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ZreiverkehrSbörse in Berlin.
Berlin, 3. Okt. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Frei verkehr wickelte sich sehr ruhig ab. Die Umsätze ließen infolge der anhaltenden Unsicherheit weiter nach, und die Kurse waren im großen und ganzen aus dem ermäßigten Niveau von gestern abend behauptet. So hat man in den Bankbureaus genügend Zeit, sich über die neue Devisendurchführungsverordnung den Kopf zu zerbrechen und die Situation bei der Reichsbank, wie sie sich im gestrigen Reichsbankausweis spiegelt, zu diskutieren. (Eine Diskontentscheidung soll vorläufig noch vertagt sein, da die Devisenabzüge in den letzten Tagen stärker zurückgegangen sind und nur noch einen Betrag von etwa 7 bis 10 Millionen erreicht haben. Eine etwas zuversichtlichere Stimmung geht auch von der Tatsache aus, daß die deutschen Werte im Auslande gestern höher bezahlt wurden und daß auch die Auslandbörsen sonst recht feste Tendenz hatten. Für den Disferenzenzahltaa am 10. Oktober wird wohl auf Grund der geschlossenen Börse eine Prolongation stattsinden müssen, so daß von dieser Seite im Moment keine Schwierigkeiten entstehen könnten. Außerdem beschäftigt die erwartete neue Hoover-Geste die Leute und läßt die Hoffnung auf das große Wunder nicht untergehen.
Inzwischen halten die kleinen Schwierigkeiten an: so mußte gestern die Bank für Handel und Gewerbe AG. in Leipzig ihre Schalter schließen und ein Moratorium beantragen, und in Amerika haben vier weitere Kleinbanken in verschiedenen Landesteilen ihre Zahlungen eingestellt. Die gestern gemeldete amerikanische Großbanken-Fusion stellt sich nach den jetzt vorliegenden Einzelheiten ebenfalls immer mehr als eine Notstandsaktion für die zum Gianninikonzern gehörende Bank 0 f Amerika heraus. So kann es nicht verwundern, daß B a n k a k t i e n im heutigen Freioerkehr e t) e r an« geboten waren. Man hörte Reichsbankanteile mit 95,50, Danatbank mit 68 bis 69 und Dedibank mit etwa 50. Die übrigen Märkte, mit Ausnahme des Montanmarktes, der etwas unter den Lohnverhandlungen im Ruhrgebiet zu leiden scheint, wiesen dagegen gut behauptete Kurse auf. Farben stellten sich auf 94,50 bis 95, Siemens auf 100 bis 101, AEG. auf 83, Geffürel auf 44,50 bis 45,50, Dessauer Gas auf 68, Rheinstahl auf 30 bis 31, Mannesmann auf 30 bis 31, Reichsbahnvorzüge auf 58 usw. Am Geldmarkt hielt die Nachfrage ziemlich unverändert an, wobei Abdeckungen von Lombardkrediten bei der Reichsbank eine Rolle, zu spielen schienen. Am Devisenmarkt schwächte sich das Pfund gegen Dollar auf 3,84 ab, gegen Pans stellte es sich auf 97,75 und gegen Zürich auf 19§.
Nach Informationen eines Mittagsblattes sind die Verhandlungen zwischen Regierung, Kommunalstellen und Gläubigern der Städte über eine U m - schuldung d e r kurzfristigen Kredite im wesentlichen beendet. Man will angeblich eine Sicherung der Zinszahlungen für die an Stelle des Kredites auszugebenden Obligationen aus den Tarifen städtischer Werke vorsehen. Darüber hinaus scheint sich das Reich die Möglichkeit Vorbehalten zu wollen, sich für notwendige Garantien bestimmte Vermögens- nirrfp ber Städte zu sichern.
Oie Preispolitik der Branntwein»Monopolverwaltung.
Aus Kreisen des Spiritusgewerbes schreibt man uns: Die Reichsmonopolverwaltung hat soeben beschlossen, alle Derbraucherpreise im wesentlichen unverändert beizubehalten. Rur der Preis für Treibstoffspiritus ist von 70 auf 50 Mark je Hektoliter ermäßigt worden. Demgegenüber besteht aber eine Erhöhung der Deimischungspflicht für die Treibstoffhersteller, so daß auch hier für den Derbraucher — nämlich bei dem Preis für das fertige Gemisch — genau das gleiche herauskommt wie bisher. Ebenso bleibt der auch heute noch in zahlreichen Haushaltungen und gewerblichen Betrieben verwendete B r enn- s p i r i t u s unverändert teuer, obwohl sich nicht nur die beteiligten Gewerbekreise, sondern auch die zuständigen Behörden längst darüber einig sind, daß die letzte Steuererhöhung ein großer Fehler gewesen ist. Hat sie doch für die Reichskasse die Wirkung gehabt, daß der Gesamtertrag aus dem Branntweinmonopol Vicht nur nicht gestiegen, sondern umeinvollesDrit- tel zurückgegangen ist. Man fragt deshalb nicht mit Unrecht, warum ist dieselbe Regierung, die doch von der privaten Wirtschaft überall Preissenkungen verlangt, ihrerseits nicht bereit, irgend etwas zu dieser Preissenkung beizutragen? Statt wie bei der Zigarette den seinerzeit gemachten Fehler wieder gutzumachen, wagt man sich hier offenbar an die von allen Regierungsstellen als notwendig anerkannte Steuersenkung nicht heran. Die natürliche Folge ist, daß der Konsum zu billigeren ausländischen Erzeugnissen abwandert und auch auf diesem Gebiete das Gewerbe der Schmuggler und Geheimbrenner blüht. 3n Holland hat man die Spiritussteuer, die zeitweise stark überhöht war, wieder herabgesetzt, nachdem die Einnahmen des Staates stark zurückge^angen waren. Auch das Reichskabinett sollte nicht länger zögern, die Branntweinsteuer auf ein für die Reichsfinanzen wie für die betroffenen Gewerbe erträgliches Maß herabzusetzen.
Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Das Geschäft war auf fast allen Märkten meist wieder recht schlecht, so daß neuerliche Ueberstände verblieben. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb zwar wesentlich schwächer (1440 gegen 1709 Stück in der Vorwoche), doch war der Handel immer noch sehr gedrückt. Wenn auch die vorwöchigen Notierungen meist gehalten blieben, Kühe konnten sich sogar um 2 bis 4 Mark befestigen, so war doch der Geschäftsgang meist sehr unbefriedigend und flaute im Verlaufe des Marktes so ab, daß zum Teil unter Notiz verkauft werden mußte. Der Zu- trieb zum Kälbermarkt belief sich auf 1422, gegen 1248 Stück in der Vorwoche. Infolge der schlechten Nachfrage nach Kalbfleisch gingen die Preise weiter zurück, und zwar erneut um 2 bis 3 Mark pro Zentner. Nach schleppendem Geschäft wurde der Markt fast geräumt. Sehr stark war das Angebot in dieser Woche auf dem Schafmarkt, wo gegen 407 Stück der Vorwoche 587 Stück auf-
getrieben wurden. Die Preise gaben um 2 bis 3 Mk. | nach. Die wesentlich schwächere Beschickung des Schweinemarktes (5710 gegen 6707 Stück) machte sich in dieser Woche in einer leichten Erholung des Preisstandes bemerkbar, wenn auch das Geschäft keine Belebung erfahren hat. Der Ueber- stand hielt sich in mäßigen Grenzen. Fettschweine erzielten Preise über Notiz, dagegen sind leichte Schweine kaum verkäuflich.
Im einzelnen notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 38 bis 42, a2) 35 bis 37, bl) 30 bis 34 Bullen a) 30 bis 34, b) 26 bis 29. Kühe a) 31 bis 34, b) 27 bis 30, c) 22 bis 26. Färsen a) 38 bis 42, b) 35 bis 37, c) 30 bis 34. Kälber b) 46 bis 50, c) 40 bis 45, d) 35 bis 39. Schafe a) 32 bis 35, b) 27 bis 31, c) 20 bis 26. Schweine b) 55 bis 58 c) 54 bis 57, d) 50 bis 56, e) 45 bis 53. Sauen 42 dis 50.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
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Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
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Geld
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10,29
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Wien...»
59,13
59,25
55,44
55,56
Prag . . .
12,48
12,50
12,48
12,50
Budapest . .
73,28
73,42
73,28
73,42
Sofia . . .
3,057
3,063
3,057
3,063
Holland . .
169,73
170,07
169,63
169,97
Oslo. . . .
93,91
94,00
92,91
93,09
Kopendageu.
93,91
94,00
93,41 „
93,59
Glodholm .
98,90
99,10
98,90
99,10
London. . .
16,68
16,72
16,28
16,32
Buenos Airei
0,948
0,952
1,908
1,912
Neunort . .
4,209
4,217
4,209
4,217
«rüffel . . .
58,79
58,91
58,79
58,91
Italien. . .
21,48
21,52
21,33
21,37
Paris . . .
16,68
16,72
16,68
16,72
Schweiz . .
82,47
82,63
82,42
82,58
Spanten . .
37,86
37,96
37,76
37,84
Danzig. . .
81,97
82,13
81,97
82,13
Japan . . .
2,078
2,082
2,078
2,082
Rio de Jan..
0,236
0,238
0,199
0,201
Jugoslawien.
7,463
7,477
7,453
7,464
Liffabon . .
15,13
15,17
14,79
14,81
Gießener WochenmarkIPreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 130 bis 150 Pf. (Kochbutter von 110 Pf. an), Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 6 Mk.).
Weißkraut 6 bis 7 (pro Zentner 3 bis 4 Mk.), Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 6 Mk.),
gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römifchkohl 8 bis 10,
Dohnen 15 bis 25, Unterkohlrabi 5 bis 6,
Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 8 bis 10, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 35 bis 70,
Tomaten 20 bis 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Zentner 2,80 bis3Mk.), Frühäpfel 8 bis 10, Falläpfel 3 bis 4, Aepfel 8 bis 10 (pro Zentner 5 bis 6 Mk.), Birnen 8 bis 15, Dörrobst 30 bis 35,
Preißelbeeren 35 bis 40, Brombeeren 30 bis 35, Pfirsiche 40 bis 60, Rässe 50 bis 60,
Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 80 bis 100, Gänse 100 bis 110 Pfennig pro Pfd.; Tauben 50 bis 60, Eier 11 bis 12, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 15 bis 25, Cinmachgurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15. Sellerie 10 bis 40 Pfennig pro Stück: Radieschen 10 bis 15 Pf. pro Bund.
Briefkasten der Redaktion.
kRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
Ein eifriger Leser der Gnauthsiraße. Wir bitten Sie, uns Ihre Anschrift bekanntzugeben. Erst darauf- hin läßt es sich feststellen, worauf die Verspätung zurückzuführen ist. .....
H. D. in Gießen. Ist „ein gemeinnütziges Wohnungsunternehmen eine Genossenschaft, so bestimmt die oberste Landesbehörde die Mindestzahl der Genossen. Jeder Genosse soll einen Geschäftsanteil von mindestens 300 Mk. gezeichnet haben und darauf mindestens diesen Betrag innerhalb dreier Jahre nach seiner gerichtlichen Eintragung einzahlen. Die oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Behörd» (Anerkennungsbehörde) kann diesen Betrag erhöhen oder herabsehen, oder die Einzahlungs- frift ändern. (Siehe hierzu Reichsgesehblatt 1930, Teil I, Rotverordnung vom 1. Dezember 1930, Seite 593 ff.)
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, den 4. Oktober. 18. Sonntag nach Trinitatis.
Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Seemann: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarrassistent Seemann. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtols- heimer: 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfr. Bechtolsheimer: 20: Bibelbesprechung im Johannes- saal: Pfr. Groh. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Llisabethkleinkinderschule. 9.45: Pfr. Lic. Waas. — Klein-Linden. 10: Erntedankgottes- dienst unter Mitwirkung des Schülerchors: 11: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 11: Gottesdienst; Pfarrassistent Seemann (Gießen): — Wieseck. 13; 14: Beichte und Feier des hl. Abendmahls. — Alten- Buseck. 9.30; 10.30: Beichte und Feier des hl. Abend- mahls. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Feier des hl. Abendmahls für die jungen Männer und Frauen von Lollar: 13.30: Lollar. — Hausen-Garbenteich. 10: Haufen; Feier des hl. Abendmahls; 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte: 9.15: Predigt- gottesdienft; im Anschluß hl. Abendmahl der Alten; Kollekte: 10.30: Kinderkirche.
katholische Gemeinden.
Samstag, den 3. Oktober.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, den 4. Oktober. 19. Sonntag nach Pfingsten. R osen kranzfest.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8; Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Lau- bach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.____
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