Ausgabe 
3.6.1931
 
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HaMversanmilimg des Äeuischen Landkreistages

WSR. Mainz, 1. Sunt Die diesjährige Ta­gung des Deutschen Landkreistages in Mainz unter dem Dorsitz des Landrats Dr. v. 2l ch e n - bach versammelte etwa 150 Vertreter der länd­lichen Bezirksfürsorgeverbände aller deutschen Länder zur Besprechung des brennenden Pro­blems der 'Wohlfahrtserwerbs- lvsenfürsorge.

Unter den Anwesenden bemerkte man als Ver­treter der Reichsregierung den Präsidenten des Landesarbeitsamtes Hessen, Dr. Engler, als Vertreter der hessischen Regierung die Minister Leuschner und Kirnberger, Provmzial- direktor Dr. Wehner, Bürgermeister Maurer als Vertreter der Stadt Mainz, ferner die Reichs­tagsabgeordneten B o ck i u s (Mainz) und Ritzel (Gießen), sowie den hessischen Landtagspräsiden- tcn und eine große Anzahl hessischer Landtags­abgeordneter.

Rach Begrüßungsworten des Hauptvorslhenden Dr. v. Achenbach, hielt Präsident Dr. von Stempel einen Vortrag, in dem er die Pro­bleme, die den Dezirksfürsorgeverbänden augen­blicklich als die wichtigsten erscheinen, umriß. Er betonte, daß Reich, Länder und Kommunen ein, unlösliches Ganzes seien. Man habe bisher ver­sucht, auf dem Wege der Sparsamkeit Mittel zu gewinnen, die zum Ausgleich der finanziellen Be­lastung durch die Wolhfahrtserwerbslosenfürsorge nötig seien. Bei den Landkreisen sei man am Ende der Sparsamkeit angelangt.

Jehl sei der Augenblick gekommen, wo die Sorge um den deutschen Menschen näher stehen müsse, als die Bezahlung der Reparationen an das Ausland.

Don der Senkung der völlig unerträglichen Kriegs­tribute sei letzten Endes die Arbeitsmöglichkeit der Kommunalverbände abhängig. Sein Vortrag schloß mit einem Aufruf an die' deutschen Land­kreise. in der Hoffnung auf eine Besserung auch für die VZohlfahrtserwerbslosigkeit, den Willen zum Aufbau wachzuhalten.

Das Hauptreferat zu dem ThemaA r b e r t s - lvsenversicherung und-Fürsorge" er­stattete Syndikus Dr. C u b a, Geschäftsführer des Verbandes der sächsischen Bezirksverbände in Dresden. Er beleuchtete die Frage unter dem Ge­sichtspunkt der finanziellen Lage der Landkreise. In seinen Ausführungen legte er dar, wie die Last der Krisen- und Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge vom Reich und von den Reichsstellen systematisch auf die Fürsorgeverbände hinübergetragen worden seien. Diese Last sei auf die Dauer nicht zu tragen. Der Zustand, daß das Risiko einzig und allein auf den Gemeinden und Gemeindeverbänden laste, führe

zu einem finanziellen Zusammenbruch der Gemeinde und Gemeindeverbände.

Eine Beteiligung des Reiches und der Länder an den Kosten der Arbeitslosenfürsorge müsse daher nachdrücklichst gefordert werden.

Im Anschluß an die Vorträge wurde von dem Präsidenten Dr. v. Stempel eine Resolution verlesen, die zum Ausdruck bringt, daß die bis­her durchaus gesunde Finanzwirtschaft der Land­kreise auf das empfindlichste getroffen und geschä- gigt werde durch die Lasten, die den Landkreisen als Bezirksfürsorgeverbände erwachsen. Die Ent- schließrmg fordert, daß die unterstützende Arbeits­losenhilfe mit möglichster Beschleunigung so um­gestaltet werde, daß alle arbeitsfähigen Personen außerhalb der öffentlichen Wohlfahrtspflege un­terstützt werden.

3n der anschließenden Aussprache sprach ein Delegierter aus Westfalen und ein Delegierter aus Thüringen, worauf die Entschließung einstimmig angenommen wurde.

Der hessische Innenminister Leuschner wies auf die Verbundenheit der Gemeinden mit Reich und den Ländern hin und betonte, daß nur durch

gemeinsame Anstrengungen.

aller beteiligten Körperschaften und Verbände ein Zusammenbruch vermieden werden könne.

Verbandstagung des Ländlichen Genoffenschastsverbandes Raiffeisen.

WSR. F r a n k f u r t a. M., 1. Iuni. Der Länd­liche Genossenschaftsverband Raiffeisen Frank­furt a. M, der in den Bezirken Rassau,Kreis Wetzlar und Oberhessen rund 1000 Ge­nossenschaften umfaßt, hielt hier seine Verbands­tagung ab.

Am Mittwoch wurden in einer Vvrversamm- lung interne Angelegenheiten erledigt. Für den genossenschaftlichen Einheitsverband, der am 11. Oktober 1930 durch Zusammenschluß der Ge­nossenschaftsorganisationen Wiesbaden-Frankfurt, sowie Angliederung der Raiffeisengenossenschaft Oberhessen geschaffen wurde, wurde erst­mals ein gemeinschaftlicher Bericht erstattet, der eine befriedigende Zusammenarbeit und Ent­wicklung feststellt. Rachmittags legten die Ge­nossenschaftliche Zentralkasse Frankfurt a. M. und die Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft Frank­furt a. M. in ihren Generalversammlungen ihre ersten gemeinschaftlichen Berichte nach dem Zu­sammenschluß im Herbst vorigen Jahres vor.

Am Donnerstagvormittag fand im Volks­bildungsheim die Hauptversammlung statt,

die außerordentlich stark besucht war. Verbands- vorsihender Dr. Rolden (Frankfurt a.M.) um- l riß in einer längeren Ansprache Aufgabe und Bedeutung des aus zwei Verbänden zusammen- ' geschlossenen Einheitsverbandes, der nach üleber- windung innerer und äußerer Schwierigkeiten durch seine Größe die Garantie für Stiftung^* * fähigkeit in sich trage.

Rach einer Reihe von Begrüßungsansprachen referierte Regierungsrat G e n n e s (Berlin) über

Forderungen der Gegenwark an das ländliche Genossenschaftswesen".

-Einleitend wies der Redner auf die hervor­ragende wirtschaftliche und soziale Bedeutung der genvssenschaftlichen ülnternehmungsform im Rahmen unseres heutigen Wirtschaftslebens hin. Den landwirtschaftlichen Genossenschaften erwach­sen als Mittler und Treuhänder zwischen Erzeu­gern und Abnehmern in der Gegenwart beson­ders schwierige und verantwortungreiche Auf­gaben. Zu deren Bewältigung ist die Rationali­sierung int landwirtschaftlichen Genossenschafts­wesen bereits weitgehend durchgeführt. Im Vor­jahre wurden der Generalverband und der Reichs­verband zumReichsverband der deutschen land­wirtschaftlichen Genossenschaften" zusammen­geschmolzen mit insgesamt 36 500 Genossenschaf­ten. Die Vereinheitlichung der Landes- und Pro­vinzialverbände wurde ebenfalls durchgeführt: die Vereinheitlichung bei den Einzelgenossenschaften wird energisch fortgesetzt. Auf dem Gebiete des genvssenschaftlichen Geldgeschäfts betrachtet es der Reichsverband als wichtige Aufgaben, im In­teresse der Landwirtschaft den Wechselverkehr möglichst einzuschränken, die Spartätigkeit auf dem Lande zu fördern und die Genossenschaften

zu veranlassen, die Kredite sorgfältig zu sichern und für eine entsprechende Zahlungsbereitfchaft Sorge zu tragen. Die durchschnittliche Zins­spanne bei den Zentralkassen von 1 Prozent und bei den Spar- und Darlehnskassen von 2 Prozent kann als angemessen bezeichnet wer­den. Der mengen- und wertmäßige Anteil der Hauptgenossenschaften am Wareneinkauf der Ein­zelgenossenschaften sei im allgemeinen noch aus­baufähig. Das genossenschaftliche Dezugsgeschäft müsse mehr als bisher in den Dienst der Pro­duktionsumstellung durch Lieferung sachentfpre- chender landwirtschaftlicher Bedarfsartikel gestellt werden. Mitwirkung und aktive Betätigung der Warengenossenschaften bei der Schaffung einheit­licher und marktgängiger Ware sei das Gebot der Stunde.

Im Anschluß daran sprach Generalsekretär Dr. Rohr (Ludwigshafen) über das Thema:

Das Führerlum in der Genossenschaft".

Er führte u. a. aus: Die Ziele, die für die ge­nossenschaftliche Arbeit gesteckt wurden, bedürfen zu ihrer Erreichung der dörflichen und genossen­schaftlichen Führer. Diese Führer seien mehr denn je notwendig in einer Zeit entscheidender Um- stellung und Reuordnung. Sie müßten nicht nur Theoretiker, svndern auch Praktiker sein, die die Sprache des Dorfes sprechen. Da die Genossen­schaft für viele Schicksalsfrage sei und über manche Existenz im Dorf zu entscheiden habe, sei das Fülhrerproblem auf dem Lande erst recht dring­lich. Es gehöre dazu klarer Wille, Autorität in Wissen und Wollen. Was den Führer besonders auszeichne, sei die Bereitschaft zur Verantwor­tung und das Hinauswachsen über den bloßen Inberessentenstandpunkt. Das Prinzip der Selbst­verwaltung der Genossenschaften mache es auch den Zentralen zur Pflicht, den Genossenschaften und deren Führertum Spielraum und Entfal­tungsmöglichkeit zu lassen. Es gelte heute, die etwa 400 000 Führer der 40 000 Genossenschaften mit höchster Aktivität zu erfüllen und eine so große Armee in den friedlichen Dienst eines positiven Aufbaues des Vaterlandes zu stellen.

Oberheffen.

Gemeinderai in Büdingen.

!-! Büdingen, 2. Iuni. In der jüngsten Sitzung wurde dem Gemeinderat von den von 921 Personen eingegangenen Einsprliehen ge­gen die Ortssatzung über die Anstellung eines Berufsbürgermeisters Kenntnis gegeben. Der Bürgermeister stellte hierzu den An.rag, sämt­liche in dieser Angelegenheit gefaßten Beschlüsse aufzuheben. Falls dieser Antrag abgelehnt werde, stelle er den Antrag, den Anspruch des Derufs- bürgermeisters auf höhere Eingruppierung als

Gruppe IHc in der Ortssatzung zu wahren. Der Gemeinderat lehnte beide Anträge ab und be­schloß ferner, die Einsprüche gegen die Orts- sahung zurückzuweisen. Die listenmäßig, ohne behördliche Kontrolle gesammelten Ein­sprüche wurden alö nicht gültig im Sinne der Landgemeindeordnung befunden. Der Gemeinde­rat bittet nunmehr das Kreisamt und das Mini­sterium um baldige Genehmigung der Ortssahung. Der frühere Beigeordnete Wilh. Dotter wurde in Anerkennung seiner Verdienste, die er während vieler Iahre um seine Vaterstadt sich erworben hat, zum Ehrenbürger ernannt.

Die Erhöhu ng der Bier st euer um 50 Prozent lehnte der Gemeinderat ab. R e a l - steuersähe für das Rj. 1931 wurden in der Höhe der Ausgangssähe unter Abzug der vorge­schriebenen Senkungssähe festgesetzt. Die S o n - dergebäudesteuer wird in der gleichen Höhe wie im Vorjahre erhoben.

Landkreis Gießen.

Z L o l l a r, 3. Juni. Gestern abend ereignete sich in unmittelbarer Nähe des Dorfes, unweit dem Sportplatz, ein schwerer Derkehrsunfall. Der Schnellastkraftwagen der Firma Karl Dörr, Frankfurt, passierte gegen 18.30 Uhr Lollar. Kurz hinter dem Orte verlor der Kraftwagenführer, ver­anlaßt durch Reifenbruch am linken Vorderrad, die Gewalt über das Fahrzeug, der Kraftwagen fuhr gegen einen Baum, stürzte in.den Straßen­graben und überschlug sich. Der Krastwagensührer erlitt dabei eine Verletzung an einer Hand, die seine Uebersührung in die Gießener Chirurgische Klinik notwendig machte. In einem Prioatkraftwagen, der eben die Straße passierte, wurde der Verunglückte nach Gießen gebracht. Der Beifahrer erlitt eine leich­tere Kopfverletzung, die von einem Arbeitersamariter verbunden wurde. Der Kraftwagen, der mit vielen Südfrüchten und mit Gemüse beladen war, wurde schwer beschädigt, u. a. wurde das vordere Fahr­gestell aus der Karosserie herausgerissen. Das Fracht­gut wurde auf das Feld geschleudert und lag in wirrem Durcheinander auf der Erde. Der Vorfall hatte eine große Zuschauermenge angelockt.

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

(D Oberweidbach, 3.Juni. In der vergange­nen Nacht brach auf bisher noch ungeklärte Weise im Anwesen des Hausierers W. Koch Feuer aus. Die Scheune stand, als der Brand bemerkt wurde, bereits in Hellen Flammen, die schon auf das Wohnhaus übergegriffen hatten. Die Be­wohner des Hauses konnten nur das Leben retten. Die Scheune, das Wohnhaus und der Stall wurden ein Raub der Flammen.

Forderungen

der hessischen Gemeindebeamien.

* Alzey, 2. Iuni. Auf. dem am Sonntag hier stattgehabten 11. Vertretertag der Ge­werkschaft hessischer Gemeindebe­amten wurde eine Entschließung ange­nommen, in der die Auffassung vertreten wird, es müsse Ziel der von der Reichsregierung zu treffenden Sanierungsmaßnahmen sein, der großen Rot der Arbeitslosen und ihrer Fa­milien zu steuern, die sozialen Einrichtungen und Leistungen zu erhalten und die Finanzen von Reich, Ländern und Gemeinden in Ordnung zu bringen. Die hierfür erforderlichen Mittel sollen nicht durch Sonderbelostungen und sonstige Einzel­maßnahmen beschasftkwerden, sondern durch Her­anziehung aller leistungsfähigen Schichten des deutschen Volkes. Es wird Einspruch gegen die Beseitigung des Berufsbeamtentums in den kommunalen Verwaltungen und Betrieben erhoben und die Besetzung sämtlicher dauernd notwendiger Stellen mit unwiderruflich ange- fteilten, mit Pensionsrechten ausg^statteten Be­amten und äleber^ührung der Dauerangestellben in das Beamtenverhältnis gefordert. Der Hes­sische Städtetag wird ersucht, die auf Anregung der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten in Angriff genommenen Vorarbeiten für die Rege­lung der Rechte der kommunalen Ange­stellten so zu beschleunigen, daß noch im Laufe dieses Sommers die Sicherung der Rechte der Angestellten durchgeführt werden kann.

In einer weiteren Entschließung wird verlangt, daß die bisher durch Gesetz festgelegte Regelung der Pensionsansprüche der Landge­meindebeamten bei der Abänderung des Versicherungsgesetzes in ihrem Grundsatz nicht abgeändert wird. Die Gemeindebeamten erklären sich bereit, an notwendigen Reformen des Ver- sicherungsgesehes für gemeindliche Beamte mit» zuarbeiten, fordern aber die Erhaltung der Versicherungsanstalt, weil damit nach Auffassung des Vertretertages Gewähr gegeben ist, daß die Lasten für alle Gemeinden tragbar bleiben und eine gewisse Stetigkeit sichergestellt ist. Eine Einschränkung des Kreises der Ver­sicherten wird im Interesse der Leistungsfähig­keit der Anstalt für unangebracht gehalten.

Wiedersehensfeier der 11 Zer.

WSR. Mainz, 31. Mai. Zum siebentenmal seit der Auflösung des Infanterie-Leibregiments Großherzogin Rr. 117 tarnen die ehemaligen 117er

Oer neue Führer der Grönlandexpediiion.

Professor Dr. Kurt Wegener, der Bruder des so tragisch ums Leben gekommenen Leiters der deut­schen Grönlandexpedition, schisst sich in diesen Tagen nach Grönland ein, um an Stelle seines Bruders die weitere Leitung der Expedition zu übernehmen.

in diesem Iahr zusammen. Die Zusammenkunft und die Wiedersehensfeier gestaltete sich deshalb in diesem Iahre besonders freudig, weil Zum erstenmal seit dem Weltkriege eine Gedenkfeier der 117er wieder in ihrer alten Garnisonstadt Mainz stattfinden konnte. Im ganzen waren etwa 6000 alte Regimentsangehörige für diese Feier der Mainzer Ortsgruppe "gemeldet worden. Die. Feier begann am Samstag mit einer G e d ä ch t - nisveranstaltung auf dem Ehren­friedhof. Oberst a. D. K o e t t s ch a u fand für die gefallenen Offiziere und Mannschaften ehrende Worte. Am Samstagabend wurde im Rahmen einer Begrüßungsfeier in der Stadthalle die neue Fahne der Ortsgruppe Mainz des Regiments 117 geweiht. Dem Weiheakt wohnten der ehemalige Großherzog von Hessen, die Groß­herzogin als Inhaberin und Kommandeurin des Regiments, sowie viele alte Generale und Offi­ziere der Reichswehr, die früher dem Regi­ment 117 angehört hatten, bei. Sonntagvormittag nahm der ehemalige Kommandeur der 117er, General v. Schlutterbach, auf dem Hofe der Alice-Kaserne den Generalappell ab. Anschließend fand ein Festzug durch die Stadt Mainz statt, an dem sich etwa 8000 ehemalige Angehörige des Regiments beteiligten. Aus dem Gutenbergplah wurde von General v. Schlutterbach die Parade der ehemaligen 117er, die mit ihren Fahnen kompanieweise vorbeizogen, abgenommen. Die Feier beschloß eine gesellige Veranstaltung tn der Stadthalle.

Tagung

der hessischen Zentralgenoffenschast.

WSR. D a r m st a d t, 1. Iuni. In der Woogs­turnhalle in Darmstadt fand die 41. ordentl. Gene­ralversammlung der landwirtschaftlichen Zentral­genossenschaft unter dem Vorsitz des Aufsichts­ratspräsidenten Gutsbesitzer B e i f e r statt. Der Vorsitzende gab einen kurzen ileberblid über das vergangene Iahr. Anschließend erstattete Direktor Berg den Geschäftsbericht und legte die Iahres- rechnung und die Bilanz vor. Direktor Berg beleuchtete die schwere Krise der deutschen Wirt­schaft, die auch an den Zentralgenofsenschaften nicht spurlos vorübergegangen sei. Rach der ge­druckt vorliegenden Bilanz unb der Iahres- rechnung 1930 konnte ein Gewinn von 170 677 Mk. erzielt werden. Die Bilanz per 31. Dezember schloß mit 8 991 798 Mk., die Gewinn- und Ver­lustrechnung balanciert mit 989 925 Mk. Sodann sprach Direktor Strasburger über das Thema Wichtige Tagesfragen im genossen­schaftlichen Warenverkehr". Er wies darauf hin, daß bereits in diesem Iahr die Zentralgenossenschaft preisführend gewesen sei da­durch. daß ihr größere Mengen, z. B. Kartoffeln, zugeführt wurden. Auch Standardware wurde von der Zentralgenossenschaft gefragt. Er sprach dann über die einzelnen landwirtschaftlichen Pro­dukte und die Wege, wie diese besser abzusehen seien. An das Referat schloß sich eine rege Dis­kussion an. Molkereidirektor Keipp erstattete den Bericht über die Prüfung der Iahres- rechnung und der Bilanz, die keinerlei Bean­standung ergeben hatte. Die Verwendung des Reingewinns erfolgt aus 184 788 Mk. einschließ­lich Gewinnvortrag 1929 in folgender Weise: Für den Reservefonds 100 000 Mk., für die Betriebs­rücklage 50 000 Mk. für llprozentige Verzinsung der Geschäftsguthaben (Stand per 31. Dezember 1930) 25 542 Mi.. Vortrag'auf neue Rechnung 9246 Mk. Iahresrechnung. Bilanz und die Vor­schläge über die Gewinnverteilung wurden ein­stimmig angenommen und einstimmig 'Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Für den aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedenen Dersiche- rungsdirektor Schröder, Halle, wurde Bürger­meister E i s l ä n d e r, Stockheim, gewählt.

2 Teller

Heugras-Versteigerung.

Dienstag, den 9. d. 2TL, vormittags 9 Ilhr, wird das Heugras von den fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Garbenteich, Leihgestern, Schiffenberg und Watzenborn, das Gras von Schneisen, Mähplatten, den Eisteichen, dem Petersweiher und der Klosterwiese in der Wirtschaft des Georg Sommer VI. zu Watzenborn versteigert.

Anschließend kommen 50 Düngersäcke zum Verkauf. 3781D

Gießen, den I.Juni 1931.

Hessisches Forstamt Schiffenberg.

Nicolaus,

BerWonSlefetn-Moli.

Aus dem Staatswald der Försterei Treis a. d. Lda. werden aus. der Hand verkauft: 111 fm Kiefernlangholz, und zwar 31 fm lb-Kl., 56 fm 2a=&[ 18 fm 2d-Kl., 5 fm 3a-Kl. und 1 fm 3b-Kl. Das Holz ist ohne Rinde gemessen, entrindet und an die Ab­fuhrwege gerückt. Fuhrlohn nach Station Treis a. d. Lda. etwa 3,40 RM. je Fest­meter. 3774D

Klassenweise Gebote bis 15. Juni an unterzeichnete Stelle erbeten. Auf Wunsch wird das Holz von Herrn Förster Bing zu Treis a. d. Lda. vorgezeigt.

Gießen, 2. Juni 1931.

Hessisches Forskamt Gießen,

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Rüd- dingshaufen für Rj. 1931 liegt vom 3. bis einschließlich 9. Juni l. I. auf unserem Bu­reau zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3773D

Rüddingshausen, den 2. Juni 1931.

Bürgermeisterei Rüddingshausen.

__________Müssig.__________

Wissenschaftliche Werke

Sonoergeoiet aer

Brühlscnen Druckerei

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Trohe für Rj. 1931 liegt vom Donnerstag, dem 4. Juni, bis ein chliehlich Mittwoch, dem 10. Ium, auf hie iger Bürgermeisterei zur Einsichtnahme of en. Es ist die Erhebung einer Umlage be chloffen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3768D

Trohe, den 1. Juni 1931.

Hessische Bürgermeisterei Trohe: Rau.

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