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Münch VII. entfielen 139, auf den Gegenkandida­ten, Bürgermeister Scho mb er, 134 Stimmen. Landwirt Heinrich Münch gilt somit als gewählt. Der neue Bürgermeister war bereits seit längerer Zeit im Gemeinderat tätig.

+ Grünberg, 2. Dez. Nach einer Bespre­chung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. M i ldne r hat sich auch hier eine Anzahl Frauen und Jungfrauen zur tätigen Mitarbeit bei der Winterhilfe bereit erklärt. Durch eine Geldsammlung, sowie durch Spenden von Lebens­mitteln und Kleidungsstücken hofft man, all­wöchentlich am Samstag den Notleidenden un­serer Stadt eine Unterstützung zuweisen zu kön­nen. Eine Anzahl Familien, denen wohl noch weitere folgen werden, hat sich bereit erklärt, armen Kindern Mittagstisch zu gewähren.

O Holzheim, 2. Dez. Die Jagdgesell­schaft Holzheim veranstaltete am Montag eine Feldtreibjagd, deren Ergebnis ent­täuschte: wurde doch im Vergleich zum Borjahr nur die Hälfte Hasen zur , Strecke gebracht. Feld­hühner wurden nur 2 erlegt. H. Grieb schoß einen

Taubenstößer, der in seinen Krallen einen toten Dorndreher (Neuntöter) hielt.

Kreis Büdingen

i. Schwickartshausen, 30. Nov. Ein vom Kreisschulamt Büdingen angesetzter und von Frl. Streckhard geleiteter sechswöchiger Koch- und Handarbeitskursus ist jetzt beendet worden. Junge Mädchen aus Schwickartshausen, Babenhau­sen I, Bellmuth, Eckartsborn und Fauerbach nahmen daran teil. Als Abschluß des Lehrgangs wurden in einer Ausstellung die verschiedensten Handarbei­ten gezeigt. Für die fortbildungsschulpflichtigen Mädchen der genannten Gemeinden wurde ein Kur­sus über Gesundheitslehre und Säug­lingspflege abgehalten, Leiterin war die Kreis» fürsorgerin Schwester Hilde v. Hagen.

Kreis Schotten.

# Freienseen, 2. Dez. Dem 23jährigen Sohn eines hiesigen Einwohners fiel bei der Ziehung der Arbeiter Wohlfahrts - Lotterie der Hauptgewinn in Höhe von 50000 Mark zu.

Wirtschaft.

Oie Lage des Handwerks im November.

Vom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben: Im Zusammenhang mit der weiteren Schrumpfung der gesamten deutschen Wirtschaft kann für den Monat November nur fest­gestellt werden, daß sich auch für die Hand­werksbetriebe die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vergrößert haben. Die Bautätigkeit ist noch weiter zurückgegangen. In Handwerkszweigen, in denen unter normalen Ver­hältnissen während der Berichtszeit der größte Auf­tragsbestand vorzuliegen pflegte, wie im Glaser­und Hafneraewerbe, herrschte bereits völlige Ge­schäftsstille. Auch im Bekleidungsgewerbe war von der sonst im November vorhandenen Geschäfts­belebung fast nichts zu spüren. Für die Handwerks­berufe, die am Export interessiert sind, beginnt sich die P f u n b f r i f e in steigendem Maße u n- günstig auszuwirken. Die Erwartungen auf ein baldiges Einsetzen des Weihnachtsgeschäftes haben sich bislang kaum erfüllt. Eine ganze Reihe von Handwerksberufen berichtet, daß Aufträge für das Weihnachtsgeschäft so gut wie gar nicht ein- oegangen sind. Der allgemeine Rückgang der Ge­schäftstätigkeit im Handwerk ist aber nicht in vol­lem Umfange auf die mangelnde Kaufkraft des Publikums zurückzuführen, sondern darauf, daß die fortgesetzten Ankündigungen der Reichs- regierung über kommende Preisab­bauaktionen das Publikum von Einkäufen und der Erteilung von Aufträgen zurückhalten. Mit der allgemeinen Schrumpfung der Betriebe ist auch eine erhöhte Arbeitslosigkeit unter den Hand­werksgesellen hervorgetreten.

* Zur Zahlungsein st ellung der Frankfurter Bank für Handel und Grundbesitz. Die Bank für Handel und Grund­besitz in Frankfurt a. M., die, wie bereits gemeldet, sich genötigt gesehen hat, die Schalter zu schließen, teilt mit: Die im Juli d. I. einsetzenden starken Ab­hebungen der Spareinlagen haben seit der Banken­krise nicht aufgehört. Die liquiden Mittel sind hier­durch erschöpft. Durch das völlige Darniederliegen des Hypothekenmarktcs war es nicht möglich, kurz­fristige Kredite durch langfristige Hypotheken ablö­sen zu lassen und die für die Bank zur Sicherheit eingetragenen Grundschulden und Hypotheken zu mobilisieren. Die Ausnahme größerer Kredite zur Beschafftlng liquider Mittel dürfte nicht im Inter­esse der Gesamtgläubigerschaft liegen. Die Verwal­tung ist der bestimmten Auffassung, daß bei einer ruhigen Abwicklung die Einleger voll befriedigt werden. Die Bank beantragt das gerichtliche Ver­gleichsverfahren.

* Weiterführung der Brenn abor- Betriebe. Wie zu der Insolvenz der Brennabor- Werke Gebr. Reichstein, Brandenburg a.H., mitge­teilt wird, erfährt der Brennabor - Kundendienst durch die Ereignisse der letzten Tage keine Unter­brechung. Reparaturen werden in den Werkstätten der Brennabor-Filialen und der Brennabor-Händ-

ler nach wie vor ausgeführt. Die Ersatzteillieserun- gcn sind keinen Aenderungen unterworfen. Darüber hinaus ist geplant, auch die Fabrikation in sämt­lichen Betrieben wciterzusühren. Die bisher in die­ser Richtung geführten Verhandlungen berechtigen zu der Hoffnung, daß die durch die Aktion bedingte vorübergehende Stillegung der Betriebe nur von kurzer Dauer fein wird.

Rheinische AG. für Braunkohlen­bergbau und B r i ke 11 s a b r ik a t i o n, Köln. 3n der gestrigen Aussichtsratssihung wurde die Halbjahresbilanz vorgelegt und über den Gang der Geschäfte berichtet. Der Brikett- absah betrug im Sommerhalbjahr rund 93 Pro­zent der Beteiligung und lag 6 Prozent über dem des Sommerhalbjahres 1930. Der Haus- brandabsah zeigte eine stärkere Zunahme, wäh­rend der Absatz in Briketts und Rohkohle an die Industrie wegen der Einschrumpfung der in­dustriellen Beschäftigung um ein Fünftel bis ein Sechstel gegen das Vorjahr gesunken ist. Den verminderten Erlösen konnten die Selbstkosten einigermaßen angepaßt werden, so daß das vor­läufige Geschäftsergebnis des Halbjahres dem bei8 Vorjahres entspricht. (Für das am 31. Mär^ 1931 abgelaufene Geschäftsjahr wurden aus 9,44 Millionen Mark Gewinn 10 Prozent Dividende verteilt.)

Berlin sehr ruhig.

Berlin 3. Dez. (WTB. Funkspruch.) Da über die wirtschaftspolitischen Pläne der Reichsregierung, die durch Notverordnung geregelt werden sollen, immer noch nichts Positives bekannt ist, und da es auch sonst an Anregungen irgendwelcher Art fehlte, zeigte der heutige Freiverkehr von Telephon zu Telephon sehr ruhigen Charakter. Die Kurse hielten sich etwa auf dem auf Grund der Pfund­erholung etwas befestigten Niveau von gestern abend, wobei einzelne Werte kleine Schwankungen bis zu 0,5 v. H. nach beiden Seiten aufwiesen. Das wieder recht schwache Neuyork und ein weiterer Rückgang der meisten deutschen Papiere an den Aus­landbörsen blieben eindruckslos. Das Hauptinteresse konzentrierte sich wieder auf die P f u ndentwick - l u n g. Da angeblich die gestrige Erholung auf ein Eingreifen amerikanischer Banken zurückzuführen war, sprach man bereits wieder von politischen Ma­chinationen. Man erwartet anscheinend im Ausland von den Basler Verhandlungen sehr viel, und nur in Deutschland ist man auf Grund der bisherigen Enttäuschungen etwas skeptischer. Weiterhin stehen im Zusammenhang mit der Pfundbewegung und der von verschiedenen Ländern vorgenommenen Aende- rung der Zolltarife die handelspolitischen Fragen im Vordergrund der Diskussionen. Im­merhin haben die Shtrfe durch die Abschwächungen der letzten Zeit ein Niveau erreicht, auf dem für den Baissier eine gewisse Vorsicht am Platze sein dürste. Es zeigte sich daher heute auf der ermäßigten Basis eher Kauf- resp. Deckungsneigung, von der u. a. IG.-Farben, Reichsbank, Dessauer Gas, Schult­heis und Rheinische Braunkohlen etwas stärker pro­

fitierten. Auck festverzinsliche Werte lagen um zirka 1 v. H. gebessert, und die Stimmung schien auf diesem Markt ebenfalls etwas beruhigt zu fein.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. ZIL

Banknoten.

2. Dezember

3. Dezember

Amtliche JloHerung

Amtliche Folierung

Meld

Seiet

Geld

Briet

Wellington .

7,093

7,107

7,093

7,107

Wien. . . .

58,94

89.06

58,94

59,06

Prag . . .

12,47

12,49

12.47

12,49

Budapest . .

73,28

73.42

73,28

73,42

Sofia . . .

3,057

3,063

3,057

3,063

Holland . .

169,43

169,77

169,73

170,07

Colo . . .

76,17

76,33

78,42

78,58

Kopenhagen.

76,42

76,58

78,42

78,58

Stodholm .

76,67

76.83

78,67

78,83

Landon. . .

13,70

13,74

14.18

14,22

Buenos Aires

1,018

1,022

1,028

1,032

Neuvori . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüttel. . .

58,39

58,51

58,39

58,51

Italien. . .

21,68

21.72

21,68

21,72

Paris . . .

Schweiz . .

16,47

16,51

16.48

16,52

81,77

81,93

81,77

81,93

Spanten . .

35,16

35,24

35,16

35,24

Danzig. . .

82,02

82.18

82,02

82,18

Japan . .

2,058

2,062

2,058

2,062

Siiv de Ian..

0,234

0,236

0,239

0,241

Jugoslawien.

Ufiiahon . .

7,393

7,407

7,393

7,407

12,39

12,41

12,94

12,96

Berlin, 2 Dezember

Meld

Bries

Ämerilanitche Moten.......

4,20

4.22

Begliche Noten.........

58,23

58.47

Däniiche Noten.........

76,25

76.55

Engliiche Not?n.........

13,66

13,72

i'rränzöMie Noten........

16,46

16,52

Hollünbijche Noten ........

169,06

169,74

Italienitche Noten........

21,66

21,74

Norwegitche Noten........

76,00

76,30

Deutscit-Leslerreich, * 1OO Schilling

Rumänische Noten........

2,48

2 50

Schwedyche Noten........

76.50

76,80

Schweizer Noten.........

81,59

81,91

Evauiiche Noten ........

34.93

Ungarische Noten ..... .

Reichsbankdiskont 8 v. h.. C

ombardzins

10 v. h

Weitere Kurseinbußen in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 2. Dez. Der Bureau­verkehr stand weiter unter dem Druck der V e r - Hauung der Aus landbörsen, beson­ders der Reuhorker Börse, und der angekündig­ten neuen Rotverordnung. Auch die wei­tere Auswärtsbewegung des eng­lischen Pfundes löste allgemein Beunruhi­gung aus und hat die Zurückhaltung bei der Spekulation erneut verstärkt. Nachdem schon im gestrigen Abendverkehr weitere Rückschläge zu

verzeichnen waren, ergaben sich im heutigen Frei­verkehr abermalige Kurseinbuhen. In einzelnen Werten schien stärkeres Auslandangebot zu drücken, während die Abgaben vom Publi­kum kein größeres Ausmaß erreicht haben dürf­ten. Die Umsahtätigkeit beschränkte sich auf ein Minimum, und die Nebenwerte lagen rein stim- mungsmähig bis zu 1 Prozent niedriger. Stark abgeschwächt lagen Reichsbankanteile, die auf größere Abgaben des Auslandes, vermutlich von holländischer Seite, volle 5 Prozent einbühten. Am Elektromarkt betrugen die Rückgänge bis zu 2 Prozent, nur Siemens und AEG. blieben relativ gehalten und schwächten sich nur um etwa 1 Prozent ab. I.-G.-Farben verloren bei etwas größerem Geschäft etwa 2 Prozent.

Auch der Rentenmarkt war weiter schwach und verstimmt, wobei die Be­fürchtungen auf Wiedereinbringung der Kapital- ertragssteuer und die Ungewißheit, in welcher Höhe, mitsprachen. Auf Abgaben aus Kund- schaftskreisen büßten Goldpfandbriefe etwa 1 bis 1,5 Prozent ein, und nur Frankurter Werte blie­ben wieder ziemlich gehalten. Besonders schwach lagen bayerische Papiere, die um einige Punkte niedriger gesprochen wurden. Liquidationspfand­briefe tendierten gleichfalls weiter schwach, stell­ten sich aber immer noch hoher als Goldvfand- briefe. Von sonstigen Werten verloren Reichs­schuldbuchforderungen und Altbesitzanleihe etwa 1 Prozent. Die Umsätze blieben auch hier eng begrenzt, weil sich für das herauskonnnende Ma­terial kaum Käufer fanden.

Tagesgeld hat sich weiter erleichtert und wurde auf 8 Prozent ermäßigt.

ftrontiurtcr Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. SOI., 3. Dez. Auftrieb: 101 Rin­der, 942 Kälber, 327 Schafe, 854 Schweine (269 aus Litauen). Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 37, geringe Kälber 28 bis 32; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weibemast) 25 bis 28, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 24, fleischiges Schafoieh 15 bis 19; Schweine: voll­fleischige von etwa 240 bis 300 Pfunb Lebenb- gewicht 45 bis 47, von etwa 200 bis 240 Pfunb 43 bis 46, von etwa 160 bis 200 Pfunb 41 bis 45, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfunb 38 bis 42 Mark. Marktverlauf: In allen Gattungen mittel­mäßig, geräumt.

Erholung des Pfundes.

Angeblich pfundkäufe für Londoner Rechnung.

An ben internationalen Devisenmärkten hat bas Pfund gestern vormittag feine Abwärts­bewegung fortgesetzt und ist noch unter die niedrigsten Kurse von vorgestern heruntergegangen. Nachdem es mit 3,3050 gegen den Dollar eher etwas fester als vorgestern Schluß eröffnet hatte, ging es bis auf 3,2350 zurück, um sich dann wieder leicht auf 3,2450 zu erholen. Gegen ben Gulden schwächte es sich auf 8,05 ab, gegen Paris vorüber­gehend auf 82,81, später auf 83,13, gegen Brüssel auf 23,31, gegen Zürich auf 16,6550, gegen Madrid auf 38,93 und gegen die Reichsmark auf 13,70 (vorgestriger Schlußkurs 13,8850). Das Geschäft in Pfunden tft zwar nicht sehr umfangreich, doch liegt weiter Angebot vor. Die Mitteilung, daß der Notenumlauf in England zunächst noch nicht erhöht wird, blieb ohne jeden Einfluß auf die Tendenz. Auch der Dollar mar international angeboten und eher etwas leichter, während die R e i ch s- mark gut behauptet blieb. Sie stellte sich in Amsterdam auf 58,9150 und in Zürich auf 122. Der französische Frank tendierte ebenfalls eher schwächer, gleichfalls Brüssel. Die Norddevisen waren in Einklang mit dem Pfund natürlich sehr schwach.

Am Nachmittag konnte sich das Pfund k r ä f t i g erholen, angeblich sollen für Londoner Rechnung Pfundkäufe getätigt worden sein. Nach seinem niedrigsten Stand am Vormittag (3,2350 gegen den Dollar) zog der Kurs bis auf 3,4350 an, um später wieder auf 3,3950 nachzugeben. Gegen den Gulden konnte sich das Pfund auf 8,50 bessern,

gegen Paris auf 87 (niedrigster Pfundkurs gestern), gegen Paris 82,1, gegen Zürich auf 17,55, gegen Madrid 41,25, Brüssel 24,31 und gegen die Reichs­mark auf 14,25. Der Dollar lag international wieder etwas leichter, die Reichsmark war knapp gehalten, sie stellte sich in Amsterdam auf 58,7675, in Zürich auf 121,95 und in Neuyork auf 23,78, später 23,76. Die Norddevisen gingen im Einklang mit der Erholung des Pfundes ebenfalls etwas herauf, Buenos und Rio tendierten eher fester.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgemeinden.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, ben 5. Dezember 1931. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9 Uhr. Predigt. Abends 4.35 und 5.15 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier den 5. Dezember. Freitag abend 4 Uhr; Samstag vor­mittag 8.30; Predigt; nachmittags 4.35; Sabbat« ausgang 5.15. Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4 Uhr.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uyr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

Anzei^ena». slräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.

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