Ausgabe 
3.2.1931
 
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| drigal-Vereinigung, bei der Frau Liebel solistisch mitwirkte, fang nach der Predigt das Glaubensbe­kenntnis der evangelischen Kirche, das von Orgelspiel

Neuen

©ic&cncr ßotturfücrdn I 3e®e Hf ^.b?uH!?9 bcr in M verschiedenen rhyth- P mischen Gebilde. Das Andante ist mit weicher Lyrik

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Das Wendling Quartett aus Stuttgart.

Festtafel und Empfang im Neuen Palais.

WSN. D a r m st a d t, 2. Febr. Nach ter be­reits am 23. Januar erfolgten standesamtlichen Trauung des ältesten Sohnes tes ehemaligen Großherzogs von Hessen fand heute die kirch­liche Trauung des ErbgroßherzvgsGeorg Donatus von Hessen mit der Prinzes­sin Cäcilie von Griechenland statt. An die griechische Trauung im Palais schloß sich die evangelische Trauung in ter Schloßkirche an. Auf dem Wege vom Palais zum Sch.oh hatten sich mehrere Tausend Zuschauer eingefunten, die beim Erscheinen des Brautpaares und ter zahl­reichen Gäste in Hochrufe ausorachen. Das junge Paar wird in Schloß Rosenhöhe Wohnung nehmen.

ferner Prinzen und Prinzessinnen von Griechenland, die Prinzen Louis Ferdinand und Waldemar von Preußen, sowie badische und südslawische Fürstlich­keiten. Nachdem die fürstlichen Herrschaften und die übrige Hofgesellschaft in der Nähe des Altars Platz genommen hatten, erschien das Grotzherzogs- p a a r mit dem Erbgroßherzog und der Vater der Braut, Prinz Andreas von Griechenland, mit der Braut am Arme und begleitet von der Prinzessin Ludwig von Battenberg im Gotteshause. Die Madrigal-Vereinigung unter Leitung von Prof. Dr. N o a cf leitete die kirchliche Trauung ein mit dem GesangHeilig, heilig ist der Herr". Anschlie­ßend hielt Pfarrer Lautenschläger die Hochzeitsan­sprache an das junge Paar, wobei er das Johannes- wortSei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben", zugrunde legte. Die Ma-

gehen. ehe bas amerikanische Volk endlich ver­standen habe, daß es nur sein eigener Vorteil sei, wenn es gewisse Zugeständ­nisse mache.

Paul-Wegener-Gastspiel im Gtadiheaier.

Friedrich Hebbel: Maria Magdalene.

Auf dem Wege vom Gotteshaus zum Palais waren das junge Paar, das Großherzogs­paar und die übrigen Fürstlichkeiten wiederum Ge­genstand herzlicher Kundgebungen des Publikums. Nachdem im Neuen Palais Festtafel stattgefun­den hatte, folgte am Nachmittag ein Empfang zahlreicher Persönlichkeiten, die den Neuvermählten und dem Großherzoglichen Paare persönliche Glück­wünsche darzubringen wünschten. Neben diesen Be- kundungen herzlicher Zuneigung waren aus allen Teilen Deutschlands und auch aus dem Auslande, darunter von vielen regierenden Häusern, Glück­wunschtelegramme eingetroffen.

Die Erbgroßherzogin wurde am 23.Juni 1911 als Tochter des Prinzen Andreas von Griechenland geboren, der mit Prinzessin Bea­trice v. Battenberg verheiratet ist. Erbgroßherzog Georg Donatus erblickte am 8.November 1906 das Licht ter Welt.

und Orchestermusik begleitet war. Nach dem gemein­samen Gesänge des alten LutherliedesEin feste Burg ist unser Gott" wechselte das junge Paar die Ringe, hierauf erfolgte die feierliche Einseg­nung der Ehe.

Hochzeit im Großherzoglichen Hause.

Oie Trauung des Erbgroßherzogs Georg und der Prinzessin Cäcilie. - Große Anteilnahme der Darmstädter Bevölkerung.

Ein Programm voller Höhepunkte! Wäre cs nicht dennoch ratsam, bei kommenden Veranstaltungen Wiederholungen von früher gespielten Werken nach Möglichkeit zu vermeiden? Der Reichtum unserer Kammermusikliteratur erlaubt es. Dr. H

i vytuuue. -uas zinoantc ist mit weicher Lyrik erfüllt, der sich Momente voll straffer Spannung entgegenstellen. Joseph Joachim wie auch Clara Schumann sind besonders von den beiden letzten Sätzen begeistert. So schreibt Clara Schumann dar­über an Brahms: . Ganz besonders lieb sind mir ter dritte und vierte Satz und da weiß ich wirklich nicht, bei welchem ich mehr schwelge: ob bei den lüften Klängen der Viola im dritten oder bei dem reizenden Thema und feinen Verschlingungen (im vierten)." Im Scherzo wurde die Bratsche zu einem lebensvollen Träger des Hauptgedankens: sie erfüllte ihren Part mit edler Klangschönheit und wohliger Ausgeglichenheit tes Tones und mit musikalischer Warme: der Ausgang dieses Satzes wurde zu einer Kl?un05OoUen Klangvision. Das Finale mit feiner Abfolge der Variationen gab dem Quartett beson- terc Gelegenheit, die überraschenden Feinheiten Brahmscher Dariationstechnik mit ihrem manniq-- lachen Stimmungsgehalt ins rechte Licht zu stellen. Mit dem Eintreten des Kopfthemas aus dem ersten Satze und seiner thematischen Vereinigung mit dem Variationsthema fand das Werk feinen zusammen- sassenden Ausdruck.

So verschiedenartig die Werke auch sein mögen, die das Wendling-Quartett seinem Programm ein­reiht, niemals wird durch die Bevorzugung eines Lieblingskomponisten ein anderes Werk weniger mit Hingabe und sorgfältiger Aufmerksamkeit bedacht werden. Indem sich das Quartett freihält vom Spe­zialistentum, vermag es dem Modernen genau so gerecht zu werden wie den Klassikern: die Bortrags- solgen der letzten Jahre können das bezeugen. Stets wird der Hörer zu seinem vollsten Recht kommen. . Insofern wäre es sicherlich sehr reizvoll gewesen, Haydns Quartett mit der bekannten Serenade zu Horen. An seiner Stelle erklang eins ter schönsten

0 3 a r t = Quartette, das durch die in ihm ruhende Problematik unserer Zeit besonders nahe steht: das C-Dur-Quartett, eines jener sechs Joseph Haydn gewidmeten Quartette (1785). Es konnte hier Ichon verschiedentlich darauf hingewiesen werden wie Mozart im Ausbau und in der endgültigen Ausgestaltung der Streichquartettform durch Haydn maßgebende Anregungen empfangen hat, und wie gerade diese Mozart-Quartette ihre Rückwirkung auf Haydns ferneres Schaffen erweisen. Den Zeitgenossen Mozarts beredeten diese Quartette gehöriges Kopf­zerbrechen durch ihre fatztechnische Kühnheit und ihren verschwenderischen Reichtum an Erfindung: Kaum will man einem schönen Gedanken nachsin- nen, so steht schon wieder ein anderer herrlicher da der den vorigen verdrängt." (Dittersdorf.) Schon vor drei Jahren hatte das Wendling-Quartett mit diesem Werk einen überaus starken nachhaltenden Eindruck hinterlassen. Auch diesmal nahm das Quar­tett von der ersten Note der mit linearen Spannun­gen erfüllten Adagio-Einleitung an in vollster Un­mittelbarkeit den Hörer gefangen. Eine besondere Weihe lag über dem Andante, die leichte Wendung zum Schwermütigen hin (das Trio des Menuetts steht in Moll) lichtete sich im Finale.

Brahms d r i t t e s Q u a r t e tt steht im Gegen­satz zu den beiden andern Quartetten op. 51 (C-Moll, A®olß in bejahendem Dur. Der erste Satz ist voller Lebenskraft: die in den beiden Hauptthemen gebundenen rhythmischen Gegensätze (e/8=, -/«-Takt) bitten ihre Lösung in ter Koda durch die gleich­

werden konnte. Wie weiter mitgeteilt wird, ist die Annahme der Presse, daß ein Luftverkehrs- abfommen zwilchen Deutschland und Polen be­steht, in dem gewisse Fälle von Grenzüberfliegungen durch Zivilflieger z u g e l a s s e n sind, nicht rich­tig^ so daß im Falle Gruse tatsächlich eine Ver­letzung der polnischen Grenze oorliegt. Es ist aber nicht angängig, den Flug Gruses den Ver­letzungen der deutschen Grenze durch polnische Mili­tärflieger gleichzuftellen, da es sich im vorliegenden Falle, wie immer erneut betont werden muß, um einen Sport- und nicht um einen Mili- tärflieger handelt.

Aus aller Wett.

Schweres Erdbeben auf Neuseeland.

Wellington (Neuseeland), 3. Febr. (WTD. Funkspruch.) Heute vormittag ereignete sich ein heftiges Erdbeben. Im Hawkes-Day-Bezirk wurde eine Anzahl Drücken und Viadukte schwer be­schädigt. Der Meeresboden bei Napier senkt sich: dieÄorthumperland" und andere Dampfer find deshalb auf's offene Meer hinausge­fahren. Eine Anzahl Oeltanks und die Tele­graphenlinien in Napier sind zerstört. Eine draht­lose Meldung der KriegsschaluppeVeronika", die vor Napier liegt, besagt: Es ist zu befürchten, daß es in Napier schwere Verlu ste an Menschenleben gegeben hat. -Die Lage ist zweifellos ernst. Nahezu jedes Steingebäude in Napier ist zerstört. Zahlreiche Feuers­brünste sind ausgebrochen. DieVeronika" bittet um ärztliche Hilfe. Die KriegsschiffeDio- mede" undDunedin" gehen mit Aerzten und Krankenpflegerinnen und Verbandmaterial von Auckland nach Napier in See. Es wird befürchtet, daß Tausende von Einwohnern ohne Unter-

Sch uberts letztes Quartett (op. 161: G-Dur) nimmt durch feinen Aufbau wie durch die Auspragiing feiner Thematik in dem Streichquar- iettfd)affen des Meisters eine Gipfelftellung ein. Dramatische Gespanntheit kennzeichnet dos Haupt- thema: die Zweite Gruppe entwickelt sich mit beson­deren Feinheiten in der solistischen Anteilnahme der einzelnen Instrumente bei charakteristischer Rhyth­mik. Die Reprise zeigt die Hauptgedanken nach der Auseinandersetzung in der Durchführung bereichert und gemildert. Das Andante, anfangs geführt durch eine Cellokantilene, erhebt sich zu dramatischen Höhe­punkten voller Unerbittlichkeit (so in den vom Tre- inolo beantworteten Rufen der Violine und Bratsche). Das Trio des Scherzos erweist besondere Reize m ter Instrumentation und kontrapunktischc Bildungen voller Natürlichkeit. Im Finale ein Drangen, dem sich SDlomente anmutig beschwingter Leichtigkeit entgegenstellen. Auch dieses Werk wurde vor einigen Jahren durch die gleiche Ver­einigung zu Gehör gebracht; auch diesmal erstand es in feiner vollen Größe, in einer klanglichen Schönheit und Ausgeglichenheit, die ihresgleichen sticht; erfüllt von hingebungsvoller Musikalilät.

den Drunnen trieb, um tem Vater die Schande ZU ersparen, und als der Meister hören muß, daß man draußen um ihre Verzweiflungstat toeift, daß es nichts mehr zu verbergen gibt, ruft er aus:Sie hat mir nichts e^part- man hat's ge sehen.

Ser Schauspieler schafft intuitiv, intern er oic Rolle aus seinem Wesen heraus erzeugt", sagt Paul Wegener in einem Aufsatz über tee Schauspielkunst, llnb aus seinem Wesen her­aus mußte Wegener den Meister Anton zu einem Fanatiker ter Llnbescholtenheit steigern. Das war nicht niehr terkleine Mann" aus dem Volke, der biedere Bürger, der nicht herauskann aus ter ®ngc seines Milieus, nicht herübersehen über den Zaun, den die Moral seiner Sphäre um ihn ab steckte. Das war ein furchtbarer Tyrann gegen alle Welt, gegen sich selbst zuerst, ter mit ter starken, alles niederschmetternden Leidenschaft eines edlen,' aufrechten Herzens um die Reinheit seines Namens ringt, ter nur einen Sinn des Lebens kennt: ehrlich und gerate seinen Weg zu ziehen, an dessen Ende einmal sein Schild blank und makellos stehen soll. Das war ein in seiner gänzlich unkomplizierten, ganz eindeutigen Starr­heit grandioser Charakter, der ganz aus dem Elementaren schöpft und keine Biegung, keinen Bruch, kein Entweichen kennt. Verwundert, aber nicht zerbrochen bekennt Wegeners Meister Anton:Ich verstehe die Welt nicht mehr!" Wie ein Klotz von Eisen steht er da, als die Welt um ihn, seine Welt, in Grauen versinkt.

Wegener spielte mit eigenem Ensemble und führte selbst Regie. Es ist nicht überflüssig, zu vermerken, daß nicht alles auf den0tar,r zu­spielte. daß vielmehr gutes Niveau gehalten wurde Greta Schröder-Wegener gab die Klara sehr schlicht, seyr grate, hilflos resignierend, F? Ue sich umstellt sieht. An ihrer betonten Kindlichkeit wuchs 'Wegeners Vater. Erwähnung verdienen noch Walter Dyes-Dhsing als Leonhardt und Bogislav von S melding als

Das sehr gut besuchte Haus dankte ten Gasten mit großem Applaus, von dem auch die Intendanz für das Arrangieren de- ein­drucksvollen Abends einen Teil auf sich beziehen darf.

Reorganisation Chinas durch die deutschen Reparationen.

(Sitt amerikanischer Bo schlag.

Paris. 2.Febr. (2DZB.) wie dem New Zock Herald aus Schanghai gemeldet wird, habe ter in China weilende Professor der Lolumbia-Unioersilät Dr. Paul Monroe der Nankingregierung einen Plan unterbreitet, der die wirtschaftliche wiederflottmachung Chinas durch An­leihen und durch Materiallieferungen unter Lin- schaltu ng der Regelung der europäi­schen Kriegsschulden in dieses System zum Gegenstand hat. Professor Monroe habe seinen plan vor seiner Abreise nach China dem amerikanischen Staatsdepartement unterbreitet und verhandele nun­mehr mit den zuständigen chinesischen Ministerien. Monroe gehe davon aus, daß die Kriegsschulden niemals in der gegenwärtig feftgelegten Jortn bezahlt werden können und daß insbesondere Deutsch­land nicht in der Lage sei, England und Frankreich auch nur nach dem Poungplan zu bezahlen. D i e amerikanischen Gläubigeransprüche an Europa mühten in Anleihen zugunsten Chinas umgewandelt werden, wobei Deutschland China S a ch l i e f e r u n g e n zur Verfügung stellen solle entsprechend den Beträgen, die es Frankreich und England schulte. Amerika würde die Bezahlung der chinesischen Schuldverschreibungen übernehmen, die durch neue in China zu errichtende Unter­nehmungen und durch alle sonstigen Sicher­heiten garantiert werden würden. Amerika würde England und Frankreich die dadurch gewon­nenen Vorschüsse gutschreiben und England und Frankreich würden sie entsprechend Deutschland gutschreiben. Dadurch würde Deutschland ein Auslandsmarkt erschlossen, wodurch auch die Wirtschaftskrise in Europa, insbesondere in Deutschland gemildert werten würde. Mon­roe vertritt den Standpunkt, daß sein plan zur Reorganisierung Chinas unter Einpassung ter Kriegsschultenregelung auch nicht verwickelter sei als der Poungplan oder die Internationale Zahlungs­bank.

Frankreichs Kriegsschulden in Amerika.

Warum die USA. in den Krieg zogen.

Paris. 2. Febr. (SH.) 3n der Akademie für moralische und politische W'.s enscha't n sprach der Ehrengouverneur des Credit foncier de France, Lucien Petit über die Regelung der französischen Kriegsschulden g~g?&:r Amerika. Er betonte, daß nach seincr Auffassung die Schul- tenabkommen mit England und Amerika bis zum Jahre 1987 nicht unverändert be - stehen bleiben könnten. Bei den kommenden Revisionsverdandlungen müsse Frankreich vor allem auf Hie Ansicht Amerikas Rücksicht neh­men, da vok ihm alles abhänge. Frankreich habe niemals richtig die Gründe verstan­den, die Amerika in den Krieg ge­trieben hätten. Cs habe zunächst an gewisse freundschaftliche Eesüh'e geglaubt und des­halb auch immer gehofft, nach dem Krieg einen weith erzigen Gläubiger zu finden, der die ungeheuren Opfer verstehen würde, die Frankreich gebracht habe. Es scheine jedoch, als ob bei dem Eintritt Amerikas in ten Krieg eben- soviel Sieberlegung wi e Gefühl mitge- sprochen habe. 3n erster Linie habe es sich wohl um den Schutz seiner Sd>uldner gehantelt. Deshalb sei es auch verständlich, wenn Amerika jetzt die Begleichung aller Schul­ten verlange. Hieraus seien dann zehnjährige. Oft peinliche Verhandlungen entstanden, die schließlich mit dem Washingtoner Abkommen en­deten. Die Lage, die die verschiedenen Abkom- riten geschaffen hätten, fei heute sehr schwach. Deutschland habe jetzt größeres Interesse daran, eine Herabsetzung ter Kriegsschulden durchzu­kämpfen. Außerdem erschwerten die ungeheuren Zahlungen die Wirtschaftskrise und Amerika sei einer der ersten Staaten, die darunter zu leiden hätten Allerdings werte noch einige Zeit ver-

f u n f t sind. Lebensmittel sind dringend ange- fordert worden. DieVeronika" hat Matrose« mit Brechstangen und anderen Werkzeugen aus­gerüstet.

Eine Anarchistenbande in Buenos Aires unschädlich gemacht.

Der Polizei ist es gelungen, die Anarchisten- bante, die unter Leitung tes Hingerichteten di Giovanna stand, unschädlich zu machen. Am Tage ferner Hinrichtung drang die Polizei im ^or-orl '®ur3aco in eine Villa ein, in ter man fcaö Hauptquartier der Bande ausfindig gemacht hat. Es tarn zu einer wilden Schie'- fj c r e t, bet der zwei Anarchisten getötet und ter [ctjte Hieberlebente, Scarfo, festgenommen wurde. Auch ein Polizeibeamter kam ums Leben Sn der CBilla wurde ein ganzes Arsenal von Maschinengewehrpistolcn, Karabinern, Explosiv- stofsen und anderen Waffen gefunden, außerdem eine Falschmünzerwerkstatt, in ter Banknoten im Nennbetrag von 200 000 Pesos fertiggestellt bereitlagen. Scarfo wurde ebenfalls zum Tode verurteilt.

Schweres Explosionsunglück in Honduras.

Auf ter neuen Automobilstraße von Teguci­galpa nach Danli, die erst am 2. Februar vom Präsidenten eingeweiht worden war, ereignete sich in der Nähe von Danli eine. D h na m i t - explosion. Fünf Personen wurden getötet, 17. darunter ter Oberingenieur, tflürten schwer ^rleftt. Nähere Nachrichten über die Ursache des Unglücks liegen noch nicht vor.

vanderbilt in kiel.

William Kissam Dandcrvilt, der Chef der amerikanische Milliardärsfamilie, ist auf seiner ZachtQlra in Kiel eingetroffen und hat dort tm Hotels Continental Wohnung genommen. Ban- teroilt läßt sich auf der Germania-Werft eine neue Jacht bauen, die den NamenAlpha" tragt und die das luxuriöseste Boot fein to., das je die Meere befahren hat. Während seines Aufenthalts in Kiel soll die Jacht in Dienst gestellt werden, und nach erfolgten Probe­fahrten will Vanderbilt sie abnehmen, um auf l9T die Reise nach dem Mittelmeer anzutreten.

Vie Riesenschlange in der Universität.

In ter WienerUniversität herrschte am Montagnachmittag große Aufregung. Eine Riesen- Eidechse und eine Riesenschlange, die seit Monaten im Institut zu Forschungszwecken gehalten werden, waren aus dem im 2. Stock der Universität gelegenen Zoologischen Institut entflohen und durch die Rohrleitung der Zentralheizung in die Räumlichkeiten des Rechtswissenschaft- lich en Seminars gelangt. Während die Eidechse vom Personal auch bald aufgefunden und gefan- g e n werden konnte, ist es bis jetzt noch nicht gelun-

der Riesenschlange habhaft zu werden. Die Riesenschlange, die ein selten schönes Exemplar ihrer Gattung ist, hat bereits vor einigen Monaten denselben Weg in das Rechtswissenschaftliche Se­minar genommen. Damals war das Tier durch die Dampfheizung gekrochen und blieb viele Stunden un­auffindbar. Man vermutet, daß die Schlange sich in der Nähe der Keffelanlagen ver­krochen hat.

Der Mordprozeß Ulbrich.

Auch Montag früh standen schon in früher Mor­genstunde ungeachtet der Kälte große Scharen in der Turmstraße vor dem Berliner Kriminalgerichts- gebaute und harrten auf die Oeffnung des 'Portals öum Zuhörerraum des Schwurgerichtssaales. Es kam zur Entgegennahme der Gutachten. Ge- nchtsarzt Sanitätsrat Dr. Friedrich Leppmann be­gann mit Erich Benzinger. Der Angeklagte ist in der Schule schwach von Begriff gewesen und ist m eine Hilfsschule gekommen. Sein Lehrherr be­zeichnete ihn als einen gut erzogenen, arbeitsfreudi- gcn und liebenswürdigen Jungen, dem niemand eine solche Tat zugetraut hätte. Wenn man ihn fragt, wofür er seine Tat halte, antwortet er:Mord". Sein Benehmen bei der Tat scheint nicht sehr tapfer geroefen zu sein, aber er h a t sich beteiligt unb ist s i ch dessen bewußt geworden. Seine Zurechnungsfähigkeit im Sinne der Straf­gesetze muft daher bejaht werden. Es ist jedoch fra gIich, ob er die vom Gesetzgeber vorausgesetzte Zähigkeit hatte, während ter Tat seine Urteilskraft anzuspannen, also zur Ueberlegung fähig war. Die Entscheidung darüber wird Sache des Ge­richtes sein.

Das Personlichkeitsbild ter Luise Neumann sei weitaus nicht so leicht -u entwerfen. Ihre Fa­

.Lieber den Verlauf des Hochzeitstages erfährt man aus Darmstadt noch folgende Einzelheiten: Die Hochzeit ging in Gegenwart zahlreicher fürst­licher Persönlichkeiten aus tem Verwandtenkreise ter beiden Familien und darüber hinaus vor sich. Wie schon oben kurz erwähnt, nahm auch die D a rin st ädter Einwohnerschaft, die sich mit dem großherzoglichen Hause eng verbunden weiß, herzlichen Anteil an diesem Familienfeste. Den fürftlidjcn Herrschaften wurden herzliche Kundgeb ungen dargebracht, die sich so weit steigerten, daß ter Brautwagen in ter Nähe des Schlosses nicht mehr weiterfahren kennte und die Braut die kurze Strecke Weges zur ochlohkirche inmitten der jubelnden Menschenmenge zu Fuß zurücklegen mußte. Auch dem Großher­zogspaar wurden wie dem jungen Ehepaar, als sie sich auf dem Balkon des Palais zeigten, stürmische Ovationen dargebracht, wobei die Men­schenmenge das Deutschlandlied fang.

Oie Trauung in der Schloßkirche wurde von Pfarrer Lautenschläger vollzogen. An der Feier nahmen neben den engsten Angehörigen des jungen Paares noch zahlreiche Fürstlichkeiten teil, dabei u. a. die Kronprinzessin von Schweden, die Prinzessin Heinrich von Preußen, die Prinzes­sinnen Christine Friederike und Marianne zu Solms- Hohensolms-Lich, der Fürst zu Solms-Hohensolms- Lich, der Erbprinz zu Solms-Hohensolms-Lich, die Prinzen Ernst Ludwig und Philipp von Hessen,

Fast auf ten Tag ist es ein Iahr, als hier über Paul. Wegeners Kunst aus Anlaß der Auf­führung von Leonid Andrejews qualvoller Kon­struktionDer Gedanke" geschrieben tourte, lln- enblid) trostlos und nieterdrückend ist auch Heb­belsMaria Magdalene", aber nicht das aus­geklügelte Experiment eines schwermütig grübeln- ten, fast fanatisch spintifierenten Russen, sondern Blut von unserem Blut und Fleisch von unserem Slcisch. Menschenschicksal in einer Welt, die noch nicht allzulange und vielleicht noch nicht einmal überall Vergangenheit ist. Hebbels Menschen, diese Kleinbürger des Dietermeiers, zerbrechen an ter engen, innerlich unwahren und hohlen Moral einer Weltanschauung, der sie sich un­frei und befangen unterworfen haben. Hoffnungs­los verstrickt sind diese Menschen in unerbittlichen konventionellen Gesehen, die sie, die Angehörigen einer nod) nicht zum Lichte wahren Menschentums sich durchgekämpften sozialen Schicht, wie. eine enge Mauer umgeben, aus deren Bezirk es kein Entweichen gibt. Falsch und hohl ist diese Moral, weil sie nicht so sehr den unüberlegten Fehltritt tee leichtfertige Tat, den Verstoß gegen die bürgerliche Sittenordnung richtet, sondern erst danach fragt obdie Leute" es auch erfahren haben obter gute Ruf" gewahrt blieb und bann losspricht oder verdammt. Unsittlich ist diese Moral well sie keine Sühne kennt, wenn Schimpf und schände ter Familie in aller Munde ift, aber ten Mantel verzeihender Liebe darüber» breitet, wenn nur ter Schein gewahrt wurde. Als man tem Tischler Anton den Tod der Tochter meldet, die der zynische Wortbruch eines ba­nausischen Strebers und ter Starrsinn tes in

1 der Moral ,rinrr Welt befangenen Vaters tn ,

Kemal Pascha für militärische Dienst­pflicht der Krau.

Konstantinopel. 3. Febr. (Reuter. Funk­spruch.) In einer Rede in einer Mädchenschule 'n Smyrna sagte der Präsident ter Republik Mu st ap ha Kemal: Nicht psychologische dlr- sgchen, sondern grundlose Vorurteile ver­hindern die Frauen, militärischen Dienst zu tun. Seute verlangen die Frauen die Bürger­rechte und wollen auf gleichem Fuße mit den Männern stehen. Ietes Recht bringt aber auch eine Pflicht mit sich, und mcht öie geringste dieser Pflichten gegenüber tem Staat ist die militärische Dienst- pflicht. In alten Zeiten haben Frauen Schulter an Schulter mit den Männern gekämpft.

Das Ue&erfliegen polnischen Gebiets.

Polen beschwert sich in Bertil,.

Die polnische Regierung hat in Berlin eine Be- £ ro b e n 0 * e me9en der Ueberftiegung polni­schen Gebietes durch den deutschen Zivilflieger Gruse überreichen lassen. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat d i e d e u t f ch e G e s a n d t s ch a f t i n Warschau sich bemüht, Erleichterungen für den tfcftgenonimencn ?u erreichen. Weitere Schritte konnten noch nicht unternommen werden, da der -Tatbestand noch nich t restlos geklärt!