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Verkehrs erforderlichen Betrage in dieser Woche und in der nächsten Woche zur Verfügung zu stellen. Es ist allerdings noch nicht entschieden, in welcher Form die Finanzierung dieser Be­träge erfoiat; hierüber werden noch Verhandlungen geführt. Man rechnet ab Montag nächster Woche an den Sparkassen mit der Wiederherstel­lung des Zahlungsverkehrs im ordnungsmäßigen Rahmen, das würde bedeuten, daß ohne Kün­digung wieder 30 0 Mark a u f jedes Sparkonto ausgezahlt werden dürften.

Amerika

und die Gtillhalieaktion.

Die Empfehlungen der amerikanischen Bankiers.

Reu York, 4. August. (WTD.) 3n hiesigen Finanz kreisen wurde dem Vertreter des WTD. heute erklärt, daß der Bankier - Hnteraus- schuh, der den Vorschlag des Aeichsbankpräsi- denten Luther wegen einer Kreditverlängerung geprüft habe, den Bankiers heute seine Emp­fehlungen unterbreitet habe. Die Besprechungen des Unterausschusses haben erfreulicherweise die Solidarität der beteiligten Banken und den aufrichtigen Wunsch ergeben, den deut­schen Kveditbedürfnissen nach Möglichkeit entge- geiuukommen. Das Hauptproblem sei eine enge Anlehnung des künftigen deutschen Wechselkredits an die Rediskontvoraussetzungen des Federal- Reserve-Gesehes. Hieraus werde sich voraussicht­lich einegewisseEinschränkung des bis­herigen Kreditumfanges ergeben, doch werde die fortlaufende Erneuerung der gu t fundierten Akzepte gewährleistet. Man würde es hier gern sehen, wenn die amerikanischen Empfehlungen nach ihrer Annahme in eine deutsche Verordnung ausgenommen wurden, die allen Gläubigern gleiche Behandlung zusichern würde. Die von Deutschland getroffenen Rotmahnahmen werden als sehr klug und weise bezeichnet, jedoch wurde abermals betont, daß nur die Reu­regelung der Reparativnsfrage Deutschland wirklich retten könne. Don einer Stelle wurde es sogar als möglich bezeichnet, daß das DIZ-Komite« sich auch mit dieser Frage in ir­gendeiner Form befassen werde. Ferner wurde er­klärt, daß Deutschland fraglos weitere kurz­fristige Kredite brauche und daß es sie auch erhalten werde. Die einzige Frage hier­bei sei die der Sicherheit. Die Empfehlun- aen des Unterausschusses wurden dem Hauptaus- schuh unterbreitet, der morgen zu weiteren Be­sprechungen zusammentreten wird.

Hugenberg beim Reichspräsidenten.

Deutschnationale und Kabinett Brüning.

Berlin. 4. Aug. Reichspräsident von Hindenburg hat, wie durch eine Indiskretion aus diplomatischen Kreisen bekanntgeworden ist, am Samstag den Parteiführer der Deutschnationalen, Geheimrat Dr. Huaenberg, empfangen, lieber diesen Besuch wird sowohl von amtlicher als auch von deutschnationaler Seite Näheres nicht mitge- teilt. Er ging offenbar auf einen Wunsch des deutsch- nationalen Parteiführers Zurück, der das Reichs­oberhaupt über die gegenwärtig in seiner Partei ob­waltenden Strömungen zu unterrichten wünschte. In politischen Kreisen wurde schon seit längerem die Absicht Hugenbergs diskutiert, Verhandlungen mitdemReichskanzlerDr. Brüning auf- zunehmen. Eine Besprechung zwischen Dr. Brüning und Dr. Hugenberg hat bisher ni ch t stattgefunden. Offenbar diente aber die von Dr. Hugenberg nach- gesuchte Audienz beim Reichspräsidenten zur Vor- 'Bereitung dieser Besprechung. Sie soll nach -Auffassung gut unterrichteter Kreise daraus ab- zielen, der Deutschnationalen Partei nach dem -preußischen Volksentscheid eine Ver­ringerung ihrer Distanz zur gegen- wärtigenReichsregierungzu ermöglichen.

Diplomatisches Revirement.

Neue deutsche Gesandte in Bukarest, Athen und Teheran.

Berlin, 4. Aug. (TU.) Der Reichspräsident hat den Grafen Friedrich Werner vonderSchulen- bürg zum Gesandten in B u k a r e st, den Ge­heimrat Ernst E i s e n l o h r zum Gesandten i n Athen und Dr. Wipert von Blücher zum Gesandten in Teheran ernannt

Friedrich Werner Graf von der Schulen­burg gehört dem Auswärtigen Dienst seit 1901 an. 1918 war er Mitglied der transkaukasischen Delega­tion, 1921 wurde er zum Vortragenden Legations­rat ernannt. Seit 1913 vertrat er das Reich als Gesandter in Teheran.

Dr. Ernst E i s e n l o h r ging aus dem badischen Iustizdienst hervor. 1911 wurde er dem General­konsulat in London zugeteilt, 1919 mit der Leitung des Konsulats in Sao Paulo beauftragt. Don 1915 an im Heeresdienst, geriet er 1916 in Kriegsgefangen­schaft und wurde nach seiner Rückkehr 1920 Ge­sandtschaftsrat in Lissabon und 1923 Gesandtschafts­rat in Belgrad. 1925 wurde er in das Auswärtige Amt berufen und 1926 zum Vortragenden Lega­tionsrat ernannt

Dr. Wipert von Blücher ist 1882 in Schwerin geboren. Nachdem er für das Auswärtige Amt in Tanger, Teheran und Schanghai tätig war, wurde er 1916 der Gesandschaft in Persien als Legations- sekretär zugeteilt und trat 1917 In den Heeresdienst. 1918 wurde er in das Auswärtige Amt berufen und 1920 zum Legationsrat ernannt, 1926 wurde er Botschaftsrat bei der Gesandschaft in Buenos Aires. Don 1929 an war er im Auswärtigen Amt tätig.

Weitere Gehaltskürzungen werden nicht erwogen.

Berlin, 5.Aug. (TU.) In einer Besprechung des Preußischen Beamtenbundes mit dem preußischen Finanzminister Dr. h ö p k e r - A s ch o f f verwiesen die Vertreter des Preußischen Beamtenbundes auf die Beunruhigung in der Beamtenschaft durch das Vorgehen Badens hin, das die Bezüge der Beamten über die Notverordnung des Relchspräfl- denten hinaus um weitere 5 v. h. kürzt. Finanz- minifter Dr. Höpker-Afchoff erklärte dazu, daß der­artige Pläne in Preußen nicht erwogen würden. Uebrigens hat auch der Reichsfinanzminister Dr. Dietrich dem Vorsitzenden des Deutschen Be­amtenbundes, Flügel, erklärt, daß er sowohl al, auch der Reichsarbeitsminister Gegnerjeder weiteren Gehaltskürzung seien.

Vor dem Volksentscheid in Preußen.

Eine Kundgebung des Stahlhelms in Berlin.

Berlin, 4. Aug. (TH.) Am Dienstag fand im Herrenhaus zu Berlin eine große programma­tische Kundgebung des Stahlhelms zum Volksent­scheid statt, bei der die beiden Dundessührer vor einem geladenen Auditorium von Politikern, Wirtschaftlern und Journalisten sprachen.

Oer erste Bundesführer Seldte führte dabei u. a. auS: Der Aufruf des Stahl­helm zum preußischen Volksentscheid ist für uns der Freiheitskampf, wie wir ihn seit 13 Jahren aus unserem Soldatentum heraus zäh und unab­lässig führen. 13 Jahre hat man uns kritisiert und nicht hören und sehen wollen. Und heute? Heute, nachdem an jenem grauen Iulitage die Menschen vor den verschlossenen Türen standen, da scheinen ihnen die Augen aufgegangen zu sein. Der englische Ministerpräsident Macdvnald hat bei seinem Besuch in Berlin gesagt:Ein freies und sich selbst achtendes Deutschland ist für die Gemeinschaft der Zivilisation unentbehr­lich. Deutschland muh sich selbst helfen, fann sich nur selbst helfen." Das ist es gerade, woran der Stahlhelm gearbeitet hat, wofür sich seine Kame­raden 13 Jahre eingesetzt haben: Für die Willensbildung im deutschen Volke, für den Gedanken, daß es in Deutschland nur vorwärts gehen kann, wenn nicht der Geist des Marxismus und der Wille und,die Stimmung der Massen regieren, sondern wenn das alte Preuhenwvrt wieder auf den Schild geschrieben wird: »Hilf dir selbst und Gott wird dir h e l f e n I" Wir muffen dieses System be­seitigen, das die deutsche Lebenskraft zerstört. Wir wollen Preußen für die wirklichen Preußen haben. Wer Preußen hat, der hat Deutschland. Klar und einfach ist unser Programm, in dem der Volksentscheid nur ein Glied ist, ein Glied, auf das wir die Wahlen in Preußen und auch in den anderen deutschen Ländern folgen lassen wol­len. Wahlen, denen die Reichstagswahlen nach­folgen müssen. Alles Wahlen, die wir abgeschlos­sen zu wissen wünschen, bevor das deutsche Volk daran geht, zum gesetzlich vorgeschriebenen Ter­min sich sein neues Reichsoberhaupt zu wählen.

Oberstleutnant a. O. Oüsterberg erklärte u. a.: Die wichtigste Voraussetzung für Deutschlands Freiheit ist bieW leber g ewi n - nung der Wehrhoheit. Ohne Wieder­gewinnung der Wehrhoheit wird Deutschland auch in Zukunft nicht Dubjett, sondern Objekt der Politik unserer Gegner bleiben. Daß wir kei­nen Krieg wollen, sei nochmals ausge­sprochen Aber wir wollen einen Frieden in Ehren auf dem Boden unbedingter Gleich­berechtigung und des Selbstbestimmungsrechtes, das man allen Völkern der Welt zubilligt, nur uns dorenthalten hat. Aber auch abgesehen von dieser außenpolitischen Frage, die eine Umwand­lung der preußischen Regierung im nationalen Sinne nötig macht, ist es unsere feste Heber- zeugung, daß bei einem weiteren Bestehen der heutigen preußischen Regierungskoalition immer mehr kulturelle, politische und wirtschaftliche Ge- sunbungsquellen in Preußen zerstört werden. Das Leistungsprinzip ohne Rücksicht auf di« Parteizugehörigkit ist wieder zum herrschenden Grundsatz zu machen. Die heute bestehende ver­schleierte Diktatur entspricht nach unserer Heber» zeugung nicht mehr der Verfassung von Weimar. Wenn in der heutigen Krise Stimmen der Linken laut werden, daß vaterländische Verantwortung ein Zurückziehen des Volksentscheides verlangen, so lehnen wir diese Ratgeber ab. Vielmehr müssen wir darauf Hinweisen, daß sich gerade die Parteien und ihre Exponenten in den höchsten Staatsstellen, die heule von vaterländischer Pflicht sprechen, nicht gescheut haben, während des Krie­

ge- eine Willensschwäche des deutschen Volkes zu betreiben. Wenn die KPD. sich an diesem Volks­entscheid beteiligen will, so ist ein gewisser Vor­wurf der Mittelpavteien über dieseVolks­genossen" nicht am Platze. Parlamentarisch haben, von den kleinsten Gemeinden angefangen bis zum Reichstag, diese Parteien niemals, wenn es ihren Interessen entsprach, auf die Stimmen der tt>m- munistischen Abgeordneten verzichtet.

Besorgnisse in Paris.

Paris, 4. Aug. (WTD.) Zum Volksentscheid über die Auflösung des Preußischen Landtags schreibt E x c e l s i o r, das Element des Vertrauens, das die Verständigung zwischen der Federal Reserve Bank, der Bank von England und der Bank von Frankreich darftellt, werde seine volle Auswirkung in der Welt nur haben, wenn Deutschland, das mit einer sehr kritischen Wirtschafts, und Finanzlage zu kämpfen habe, einen Beweis seines Frie­denswillens gebe. Die Gelegenheit hierzu werde das deutsche Volk am 9. August haben, wenn es für oder gegen die Beibehaltung des preu­ßischen Landtags stimme. Es handele sich nicht um das Geschick der Weimarer Verfassung und der deut­schen Republik, deren letzter Scyutzwall die Koalition in Preußen zwischen Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten bleibe, die ganze Außenpolitik Deutsch­lands würde in Frage gestellt werden, wenn in Preußen eine nationalistisch-völkische Koalition ans Ruder käme, die Deutschland in die schlimmsten Abenteuer hineinziehen würde. Victoire schreibt, Hugenberg müsse sich darüber klar sein, daß ein Sieg seiner politischen Freunde nicht dazu an­getan sei, den Geldgebern, die man aufgefordert habe Deutschland zu Hilfe zu kommen, noch Ver­trauen einzuflößen.

Ruhigere Beurteilung in England.

London, 4. Aug. (TU.) Di« englische Presse beginnt jetzt ihr Interesse dem kommenden Volks­entscheid in Preußen zuzuwenden. Der Pariser Korrespondent derTimes" bringt hierbei aus­führlich die neuerlichen Befürchtungen der Franzosen zum Ausdruck, fügt aber hinzu, daß diese Aussichten übertrieben fein dürf­ten, ganz besonders, weil die Lage der allgemei­nen Entwicklung in Deutschland nicht immer die Ergebnisse zeitigte, die man in Paris erwarte. Die möglichen Rückwirkungen in Deutschland im Falle eines Sieges der Rationalsozialisten wür­den in Paris Wohl überschätzt. Trotzdem aber sei es aut, wenn man mit den mög­lichen Folgen außerhalb Deutsch­lands und ganz besonders in Frankreich rech­ne. Auch der Berliner Korrespondent derTi- meS", der einen eingehenden Bericht über die Geschichte deS Volksentscheids bringt, meint, daß die Befürchtungen der französischen Presse wieder trügerisch zu sein schienen, obwohl möglicherweise die Leiter der deutschen Politik den nächsten Sonntag mit großer Besorgnis betrachteten, die nicht geringer sei als die Befürchtungen der Freunde Deutschlands im Ausland«.

Kein Reichsminister geht zum Volksentscheid.

Berlin, 5. Aug. Wie derVorwärts" Im Zu­sammenhang mit der Aeußerung des Reichskanzlers in seiner Rundfunkrede zum Volksentscheid, daß man ihn am Sonntag n i ch t a n d e r W a h l u r n e sehen werde erfährt, trifft das gleiche für alle Reichsminister zu. Der Reichskanzler und sämtliche Reichsminister lehnten den Volksentscheid aus inner, und außenpolitischen Gründen ab.

Aus aller Welt.

Flottenfchletzübungen in der Kieler Bucht.

Am Montagvormittag sind die Linienschiffe »Schleswig-Holstein", »Schlesien", »Hessen" und »Hannover", sowie der Kreuzer »Königsberg", ferner der Kreuzer »Köln", die erste Minensuch- hatbflottille mit den BootenM 113, 75, 122, 136 und 145 zu Artillerieschießübungen in der Kie­ler Ducht ausgelaufen. Die Schiffe werden vor­aussichtlich am Freitagabend zurückkehren. Die Hebungen erreichten ihren Höhepunkt in einem Tag- und Rachtschiehen. Als Ziele dienten Schei­ben, die von Schnelltendern geschleppt wurden und Torpedoboote darstellen. Das femlenkbare ZielschiffZähringen" konnte infolge einer Ha­varie nicht verwandt werden. Der militärische Er­folg der bisherigen Zielschießübungen ist gut. Konteradmiral Förster sprach den beteiligten Schiffen seine Anerkennung aus. An den Schieß­übungen nahm u. a. auch der Chef der Marine­leitung, Admiral Dr. h. c. Raeder teil.

Amtsenthebung

des Direktors der Bremer Staatshauptkaffe.

Der Direktor der Staatshauptkafs«, Dr. Meh- fer, hat bei der Schröder-Bank persönliche Spekulationsgeschäfte betrieben. Diese Spekulationen sind nicht mit bremischen Staats­mitteln gemacht worden. Dr. Mehler hatte sich persönlich für diese Geschäfte bei der Schröder- Bank ein Konto eröffnen lassen. Das Depot- kondo von Dr. Mehler soll etwa 200 000 Mark betragen. Gegen Dr. Mehler ist das Diszi­plinarverfahren eröffnet und im wei­teren Verlauf bi« Suspendierung von seinem Amt verfügt worden.

Edisons Befinden gebessert.

Das Befinden des 84jährigen Thomas Edison, der vor einigen Tagen einen Zusammenbruch er­litten hatte, hat sich so weit gebessert, daß er b e ° reite einen kleinen Spaziergang um fein Haus vornehmen konnte.

(Ein Seesteg in Brand.

Zu aufregenden Szenen kam es inPenarth bei Cardiff (England), als der 200 Meter lange ©eefteg und eine auf ihm errichtet« Tanzhalle in Braud gerieten. Beim Ausbruch des Feuers befanden sich ungefähr 800 Personen auf der Drücke, die sich größtenteils in Sicherheit bringen konnten. Rur etwa 50 Tän­zern und Tänzerinnen und den Mitgliedern deS Orchesters, die sich auf den glücklicherweise aus Zement erbauten Brückenkopf geflüchtet hat­ten, war der Rückweg abgeschnitten, doch wurden sie sämtlich von herbeieilenden Boo­

ten an Bord genommen und gelandet. Der See­steg und die Tanzhalle sind völlig zerstört.

Unwetter über Düsseldorf. (Ein 2Hann vom Blitz erschlagen.

Düsseldorf, 4. Aug. (WTB.) In Düffeldorf und Umgebung ging heute in den Mittagsstunden ein schweres Gewitter nieder, dos etwa 2% Stun­den dauerte und große Schäden verursachte. Durch einen Blihjchlag wurde der Eifenbahndamm in ber (Siegburger Straße getroffen und beschädigt. Wäre es nicht gelungen, einen heran­nahenden Zug auftuhalten, tjatte sich ein schweres Unglück ereignen können. In der Siedlung bei Holthausen wurde ein Mann, der sich a u f e i n e m Felde befand, von einem Blitzschlag ge­tötet.

Schwere Unwetterfchäden in Mltlelfronkreich und Belgien.

Aus allen Teilen Mittelfrankreichs werden schwere Gewitterschäden gemeldet. Im Schloß M6han bei Sr. Denis verursachte ein Blitzschlag ein großes Schadenfeuer. Auch ein Bauernaehöft wurde eingeäschert. In der Nahe von Vichy starb eine Frau vor Schreck über einen Blitzschlag. Auch aus anderen Orten werden zahlreiche Todesfälle infolge Blitzschlages gemeldet. Ueoer Lüttich und Umgebung entlud sich ein schweres Unwetter. Eine Windhose und starker Hagelschlag richteten erheblichen Schaden an. Der Straßenverkehr war zeitweise unterbrochen. Stellenweise waren große Ueberschwemrnungen zu verzeichnen.

Die Ueberschwemmung in hankau.

Der Konsul der Vereinigten Staaten in Hankau hat das Staatsbepartement benachrichtigt, daß infolge der ungesunden Bedingungen, unter denen die vor den Fluten Geflohenen leben, der Aus- bruch einer ernsten Epidemie unver­meidlich sei. Hnzählige Flüchtlinge leiden a n Lebensmitteln Mangel und sind auf un­zureichendem Raum und ohne die nötigen hygie- nischen Vorkehrungen zusammengedrängt. Das Jardine-Gebiet, ein Ausländerviertel in Hankau, ist biszu 7 MeterTiefevondem Was­ser überflutet.

Schwerer Autounfall in Koblenz.

An einer gefährlichen Straßenkreuzung an einer Unterführung stießen zwei Personenkraft­wagen in voller Fahrt zusammen. Durch die Wucht des Zusammenpralls wurde eine in dem einen Auto sitzend« Dame in hohem Bogen auf die Straße geschleudert, wobei sie einen doppelten Beinbruch erlitt, Drei wettere

Damen wurden mehr oder weniger schwer de« letzt. Der Sohn eines Obsthändlers, gegen dessen hölzerne Verkaufsbude die beiden Autos nach d«N Zusammenstoß anprallten, erlitt schwere InN n er e Quetschungen. Die Führer der beiden verunglückten Wagen blieben unverletzt. Dagegen wurden die Fahrzeuge stark demoliert und auch das Derkaufshäuschen des Obsthändlers ist erheblich beschädigt.

Landungsfahrt desGraf Zeppelin" nach Englands

Wie Kapitän von Schiller erklärte, wird diq am 14. Juli verschobene LandungSfahrt des »Graf Zeppelin" nach London nun am 1 8. August, 7 Uhr, angetreten werden. Die Landung auf dem Flugplatz H e st v n bei London wird am 18 August gegen 18 Hhr erfolgen. Hm 19 Hhr folgt eine Rundfahrt um di e englischen Inseln. Rach einer kurzen Zwischenlandung am 19. August tritt das Luftschiff um 19 Hhr seine Heimreise nach Friedrichshafen an, wo es am 20. August 6 Hhr auf dem Werftgelände landen wird.

Flugzeugabsturz In der Tschechoslowakei.

Bombenflugzeug ist brennend auf bi« Chrudlmer Spiritusbrennerei ab- Stürzt- Tas Flugzeug fing in einer Höhe von 2000 Meter Feuer. Der Pilot, Körhoral Stei­ner, sprang mit einem Fallschirm ab. Er [anbete wohlbehalten unweit von Chrudim. Der Fall­schirm des Beobachters Leutnant Mlejnek blieb am Steuer des Flugzeugs hängen, so daß der Leutnant mit dem brennenden Flugzeug noch etwa vier Minuten durch die Luft flog. 200 Meter über der Chrudimer Spiritusbrennerei brannten bie Saue des Fallschirmes durch. Leutnant Mlejn«? stürzte auf ein Dach der Brennerei und fiel dann tot in den Garten. Das brennenbe Flugzeug ohne Beman- mma stieß gegen die Wand des Magazins, in welchem Spiritus lagerte, wobei es explodierte.

Todesskürze in den Schweizer Alpen.

In der Schweiz haben sich wieder verschiedene tödliche Abstürze ereignet. So ftürxte auf dem Frohnalpstock eine Damenschneiderin aus Zü­rich in die Tiefe und blieb tot liegen. Bei einem Aufstieg an der Fählenwand verlor der Tourist Fitzt von Berg beim Edelweißsuchen plötzlich den Halt und stürzte vor den Augen seines Begleiters 300 Meter tief ab. Sein Körper wurde vollständig zerschmettert. Beim Aufstieg zur Wilden Frau stürzte ein 17jährioer Tourist aus Steffisburg über einen Gletscher ab und blieb mit zerschmettertem Kopf liegen.

Blitzschlag in die Straßenbahn.

Während eines Gewitters mit wolkenbruch­artigem Regen schlug der Blitz in die fahrend« Straßenbahn der Strecke Langenlonsheim Bad-Kreuznach. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt: die Fahrgäste kamen mit einer Betäubung und dem Schrecken davon. Der Blitz zerstörte den Motor des Trieb­wagens und brachte den Zug sofort zum Stehen. Erst nachdem ein Ersatzwagen aus dem Kreuz- nacher Werk zur Stelle war, konnten die Fahr­gäste ihre Reise fortsehen.

Line zu spät gekommene Erbschaft.

Dieser Tage waren zwei ausländische Rechts­anwälte in Offe nburg erschienen, um einem Fräulein Geiger di« Mitteilung zu machen, daß ihr eine Erbschaft von 30 Millionen Dollar aus Amerika zugefallen sei. Sie mußten aber feststellen, daß bi« in Betracht kommenbe Dame bereitsvor zwei Jahren in hohem Lebensalter gestor b«n ist, ohne be- sonberes Vermögen zu besitzen.

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Wettervoraussage.

Obwohl das Hochdruckgebiet seine Lage seit gestern wenig verändert hat, so zeigt es in seinem Aufbau einen Rückgang des Luftdrucks. Die aus dem Hoch ausfließende Luft führt zu vielfach heiterem und sommerlichem Wetter mit Morgentemperaturen über 20 Grad. Inzwischen hat sich über der Biskaya und Westfrankreich eine flache Störung ausgebreitet, die später wahrscheinlich auch bis in unseren Bezirk ihren Einfluß entfalten dürfte, so daß dadurch der Hoch­druck eine weitere Schwächung erfährt.

Vorhersage für Donnerstag: Warmes Wetter, bewölkt, aber auch aufheiternd, trocken.

Vorhersage fürFreitag: Bewölkt, warm, Neigung zu Gewitterstörungen oder einzelnen Nie­derschlägen.

Lufttemperaturen am 4. August: mittags 25 Grad Celsius, abends 21 Grad: am 5. August: morgens 19,9 Grad. Maximum 25,4 Grad, Minimum 15,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. August: abends 23,8 Grad: am 5. August: morgens 20,2 Grad Celsius. Niederschläge 14 mm.

Sonnenschelndauer drei Stundey,-