Kartoffeln 3,5 bas 4 (»er Ztr. 2.50 bis
Dr. C. K.
einzuholen.
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bis 15, bi« 6. bis 50, bis SO. bis 60,
Kunst und Wissenschaft.
Der Ehrendoktor für Marie Luise Gothein.
Die philosophische Fakultät der Universität Heidelberg hat Frau Marie Luise Gothein, der Witwe des berühmten Bationulöko- nomen der Heidelberger Universität, die Wurde des Doktors der Philosophie ehrenhalber verliehen. 3m Diplom heißt eS: „Die Verleihung geschieht au die in seltener Werse vielseitige und fruchtbare Schriftstellerin, die die verschiedensten wissenschaftlichen Gebiete befruchtet. in ihren Übersetzungen künstlerische Interpretationen großer Dichter geboten und in der Lebensbeschreibung ihres Mannes ein Stück deutscher Kultur- und Geistesgeschichte lebendig gemacht hat.
Großer Erfolg der Berliner Philharmoniker in London.
Mit großer Begeisterung hat London das Philharmonische Orchester begrüßt, das seine dies« jährige Konzertreise in England mit einem Konzert in der Londoner Queenshalle eröffnete. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter den Anwesenden befanden sich Mitglieder der deutschen Botschaft und der öfter- reichlichen Gesandtschaft. Dr. Furtwängler wurde mit stürmischem Beifall empfangen. Das erlesene Programm des ersten Llbends brachte ein Brandenburgisches Konzert von Bach, Brrhrns vierte Symphonie. Tod und Verklärung von Strauß und eine Ouvertüre von Hindemith die hier zum erstenmal aufgeiührt wurde. Der Abend war ein großer Erfolg für Dr. Furtwängler und das Orchester.
Möglichkeit Ueberschuhe tragen, die natürlich beim Eintritt in geheizte Bäume abgelegt werden müssen. Wer keine Ueberschuhe besitzt, der sollte wenigstens für festes, unversehrtes Schuhwerk sorgen und, zu Hause angelangt, nah gewordene Strümpfe mit trockenen vertauschen. Natürlich muß dabei erst der Fuß vorher sorgfältig ab- gctrodnet sein.
Ganz besonders leicht wird der März alten Leuten gefährlich, die daher stets, auch bei aw- scheinend Minz geringfügiger Gesundheitsstörung, Veranlassung nehmen sollten, den Bat des Arztes
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Mittwoch, den 4. März.
Johanneskirche. 18 Uhr: 3. Passionsandacht: Pfr. Ausfeld.
Freitag den 6. März.
Kapelle des Alten Friedhofs. 18 Uhr: Passtons. andacht: Pfr. Lenz. — Johanneskirche. 20: Bodel- schwingh-Gedächtnisfeier.
Rotkraut 15 bis 20 (per Zentner 10 bis 12 Mk),
... ---- - --- - 3 Mk.i,
gelbe Rüben 12 bis 15. rote Rüben 12
Spinat 35 bis 40. Unterkohlrabi 5
Grünkohl 20 bis 25. Rosenkohl 45
Feldsalat 100 bis 150, Tomaten 70
Zwiebeln 10 bis 12. Meerrettich 30
1152: Friedrich Barbarossa wird zum Kaiser ge- wählt-, — 1820: der Ingenieur Karl Heinrich von Siemens in Menzendorf geboren: — 1852: der russische Schriftsteller N. D. Gogol gestorben.
Gictzcncr Wochcnmarktprcise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmartt: Butter 120 bis 130 Pi. (Kochbutter von 100 Psi an'. Matte 30 bis 35, Ääle (10 Stück! 60 bis 140. Wirsing 25 bis 35 (per Zentner 20 bis 25 Mk.!. Weißkraut 12 bis 15 (per Zentner S bis 10 Mk »,
Schwarzwurzeln 30 bis 40. Dörrobst 30 brS 35, Aepfel 30 bis 45, Birnen 20 bis 40. Busse 60 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 110, Suppenhühner 90 bis 110 Pfennig pro Pfund: Tauben 70 bis 80. Eier 11 bis 12. Salat 30 bis 35, Blumenkohl 40 bis 70, Endivien 20 bis 50. Oberkohlrabi 10 bis 15. Sellerie 10 bis 50, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 15 Pf. pro Stück.
Bornotizen.
— Lageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Der Misanthrop", 20 bis 22.30 Uhr. — Katholischer deutscher Frauenbund Gießen- Oessentlicher Lichtbildervortrag des Gartenarchitekten Schwarz über ..Staudengärten und neuzeitliche Friedhofsanlagen", 20 Uhr, Kath. Dereinshaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Afrika spricht".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, zum letzten Male: Möllere, „Der Misanthrop" in einer freien Bearbeitung und für eine moderne Inszenierung eingerichtet von Walter Bäuerle. Spielleitung Walter Bäuerle. — Donnerstag, 5. März, einmaliges Opern-Gastspiel des Darmstädter Landestheaters. Zur Aufführung gelangt zur Erinnerung an den 175. Geburtstag Mozarts die komische Oper „Die Hochzeit deS Figaro". Spielleitung Generalintendant Professor Ebert, musikalische Leitung Dr. Karl Dohm. Beginn der Vorstellung 19.15 Ühr. Die Vorstellung findet im Mittwoch- Abonnement statt. Die Intendanz bittet, die vorbestellten Karten möglichst bald abzuhwlen, da rege Bachfrage herrscht und nur noch sehr wenige Karten vorhanden sind. — Freitag, 6. März, zum ersten Male, Maxim Gorki: ..Bachtasyl", unter der Spielleitung von Walter Bäuerle. Anfang 19.30 (nicht 20) Uhr. — Auf vielseitigen Wunsch am Sonntag, 8. März, als Fremdenvorstellung, einmalige Wiederholung von Zuckmoyers DoUsstück ..Schinderhannes".
— Deutsche Volkspartei. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Volkspartei hält am morgigen Mittwoch, 20.15 Uhr, im Hotel „Hindenburg" ihre Jahreshauptversammlung ab und verbindet damit einen kommunalpolitischen Abend. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich.
— Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Die Ortsgruppe Gießen der NSDAP, veranstaltet am Mittwoch, 4. März, 20.15 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine öffentliche Versammlung. Näheres in der heutigen Anzeige.
Präsidenten, des Reichswehrministeriums, der oldenburgische Ministerpräsident, die oldenburgischen Minister, die bürgerlichen Abgeordneten des Oldenburgischen Landtags, des Oldenburgischen Stadtrats und Vertreter sämtlicher oldenburgische r Behörden. Am Vormittag waren bereits 15 000 Menschen an der in der Lamberti-Kirche ausgebahrten Leiche vorbeidefi- liert Dor der Lambcrttkirche hatte das dritte (oldenburgische) Bataillon I.R. 16 mit Musik Aufstellung genommen. Die Trauerrede hielt Oberkirchcnprasident D. Dr. Tilemann. Darauf setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Um 18.30 Uhr fand im Mausoleum des Gertruden- kirchhoses die Beisetzung statt. Vor dem Mauso» leum gab die Traditionslompanic des 91. Inf.- Regiments die Ehrensalve ab.
Schwerer Schneesturm in Dänemark.
Während des ganzen Montags und der Nacht wütete in Dänemark ein heftiger Schneesturm. Der Eisenbahnverkehr erlitt überall im Lande beträchtliche Störungen. Der Bahnverkehr nach Deutschland konnte nur mit mehrstündig en Verspätungen ausrechterhalten werden. Zahlreiche Eisenbahnzüge blieben im Schnee stecken. Die Reisenden konnten erst nach vielen Stunden befreit werden. Der Telegraphen- und Telcphonver- kchr ist zum großen Teile lahm g e l c g t. Hunderte von Prioatautomobilen blieben auf den Landstraßen im Schnee stecken und mußten von ihren Besitzern im Stich gelassen werden. In vielen Hasen- städten stieg der Wasserstand so stark, daß die am Hasen gelegenen Stadtteile überschwemmt wurden. Der Sturm hat nachgelassen, der Schneefall dauert an.
Schweres Bootsunglück in Chile.
3m Zusammenhang mit dem Besuch des Prinzen von Wales ereignete sich in Santiago de Chile ein schweres Unglück. 12 Militärmusiker, die bei einem zu Ehren des Prinzen gegebenen Abendessen ausgespielt hatten, sind bei ihrer Rückkehr nach ihrer Garnison wahrend der Ueberfahrt über einen See ertrunken. Ihr Boot war von einem anderen Fahrzeug gerammt und zum Kentern gebracht worden. Sieben andere Insassen des Bootes konnten gerettet werden.
Voolsunglück auf der Donau.
Bei der ungarischen Gemeinde Duna-Vecse kenterte in der Mitte der Donau infolge des schweren Sturmes ein Ruderboot, in dem vier junge Leute sahen. Drei Insassen ertranken.
Vierzehn Tote bei einem Theaterbrand in Mexiko.
Ein Brand, der gestern um Mitternacht in einem Theatergebäude ausbrach, das jetzt als VarietL benutzt wird, hat 14 Personen das Leden gekostet, während in der furchtbaren Panik, die unter den Zuschauern entstand, 20 Personen schwer verletzt wurden. Der Brand ist dadurch entstanden, daß der Theatervorhang mit einem schadhaften Leitungs» draht in Kontakt geriet und sich entzündete.
Fahrplanwünsche unserer Provinz für den kommenden Jahresfahrplan im Mittelpunkt der Beratungen stehen.
Vorgeschichtlicher Fund bei Harbach.
Der Landwirt Wilhelm Stark von Harbach fand Ende Januar d.I. bei Rodungsarbeiten auf einem seiner Grundstücke westlich von Harbach, in der Nähe der Gewann „Sohl", ein sehr schönes Bronze- bcil (sog. Randbeil), das der mittleren Hügelgraber- Bronzezeit (um 1500 v. Ehr.) angehört. Das Beil ist völlig von leuchtend grüner Patina überzogen. An der Fundstelle wurde bei den Rodungen auch eine Reihe mächtiger Steinblöcke gesunden, die auf Be- aräbnisstätten schließen lasten. Der Denkmalpflegcr für Oberhessen, Professor Helmke (Gießen), wird dieser Fundstelle seine dauernde Aufmerksamkeit zuwenden. Im Intereste der heimatkundlichen Wissenschaft wäre dringend zu wünschen, daß der jetzige Fund dem Oberhessischen Museum als dem berufenen Aufbewahrungsort übergeben wird.
Haup Versammlung
des HausbesihervereinS Gießen.
Am Donnerstag fand im Hotel .Hindenburg" die 2 4. Hauptversammlung desHaus- befitzervereins Gießen statt. Zu 'Beginn der Versammlung wurde in der üblichen Weise des verstorbenen Landesverbandsvorsitzenden Haury (Darmstadt) gedacht.
Der Vorsitzende, Stadtratsmitglied Launs- pach, gab sodann den Jahresbericht. Er erinnerte an das Finanz- und WirtschaftSpro- gramm der Reichsrcgierung. das als ein ernster Versuch zur Sanierung bezeichnet werden könne. Die Belange des Hausbesihes seien in Dem grundsätzlichen Willen zur Aufhebung der Zwangswirtschaft vertreten. Die Wohnungszwangswirtschaft solle mit dem 1. 2ll>rrl 1936 aufgelöst werden. Allerdings solle damit Die Schaffung eines sozialen Mietrechtes verbunden sein. Die Notverordnungen des Reichspräsidenten hätten anch einige Wünsche der Hausbesitzer erfüllt, darüber hinaus gelte es aber weiter zu kämpfen für die berechtigten Forderungen des Hausbesitzer. Der Vorsitzende gab sodann einige Erklärungen über das Aufwertungsschluhgesetz und über die damit verbundene Bereinigung der Grundbücher. Auch im Jahre 1931 fordere der Hausbesitz baldmög ichste Aufhebung ter Woh- nungszwangswirlschaft, Schutz dem Privateigentum und Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Wiederinstandsetzung der verwahrlosten Hauser. Der Hausbesitzer wolle keinen sozialisierten Staat, sondern einen freien Staat mit freier Wir^ schäft und unabhängigen Persönlichkeiten, die sich ihrer Verantwortung bewußt feien. In seinen weiteren Ausführungen ging der Redner auf die Verhältnisse der Stadt Gießen cm und gab dabei einen Lieberblick über die Grundsteuern, den Kampf um ihre Erhöhung und das Eingreifen des Staatskommissars. Beben der Erhöhung der städtischen Grundsteuer habe auch die Erhöhung der staatlichen Grundsteuer eine neue Belastung der Hausbesitzer gebracht. Am Schlüsse seiner Ausführungen über die allgemeine Entwicklung wies der Vorsitzende u. a. darauf hin, daß mit dem 1. April die Bealsteuern gesenkt werden müssen, eine Botwendigkeit. deren Durchführung sicherlich viel Kampf bedeuten werde. Ab 1. Januar 1931 könne das Wassergeld im Verhältnis zur Friedensmiete umgelegt werden, allerdings müsse dafür die Miete um 3 Prozent gekürzt werden. .
Aus dem Bericht über die Vereinsangelegenheiten ging hervor, daß im vergangenen Jahre eine Hauptversammlung und sieben Vorstandssitzungen abgehalten wurden: die Vertreter des Grund- und Hausbesitzes, die im Stadtparlament wirken, hätten sich eifrig um die Wahrung der Interessen des Hausbesitzes bemüht. Die Geschäftsstelle des Vereins wurde nach der Allcenstraße verlegt und rege in Anspruch genommen. Steuererklärungen wurden in großer Anzahl ausgeferttgt. Die Mitglie- derzahl betrug am 31. Dezember 1929 1028. hinzu kamen 34 HauslxZitzer, ausgeschieden sind 43, so daß der Mitgliederbestand am 31. Dezember 1931 1019 betrug.
Aus dem Kassenbericht, der von Bauinspektor Matheis vorgetragen wurde, ging hervor, daß die Iahresrechnung ein Plus auf- zuweisen hatte. Kasse und Bücher wurden in bester Ordnung befunden.
Der 1. Vorsitzende, Stadtratsmitglietz Launs- p a ch, wurde durch Zuruf einstimmig auf unbestimmte Zeit w i e de r ge w ä h l t. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden bis auf zwei durch Stimmzettel wiedergewählt: ergänzt wurde der Vorstand durch Möbelfabrikant Hahn.
An der allgemeinen Aussprache beteiligten sich hauptsächlich Rechtsanwalt Dr. Wämser und Architekt B i e o l a u s. Dr. W a m s e r sprach über die Aenderungcn im Reichsmieten- und Mieter- schuhgesetz, entsprechend der Qloti>crorbnung, sowie über die Lockerung der Wohnungszwangswirt- schäft in Hessen. Stadtratsmitglied Architekt B i - co laus beschäftigte sich mit der duvch die Steuererhöhung geschaffenen trostlosen Lage des Hausbesitzes.
Daten für Mittwoch, 4. März.
Sonnenaufgang 6.41 Uhr, Sonnenuntergang 17.44 Uhr. — Mondaufgang 17.57 Uhr, Monduntergang 7.00 Uhr.
Metzger Iakvb Herjans. Den Einbruch tn der Zigarettengrohhandlung haben die drei Verhafteten gemeinsam ausgetühn. Den Wurstdieb- stahl beging der Schuhmacher Ernst Pötz auf eigene Rechnung.
•• Schaukasten-Einbruch. Der Schaukasten eines Geschäfts für elektrische Bedarfsartikel an der Bahnhofstraße wurde, wie der heutige Polizei, bericht meldet, vor einigen Tagen erbrochen. Den Dieben fielen zwei Thermosflaschen, ein Taswenakku- mulator und eine Anzahl Taschenlampenhülsen in die Hände. — Ferner wurde ein zweirädriger Handwagen, der vor dem (Taf£ Ainend stand, entwendet. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei.
Kirche und Schule.
Torflirchcnvorstcßcr'ragung in Watzcnbo n»Steinberg
Gestern sand in Watzenborn-Steinberg eine Dorfkirchenvorstehertagung statt, die von „trla 400 Teilnehmern aus den Krellen Gießen, Wetzlar und den Oiacbbargebieten besucht mar. Auch die beiden Gemeinden Wayenborn- Steinberg nahmen an der Tagung lebendigen Anteil. Die Predigt (Matth. 16, 21-24) hatte Prälat D. l)r. Diehl übernommen. Die Bachmittagsversammlung im überfüllten großen Saal eröffnete der Vorsitzende der Dorfkirchenvereinigung. Pfarrer M a h r. Gießen: er leitete auch die überaus lebhafte Aussprache Pfarrer Petri. Hohensolms, hielt den Vortrag: „Die Zersetzung des ländlichen Lebens von der Stadt bet und die Führernot auf dem Lande " In erschütternden Bildern zeichnete er die Auflösung des ländlichen Lebens und zeigte dann dem Lande Wege zu einem neuen Führertum aus dem Deist der Heimat und des Volkstums heraus, nicht glaubend, daß der Untergang des ländlichen Lebens gekommen sei, sondern umgekehrt das Land der Stadt viel zu geben habe in der Erweckung der dem Lande wesenseigentümlichen Kräfte. In der Aussprache sprachen Prälat D. Dr. Diehl, Oberkirchenrat D. Wagner, Dekan Guh- mann, Rektor Lvtz, Leihgestern, Lehrer H a a S, Lollar, Pfarrer K Ö d d i n g u. a. Ganz besonders wertvoll waren die Ausführungen zweier Frauen, einer Lehrerin und einer Gemeindeschwester, zu der persönlichen Bot des ländlichen Führers, die haiiptsächlich von dem Widerstand der Familie gegen die Arbeit der Schule und Kirche komme. Die Tagung schloß mit Gebet von Oberkirchenrat D. W a g n e r und gemeinsamem Gesang.
Oie IBetterlaae.
Aus der provinzialhauvtstadi.
Gießen, den 3. März 1931.
Winiersrühling.
Wenn im März die Sonne schon ein wenig hoher steigt und Frühlingsahnen die Herzen ber Menschen höher schlagen läßt, dann läßt man sich gar leicht zu einer Unbesonnenheit verleiten, tnc man hernach mit Krankheit büßen muß. Das gilt besonders für die Kinder In den kalten, trüben Wintertagen nur zu oft anS Zimmer gefesselt und oft nicht selten in allzu großer Fürsorge bis zum Hals in Wolle eingewickelt, streben sie jetzt hinaus ins Freie. Da werden Mühe und Mantel abgelegt, denn es ist ja „schon so schön warm", und siehe da — schon hat man den schönsten SchnupfenI _
Eitelkeit oder der Besitz neuer Fruhllngsgar- berobe veranlaßt oft auch die Frauenwelt dazu, sich dem wechselnden Wetter der Üebergangszett nicht mit der erforderlichen Sorgfalt anzu^lssen. Gerade darum ist der März ja als der Erkal- tungSmonat berüchtigt, und Schnupfen, Halsmrt- xünbung, Erlä tungsta.arrhe und rheumaltiche Beschwerden aller Art sind an der Tagesordnung. Auch die Stubenhocker laufen in dieser Zett be- sonoers Gefahr, krank zu werden. Oft sind die Wohn- und Arbeitsräume noch so stark geheizt wie im strengsten Winter, man kommt leicht in Schweiß, öffnet unbedacht ein Fenster und — schon hat man den schönsten Hexenschuß.
Umgekehrt bildet auch das zu frühe Bachlassen mit der Zimmerheizung eine Gefahrenquelle für die Gesundheit. Selbst wenn es draußen schon wirklich ziemlich warm ist, strömen doch die Wänae die ganze in ihnen gespeicherte Kätte ins Zimmer aus. so daß es drinnen Dann häufig kühler, als draußen ist. Also, man richte sich nicht nach der Sonne oder dem Kalender, sondern stets nach dem Stand des Zimmerthermometers.
Der Marz ist auch die Zeit der Schneeschmelze, was vielfach gleichbedeutend ist mit nassen Füßen. Darum sollten wir gerade in dieser Zeit nach
** Der Do Iks trauertag auf dem Lande. Aus zahlreichen Gemeinden der Provinz Oberhessen, sowie der benachbarten preußischen Kreise liegen uns Berichte über den Verlauf der Gedächtnisfeiern am Dolkstrauertag vor. Bei der Gleichartigkeit der Feiern ist es nicht möglich, über jede Veranstaltung einzeln au berichten: es kann jedoch mit Befriedigung festgestellt werden, daß sie durchweg den dem Opfer unserer Toten des Weltkrieges entsprechenden würdigen Verlauf nahmen.
" Winterschießen unsererGarnison. Am kommenden Donnerstag, 4 Uhr, wird unser Bataillon vorn hiesigen Bahnhof nach dem Truppen- übungsplatz Ohrdruf abfahren, um dort das Winterfchießen vorzunehmen. Die Rückkehr in die Garnison wird am 14. März erfolgen.
Modernisierungen im Gießener Bahnhof. Durch die Errichtung eines Selbst- anschlußamtes erhält gegenwärtig der hiesige Bahn- Hof eine bedeutsame Verbesserung seines Fernsprechwesens. Die Arbeiten, die schon seit einigen Monaten im Gange sind, werden von der Firma Siemens & Halske ausgeführt und dürsten bis etwa Mitte Mai vollendet sein. Auch das Telegraphenbureau des Bahnhofs hat eine oollsiändiae Umwandlung erfahren. Hier haben durch die Ausstellung eines modernen Morseanrufschrankes große Vereinfachungen Platz gegriffen.
•* Verbindlichkeitserklarung des Gießener Angestelltentarife S. Wie der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband uns mitteilt, ist durch den Schlichter, RegierungS- rat Dr. K o 11 a t h, der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses Gießen vom 26. Januar 1931. der eine Kürzung der Gehaltssätze bei Freibleiben der Gehllsen- und Lehrlingsgehälter von 4 bzw. 5 Prozent vorsah, für verbindlich erklärt. Damit ist der Tarifzustand wiederhergestellt.
•’ Todesfälle in Gießen. Es ver- starben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 28. Februar. 16: Margarethe Gehrke geb. Launspach, ohne Beruf, 60 Jahre, An der Kläranlage 78: 17: Lina Petri. Zuschnelde-Lehrerin. 67 3., Roon- straße30: 18: Johannes Klinkerfuß. Tapeziermeister, 70 3., Löwengasse 25; 20: Lina Verlach, ohne Beruf. 32 3., Wilhelmstraße 43; 21: Lina Herbert geb. Schaab. Hebamme, 83 3-, Katharinengasse 10; Karoline Linker geb. Leuning, Witwe, 66 3., Ludwigstraße 16; Kaspar Müller, Gerichtsvollzieher i. R, 80 3-, Ludwigstraße 35; 22: Marie Görlach geb. Huber, 66 3, Roon- sttahe2; 24: Lina Heinzmann geb. Bonnkirch, Witwe. 67 3.. Sonncnstrahe 14; 25: Marie Harbach, ohne Beruf, 79 3., Beustadt 41; Emilie Kempff geb. übrig, Witwe, 77 3., Dieichstraße 6; 26. Apollonia Jochim geb. Stier, Witwe, 77 3., Kaiserallee 24. 26. 3ohannes Damm. Sattler. 60 3.. Schützenstraße 19; Martha Benkert geb. Höpkcr, 713-, Am Kugelberg 2; 28: 3ohanna Abel, Hausangestellte, 24 3., Kaiseralle 64; Dr. Karl Winheim, Arzt. 67 3.. Bismarckstraßc 7.
•• Festgen ommenc Einbrecher. Der hiesigen Kriminalpolizei ist cs gelungen, die Einbrüche im Zigarettenlager der Zigarettengrohhandlung IaSconsa in Der Dammstrahe und in der Metzgerei Rausch in der Beustadt auszu- fiären. Heute morgen wurden die Einbrecher festgenommen und nach der Polizeiwache gebracht, wo sie zunächst verhört wurden. Bei den Dieben handelt es sich um den 27jährigen Schuhmacher S r n st Potz, den 27jährigen Küfer Heinrich Herjans und seinen 34iährigen Bruder, den
Fahrplankonserenz in Gießen.
Wie wir vom Derkehrsbund Oberhestcn erfahren, wird am 24. März auf Einladung der Reichsbahn- Direktion Frankfurt a. M. eine Fahrplankon- feren.j im Stadtrats-Sitzungssaale des Gießener Stadthauses stattfinden, an der die Vertreter von Behörden, Verkchrsorganisationen und anderer Körperschaften teilnehmen werden. Bei diesen Verhandlungen, die der Fahrplandezernent der Reichsbahn- direltion Frankfurt, Oberbahnrat Pietz, leiten wird, werden Die in ausführlichen Eingaben vorn Hessischen VerkehrsverbanD. vom Verkehrsbund Oberhessen, Der Provinzialdirektion Oberhesien, von den oberheisischen Kreisämtern, einer Anzahl Stadtverwaltungen, sowie den Handels- und Handwerkskammern und den Verkehrsoereinen dargelegten
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Wettervoraussage.
Mit dem Vordringen einer Staffel milderer Luft von Westen her wurde Die Kaltluft weggeräumt, was zu Frosttückgang führte. Rur SüdDeutschland hatte heute noch starken Frost, begünstigt durch den Einfluß hohen Druckes. Die neue Störung über Irland nimmt nur langsam ihren Weg ostwärts, so daß die Milderung allmählich vor sich geht. In der kommenden Nacht werden die Temperaturen noch Den Gefrierpunkt erreichen und etwas darunter zu liegen kommen.
Aussichten für Mittwoch: Bewölkt und zeitweise aufheiternd, nachts etwas milder, noch trocken.
Aussichten für DonnerS ta g: Stärkere Bewölkung und weitere Milderung mit vereinzelten Biederschlägen wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 2. März: mittags 2,1 Grad Celsius, abends —0,8 Grad, am 3. März: morgens — 2,2 forab. Maximum 2,6 Grad, Minimum — 3,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 2. März: abends 1,8 Grad; am 3. März: morgens 6,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9 Stunden.
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