Zeffen Md bin ich?
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Nachdruck verboten.
2D. Fortsetzung.
2lch, Kind, das sagt und wünscht man sich
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:cud'e gebracht! Wie merkwürdig das doch warl „Nein, feind von beiden, gnädige Frau! Ditte, .■eigen gnädige Frau nichtI Ich kann nicht dar- bec sprechen!" , ... _ ,
„Dur die eine Frage noch — ist durch einen Mann das Zerwürfnis mit Ihren lieben Eltern
-kommen?"
Das glühende Rot, das plötzlich das Gesicht ; ce Mädchens überflutete, bestätigte ihre Ge° orten — es war da irgendeine Liebesangelegen- eit im Spiel, obgleich das Mädchen sagte — „es cHeben keine Zerwürfnisse zwischen den Eltern inii mir!" • ,
Die dieses blonde, schöne Geschöpf sie internierte — alle ihre Sympathien flogen ihm zu, md sie forschte in den ebenmäßigen Zügen, als suche sie nach einer Aehnlichkeit.
„'Sind Sie auch mit Geldmitteln versehen, liebes Kind? Falls es mit einer Stelle nicht gleich Paßt - ich frage nicht nur aus bloßer Neugierde."
„Etwas Geld habe ich, und im höchsten Notfall i— meine Uhr ist ziemlich wertvoll —“
Die rührend naiv doch die Kleine war — wie einfach sie sich das vorstellte: nach München fahren und sofort eine zusagende Beschäftigung finden —1
,Kind, und wenn Sie in schlechte Hände geraten? Sie kennen die Gefahren und Verfüh- ningen einer Großstadt nicht!"
Ganz ängstlich und verschüchtert, die Hände im Schoß verschlungen, saß das junge Mädchen da und hörte der Dame zu, die ihr allerhand er- Mtc. Ein gut Teil ihres Trohes schmolz in Ängst und Furchtsamkeit zusammen. Die Dame 2 malte doch wohl zu schwarz! Aber allmählich durde ihr bewußt, was sie in ihrer kopflosen Verzweiflung getan!
„Wäre es nicht klüger, wieder zu Ihren Eltern zurückzufahren?"
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mühevoll ist der Weg dahin -—-ich kenne ihn? auch aus Erfahrung!" ,
„Ah — gnädige Frau sind Künstlerin? Oh, ich dachte es mir gleich!" und in kindlicher Cße- ' wunderung sah das junge Mädchen die Dame an,, die den Vorhang vor dem Fenster ein wenig beiseite schob. Es schneite noch immer; -ein kalter Luftzug traf ihre Hand.
In der Ferne tauchten Lichter auf, es wurden - immer mehr: wie eine Kette leuchtender ^ßcrlfcn standen sie da. Mqn näherte sich einer größeren - Stadt. Cs wurde lebhafter in dem Gang P.or, dem Abteih Neisende trügen ihre Gepäckstücke schon bis zur Tür, um gleich aussteigen- ziti, können, •
Das junge Mädchen erhob sich — „ich muß jetzt .wieder in meinen Wägen —"
„Nein, Kind, wir bleiben für den Nest 'der Fahrt zusammen. Ich werde mit 'dem Schaffner sprechen und nachlösen. Und Ihr Gepäck' holen
' Sie sich gleich hierher, ehe der Platz hier belegt wird." "...
Sinnend sah sie der schlanken Gestalt'des Mädchens nach, das, obwohl aus einfachen Verhält-, nissen stammend, einen so unleugbar vornehmen , Eindruck machte. Es verlangte sie, zu erfahren, warum das junge Ding das Elternhaus verlassen; sie zweifelte nicht, daß es ihr gelingen würde, > dessen vollständiges Vertrauen zu erringenrDettn das stand schon jetzt "bei ihr fest, das. Mädchen ' als Hausgenossin zu behalten;, ihre Einsamkeit;| druckte sie, und sie ertrug sie schwer, und. sie • mußte «was zum Liebhaben-und ^Betreuen haben.'
13.
Ueherlegend stand Inga Neinshagen da, ebnen': verdrießlichen Zug auf dem hübschen Gesicht: . dann warf sie mit einer trotzigen Gebärde den Kopf zurück.
„Nein!" ' ' " ' / . ; .
Ein Griff in den Kleiderschrank. nach- pem-i blauen Tuchkleid, dann die Kappe ^lus.Seal tief über das brauNgöldene Haar gedrückt und den , Mantel angezogen. So, noch das Pesuchstäfchchen aus "rotem Leder - und den Äkuss. Sie. nahm -sich-, nicht Zeit oder Muhe, npch einmal in ben Spiegel zu schauen: schnell ging.-sie nach hem Wcchn- : zimmer, um - dort aber doch ginen Augenblick zögernd stehen zu blechen, ehe sie dann entschlaf-? sen den Türgriff niederdrückte. -
- „Du willst ausgehen, 3ug"a?“
In tadelndem Erstaunen fragte es. die Gräfin, ,= die eben dabei war, letzte Hand an den sehr einladend hergerichteten Teetisch zu legest. „.Hast ( du vergessen, daß die Baronin Brandeck uizd ihr Sohn nachher zum Tee kommen T s 'i
„Eben weil ich es n i ch t vergessen hahe, .j Mama", entgegnete Inga gelasselst' „dir kennst meine Ansicht zur Genüge — ich. mag Egbert Brandeck nicht, und. wenn ihr euch auf den. Kopf
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Ein Zucken ging da durch die Gestalt des jungen Mädchens, das in unwillkürlicher entsetzter Abwehr die Hände hob — „das ist unmöglich! Eher sterben —I Ich kann nicht!"
Die Dame schüttelte nicht begreifend den Kopf.
Was mußte diesem jungen, süßen Wesen angetan sein? Menschenpflicht war es, sie nicht >u verlassen! Wenn sie sie nun mit sich nahm in ihr Haus für ein paar Sage — oder vielleicht gar S behielt als Stütze oder Gesellschafterin?
leicht war dieses Zusammentreffen ein Wink des Schicksals, und sie würde in diesem jungen Mädchen, dessen ganzes Aeußere und .ganzes Benehmen auf eine Herkunft aus gutem Hause schließen lieh, eine wertvolle Hausgenossin für ihre Einsamkeit finden.
In wohlabgewogenen, vorsichtigen Worten sprach sie davon. Nährend war es zu sehen, wie in anfangs ungläubigem Staunen die großen, blauen Augen blickten und wie dann Freude das blasse, bekümmerte Gesichtchen förmlich durchleuchtete.
„Gnädige Frau", in Schluchzen brach die Stimme des Mädchens, das sich über die Hand der fremden gütigen Frau neigte ■— „ach, gnädige Frau sollen es nicht zu bereuen haben! Alles will ich tun für die gnädige Frau!"
„Möchten Sie mir nicht ein wenig Vertrauen schenken — und sich aussprechen! Ich sehe ja, daß Sie einen großen Schmerz in sich tragen! Hnb eine Aussprache bringt doch etwas Erleichterung! Man darf nicht alle Drücken hinter sich abbrechen — und daß eine Herzensangelegenheit an allem schuld ist
Traurig sah das Mädchen vor sich hin.
„Es hatte mir einer von Liebe gesprochen!" sagte sie leise, „und ich hielt mich für seine Braut, und —sie seufzte in der Erinnerung an all das Traurige tief auf.
Als sie nicht weiter sprach, sah die Dame sie forschend an und strich behutsam und liebevoll über ihre Hände — „und da schenkten Sie sich ihm —“
Verständnislos schaute das Mädchen auf — „Wieso?"
Sie hatte "den tieferen Sinn dieser Frage zuerst gar nicht erfaßt: als er ihr bann, aber klar würbe, sprang sie entsetzt auf — „gnädige Frau — das, das denken gnädige Frau —? Oh —" schamerfüllt schlug sie die Hände vor das Gesichts - .
Die Dame drückte sie wieder zurück in die Polster und streichelte liebevoll und beruhigend die weichen Wangen. „Kind, liebes Kind,-wäre es nicht menschlich begreiflich gewesen imb. darum zu verzeihen? Sie hatten sich in dem. Verlobten, getäuscht?"
„Ich weiß es nicht! Vielleicht hatte ich es mir mehr eingebildet! Er war aus sehr vornehmer Familie, während mein .Vater nur Lehrer in einem Dorfe ist! Und dann war eine böse Klat
scherei in dem Dorfe: meine Eltern erführen davon — wie schlecht die Leute doch sinh.".
Die Tarne zweifelte keinen Augenblick, Pah das Mädchen die Wahrheit sprach - sie konnte sich ungefähr den Zusammenhang erklären!
„— und darum gleich davonlaufen, liebes Kind? Es gibt viel Schlimmeres im Leben zu überwinden —"
„Mein Schicksal ist sehr grausam, gnädige Frau!" flüsterte das Mädchen. Ach, konnte sie denn sagen: „Ich bin nur ein Findelkind, und dieser Fluch verfolgt mich mein ganzes Leben — er hat auch mein Glück getötet!" Dieses Geheimnis mußte sie streng für sich behalten — sonst hätte die fremde, gütige Dame sich gewiß von ihr zurückgezogen! Und sie war so dankbar für diese Begegnung — nun war sie doch. nicht so ganz verlassen!
„In Arbeit will ich Vergessenheit suchen! Och habe viel gelernt: die Eltern haben dafür gesorgt!"
Mit einem schwachen Versuch zu scherzen sprach das junge Mädchen weiter — „am liebsten wäre ich zum Theater gegangen! Wie mich die Bühne lockt, kann ich gar nicht sagen, obwohl ich nur selten Gelegenheit hatte, einige Vorstellungen zu sehen — aber ich kann viel von den Klassikern auswendig, und abends, ehe ich ins Bett ging, habe ich heimlich noch oft deklamiert!"
Die Dame horchte interessiert auf — das, das lebte in dem jungen Ding? Und dann dachte sie viele Jahre zurück und sah sich bei dem bescheidenen Licht einer Kerze im- Nachthemd vor dem Spiegel in ihrem Schlafzimmerchen stehen und den geliebten Schiller deklamieren — wohl alle jungen Mädchen waren sich darin doch gleich!
„Sie werden mir gelegentlich einmal etwas vorsprechen! Vielleicht, wenn ich Begabung sehe, wirkliche,, große Begabung,, daß man Ihrem Wunsche nähertreten konnte! . Ich habe viel gute Beziehungen zum Theater
„Oh — gnädige Frau, wenn das sein könnte! Mein Herzenswunsch —", wie die Augen des Mädchens glänzten — wie zwei schöne, dunkelblaue Saphire —!
„Liebes Kind, nirgends aber gibt es so viele Enttäuschungen und Gefahren, wie gerade beim Theater."
Mit Aufmerksamkeit lauschte das junge Mäd- . chen den Erzählungen der Dame, wie sie davon sprach, dann aber auch von der Genugtuung, die einen erfüllte, wenn man, umjubelt vom Beifall des Publikums, da droben auf der Bühne stand in dem stolzen, hehren Bewußtsein, daß man den ■ kunstliebenden Menschen eine Stunde der Weihe geschenkt!
„Lohnt denn .ein solcher Augenblick nicht die viele Mühe, wenn man sein Ziel erreicht hat?"
„Ja, wenn man sein Ziel erreicht hat!" betonte die Dame, „ach, mein Kind, weit und
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