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weil sich verschiedene Jnteressentengruppen ge­rade auf dem deutschen Markt unterboten und dadurch dem deutschen Automobilisten billiges Benzin geliefert wurde. Schon vor einem Jahre tauchte der Gedanke auf. der deutschen Regierung mit einer Anleihe ein Benzinmonopol ob­zukaufen, durch das die Russen vom deutschen Markt verdrängt werden sollten. 3n den letzten Tagen wird wieder über diesen Plan verhandelt, und so ist es zu der Vergnügungsreise Deter- dings nach Deutschland gekommen.

Rüstungszahlen.

Es wird viel von der Abrüstung gesprochen, so daß es angebracht erscheint, einmal feft» zustellen, wieviele Soldaten es eigentlich noch gibt. Und siehe da, es gibt noch eine ganze Menge, ja fast mehr als vor dem Kriege, und Deutschland muh sich mit seinen 100 000 Mann, die es unter Waffen halten darf, recht arm­selig vorkommen. D e stärkste Armee unterhalt Frankreich mit 596 000 Mann. Infolge der dreijährigen Dienstzeit war theoretisch das Heer der Franzosen auch 1914 größer als das deutsche, numerisch waren a.er die russischen und deutschen. Armeen den französischen überlegen. Jetzt hat Frankreich allein die Führung. Das Heer kostet jährlich 1,8 Milliarden Mark. Umgerechnet er­gibt sich, bah in Deutschland 10,50 Mark, in Frankreich 43 Mark jährlich auf den Kopf der Bevölkerung entfallen, um die Heere zu unter­halten.

England zahlt noch erheblich mehr. Es be­sitzt eine stehende Armee von -nur" 357 000 Wann, aber da die Soldaten auf die Kolonien verteilt sind, kosten sie sehr viel, und Großbritan­nien muh 2,3 Milliarden jährlich auswerfen. Zwei Milliarden lassen auch die Russen sich ihre 562 000 Mann kosten, womit sie die zweck- stärkste Armee der ganzen Welt besitzen^Jta- l i e n hat heute 460 000 Mann unter den Waffen, doch sind genaue Ziffern nicht zu bekommen. Französische Blätter, die gut informiert sein müßten, behaupteten kürzlich, die italienische Armee sei auf 620 000 Mann gebracht worden und dadurch größer als die französische. Ge- naue Angaoen sind aber nicht zu erhalten, nur weiß man, daß Italien fast 2 Milliarden jahr- lich ausgibt, was die Angabe der französischen Blätter bestätigen würde. Polen hält 266 000 Mann unter den Waffen, die Tschechoslo­wakei 229000 Mann, und Rumä nien 206 000. Es folgen Spanien, Holland, Griechen­land usw. Im ganzen hat Europa stehend unter den Waffen 3 906 000 Mann, welche jährlich 11,3 Milliarden Mark kosten. Damit verfügt Eu­ropa über mehr als die Hälfte aller Truppen der ganzen Srde.

Die amerikanische Armee (LISA.) ist sehr teuer. Heer und Marine bestehen aus nur 165 000 Mann, ein kleines Heer für ein 120- Millionenvolk. Trotzdem kostet es 2,8 Milliarden Mark. Das sind 24 Mark pro Kopf der Devol- ferung, oder nicht ganz 6 Dollar. Nordamerika (Kanada), Mittelamerüa und Südamerika unter­halten außerdem Armeen von insgesamt 480 000 Mann, wobei die Ziffern in den vielen Klein­staaten dauernd wechseln. 3n Mexiko steht z D. manchmal die Hälfte der Bevölkerung unter den Waffen. Die Ausgaben belaufen sich nach nord- amerikanischen Schätzungen auf 3,9 Milliarden, ein Beweis, daß viele der amerikanischen Staa­ten nicht gut wirtschaften können, denn für diese Summe müßte sich eine doppelt so große Armee auf die Beine stellen lassen.

Hinzu kommt noch Asien mit einem Land- h:er von 2 Millionen Mann. Genaue Zahlen sind nur aus Japan bekannt, wo rund 400 000 unter den Waffen gehalten werden, dagegen sind die Verhältnisse in C h i n a , was das Heerwesen anbelangt, seit dem Jahre 1912 verschleiert und richt genau bekannt. Rach neueren Schätzungen sollen für die gesamten asiatischen Truppen jähr- lich 2 Milliarden Mark ausgeworfen werden, doch ist anzunehmen, daß die Beträge wahrschein­lich viel höher sind. In Afrika befinden sich nur 8000 Mann in der Südafrikanischen Union, 5000 Mann in der Negerrepublik L i - beria, 6000 Mann, in Abessinien und 12 000 Mann im Königreich Aegypten. Diese Truppen kosten zusammen etwa 50 Millionen Mark. Australien unterhält ein kleines Land- Heer und eine etwas stärkere Marine von ins­gesamt 8000 Mann. Die gesamte Truppenmacht der Erde beläuft sich also auf 6,5 Millionen Mann, wofür rund 17 Milliarden Mark jährlich ausgegeben werden. An der Bewaffnung der Welt ist Europa mit 65,6 Prozent beteiligt, Amerika mit 23,3 Prozent, Asien mit 10,3 Pro­zent, Australien mit 0,7 Prozent und Afrika mit 0,1 Prozent.

Asta-Wahlen.

Darmstadt, 5. Febr. (WSN.) Bei einer Wahl­beteiligung von 77,5 Prozent fanden heute die Wahlen zur Studentenkammer der Technischen Hochschule statt. Es erhielten: Deutsche Freistudenten 326 Stimmen = 6 Sitze (früher 10), Mainzer Studierende 115 Stimmen = 2 Sitze (0), Deutsche Arbeitsgemeinschaft 600 Stim­men = 11 Sitze (22), Freiheitliche Studenten 145 Stimmen = 3 Sitze (0). Nationalsozialistischer Deut­scher Studentenbund 997 Stimmen = 18 Sitze (7).

Friedberg, 5. Febr. (WSN.) Die Astawaylen zur studentischen Kammer am hiesigen Polytech­nikum für das Sommersemester 1931 hatten fol­gendes Ergebnis: Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund 8 Sitze (bisher 4), Waffenring 6 (8), Interessengemeinschaft 5 <5), Finkenschaft 6 (8) Sitze.

Gruppen-Lebensversicherung bei Opel.

WSN. Rüsselsheim, 4. Febr. Durch einen Gruppen-Lebensversicherungsvertrag, den die Adam Opel AG. mit der Phönix AG. ab­geschlossen hat, ist die gesamte volljährige Be­legschaft einschließlich der Beamten mit 12,5 Millionen Mark versichert worden. Opel teilt die Kosten der Versicherung mit sei­nen Angestellten und Arbeitern derart, daß die von diesen zu zahlenden Prämienanteile ver­schwindend gering sind. Von Weihnachten bis zum 31. Januar hatte die Adam Opel AD. etwa 6000 ihrer Werksangehörigen ohne Kosten für diese versichert. Während des Januar haben sich über 90 Prozent der Belegschaft entschlösset'., die Versicherung unter Uebernahme eines Teils der Prämie ab 1. Februar fortzuführen

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 6. Februar 1931.

Gesellschaft für Erd- und.kerkunde.

3n der Reuen Aula der Universität fanden sich gestern abend die Mitglieder der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde und Gäste einr um einen Vortrag überRatur und Kultur des nordwestlichen Argenttniens" zu hören. Dr. Lau­te n s a ch sprach einleitende Worte. Der Reoner, Prof. Dr. Kühn, Kiel, der lange Zeit in Buenos Aires an der Universität wirkte und durch zahlreiche Forschungsreisen das Innere Argenttniens kennen lernte, wandte sich in der Hauptsache dem nordwest.ichen Gebiet dieses Lan­des zu und sprach in eindrucksvoller Form über die Gegensätzlichkeit der dortigen Landschaft. Im Rordweften Argenttniens, an der sog. Drei­länderecke (Argenttnien, Chile und Bolivien), erhebt sich unmittelbar aus der Ebene des Gran Ehacos das Gebirgsmassiv des Puna bis zu einer Höhe von 6000 Meter und schließt^ die Pampas gleich einer steilen Wand ab. Zu Füßen

20 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums, Ludwig-1 st raße, eine Mozart-Feier veranstaltet, deren Der- anlassung der 175. Geburtstag des Meisters ist. Aus | technischen Gründen ließ sich der Abend nicht am 27. Januar, dem Geburtstag, cinrichien; doch ist zu hoffen, daß die Veranstaltung auch jetzt noch den Zuspruch erhält, den sie verdient. Die Vortragsfolge ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Taten für Samstag, 7. Februar.

(Sonnenaufgang: 7.30 Uhr, (Sonnenuntergang: 16.59 Uhr. Mondaufgang: 23.27 Uhr, Mond- Untergang: 9.23 Uhr.

1801: der Maler und Kupferstecher Daniel Chodowiecki gestorben. 1812: der Dichter Charles Dickens geboren. 1878: Papst Pius IX. in Rom gestorben.

" DieFrist für die Abgabe der Ein» kommen- und Körperschaft st euer- erflär ung bat fcer Reichsfinanzminister auf die Zeit vom 1. bis 15. Februar 1931 festgesetzt. Diese Frist gilt aber wie wir in den von Bücherrevi­sor Will zu Gießen herausgegebenenAktuel­

Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen 1931

Die Sausliften werden jetzt bei den Hausbesitzern oder ihren S e Vertretern abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt, und zwar mutz der Eintrag in der Reihenfolge der Stockwerke erfolgen; der Hausbesitzer trägt sich jedoch zuerst ein. Rach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der sie nieDergelegt wurden.-Die Einwohnerschaft Gießens wird dringend darum gebeten, die Ausnahmearbeit durch sorg­fältige Einträge und pünktliche Derei stellung der Listen freund­lichst zu unterstützen. Rur so kann die dem Vorteil der Allgemein­heit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Bezug des Adreßbuches wird nur durch vor­herige Bestellung bei den Vertretern gesichert.

Der Geschäftswelt

zur Benachrichtigung, daß neben der Hausliste eine Firmenliste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adreßbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, daß sie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; sie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Wie in großstädtischen Adreß­büchern werden Zusatz- und Feltdruckzeüen sowie Empfehlungs­kästchen int Einwohner- und int Gewrrbeverzeichnis eingefügt werden. Darüber hinaus steht geschäftlichen Unternehmungen der Anzeigen-Anhang offen.

Die Vereins- und Kassen-Vorstände

sowie andere am VereinswesenBeteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vor­gesehene Abteilung der HaUsliste ober durch unmittelbare schriftliche Meldung beim Adre^b chverlag. Diese Meldungen müssen mindestens enthalten: 1. Name des Vereins oder der Kaffe, 2. Namen des Vorsitzenden, Schriftführers und Kassiers, 3. Angaben über Zusammenkünfte, Uebungsstunden u. dgl. m.

* Bis zu 5 Zeilen find kostenlos.

Oberhesfischer Adreßbuchverlag

Drühl'sche Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen Schulstraße 7. Fernsprecher 2251.

dieses Gebirgsmassivs herrscht, so führte der Redner aus, subtropisches Kttma mit einem üppigen Wachstum, das einen ausgedehnten Zuckeranbau ermöglicht, dessen Ertrag den ge­samten Bedarf Argenttniens zu decken vermag. Mit zunehmender Höhe weicht die blühende Flora einer kahlen und nur mit Dornstrauch und Kak­tus bestandenen Gebirgswelt, deren Formation für den Forscher ein Buch darstellt, aus dem er die Entwicklung dieses Gebirges schier ab­zulesen vermag. In ausführlicher Weise sprach der Redner von der geologischen Struktur dieses uralten Gebirges, baä nicht wie jedes andere Gebirge Gipfel und Schründe aufwttst, sondern abgeflacht ist. Er sprach weiter von den ein­schneidenden Veränderungen, denen dieser Ge­birgszug durch das Heraufdrängen ungeheurer Grdmassen aus dem Pazifischen Ozean ausgesetzt war, und wies die dadurch hervorgerufenen Um- wandlungen an Hand von Lichtbildern greifbar nach. 3m Zusammenhang mit der Betrachtung der eigenartigen morphologischen Verhältnisse des nordwestlichen Gebietes Argentiniens räumte der Redner auch den in diesem Gebiete maßgeblich in Erscheinung tretenden meteorologischen Ver­hältnissen breiten Raum ein und schilderte die durch starke Niederschläge bedingten Verände­rungen im Landschaftsbild. Zum Schluß seiner Ausführungen wandte sich der Vortragende noch der Bevölkerung des Landes zu, erzählte von den Ureinwohnern, den Indianern, und gab interessante Aufschlüsse über ihre Lebensweise. Mit großer Aufmerksamkttt folgten die Zuhörer auch den Darlegungen über die Geschichte des Landes. Eine Reihe von Lichtbildern unterstützte den Vortrag in allen seinen Teilen wesentlich. Der Redner fand für seine hochinteressanten Ausführungen starken, anhaltenden Beifall.

Bornotizen.

Die Volkshochschule macht nochmals daraus aufmertfam, daß sie morgen, Samstag,

len (Steuerfragen (Rundschreiben Nr. 3) le­sen praktisch nur für Rentner, freie Berufe, Steuerpflichtige mit selbständiger Berufstätigkeit und kleine Gewerbetreibende. Körperschaftsteuer­pflichtigen Gesellschaften unb größeren Gewerbe­treibenden wird in der Regel die Frist bis zum Bilanzabschluß verlängert. Sie können, um nicht jedes Jahr den Antrag erneut stellen zu müssen, das Finanzamt bitten, ihnen ein- für allemal also bis auf weiteres für jedes Jahr Fristver­längerung zu gewähren (Paragraphen 68 der Ausführungsbestimmungen zum Körperschafts­steuergesetz, 77 der Aussührungsbestimmungen zum Einkommensteuergesetz).

** Oeffentliche Bücherhalle. Im Ja­nuar wurden 1666 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1156, Zeitschrif­ten 95, Jugendschriften 69, Gedichte und Dramen 8, Literaturgeschichte 5, Länder- und Völkerkunde 109, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 130, Kunstgeschichte 20, Naturwissenschaft und Technologie 25, Heer- und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 3, Religion und Philosophie 15, Staatswissenschaft 17, Fremd­sprachliches 4 Bände.

** Freie Lehrer st elle. An der Volksschule zu Großen-Linden (Kreis Gießen) ist eine Stelle für einen evangelischen Lehrer frei geworden. Eine Dienstwohnung ist nicht vorhanden.

* Vortrag B r. Hemleoen. Dr. Hem­leben (Hamburg) sprach wie man uns berich­tet auf Einladung der Ehristengemeinschaft am vergangenen Montag in der Universität zum ThemaW eltschöpsungundWeltend e". In feinem Vortrage gelang es dem Redner, Wege zur Lösung aufzuzeigen in dem Streit zwischen dem materialistisch-naturwiisenschaftl.chen und dem mythisch-biblischen Schöpfungsbild. Widersprechen sich beide? So meinen die' beider­seitigen - Fanatiker. Oder sagen sie im Grunde dasselbe? So meint gerne apologetisches Interesse. Dr. Hemleben vermeidet beide Fehler. Er zeigt

einleuchtend die grundsätzliche Verschiedenheit bei* der Betrachtungsweisen: jede ist auf ihrem Gebiete berechtigt. Die naturwissenschaftliche An­schauung, die eoen meint ohne Geist zum Ver­ständnis der Tatsachen auszukommen, ist dort be­rechtigt, wo nur das äußere materielle Geschehen betrachtet wird. Der biblische Bericht dagegen geht von der Schöpfermacht desWortes" aus. spricht also deutlich von dem wirkenden Geiste. Neueste naturwissenschaftliche Anschauung be­ginnt, sich um diese Gesichtspunkte zu kümmern (Dacquö. Poppelbaum, Kvlisko). Auf der einen Seite steigt bas materielle Geschehen vom Llnvollkommenen zum Vollkommenen auf, um bann wieder zu vergehen. Davon muß aber die geistigeKurve" unterschieden werden, die sich in und mit diesem scheinbar bloß materiellen Geschehen offenbart: das rein Geistige verbindet sich mit den Crbenstof en, um sich schließlich wie­der davon zu lösen. So kann man das Leben des Menschen von zwei Gesichtspunkten aus betrach­ten: vom Leibe h.r ober vom Geistig-Seelischen her. Kinbheit, Crwachsensein, reifes Alter gewin­nen bann ein doppeltes Antlitz. Aber beides ge­hört zusammen. Dasselbe gilt für die Weltent­wicklung. die mit Schöpfung und Ende begrenzt ist. Bezüglich des Schicksals bet materiellen Schöpfung stimmen beide Weltbilder überein. Aber dasjenige Christentum, das aus der Kraft ursprünglichen Christentums lebt, kMn4-zugleich den Anfang einer neuen Schöpfung mitten in der ersterbenden Erdenwelt.

Oberfoeffen.

Gemeinderat in Schotten.

X. S ch 0 11 e n, 5. Febr. Aus dem Gemeinde- rat Das bei Schotten in herrlicher Höhenlago befindliche staatliche Falltorhaus, das seither als Försterwohnung diente, soll wieder verpachtet werden. 3n dem Haus war früher eine Wirtschaft betrieben worden, es war von je ein beliebte« Ausflugsort. Der Gemeinderat bejahte das Be­dürfnis für einen Wirtschaftsbetrieb.

Vom hessischen Staat sind der Stadt die von ihr zum Bau des Gendarmenhauses in der Inflationszeit vorgelegten Baukosten, die auf 8770 Wk. aufgewertet wurden, zurückerstattet worden. Der Gemeinderat behält sich die Beschluß- falfung über die Verwendung dieses Detrcmes vor.

Der Aufnahme verschiedener Kapi­talien für Straßenbau, Kanalisation, für den Umbau des Finanzamtes und die Finanzbeamten­wohnungen mit 33000 Mk. wird zugestimmt.

Die Rechnung der Stadt aus 1929 schließt mit etwa 47 000 Mk. Ueberschuh ab. Der Gemeinderat wird in Kürze den Voranschlag für 1931 beraten.

Der neue Anbau zum Krankenhaus wird als Erholungsheim Verwendung fin­den. Mit dem Roten Kreuz, Alicefrauenverein, ist ein entsprechendes Abkommen getroffen. Der Ver­ein hat der Stadt zu günsttgen Bedingungen einen größeren Betrag für die Ausstattung des Hauses zur Verfügung gestellt. Das Heim wird in ben nächsten Tagen seiner Bestimmung gemäß ver­wendet werden. Für seine Verschönerung hat ein geborener Schottener, Julius Stern (Leipzig), viele wertvolle Bilder gegiftet.

Bei der Herstellung einer neuen Fernverbin­dung der Heberlanbanlage sind auf den Grund­stücken verschiedener Eigentümer verschiedene Masten auf Wiesen oder Aeckern er­richtet worden. Die Eigentümer verlangen von der Stadt Entschädigung, die sie seither abgelehnt hat, da sie das Heberlanbtoerf für schadenersatz­pflichtig hält. Es soll zunächst eine mündliche Verhandlung mit den betreffenden Grundeigen­tümern geführt werden.

An Löhnen für die bei der Stadt beschäf­tigten Personen wurden 60 Pfennig pro Stunde für Verheiratete, 50 Pfennig für Ledige bzw. schwache Personen festgesetzt.

Für die vom Derkehrsbund Oberhes- sen geplante Herausgabe einer Reliefkarte werden 30 Mk. bewilligt.

Landkreis Gießen.

g. Klein-Linden, 5. Febr. Der Dau der Wasserleitung und der Kanalisation gibt zur Zeit etwa 100 Erwerbslosen unserer Gemeind; Beschäftigung. 3n diesen Tagen soll nun aber eine größere Zahl Arbeiter entlassen werden, da nach den gesetzlichen Bestimmungen Rotstands­arbeiter nicht länger als drei Monate beschäftigt werden dürfen. Das bedeutet eine große Härt2 nicht nur für die hiesigen Erwerbslosen, sondern auch für die Gemeinde. Die Bürgermeisterei sah sich deshalb gezwungen, bei dem Präsidenten des Landesardeitsamtes Hessen in Frankfurt am Main einen Antrag auf Verlänge­rung der Beschäftigungsdauer über drei Monate hinaus zu stellen. Man hofft, daß dem Antrag entsprochen wird.

v Londorf, 3. Febr. Der (3 cm einberat beschloß in seiner jüngsten Sitzung die Einführung der B i e r ft e u e r.

OSaasen, 4. Febr. Die durch unseren Lehrer Herber freigewordene erste Lehrer st eile ist jetzt besetzt worden. Sie wurde dem Lehrer Karl B l e s e r a.:s Stre' c.ibo.f über ra e.i. Schul­verwalter Keil, der seither die Stelle verwaltete, wurde nach Strebendorf verseht.

* Lang-Göns, 5. Febr. Der Krieger­verein Lang-Göns hielt in der Gastwirtschaft Zum Gambrinus" seine diesjährige -Hauptver­sammlung ab. Der Vorsitzende Karl Rern er­stattete den Jahresbericht und gedachte zugleich der im Laufe des vergangenen Jahres ver­storbenen Kameraden. Der Rechner Otto Ru­dolph gab den Kassenbericht. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt, wäh­rend für die beiden verstorbenen Vorstandsmit­glieder die Kameraden Wilhelm Schmidt und Wilhelm Jung gewählt wurden. Am Mittwoch. 4. Februar, beging der Altveteran und Ehren­vorsitzende des Vereins, Heinrich Kiefer, seinen 8 6. Geburtstag. Auf entsprechende Mittei­lung des Vereins erhielt der Jubilar von dem Reichspräsidenten von Hindenburg und vom ehemaligen Groß Herzog Ernst Ludwig je ein Glückwunschschreiben. Auch der Verein ehrte den greifen Kameraden und überreichte ihm durch den Vorstand ein Geschenk. Dem Jubilar wurden außerdem zahlreiche herzliche Glückwünsche zuteil.

Kreis Schotten.

D ßaubad), 4. Febr. Die hiesigeBaum- kirchergesellschaf t", die wegen ihrer all­jährlichen Zusammenkunft am 3. Februar auch Blasiusgesellschaft" genannt wird, hielt gestern in althergebrachter Weise ihre Jahreszusam- mentunft. ab. Bereits am Vormittag trafen sich die Mitglieder dieser alten Wiesenbaugenossenschaft im Solmser Hof", um die alljährliche Verteilung der zur Genossenschaft gehörenden Wiesen und die Wahl