Ausgabe 
4.2.1931
 
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Ein altes, gutes Hustenmittel.

das sich schon seit Jahrzehnten bei Erkrankungen, wie husten, Heiserkeit, Verschleimung. Bronchialkotarrh Ufa), glänzend bewährte, sind Krügerol-Katarrh-Bon. bons mit dem antiseptisch wirkenden Zusatz, lieber 11 000 glänzende Zeugnisse von Professoren Aerzten und Verbrauchern beweisen die Vorzüglichkeit und vorbeugende Wirkung dieses medizinischen Bonbons.

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Pressemeldungen vcrsügt, daß b:s zum 22. Februar die waffentechnisch gut gerüsteten" Schutzsorrna- tioncTi .marschfertig" sein muhten. In Bre- nKn hat er zum Ausdruck gebracht, es gelte jetzt .die Rationalsozialisten bis zum letzten Wann restlos zu vernichten". In der Inter­pellation wird weiter Bezug genommen auf Ausführungen des Abgeordneten C r i s p i e n und des Berliner Polizeipräsidentcn. Weiter wird betont, dah sich derartige Fest­stellungen noch beliebig ergänzen liehen. Die ÄSDAP. habe allein in den letzten Wochen neun Tote und Hunderte von Schwer- verletzten zu beklagen. Die Opfer erklärten sich vor allem daraus, dah sich die Leitung der ÄSDAP. streng an die gesetzlichen Dorschriften halte und den Waffenbesitz mit Aus- schluh bedrohe, während die Angreifer m der Regel schwer bewaffnet seien. Die Reichs­regierung wird gefragt, was sie zu tun gedenke, um der marxistischen BürgerkriegSbetze entgegen­zutreten und die Sicherheit der Mitglieder und Anhänger der RSDAP. vor Gewalttaten zu gc- währleisten".

Kleine politische Nachrichten.

Im Auftrage des Reichskanzlers hat der Präsi- deiit des Landessinanzaintes Karlsruhe, Stamcr, am Grabe des Reichspräsidenten Ebert anläßlich des 60. Geburtstages namens der Reichsregierung einen Kranz mit schwarz- rot-goldener Schleife niedergelegt. Reichskanzler Dr. Brüning hat auherdem in einem besonderen Schreiben an Frau Ebert des Geburtstages ge- kacht. e

Der Herr Reichspräsident hat das an ihn gerichtete Telegramm des Reichs- landbundcs wie folgt beantwortet:Haben Sie vielen Dank für die freuiidlichen Grühe von der Reichslandbundtagung im Zirkus Busch, die ich herzlich erwidere. Di e Reichs r eg i e- rung wie ich selbst sind nach wie vor nach besten Kräften bemüht, jede Mög­lichkeit auszunühen, um die Rotlage der Land­wirtschaft zu beheben. Wir rechnen hierbei auf tatkräftige Mitarbeit und zielbc- wuhte Selbsthilfe der Landwirtschaft und hoffen zuversichtlich, durch eine solche Zusammen­arbeit wieder bessere Zeiten für die deutsche Landwirtschaft zu erreichen.

(gez.:) v. Hindenburg, Reichspräsident."

Der ehemalige Gouverneur von Deutsch-Ost- osrika Dr. Heinrich Schnee, M. d.R., begeht am 4. Februar seinen 60. Geburtstag. Der Reichs­kanzler hat Exzellenz Schnee zugleich im Ramen der Reichsregierung die besten Glückwünsche über­mittelt.

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In der Beleidigungsklage, die der Spitzen­kandidat der Deutschen Staatspartei in Hamburg Dr. Stolper wegen einer Reihe gegen ihn erhobener Borwürfe angestrengt hatte, wurden heute Dr. Strasser vomRationalen Sozialist" zu 300 Mark. Dr. Lippert vomAngriff" zu 150 Mark und Reinhold vom ..Montag» morgen" zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt.

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Die argentinische Regierung kündigt einschnei­dende Mittel an, um der immer mehr um sich greifenden Arbeitslosigkeit cntgegcnzutre- tcn. So hat sie jetzt beschlossen, alleerwerbs- losen Einwanderer in ihre Heimat­länder abzuschieben. 2000 sind bereits abgeschoben worden. Täglich sollen je weitere 700 zuriickgesandt werden.

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Zu einer Versammlung in Allahabad, in der Gandhi sprach, waren zahlreiche Bewohner der umliegenden Dörfer erschienen. Die Eisenbahnbe- hörden ließen 500 Personen, die den Fahrpreis nicht bezahlt hatten, verhaften, gaben sie aber wieder frei, als einer der Nehrus den Betrag erlegte. Wie ver­lautet, hat sich der F Ü r st von Bhopal, der an der englisch indischen Konferenz teilnahm, nach 'Allahabad begeben, um mit Gandhi Rücksprache zu nehmen. Der Boykott gegen ausländische Waren nimmt wieder zu. Die Nationalisten haben ihre Posten an den Läden verstärkt und die In­haber gezwungen, alle englischen Waren zu ver­siegeln.

Das Gericht in Kalkutta verurteilte den indischen Studenten G u st a, der zusammen mit zwei an­deren Studenten am 10. Dezember den Generalin« spcktor der Gefängnisse in Bombay, Oberst Stirn- son, in seinem Bureau erschossen hatte, j u m Tode Die beiden anderen hatten sich aus der Flucht das Leben genommen.

Aus aller Welt.

Die Strafanträge im Mordprozeß lllbrich.

Im Mordprozeh Ulbrich beantragte Erster Staatsanwalt Ronur:cht gegen Stolpe die T o d e s st r a s e , den Bcrlust der bürgerüchen Ehrenrechte und eine Gefängnisstra'e von sechs Monaten für die Llnterschiagung. gegen Ben­zinger gleichfalls die Todesstrafe den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und drei Monate Gefängnis wegen Unterschlagung gegen Luise Reumann an Stelle der Höchststrafe für Jugendliche von zehn Iahren Gefängnis eine Gesamtstrafe von n e u n Iahren zwei Wochen Gefängnis. Al­len Angeklagten soll die Untersuchungshaft an- gerechnct werden. Dtaatsanwa.tschastsrat Hers erklärte, nach Ansicht der Anklagebehörde sel die Tat eingehend vorbesprochen und planmäßig ausgeführt worden. Dl« Frage der Ueverlegung könne für alle drei An­geklagten verschieden beantwortet werden. Man habe die Rollen verteilt und überlegt, was zu tun sei, wenn lllbrich aufwache. Man habe auch noch zuletzt Zeit gehabt, sich die Tat zu -wer- legen. Bei L. Reumann habe kein Grund zu einer Af ekthandlung bestanden. Alle drei An­geklagten seien des gemeinschaftlichen Mordes schuldig und ebenso schuldig, 111- brichs Sachen unterschlagen zu haben.

Beim Vorkampf des Augenlichtes beraubt

Dor 12OXi Menia-en |and in Leicester der Kamps zwischen dem englischen Schwergewichts- meister Reggi Meen und dem französischen Meister Gr i sel le statt. Meen hatte sich sehr gut bis in die 9. Runde behauptet, so daß man schon mit seinem Siege rechnete, als ihm Griselle nach einer Jagd durch den Ring durch einen schwerenSchlag in das rechteAuge zu

Fall brachte. Blutüberströmt ftüratc Meen laut stöhnend zusammen. Der Schlag hatte ihm das Augenlicht geraubt.

Zusammenstoß

zwischen Lifenbahnzug und Dynamilaulo.

An einem Bahnübergang in der Nähe der Stadt Soll Lake City (Utah) stieß ein Pcrsonenzug mit einem mit Dynamit beladenen Lastauto zusammen. Es erfolgte eine furchtbare Explosion. Das Lastauto wurde vollständig zerrissen und die Lokomotive schwer beschädigt. Der Führer des Autos und sein Begleiter, sowie der Lokomotiv­führer wurden getötet, der Heizer wurde durch ausströmenden heißen Dampf schwer verbrüht.

Folgenschwere Granalenexplosion in Budapest.

Auf dem Teleki-Platz, an dem sich viele Trödlcr- läden befinden, explodierte eine Granate. Durch die Explosion wurden vier Personen getötet und 3 Overletzt. In Budapest wird gegenwärtig eine Reinigungsaktion durchgeführt, und die Trödler hatten das aus Kellern und Dachböden zusammen- getragene Gerümpel ausgekauft und die Sachen vor ihren Läden ausgehäust. In einem dieser Haufen befand sich eine Granate, die aus bisher noch nicht geklärte Weise zur Explosion gebracht wurde.

Aus der provuizialdauptstadt

Gießen, den 5. Februar 1931.

Warum wirdgeschummelt?^

Jetzt, da die O st e r v e r s e y u n g wieder einmal in bedrohliche Nähe rückt, treten in der Schule bei Knaben, nie bei Mädchen wieder gewisse Gewohn­heiten in den Vordergrund, gegen die weh! die Leh­rer aller Zeiten und Länder einen Kampf zu führen hatten. In diesen letzten entscheidenden Wochen kommt es bei schwachen Schülern aus jede Arbeit, ja oft sogar auf jede Antwort an, ist cs da ver­wunderlich, daß die Kinder sich und andern aus ihre Weise zu helfen suchen, selbst wenn sie Gefahr lau­fen, dabei ertappt zu werden?

Für tüchtige Schüler, und zwar gerade für die­jenigen mit guten Eharakterqualitäten, ist es ein­gestandenermaßen eine ungeheuerliche, fast nicht er- träglidjc Qual, zu sehen, ime cm Kamerad, vielleicht sogar ein Freund, verzweifelt vor einem Blatt Pa­pier sitzt, oder auch dasteht und auf eine Frage des Lehrers keine Antwort weiß. Sie möchten ihm bci- springen, ihm helfen aus seiner Not, genau so, wie sie ihm beistehen würden in körperlicher Gefahr. Aber schon naht das Unheil: der Lehrer hat das Vorsagen bemerkt und sie werden beide aufgeschrie- ben wegenBetruges". Ein allzuhortes Wort, Denn wie selten ist es die bewußte Absicht, zu betrugen, man will helfen, und aus diesem Drange heraus sind die verhängnisvollen Worte gesprochen, oder das Heft zumAbgucken" hingeschoben, noch bevor man sich über die Tragweite seiner Handlung klar

Und derjenige, der von dem Vorsagen profitiert, ist ,hm wirklich immer der schwere Vorwurf der bewußten Unehrlichkeit zu machen? Ost ist er wie ein Ertrinkender, der nur noch eines weiß: Du muht dich oben halten! Ist er da nicht verständlich, daß er nach jedem Rettungsanker greift der lief) ihm irgendwie bietet.

Natürlich muß aber trotz Zubilligung diesermil­dernden Umstände" die Unsitte des Vorsagens und des Abschreibens nach Möglichkeit verhütet werden, schon damit die Wahrhastigteit der Heranwachsenden durch eine jahrelange Derartige Praxis nicht all­mählich wirklich geschädigt werde. Da heißt es, die Wurzel des Uebels aufdecken und ausrotten.

Die genannten schlechten Gewohnheiten enstehen meist aus einer großen Unsicherheit mancher Schu­ler die entweder tatsächlich nichts wissen, oder aber ich einbilden, den andern nicht gewachsen zu sc,n. Aengstlich halten sie nach rechts und links Ausschau, ob nicht ein Brocken vom Wissen der anderen für sie abfällt. Sie trauen sich selbst nichts zu, sie trauen nur dem, was andere wissen. Ihr Selbstgefühl ist niemals geweckt worden, ober, wenn es vielleicht rüber vorhanden, so ist es bei irgendeiner Gele­genheit verschüttet worden. Das beste, das einzige Wittel, sie zum selbständigen Arbeiten zu bringen, ist, ihnen zu zeigen, daß auch sie ohne Krücken gehen können. Man muß sie zu der Erkenntnis fuhren wieviel ehrenvoller für sie eine mittelmäßige Arbeit sei, die sie allein gemacht haben, als eine |eljr gute die von dem Wissen des Nachbarn gespeist ist. Es ist kein angenehmes Heilmittel für den Schüler, wenn er vorübergehend isoliert sitzen muß. Sehr bald aber spürt er selbst den Erfolg dieser Maßnahmen. Er wird in seiner Einsamkeit seine Kräfte anspannen und Selbstvertrauen gewinnen. Auch für die Faul- pelze die sich auf dieNächstenliebe" ihrer Kam^ roden verließen, ist diese Kur unbequem, aber auch sie werden letzten Endes zufrieden sein, wenn sie sehen, daß' es auch allein, ohne Schummelei geht.

Die gutmütigen Helfer aber sollte man nicht zu Betrügern" stempeln, sondern ihnen klar zu Machen suchen, wieviel mehr ihren Schützlingen damit ge­dient wäre, wenn sie, statt ihnen vorzusagen, ihre Schularbeiten überwachen, ihnen erklären wurden, was diese in der Stunde nicht verstanden haben. Natürlich ist hier nicht jenes sinnlose Helsen ge­meint das den Schüler nur noch unsicherer macht. Wer hätte noch nicht erlebt, daß für einen Haus­aufsatz die ganze Familie mobil gemacht wird! Wie schlimm ist es dann für den Armen, wenn ihm für die Kiasfenaufsätze keine Hilfe zur Verfügung steht. Die Unsicherheit wird so groß, daß er sich allem überhaupt keinen Rat mehr weiß.

Durch einen Tadel, ein hartes Wort im Klassen­buch wird man das Vorsagen und das Abfaireiben, sowie all' die kleinen unehrlichen Winkelzuge nicht wirksam bekämpfen, wohl aber, indem man den Schwachen unter den Schülern fühlbar macht, daß auch in ihnen Kräfte sind, die durch Uebung ge­stärkt werden müssen.

Bornotizcn.

Tigeskalendersür Mittwoch. Stadt theater:Marius ahoi", 20 bis 22.15 Uhr Haus­frauenberatung: Unterhaltungsabend, 20 Uhr, Gase Leib. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Madame sucht Anschluß".

- Aus dem Stadttheater-Dureau wird uns geschrieben: Die mit großem Beifall aufgenommene erfolgreiche Komödie Paanols. .Marius ahoi!" gelangt heute 20 Uhr unter der Spielleitung des Intendanten Dr. P rasch zur Auksührung. - Am Freitag, 19.30 Mr. geht das Lustspiel ,Leinen aus Irland" von Stephan Ka- marc in Szene. Am Sonntag, 8. Februar. 11.30 Ühr in Gemeinschaft mit dem Goethebund 2. Tag des ' Kammerspiclz-klus: .Deutsche Szenenkunst von den Meiningern bis zu Piscator." Dieser Bor- tiag ist bei kleinen Preisen (von 50 Pf. bis zu 2 Mk.) außer QFbonnement

DexKammerspielzyklusimStadt- theater, den das Stadttheater und der Goethe- Bund gemeinsam veranstalten, bringt als zweiten Tag am kommenden Sonntagoormittag eine Mor­genfeier, für die Dr. Ernst Leopold Stahl zu einem Lichtbildervortrag überDeutsche Szenenkunst von den Meiningern bis zu Reinhard und Piscator" ge­wonnen werden konnte. Eine interessante Veranstal- tung ist zu erwarten. (Näheres siehe heutige An­zeige.)

Vortrag im DDA. Wan schreibt uns: Durch die Ereignisse in Polen ist das Problem der Minderheiten in den Nachfolgestaaten Ruß­lands und Oesterreich-Ungarns wieder einmal in den Brennpunkt außenpolitischen Interesses gerückt. Bei der Größe und kulturellen Bedeu­tung unterer deutschen Minderheiten in diesen Staaten handelt es sich dabei in hohem Maße um eine deutsche Angelegenheit. Die wohl be­kannteste deutsche Bolksgruppe im Südosten ist die der Siebenbürger Sachsen. Sie haben sich in der Bergangenheit ihre Kulturrüstung und ihre Selbstverwaltung in vorbildlicher Weise aus- gebaut und haben heute wieder um deren Er­haltung einen schweren Kamps zu führen. Zur Zeit befindet sich der Leiter des deutschen Schul­wesens in Siebenbürgen. Schulrat Pros. Gustav Rösler, auf einer Studienreise im Reich. Es

Wenn Ihre

Empfehlungsanzeige

in der Freitags- oder in der Samstags­nummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll

dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle aut

ist ge.ungcn, ihn zu einem Bortrag auch in Gießen | zu gewinnen. Herr Rösler gilt als vorzüglicher Redner, so daß seine Hörer nicht nur großen Ge­winn, sondern auch großen Genuß von seinem Bortrag haben werden. Sein Thema lautet: S iebenbürgen, seine Kultur und eine politische Lag e". Der Bortrag (mit

Lichtbildern) findet am Freitag, 6. Februar, im Singsaal des Realgymnasiums statt. Cs laden zu ihm ein: Die Ortsgruppe Gießen des BDA. Die Akademische Ortsgruppe deS BDA. Die Bereinigung der auhendeutschen Studierenden. (Siehe heutige Anzeige.)

Taten für Tonncrstag, 5. Februar.

Sonnenaufgang 7.34 Uhr. Sonnenuntergang 16.56 Uhr. Mondaufgang 20.33 Uhr, Monduntergang 8.56 Uhr. m .

1861: der Lustschisfer August von Parscoal ge­boren; 1881: der englische Geschichtsschreiber Car­lyle gestorben.

*» Ministerial-Personalie. Auf Grund des Altersgrenze-Gesetzes tritt der Bortragende Rat im Ministerium des Innern, Ministerialrat Dr. Otto Fresenius, am 1. März in den Ruhestand.

** Evangelische P f a r r per s o na li e. Aus dem Dienst der evangelischen Landeskirche entlassen wurde auf sein Rachsuchen der Pfarrer Hermann Schneider zu Höchst a. d. Ridder.

Dien ft jubiläen. Der Kassierer bei der Gießener Niederlassung der Darmstädter und Natio- nalbant, Herr Karl Haberkorn, sowie der Kassenbote und Hausmeister bei dieser Firma, Herr Adolf Schmidt, konnten jetzt das Jubiläum ihrer 2.5jährigen Tätigkeit bei der Gießener Filiale be- neben. _ .

"Wohltätigkeitskonzert der Win­terhilfe 1 9 30,3 1. Don der Winterhilfe 1930 31 wird uns geschrieben: Cs sei nochmals be­sonders daraus hingewiesen, daß das Wohltätig­keitskonzert am Donnerstag, 5. d. M., 20 Uhr, im Cafe Leib, zum Besten des Hilfswerks voll­kommen unentgeltlich von dem Musikkorps des hiesigen Ba.aillons unter Leitung des Obermusik­meisters Wilhelm Löb er ausgeführt wird. Dem Bataillon und feinem Musikkorps gebührt volle Anerkennung und Dank für die Uneigen­nützigkeit und den Opfersinn, mit der sie den Winterhilfö-Bestrebun'en eine außerordentliche Unterstützung leisten. Ist es doch dadurch möglich, daß der Ertrag des Konzerts aus Eintrittsgeld, das auf 1 Mk. pro Person festgesetzt ist, völlig zur Erfüllung der Winterhilfe-Aufgaben aur Ver­fügung steht. Man erwartet daher, daß die Bürgerschaft der Stadt Gießen und der näheren Umgebung ihrer inneren Berbundenheit mit dem Reichswehr-Bataillon und seinem beliebten Mu- silkorps durch großen Besuch des Wohltätigkeits- kvnzertes Ausdruck gibt

" Eine Skifahrt nach Winterberg in das Skigebiet des Kahlen Asten (840 Meter) veranstaltet der Skiklub Gießen am kommenden Sonntag mit einem Postauto von Gießen aus. I Die Aofahr^ in dem geheizten Postaulo cr.olgt um 6.30 Albr von der Marburger Straße aus, die Rückkehr ist für den Abend des Sonntag vor­gesehen. An der Fahrt können sich auch Richt- mitglieder beteiligen. Räheres ist aus der An­zeige in unserer gestrigen Rümmer ersichtlich.

** Studenten - Versammlung. Inder Turnhalle, am Oswaldsgarten hielt die Hochschul­gruppe Gießen des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes gestern abend eine Protestoer­sammlung gegen die Vorgänge der letzten Tage ab. Die Versammlung war gut besucht, hauptsächlich von Studenten, und nahm einen sehr .uhigen Ver­lauf. Gerd Nühl (Frankfurt) sprach in längeren Ausführungen zunächst über die Vorgänge an den verschiedenen deutschen Hochschulen, erinnerte kurz an die Vorkommnisse vor der Gießener Universität und erhob Protest gegen die Bestrebungen, durch die man die nationalsozialistische Studentenbewegung unterdrücken wolle. In seinen weiteren Ausführun­gen wandte sich der Redner der Innenpolitik zu, sprach von den Bemühungen um die «chasfung einer antifaschistischen Bewegung in Deutschland und beschäftigte sich mit dem Verhältnis der Demo­kratie zum Radikalismus. Er sprach weiter von Zeitungsverboten, von der Justiz und der deutschen amtlichen Haltung gegenüber Polen. Er kritisierte in scharfen Worten die Haltung der Regierung in der Innenpolitik und die dem entgegengesetzte Hal-

i'ung in außenpolitischen Fragen. Schließlich setzte sich der Redner noch mit dem Poungplan ausein­ander und wies auf die katastrophalen Folgen der Erfiillungspolitik hin. Zum Schluß forderte er auf, die Bewegung der nationalsozialistischen Studenten zu stärken. Die ruhig verlaufene Versammlung fand kurz daraus ihr Ende, da niemand Fragen stellte, noch jemand zur Diskussion zu reden wünschte.

Der ^Hubertus", Verein weidge­rechter Iäger, Sitz Gießen, hielt die­ser Tage im ..Hessischen Hof" seine sehr gut be­suchte Iahreshauptversammlung ab. Dem von bem ersten Vorsitzenden, August Pasche, er­statteten Geschäftsbericht war zu entneotwu, daß in dem Verein mit viel Eifer und Erfolg g^onbeit'l worden ist. Den Mitgliedern, deren Zahl uüf 158 stieg, konnten zwölf Dorträge über jagdliche Fra­gen geboten werden: auf Iugend- und Gebrauchs- Prüfungen wurde die Zucht des deutschen Ge­brauchshundes gefördert, dein Schießwelen wurde auf den eigenen Ständen des Vereins gebührende Pflege zuteil, die wirtschaftlichen Belange der Mitglieder wurden durch eine gemeinsame Haft­pflichtversicherung, einen Vertrag mit einem jagd- kriminalistischen Institut und andere Maßnahmen wahrgenommen. Der Verkehr mit Behörden, Presse und anderen jagdlichen Verbänden war sehr rege und fruchtbringend. Die Einrichtungen des Vereins erfreuten sich einer steigenden Be­nutzung durch seine Mitglieder. Seine befanbe» Aufmerksamkeit schenkte der Verein der von vielen weidgerechten Sägern immer mehr vertretenen Forderung des Verbotes des Schrotschusses auf Schalenwild, und er machte den Kugelschuß seinen Mitgliedern zur Pflicht. Die Versammlung stand unter dem Eindruck des erfolgreichen Iahresver- lauses und sprach dem Vorstand einstimmig Ver­trauen und Dank aus. Der Voranschlag für 1931, der sich auf gleichbleibendem Beitrag aufbaut und neben dem gleichen b.»währten Iahresprogramm eine interne Feier des lOjähr. Besteh-ns zus ammen mit der Hubertusfeier vorsieht, wurde genehmigt. Rach Besprechung einiger jagdlichen und jagd­rechtlichen Fragen, die aus der Versammlung laut wurden, konnte der 1. Bor.ihende die Ehrung eines sehr verdienten Iagdschutzbeamten, des Förster- Pf e i f e r aus Rieder-Weidbach, vornehmen, dem es gelang, ein gefährliches Dchliugenstellerpaar zu entlarven und ganz exemplarischer Bestrafung zu­zuführen und damit zugleich auch der Aufklärung einer ganzen Kette von Wildereien den Weg zu öffnen. Er wurde dafür mit der goldmen Hu- bertusmedallle mit der AufschriftFür Verdienste im Iagdschutz" ausgezeichnet. Rach -Beendigung des geschäftlichen Teiles hielt der 1. Schriftführer, Studienrat Izel, einen mit großem Interesse aufgenommenen Vortrag über »Vogelzug und Do- gelberingung". , .

Die Maul- und Klauenseuche ist m Rinderbügen (Kreis Büdingen) amtlich fest- gestellt worden.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die flache Störung über dem Festlande hat ihren Weg südostwärts eingeschlagen und zieht nach dem Mittelländischen Meer hin ab. Dabei haben nord­östliche Winde kalte Luft nach Deutschland ver­frachtet, so daß die heutigen Morgentemperaturen überall unter dem Gefrierpunkt lagen. Außerdem traten in ihrer Begleitung Bewölkung und mehr- fach leichte Schneefälle auf. Da zunächst die Kaltluft- zufuhr anhält, werden die Temperaturen noch lang, fam weiter sinken, ferner immer noch Bewölkung und einzelne Schneefälle zu erwarten fein. Durch die südliche Ausbreitung des hohen Druckes dürfte später jedoch die Bewölkung abnehmen, die Schnee­fälle nachlassen und der Frost noch etwas zunehmen.

AussicytenfürDonncrstag: WvittgeS Wetter mit einzelnen Schneefällen, weiterer Tem­peraturrückgang, nordöstliche Winde.

Aussichtenfür Freitag: Rachlasien der Riederschläge, bewölkt mit Aus klaren, Frost.

Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags 2,2 Grad Celsius, abends Och Grad: am 4. Februar: morgens2,9 Grad. Maximum 2,3 Grad, Mini- mum3,1 Grad. Erdtemperaturen In 10 cm Tiefe am 3. Februar: abends 1,8 Grad: am 4. Fe­bruar: morgens 1 Grad Celsius. Niederlchläge 2,9 mm.

Amtliche Dinterfportnachrichlen.

Vogelsberg, Hoherokskopf: Leichter Schneefall, 8 Grad, 50 Zentimeter Schnee, t*''S verweht. Sportmöglichkeit für Ski und RolL,ln sehr gut

(Schluß des redaktionellen Teils.)_________