärt, Wirth habe sich zum Anwalt der Betrüger und Verräter gemacht. Die Doils^ar.ei habe sich in Thüringen allen Forderungen der Rational- sozialisten gefügt. Trotz des Vergleichs werde die thüringische Polizei immer stärker mit Ra­tionalsozialisten durchsetzt. Die Rationalsozialisten erklären offen in ihrem Organ, daß sie sich an

Minister Wirch gegen den Kuliurbolschewismus

Innenpolitische Debatte im Reichstag. Scharfe Kritik am Kurs Wirth. Front gegen den kommunistischen Religionsfeldzug.

Ser französisch-belgische Milärpakl.

Oer Gozialistenfuhrer Vanderoelde, ein Unterzeichner des Versailler Vertrags, verlangt seine Revision.

Weingartner darf nicht in Paris dirigieren Hetze gegen einen deutschen Künstler.

Paris, 5.März. (TU.) Der berühmte Dirigent Felix Weingartner wollte in nächster Zeit i n Paris zwei Konzerte geben. DerFi­garo" benutzt diese Gelegenheit, um gegen den deutschen Dirigenten zu Felde zu ziehen und findet hierzu kein besseres Argument, als ihm franzo- senfeindliche Haltung während des Krieges (!) oorzuwerfen. Unter der Ueberschrift Unerwünschter Besuch" erklärt das Blatt zunächst, Weingartner habe vor dem Kriege in Frank­reich eine zweite Heimat gesunden. Seine Gastrollen seien stets mit größter Be­geisterung aufgenommen worden. Man habe ihm sogar eine französische Auszeich­nung verliehen. Trotzdem habe er es für nötig gehalten, die bekannte Kundgebung derdeut- schen Intellektuellen vom Fahre 1914 mit zu unterzeichnen. Da bisher keinerlei Beweise dafür erbracht seien, daß er inzwischen seine Hal­tung geändert habe, dürfe er sich nicht wundern, wenn sein Austreten in Ppns eine heftige feind­liche Beweguna gegen ihn auslöse. Die Hetze des nationalistischen Blattes hat Erfolg gehabt. Auf Grund eines Offenen Briefes, den der natio- naliftische Abg. Taitttnger an den Minister­präsidenten Laval gerichtet hat, um gegen das Gastspiel Weingartners in Paris zu protestieren, hat der Ministerpräsident eine Unterredung mit Außenminister Briand gehabt. Nach Schluß der Besprechung erhieU der Polizeipräfekt oon Paris die Anweisung, der Bereinigung der Pas-de-Loup- Konzerte mitzuteilen, daß die beiden vorgesehenen Weingartner-Konzerte nicht stattfinden dür­fen. Weingartner, der 1863 in Zara, Dalmatien, geboren ist, ist übrigens nach dem Kriege italieni­scher Staatsangehöriger. Er war als Dirigent in Königsberg, Danzig, Hamburg Frankfurt und Mannheim tätig, bevor er 1891 nach Berlin be­rufen wurde. 1898 ging er nach München, 1907 wurde er Direktor der Hofoper in Wien. Seit 1927 lebt er in Basel als Dirigent der Allgemeinen Mu­sikgesellschaft und Direktor des Konservatoriums.

Der sozialistische Populaire weist als ein­ziges französisches Blatt darauf hin, daß das duldsame Deutschland französische Künstler, die während des Krieges aus ihrer starken deut.chfeindlichen Gesinnung fein Hehl ge­macht hätten, gastlich aufnehme.Ex­cel sior" stellt lediglich fest, daß Weingartner erst vor kurzem in Straßburg dirigiert habe, ohne daß seine Anwe.enheit auch nur den gering­sten Protest hervorgerusen habe. Die Ge.eUichafk der Pa.deloup-Konzerte kündigt dem Publikum an, daß die beiden derte infolge der Presse­kampagne abgesagt würden, da die Gesellschaft nicht die Verantwortung für unl.ebfa.ne Zwischen­fälle übernehmen wollte.

Briand verteidigt Frankreichs Sicherheit.

Tcr Autzenmtnisier als Kandidat für Die PräfiDents . aft?

Paris, 5. März. (TU.) Der französische Senat beschäftigte sich mit der Ratifizierung des allgemei­nen Schiedsgerichtsabkommens sowie dem Beitritt Frankreichs zum ständigen internatio­nalen Schiedsgcrichtshof im Haag. Briand er­klärte, die Ratifizierung der Schiedsgerichteabkom­men sei sicherlich eine wagemutige Handlung. Frank­reich dürfe aber den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, die e r st e Macht zu sein, die der Organi­sierung der Schiedegerichtsbarkeit zustimme. Die französische Regierung habe noch nie die Sicher­heit Frankreichs aus dem Au g e ver­loren. Er persönlich habe noch nie die nationale Derteidigung vernachlässigt. Dem Kriegeminifter und dem Marineminister habe er gesagt: Ich verlange oon Ihnen nichts, was die Sicherheit unseres Lan­des bloßstellen könnte. Frankreich habe jede G e - legenheit w a h r g e n o m m e n , um seine Rüstungen herab zu setzen. Es habe seinen Militärdienst um Zweidrittel herabgesetzt und seine

schuldigen behandelt. Dieses sei ungerecht und falsch, da Deutschland nicht allein Schuld am Kriege habe, sondern auch andere Regie­rungen einen Teil der Verantwort­lichkeit trügen. Aus den Bänken der Liberalen und Katholiken erhoben sich daraufhin lebhafte Proteste. Vanderoelde gab zu, daß Deutschland Belgien gegenüber direkt am Kriege ver­antwortlich sei. Der Versailler Friedensvcrtrag müsse jedoch revidiert werden, insbesondere, was die Gre nzziehung anlange Die Zusam menarbeit Englands, Frankreichs und Deutschlands sei für den Frieden Europas unentbehrlich. Dio größte Gefahr für den Frieden sei im Augenblick die Angst, die die Regierungen zu Rüstungen veranlasse. Belgien sei das einzige Land, dessen Militäretat heute höher sei als vor dem Kriege. Der deutsche Reichswehrctat erscheine mit 5,6 Milliarden Franken s e h r klein gegenüber dem französischen Militäretat von 20 Milliarden. Deutschland werde augenblicklich oon einer schweren Krise geschüttelt, und die deut schon Sozialisten befänden sich in der schwierigen Lage, entweder für den Weyretat zu stimmen oder die bürgerliche Regierung zu stürzen.

B e r l i n, 5. März (DDZ.l 3m Reichstag wird die zweite Beratung des Haushaltes des Reichs­innenministeriums so.'tgesetzt

Abg.3S ch m l b - ®liifellori lDVP.I b.'tont, daß die politische Ge amtbatung des 3nnenministers Dr. Wirth mit d.n Anschauungen der D .utschcn Dolkspartei keineswegs überein stimme. Wenn die Partei in bie^m Augenblick d>e poli­tischen ftonfequei zen nicht ziehe, bann fei basür bie Rücklicht auf die politvche Lage und die P e r - fönlichkeit des Reichskanzlers maß­gebend. Der Thüringer Polizeikostenstreit hab' zu einer nur mühsam verhüllten Riederlage des Mi­nisters geführt. Gegen ein ähnliches Vorgehen in Braunschweig habe die Dolkspartei rechtzeitig beim Reichskanzler intervenieren können. Ander­seits habe der Minister bei der Aufklärung ge­wisser Dvrloistmnisfe in der preußischen Polizei außerordentliche Zurückhaltung beobach.et. Eine wirkliche Wahlreform bür'c an den Grund­fragen des Wahlalters und des Derhä:tniswahl- shstems nicht vorübergehen. Praktisch laufe der Entwurf auf eine Mundtvtmachung der bürger­lichen Mitte hinaus. Der Redner verlang, daß der kommunistischen Gefahr nachdrück­licher entgegengetreten werde. Zum Rational- f v z i a l i s m u s erklärt er, daß man die glühende nationale Leidenschaft und b e ideellen Momente in bie,er Bewegung nicht verkennen könne. Sie sei zubem eines ber festesten inneren Bollwerke gegenüber dem Ko nmunismus. Den gegenwär­tigen politischen Zustanb in Preußen empfinde die Deutsche Dolkspartei als unerträglich. Sie werde sich deshalb nachdrücklichst für bas vom Stahlhelm eingeleitete Volksbegehren ein­setzen.

^eichöinnenminister Dr. Wirth:

3ch habe die Polizeigeldersperre ge­gen Thüringen aufgehoben und bin des­wegen von links und auch von einem Teil der Mitte angegrifjen worben. 3ch habe es getan, nachdem in dem Vergleich mit Thüringen uns der thüringische Staatsminister Baum die nötigen Zusicherungen gemacht hat. Die Herren von der äußersten Rechten haben die Flucht aus der Politik vollzogen, ein Kollektivschritt, wie er nur im Dolk der Dichter und Denker möglich ist. Das sinnlose Gerede von einem Bürgerkrieg ist geeignet, die schwere Wirtschaftskrise noch zu verschärfen, unter der unser Dolk leibet. Es ist nun der phantastische Plan erörtert worden, ein Parlament der nationalen Oppo­sition in Weimar aufzumachen. Wenn die Herren der nationalen Opposition zusammen­kommen wollen, so haben wir nichts dagegen. Dazu stehen ihnen auch die Säle im Reichstag zur Verfügung. Etwas anderes ist es aber, r e m Herr Dr. Frick als Minister eines Landes vor die 3ugenb hintritt und mit dem Gedanken eures Gegenpar.aments in Weimar spielt. Wenn dieser Geranks zu vorbereitenden Handlungen führen sollte, fo wäre das eine revolutionäre Ta t, und gegen diese revolutionäre Tat muffe das eingesetzt werden, was als Reichsexekution schon einmal gegen Thüringen eingesetzt worden ist. Man sollte in Thüringen darauf achten, baß nicht die Grenze überschritten wird, über beten Einhaltung die Reichsregierung zu wachen hat. Cs wäre gu wenn Abg. Schmid eine Ex- pedi ion nach hürinzen unternehmen würde, um bie Herren bot. .n diesem Sinne zu ermahnen. Wenn die Krise des Parlaments nicht zu einer Staatskrise werden soll, dann müssen wir mit einer Wahlreform vorgehen. Wenn wie sie so machen sollen, daß keine der jetzt bestehenden Parteien davon Schaden zu erwarten hat. bann würden wir niemals die Wahlreform zustande bringen. .

Die Polemik des Abg. Schmid gegen bie Aus- wüchse ber nationa sozialistischen Ag a.ion war etwas kurz geraten. Was sich hier an sogenann- kern Reuen regt, ist doch recht bedenklicher Ratur. Der nationaliozialistisch-e Führer Rosenberg schreibt in einem dicken Wälzer, die 3bee der na­tionalen Ehre vertrage keine gleichwertige Kraft neben sich, weder die christliche Liebe nach bie Humanität, noch die römische Philosophie. Dre,es geschundene, geplagte deutsche Dolk bedarf doch wirklich der christlichen Barmherzigkeit, bve von den Ratior.alsozialisten abgslehnt wird. Was in den nationalsozialistisch vnihetzten Kreisen der Studentenschaft sich bei so D eien Gelegen­heiten zeigt, das ist nicht frischer 3ugendgeist, son­dern eine Derrohung, die mit deutschem Kultur­gut nichts zu tun hat. (Sehr toajr!) Es ist drin­gend notwendig, Sie Schulen und Universitäten wieder zu entpolitisieren.

Der Minister wendet sich dann scharf gegen die k i rche nfeindliche Agitation der Kommunisten und kündigt b.e Anwendung der staatlichen Machtmittel gegen solche Propa­ganda an. Wenn gerade in den letzten Wochen in steigendem Maße in den sogei annlcn Gottlosen­abenden Priester im Ornat mit dem Kreuz nicht nur schmählich behandelt werden, sondern ihnen alles herunlergerissen wird, so muß ich schon sa­gen, daß unsere bis erigen gesetzlichen Bestimmun­gen n ich t genügt haben, um die en Auswüch­sen barbarisch« Roheit entgegenzutreten. (Lärm bei den Kommunisten.) Das uns vorliegende Ma­terial umfaßt Angriffe gegen alles, was an re­ligiösen Werten überhaupt vorhanden ist. Och

Brüssel, 5. März. (TU.) Bei der Beratung des Haushalts des belglschen Außenministeriums in der bclgijdjen Kammer erklärte der Führer der Christ­lichen Demokraten P o u 11 e t, daß die Ausführun­gen des Außenministers Hymans über das belgisch- französische Militärablommen seine Billigung fänden. Er sprach sich gegen die einseitige Abrüstung Belgiens aus. Der Sozialistenführer Bänder- o e l d e erklärte, es sei wünschenswert, das fran­zösisch-belgische Militärabkommen aufzuheben, um Mißverständnisse, in der öffentlichen Meinung zu vermeiden. Er sprach sich jedoch für eine Zusammenarbeit der General st äbe aus, die jedoch nicht ausschließlich zwi­schen Frankreich und Belgien vorgesehen sei und nicht gegen ein einziges Land gerichtet fein dürfte. Als Vanderoelde sich der Frage der Re­vision der Friedensoerträge zuwandte, wurde er von den katholischen Konservativen und Liberalen lebhaft unterbrochen. Er erklärte, daß der Versailler Friedensvertrag Deutschland gegenüber ungerecht sei, insbesondere, was die Kolonial­frage, das Saargebiet, die Ostgrenzen und das Söldnerheer anlange. Man habe Deutschland nicht nur als besiegtes Land, sondern als K r i e ß s