Ausgabe 
3.11.1931
 
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Bei den gestrigen Gemeinderatswahlen in mehr als 300 Städten und ländlichen Wahlkreisen waren ebenso wie bei den letzten Parlamentswahlen, große Verluste der Arbeiterpartei ju verzeichnen Den in früher Morgenstunde bekannten Wahlergebnissen aus 80 Bezirken zufolge verteilen sich die Gewinne und Verluste der Parteien wie folgt: Konservative Gewinne 149, Verluste 5; ß i b e rate Gewinne 26, Verluste 5; Arbeiterpartei Gewinne 5, Verluste 206, Unabhängige Ge- winne 46, Verluste 10. In Birmingham nahmen die Konservativen den Sozialisten neun Sitze ab. Alle 24 sozialistischen Kandidaten unter­lagen. In Sheffield wurden der Arbeiter- vartei von den Konservativen sieben und von den Unabhängigen ein Sitz abgenommen. In D e r b y verloren die Sozialisten xetyx Sitze, in Birken­head zwölf Sitze und in Stofe elf Sitze und büßten damit in den drei Städten ihre Mehrheit ein. In Bradford betrugen ihre Verluste elf und in Liverpool und Manche ft er je neun Sitze.

Oie Prüfung

der Wahlvorschläge in Hessen.

Tie Listen Der Wirtichaftcpartci nicht zugclassen.

Darmstadt, 2.Noo. (WEN.) Zur Prüfung und Festsetzung der Wahlvorschläge und Derbin- dungserklärungen für die Landtagswahl am 15. No­vember fand heute im Staatsministerium eine Sitzung des L a n d e s wa h l^a u s s chu s s e s unter dem Vorsitz des Landeswahlleiters Ministerial­rat B o r n e m a n n statt. Dem Ausschuß waren 15 Listen zur Prüfung eingereicht. Die Liste der Reichspartei des Deutschen Mittel­standes lWirtschaftspartei) für die Provinz Starkenburg muhte von vornherein aus- scheiden, da sie 50 Minuten nach Ablauf der Einreichungsfrist eintraf, das Wahl- gelb von 350 Mark nicht gezahlt und die not­wendigen 500 Unterschriften nicht aufgebracht waren. Ueber den 14. Wahlvorschlag, die Landes- l i ft e der Wirtschaftsoartei, wurde verhandelt, denn es waren wohl 512 Unterschriften eingereicht, jedoch 19 ungültig, da entweder die Vor- oder Zu­namen nicht ausgeschrieben waren. Zur Klärung veranlaßte der Landeswahlleiter die beiden Vertre­ter der Wirtschaftspartei, sich über das Zustande­kommen der Listen zu äußern. Dabei kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem Ver­treter der Starkenburger Liste Kaufmann Meyer- Seligenstadt und dem Vertreter der Landesliste Rechtsanwalt Ludwig- Ingelheim. Meyer er­klärte, daß die Wirtschastspartei ursprünglich ge- plant habe, Prooinzlisten einzureichen, womit ledoch Rechtsanwalt Ludwig nicht einverstan- den gewesen sei, weshalb er sich mit der Reichs­parteileitung dahin verständigte, eine Landeslifte einzureichen, an deren Spitze er sich gesetzt habe. Der Landeswahlausschuh beschloh mit vier Stim­men, auch b i e Landesliste der Wirt­schaftspartei abzulehnen. Es sind also im ganzen 13 Wahllisten in der von uns bereits ver- öfsentlichten Reihenfolge anerkannt worden. Die Listenverbindungen Deutsche Volkspartei. Landbund - Volksrechtpartei, Kommunistische Oppo­sition - Sozialistische Arbeiterpartei, sowie die engere Listenverbindung Deutsche Volkspartei - Dolksrecht- Partei fanden Anerkennung.

Urteile des hessischen Disziplinargerichts.

Darmstadt. 2. Rov. (CEBSOl.) Zur Entschei­dung über ein Verfahren gegen den lommunifti» schen Landtagsabgeordneten Lehrer H a m m a n n aus Wixhausen und den nationalsozialistischen Lehrer Weber aus Lampertheim war der D i - sziplinargerichtshof zusammengetreten. Zur Strafverfolgung gegen den Lehrer H a m - mann hatte seinerzeit der Landtag die Im­munität aufgehoben. Der Disziplinarge­richtshof erkannte gegen Hammann, der wegen Vergehens gegen das Republikschuhgeseh, insbe­sondere wegen seiner Angriffe auf die hessische Regierung und den Innenminister Leuschner rechtskräftig verurteilt worden ist, auf Dienstentlassung ohne Ruhegehalt. Für ein Jahr werden ihm jedoch noch 50 v. H. des Ruhegehaltes gewährt. Lehrer Weber war wegen Vergehens gegen das Republikschuh­gesetz in erster und zweiter Instanz zu einer Gefängnis st rase verurteilt worden. Der Disziplinargerichtshof sprach die Zulässig- leit der Strafversetzung aus.

Die ASDAP. und die Parteien.

Rosenberg imVölkischen Beobachter"^

München, 2. Rov. (SU.) Im .Völkischen Beobachter" beschäftigt sich der Hauptschristleiter Rosenberg mit der Haltung der RSDAP. zu den Parteien. Er erklärt, man wolle glauben machen, die RSDAP. liehe sich unter Umständen ein gliedern in daS System BrüningMol- lathDittmann. Als ob ein 12jähriger Kampf ein einziges Opfern dazu durchgeführt worden wäre, einem morschen System neues Leben zu geben. Die RSDAP. sei heute dreimal so stark wie das Zentrum. Es sei eine unverfrorene Anmahung, wenn dessen Führung, der Deutschland so furchtbares Un­glück verdanke, von den Rationalsozialisten Ein­gliederung erwarte. DaS neue Deutschland for­dere vielmehr völlige Systemänderung und werde jede Weigerung der Mitarbeit an der Rettung der Ration gleich bewerten, einerlei, ob sie vom Zentrum, oder von anderer Seite komme. Zur Haltung gegenüber den D e u t sch- nationalen wird gesagt, daß Geheimrat H u - gen berg sich stets loyal verhalten habe und verhalten werde. Die RSDAP. als weitaus stärkste Partei des nationalen Lagers be­anspruche das selbstverständlichste Recht der Erst­geburt Der Fassung des Staatsgedan- k e n S der Zukunft. Damit müsse sich die deutschnationale Partei a b f i n d e n. Sic werde damit am besten fahren, denn Gegnerschaft könne nur ihr. nicht den Rationalsoziallstcn schaden.

Kleine politische Nachrichten.

Das preußische Innenministerium hat auf Grund der Notverordnung für das gesamte Gebiet des Frei- [taates Preußen alle Umzüge und 'Der- lammlungen unter freiem Himmel ver­boten. Bisher konnten derartige Veranstaltungen nach eingeholter Genehmigung stattfinden.

Die Arbeiten des Reich skommissars für dieoorstädtischeKleinsiedlung sind nun.

Englands ostasnkanisches Mandat.

Der Bericht des Parlamentsausschusses lehnt eine engere Union des Mandats­gebiets mit Britisch-Ostafrika und einen gemeinsamen Oberkommiffar für Tanganjika, Nenja und Uganda ab.

London. 2. Rov. (WTD.) Der gemeinsame Ausschuß beider Häuser des britischen Parlaments hat seinen Bericht über die Frage der .engeren Union" in Ostafrika veröffentlicht. Der Be­richt sagt, ein Blick auf die Landkarte lege den Gedanken eines engen Zusammenwirkens, wenn nicht einer .engeren Union" zwischen den drei Gebieten Tanganjika (ehern. Deutsch-Ostafrika). Kenja und Uganda nahe. Die Uebernahme des Mandates über den östlichen und größe­ren Teil des vormaligen Deutsch-Ostasrika durch die britische Regierung im Jahre 1922 machte diesen Gedanken zu einer Frage der praktischen Politik. Es gehe aus der Prüfung der Bedingun­gen des Mandates klar hervor, daß k e i n c A en­de r u n g der Mandatsverhältnisse, in welchem Umfange auch immer, ohne die Zustim­mung des Völkerbundsrates erfolgen könne. Darüber hinaus müsse man sich vor Augen halten, daß Deutschland im Artikel 119 des Versailler Vertrages auf alle seine Rechte über seine früheren Kolonien zugunsten der alliierten und associierten Haupt­mächte verzichtet habe und daß der englische König von diesen Mächten das Mandat über das Tanganjika-Gebiet erhalten habe, dah also das Mandat ohne seine Zustimmung dem englischen König nicht abgenommen werden könne und daß aud) der englische König durch eine einseitige Handlung das Mandat nicht ändern oder cs einer anderen Macht übergeben könne. Aus Artikel 22 der Völkerbundssahung gehe hervor, daß eine Beendigung des Mandats nur stattfinden

könne, wenn das Volk des Mandatsgebietes fähig geworden fei, auf eigenenFühenzu stehen.

Der Bericht führt hierauf die Argumente an. die gegen eine engere politische und verfassungsmäßige Union sprechen. Die Vorschläge hierzu finden irgendein wesentliches Maß von Unterstützung durch die in Betracht kommenden Staaten oder die betroffenen Ge­meinschaften. Die vernommenen Zeugen haben fast ohne Ausnahme die Ansicht ausgesprochen, daß die Zeit zur Durchführung irgendeines weit­reichenden Planes in Ostafrika a u i finan­ziellen Gründen ungeeignet ist. Ebenso wie andere Teile der Welt befindet sich Ost­afrika in einer ernsten finanziellen und wirt­schaftlichen Depression, und alles, was die Verwaltungsausgaben vermehren würde, findet sehr ungünstige Aufnahme. Alle Umstände zu­sammen liehen den Ausschuß die Ueberzeugung gewinnen, daß jetzt nicht die Zeit sei. ir­gendwelchen weitreichenden Schritt in Richtung einer formellen Union zu tun. Der Ausschuß erklärt, dah er sich nicht in der Lage sieht, die Schaffung eines Oberkommissars an­zuempfehlen. Das mache es ihm um so mehr zur Pflicht, Mittel zu erforschen, um die wün­schenswerte Zusammenarbeit der drei erwähn­ten Gebiete herbeizuführen. Es werde unter die­sem Gesichtspunkt untersucht: 1. Verkehrswege, 2. Zollabgaben und Zollverwaltung, 3. wissen­schaftlicher und technischer Dienst, 4. Post und Telegraphie.

Erdöl im Heiligen Land.

Haifa der Schlüsselpuntt britischer Macht in Vorberasien.

Von unserem 8.-Q.-Berichterstatter.

Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Jerusalem, Oktober 1931.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß alle die nicht geringen Anstrengungen Englands im Vorderen Orient weniger auf Erhaltung seiner, besonders in Palästina recht undankbaren Stel­lung zielen als auf zwei Faktoren, die von ungemeiner Lebenswichtigkeit für das britische Imperium sind. Diese beiden Faktoren, um die sich alle Orientpolitik des Inselreiches im letzten Jahrzehnt dreht, heißen: Indien und Pe­troleum. Das heißt: Sicherung des kürzesten Landweges nach Indien und Sicherung des meso­potamischen Petroleumbesihes. Der Schlüssclpunkt dieser beiden Probleme aber liegt außerhalb Indiens und außerhalb des Irak, er liegt i n Palästina. dem Vorland Mesopotamiens und Indiens und heißt: Welthafen Haifa.

Eine kurze Mitteilung des englischen General­postmeisters der letzten Tage, wonach ab Oktober die Flugpost von England schon in sechs Tagen Indien erreichen wird und gewisse Debatten in der Mandatskommission des Völkerbundes, die sich um Haifa drehten, weisen von neuem auf die unvergleichliche Wichtigkeit des Platzes für jenes England hin, das um dieses Hafens willen die höchst undankbare Aufgabe eines Hausherrn in Palästina weiter auf sich nimmt.

Haifa, gestern noch ein unbedeutender Aus­ladeplatz am Mittelmeer, steht am Anfang einer Entwicklung, die es zu einem der ganz großen Hafenplähe der Welt machen wird. Vor allem ist es die geopolitische Lage der Stadt, die ihre strategische Wichtigkeit begründet: sie liegt im wichtigsten Winkel des Dreiecks Aegyp­ten Flottenbasis Malta Meeresgrenze des indischen Glacis. Dies ist die Ursache, daß Haifa nicht nur zu einem großen Handelszentrum, son­dern gleichzeitig zu einem sehr bedeu­ten den Kriegshafen, zu einem Singapore des Vorderen Orients, ausgebaut wird. Diese Gleichzeitigkeit läßt es selbstverständlich erscheinen, daß der Flugdienst nach Indien über Haifa diri­giert wird, so daß Haifa in Kürze einen der größten Flughäfen Asiens besitzen wird. DaS Ergebnis sechs Tage von London nach Karachi läßt auch den Laien die Wichtigkeit des Flughafens Haifa erkennen. Daneben aber, und dies ist das Ergebnis einer der wichtigsten Kalkulationen Eng'ands im Weltkrieg, wird hier die künftige Transwüstenbahn nach Bagdad, mit deren Bau eben begonnen wird, ihren Ausgang nehmen, während andererseits hier die parallel mit ihr verlaufende Erdölrohrleitung aus dem Irak ihren Endpunkt finden wird. Das heißt abek nichts anderes, als dah Haifa in nächster Zukunft einer der bedeutend st en Pe - tro leumhäfen der Welt sein wird, der, von seiner kommerziellen Wichtigkeit abgesehen, die englische Flotte von allen amerikanischen Hilfsquellen unabhängig macht. Das interna­tionale Erdölkapital hat die Wichtigkeit des Platzes natürlich schnell erkannt und heute schon bedecken die hiesigen Anlagen der Shell Eo. rund 100 000 Quadratmeter, die bereits mehr als ein Dutzend TankS, die rund sechs Millionen Gallonen

mehr so weit fortgeschritten, daß mit einer Der- öffentlichung der Richtlinien für die Durchführung der vorstädtischen Kleinsiedlung und die Bereitstellung von Kleingärten für Erwerbslose für Mitte n ä ch st e r Woche gerechnet werden kann. Zur Zeit ist die Beratung der Richtlinien mit den Ländern noch im Gange.

In Freiburg wurden von der politischen Po­lizei sechsFunktionärederKPD., darunter die Stadtverordneten Engel und Treffeifen f e ft ge­nommen. Es besteht gegen sic Verdacht der Vor- bereitung hochverräterischer Handlungen. Die pvlizei. iiche Untersuchung soll belastendes Drucksachen- material zutage gefördert haben.

Der Sekretär der englischen Bergarbeitergewerk, schäft A. I. E o o k ist am Montagmorgen im Alter von 46 Jahren g e ft o r b e n. Cook übte seit Jahren einen außergewobnlich großen persönlichen Einfluß auf die Mitglieder der Bergarbeitergewerkschaft aus. Sein Name ist noch aus der Zeit des englischen Generalstreiks im Jahre 1926 in aller Erinnerung.

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fassen, dort errichtet hat. Die Herrin von Haifa aber wird die größtenteils britische Irak Petrol Co. Ltd. sein.

Die Debatten im Schoß der Mandatskommis­sion, die in den letzten Tagen über den Vertrag, den die palästinensische Regierung mit dieser Gesellschaft geschlossen hat, geführt wurden, die schwere Kritik an diesem Vertrag lassen er­kennen, daß diese Gesellschaft tatsächlich mehr oder weniger die Herrin Haifas sein wird. Der Vertrag läuft nämlich darauf hinaus, daß in Haifa ein Staat im Staat gegründet wurde, der auf siebzig Jahre hinaus eigenen Gesetzen unter­liegt. Die Gesellschaft, die die Oelrohrkeitung aus Mossu! nach Haifa legt, genießt völlige Z o 11- und Steuerfreiheit sowohl für Erdöl als auch für all die ungeheuren Materialmengen, die zum Bau der gigantischen Anlagen benötigt wer­den: die Angestellten haben dem Staat Palästina keine Steuern zu zahlen, die Gesellschaft genießt im Hafenbetrieb Vorzugsstellung und darf sogar, was in England selbst nicht angängig wäre, den Sonntag entweihen. Die Kompanie ist über­dies ermächtigt, eigene Telegraphen­anlagen und Funkstation en einzurich­ten, während andererseits über Arbeiterschuh und Entlohnung, sowie über vorzugsweise Be­schäftigung inländischer Arbeiter der Vertrag nur sehr dehnbare Grundsätze aufstellt. Es ist also kein Wunder, daß dieses Dokument, ins­besondere der letztgenannten Umstände halber, im britischen Parlament und auch im Völkerbund angegriffen wurde.

ES ist aber natürlich nicht zu erwarten, daß dieser Vertrag deswegen nun grundlegenden Acn- dcrungen unterzogen werden wird, denn er ist eine der großen praktischen Grundlagen des künf­tigen Wclthasens Haifa, wie er langjährigen Lieberlegungen des Colonial office entspricht. Er ist die Manifestation eineS durch die Aenderungen in Aegypten und in Indien bedingten Sicherungs- Planes Englands, das Haifa zum Petroleum­gibraltar seines Weltreiches macht, von wo auS es jährlich 20 000 Tonnen, also etwa ein Zehn­tel der Weltproduktion dieses zur fried­lichen Arbeit wie zum Kriegführen notwendigen Elementes beziehen wird.

Wenn man also die vier wesentlichen Eigen­schaften des künftigen Welthafens Haifa zur Kenntnis nimmt Kriegshafen, Handelshafen, Flughafen und Petroleumhafen und überdies noch sehr begünstigter Llmschlageplah für den Landhandel im Vorderen Orient, dann kann man verstehen, daß die Konzession Haifa für England von nicht geringerer Wichtigkeit ist als seinerzeit die Konzession der Ostindienkom­panie, und daß diese Konzession also auch den Anfragen in der Mandatskommission standhalten wird.

Wenn aber England je daS Mandat über Palästina aufgeben oder es in einen Vertrag nach öem Muster des irakischen LIebcreinkommenS ändern sollte, wird Haifa, solange es ein eng­lisches Indien und solange es eine englische Zlotte gibt, ein Schlüsselpunkt der englischen Macht im Osten bleiben.

Aus aller Welt.

10 Jahre Deutscher Frauenausschuß zur Bekämpfung der Schuldlüge.

Am 4. November blickt der Deutsche Frauenaus­schuß zur Bekämpfung der Schuldlüge auf eine 10. jährige Tätigkeit zurück. Gleich nach Bekanntwerden der entwürdigenden Friedensbedingungen sanden sich Frauen der verschieden ft en poli­tischen Anscha u n g e n , die diesen Kampf aufnehmen wollten. Frau Arnölie Roth, Frau Hertha Hissink und in der Nationalversammlung Frau Käte Schirmacher und Frau Clara Men de begründeten den Ausschuß, der seitdem eifrig im In- und Ausland den Kamps für die durch Verleumdung geschmähte deutsch« Ehre aufnahm. Durch Schulungskurse, Vorträge und Ausklärungs- material hat der Ausschuß seine Ideen in olle Teile und alle Devölkcrungsfchichten des deutschen Volkes zu tragen gesucht. Da die Lüge von Deutsch- lands Schuld am Kriege noch immer nicht aus der Welt verschwunden ist, trog starker Mitarbeit auch des Auslandes, wird der Ausschuß seine Arbeit so lange fortsetzen, bis der §231 des Versailler Der-

träges gefallen ist und Damit auch der Weg frei zur Revision des Versailler Vertrages.

Die Fürsorge für die deutschen Kriegergräber in Frankreich.

Auf dem Friedhof Bacgneur bei Paris fand die Gedenkfeier für die gefallenen deutschen Sol­daten statt. Der deutsche Botschafter von Hoesch> machte die Feststellung, daß die französische Gräber- Dirroaltung ihren vertraglich Übernom­menen Verpflichtunaen überall g e - recht werde und darüber hinaus in den meisten Fällen die deutschen Grabstätten genau wie ihre eigenen pflege. Auch die deutschen Solda- tengräber auf französischen Gemeindefriedhöfen und in Nordafrika, so jagte der Botschafter, werden gut unterhalten. Die von den deutschen Truppen ge- schoffcnen Friedhöfe sind gründlich instandgesetzt worden. Durch den Weltbund Deutscher Krieger- aräberfürforge wurden diese Arbeiten der deutschen Verwaltung tatkräftig unterstützt.

Ein fjunb verursacht schweren Verkehrsunfall.

In der Bottroper Straße in Essen - Bor -- deck lief ein Hund vor einen Liefer­wagen und wurde überfahren. Dabei verlor der Führer dcS Kraftwagens die Gewalt übet den Wagen und fuhr auf den Bürger­steig. Zwei dort auf einem öifengitter fitzende Mädchen wurden von dem Wagen erfaßt und überfahren. Dos eine Mädchen trug fo schwere innere Verletzungen davon, daß es auf . dem Transport zum Krankenhaus starb. Dem anderen wurde der rechte Fuß abgequetscht, außer­dem erlitt cS einen Oberschenkelbruch.

Raubüberfaü auf einen Konsumverein.

In Langenbochum drangen Räuber, die ihr Gesicht mit Taschentüchern verhüllt hatten, in den Laden des Konsumvereins Eintracht ein und riefen den beiden anwesenden Verkäuferinnen unter Be­drohung mit Pistolen zu:Geld heraus oder wir schießen!" Die beiden Mädchen liefen in ihrer Angst auf den Hof und riefen um Hilfe. Inzwischen versuchten die Räuber die Ladenkasse zu öffnen. Als ihnen dies nicht gelang, entfernten sie sich eiligst Die polizeiliche Verfolgung verlief ergebnislos. Es handelt sich bei den Tatern vermutlich um dieselben Burschen, die vor einigen Tagen einen Raubüberfall auf die Konsumanstalt in Buer unternommen haben.

Lin einsame» Gehöft von Räubern überfallen.

In der Rähe von Oberpleis bei Siegburg, Westerwald, drangen in der Rächt drei ver­mummte Männer in ein einsam gelegene« Gc- höst ein und bedrohten die Bewohner mit Revolvern. Einem Mädchen gelang es, das HauS zu verlassen und um Hilfe zu rufen. Die Räuber ergriffen darauf auf ihren Rädern die Flucht. Zwei Polizeibeamte, die in einem Kraftwagen die Verfolgung aufnahmen, wurden von den Verbrechern wiederholt beschossen. Die Schüsse verfehlten ihr Ziel. Dagegen traf ein Schuß eines der Polizeibeamten einen der Räu­ber in die Brust. Es handelt sich um einen .schweren Jungen" auS LengSdors bei Bonn.

Zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht Weimar verurteilte den Land­arbeiter Daßler, der in der Nähe von Bucha die achtjährige Tochter eines Gutsarbciters ge- raubt, zu vergewaltigen versucht und bann mit einem Strick erdrosselt hatte, j u m Tode und wegen verschiedener schwerer Diebstähle und Sittlichkeitsoerbrechen insgesamt zu zwölf Jahren Zuchthaus.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Störungstätigkeit hat über Dem Ozean erheb- lid) zugenommen und ihren Einfluß östlich entfaltet. So ist über Den britischen Inseln bereit» ein um- fangreiches Regengebiet entstanden. Auch über dem Flstlande macht die Erwarmung weiter Fortschritte. Nur in unserer Gegend und etwa» weiter südlich herrschte heute morgen noch leichter Frost, wahrend in Aachen z. B. die heutige Morgentemperatur plus 10 Grad betrug. Bei dem engen Verlauf der Iso- baren wird die Luftbewegung zunchmcn und die Warmluft schneller oortreiben, so daß auch bei uns Erwarmung aufkommt, und der Frost verschwindet. Bei dauerndem Lustdruckfall wird sich auch da» Regengebiet ostwärts vortragen, so daß trübe» Wetter mit Niederschlägen eintritt.

Aussichten für Mittwoch: Mildere» und bewölktes Wetter, zeitweise Niederschläge.

Aussichten für Donnerstag: Weiterhin wolkig und regnerisch.

Lufttemperaturen am 2. November: mittags 9,6 Grad Celsius, abends 2,7 Grad: am 3. November: morgen»0,1 Grad. Maximum 9,7 Grad, Mini­mum 0,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 2. November: abends 5 Grad: am 3. No- vember: morgen» 2,4 Grad Celsius. Sonnenschein, dauer 7 Stunden.