Schaffung einer kommunalen Misionsstelle.
Eine Einrichtung für Hessen und die Provinz Hessen-Nassau.
Äuf Veranlassung des Deutschen Städtetages und des Reichsftädtebundes sind in den einzelnen preußischen Provinzen und den kleineren deutschen Ländern Reoisionsoerbände für die überörtliche Revision, der den Städtetagen und dem Slädteverband angeschlossencn Städte eingerichtet worden.
Für den Bolksstaat Hessen und die Provinz Hessen.Nassau haben sich die dort zuständigen Städtetoge und di« Organisationen des Städte- oundes mit der Errichtung einer aemeinschastlichen „Kommunalen Reoisionsftelle für die Städte des Volks st aates Hessen und die Provinz Hessen-Nassau* einverstanden erklärt. In einer Sitzung, die am 3. Februar im Rathaus in Frankfurt a. M. stattsand, haben die Vertreter der drei Städteoereinigungen (Bolksstaat Hessen. Hessen-Waldeck und Nassau) sich mit den Satzungen und Richtlinien für die Tätigkeit der kommunalen Reoisionsftelle einverstanden erklärt. Die Geschäftsführung ist dem Leiter des Städtischen Reoisionsamtes in Frankfurt a. M., Stadtrat Dr. Müller, übertragen, als dessen Vertreter ist Dbcrbürgenneifter Granzin, Offenbach a. M., gewählt worden. Als Aussichtsorgan
ist ein Derwaltungsausschuh geschaffen worden, dem je 4 Vertreter der drei Slädtetage angehören. Der Vorsitz, der alle zwei Jahre unter den drei Städte- tagen regelmäßig wechselt, ist zunächst Bürger- meister Sch ulte, dem Vorsitzenden des Nassauischen Städtetages, übertragen worden.
Gleichartige kommunale Revisionsstellen sind auch in W e st f a l e n und im Rheinland eingerichtet worden. Die Prüfungsstellen von Westfalen, Rheinland und Hessen bzw. Hesien-Nasiau schließen sich wiederum zusammen zu einem „Prüfungsoerbond der wc st deutschen Städte, besten konstituierende Versammlung in nächster Zeit stall- finden soll. Durch diese Einrichtungen soll für eine sachverständige und unoarteiische überörtliche Revision aller Städte im Westen Deutschlands Sorge getragen werden. Die Revision soll nicht nur Kassen- Einrichtungen und Betriebe auf Richtig- feit und Ordnungsmäßigkeit prüfen, sondern soll vor allem die Frage der Wirtschaftlichkeit der Verwaltung und der städtischen Betriebe und Unternehmungen genau untersuchen und Anregun- gen aus der Vergleichung der Einrichtungen der verschiedenen Städte geben.
un» Umbildung bes Bestehenden. Sie befurchtet davon eine Verödung der kleinen Oberomtsslädte und kann ohne zwingende Grunde argen den Willen der Bevölkerung bei der jetzigen Notloge eine vollständige Neubildung des Landes nicht verantworten. Sie bcfd^ränCt sich deshalb daraus, als plonmähiaes Endziel die Verringerung der Zahl Der Oberämter um 20 vorzuiehen. Sie denkt dabei, in erster Linie an die Umgebung der Stadt Stuttgart, der Städte Hell- bronn und Ulm. Auch bei den Amtsgerichten gehe der Vorschlag des Sparkommisiars der Regierung zu weit. Anstatt 15 will fic nur zehn Amtsgerichte eingehen lassen. Das selb- ständige Wirtschastsministerium will fie in der jetzigen Notzeit nicht eingehen lassen. Nur in ruhigen Zeiten sei es überflüssig. Bei den Volksschulen hält sie im Gegensatz zu dem Gutachten an dem Klassenlehrensystem mit burclp schnitllich 45 Schülern fest. Mit der Schaffung einer Staatshaushaltsordnung und eines unabhängigen Rechnungshofes ist die Regierung grundsätzlich einverstanden. Die Verminderung der Zahl der Landtagsabgeordneten von 80 auf 72 überläßt sie dem Landtag.
Schuldebatte im Finanzausschuß
Darmstadt, 5. Febr. (WHP.) 3m Finanz- au-schuß des Hessischen Landtages gedachte der Vorsitzende vor Eintritt in die Beratungen deS in der vergangenen Nacht an einem Herzschlag verstorbenen volksparteilichen Abgeordneten Houry in warmen Worten. Durch sein gerades und offenes Wesen und seine Sachkenntnis insbesondere in Gewerbe- und Handwerkcrsragen hab- er sich in den sechs Jahren seiner LandtagS- täligfeit die Achtung und Anerkennung aller Parteien erworben.
Der Ausschuß beriet eingehend über das Rechnungswesen an Den höheren Schulen, wozu der Direktor der Hauptstaatskasse zu- gezogen mar. Zentrum und Dolkspartei bezeichneten die fetzige Regelung — in den meisten Schulen führt ein Lehrer gegen geringe Vergütung die Rechengeschäfte nebenomUich, in einigen Fällen erledigt diese eine vorhandene Staatskasse _— als unbefriedigend, aber als die billigste. Die Regierung hält eine Generalreaelung wegen der örllid) ocr chiedenen Verhältnisse für unmöglich, will aber in Zukunft zur Sprache kommende Vorschläge prü en.
In der Abstimmung über die höheren Schulen wurden die Abbau anträge des Landbundes abgelehnt. Der Londbund-Antrag, eine Statistik über die Staatskosten je Schü- ler einer jeden Schulgattung vorzulegen, fand Annahme. Der demokratische Antrag, nahe zusg,m- menliegenbc Schulen von ähnlichem Tyv einem Direktor zu unterstellen, wurde bei einer Stimmenthaltung angenommen. — Das Kapitel wurde einstimmig genehmigt, doch kündigten einige Parteien für die zweite Lesung Abänderunasanträge an.
Kapitel 61a (Aufbauschulen) sand gegen zwei Stimmen Genehmigung. — Bei Kapitel 62 (F r a u« n s ch u l e n . höhere Bürgerschu- I e n usw.) wird der sozialdemokratische Antrag, die Staatszuschüsse zu den Bürgerschulen zu streichen, mit 7 gegen 6 Stimmen abgelehnt, das Kapitel selbst genehmigt.
Kapitel 62a (gewerbliche und kaufmännische Unterrichtsan st alten) verzeichnet 82 000 Mark Einnahmen und 492 000 Mark Ausgaben (56 000 Mark weniger als 1930). Die Regierung hat die Zuschüsse für die Gewerbeschulen in Michelstadt i. O. und Büdingen und für die Han- delelehranftaUen in Mainz und Offenbach g e st r i - ch e n. Der sozialdemokratische Sprecher betonte, Offenbach fühle sich schwer geschädigt, weil zudem einige Klassen der Kunftgewerbeschule auf gehoben werden sollten. Der volksparteiliche Sprecher setzte sich für die Wetterführung der Dffen- buche r Kunstgewerbeschule in bisherigem Umfange ein. Büdingen und das oberhessische Hinterland wär- den durch das geplante Eingehen der Gewerbeschule schwere Verluste erleiden, weshalb die Regierung die Anstalt wefterde stehen lassen solle. Der Zen- truinsredner betonte die große Bedeutung der Web schule in Lauterbach für die oberhes- fische Heimweberei.
Sin Regierungsvertceter teilt« mit. zwischen den Kunst gewerbcfchulen Offenbach und Mainz müßte eine Verteilung nach den örtlich tatsächlich bestehenden Wirlschafisbedürfnisfen erfolgen. Der in Vorbereitung befindliche Lehrplan für die Gewerbeschulen unterstelle diesen die Meister- auSbUdung. Per Berufsschule die Lehrlingsausbildung. Die Zuschüsse zu den Schulen Michelstadt und Tübingen könnten wegen der geringen Schülerzahl (Michelstadt 20. Büdingen 37 Schüler) eingestellt werden. Die Gewerbeschule in Lauterbach wolle die Regierung ausrechterhalten. Die Streichung der Beiträge zu den Handels- lehranstalten Ostenbach und Mainz erfolge, Werl auch die gleichen Anstalten in Darmstadt. Worms, Gießen und Friedberg ohne Staatszuschuß aus- kämen.
Dauersitzung im englischen Unterhaus.
London. 5. Febr. (SU.) Die Abänderungen zum neuen Landw.rtschaftSaefeh beschäftigten die Abgeordneten deS Hinterhauses die ganze Aacht zum Donnerstag hindurch. Um 1 Uhr morgens verlangten Lloyd George und Chamberlai n Vertagung der Aussprache, da es Grenzen für d ie menschliche Ausdauer gebe. Der Antrag wurde a b g e l e h n t und die Verhandlungen schleppten sich mit Muhe weiter. Viele Abgeordnete schliefen aus ihren Sitzen «in. Rur einige Minister behielten ihre Lebhaftigkeit bei. Kurz nach 7.30 Uhr protestierte Chamberlain wiederum gegen die Fortsetzung der Verhandlungen. Den Grund, daß keine Autobusse oder elektrische Bahnen sichren. könne man um diese Zeit nicht mehr gelten lassen, um einen Beweis für die ‘Hotocnbigkit der Fortsetzung der Aussprache zu erbringen. Der Antrag wurde wiederum abgelehnt. Erst nachdem ein konservativer AbänderungSantrag abgelehnt worden war, wurden die Verhandlungen vertagt.
Aus Oer Provinzialbauptstadt.
Gießen, den 6. Februar 1931.
Mniertage.
„Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest und auf die Dauer ..
singt der alte Wandsbecker Bote, Matthias Claudius. Und er hat recht. Wenn nach langen Wochen mit Regenwetter, Rebel und Schmutz endlich der Frost mit flirrenbem Schritt über die Erde geht, atmen wir auf und grüßen den strengen Winter. Doppelt grüßen wir aber die Sonne, wenn fie unS da ihre Strahlen sendet unb die stille Welt ringsum aufleuchten läßt. Gs gibt nichts Köstlicheres als einen sonnendurchfluteten, Hellen Wintertag.* Wie wirkt da die wohltuende Ruhe der Ratur, das Schweigen der Landschaft auf unser Gemüt! Unsere Lungen atmen die köstliche, herbe Luft, unsere Augen leuchten und die Wangen werden getötet.
DaS sind nun die Tage, die uns cinladen: Kommt auf die Berge! Schaut die Wunder der Ratur! Glücklich sind diejenigen, die sich jetzt auf DergeShöhe in der frischen Winterluft, und doch eingehüllt in gvldne Sonnenstrahlen, erholen können. Wenn wir auch keine Winterreise machen können, so dürfen wir doch hinauSwan- bern in die Winterlandschaft, können an freien Tagen auf die Berge steigen und unS erholen und kräftigen. Der eisige Ost mag durch die starren Zweige fahren, es macht nichts. Wir bebauerro di« Stubenhocker, die sich nicht hervorwagen in diesen Tagen. Da sitzen sie hinter den Fensterscheiben unb können höchstens am Morgen die zierlichen Blumen bewundern, die bet Winter auch den Aermsten in daS Zimmer zaubert. Sind diese Eisblumen nicht zierlicher als die (Barten* blumen im Sommer? Wie schnell sie entstehen! Ueber Rächt sind sie gewachsen. ES ist, als ob die lebendigen Blumen herein zu unS kommen wollen und nun zu uns sprechen. Sie erinnern unS an Gommerscheinheit und Dlumenduft. Wohl sind Tic kalt und starr, aber wenn die Sonne sie trifft, funkeln und leuchten fic,*bic verzauberten Blumen.
Draußen aber, in Feld und Wald, schaut unser Auge unendliche Wunder. WaS ist die düstere Schneelandschaft, wenn der Rebel schwer unb grau daraus lastet? Wer schasst hier erst neues, funkelndes Leben? Die Sonne. Wenn die Strahlen die kleinen Kristalle treffen, dann glitzert und glänzt es in tausend Farben.
Oder wenn nach kalter Winternacht der Rauhreif alles verwandelt! Ueberall ist der Rebel zu kleinen Eiskristallen verdichtet. WaS der Schnee nicht vermag, das schafft der Rauhreif. Sieb, wie alle Baumstämme in ein weißes Seidenkleid eingehullt find, überzogen mit blinkendem Staub, aus dem Millionen Diamanten funkeln. Jedes Aestchen, jede verwelkte Pflanze, sie haben ihren Schmuck. Die dürren Grashälmchen auf der Heide, wie schön sind sie jetzt im Winter* sonnentag!
3m Wald herrscht Totenstille. Rur manchmal wird fie unterbrochen von niedcrfallenden Gis- kristallen, die die Sonne löste. Alle Reste biegen sich unter der Last des Rauhreifs. Wenn ein Reh vorübersauft, dann staubt das EiS.
<,ut Mittagszeit aber, wenn die Sonne all ihre Kraft verschwendet, erklingt in dem stillen Wald von den unzähligen Tröpfchen unb Zäpfchen, die da schmelzen, ein Lied wie von tausend Melodien. Der Wald singt. Kristalle fallen zur Erde, die Aestchen richten sich auf. —
Der Abend naht. Lange, blaue Schatten bedecken das glltzernde Feld. Die Sonne ist untergegangen. über uns wölbt sich der Sternenhimmel. Wie daS leuchtet bis in die unendliche Weite! Solch ein Anblick der Sterne in klarer, stiller Winternacht erhebt unb stärkt. —
lieber holperige Felbwege, die wir noch vor einigen Tagen meiden mußten, führt unser Pfad nach Hause. Wohl sind wir müde von der langen Wanderung, aber eS ist eine angenehme Müdigkeit. Wir freuen unS der milden Wärme, die uns aus dem behaglichen Zimmer entgegenströmt. Wir fühlen uns erfrischt und gekräftigt unb schauen mit ganz andern Augen nach der neuen Arbeit, als wenn wir die Winterpracht nur vom Fenster aus angestaunt hätten. Lz.
Wohltätigkeitskonzert.
Zur Unterstützung des H i l f s w e r k e s „W i n • terhilfe 1930.31 , bas vom Zweiaverein Gießen des Roten Kreuzes, der Arbeiter-Wohlfahrt, dem Evangelischen Wohlsahrtsdienst, dem Charitasoer- band und der Israelitischen Wohlfahrtspflege getra
gen wirb, gab bas Musikkorps unseres Bataillons unter Leitung von Dbcnnufihneiftcr ß ö b c r gestern abend im Saale des Cafö Leib ein Militär- Streichkonzert. Die Veranstaltung war gut besucht, immerhin hätte im Hinblick auf den guten Zweck des Konzerts der Besuch noch weit besser fein können. Die Kapelle wartete mit einem ausgezeichneten Programm auf, bas in allen Teilen In hervorragender Weise zur Abwicklung kam. Nach einem einleitenden Marsch hörte man im ersten Teil der Dorlragssolge die Ouvertüre zu Wagners Oper „Ricnzi", fobam Suite aus dem Ballett „Sylvia" von Dellbes, anschließend die Große Fantasie aus der Oper „Der Kuhreigen" von Kienzl. Zn der Programm pauje sprach Frau Prof. Kramer, namens der Wohlfahrtsorganisationen, nach begrüßenden Worten an bic Besucher herzlichen Dank für bie Unterstützung bes Hilfswerkes aus, ebenso bankte sie der Militärkapelle unb Obermusikmeister L ö b e r, bic sich angesichts bes eblen Zweckes der Veranstaltung völlig kostenlos zur Verfügung gestellt hatten, ferner hob fie mit Dank hervor, baß auch ber Saal bes Coss Leib von ben Herren Rahnefelb unb Balzer völlig unentgeltlich gegeben worben sei. Unter Hinweis auf bie immer noch steigende Not in weiten Kreisen unserer Mitbürger bat sie um verstärkte Förderung des Hilfswerkes, damit wenigstens ber schlimmsten Bebrängnis gesteuert werben kann. Der zweite Teil ber Vortrag-Holge brachte zunächst Melobien aus Wagners Oper „Tannhäuser", hierauf kam Lshar mit einem Potpourri aus ber Operette „Das Land bes Lächelns" zu Wort, fobann hörte man Manfrebs Potpourri über beutsche Volkslieder unb am Schluffe ber Vortragsfolge Strauß' Walzer „Geschichten aus bem Wiener Wald". Sämtliche Darbietungen ber unter Löbers Stabführung prächtig musizierenden Kapelle fanden verbientermaßen starken Beifall unb veranlaßten bie unennübliche Musikerschar unb ihren Leiter, den dankbaren Zuhörern mit zwei Zugaben ben Genuß au bereichern. Wenn auch durch ben Umstand, baß Die Kapelle unb bie Saalbesitzer für biese Veranstaltung keinerlei Kosten berechneten, eine willkommene Beisteuer zu bem Hilfswerk erzielt wurde, so wirb boch noch viel mehr zu leisten sein, wozu sich bei ber demnächst kommenden Haussammlung Gelegen- heit bieten wird — auch für solche, bie gestern abend fehlten. —
Linser neuer Roman.
In der heutigen Ausgabe des „Gießener Anzeiger" beginnen wir mit bem Abdruck eines neuen Romans, der bei unseren Leserinnen und Lesern gewiß Anklang finden wird. Der Roman beginnt in Kreisen des österreichischen Hochadels im Wien der Vorkriegszeit. Der Held des Romans, ein österreichischer Offizier, verlaßt, enttäuscht über seine Erlebnisse mit den Frauen, Beruf, Familie und Heimat, um drüben, jenseits des großen Teiches, sein neues Leben zu beginnen.
„Ter Mann, der daS Lachen verlernt hat", so nennt der Autor Gert Rothberg mit Recht seinen Helden, der in Amerika durch ein hartes Leben voll Entbehrungen und Arbeit sich zum mächtigen Industriemagnaten emporringt, aber im Kampfe mit dem 'Salem das Lachen verlernt hat. Doch wenn er auch seit seinen Erlebnissen in der Heimat ben Frauen aus dem Wege geht, so findet die Liebe auch den Einsamen und bietet ihm ein späte- Gluck. W r hoffen, auch mit diesem Roman einen guten Griff getan zu hoben und unseren Leserinnen und Lesern manch unterhaltsame Stunde bieten zu können.
Vornotizcn.
Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Steinen au- Irland", 19 30 bis 22.30 Upr. — Bund für christliche Erziehung in Haus und Schule: Familienabend, 20 llftr, im Iohanncssaal. — Ortsgruppe Gießen des VDA.: Vortrag Prof. Dr. Rösler, Hermannftadt, über: „Die Cicbcnbürgcr Sachfen, ihre Kultur und ihre politische Lage", 20 ilpr, Singfaal des Realgymnasiums. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Madame sucht Anschluß". — Astoria- Lichtspiele: „Laila" und „Rätsel einer Rächt".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 iU>r, unter Per Spielleitung von Dr. Karl Ritter, das er» solgrei.che Lustspiel von Stephan Kamare ..Leinen aus Irland". — Sonntag, 11.30 Uhr, spricht der Theaterwissenschastler Dr. Emst Leopold Stahl. München, der Verfasser des bekannten Werkes ..Das Mannheimer Rationaltheater: ein Iahr* hundert Deutscher Th enter kultur im Reich", in der Morgenfeier, di« als zweiter Tag des KammerspielztzkluS in Gemeinschaft mit dem Goethebund Gießen veranstaltet wird, über
. Deutsche Szenenkunst von Sen Memlnge« Stf Piscatvr'. Reichhaltiges Bildmaterial wird de» Vortrag illustrieren. Der Vortrag findet auße» Abonnement statt bei kleinen Preisen. — 1ÄJ0 üpr wird auf vielseitigen Wunsch ..Die erste Frau Selby" zum letzten Male aufgeführt, un# zwar zu kleinen Preisen.
»
• • Akademische Berufung. Da» durch da» Ableben des Professors Dr. Mayr an der Universität München erledigte Ordinariat für Tierchirurgi» unb Augenheilkunde ist bem außerorbentlichen Professor Dr. W est h u e s in Gießen angebeten worden.
* * Fremden Vorstellung im 6 labt» theater. 3n der Fremdenvorstellung am nächsten Sonntag, 8. Februar, .Die erste Frau Selby". wird Agathe Walther-Lederer die Roll« der Elise, Elisabeth Wielander die Roll« der Mabel spielen.
* • Ein auf regender Vorfall ereignete sich gestern kurz nach 20 Uhr in der Licher Straße an der dortigen llebersührung der Bahnstrecke
(Beöenlt Oer onngetnöen Bogel!
Gießen— Fulda. Au- der Richtung Steinbach kommend fuhr ein Personenkraftwagen, anscheinend infolge der winterglatten Straße, trotz Bremsens des Autos gegen die geschlossene Schranke deS Bahnübergangs, die durchbrochen wurde, so daß der Wagen auf den Bahnkrper geriet. 3m gleichen Augenblick nahte von Gießen her der Abendzug in Richtung Grünberg. Der Schrankenwärter erkannte sofort die gewaltige Gefahr und machte durch Signalgebung mit der Laterne den Lokomotivführer aufmerksam, der den Zug scharf bremste, aber doch bei der Kürze der Strecke nicht mehr verhindern konnte, daß der schon in ziemlicher Fahrt befindliche Zug über die Ilnfallstelle hinauSsuhr. Glücklicherweise war es dem Lenker des Personenautos im letzten Augenblick gelungen, seinen Wagen noch rechtzeitig nach rückwärts von den Schienen toeg- subringen; so daß schweres Unheil verhütet wurde. Die Insassen des Kraftwagens wurden durch Splitter der zertrümmerten Windschutzscheibe leicht verletzt. Der Zug und feine Insassen blieben unversehrt.
* * Preisabschlag in ben Metzgereien. Die Fleischerinnung Gießen gibt in unserem heutigen Anzeigenteil eine weitere Preisermäßigung bekanntz bie von heute ab gilt. Auf bic Ankünbigung sei besonders hingewiesen.
• * Einbruch. In ber letzten Nacht würbe, mit wir von ber Landeskriminalpolizeistelle Gießen erfahren, in bem Geschäft bes KonsumvereiiiS in Friedberg ein Einbruch verübt. Was gestohlen würbe, ist bis zur Stunbe hier noch nicht bekannt, ba in bem Laben alles durchwühlt fein soll unb bie pollzei» lichen Feststellungen zur Zeit noch im Gange finU
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Das winterliche Wetter hat über ganz Deutschland seinen Charakter behalten. Weiterhin traten vereinzelte Schneefälle auf unb bet Frost bat sich überall verschärft Neuerdings ist es über England unb dem Kanal zu Störungsbildungen gekommen, welche dort schon stärkeren Einfluß gewonnen haben. So sind die Temperaturen weiter angestiegen und ein ausgedehntes Niederschlagsgebiet entfaltet feine Tätigkeit bereits bis nach Westfrankreich. Auch in unserem Bezirk wirb bie Witterungsumbilbung sich burchsetzen, so baß unter Drehen ber Winde die Temperaturen anfteigen, aber nicht wesentlich über Null. Die zu erwartenden Niederschläge dürften durch die bei uns herrschenden tiefen Temperaturen vorübergehend als Schnee niedergehen.
Aussichten für Samstag: Vorübergehend bedeckt mit Niederschlägen, meist als Schnee, Abschwächung des Frostes.
Aussichten für Sonntag: Mehr wechselnd bewöllt und auch aufklarend, einzelne Schneeschauer und wieder Temperalurrückgang wahrscheinlich.
Amtliche Dintersporlnachrichleu.
Vogelsberg, Hvherodskopf: Bebeckt. — 12 Grad, 55 cm Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut
Sauerland, Winterberg: —10 Grad, 65 cm Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut
Gegen rote Hände: 1
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