BlaMtg
rtzema:
' R- Wagner " L Delibts 18 W. Kienzl
nds8Ubr afie
abends, rür. 36.
i!
’enadien its
er.
• Wagner «'Fr.Lehär
le
H. Minnfred • Job. Strauß in!
10. Rabat- eilt.
SieM^M ngsanxeiQen ungsanzeige» änzeiflO"__
it iibkeit. n muß! ifltn au IM und öen'ieS. Jedjitl’ rc und trauen cleblcr, igerkeil i? Der
labre!^ ns ßoritaa inen btt
Uunka- lel 267L vuieiiens , bleiben, en ansev- nackniale >n ander' wcnettr uut , Züruv- w
Zr
ä:
te c9Qnismu5 M genun ___779V
M
eSProl. ■
rsweg, Buch- iäft Moeser Falltorstraße;
9(7 D Uhr.
Mittwoch, 4. ßebruar IM
181. Zahrgang
Hr. 29 Erstes Blatt
GietzemrAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Drud und Dtrlog: vriihriche UnwerlitiU-vuch- und Stetnörudcrel B. Sangt in (Bieten. Sdgriftleitnng und S-IchästsK-llc: rchuUttahe 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm 'Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Rc» Klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u . mehr.
Chefredakteur
Dr. Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr irr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thgriot; !ür den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Mar filier, sämtlich in (Biehen
Lricheint tügttch,autzet Sonntags and Feiertag»
Beilegte:
Vie ODuitnerte «ietzener Familienblätter
Heimat >m Bild Vie Scholle
Olonats Bezugspreis;
2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelner Nummern mfo'.ge höherer (Bemalt ;<ern!Dted)anld)lüfie
interSammelnummer2251 Anfchnft für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen.
Postscheckkonto:
8ra*lfurtam Main 11686
* (Canberra
So aori
in Cäcilie von Griechenland und jherzog Georg Donatus von Hessen nach der Trauung.
nsmittel in einen Bastbeutel und hängt sie bann ic Zeit in das klare und siedend heiße Wasser, dem man sie dann gar gekocht hervorzieht. ~ nehme Sitten behält auch der zivilisierte Ml
Unbekannter als Tibet oder Turkestan ist dem Europäer jene Inselgruppe in der Südsee, die »alb so grob ist, wie es das Deutsche Reich vor dem Krieg war, und die das britische Dominion Neuseeland bildet. Der Dampfer fährt 35 Tage, ehe er von einem europäischen Hafen aus Neuseeland erreicht. Fünf Wochen — das dauert so lange, dah selbst die reiselustigsten Touristen cs sich zweimal überlegen. beöor_ sie einen ..Trip" in das Paradies der Süd» e e unternehmen. Denn Neuseeland ist ein Para- >ies! Oluf der Südinsel locken alpine Land» chaften mit Schneegipseln, und auf der Nord- i n s e l bezaubert den Besucher die vulkanische Seenplatte und das Naturwunder des Bades Rotorua, das die Borzüge der wirksamsten europäischen Heilbäder mit einer Landschaft von
der Katastrophe. Danach ist das berühmte Teautc- Seminar der Maori Knaben unwiederherstellbar zerstört. Die Stadt H a st i n g s bietet einen trost - I losen Anblick. Es ist unmöglich, auf den Straßen vorwärtszukommen. Die Straße von Hastings nach Napier ist in einem unbeschreiblichen Zustand; an einigen Stellen ist sic vollständig versunken. Die Verwüstungen in Napier sind womöglich noch größer als in Hastings. Die Marine« Promenade bildet eine einzige Masse zusammenge« brochencr Käufer. Ucberall stehen Obdachlose zusam- men, Alle Bankgebäude in Napier sind eingestürzt, das ganze Geschäftsviertel ist ein- geäschert. Die Derlagshüuser der beiden Zei« tungen sind zu Ruinen geworden. Im Hafen von 'A h u r i r i, dem Seehafen von Napier, hat d a s brennende Oel der Tanks so gut wie alles zerstört. Die großen Tribünen des Rennplatzes wurden in aller Eile in Hilsskrankenhäuser verwan- beit. Das neue stäbtische Theater ist ausgebrannt, ebenso bie St.-Pauls-Kirche. Die Kathebrale ist un« wieberherstellbar beschädigt. Die Flüsse stauen sich. Das große Bassin im Hafen von Napier, bas unter dem Namen „Iron Pot" bekannt war, und wo Schifferboote unb kleine Dampfer zu liegen pflegten, ist jetzt trockenes Land.
London. 3. 5cbr. (WTB.) Nach hier vorlie» ücnbcn Meldungen hat das Erdbeben in Neuseeland große Verluste an Menschenleben und riesigen Sachschaden verursacht. Die Stadt Napier, der Hasen und Hauplort von Hawkes-Bucht. North-Island, hat am mei- stett gelitten und steht in Flammen. Auch die Stadt Hastings, die einige Meilen von Napier entfernt liegt, ist schtver in Mitleidenschaft gezogen worden. Dort haben mehr als 100 Menschen ihr Leben verloren, und hunderte sind verletzt worden. Der Bevölkerung, die sich zum Strande geflüchtet hat. fehlt es an Lebensrnitteln und Wasser. Auf das Erdbeben folgten einige Flutwellen. Die Schisse im Hasen wurden nach allen Richtungen auseinandergetrieben. Einige von ihnen retteten sich aus die hohe See. Diele Menschen wurden in den Straften burd) di e ein stürzenden Häuser getötet. Ein Privatkrankenhaus stürzte zusammen und begrub Patienten und Krankenschwestern unter seinen Trümmern. Auch ein Teil des städtischen Hospitals stürzte ein. Zahlreiche Krankenschwestern, die in dem daneben liegenden Schwestemheim schliefen, werden Der» miftt. Das Erdbeben hat die ganze Küste verändert. Biele Klippen sind ganz oder teilweise ins Meer gestürzt. Bluff Hill, eine über den Hafen von Napier ragende Höhe, stürzte in die Bucht. Allenthalben fanden Erdrutsche statt. Das britische Kriegsschiff „Beronica" lag gerade vor Napier, als das Erdbeben statt» fand. Der Kommandant beorderte die Mannschaft an Land und leitete die Rettungsarbeiten in der Stadt. Die Admiralität hat eine Mitteilung des Befehlshabers des neuseeländischen Geschwaders erhalten, nach der sich die Kreuzer „Dunedin" unb „Diomedes" mit Aerzten, Krankenschwestern und Arzneimitteln auf dem Wege von Auckland nach Napier befinden. Wei- teie Aerzte und Krankenschwestern werden in Flugzeugen unb Kraftwagen nach dem heim- gesuchten Gebiet gesandt.
Der Befehlshaber des Kriegsschiffes „Dero- niea" hat einen Funkspruch nach Auckland gesandt, in dem es heiftt:
,,3d) bin soeben von einer Besichtigung Napiers zurückgekehrt. Fast alle Sleinge- baude sind zerstört unb zahlreiche Teile der Stadt brennen noch lichterloh. Hunderte von Holzhäusern sind ebenfalls vernichtet worden. Ulan befürchtet, daß die Verlustliste sehr groß ist. Es ist jedoch noch nicht möglich, die Zahl der Opfer abzuschähen. Die Wasserleitung der Stadt ist außer Betrieb und die Feuerwehr ist daher nicht imstande, der Brände Herr zu werden. Die ve Dotierung ist ruhig, aber durch die Größe der Katastrophe schwer erschüttert. Ich habe Lebens- mitteldepots organisiert, lasse die Straften durch Polizeistreifen überwachen und habe Notlaza- rette errichtet. Obdachlose Frauen und Kinder werden an Bord der „Beronica“ genommen.
Die Erdstüfte dauern fort/
Die Bekämpfung der Feuersbrunst erfolgt durch Sprengung der Gebäude mit Dyna- mit, um ein weiteres Umsichgreifen der Flammen zu verhindern. Napier sieht aus, als wenn cs einer Beschieftung ausgesetzt gewesen sei. Das Masonic-Hotel, eines der bekanntesten Hotels in Neuseeland, unb alle baran grenzenden (Schäube sind bem Erbboden gleichgemacht. Außer Napier unb Hastings würben auch die Städte Waipukurau, Danevirke, Woodville unb Gisborne schwer mitgenommen, doch scheinen in diesen Städten Menschenleben glücklicherweise nicht zu beklagen zu sein. Die Telephonistinnen in Gisborne blieben aus Ihrem Posten, bis ein Befehl gegeben wurde, bas Ocbäube zu räumen, worauf sie in geschlossenem Zuge auf bie Strafte marschierten. Napier liegt etwa 320 Kilometer nordöstlich von Wellington unb zählt etwa 19 000 Einwohner. Wie verlautet, wird ein großer Teil des bei dem Erdbeben ungerichteten Schabens von Londoner Versicherungsfirmen getragen werden müssen.
Erste Augenzeugenbenchie.
Bürgerlicher Protest in Sachsen.
Dresden, 3. Febr. (TU.) In der Dienstag- sihung des Sächsischen Landtages gaben sämtliche bürgerlichen Fraktionen folgend« Erklärung ab: „3n der Landtagssitzung vom 29. Ianuar d. I. wurde über einen Einspruch des nationalsozialistischen AbgeordnetenDönide gegen seinen Ausschluft aus der Sitzung vom 27. Ianuar entschieden. Der Einspruch wurde verworfen. Auch die bürgerlichen Parteien stimmten für die Verwerfung, weil die Maßnahme des Präsidenten durch das geschäftsordnungswidrige Verhalten des Abgeordneten Dönicke gerechtfertigt war. Diese Haltung der Bürgerlichen nahm der nationalsozialistische Abgeordnete Lasch zum Anlaft für den Ausruf ,Bürgerliches Lumpengesindel!" Daß dieser Ausspruch tatsächlich gebraucht worden ist, steht nach dem Zeugnis mehrerer Abgeordneteitz einwandfrei fest. Hierfür wurde er vom Land-
Das Wunderland in der Südsee
Von Max Hagener.
W e l l i n g t o n, 4. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Bevölkerung wartet mit Spannung auf nähere Einzelheiten über die Erdbebenkatastrophe in Napier unb Umgegenb. Infolge ber zerstörten Telephon- unb Telegraphen Verbindungen liegen jedoch einstweilen nur spärliche Nachrich- t c n vor. Vor den Zeitungsgcbäuden harren grafte Menschenmassen gedulbig auf Neuigkeiten. Nach den letzten Nachrichten ist das römisch- katholische Seminar Grecn Meadows ein» gestürzte; zwei Priester und 8 Zöglinge fanden dabei den Tob, mehrere anbere wurden verletzt. Bei Weiroa stürzte ein Eisenbahntunnel zusammen, mehrere darin beschäftigte Arbeiter konnten aber durch einen ganz schma.en Steig entkommen. Ein Farmer bei Gisbvrr« berichtet, baft sich aus feinem Landgut zahlreiche Erdrisse gebildet haben, „breit genug, baft ein Wagen hineinfallen kann". Dcr Meer es - boben rm Hafen von Napier hat sich um
;n aus ber Zeit feiner Väter bei. Im übrigen gen die Maoris dem fremden Touristen, den sie rd) das Land führen, daß sie mit allen Errungen- asten der Technik wohl vertraut sind. Die Wande- ng beginnt beim See von Rotorua. Wenn man
Meilen zurückgelegt hat, steht man zwei tiefen Kratern gegenüber, in denen kochende Seen brodeln. Drei Meilen von diesem Ort entfernt liegt der große Rokomohana-See, der durch eine Landzunge von dem nicht minder großen Tarawera-See getrennt ist. Der Rotomohara zischt und siedet. Aber das hindert den Führer aus dem Stamme der Maori nicht, seinen Begleiter freundlich in ein Motorboot zu bitten, mit dem er durch die kochende Masse jagt. Der See dampft, die felsigen Ufer rauchen, der Wind peitscht die Wogen — nie wird der Tourist diese Motorbootfahrt von 20 Minuten Dauer vergessen.
Das glückliche unb jetzt sehr unglückliche Neu- seelanb muß jeben Besucher in Verwunderung vcr ctzen. Mag er sich besonbers für bie Maoris intcresfieren. ober lieber bie seltsame Natur bes Lanbes stubieren, ober es vorziehen. mit ben weiften Neuseeländern über ihre politischen Ansichten zu sprechen — stets findet er Gelegenheit zum Staunen. Diele Menschen, bie senkrecht zu uns auf bcr anberen Seite der Erb kugel spazieren gehen, fühlen sich mit bem britischen Mutterlanb weit inniger verbunden als bie Kanadier ober bie ©übafrifaner. Bei ihnen hat es am längsten gebauert, bis bas Vorurteil) gegen bie Deutschen nach bem Krieg wieder erlosch. Ietzt haben sie sich mit ben Deutschen toieber ausgesvhnt. Aber sie finb doch froh barüber. baft Deutschlanb keine Kolonien mehr in ber Südsce besitzt, unb sie wären selig, wenn Ne auch bie Franzosen unb bie Amerikaner hinauswerfen konnten. Weshalb dieser überspitzte Patriotismus? Nun, sie wissen, baft ihr einziger Schutz gegen bie gewaltigen gelben Menschen- mas'sen in China unb Iavan, die jetzt vergebens an Neuseelanbs Tore pochen, die mächtige Flotte Groftbritanniens ist.
eigenartiger Schönheit verbindet. Aus Australien kommen rcgclmäftig ein paar Kurgäste herüber, unb in ben letzten Iahren finben sich bort auch einige Amerikaner ein, bie biie Seereise nicht scheuen; Neuseelanb liegt ja näher an San Franzisko, bas man in zwanzig Tagen erreichen kann, als am englischen Mutterlanb.
Der vulkanische Doben, aus dem der Dampf strömt, wo Schlammseen b.rodeln, feuerspeiende Berge ihre Rauchfahnen in ben Himmel senden, Geiser in regelmäßigen Abständen mächtige Wasserstrahlen emporschleudern — dieser vulkanische Boden verleitet den Besucher oft zu der irrigen Annahme, daß Neuseeland ein junges Gebiet bcr Crboberfläche sei. Das Gegenteil ist richtig. Man glaubt heute, baft zwischen Australien unb dem amerikanischen Kontinent einmal ein F e st- lanb gelegen hat, bem man ben Namen Ozeanien gibt unb baft Neuseelanb ebenso wie viele andere Inseln als Gebirgs m^a ssiv stehengeblieben ist, als bickd Festland versank. Iene Naturkatastrophe hat sich getoift in grauer Vorzeit abgespielt. Aber ruhig geworden ist der Boden dort noch immer nicht, und jetzt hat sich dcr Meeresgrund an der Norbinsel von Neuseeland' gesenkt, an der Hawkes-Bay, wo die Stadt Napier liegt. Die Häuser dieses Ortes sind zum großen Teil eingestürzt, und was stehengeblieoen ist, scheint ein Raub ber Flammen zu werden. Wieviel Todesopfer zu beklagen finb, steht noch nicht fest. Sicher ist freilich, bah in dieser Beziehung ein Vergleich mit ben ganz großen Erdbebenkatastrophen nicht möglich ist. Wenn man von ber Zerstörung Tokios absieht unb etwa das Erbbeben von Messina im Dezember 1908 zum Vergleich heranzieht, so zeigt sich das sofort. Damals tarnen allein in Messina etwa 80 000 unb inj gegenüberliegenben Reggio sowie den übrigen an der Straße von Messina liegenden Ortschaften weitere 40 000 Menschen um.
Napier hat überhaupt nur 18000 Einwohner. Cs wäre eine kleine Ortschaft, wenn es in einem dichtbevölkerten Lande läge — aber es ist eine Großstadt in einem Land, das insgesamt noch nicht einmal anderthalb Millionen Menschen beherbergt. Der Erdstoß ist wohl am wuchtigsten in der Ducht von Napier gewesen. Man hat ihn aber auch weit in das Innere des Landes hinein gespürt. Der kleine Ort Waipukurau, 70 Kilometer von Napier entfernt, steht ebenfalls in Flammen, und andere Orte sind offenbar gleichfalls vernichtet. Selbst die Hauptstadt von Neuseeland, die Stadt Wellington an der Cook- strafte, die bie Norbinsel von ber Südinsel trennt, ist in Mitleidenschaft gezogen.
Die Bedeutung dieses Erdbebens ist nicht einfach an der Zahl der Menschenopfer zu ermessen weil man mit diesem Maßstab den besonderen Verhältnissen in Neuseeland nicht gerecht Werder kann. Offenbar finb schrgrofteWertever
n i d) t e t worden. Neuseeland ist ja reich, unt wenn es im letzten Iahr dort auch eine Art Wirtschaftskrise gegeben hat, so ist das nicht so zu verstehen, daß deshalb irgendein Qleufeelänber gehungert habe. Wie ein Märchen, eine Erzählung aus dem Schlaraffenland muß cs dem Euro päcr klingen, wenn er erfährt, daß in Neuseelani jeder Familie, die wöchentlich weniger als 80 Mar verdient, aber mehr als zwei Kinder hat, ein« Unterstützung gezahlt wird. Die Beihilfe ist nid) groft; sie beträgt zwei Mark für jedes Kind ir ber Woche — nicht viel, aber immerhin ein Zu schuft. Witwen mit einem Kind erhalten von Staat wöchentlich 20 Mk., unb für jedes weiter- Kinb werben 10 Mk. zugelegt. Wer bünb ist hat Anspruch auf eine Staatspension, unb eben so finb bie Frauen von mehr als 60 unb bi< Männer von mehr als 65 Iahren pensionsbe rechtigt. Sclbstverstänblich brauchen die Armen i einem solchen Land in ben Krankenhäusern nicht zu bezahlen, unb ber Schulbesuch ist mit gcrin gen Ausnahmen kostenlos. Neuseeland Übertrifl in allen diesen Dingen bei weitem jenes glück liche Amerika, das man vor ein paar Iahren i Europa nicht genug loben konnte, und desse Schattenseiten jetzt allmählich bekannt werden.
Neuseeland ist also nicht, wie man manchmal in Ei ropa glaubt, ein halbwildes Land mit einer kleine weißen Oberschicht, sondern einer der kultivierteste Staaten dcr Erde. Gewiß, es gibt nicht nur weif Neuseeländer, sondern auf der Nordinsel auch de Rest einer Urbevölkerung. Dort lebe etwa 68 000 Maoris, berühmt schöne Mensche! deren Großväter noch Kannibalen gewesen sind, ur deren Enkel heute Parlamentarier und Minist, werden. In drei Generationen haben die Moor ein Wunder vollbracht, das ihnen kein anderes Do dcr Erde nachgemacht hat. In wenigen Jahrzehnte haben sie sich aus Menschenfressern in zivilisier Menschen verwandelt, die es an Intelligenz ur Arbeitskraft mit den weißen Neuseeländern au nehmen. Zum Vergnügen der Touristen tanzen f den Kurgästen von Rotorua auch einmal einen altt Maori-Tanz vor und behängen sich dazu mit sei famen Gewändern, die sie von ihren Vorfahren g erbt haben. Die Hausfrauen in jener Gegend wir schäften freilich in mancher Beziehung noch auf al Weise. Dort sprudeln die heißen Quellen in solch« Mengen aus dem Boden, daß sich fast in jede Maorihof eine natürliche Warmwasseroersorgui befindet. Das Waschen ber Wäsche erfolgt sehr ei fach. Ohne Kohlen zu schleppen, ohne Holz ob anderes Brennmaterial zu kaufen, hocken sich t Maorifrauen mit Bürste und Seife an die heiß« Quellen im Hof unb reinigen bie ftleibung. Ui noch bequemer wird gekocht. Man tut die rohen
6 Meter gehoben. Infolgedessen sind sogar kleinere Fahrzeuge nicht mehr imstande, in ben inneren Hafen einzularften. Das Zentrum bes Bebens lag wahrscheinlich östlich von Napier, wo sich bas Ozeanbett gehoben haben bürste, wodurch bas Verflachen bes Hafens von Napier verursacht worben ist.
Ein Augenzeuge bcs Erbbebens in Hastings, bas 30 Kilometer von Napier entfernt liegt, erzählt, baft bie ganze Slabt nach ben Erdstöften in eine ungeheure Staubwolke gehüllt war. Die Verwirrung war unbeschreiblich, bie Menschen waren vollkommen gelähmt, unb von allen Seiten ertönten Schreie unb bas Getose bes einstürzenben Mauerwerks. Das Grand Hotel stürzte wie ein Kartenhaus zusammen, wobei die Front des Hauses quer über die Straße fiel. An einer anderen Stelle der gleichen Straße wurden 6 Automobile völlig verschüttet.
Oie Verwüstungen in Hastings und Napier.
Wellington, 4. Febr. (WTB. Funkspruch.) Ein Zeitungskorrespondent, der nach Napier durchgelangen konnte, berichtet nähere Einzelheiten von
VX'icNORD- Vv-^lRSK * / ^(Wc'-rod— zvv ?W3P/er-
Hastings -
SÜD-INSEL —
Oie Erdbebenkatastrophe auf Neuseeland.
Furchtbare Verheerungen auf der Nordinsel. — Oie Städte Napier und Hastings in Flammen. — Hunderte von Toten Senkung des Meeresspiegels.


