Ausgabe 
3.1.1931
 
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Durchs Küstenland zur Adria

Rundfunkprogramm

Kleist.

Donnerstag. 8. Januar.

empor. Nur an den Dolomitenseen findet man an­nähernd Aehnliches. Das ist eines der ganz großen Hochalpenbilder, eines der gewaltigsten, unvergeß­lichsten Wahrzeichen für den so tausendfach in Bild und Eindruck abzuwandelnden Gedanken: ver­lorenes Land! Die Autozeichen weisen hier fast durchweg auf Udine, Venedig. Triest. Deutsch-

>. Babenhausen I, 30.Dez. 3m Gemeinde- jagdgebiet links der Laisbach fand am letzen Weihnachtsfeiertag eine Treibjagd statt, der der nur 23 Hasen geschossen wurden. Der Wild­bestand läßt sehr zu wünschen übrig.

Kreis Schotten.

-j- Groß-Eichen. 1. 3an. Heute wurde hie« der Schäfer Heinrich F u n k zu Grabe getra­gen. 42 Jahrelang war Ä hier als Ge­meindeschäfer tätig. Der Verstorbene stand

12: Schallplattenkonzert. 13.10: Don Köln: Mit­tagskonzert. 15.20: Stunde der 3ugend. 16.30: Dachmittagskonzert. 18.15: Zeitfragen. 18.55: »Möglichkeiten einer Revision des Doungplans . Dortrag von Dr. Fritz Hehmann. 19.15: Französi­scher Sprachunterricht. 19.45: Llnterhaltungskon- zert. 20.30: Elsässische Dolkslieder. 21.15: Re­naissance. Darock. Rokoko.

Freitag. 9. Januar.

7.15: Frühkonzert des Rundfunkquintetts. 12: Llnterhaltungskonzert. 13.10: Don Koin: Mit­tagskonzert. 15.20: »Hauswirtschaft als Beruf . Dortrog von Berufsberaterin Moetzner vom Ar­beitsamt Darmstadt. 15.50: »Jugend und Tech­nik" Dortrag von Rudolf Gins. 16.30: Konzert des'Städtischen Kurorchesters. Wiesbaden. 18.30: Eine Viertelstunde Deutsch. 19.35: »Lieber spinale Kinderlähmung". 18.50: »Das Kulturgut der Hei­delberger Landschaft". Vortrag von Dr. Gold- schmitt. 20.05: Festsaal der Liederhalle Stutt­gart: Symphonie-Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.05: Tanzmusik. 22.35: Junge amerikanische Dichtung.

Samstag, 10. Januar.

7.15: Von Marburg: Militärkonzert des Musik­korps des Ausb.- (Hessisches) Batt. 15. 3nf.- Regiments. 10.20: ..Die Schönheit des Schul­lesestoffes", Vortrag von Professor Karl Ebert. 12: Bunte Platten. 13.10: Von Köln: Mittags- konzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Konzert. 17.15: Tanztee. 18.15: »Kolportage" Vortrag von Erich Franzen. Berlin. 18.45: Stunde der Arbeit. 19.15: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Stim­men aus dem Himmel der Komiker. SchaNplatten- Plauderei. 20.30: Von Köln: Lustiger Llbend. 22.45: Tanzmusik. 22: Deutsche Romantik. Briefe und Biographische-.

Dortrag von Colin Roh. 18.50: »Generalpost- .....

meilter v Stephan" (zu seinem 100. Geburtstag lassenen wieder eingestellt werden können, am 7.3anuar). Dortrag von Reinhold Miller. ' ~ *n ... t» qa «u. ntm

Hechingen. 19.20: Don Mannheim: »Wirtschaft­liche Rot und Derbrechen". Dortrag von Dr.

Walter Luz, Köln. 19.45: Llnterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21: Penthesilea. Ein Trauerspiel von Heinrich von

Oberheffen.

Landkreis (Kietzen.

ch Hausen-Garbenteich, 2.Jan. Nachdem in den Weihnachtsgottesdiensten am Weihnachts­abend die Schulkinder durch ihren Gesang die Gottesdienste in beiden Gemeiiiden verschönten und am ersten Feiertag der Frauenchor Hausen im Gottesdienst mitwirkte, durften sich in den Gottesdiensten an Silvester die Gottesdienst­besucher in Hausen und Garbenteich der Dar­bietungen des Dereins für christliche Musik, Gie- ;en, erfreuen. Die Darbiettmgen sanden dank­bare Zuhörer.

* Lich, 3. Jan. Am Donnerstag, 8. d. M., findet im Licher Stadtwalde die erste Brenn- Holzversteigerung statt. Auf die Anzeige im heutigen Blatt sei hingewiesen.

chAusdernördlichenWetterau, 29. Dez. Die Preise für Fettschweine, bei denen das Angebot die Nachfrage übertrifft, halten sich schon wochenlang auf derselben Höhe und betragen, je nach Qualität, 58 bis 60 Pf., für das Pfund Lebendgewicht.

Nonnenrvth, 2. 3an. Der Gesang­verein Liederkranz hielt im Saale deS Gasthauses »Zum Löwen" seine General­versammlung ab Dachdem der Verein un­ter Leittmg seines Dirigenten Lehrer Mül- l e r zwei Chöre vorgetragen hatte, gab der 1. Vorsitzende K. Rinker einen Rückblick auf da« verflossene 3ahr. Er dankte besonders ben_ ak­tiven Sängern für ihr regelmäßiges und pünkt­liches Erscheinen in den Llebungsstunden und brachte zum Schluß ein Hoch auf das deutsche Lied aus. 3m weiteren Verlauf fr» Versamm­lung konnte dem langjährigen Rechner Ehr. Seipp Entlastung erteilt werden. Die Wahlen brachten einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Angesichts der herrschenden Rot will man in diesem 3ahre von einem Wintervergnü- gen absehen. Zum Schluß wurde dem Dirigen­ten für seine mühevolle Arbeit der Dan!k des Vereins zum Ausdruck gebracht.

Kreis Friedberg.

kennenlernen!

* *

Der Park des lieblichen Warmbades Dil- lach mit seinen Wiesen, seinen Tannen und Birkengruppen liegt in der Frühsonne. Die Kur- gäste genießen das behagliche Frühstück auf bet Hotelterrasse und die zu dieser Stunde noch milde, morgenfrische, gekühlte Wärme. Hupen­töne. ein Knirschen im Sand. Linser freund aus Klagenfurt steuert seinen Wagen in scharfer, schneller Kurve vor die Stufen. 3n einer guten halben Stunde sollen wirdrüben" sein, un­mittelbar am Angesicht dieser so fernen und 'fremden Berge, die wir so oft schon sahen und als Lockung empfanden. Schnell sind , Koffer, Mäntel, Hacken verstaut, der Motor springt an, wir schießen auf der breiten Reichsstrahe hm, hart nach Süden, über die wilde Gail.

Hinter dem österreichischen Grenzbahnhof A r - tz noldstein öffnet sich das schmale Gailihtal; der massige Dobratsch hinter uns rückt wie ein f Sperrklotz vor diese Pforte, die auf der anderen Seite die 3ulischen Berge abschließen. Ein neues Zollgebäude kündet die neue Grenze. Ein kurzer Aufenthalt beim österreichischen Posten, wir stehen vor dem italienischen Grenzhäuschen. Die kleinen schwarzen Grenzsoldaten beschäftigen sich mit dem Triptique, dem Wagen, dem Motor, den Rum- mern, den Gepäckstücken und manchem anderen. Den Ossizier interessiert mein Zeißglas. Er fragt nach dem Preise. Ich erzähle ihm, daß es ein Kriegsglas ist, daß es Somme, Aisne, Dunajere und 3sonzo mitgemacht hat. 3ch sagte nicht 3sonzo, sondernCaporetto". Letzteres stimmt zwar nicht, aber das 3nteresse kühlt sich sicht­lich ab. Ein Soldat fährt mit zur nächsten Durchprüfung am Bahnhof Tarvis. Don drü­ben, jenseits des Tales, grüßt die mächtige Dentmalsfigur des Soldaten von 1809, als wir in den Ort einsahren. Die welsche Tünche ist hier noch nicht sehr dick aufgetragen. Die Men­schen sprecheii ein herzhaftes Kärntnerisch, die alten Rainen stehen meist noch neben der neuen Beschriftung, die hier ebenso fremdartig wirkt, wie in Südtirol. DeH Besuch bei einem altein­gesessenen Bürger vonTarvisio", wie sich der hübsche treuherzige Kärntner Ort jetzt nennen muß. ist lehrreich. Man fühlt sich verlassen, verlassener als Südtirol, das alljährlich vom bretten Strome des deutschen Reiseverkehrs durch-

Sonntag, 4. Januar.

7: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Katho­lische Morgenfeier. 9.45: Stunde des Chorgcfangs. 10.45: DaS neue Rußland". Dortrag von Ernst Glaeser. 11.15: Stunde der Kammermusik. 12: Don Königsberg: Mittagskonzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der 3ugend. 16: Rach- mittogs-Konzert. 18: ,,Prosadichtung in Luxem­burg". Dorlesung von Pros. Karl Roedemeyer. 18.50: Von Köln: Eine Stunde Kurzweil. 19.45: Erlebte Geschichten: »Reisekameraden" von Al- phons Paquet. 20.15: Unterhaltungskonzert. 21: Konzert. 22.35: Tanzmusik.

IHontag, 5. Januar.

7.15: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Schall­plattenkonzert. 13.10: Von Köln: Mittagskonzert. 15.20: »Hausfrau und Wirtschaftslage". Vortrag von F. Pelz-Langenscheidt. 16.30: Rachmittags- konzert. 18.15: »Glasarchitektur von heute". Vor­trag von Dr. Curt Gravenkamp. 18.45: »Wie kann die Mutter den Arzt am besten in der Behand­lung gegen Diphtherie unterstützen". Vortrag von Dr. Packeis von der Llniv.-Kinderklinik Frank­furt a. M. 19.15: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Stunde der Kammermusik. 21.15: Theater- aussührung im »Roten Hamm", Reportage. 21.45: Don Carlos. Eine Parodie von Max Reinhardt. 22.40: Tanzunterricht. 23 20: Tanzmusik.

Dienstag. 6. Januar.

7.15: Frühkonzert. 12: Schallplattenkonzert. 13.10: Don Köln: Mittagskonzert. 15.20: Haus- frauen-Rachmittag. 16.30: Konzert deS Städtischen Kurorchesters Wiesbaden. 18.10: »Inflallons- surcht und Kapitalflucht". Vortrag von Dr. Fritz Reumark. 18.35:Wie ist die Wirtschaftslage zu beurteilen?". Vortrag von Dr. Köbner von der 3ndustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. 19.05 »Krisis der Kritik". Vortrag von B. Guillemin. 19.30: Blasmusik des Philharmonischen Bläserorchesters, Stuttgart. 20.30: »Ra so was!" Ein bunter Abend. 22.50: Tanzmusik.

Mittwoch, 7. Januar.

7.15: Frühkonzert. 11:Mensch und Maschine", ein Hörbild. 12: Schallplattenkonzert. 13.10: Von Köln: Mittagskonzert. 15.20: Stunde der 3ugend. 16.30: Von Freiburg: Rachmittagskonzert. 18.15: »Querschnitt von zwanzig 3ahren Weltreise",

land fehlt ganz.

Der Weg zum wenig befahrenen Predil führt unter dem mächtigen Fünfspitz hin. der seine Finger wie eine graue, verwitterte Schwurhand durch die ziehenden Nebel kämmt, zunächst nach R a i b l. Hier scheint noch Krieg zu sein oder schon wieder. Batte- den rasseln auf der Straße, Zeltlager stehen im Flußbett des Bergbaches, Maultierkolonnen klimmen steile Berqpfade hoch, Signale schmettern. Unser fahrender Freund stellt fest, daß hier immer Krieg gespielt wird, so oft er hier fährt, lieber diese Pah straße soll sich ja einst der A u f m a r s ch g e g e n Jugoilawien entwickeln, von dem hier alle Leute wie von einer festen Tatsache sprechen, dieses Krieges, der das Klagenfurter Becken und das Drau- tal zu einem neuen Belgien machen muß. Mehr noch als diese Aussichten bedrückt uns im Augenblick das Problem der Schuhnägel, die als Begleiterschei­nung des Militarismus der Automobilisten schwerster Kummer sind. Statt eines Tages kann man wie unser Klagenfurter Freund aus Erfahrung berichte^ drei Tage bis Triest fahren, wenn das Mißgeschick der Schuhnägel es will. Am Raibler See haben wir schon militärische Besatzung auf dem Wagen einen zutraulichen Alpini-Artilleristen, den mir auf seinen sehnsüchtigen Blick hin zur Mitfahrt auf die Paß- höhe eingeladen hatten, um unter seinem Schutze und Rate ungestört einige Landschaftsaufnahmen machen zu können. Eiskalt und düster liegt dieser Raibler See tief zwischen mächtigen Felsmauern eingebettet, ein erhabenes Bild der Bergeinsamkeit.

Wir nehmen die Landschaft in uns auf und ziehen die ersten Schuhnägel aus den Pneumatiks. In wenig Minuten haben wir die Paßhöhe ge­wonnen Oesterreichs Termopylen 1809. Zu Fußen einer Steinpyramide schlummert ein Löwe. Hier sperrte der Jngenieurhauptmann Johann Her­mann von Hermannsdorf den Weg vom Jsonzo ins Drautal und Sawetal, seinem eigenen Wunsche gemäß. Mit dem Degen in der rfauft sprang er, die Uebergabe ablehnend, an der Spitze seiner letzten Getreuen aus dem brennenden Block­haus unter die stürmenden Feinde, seinen Leib dar- bietend, wie das Gesetz es befahl. Fast alle ferne Leute fanden mit ihm den Tod. Zur gleichen öett leistet seinem Lande den gleichen Dienst bet ber Feste Malborghet der Hauptmann Hensel. Drei­mal schlug dieser deutsche Oesterreicher den Ansturm ab.Ich habe den Befehl, mich zu verteidigen. Nicht zu verhandeln!", war seine Antwort auf die Auf­forderung zur Uebergabe.

Wir gleiten durch kahle Bergorte, von deren Mauern der schablonierte Kopf des Duce uns immer wieder nachblickt, mit Blitzesschnelle, an der schau- wenden Kositnitza entlang ins breite Decken von Flitsch, den durch ein weißes wüstes Steinbett sich tiefgrün durchwindenden Jsonzo zu. Und nun werden sie alle lebendig, die großen Namen, die massigen Klötze, die ebenso viele Ruhmespyramiden bilden, wie die bei Malborghet und am Predil

stehen. Sechs italienische Infanteriedivisionen und vier Gruppen Alpini wurzelten in uneinnehmbaren Festungen am Rambon. am Polonik, am Krn, am Kolowrat. Stol und Matajur, als der Angriff der in dem Becken von Flitsch und Tolmein etnge. zwängten Verteidiger losbrach. Wir folgen dem Laufe des Jsonzo, der Front, immer weiter nach Süden. Reste der Kavernen in den Felsen. Saum­pfade, Bahntracen, weite, weite Friedhöfe künden von jahrelangem Ringen um jeden Fußbreii Bodens, von den gewaltigen Schlägen der Oesterreicher unb Deutschen, bie hier mit furchtlosem Griffe burch Eisen unb Feuer hindurch den Gegner an die Kehle packten unb ihn in der größten Panik der Kriegs­geschichte in die Ebene hinunterwarfen.

Friedlich in Heller, heißer Sonne dehnt sich das 3sonzotal immer hingegebener dem Süden zu, durch das wir im Geiste immer noch die Schatten der Stoßtruppen, Geschütze, Mu­nitionskolonnen fluten sehen, als wir schon in einem Orte zwischen Karfreit und Tolmei beim Mittagessen am Tische eines deutschen Gast­wirtes sitzen. Auch er erzählt von der Zeit, die das WortCaporetto" jetzt noch zum Peir- schenschlag gemacht hat, von der gärenden, ver­bissenen Wut derHeutigen" gegen die Schlachtenverlierer von gestern, die hierSieger zu spielen sich getrauen. Verlassener noch als der Südtiroler ist hier der slawische Dauer, dem häufig der schirmende Schutz des gleich- nationalen Priesters fehlt. Die untere Bureau- kralle des Faszismus entspricht nicht gerade dem Bild, das man sich im Ausland häufig von demneuen 3talien macht. Aemterjäger, Po- litische und Ruhnießer ohne die fittlröen und geistigen Vorbedingungen machen sich, ihr Volk und das System bitter verhaßt. ,

Immer südlicheren Charakter gewinnt baS 3sonzotal. C anale ist äußerlich schon das Llr- bild einer italienischen Stadt, nur sauberer, ge­pflegter als die Ortschaften in den alten Landes- grenzen des neuen Rom. Der hochragende Monte Gabriele mit seinem neuerbauten Kloster in schwindelnder Höhe kündigt das hartumkämpfte G ö r z an, einst ein Trümmerhaufen, heute vöb- lig wieder aufgebaut. 3n den Straßen und Cafes hort man überwiegend italienische Laute. Die höheren Berge verschwinden in der östlichen Ferne. Die verkarstete Hochfläche von Doberdo, die mächtige Tanzfläche des rasenden Todes von Gradisca und Monfalcone, zeigt uns ihre Fried­höfe, mit ihrem von Gestrüpp dürftig über» wucherten Geröll, Kuppen und Halden selbst ein Bild erstorbenen Lebens. Wir denken auch des Dölkertodes. 3st doch das weite Karst- land mit den zerfallenen Burgen ein Friedho des einst so mächtigen, herrschenden deutschen Adels, der hier und im benachbarten Friaul um die Mitte des 13. 3ahrhunderts gänzlich an Entartung zugrunde ging. Wer weiß noch, daß Monfalcone Falkenburg, daß Dumo Tybein hieß, daß die Bürger von Cividale Sibidat vom Bischof die Erlaubnis erhielten.

Rur an einer Stelle in Europa stoßen die drei Grohrassen der Germanen, Slawen unb Romanen mit ihren geschlossenen Vollskörpern . aneinander und ineinander: im Küstenlande, Vas einst Oesterreich, heute Slawien und 3tahen gehört. 3n einer Landschaft, die wie eine he­roische Bergsymphonie des Völkerringens an­mutet. Die Schnellzüge von Villach nach Venedig unb Triest pflegen die Scharen des Reiseverkehrs meist schnell durch dieses Bergland hindurch- zutragen. Verhältnismäßig wenige steigen in , Tarvis oder Aßling aus. Doch auch der fluchtige Blick aus dem O-Zugfenster sieht schon dicht hinter der heutigen Kärntner Südgrenze mäch­tige, wild übergipfelte Felszacken, drohend Dufter über Wolkenfehen, in nacktem glastenden Mit- tagsweih des Felsgesteins oder in allen Röten des Abendglühens brennend.

Triglav, Manhart. Mittagskofel. Wischberg, Bramkofel. Diese Zacken. Wände und Zinnen beherrschen auf engem Raum ein Reich Der Völkerverschachtelung und Ineinandergrenzung zwischen Deutschen und Slawen, der scharfen Abgrenzung zwischen Deutschen und Walischen, ein Paßland zwischen Rord und Sud, dessen Besitz einen Teil der Kriegsbeute bildet. Slawen unb Deutsche, im Kanaltal, leben in diesen Bergen der italienischen Kriegsbeute, denn so will es wohl das geschändete Selbstbestim- mungsrecht der Rationen und der verbogene Sinn zahlloser unter Savoyens Fahnen ver­lorener Schlachten des großen Krieges.

Predilpaß und Feste Malborghet schlummern hinter den Bergen längs der Paßstraße -um Isonzo und Fellafluß den Vergessenheitsschlaf der Geschichte, heute noch unsichtbar überweht vom seidigen Rauschen der alten Fahnen, denen hier vor einem 3ahrhundert ein heute ver- sunkenes Heldentum Todeslorbeer gewann. Flitsch. Karfreit, Tolmein ahnen wir hart hinter jenen Zacken, brausende Orgeltöne letzten rausch- baften Sieges eines todwunden Reiches, von der Kampfkameradschaft des Druderheeres zu tragischer Großtat noch einmal emporgerissen.

Heroisches Land der Berge, wir müssen dich

flutet wird. Vielhat sich bei den Erwachsenen nicht geändert. Man muh ängstlich etwas mit den römischen Wölfen heulen, die als Beamte, Militärs, Kaufleute in Massen eingedrungen sind. Einiges menschliche Treibholz, wie es über­all vorkommt, ist natürlich auch schon ans Llfer getrieben. Die Kinder lernen kümmerlich die fremde Sprache und beherrschen weder die eine noch die andere richtig. Ein Kreuz sind die fremden Lehrer und Lehrerinnen. Sie wollen den Kindern mit Gewalt beibringen, daß die ruhmreichen Römerenkel den ganzen Krieg hindurch, wie überhaupt in der Geschichte, 1859. 1866 usw., sich andauernd mit Siegen und un­sterblichen Heldentaten beschäftigt haben, bis sie ' an der Piave saßen. Lind dabei weiß man

hier wo immer die 3talienheere Oesterreichs aufmarschiert sind und wo man von 1915 bis 1918 ununterbrochen die Kannonen donnern hörte, doch so einigermaßen Bescheid. Hilft nichts: Eja, eia, allala!

Ein Seitenfprung von einigen Stunden hin und zurück führte zum W e i ß e n f e l s e r s e e. Der TJan- hart wächst in durchklüsteter Erhabenheit, Schnee in den Flanken unb Rissen, über ber fptegelgrunen, durchsichtigen Fläche, unmittelbar hinter den hohen, schlanken Usertannen zu unwahrscheinlicher Hohe

Hörden und sonstigen Einrichtungen, mit denen er in Verbindung trat. 3n zahlreichen Ehrenstetten mürbe fein Eintreten, sein Wort hoch geschäht unb gab sein Rat in vielen Dingen den Ausschlag.

Richt nur das hessische, sondern das gesamte deutsche Handwerk verliert in dem Dahmgegange- nen einen bedeutenden Führer, ber stets mit schar­fem Blick, selbstlos unb zielbewuht sich für sei­nen großen Beruisstanb einfehte. __

Dor vier Wochen konnte bas hessische Handwerk seinem greisen Führer Glückwünsche zum 80. Ge­burtstage überbringen. Heute steht es trauernd an feiner Bahre. Die Samenkörner, die er nut- balf auszustreuen, die Taten, die er vollbracht werden weiterleben. Das hessische Handwerk wird feinem einstmaligen verdienstvollen Führer em dankbares Gedenken bewahren.

übernahm Geheimrat Fakk den Voi^rh imd lenkte die Geschicke der Kammer durch die friedens-, jähre, bie schwere Kriegs- unb Nachkriegszeit. bi3 iyn im Iahre 1924 zunehmendes Alter und bie Bedrängnisse ber Besetzung zwangen dieses Amt nieder-ulegen. Zum Ehrenvorsihenben der Kammer ernannt, hielt er weiterhin stets engsta Fühlung mit ber Kammer unb beteiligte sich auch bis in die letzten 3ahre hinein an den Dorstands- fitiungen. . .

Seine Arbeitskraft, feine zielsichere Klarheit, verbunden mit unbeugsamer Energie, gaben per Tätigkeit der Hessischen Handwerkskammer wah­rend feiner Amtsführung das Gepräge. Deine fluge vornehme Verhandlungsart erwarben ihm das Vertrauen seiner Berufskollegen und über Da« Handwerk hinaus aller Wirlschaftskreise. Be­

im 79. Lebensjahre.

Kreis Alsfeld.

Mücke, 3. 3an. 3n der letzten Rächt wurde in einem hiesigen Bauernhause einge- b r o ch e n. Der Täter nahm einen Llcbe^ieher und etwa 70 Mark Bargeld mit sich- Bisher ist von dem Einbrecher noch nichts bekannt, die Er- , mittlungen sind im Gange. .

ner. Grebenau. 29. Dez. Obstbauinspektor Enkler vom Landwirtschaftskammer-Ausschuh in Gießen sprach hier über Anbau und Pflege des Obstbaumes". Der Vortrag gab manche wertvolle Anregung und wurde von den Zuhörern aufmerksam verfolgt. Zur prak- tischen Llnterweisung beabsichtigt der Landwirt- 1 schastskanimer-Ausschuß einen dreitägigen Lehrgang, der im Ianuar ober Februar ftatt- finöen sott, durchzuführen. DieWe i h n achts- feier der Schule fand in ber Turnhalle statt. Die Kinder erfreuten die Zuschauer durch vier Wc ihn ach tsstückchen ernsten und heiteren Inhalts. Die Bescherung brachte den Kindern neben Pwtz- chen. Apfelsinen und Rüssen noch Püppchen. Bil­der- und Malbücher. Füllfederhalter und andere praktische Sachen. Ein gemeinsam gesungenes Lieb beschloß die Feier. t ,

mr. Grebenau, 2.3an. Linser Ort hat sehr unter den Sparmaßnahmen de rRe i ch s- bahn zu leiden. Zu dem Abbau des Bahnhofs und der Versetzung des gesamten Fahrpersonals kommt nun auch noch die A u f h e b u n g der Bahnmeisterei. Dadurch müssen wiederum einige Familie den Ort verlassen, zum Schaden unserer Geschäftswelt.

mr. Eulersdorf, 31. Dez. Der Altveteran von 1 1870/71, Heinrich Dipp el konnte seinen 87«

4 Bad-Rauhei m. 31. Dez. Heute fand zur Frage der örtlichen Preissenkung eine Aussprache zwischen den Verbrauchergruppen einerseits und Handel und Gewerbe anderseits statt. Von den Verbrauchergruppen waren ver­treten bet Allgemeine Deutsche Gewerkschasts- bunb, das Ortskartell des Deutschen Deamten- bunbes und der Gewerkschaftsring Deutscher Ar­beiter». Angestettten- und Beamtenverbände, von Handel unb Gewerbe der Einzelhandel, die Bäcker- unb bie Metzger-Innung unb der Milchhandel. Der Vorsitzende. Stadtratsmitglied P l a a g, brachte zum Ausdruck, daß die Käufer- fchaft den ehrlichen Willen habe, die örtliche Preissenkung in gerne infamer Be­ta tun g mit der Geschäftswelt in Ruhe und Frieden herbeizuführen.

- _ , damit ber von mancher Seite vorgeschlagene

lItaP dU vmua Weg der Selbsthilfe seitens ber Verbraucher

Bei Monfalcone ist die Adria mit rötlichen I ni(Zt beschritten zu werden braucht. In ruhiger.

Segeln auf flimmernder Perlmutterglatte an die Weise nahmen die Vertreter des Ein-

Straße getreten und begleitet uns, immer wie- [^anix[8 unö ^r Innungen sowie verschiedene der sichtbar werdend, von der Straßenhche von Verbrauchergruppen zu dem

Opcina zur blinkenden ^rteftmer Ducht, am fd)toicrigcn Problem Stellung. Wenn Handel Schloß OHunare des unglücklichen Maximilian Gewerbe auch keine bindenden Gtklärun-

vorbei, nach der großmächtigen Hafenstadt die unZ> Zusagen machen konnten, wurde ab:r

einst das Tor Deutschland-Oesterreichs zur Adria De r ei twilligkert zu weiteren

war. umdrängt von ganzen Hundelsflotlltten. I Verhandlungen zugegeben. ES wurde ane ' und nun, ohne $interlan& und Handelsweg ^ine Kommission aus Dertrstem ber versch.e- mürrisch vereinsamt dahlndammert. Eine Anek- Derbrauchergruppen gebildet. Der Ein.; 1-

bote zum Schluß, wie man sie uns berichtet, unb die Innungen erklärten sich ber-u.

Hafenarbeiter schimpfen laut auf den alten Franz alsbald mft dieser Verbraucherkommis- 3oses. Einer der zahlreichen Spitzel des Herr- .. . Einzelverhandlungen einzutreten,

schenden Systems freut sich der ungewohnten " Tone und fragt nach dem Grund des Zorns. KvelS VttolNgen.

Man antwortet ihm: dieser Mann, der Franz R i d d a, 29. Dez. Die Papierindustrie Iosef, hat uns dreimal täglich essen gelehrt, und unseres Tales hat die Wirtschaftskrise heute kriegen wirs nur noch zweimal täglich.' während des abgelaufenen 3ahres verhalt- Rachdenklich spülen wir unseren gebackenen Tin- nismähig gut überstanden. Beide Fa- tensisch und die Seekrebse mit dem schwarzroten I priken konnten mit voller Belegschaft arbeiten. Wein der slowenischen Llmgegend. dieser un- Währeiid die eine ununterbrochen innerhalb des zufriedenen Italienstadt herunter. Soll das Los gastzen Zeitraumes in Tag- unb Nachtschichten bes ausgestorbenen nahen Aquileja auch Triers peschäfllgt war, brauchte die andere nur kurze Schicksal werden? Zeit, in der neue Maschinenteile einmontiert

------ I wurden, auszusehen. Die genannte Industrie be- schäfllgt gegen 300 Arbeiter und Arbeiterinnen.

r~ | Die Himmelsbachsche Holzindustrie

arbeitete bis zum Rovember voll. 3n letzter Zeit wurden Entlassungen vorgenommen, tne etwa 20 Prozent betragen. Wan hofft, daß mit dem neuen Iahre, wo sich immer eine ^Belebung auf dem Holzmarkte bemerkbar macht, die Ent-