Ausgabe 
3.8.1931
 
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Die landschaftliche Lage des Schießplatzes ist einzigartig. Dom Schießhaus aus blidt man weit über das Land, der Schiffenberger Wald breitet sich dunkelgrün vor dem Beschauer aus, in der Ferne schimmern blaue Berge. Das Gelände ist zuni größten Teil von Wald umgeben. Hinter den Schutzwänden wuchern Beerensträucher, die Fläche zwischen Schiehständen und Schießscheiben ist von einer kräftigen Grasnarbe bedeckt, auf der viele Blumen blühen. So weit wie möglich ist das Gelände auch

durch Obstbaumanpflanzungen wirtschaftlich ausgenüht.

Während der meisten Zeit liegt über dem Platze eine tiefe ungestörte Stille. Dur an Montagen, wenn die Schützen zur Hebung schießen, und zu den verschiedenen Deranstaltungen knallen lustig die Büchsen.

Cs ist nicht weiter verwunderlich, daß sich auswärtige Schützen bet den Gießener Kameraden wohlfühlen. Die Anlage, über die der Schützen­verein verfügt, darf mit Recht als vollkommen bezeichnet werden, nicht zuletzt deshalb, weil sie sich in peinlicher Ordnung befindet. Der Schutzen- verein hat sich im Laufe der Zeit eine Anlage geschaffen, die unter den Schühenbrüdern der näheren und weiteren Umgebung den denkbar besten Ruf hat. Es ist erfreulich, daß unsere Stadt auch auf diesem Gebiete sportlicher Be­tätigung weit über den Rahmen unserer engeren Heimat hinaus gutes Ansehen besitzt.

Sehr interessant sind die Schutzrnahnah- men. die getroffen worden sind, um zunächst und in der Hauptsache diejenigen Personen zu schützen, die de^Dienst qn den Schetben und den Signalisierungsoicnst verrichten. Unter den Schießscheiben befinden sich Über drei Meter tiefe Gräben, die mit Backsteinen stabil ausgemauert und durch eine Betondecke,nach oben abgeschlos­sen sind und so zugleich einen unbedingt sicheren Schuh bieten. Hinter den Scheiben, die von den Kugeln durchschlagen werden, sind Crdwälle auf­geworfen. die jede Kugel auffangen. Die Zugänge zu diesen Gräben sind außerdem besonders durch Wälle und durch große sog.Blenden" geschützt. Den Schutz nach außen bilden ebenfalls jene cha­rakteristischenBlenden", die sicherlich schon je­dem Spaziergänger aufgefallen sind. Allerdings handelt es sich dabei nicht lediglich um Bretter­wände, vielmehr sind es Kugelfänge, die mit Sand ausgefüllt sind und jede verirrte Kugel aufsan- gen. Der Zugang nach den 175- und 300-Meter- Scheiben ist hinter feste Dacksteinmauem verlegt, so daß auch hier jeder Gefahr für Menschenleben entgegengewirkt wird.

hinter den 300-IHeter-$d)ciben befindet sich ein hoher wall, der jede kugel, die über das Gelände hinausfliegen könnte, auffängt.

Ein weiterer und maßgeblicher Sicherheitsfak­tor ist noch eine besondere Wand unmittelbar vor her Schützenhalle, die verhindert, daß der Schütze höher schießen kann, als es im äußersten Falle notwendig ist.

gerundet):

Angestellte

151000

152 000

342 000

360000

202 000

225 000

102 000

148 000

237 000

49 000

77 000

123 000

Ende Juni 1929

Ende Juni 1930

Ende Juni 1931

Arbeitsuchende am

Ende Juni 1929

Ende Juli 1929

Ende Febr. 1930

Ende Juni 1930

Ende Febr. 1931

Ende Juni 1931

Man ersieht

alle übrigen Berufe

1 232 000

1 204 000 (niedrigster

Stand 29) 3 205 000 (höchster

Stand 30) 2 471 000 (niedrigster

Stand 30) 4 704 000 (höchster

Stand 31) 3 722 000

Kaufmännische, technische und Bureauangestellte männliche weibliche

I.

Um ein Bild von der augenblicklichen Situation geben zu können, muß ich zunächst an Hand einiger Zahlen die Entwicklung in den letzten zwei Jahren kurz barlegen. Es waren bei den Arbeitsämtern als Stellensuchende gemeldet (sämtliche Zahlen find ab-

Die derzeiliae AlbeilsmarkNage für Angestellte

Oie Entwicklung seit l.Juti 1929.

Von Henrich Müller. Angestelltenvermiiiler beim Arbeitsamt Gießen.

30. September und 31. Dezember anzusehen stnd. Darüber hinaus war der Zugang seit einem Jahr infolge der Dauerkrise etwas stärker als vorher.

Die Ursache der hier gekennzeichneten Eigen­tümlichkeit ist einmal darin zu suchen, daß viel­fach die fabrikations- und handwerksmäßige Er­ledigung eines Auftrags mit der bureaumahigen Abwickelung des betreffenden Geschäftes durchaus nicht zusammenfällt, so daß eben der Angestellte oft noch lange zu tun hat, wenn der Arbeiter mangels neuer Aufträge schon entlassen werden muh. 2a, mitunter fängt die Arbeit für den An­gestellten erst an, wenn sie für den Arbeiter schon bald zu Ende ist. So kommt es, daß An­gestellte vom zeitweiligen Stillstand irgendeiner Fabrikation gar nicht betroffen werden. Auch hat die Rationalisierung der Bureauarbeit nicht m dem Maße Fortschritte gemacht, wie es tn den Fabrikationsbetrieben der Fall ist.

Hinzu kommt, daß bei den Angestellten Kün­digungsfristen von 1 bis 6 Monaten einzuhalten sind, wohingegen mit den Handarbeitern meist nur 1 bis 14tägige Kündigungsfrist vereinbart ist. Ferner ist zu berücksichtigen, daß gewisse Einrich­tungen eben infolge der durch die vielen Kon­kurse, Betriebsstillegungen und -einschränkungen bedingten erhöhten Arbeitsanfalles größeren Per­sonalbedarf hatten (man denke nur an die Ar­beitsämter selbst) und daß dieser wieder einer größeren Zahl von stellenlosen Angestellten zu­gute gekommen ist. was wiederum ein weniger plötzliches Anschwellen der Arbeitslosenziffer zur Folge hatte. r

Außerdem ist nicht unwesentlich, daß viele Be­triebe und Geschäfte infolge ihrer Einrichtung bzw. Einteilung gezwungen sind, eine Mindeftzahl von Angestellten zu beschäftigen und lieber eine Zeitlang zufehen, ehe sie zum Zwecke der Entlas­sung von Angestellten eine Hmorganifation vor­nehmen. Auch fällt ins Gewicht, daß eine An­zahl von noch in Stellung befindlichen Angestell- ten in eine Kürzung ihrer Bezüge eingewilligt hat, um nicht entlassen zu werden und daß eine weitere Anzahl eine Hebernahme ins Arbeiter- Verhältnis einer Entlassung vorgezogen hat. Schließlich wäre noch anzuführen, daß in diesen Krisenzeiten Arbeitgeber aus rein menschlichen Erwägungen heraus langjährige Angestellte viel­fach noch so lange zu halten suchen, als es irgend­wie möglich erscheint. Denn erfahrungsgemäß fin­det heute ein arbeitsloser jüngerer Arbeiter leich­ter wieder Arbeit als ein entlassener langjähri­ger Angestellter eine neue, entsprechend bezahlte Stellung. (Fortsetzung folgt.)

daraus, daß seit 2 Jahren die Arbeitslosigkeit unter den Angestellten langsam aber ständig zugenommen hat, während sie in den übrigen Berusen bisher recht erheblichen Schwankungen unterworfen war. Würde man die Zahlen jedes einzelnen Monats ansehen, so müßte man feststellen, daß die Zunahme der Arbeits­losigkeit unter den Angestellten durch Stillstand oder gar Rückgang der Zahlen kaum unterbrochen worden ist. Wenn dagegen die Zugänge an stel­lenlosen Angestellten im Januar, April, Juli und Oktober stärker waren als in den übrigen Mona­ten, so hängt dies mit den Hauptkündigungster­minen zusammen, als die der 31. März, 30. Juni,

In diesen Zahlen sind auch die in gekündigter und ungekündigter Stellung befindlichen Angestellten ent. halten, soweit sie sich bei den Arbeitsämtern als stellens'uchend angemeldet haben. Sie machen jedoch nur etwa 2 v. $). aus uno sollen daher bei den nach­folgenden Betrachtungen außeracht gelassen werden. Nicht enthalten sind die Zahlen der nur bei den nicht­gewerbsmäßigen Arbeitsnachweisen gemeldeten und der überhaupt nicht erfaßten Stellensuchenden: sie machen schätzungsweise 10 d.$). aus.

Das Wesentliche bei der Entwicklung ist nun, datz dieselbe grundverschieden ist von der Entwicklung des Arbeitsmarktes im allgemeinen. Folgende Gegen­überstellung möge dies anschaulich machen:

gjL-^poit

Deutsche Irauen-Meisterschafien.

r Erster Tag.

Bei schönstem Wetter, aber vor nur 1000 Zu­schauern. nahmen am Samstag die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Frauen in Magdeburg ihren Beginn. Schon der erste Tag brachte zwei neue deutsche Höchstleistungen. Frl. Mollenhauer, Biktoria Hamburg, warf den Dis­kus 39,615 Meter weit und blieb damit nur um einen halben Zentimeter hinter dem Weltrekord der polnischen Olympiasiegerin Konopacka zurück. Auch Frl. Heublein, Barmen, kam mit 38.82 Meter noch über die alte, von Milli Reutter, Frankfurt, mit 38,34 Meter gehaltene deutsche Höchstleistung hinaus. Den zweiten Rekord stellte Frau Thyrnrn- Junkers (Leipzig) im 100-Meter-Laufen auf. Dreimal, im Dor-, Zwischen- und Endlauf er­reichte sie die neue Bestzeit von 12 Sek., die Titelverteidigerin Gelius, München, 60 und Frl. Kraus, Dresden, belegten in der alten Bestzeit von 12,2 Sek. die Plätze. Einen harten Kampf gab es im Hochsprung, wo schließlich Frl. Grieme, Bremen, nach Stechen mit Inge Draumüller siegte.

Im Fünfkampf lag nach den beiden ersten Wettbewerben (Weitsprung und Kugelstoßen) Frl. Marienmeyer, München, mit 142 Punkten vor Ellen Braumüller in Front, während die Titel­verteidigerin mit 123 Punkten noch an sechster Stelle rangierte.

Zwei neue Weltrekorde am zweiten Tage.

In wahrer Rekordlaune befanden sich die deut­schen Leichtathletinnen am zweiten Tage der Frauenmeisterschaften in Magdeburg. Dor 2000 Zuschauern und bei bestem Wetter muhte in den harten Kämpfen ein Rekord nach dem anderen sein Leben lassen. Rur wenige Titel gingen ohne neue Höchstleistung weg. Die Krönung der sportlichen Ausbeute waren zwei Weltrekorde. Frl. Dollinger, Nürnberg, drückte über 800

Meter den Weltrekord der Olympiasiegerin Frau Radtke-Bar schauer, die in diesem Rennen Zweite wurde, auf die fabelhafte Zeit von 2:16,8 Min. Dorher hatte Frl. Dollinger bereits über die 200 Meter ihren eigenen, erst kürzlich verbesserten Deutschen Rekord auf 25,6 Sek. geschraubt. Der zweite Weltrekord war im Speerwerfen fällig, wo Ellen Braumüller im Rahmen der Wett­bewerbe zum Fünfkampf auf 42,28 Meter kam. Deutsche Rekorde gab es noch durch Ellen Brau­müller im Fünfkampf mit 395 Punkten (I), sowie durch Frl. Pirch, Charlottenburg, in 80 Meter Hürdenlaufen mit 12.3 Sek. Einen schönen Sieg feierte die Eintracht Frankfurt in der 4X100* Meter-Staffel, die sie in 50 Sek. vor München 60, Dresdener SC. und SC. Charlottenburg gewann

Kurze Gportnoiizen.

Beim Avus-Rennen in Berlin, dem über 100 000 Zuschauer beiwohnten, war Caracciola auf Mercedes-Benz mit 186 Kilometer Stunden­mittel wieder einmal der Schnellste.

Undine Offenbach gewann den Offen­bacher Stadtachter.

Ein neuer Weltrekord wurde in Karls­ruhe im einarmigen Stoßen der Mittelgewichts­klasse von Bührer, Karlsruhe, mit 200 Pfund aufgestellt.

Der Universität Köln ist der Titel eines Hochschulmeisters wieder abgesprochen, da beim Endspiel Studenten mitgewirkt hatten, die zu dieser Zeit nicht mehr in Köln studierten.

Im Rückspiel um die süddeutsche Handball­meisterschaft schlug in Fürth die Sp. Dg. Fürth den SD. 98 Darmstadt mit 6:4 (3:3). Da Darm­stadt im Vorspiel 7:3 siegte, ist also noch ein drittes Entscheidungsspiel notwendig.

Deutsche Leichtathletik -Meisterschaften.

Spannende Kämpfe und gute Ergebnisse.

Im Deutschen Stadion zu Berlin nahmen am Samstag die erstmals von Turnern und Sportlern gemeinsam durchgeführten Deutschen Leich! athletik- Meisterschaften ihren Anfang. Der Besuch ließ zu wünschen übrig, waren doch nur 6000 Zuschauer erschienen, die in dem weiten Oval fast ganz ver» chwanden. Die Ergebnisse des ersten Tages sind außerordentlich gut zu nennen. Mit dem Diskus­werfen fing das Programm an. Hoffmeister (Münster) holte sich hier den Titel mit 45,48 Meter knapp vor dem Hamburger Sievert, während Hirschfeld nur Dierter wurde. Einen schönen Kampf gab es über 1500 Meter. Der Darmstädter Schilgen hatte hier lange Zeit die Spitze, fiel aber später zurück und der Endkampf lag nur noch zwi­schen Krause und Wichmann. Mit 3:57,6 konnte K r a u s e mit Handbreite seinen Titel verteidigen. Petri (Hannover) sicherte sich in 31:59,2 die Meisterschaft über 10 000 Meter. Wegener (Halle) erreichte im Stabhochsprung mit 4,04 Meter wieder eine glänzende Leistung. Der Turner ßingnau (Dortmund) gewann das Steinstohen mit 10,75 Meter. Im Hammerwerfen gab es dann den ersten süddeutschen Erfolg durch den Regens­burger Mang, der vor seinem Landsmann Steinberger mit 43,86 Meter siegte. Im Drei­sprung siegte Drechsler (Thalheim) mit der mäßigen Leistung von 13,72 Meter, lieber 100 Meter gab es eine Sensation, da Körnig im End­lauf wegen zweimaligen Fehlstarts ausgeschlossen wurde. Sieger wurde I o n a t h in 10,8 Sekun­den. Im Endlauf befanden sich noch Hendrix (Aachen), Geerling (Frankfurt), Pflug (Schöne­berg) und Lammers (Oldenburg), die in dieser Reihenfolge die Plätze belegten. Im 110-Meter- Hürdenlauf konnte Welscher (Frankfurt) seinen Titel nicht verteidigen. Im Endlauf kam der Frankfurter bei der zweiten Hürde zu Fall und muhte aufgeben. De schehnik (Berlin), der erst am Dorsonntag mit 14,8 einen neuen deutschen Rekord ausgestellt hatte, siegte klar und sicher in 15 Sekunden. Die 400 Meter brachten dem Frank­furter Mehner den erwarteten sicheren Sieg in 48,4. Büchner wurde Zweiter, während der Kölner Röller nur Fünfter werden konnte. Den Mara­thonlauf gewann der Deutsch-Amerikaner de Bruyn (Äeuyork), der sich von Anfang an in der Spitzengruppe hielt und in 2:47:13,3 Stunden siegte.

Die Ergebnisse des Samstags.

Diskuswerfen (Entscheidg.): 1. Hoff­meister, Münster 08, 45,48 Meter; 2. Sievert, Eimsbüttel, 45,22 Meter: 3. Heynen, Tv. Wester­stede, 41,69 Meter.

1 500 Meter (Entscheidung): 1. Krause, Teutonia Berlin, 3:57,6 Min.; 2. Wichmann, SC. Charlottenburg, 3:57,6 Min., Handbreite zu­rück: 3. Schilgen, ASC. Darmstadt, 3:59,2 Min.

100 Meter (Entscheidung): 1. Jonath, Bochum, 10,8 Sek.: 2. Hendrix, Aachen, 10,9 Sek.: 3. Geerling, Eintracht Frankfurt, 11 Sek.; 4. Pflug, Schöneberg, 11 Sek.; 5. Lammers, Oldenburg. (Körnig nach zwei Fehlstarts ausgeschlossen.)

10 000 Meter: 1. Petri, Hannover, 31:59,2 Min.: 2. Kraft, Leipzig, 32,06,6 Min.; 3. Molitor, Berlin, 32:23,2 Min.: 4. Holthuis, Weener, 32:23,8 Min.; 5. Brauch, Berlin, 32:50,6 Min.; 6. Kapp, SD. München, 33:14,8 Min.

Hammerwerfen: 1. Mang, Jahn Regens­burg, 43,86 Meter; 2. Steinberger, Jahn Regens­burg, 43,85 Meter; 3. Grimm, Paderborn, 42,31 Meter; 4. Hock, Wünsdorf, 40,86 Meter; 5. Nie­meyer, Dresden, 40,72 Meter; 6. Heim, Wüns­dorf, 38,24 Meter.

Stabhochsprung: 1. Wegener, Halle, 4,04 Meter; 2. Müller, Cannstatt, 3,80 Meter; 3. Schulze, Berliner Turnerschaft, 3,80 Meter; 4. Ritter, Templin, 3,80 Meter (durch Stechen entschieden); 5. Reeg, Rüsselsheim, 3,70 Meter; 6. Schahner, Gutsmuths, Berlin, 3,60 Meter.

400 Meter (Entscheidung): 1. Mehner, Eintracht Frankfurt, 48,4 Sek.; 2. Büchner, Magdeburg, 48,8 Sek.; 3. Bergmann, Duisburg, 49,2 Sek.; 4. Münzinger, Stuttgarter Kickers; 5. Röller, Köln; 6. Pöschke, Berlin.

110 Meter Hürden (Entscheidung): 1. Beschehnik, Berlin, 15 Sek.; 2. Wegener, Schöneberg, 15,7 Sek.; 3. Trohbach, Berlin, 15,8 Sekunden.

Steinstohen: 1. ßingnau, Dortmund, 10,75 Meter; 2. Corbet, Bamberg, 9,82 Meter; 3. Reh­mann, Wünsdorf, 9,73 Meter.

Marathonlauf: de Bruhn, Reuyork, 2:47:13,3 Stunden; 2. Geihler, SC. Charlotten­burg, 2:48:37,2 Stunden; 3. Wanderer, Pots­dam 2:49:09,2 Stunden.

Die Ergebnisse des Sonntags.

Zehnkampf: 1.Sievert, Eimsbüttel, 7874,605 Punkte (Reuet Deutscher Rekord). 2. Fritsch, Darkehmen, 7636,375 P. 3. Lem perle, Köln. Die Leistungen des Siegers: 100 Meter in 11,3 Se­kunden, Weitsptung 7,08 Meter, Kugelstohen 14,23 Meter, Hochsprung 1,70 Meter, 400 Meter in 53 Sekunden, 110 Meter Hürden in 16,8 Sek.. Diskus 43,93 Meter, Stabhochsprung 3 Meter, Speerwerfen 59,17 Meter, 1500 Meter in 5,10 Minuten.

800 Meter: 1. Dr. Pelher, Stettin, 1:58,9 Minuten. 2. Danz, SC. Charlottenburg, 1:59,4 Minuten. 3. Kaufmann, Hannover, 1:59,9 Min.

200 Meter: 1. Jonath, Bochum, 22,2 Sek. 2. Körnig, Charlotterrbutg, 22,2 Sek., Brustbreite zurück. 3. Geerling, Eirttracht Frankfurt, 22,4 Sek. 4. Dorchmeher, Bochum, 22,7 Sek.

5000 Meter: 1. Schaumburg, Oberhausen, 15:04,7 Min. 2. Syring, Wittenberg, 15:13,2 Min. 3. Petri, Hannover, 15:17,9 Min. 4. Haußmann, Magdeburg, 15:21,8 Min. 5. Diekmann, Hanno­ver, 15:28,3 Min.

Hoch sprung : 1. Köpke, Stettin, 1,86 Meter. 2. Daumhoff, Limbach, 1,86 Meter. 3. Beetz, Ber­lin, 1,86 Meter (durch Stechen entschieden).

Kugelstoßen: 1. Hirschfeld, Ottelsburg, 15,56 Meter. 2. Schneider, Rüsselsheim, 14,23 Meter. 3. Lignau, Dortmund, 14,11 Meter.

Schleuderball: 1. Wegener, Kiel, 68,53 Meter. 2. Heynen, Westerstede, 67,21 Meter. 3. Rehmann, Wünsdorf, 67,59 Meter.

4xl00-Meter: Eintracht, Frank­furt (Eldracher, Welscher, Mährlein, Geerling) 41,6 Sek. 2. SC. Charlottenburg (Körnig, Grosser, Liersch, Schlöhke) 41,9 Sek. 3. Tus Bochum (mit Jonath und Dorchmeher) 42 Sek.

4x400-Meter: 1. Hamburger SD. 3:20,6 Minuten. 2.SD. Zehlendorf 3:21,1 Min. 3. Köl­ner BC. 3:21,4 Minuten.

400-Meter-Hürden: 1. Schumann, Ber­lin, 56,1 Sek. 2. Kürten, Küsseldors, 56,2 Sek. 3. Klar, Berlin, 56,8 Sek.

Speerwerfen: 1. Mäser, Königsberg, 63,65 Meter. 2. Dinkler, Heidelberg, 61,62 Meter. 3. Weimann, Leipzig, 61,34 Meter.

Weitsprang: 1. Mölle, Köln, 7,47 Met. 2. Köchermann, Hamburg, 7,44 Meter. 3. Bieb­rich, Halle, 7,17 Meter.

Wirtschaft.

* Die Indexziffer der Großhan­delspreise. Die vom Statisttschen Reichsamt für den 29. Juli berechnete Indexziffer der Groß­handelspreise ist mit 110,1 gegenüber der Dor­woche um 1,8 v. H. gesunken. An dem Rückgang sind hauptsächlich die Preise für landwirtschaft­liche Erzeugnisse beteiligt. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 101,2 (minus 5,1 v. H.), Kolonialwaren 96,3 (minus 0,1), in­dustrielle Rohstoffe und Halbwaren 102,9 (minus 0,4), industrielle Fertigwaren 136,2 (keine Er­hebung).

Der Saaten st and in Preuße nAn- f a n g August. Wie das Preußische Statistische Landesamt bekanntgibt, haben die reichlichen Niederschläge im Monat Juli die Ernteerträge des Getreides nicht erheblich beeinflußt. In der letzten Juliwoche gingen die Erntearbeiten, durch das günstige Wetter gefördert, flott vonstatten. Die erheblichen Regenmengen kamen in erster Linie den Hackfrüchten zugute. Pflanzenkrankhei­ten und Schädlinge haben keinen nennenswerten Schaden angerichtet. Wenn 2 gut, 3 mittel und 4 = gering bedeuten, so ergibt sich für den Freistaat Preußen folgender Saaten - st a n d. Frühkartoffeln Anfang August 1931 2,8, Anfang Juli 1931 2,6, Anfang 1930 3,3; Spätkartoffeln 2,6, 2,7, 2,9; Zuckerrüben 2,6, 3,0, 2,7; Futterrüben 2,7, 3,0, 2,8; Klee 3,0, 2.9, 3,2; Luzerne 2,7, 2,4, 2,9; Wiesen 2,8, 2,4, 3,3.

1013 Konkurse. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden am 1. 3uh 1931 durch den Reichsanzeiger 1013 neue Konkurse, ohne die wegen Massemangels abgelehnten An­träge auf Konkurseröffnung, und 657 eröffnete- Vergleichsverfahren bekannt gegeben. Für Juni lauten die entsprechenden Zahlen 1034 bzw. 647.

* Schweinehaltung in Hessen. Rach den Mitteilungen des Landesstatistischen Amts be­trug die Zahl der Schweinehaltungen in Hessen bei der Schweine-Zwischenzählung am 1. Juni 103 160 (gegen 81206 am 2. März). Die Zahl der Zuchteber bis ein Jahr alt betrug 677 (634), über ein Jahr alt 769 (750), Zuchtsauen 30 873 (27 848), Schweine überhaupt 373 998 (350 623). Die Zahl der nicht beschaupflichtigen Hausschlachtungen von Schweinen in der Zeit vom 1. März bis 31. Mai 1931 betrug 18 549.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 3. Aug. Cs wurden no­tiert: Weizen, neuer Ernte, 227,50 bis 230; Rog­gen, neuer Ernte, 182,50 bis 185; Wintergerste, neuer Ernte, 170; inländischer Hafer, alter Ernte, 187,50 bis 192,50; Weizenmehl, süddeutsches, Spe­zial 0 40,25 bis 41,50, nieder rheinisches 40,25 bis 41,25; Roggenmehl 27,50 bis 29; Weizenkleie 9,75; Roggenkleie 10; Erbsen 32 bis 36; Linsen 25 bis

68; Heu 3,50 bis 4; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 3, gebündelt 2,75; Treber 10,25 bis 11 Mark. Tendenz: matt.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 3. August. Auftrieb: Rinder 1188 Stück; darunter 286 Ochsen, 116 Dul­len, 427 Kühe, 350 Färsen; Kälber 451; Schafe 46; Schweine 4816 Stück. Es notierten pro 100 Pfund Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: voll­fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 43 bis 47, ältere 38 bis 42, sonstige voll­fleischige jüngere 32 bis 37; Dullen: jüngere, voll­fleischige. höchsten Schlachtwerts 36 bis 39, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 31 bis 35; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 34 bis 36, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 30 bis 33, fleischige 22 bis 29; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 43 bis 47, vollfleischige 38 bis 42, fleischige 33 bis 37. Kälber. Beste Mast, und ©augjälber 50 bis 55, mittlere Mast- und Saug­kälber 44 bis 49, geringe Kälber 36 bis 43. Schweine. Fettschweine über 300 Psund 56 bis 58, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 56 bis 58, von etwa 200 bis 240 Pfund 55 bis 58, von etwa 160 bis 200 Pfund 54 bis 58, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 52 bis 56 Mark. Marktver­lauf: Rinder mäßig, reger ausverkauft; Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine leb» haft, ausverkauft.

Zeitschriften.

Durch die heftigen Erörterungen in der euro­päischen Oeffentlichkeit ist zwar die Tragweite der deutsch-österreichischen Zollunion für die Zukunft Europas deutlich hervorgetreten, aber gerade ihre konstruktive Bedeutung für eine gesunde euro­päische Reugestaltung eher verdunkelt worden. Daß es dabei für Deutschland wie Oesterreich nicht um eine politische oder wirtschaftliche Aktion geht, die gegen andere europäische Staaten vdee eine Gruppe von ihnen gerichtet ist, weist im neuesten Heft derEuropäischen Ge­spräche" (Verlag Dr. Walther Rothschild, Der» lin-Grunewald) ihr Herausgeber A. Mendels­sohn Bartholdy mit überzeugender völkerrecht­licher Argumentation nach. Rur das Prinzip der Rechtsgleichheit, um dessen Anerkennung Deutsch­land in Europa und in der ganzen Welt schwer zu ringen hat und dessen Wahrung dem Haager Gerichtshof anheimgegeben ist, nur der Grundsatz gleichen Maßes wird die Gräben überbrücken können, die eine fehlerhafte und ungerechte Frie- densordnung nach dem Kriege in Europa ent­stehen ließ.