Ausgabe 
4.5.1931
 
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Montag, 4. Mai 1931

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. (03 Zweites Blatt

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mußten, trugen die Ligamannschaften der hiesigen Vereine bereits am Samstag je ein Spiel aus. Die VfB.er hatten die Ligamannschaft des VfB. Friedberg zu Gast und errangen einen über­zeugenden, wenn auch im Ergebnis etwas schmeichelhaften Sieg. Mit 5:1 Toren muhten sich die spielstarken Gäste geschlagen bekennen. Die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1900 errang gegen VfB. Kurhessen Marburg auf des Gegners Platz ein sehr ehrenvolles Unentschieden von 1:1. Das Spiel konnte sehr leicht für die Hiesigen siegreich ausgehen, wenn nicht Adel­berger einen Elfmeter verschossen hätte. Auf dem Platz an der Liebigshöhe hatte die ßiga- reserve die erste Mannschaft von Watzenborn- Steinberg zu Gast. Das Spiel, das auf beiden Seiten sehr ansprechende Leistungen zeigte, endete

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Landeskirchentag spricht die bestimmte Erwartung aus, dah solche Mißstände beseitigt werden und daß künftig den Bestimmungen des Artikels 4 des Dolksschulgesetzes gemäß verfahren wird."

Damit waren die Beratungen des Landes- kixchentages abgeschlossen.

ist der Aufbau der Mädchenschulen und deren Gestaltung im Rahmen des höheren Schulwesens Ihr Werk.

Neben Ihrer vorbildlichen Tätigkeit für die hes­sische Schule und ihre Lehrer haben Sie in hervor- ragendem Maße Einfluß auf gesamtdeutsche Schul- und Bildungsfragen genommen und damit auch der hessischen Schule gedient. Ihre besonders betreuende Fürsorge aber hat dem Deutschtum im Auslande und dem deutschen »Auslandschulwesen mit seinen Lehrern gegolten, denen Sie in frühzeitigem Er­kennen der Kultur und Wirtschaftsbedeutung einer deutschen Kulturpropaganda der Deutschen in aller Welt unbeirrbar Bahnbereiter geworden sind. Auch auf diesem Gebiete haben Sie unschätzbare Pionier- aroeit geleistet.

Ihnen, sehr geehrter Herr Staatsrat, heute bei Ihrem Scheiden aus dem Amte für diese lang­jährige treue, opferoolle und erfolgreiche Arbeit als Sachverwalter des hessischen Schulwesens und im Dienste des ganzen deutschen Volkes Anerkennung und herzlichen Dank zu sogen, ist mir tiefempfunde­nes, aufrichtiges Bedürfnis. Mit besonderer Freude und mit Dank erfüllt mich dabei die Tatsache, daß Sie sich bereit gefunden haben, die Fragen des Auslandschulwesens und der Auslandlehrer auch weiterhin zu bearbeiten, und daß so Ihre tätige Verbundenheit mit dem Ministerium für Kultus und Bildungswesen auch für die Folge erhalten bleibt.

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einem gerechten Unentschieden von 3:3.

Fußball in Hessen-Hannover.

Ueberraschende Ergebnisse.

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Dank der hessischen Schulverwaltung an Staatsrat Block.

Darmstadt. l.^Mai. Staatspräsident Dr. Adelung hat an den am 1. Mai in den Ruhe­stand getretenen Staatsrat Block ein Schreiben gerichtet, in dem es nach einem Hinweis auf die mehr als 42jährige Tätigkeit des Scheidenden im Schuldienst, davon nahezu 24 3ahre in dem bedeutungs- und verantwortungsvollen Amt eines Referenten für Schulangelegenheiten im Mini-

Das das letzte tooet Roman von 2. Schneider-Foerstl.

Urheber-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa.

Hochbetrieb auf Gießener Sportplätzen

Am gestrigen Sonntag herrschte auf den Gieße­ner Sportplätzen ein lebhafter Betrieb. Auf den Plätzen des VfB., der Spielvereinigung 1900, der D3K. und der Freien Turnerschaft fanden aus Anlaß des Iugendtages eine Reihe von Spielen jugendlicher Fußballmannschaften statt, die mit je zweimal 20 Minuten Spieldauer durch­geführt wurden. Ertdähnenswert erscheint, dah die Spielvereinigung 1900 mit fünf Mannschaften zu diesen Spielen antrat und alle fünf Spiele gewinnen konnte. 3m Laufe des Rachmittags wurden auf dem Platz der Spielvereinigung auch leichtathletische Wettkämpfe der Jugendlichen ausgetragen, die von den vielen Zuschauern mit großem 3nteresse verfolgt wurden. Die Jugend­lichen der hiesigen und vieler auswärtiger Ver­eine waren zahlreich erschienen und lieferten sich spannende Wettlämpse. Den Höhepuntt des Vach- mittags stellte das Städtehandballspiel Gießen gegen Wetzlar dar. Die Wetzlarer siegten nach einem nur teilweise überlegen ge- gefüljrten Kampfe mit 10; 8 Toren. Mit be­sonderem Interesse wurde das Halbstunden- Paarlaufen verfolgt, das während einer ver­längerten Pause zwischen den beiden Halbzeiten des Handballspieles ausgetragen wurde. Es stellten sich dem ©tarier vier Mannschaften. Mit einem ansehnlichen Vorsprung ging die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 (Peters I., Schaaf) vor Kaufmann und Hetzel (FSV. Frank­furt) als erste durchs Ziel. Die Gießener legten in dieser halben Stunde eine Strecke von 10 027 Meter zurück. Zweiter wurden die Frankfurter. Dritter die Mannschaft des Sportvereins Wetzlar. Vierter die zweite Mannschaft der Spielvereini­gung 1900.

Da gestern aus Anlaß des Iugendtages die Sportplätze für die Jugend freigehalten werden

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sterium, heißt:

In den für unser Volk so wechselvollen Ab­schnitten -dieser Zeit haben Sie führend und formgebend das hessische Schulwesen zu einer in ganz Deutschland anerkannten Höhe entfalten helfen, haben nach den Stürmen des Krieges mit kluger Besonnenheit an den Grundlagen der neuen Schule mitgearbeitet, haben in der schweren Rot der Gegenwart, durchdrungen von der Be­deutung der Schule für unsere Kultur- und Wirt­schaftsleben. mit zäher Beharrlichkeit um Bestand und Höhe des hessischen Schulwesens gerungen, sind immer der verstehende und warmherzige, w . ,

von hohem Berufsethos erfüllte Freund und | herigen körperlichen Rüstigkeit und der gewohnten Führer der Lehrerschaft gewesen. Insonderheit 1 geistigen Frische erfreuen mögen."

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Aber es schien ihm nicht ratsam zu fein. Mög­lich, daß Eve mithorchte. Es war besser, zu warten, bis er wieder nach Hause kam. Heute war er bei den Babendicks gewesen. Der junge Klaus hatte sich herrlich entwickelt. Er würde ganz gut zu Evelin paffen. Vorläufig muhte man ihr Wohl Zeit lassen.

Drüben ging die Tür wieder. Was ging es ihn aber schließlich an, wenn anderer Leute Wasser­hähne tropften! Traurig genug, wenn sie so zimperliche Verven hatten. Sich zurechtrückend, dachte er angestrengt an Evelin. Aber sie ent­schwand, und es wurde die schöne Fremde daraus.

Da war nun nichts dagegen zu machen. Zuletzt wurde das Verlangen, etwas über sie zu erfahren, so mächtig, dah er aufsprang und sich in die Halle hinunterbegab. Sie war leer. Vur der zweite Direktor stand auf dem ornamentierten Teppich lunb gab den Pagen Anweisung, wie sie die Ge­decke für den Fünf-Uhr-Tee anzuordnen hatten.

Lutz zögerte noch, machte dann einen Vorstoß, indem er, von feinem Klubstuhl aufsehend, fragte: Sind alle Ihre Gäste so anspruchsvoll wie küese Javanerin?"

Er hatte ganz recht kalkuliert. Obwohl ihn der Direktor nicht sofort begriffen hatte, konzentrierte er sich doch auf die verschiedenen Gesichter, die im Hause wohnten.

Ach, Sie meinen Miß Hetterfield?" Er seufzte, verbeugte sich vor einem Herrn, der eben der Treppe zuschritt und vergrub dann die Hände in den Taschen seines Iackettanzuges:Was wollen Sie von der einzigen Tochter eines Mil­liardärs, Herr Setterholm! Mich wundert nur, daß sie nicht noch anspruchsvoller ist. Sie ist im Grunde genommen ein ganz entzückendes Mäd­chen."

Dem Alter nach schwer zu taxieren", wandte Lutz ein.

Vicht doch! Einundzwanzig! Ich weiß es bestimmt", sagte er, den ungläubig erstaunten Blick Setterholms auffangend.Täglich fabelt sie nach Ueberfee an ihren Vater, Unb Tag für Tag kommt ein Kabel zurück. Mit ihr wäre nicht schlecht au fahren. Sie ist nur ein bißchen eigen­willig. Aber dieses Exemplar von einem Haus- hofmeister..,"

Wie?"

Für den wohlverdienten Ruhestand hoffe und wünsche ich, daß Sie sich noch viele Jahre der bis- | herigen körperlichen Rüstigkeit I geistigen Frische erfreuen mögt

3a! Sv etwas Aehnliches ist er wohl, der alte Herr, den Sie vorhin bei ihr gesehen haben. Er rechnet, als ob die Miß Erwerbslosenunterstüt­zung bezöge. 3eden Abend bekommt der Liftboy seine drei Mark, auch wenn niemand aus dem Appartement II gefahren ist. Aber wenn sich der Ctagenfellner um ein Brot verrechnet, das wird abgezogen."

Möglich!"

3a! Entschuldigen Sie mich, Herr Setterholm." Er ging auf eine Dame zu, die sich suchend um­blickte. Sie erwartete jemand, der noch nicht eingetroffen war und lieh sich an einem kleinen Tischchen nieder. Da sie nicht geneigt schien, ein Gespräch anzuknüpfen, kam der Direktor wieder au Lutz zurück.Mich wundert nur, sagte er lachend,daß ihr die acht Zimmer von Apparte­ment II genügen."

Und mich, daß sie mit einem Herrn so allein in der Welt herumreist I"

Allein?" Der Direktor hatte ein verstecktes Lachen in den Augen.Haben Sie ihre Zofe noch nicht gesehen? Vein? Dann müssen Sie Obacht geben! So etwas an Häßlichkeit bekommt man nicht alle Tage zu Gesicht. Sie ist eine Art, wie sie bei uns nicht gedeiht. Außerdem hat sie doppelte Augen, solche, die nach außen und zu­gleich nach innen sehen!"

Bluff!" Lutz hatte nun wieder diesen abweisend hochmütigen Ausdruck im Gesicht, der alles aus seiner Umgebung verscheuchte.

Aber den Direktor beirrte dies nicht. Mochten die Gäste des Hauses noch soviele Launen, Un­tugenden und Bedürfnisse haben, morgen ober übermorgen fuhren sie ab. Es kamen wieder andere, die netter, liebenswürdiger und weniger anspruchsvoll waren. Es glich sich alles aus. Man lernte es mit der Zeit, sich anzupassen.

So sagte er, als habe er Lutz' Einwurf über­hört:Es ist tatsächlich so. Als sie bei der An­kunft an den Schalter des Portiers kam, einen Gepäckschein abz'.igeben, kaacerweffhte sie i i ih em Englisch, 3avanisch und was sonst noch, er solle seinen Ehering herunternehmen. Er werde ihm sonst große Schmerzen bringen. Weih Gott, das tut er schon, lachte er und steckte ihn mit Absicht nur noch fester gegen die Fingerwurzel. Eine Stunde daraus schob er einen Koffer zur Seite, dessen Ecken mit Messingbeschlägen versehen waren, blieb an einem der Beschlägen hängen und rih sich den Finger auf. Wir haben ihn ins Krankenhaus gebracht und nun telephoniert der Arzt, daß Blutvergiftung im Anzug ist."

Zufall!"

Vielleicht!" Er blickte nach der Treppe und dann rasch auf Setterholm. Lutz hielt die Augen halb geöffnet. Dann taten sie sich zu vollen Weite auf.

Die Zofe", raunte der Direktor.

Aber es hätte keiner Erklärung bedurft. Lutz

und brachte damit erstmalig den Meistertitel an sich. Im zweiten Spiel des Tages trennten sich in Biele­feld der Weftfalenmeifter VfB. Bielefeld und der Meidericher SpV. mit einem Unentschieden von 2:2 (1:2). Bielefeld ist damit zweiter westdeutscher Ver­treter, während Weiderich noch mit dem Trost­rundensieger Schwarzweiß Barmen ein Entschei­dungsspiel um die dritte westdeutsche Vertreterstelle austragen muß. Dieser Kampf findet am 10. Mai statt, so daß auch Westdeutschland bei der am glei­chen Tag zum Austrag kommenden Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft noch nicht vollzählig ver­treten ist.

Oie süddeutschen Endspiele.

Roch immer ohne Weister.

Wenn dieser Sonntag in den süddeutschen Meisterspielen auch noch nicht den endgültigen Meister brachte, so steht jedoch Sp.-Vg. Fürth bereits als erster Vertreter Süddeutschlands bei den Endtämpfen um die deutsche Fußballmeister­schaft fest. Die Fürther konnten in Pirmasens gerade noch ein mageres l:l-Ergebnis heraus- holen, wobei das Glück eine besondere Rolle spielte und so sich vorläufig die Teilnahme sichern. Dagegen nahmen im Frankfurter Stadion die Eintrachtspieler an Bayern München nach einem aufregenden Kampf für die Viederlage des Vor- sonntages Revanche und gewannen mit 2:1 zwei überaus wertvolle Punkte. Damit hat Frank­furt große Aussichten, den zweiten süddeutschen Vertreter zu stellen, denn sein letztes Spiel gegen Wormatia Worms sollte mit einem glatten Sieg enden, zumal es in Frankfurt ftattfinbet.

Phönix Ludwigshafen Trostrundensleger.

Der Entscheidungskampf um den Endsieg in der Trostrunde in Worms, zu dem sich die beiden punktgleichen Mannschaften von Phönix Ludwigs­hafen und VfL. Veu°Jsenburg qualifiziert hatten, nahm eine» unschönen Verlauf. Auf beiden Seiten gab es verschiedene Verletzte und Platzverweise. Phönix stellte die frischere Mannschaft, während Isenburg einen stark überspielten Eindruck machte. Die Folge war, daß Ludwigshafen fast ständig überlegen spielte und so zu einem verdienten 4:0- Sieg kam. Wit diesem Sieg hat sich Phönix Lud­wigshafen das Anrecht erworben, mit dem Sieger der Trostrunde Südost München 1860 ein Ent­scheidungsspiel um die dritte Dertreterstelle Süd­deutschlands bei den deutschen Meisterschaften auszutragen.

Deutschlands weiter siegen in CRom.

Vor zahlreichen Zuschauern nahm am Samstag­nachmittag das 6.3ntemationalc Reit-Tumter tn Rom seinen Anfang. Gleich der erste Tag brachte einen schönen Sieg der deutschen Teil­nehmer. Oberleutnant Hasse siegte auf Derby in einem mittleren 3agdspringen in der besten Zeit von 1: 33,6 vor Oberleutnant Sah la auf Wotan. Auch die übrigen Reiter, Leutnant Mornrn, Rittmeister v. Darnekow, Leutnant Brand und Oberleutnant Lippert warteten mit guten Leistungen auf, kamen jedoch infolge einiger Fehler füp den Ausgang nicht in Betracht.

Auftakt zur Deutschland Rundfahrt.

Am Sonntag wurden auf der Rüsselsheimer Opel- bahn Bahnrennen als Auftakt zur Deutschland- Rundfahrt durchgeführt, die bereits für die Deutsch­land-Rundfahrt gewertet wurden. Im ersten Verlauf der Verfolgungsrennen schlug Deutschland in 20:14 Minuten Belgien und Frankreich knapp mit zehn Meter Vorsprung.

Die Ergebnisse: 1. Lauf: 1. Deutschland 20:14 Minuten: 2. Belgien 20:15 Minuten: 3. Frankreich 20:22,6 Minuten. 2. Lauf: 1. Schweiz 20:05 Min.; 2. Gemischte Ländermannschaft 20:10 Min.: 3. Ita­lien 20:15 Minuten. Wertung für das Länderklasse-

- im Aktie. 45-jÖi). mrociUHiiril (enntr, t z. Innen, etwas Lei-

Abschluß des Gvang. Landeskirchentags.

WSV. D a r m st a d t, 1. Mai. 3n einer Dauer­sitzung wurden heute die Beratungen des E v a n g. Landes k.irchentages abgeschlossen.

3n der zweiten Lesung wurde das sog. K i r - chenschuhgeseh mit unwesentlichen Aende- rungen einstimmig angenommen. Auch die übrigen in erster Lesung bereite angenomme­nen Vorlagen der Kirchenregierung wurden de- battelos zum Gesetz erhoben.

Cs folgte dann die Beratung über mehrere kleine Anträge und Fragen bezüglich der Ent­sendung mehrerer Vertreter zu der Marbur­ger Konferenz. Man kam zu dem Ergebnis, es bei dem seitherigen Zustand zu belassen.

Vach längeren Ausführungen des Vizepräsi­denten der Kirchenregierung, Dr. Dahlem, wurde folgende Entschließung angenommen: Der Landeskirchentag hat mit Bedauern davon Kenntnis genommen, daß von der hessischen Staatsregierung das zur teilweisen Ausgleichung des an sich noch mit einem erheblichen Fehl­betrag abschließenden Voranschlags der Landeskirche für 1930 erforderliche Staats­darlehen bis heute noch nicht völlig (es fehlen noch 129 300 Mk.) ausbezahlt worden ist, obwohl für die Gewährung des Darlehens die Ermächtigung des Landtages vorliegt und die oberste Kirchenbehörde schriftlich und mündlich vielfach wegen Auszahlung vorstellig geworden ist. Das Darlehen wurde in den letzten 3ahren stets zwecks Ausgleichung des Voranschlags der Landeskirche in Ergänzung des unzureichenden Staatszuschusses gewährt. -Der Kredit der Lan­deskirche verträgt nach der Ueberzeugung des Landeskirchentages auf Grund der bisherigen Erfahrungen es nicht, dah die Landeskirche in stärkerem Maße, als dies bisher geschehen ist, an den Geldmarkt herantritt. Der Landeskirchen­tag vertraut deshalb daraus, daß die Staats­regierung in dieser Frage noch nicht das letzte Wort gesprochen hat, und er beauftragt die Kirchenregierung, die in letzter Zeit geführten Verhandlungen mit den zuständigen Staatsstellen mit Vachdruck weiterzuführen."

Eine weitere Kundgebung befaßte sich mit dem Schiedsverfahren mit dem hessischen Staat. Der Landeskirchentag ersucht die Kirchen­regierung, mit Rücksicht auf die Lage der Kirchen­finanzen und die Höhe der Kirchensteuern mit allen nach dem abgeschlossenen Schiedsvertrag niöglichen Mitteln darauf hinzuwirken, dah späte­stens bis zur Ausstellung des nächsten Voran­schlags für die Landeskirche dem Landeskirchentag der Schiedsspruch des Schiedsgerichts zwischen Staat und Kirche vorliegt, damit das Ergebnis des Schiedsspruches bei Ausgleichung des nächsten Voranschlags berücksichtigt werden kann.

Eine letzte Kundgebung besaht sich mit dem Artikel 4 des hessischen Volksschulgesehes, der be­stimmt, dah bei der Besetzung von Lehrer- stellen die Lehrer aus der Konfeffion zu ent­nehmen sind, zu welcher sich die Gesamtheit, oder die Mehrheit der Einwohner der Gemeinde bekennt, und daß im übrigen auf die Gröhe der einzelnen Konfessionsgemeinden wesentlich Rück­sicht zu nehmen ist. 3n der Entschließung heißt es- Zu unserem Bedauern ist in der letzten Zeit diesen Destimkstungen mehrfach nicht entsprochen worden. Der Landeskirchentag ist der Ansicht, daß dadurch die durch das hessische Dollsschul- geseh (Art. 1) gewährleistete Erziehung auf religiös-sittlicher Grundlage e r nft - lich in Frage gestellt wird. Solche Fälle müssen um so verletzender wirken, wenn Lehrer, die an Simultanschulen angestellt sind, für den Austritt aus der Kirche werben. Der Evangelische

Bereits am Samstag gab es in Kassel ein. Tref­fen von einiger Bedeutuno. lleberraschend hoch schlugen die Fckkdaer Borussen den Bezirksmeister SC. 03 Kassel mit 7:1 (!) Toren in einem Freund­schaftstreffen. Am Sonntag schlug Sport Kassel wider Erwarten die Marburger Kurhessen mit 5:4 Treffern und in einem rückständigen Verbandsspiel hatte der Meister SC. 03 Mühe^ sich der Kasseler Hermannen mit 6:4 zu erwehren. In dem Aufstiegs­spiele zur Oberliga siegte Tura Kassel mit 3:1 Toren über Germania Marburg.

Fortuna westdeutscher Meister.

VfB. Bielefeld zweiter westdeutscher Vertreter.

Die Kämpfe um die Westdeutsche Fußballmeister­schaft konnten am Sonntag beendet werden. For­tuna Düsseldorf schlug zu Hause vor 15000 Zuschauern Alemannia Aachen glatt und verdient mit 4:0 (2:0)

ihr ins Gesicht schrie:3ch will aber nicht! Hörst du! 3ch will ganz einfach nicht! Was ist das für eine verrückte Idee! Es geht über alles Da- getoefene, was du dir diesmal erlaubst. Es gefällt mir hier! 3ch habe noch so viel wie nichts von Hamburg gehabt! 3ch sehe nicht ein, weshalb ich schon wieder reifen soll. Wo anders machst du es wieder ebenso!"

Die Zofe zerdrückte einen Stapel feiner Spihenwäsche in den Armen.Habe ich das schon einmal getan, mein Märchrnkind, dich fortgeheht, wenn es dir irgendwo gefallen hat?"

Ach, laß!" Der Zorn war zu groß, als daß Die Morte besänftigt hätten.Wegen dieses Lassen mit seinem langweiligen Mönchsgesicht soll ich nun hier fort. Weil er zufällig einmal an der Treppe steht und mich anstarrt, soll ich den Platz räumen. Frag ihn doch vielte ich t reift er morgen schon wieder."

Er wird bleiben, solange du bleibst."

Ach, Unsinn!" 3Hre kleinen weihen Hände waren zu Fäusten geballt. Den Kopf zurück­werfend, ging sie nach dem Schlafzimmer hinüber.

Die Alle seufzte, nahm den persischen Schal vom Diwan und die Photos von dem kleinen Eck­tisch, holte eine Dafe vom Kamin und raffte die Briefe und Telegramme auf dem Schreibtisch zu­sammen, bis das Zimmer endlich nach einer halben Stunde derselbe nüchtern langweilige Raum war, wie es eben nur Hotelräume ohne persönliche Rote sein können.

Als sie in das Schlafzimmer trat, um auch dort noch alles wegzuschliehen; lag das junge Mädchen auf der gelbseidenen 'Daunendecke und hielt das Gesicht der Wand zugedreht. Eine kühle Hand streichelte ihr die Wange herab.Glaube mir, mein ßtebling, auch anderswo wird es wieder schön. War Capri nicht herrlich? Und Vapoli? Und Venezia?"

Die schlanke Gestalt warf sich zornig herum. Die Leute werden mich für verrückt halten!"

Dann lah sie das denken, Kind! Wir wissen, dah du sehr klug bist."

Aber du bist es nicht!" warf die Schönheit ein. Hast du nicht selbst gesagt, es gibt kein Entrinnen vor dem, was die Gottheit beschlossen hat? Warum änderst du nun deine Ansicht? Und zu­dem ich mühte doch etwas für ihn fühlen. Du kannst beruhigt fein, Aja. Diese Spezies Mann wird mir sicher nicht gefährlich."

Das runzelige Gesicht der Zofe hatte sich ins Zitronenfarbene vergilbt.3ch habe dich im Arm gehalten und an meiner Brust. 3ch habe deinem Vater versprochen, dah ...

Verschone mich!" rief das Mädchen.3ch tue ja schon, was du willst. Wir reifen! 3etzt! 3n einer Stunde! 3n zwei! Sobald du allen Kram verstaut hast. Schluh!" sagte sie, als die Alte, die Arme hebend, noch etwas einwenden wollte.

(Fortsetzung folgt.)

muhte zugeben, daß ihm so etwas Unschönes von einem Weibe noch nicht begegnet war. Als hätte sich die Vatur ein Vergnügen gemacht, diese Hexe und die Götterschönheit ihrer Herrin neben­einander hinzustellen, so wirkte dies, als nun die junge Gebieterin die Stufen herabgeschwebt kam.

Ein Weihes Kleid aus fliehend weicher Seide hüllte die Formen wie in eine Wolke. Man konnte nur ahnen, wo die Düste anfei)te und die Vacken- linie sich hinzog. Blauschwarz lag das Haar um den Marmorton der Stirn gewellt. Lutz starrte nach den trotzig geschwungenen Lippen, die wie Granat leuchteten. Sie waren nicht geschminkt, und er muhte sein Blut zähmen, das Begehren zu unterdrücken, diesen Mund zu füffen.

Mih Hetterfield ging nach dem Tifch, den sie zur Teestunde immer belegt hatte und bedeutete ihrer Dienerin durch ein Zeichen, sich zu beeilen.

Aber die Zofe schien es übersehen zu haben. Sie hielt die Pupillen scharf nach innen gedreht, so daß nur mehr das Weiße sichtbar war. Ihr Blick war ein einziges Schielen.

Lutz trat erschrocken zur Seite, sah die häßliche Gestalt, deren schiefergraues Gewand bis an die Knöchel wallte, zu ihrer Herrin eilen und lebhaft auf diese einsprechen. Er hörte ein verärgertes Vein und gewahrte mit Erstaunen, wie die Dienerin das schöne Mädchen mit Gewalt aus ihrem Stuhle hvchzvg und nach der Treppe hin dirigierte.

Ein ganz vorweltlich hysterisches Frauenzimmer, taxierte Lutz, und er sah ihr nach, wie sie hinter der bronzenen Schönheit die Stufen nahm.

Zehn Minuten später schien es, als wäre im Appartement II der Typhus oder die Cholera ausgebrochen. Der Direkttonschef in eigener Per­son kam herangestürzt, ob Gnädigste nicht zu­frieden sei, ob der Hahn noch immer tropfe, ob eine andere Etage in Frage komme, Vachlässig­keit oder Unhöflichkeit des Personals vorliege, ob und noch einmal und noch einmal ob.

Vichts."

Die Herrin bfjeb völlig unsichtbar. Vur der Haushosmeister stand wie eine erzgegossene Statue dem Kreuzverhör dreier Direktoren gegenüber und sagte immer wieder ein und dasselbe:Vichts von allem! Miß Hetterfield hat sich nur plötzlich entschlossen, zu reifen. Es ist nicht das erstemal, meine Herren."

Das war allerdings nur teilweise richtig. Denn die Mih sah in dem kleinen Salon und trommelte gornig auf die eingelegte Platte des runden Mahagonittsches, während die Zofe hin und her­lief und tausenderlei Kleinkram aus den Schrän­ken und Schubladen wühlte, um sie in Koffer, Köfferchen und Taschen zu verstauen.

Und so oft sie an der Herrin vorüberwischte, bekamen deren Schultern oder Arme oder das blauschwarze Haar eine Liebkosung zugedacht, bis das junge Mädchen erzürnt aufsprang und