HaMversanmilimg des Äeuischen Landkreistages
WSR. Mainz, 1. Sunt Die diesjährige Tagung des Deutschen Landkreistages in Mainz unter dem Dorsitz des Landrats Dr. v. 2l ch e n - bach versammelte etwa 150 Vertreter der ländlichen Bezirksfürsorgeverbände aller deutschen Länder zur Besprechung des brennenden Problems der 'Wohlfahrtserwerbs- lvsenfürsorge.
Unter den Anwesenden bemerkte man als Vertreter der Reichsregierung den Präsidenten des Landesarbeitsamtes Hessen, Dr. Engler, als Vertreter der hessischen Regierung die Minister Leuschner und Kirnberger, Provmzial- direktor Dr. Wehner, Bürgermeister Maurer als Vertreter der Stadt Mainz, ferner die Reichstagsabgeordneten B o ck i u s (Mainz) und Ritzel (Gießen), sowie den hessischen Landtagspräsiden- tcn und eine große Anzahl hessischer Landtagsabgeordneter.
Rach Begrüßungsworten des Hauptvorslhenden Dr. v. Achenbach, hielt Präsident Dr. von Stempel einen Vortrag, in dem er die Probleme, die den Dezirksfürsorgeverbänden augenblicklich als die wichtigsten erscheinen, umriß. Er betonte, daß Reich, Länder und Kommunen ein, unlösliches Ganzes seien. Man habe bisher versucht, auf dem Wege der Sparsamkeit Mittel zu gewinnen, die zum Ausgleich der finanziellen Belastung durch die Wolhfahrtserwerbslosenfürsorge nötig seien. Bei den Landkreisen sei man am Ende der Sparsamkeit angelangt.
Jehl sei der Augenblick gekommen, wo die Sorge um den deutschen Menschen näher stehen müsse, als die Bezahlung der Reparationen an das Ausland.
Don der Senkung der völlig unerträglichen Kriegstribute sei letzten Endes die Arbeitsmöglichkeit der Kommunalverbände abhängig. Sein Vortrag schloß mit einem Aufruf an die' deutschen Landkreise. in der Hoffnung auf eine Besserung auch für die VZohlfahrtserwerbslosigkeit, den Willen zum Aufbau wachzuhalten.
Das Hauptreferat zu dem Thema „A r b e r t s - lvsenversicherung und-Fürsorge" erstattete Syndikus Dr. C u b a, Geschäftsführer des Verbandes der sächsischen Bezirksverbände in Dresden. Er beleuchtete die Frage unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Lage der Landkreise. In seinen Ausführungen legte er dar, wie die Last der Krisen- und Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge vom Reich und von den Reichsstellen systematisch auf die Fürsorgeverbände hinübergetragen worden seien. Diese Last sei auf die Dauer nicht zu tragen. Der Zustand, daß das Risiko einzig und allein auf den Gemeinden und Gemeindeverbänden laste, führe
zu einem finanziellen Zusammenbruch der Gemeinde und Gemeindeverbände.
Eine Beteiligung des Reiches und der Länder an den Kosten der Arbeitslosenfürsorge müsse daher nachdrücklichst gefordert werden.
Im Anschluß an die Vorträge wurde von dem Präsidenten Dr. v. Stempel eine Resolution verlesen, die zum Ausdruck bringt, daß die bisher durchaus gesunde Finanzwirtschaft der Landkreise auf das empfindlichste getroffen und geschä- gigt werde durch die Lasten, die den Landkreisen als Bezirksfürsorgeverbände erwachsen. Die Ent- schließrmg fordert, daß die unterstützende Arbeitslosenhilfe mit möglichster Beschleunigung so umgestaltet werde, daß alle arbeitsfähigen Personen außerhalb der öffentlichen Wohlfahrtspflege unterstützt werden.
3n der anschließenden Aussprache sprach ein Delegierter aus Westfalen und ein Delegierter aus Thüringen, worauf die Entschließung einstimmig angenommen wurde.
Der hessische Innenminister Leuschner wies auf die Verbundenheit der Gemeinden mit Reich und den Ländern hin und betonte, daß nur durch
gemeinsame Anstrengungen.
aller beteiligten Körperschaften und Verbände ein Zusammenbruch vermieden werden könne.
Verbandstagung des Ländlichen Genoffenschastsverbandes Raiffeisen.
WSR. F r a n k f u r t a. M., 1. Iuni. Der Ländliche Genossenschaftsverband Raiffeisen Frankfurt a. M, der in den Bezirken Rassau,Kreis Wetzlar und Oberhessen rund 1000 Genossenschaften umfaßt, hielt hier seine Verbandstagung ab.
Am Mittwoch wurden in einer Vvrversamm- lung interne Angelegenheiten erledigt. Für den genossenschaftlichen Einheitsverband, der am 11. Oktober 1930 durch Zusammenschluß der Genossenschaftsorganisationen Wiesbaden-Frankfurt, sowie Angliederung der Raiffeisengenossenschaft Oberhessen geschaffen wurde, wurde erstmals ein gemeinschaftlicher Bericht erstattet, der eine befriedigende Zusammenarbeit und Entwicklung feststellt. Rachmittags legten die Genossenschaftliche Zentralkasse Frankfurt a. M. und die Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft Frankfurt a. M. in ihren Generalversammlungen ihre ersten gemeinschaftlichen Berichte nach dem Zusammenschluß im Herbst vorigen Jahres vor.
Am Donnerstagvormittag fand im Volksbildungsheim die Hauptversammlung statt,
• die außerordentlich stark besucht war. Verbands- vorsihender Dr. Rolden (Frankfurt a.M.) um- l riß in einer längeren Ansprache Aufgabe und Bedeutung des aus zwei Verbänden zusammen- ' geschlossenen Einheitsverbandes, der nach üleber- windung innerer und äußerer Schwierigkeiten durch seine Größe die Garantie für Stiftung^* * fähigkeit in sich trage.
Rach einer Reihe von Begrüßungsansprachen referierte Regierungsrat G e n n e s (Berlin) über
„Forderungen der Gegenwark an das ländliche Genossenschaftswesen".
-Einleitend wies der Redner auf die hervorragende wirtschaftliche und soziale Bedeutung der genvssenschaftlichen ülnternehmungsform im Rahmen unseres heutigen Wirtschaftslebens hin. Den landwirtschaftlichen Genossenschaften erwachsen als Mittler und Treuhänder zwischen Erzeugern und Abnehmern in der Gegenwart besonders schwierige und verantwortungreiche Aufgaben. Zu deren Bewältigung ist die Rationalisierung int landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen bereits weitgehend durchgeführt. Im Vorjahre wurden der Generalverband und der Reichsverband zum „Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften" zusammengeschmolzen mit insgesamt 36 500 Genossenschaften. Die Vereinheitlichung der Landes- und Provinzialverbände wurde ebenfalls durchgeführt: die Vereinheitlichung bei den Einzelgenossenschaften wird energisch fortgesetzt. Auf dem Gebiete des genvssenschaftlichen Geldgeschäfts betrachtet es der Reichsverband als wichtige Aufgaben, im Interesse der Landwirtschaft den Wechselverkehr möglichst einzuschränken, die Spartätigkeit auf dem Lande zu fördern und die Genossenschaften
zu veranlassen, die Kredite sorgfältig zu sichern und für eine entsprechende Zahlungsbereitfchaft Sorge zu tragen. Die durchschnittliche Zinsspanne bei den Zentralkassen von 1 Prozent und bei den Spar- und Darlehnskassen von 2 Prozent kann als angemessen bezeichnet werden. Der mengen- und wertmäßige Anteil der Hauptgenossenschaften am Wareneinkauf der Einzelgenossenschaften sei im allgemeinen noch ausbaufähig. Das genossenschaftliche Dezugsgeschäft müsse mehr als bisher in den Dienst der Produktionsumstellung durch Lieferung sachentfpre- chender landwirtschaftlicher Bedarfsartikel gestellt werden. Mitwirkung und aktive Betätigung der Warengenossenschaften bei der Schaffung einheitlicher und marktgängiger Ware sei das Gebot der Stunde.
Im Anschluß daran sprach Generalsekretär Dr. Rohr (Ludwigshafen) über das Thema:
„Das Führerlum in der Genossenschaft".
Er führte u. a. aus: Die Ziele, die für die genossenschaftliche Arbeit gesteckt wurden, bedürfen zu ihrer Erreichung der dörflichen und genossenschaftlichen Führer. Diese Führer seien mehr denn je notwendig in einer Zeit entscheidender Um- stellung und Reuordnung. Sie müßten nicht nur Theoretiker, svndern auch Praktiker sein, die die Sprache des Dorfes sprechen. Da die Genossenschaft für viele Schicksalsfrage sei und über manche Existenz im Dorf zu entscheiden habe, sei das Fülhrerproblem auf dem Lande erst recht dringlich. Es gehöre dazu klarer Wille, Autorität in Wissen und Wollen. Was den Führer besonders auszeichne, sei die Bereitschaft zur Verantwortung und das Hinauswachsen über den bloßen Inberessentenstandpunkt. Das Prinzip der Selbstverwaltung der Genossenschaften mache es auch den Zentralen zur Pflicht, den Genossenschaften und deren Führertum Spielraum und Entfaltungsmöglichkeit zu lassen. Es gelte heute, die etwa 400 000 Führer der 40 000 Genossenschaften mit höchster Aktivität zu erfüllen und eine so große Armee in den friedlichen Dienst eines positiven Aufbaues des Vaterlandes zu stellen.
Oberheffen.
Gemeinderai in Büdingen.
!-! Büdingen, 2. Iuni. In der jüngsten Sitzung wurde dem Gemeinderat von den von 921 Personen eingegangenen Einsprliehen gegen die Ortssatzung über die Anstellung eines Berufsbürgermeisters Kenntnis gegeben. Der Bürgermeister stellte hierzu den An.rag, sämtliche in dieser Angelegenheit gefaßten Beschlüsse aufzuheben. Falls dieser Antrag abgelehnt werde, stelle er den Antrag, den Anspruch des Derufs- bürgermeisters auf höhere Eingruppierung als
Gruppe IHc in der Ortssatzung zu wahren. Der Gemeinderat lehnte beide Anträge ab und beschloß ferner, die Einsprüche gegen die Orts- sahung zurückzuweisen. Die listenmäßig, ohne behördliche Kontrolle gesammelten Einsprüche wurden alö nicht gültig im Sinne der Landgemeindeordnung befunden. Der Gemeinderat bittet nunmehr das Kreisamt und das Ministerium um baldige Genehmigung der Ortssahung. Der frühere Beigeordnete Wilh. Dotter wurde in Anerkennung seiner Verdienste, die er während vieler Iahre um seine Vaterstadt sich erworben hat, zum Ehrenbürger ernannt.
Die Erhöhu ng der Bier st euer um 50 Prozent lehnte der Gemeinderat ab. R e a l - steuersähe für das Rj. 1931 wurden in der Höhe der Ausgangssähe unter Abzug der vorgeschriebenen Senkungssähe festgesetzt. Die S o n - dergebäudesteuer wird in der gleichen Höhe wie im Vorjahre erhoben.
Landkreis Gießen.
Z L o l l a r, 3. Juni. Gestern abend ereignete sich in unmittelbarer Nähe des Dorfes, unweit dem Sportplatz, ein schwerer Derkehrsunfall. Der Schnellastkraftwagen der Firma Karl Dörr, Frankfurt, passierte gegen 18.30 Uhr Lollar. Kurz hinter dem Orte verlor der Kraftwagenführer, veranlaßt durch Reifenbruch am linken Vorderrad, die Gewalt über das Fahrzeug, der Kraftwagen fuhr gegen einen Baum, stürzte in.den Straßengraben und überschlug sich. Der Krastwagensührer erlitt dabei eine Verletzung an einer Hand, die seine Uebersührung in die Gießener Chirurgische Klinik notwendig machte. In einem Prioatkraftwagen, der eben die Straße passierte, wurde der Verunglückte nach Gießen gebracht. Der Beifahrer erlitt eine leichtere Kopfverletzung, die von einem Arbeitersamariter verbunden wurde. Der Kraftwagen, der mit vielen Südfrüchten und mit Gemüse beladen war, wurde schwer beschädigt, u. a. wurde das vordere Fahrgestell aus der Karosserie herausgerissen. Das Frachtgut wurde auf das Feld geschleudert und lag in wirrem Durcheinander auf der Erde. Der Vorfall hatte eine große Zuschauermenge angelockt.
Preußen.
Kreis Biedenkopf.
(D Oberweidbach, 3.Juni. In der vergangenen Nacht brach auf bisher noch ungeklärte Weise im Anwesen des Hausierers W. Koch Feuer aus. Die Scheune stand, als der Brand bemerkt wurde, bereits in Hellen Flammen, die schon auf das Wohnhaus übergegriffen hatten. Die Bewohner des Hauses konnten nur das Leben retten. Die Scheune, das Wohnhaus und der Stall wurden ein Raub der Flammen.
Forderungen
der hessischen Gemeindebeamien.
* Alzey, 2. Iuni. Auf. dem am Sonntag hier stattgehabten 11. Vertretertag der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten wurde eine Entschließung angenommen, in der die Auffassung vertreten wird, es müsse Ziel der von der Reichsregierung zu treffenden Sanierungsmaßnahmen sein, der großen Rot der Arbeitslosen und ihrer Familien zu steuern, die sozialen Einrichtungen und Leistungen zu erhalten und die Finanzen von Reich, Ländern und Gemeinden in Ordnung zu bringen. Die hierfür erforderlichen Mittel sollen nicht durch Sonderbelostungen und sonstige Einzelmaßnahmen beschasftkwerden, sondern durch Heranziehung aller leistungsfähigen Schichten des deutschen Volkes. Es wird Einspruch gegen die Beseitigung des Berufsbeamtentums in den kommunalen Verwaltungen und Betrieben erhoben und die Besetzung sämtlicher dauernd notwendiger Stellen mit unwiderruflich ange- fteilten, mit Pensionsrechten ausg^statteten Beamten und äleber^ührung der Dauerangestellben in das Beamtenverhältnis gefordert. Der Hessische Städtetag wird ersucht, die auf Anregung der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten in Angriff genommenen Vorarbeiten für die Regelung der Rechte der kommunalen Angestellten so zu beschleunigen, daß noch im Laufe dieses Sommers die Sicherung der Rechte der Angestellten durchgeführt werden kann.
In einer weiteren Entschließung wird verlangt, daß die bisher durch Gesetz festgelegte Regelung der Pensionsansprüche der Landgemeindebeamten bei der Abänderung des Versicherungsgesetzes in ihrem Grundsatz nicht abgeändert wird. Die Gemeindebeamten erklären sich bereit, an notwendigen Reformen des Ver- sicherungsgesehes für gemeindliche Beamte mit» zuarbeiten, fordern aber die Erhaltung der Versicherungsanstalt, weil damit nach Auffassung des Vertretertages Gewähr gegeben ist, daß die Lasten für alle Gemeinden tragbar bleiben und eine gewisse Stetigkeit sichergestellt ist. Eine Einschränkung des Kreises der Versicherten wird im Interesse der Leistungsfähigkeit der Anstalt für unangebracht gehalten.
Wiedersehensfeier der 11 Zer.
WSR. Mainz, 31. Mai. Zum siebentenmal seit der Auflösung des Infanterie-Leibregiments Großherzogin Rr. 117 tarnen die ehemaligen 117er
Oer neue Führer der Grönlandexpediiion.
Professor Dr. Kurt Wegener, der Bruder des so tragisch ums Leben gekommenen Leiters der deutschen Grönlandexpedition, schisst sich in diesen Tagen nach Grönland ein, um an Stelle seines Bruders die weitere Leitung der Expedition zu übernehmen.
in diesem Iahr zusammen. Die Zusammenkunft und die Wiedersehensfeier gestaltete sich deshalb in diesem Iahre besonders freudig, weil Zum erstenmal seit dem Weltkriege eine Gedenkfeier der 117er wieder in ihrer alten Garnisonstadt Mainz stattfinden konnte. Im ganzen waren etwa 6000 alte Regimentsangehörige für diese Feier der Mainzer Ortsgruppe "gemeldet worden. Die. Feier begann am Samstag mit einer G e d ä ch t - nisveranstaltung auf dem Ehrenfriedhof. Oberst a. D. K o e t t s ch a u fand für die gefallenen Offiziere und Mannschaften ehrende Worte. Am Samstagabend wurde im Rahmen einer Begrüßungsfeier in der Stadthalle die neue Fahne der Ortsgruppe Mainz des Regiments 117 geweiht. Dem Weiheakt wohnten der ehemalige Großherzog von Hessen, die Großherzogin als Inhaberin und Kommandeurin des Regiments, sowie viele alte Generale und Offiziere der Reichswehr, die früher dem Regiment 117 angehört hatten, bei. Sonntagvormittag nahm der ehemalige Kommandeur der 117er, General v. Schlutterbach, auf dem Hofe der Alice-Kaserne den Generalappell ab. Anschließend fand ein Festzug durch die Stadt Mainz statt, an dem sich etwa 8000 ehemalige Angehörige des Regiments beteiligten. Aus dem Gutenbergplah wurde von General v. Schlutterbach die Parade der ehemaligen 117er, die mit ihren Fahnen kompanieweise vorbeizogen, abgenommen. Die Feier beschloß eine gesellige Veranstaltung tn der Stadthalle.
Tagung
der hessischen Zentralgenoffenschast.
WSR. D a r m st a d t, 1. Iuni. In der Woogsturnhalle in Darmstadt fand die 41. ordentl. Generalversammlung der landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft unter dem Vorsitz des Aufsichtsratspräsidenten Gutsbesitzer B e i f e r statt. Der Vorsitzende gab einen kurzen ileberblid über das vergangene Iahr. Anschließend erstattete Direktor Berg den Geschäftsbericht und legte die Iahres- rechnung und die Bilanz vor. Direktor Berg beleuchtete die schwere Krise der deutschen Wirtschaft, die auch an den Zentralgenofsenschaften nicht spurlos vorübergegangen sei. Rach der gedruckt vorliegenden Bilanz unb der Iahres- rechnung 1930 konnte ein Gewinn von 170 677 Mk. erzielt werden. Die Bilanz per 31. Dezember schloß mit 8 991 798 Mk., die Gewinn- und Verlustrechnung balanciert mit 989 925 Mk. Sodann sprach Direktor Strasburger über das Thema „Wichtige Tagesfragen im genossenschaftlichen Warenverkehr". Er wies darauf hin, daß bereits in diesem Iahr die Zentralgenossenschaft preisführend gewesen sei dadurch. daß ihr größere Mengen, z. B. Kartoffeln, zugeführt wurden. Auch Standardware wurde von der Zentralgenossenschaft gefragt. Er sprach dann über die einzelnen landwirtschaftlichen Produkte und die Wege, wie diese besser abzusehen seien. An das Referat schloß sich eine rege Diskussion an. Molkereidirektor Keipp erstattete den Bericht über die Prüfung der Iahres- rechnung und der Bilanz, die keinerlei Beanstandung ergeben hatte. Die Verwendung des Reingewinns erfolgt aus 184 788 Mk. einschließlich Gewinnvortrag 1929 in folgender Weise: Für den Reservefonds 100 000 Mk., für die Betriebsrücklage 50 000 Mk. für llprozentige Verzinsung der Geschäftsguthaben (Stand per 31. Dezember 1930) 25 542 Mi.. Vortrag'auf neue Rechnung 9246 Mk. Iahresrechnung. Bilanz und die Vorschläge über die Gewinnverteilung wurden einstimmig angenommen und einstimmig 'Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Für den aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedenen Dersiche- rungsdirektor Schröder, Halle, wurde Bürgermeister E i s l ä n d e r, Stockheim, gewählt.
2 Teller
Heugras-Versteigerung.
Dienstag, den 9. d. 2TL, vormittags 9 Ilhr, wird das Heugras von den fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Garbenteich, Leihgestern, Schiffenberg und Watzenborn, das Gras von Schneisen, Mähplatten, den Eisteichen, dem Petersweiher und der Klosterwiese in der Wirtschaft des Georg Sommer VI. zu Watzenborn versteigert.
Anschließend kommen 50 Düngersäcke zum Verkauf. 3781D
Gießen, den I.Juni 1931.
Hessisches Forstamt Schiffenberg.
Nicolaus,
BerWonSlefetn-Moli.
Aus dem Staatswald der Försterei Treis a. d. Lda. werden aus. der Hand verkauft: 111 fm Kiefernlangholz, und zwar 31 fm lb-Kl., 56 fm 2a=&[ 18 fm 2d-Kl., 5 fm 3a-Kl. und 1 fm 3b-Kl. Das Holz ist ohne Rinde gemessen, entrindet und an die Abfuhrwege gerückt. Fuhrlohn nach Station Treis a. d. Lda. etwa 3,40 RM. je Festmeter. 3774D
Klassenweise Gebote bis 15. Juni an unterzeichnete Stelle erbeten. Auf Wunsch wird das Holz von Herrn Förster Bing zu Treis a. d. Lda. vorgezeigt.
Gießen, 2. Juni 1931.
Hessisches Forskamt Gießen,
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Rüd- dingshaufen für Rj. 1931 liegt vom 3. bis einschließlich 9. Juni l. I. auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3773D
Rüddingshausen, den 2. Juni 1931.
Bürgermeisterei Rüddingshausen.
__________Müssig.__________
Wissenschaftliche Werke
Sonoergeoiet aer
Brühl’scnen Druckerei
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Trohe für Rj. 1931 liegt vom Donnerstag, dem 4. Juni, bis ein chliehlich Mittwoch, dem 10. Ium, auf hie iger Bürgermeisterei zur Einsichtnahme of en. Es ist die Erhebung einer Umlage be chloffen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3768D
Trohe, den 1. Juni 1931.
Hessische Bürgermeisterei Trohe: Rau.
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