nr. 282 Erstes Blatt
181. Jahrgang
Mittwoch, 2. Dezember 1951
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Giehen.
Wird die Abrüstungskonferenz . stattsindeÄ?
Die deutsche Regierung gegen eine Verschiebung.
Berlin, l.Dez. (SH.) Sowohl aus Frankreich gls auch autz *@nglant) kommen immer wieder Pressestimiz^tzn, die von einer Verschiebung der Abrüstungskonferenz auf Ende Oll 03" wissen wollen. An zuständiger deutscher 'Äelle wird hierzu erklärt, daß i r • gende ^ne Anregung in dieser Hinsicht i n Derlen nicht eingegangen sei. Im übrigen halte die Reichsregierung nach wie vor an dem ursprünglich festgesetzten Termin (2. Februar 1932) fest. 3n den meisten Ländern seien die Vorbereitungen für diese Konferenz bereits soweit gediehen, das; eine Verschiebung undenkbar sei. Der Einwand, das; in diese Zeit auch die Tributkonferenz falle, ist nach deutscher Auffassung unerheblich. Zeitlich würde sich die Tribut- mit der Abrüstungskonferenz im übrigen nur unwesentlich überschneiden. 3m übrigen sei die Bedeutung der Abrüstungs- fonf''ren5 fo groß, daß man sich keineswegs an techni che Schw erigkeiten stoßen dürfe.
Der Trocadero-Skandal eine schlechte Prognose.
Berlin, 2. Dez. (Sil.) Unter der Ueber- schrist „Ruhig Blut, — Aach dem Kongreß für Abrüstung in Paris" veröffentlicht der Reichstagsabgeordnete 3 o o s in der „Germania" einen längeren Artikel, der sich mit den Vorgängen um T r o c a d e r o befaßt. Er erklärt darin u. a., das französische Organisationskomitee scheine sich mehr oder weniger an Linkskreise gehalten zu haben. Schon dieser Aegiefehler habe dem Gelingen des Kongresses Abbruch getan und als eine psychologische Belastung gewirkt. Frankreich, das offizielle, aber auch die französische öffentliche Meinung, seien noch durch einen breiten Graben von der 3dee der allgemeinen Abrüstung entfernt. Dieser Zwiespalt in der Behandlung und in der Methode sei nicht zu tragen. Wenn schon Sicherheit, dann für alle in gleicher Weise. Die kommende Abrüstungskonferenz falle psychologisch in eine schwierige Zeitlage. Die Geister seien hüben und drüben zu aufgeregt. Die Wirtschaftskrise verwirre zu viele. Um so schwerer werde es sein, die deutsche, man könne auch sagen, die These der Völker der Welt mit der französischen in Einklang zu bringen.
Die westbeulscheMrtsOasl gegen jede wettere Steuererhöhungen.
Düsseldorf, l.Dez. (EAB.) Die neuen Steuerpläne der Reichsregierung haben der westdeutschen Wirtschaft zu einer Mitteilung an den Reichskanzler Veranlassung gegeben, der wir folgendes entnehmen:
Die Organisationen Der westdeutschen Wirtschaft weisen mit Entschiedenheit jede Absicht zurück, die aus der Einschrumpfung der Wirtschaft sich zwangsläufig ergebende Verringerung des Steueraufkommens durch Steuererhöhungen auszugleichen. Wie jeder Kaufmann, muß auch die öffentliche Wirtschaft darauf bedacht fein, ihre Ausgaben der Veringerung der Einnahmen durch entsprechende Einsparungen anzupassen. Steuererhöhungen gleich welcher Art sind für die überlastete Wirtschaft nicht mehr-tragbar. Gegen jegliche Heraufsetzung der Umsatzsteuer spricht außerdem noch die Tatsache, daß dadurch die von der Reichsregierung angestrebte Senkung des Preisniveaus in höchstem Maße gefährdet wird. Der finanzielle Vorteil, der sich ans einer Aufhebung des Zwischenhandelsprivilegs ergeben kann, wird weitaus überwogen durch den Aachteil, der sich aus einer solchen Maßnahme für den schwer um : leine Existenz ringenden Groß- und Einzelhandel ergeben muß. Verlangt werden muh jedoch die Einführung einer Einfuhr- ausgleichs-Umsatz st euer, etwa nach französischem Vorbild, unter Schonung des deutschen Einfuhrhandels. Weiterhin wird einmütig ab» gelehnt die beabsichtigte Aeuregelung der K a p i t a l e r t r a g s st e u e r, die die dringend t notwendige Kapitalbildung unmöglich machen muß, und die wie es unglaublicherweise beab- lichtigt fein soll, nicht auf die Einkommensteuer abgerechnet werden kann.
Gegen Erhöhung der Umsatzsteuer.
Berlin, l.Dez. (TH.) Das Reichskartell des r selbständigen Mittelstandes hat in einer Eingabe • an den Reichskanzler und den Reichsfinanzmini- fter die Reichsregierung beschworen, die Er-> " Höhung der Umsatzsteuer abzulehnen. Es müsse, * so heißt es in der Eingabe, der Regierung be- ! könnt fein, daß schon jetzt zur Erfüllung khr untragbaren Steuerlasten d i e letzten Betriebsmittel zur Befriedigung des Steuerfiskus verwandt ioü.den. um einer Verschleuderung der Habe durch Zwangsmaßnahmen auszuweichen. Die Hmsatz- ftcuer fei in der letzten Hand nicht abwälzbar und müsse auch bei Verl u st g e s ch ä f - ten gezahlt werden. Die meisten heute getätigten Geschäfte seien, wie die zunehmende Zahl der Konkrzrse beweise, Verlustgeschäfte, so daß also schon jetzt die Umsatzsteuer zum größten
Oer französisch-britische Meinungsaustausch.
Roch große Differenzen in der Reparaüons- und Gchuldenfrage. — England warnt vor dem Gedanken an Sanktionen.
Paris l.Dez. (SH.) Die Pariser Morgenblätter widmen der Londoner Reise des Finanzministers F l a n d i n breitesten Raum. Das bisherige Schweigen ist durch die Erklärungen gebrochen worden, dje Flandin nach seiner Rückkehr der Presse abgegeben hat und aus denen deutlich hervorgeht, daß in den verschiedenen, im Vordergrund des 3nteresses stehenden Fragen zwischen Frankreich und England sehr ernste Mei - nungsverfchiedenheiten begehen. *5 anbin selbst gab zu, mit Außenminister üimon und Schahkanzler Chamberlain sowohl über Reparationen, wie auch über interalliierte Schulden und kurzfristige Kredite gesprochen zu haben. Wenn auch diese Besprechungen rein privaten Charakter getragen hätten, so habe er bei dieser Gelegenheit doch den Eindruck gewonnen, als ob derStan 0 - punkt der englischen Regierung wesentlich von d e m j e n i g e n F r a n k r e i ch s a b w e i ch e und die kommende Regierungskonferenz noch manche harte Ruß zu knacken habe. Heber die englische Einstellung zu den verschiedenen Fragen berichtet der Londoner Sonderberichterstatter des „3ournal“, sowie der außenpolitische Berichterstatter des „Excelsior" übereinstimmend, daß die englische Regierung auf der kommenden Konferenz die völlige Streichung der Reparationen und der interalliiert ten Schulden verlangen werde. Man stehe englischerfei ts auf dem Standpunkt, daß nur eine derartige Maßnahme geeignet fei, die Wiederbelebung des internationalen Marktes zu garantieren. Allerdings, so fügt der Sonderberichterstatter des „3ournal“ hinzu — und er scheint sich hierbei aus vertrauliche Mitteilungen F andins zu stützen — sei dieHaltung Chamberlains selbst weniger unnachgiebig, als diejenige seiner Ministerkollegen. Der „Excelsior" glaubt daß die englische Regierung absichtlich einen sehr weiten Rahmen gezogen habe, um in den kommenden Beratungen größere Handlungsfreiheit zu haben.
Hauptpunkt der Besprechungen war die Erörterung der europäischen Lage vom finanziellen und Dom politischen Standpunkt aus. Flandin hat besonderes Interesse für die Stabilisierung des englischen Pfundes gezeigt und hierbei auf die Gefahren einer Inflation hinge- wiesen. Er soll auch die Bereitwilligkeit Frankreichs angedeutet Haden England mit einer 2ln = leihe unter d i e Arme zu greifen. Die Annahme eines solchen Strebits würde aber die gleichzeitige Annahme des französischen Standpunktes in der Tribut- und Kriegsschulbenfrage in sich geschlossen haben. Ein solches Abkominen habe nach einer Meldung der „Financial News" auf englischer Seite keine Gegenliebe gefunden. Die englischen Minister haben ferner zu verstehen gegeben, daß sie keineswegs die Stabilisierung des Pfundes übereilen wollen.
Wie „Daily Telegraph" meldet, hat Flandin darauf hingewiesen, daß es für Frankreich schwierig wäre, Deutschland finanzielle Unterstützung zu gewähren, ohne po 1 i t i s ch e Garantien zu erhalten. In der Frage des Borrechtes der Tribute vor den Privatschulden ist von englischer Seite auf die Gefahren aufmerksam gemacht worden, die hierdurch für die Allgemeinheit entstehen könnten, namentlich auch, soweit das englische Pfund in Frage kommt. Flandin habe erklärt, daß ein Vorrecht der Tribute nicht gleichbedeutend mit einer Ungültigkeitserklärung der Prioatschulden sei. Er habe dabei an der Ansicht festgehalten, daß die Banken, die Deutschland Geld geliehen haben, den P o u n g p l a n kannten. Es fei daher rechtlich nicht zulässig, daß diese Schulden eher zurückgezahlt würden. In der Frage der ungeschützten Zahlungen aus dem Poungplan an Frankreich hat Flandin zu verstehen gegeben, daß i m französischen Haushalt diese Summe fehle, und daß Frankreichs Recht darauf erhalten bleiben'müsse.
Seil eine s übst anzver mindern de bzw. aus den Mitteln der Gläubiger entrichtete Steuer sei.
Der naiionalfozialistische Kurs in Braunschweig.
Braunschweig, 33. Aov. (TH.) 3n Vechelde hielt Minister K l a g g e s eine Rede über die politische Lage. Der Minister erklärte, wir könnten die uns niederdrückenden Tributlasten längst los fein, wenn unsere Staatsmänner über den Hooverplan mit keinem, auch mit Frankreich nicht verhandelt hätten, wie es Hoover ausdrücklich gefordert habe. Aber auch der ungeheure Zinswucher, der mit dem 3 ah re 1918 einfetzte, habe mit zu der heutigen 01 ot beigetragen. Reben diesem Zinswucher stände auch noch die ungeheure Verschwendungssucht, die Aufblähung des Verwaltungsapparates in Reich, Ländern und Gemeinden. Wenn heute das Land Braunschweig vierteljährlich rund eine Million Zinsen für feine Staatsschulden bezahlen müsse, so sei wohl zu verstehen, daß ein Land wie Braunschweig auf die Dauer zugrunde gehen müsse. 50 bis 100 3ahre würden vergehen, bis alle diese Lasten be»
Aeußerungen Sir 3ohn Simons im Unter» Haus, wonach die englische Regierung nicht nur im mandschurischen Streitfall, sondern auch bei künftigen Gelegenheiten alles tun werde, um Sanktionen z u vermeiden, wird in politischen Kreisen im Hinblick auf die Gerüchte, daß Frankreich bei Richtbezahlung der deutschen Verpflichtungen auf Grund des OJoung» planes in Deutschland einmarschieren werde, ganz erhebliche Bedeutung beigemessen. Sie werden dahin aufgefaßt, daß England die Frage der Reparationszahlungen unter keinen Um- ständen für einen geeigneten Vor
wand zur Ergreifung von Sanktionen betrachte und daß der englische Außen- minister mit seinen Aeußerungen einen deutlichen Wink an Frankreich geben wollte. Es wird vermutet, daß entweder während des Aufenthaltes Sir 3ohn Simons in Paris oder während der Londoner Besprechungen Flandins die Aufmerksamkeit der englischen Minister a u f öic Klauseln des Voungplanes gelenkt wurde, die Sanktionen durch die Signatarmächte unabhängig voneinander möglich macht.
AujlösmsdkSMMmmslülAkbeilmdKittschasl
Minister Korell aus dem hessischen Kabinett ausgeschieden.
Darmstadt. l.Dez. (WSR.) 3n der letzten hessischen Rolverordnung, die einige Wochen vor den Wahlen erschien, war bereits angedeutet worden, daß auch eine Ilmorganisation innerhalb der hessischen Ministerien in Aussicht genommen sei. Mit Wirkung vom heutigen Tage wird nunmehr das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft aufgelöst. Die Abteilung für handel, Gewerbe und Sozialfürsorge wird dem Ministerium des Innern, die Abteilung für La n d w i r t s ch a f l dem Finanzministerium zugeteilt.
In der Kabinettsitzung am Montag verabschiedete sich Minister K o r e l l, der seitherige Minister sür Arbeit und Wirtschaft, von seinen Ministerkollegen. Staatspräsident Dr. Adelung wies darauf hin, daß die vier Jahre der Zusammenarbeit des hessischen Kabinetts in die vielleicht größte Rotzcit unseres Landes gefallen feien, in der gerade das Wlrtfchafts- und Sozialministerium vor allerschwerste Aufgaben gestellt wurde. Minister Karell habe sich dieser Aufgabe mit großer Sachkunde und warmem Herzen angenommen. In kollegialer Zusammenarbeit des Kabinetts habe er sich stets als treuer hilfsbereiter Mitarbeiter bewährt, der in feinfühliger Einfügung Gegensätze zu überwinden bestrebt mar. Minister Karell gab
in wärmsten Warten seinem Danke Ausdruck und verabschiedete sich dann auch van den Beamten seines Ministeriums, das var saft genau zehn Jahren, am 27. Dezember 1921, aus der Zusammenfassung des Landesarbeits- und Wirtschaftsamtes und des Landesernährungsamtes gebildet warben war. Der Minister hab dabei Hervar, daß er schon seit mehr als Jahresfrist die Auflösung des Ministeriums für möglich und unter dem Druck der Slaatsvereiu- fachung und Sparsamkeit für nötig erkannt habe. Rur die wirtschaftliche und politische Lage habe die Durchführung bis jetzt verzögert. — Ra- mens der Beamten sprach Ministerialdirektor Prof. Rößler, der in Zukunft die Abteilung für Landwirtschaft beim Finanzministerium leitet, und Staatsrat Karcher, der die Abteilung für handel, Gewerbe und Sozialfürsorge beim Ministerium des Innern leiten wird, dem Minister Warte des Dankes und der Verehrung aus. Der Minister richtete außerdem Warte des Abschiedes und des Dankes an Ministerialrat Pennrich, der am 1. Dezember sein Amt als Präsident des Oberoersicherungsamtes antritt, und an den Sekretär Regierungsrat Kuhlmann, der gleichfalls aus dem Amte scheidet.
Sie Eozial-emokralie und das fiabineOrüning.
Oie Stellung zur neuen Notverordnung. - Vorläufig kein Kurswechsel wahrscheinlich.
D e r l i n, 2. Dez. <VdZ.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hielt am Dienstag eine gemeinsame Sitzung mit dem P a r t e i a u s s ch u ß ab. Der Vorsitzende der Fraktion Dr. Breit- scheid sprach über die politische Gesamtlage. Die mehrstündige Aussprache ergab, wie in einer parteiamtlichen Erklärung festgestellt wird, völlige Einmütigkeit in der Beurteilung der überaus ernsten Lage und in der Entschlossenheit der Sozial- demokraüe, den Kampf gegen Faschismus und soziale Reaktion mit dem Ein ah aller politischen und organ satorischen Kräfte zu führen. Das energische Vorgehen der preußischen und hessischen Regierung wird von der Fraktion anerkannt. Gleichzeitig wird aber von derReichs- regierung geforöert, daß auch sie endlich mit Klarheit und zielbewußt den Kampf zum Schutze der Verfassung aufnchme. Die Politik der Fraktion diene der Ausrechterhaltung der Demokratie und der sozialen Errungenschaften der Arbeiterschaft. Der Erfolg dieser Politik tcü de in Frage ge"teilt, wenn eine unentsch ebene Haltung der Reichsregierung d.e Ge ahren für die
Aufrechterhaltung der Verfassung vergrößere und ihre Bekämpfung erschwere.
Es wird dann die Rotwendigkeit betont, alle Kräfte zur Heberwindung der Wirtschaftskrise einzusehen. Der internationale Charakter der Krise mache Maßnahmen internationaler Verständigung und Zusammenarbeit unerläßlich. Dauernde Erleichterung der ausländischen Zahlungen, völlige Entlastung der deutschen Wirtschaft, Wiederherstellung der deutschen Kreditfähigkeit durch ein angemessenes Hebereinkommen mit den privaten Gläubigern, Verständigung über die hemmungslose Hochschutzzollpo itik usw. seien die Voraussetzungen jeder Krisenbekämpfung.
Für die innere Wirtschaft wird die Durchführung des Vorgehens gegen öic überhöhten monopolistischen Preise verlangt. 3m engsten Einvernehmen mit den Gewerkschaften lehne aber die sozialdemokratische Fraktion neue Lohn- und Gehaltssenkungen ab. 3ede Verminderung des Reallohnes bedeute eine neue Verschärfung der Krise. Den Wirkungen der Währungswirren und der
zahlt sein würden. Wenn auch die Lebenshaltung des deutschen Volkes gesunken fei, hätten trotzdem keine Schulden gemacht werden dürfen. Die braunschweigische Regierung arbeite eifrig daran, die gewaltige Verschwendung in der öffentlichen Verwaltung wieder einzudämmen, die Haushalte des Staates, der Kreisverbände und der Gemeinden abzustrei- ch e n , wo es nur möglich sei.
Best und Genoffenjede Partei- amtliche Tätigkeit untersagt.
München, l.Dez. (TU.) Die Pressestelle der Reichsleilung der RSDAP. leill mit: Der Untersuchungsausschuß und Schlichtungsausschuß der Reichsleitung der RSDAp. hat angeordnet, daß die Parteigenossen Dr. Best, v. David- sohn, Stavinoga und wassung bis zum Abschluß der Untersuchung durch den Oberreichsanwalt von jeder parteiamtlichen Tätigkeit zu entbinden sind. Seine weitere Stellungnahme in dieser Angelegenheit behält sich der Untersuchungs- und Schlichtungsausschuß der Reichsleitung bis nach der Entscheidung des Oberreichsanwaltv vor.
Um die Hechtsgültigkeit des Uniformverbots in Preußen.
Berlin, l.Dez. (TH.) Ein Urteil des Reichsgerichts erklärt die Verordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz über das Hniformverbot gegen d i e Olatio- nalsozialisten für rechtsungültig. 3m preußischen 3nnenminifterium erklärt man, daß man aus den Presseveröffentlichungen allein noch nicht entnehmen könne, welche Beanstandungen das Reichsgericht gemacht habe. Voraussichtlich werde es möglich sein, durch eine Reufassung der Ausführungsbestimmungen zur Reichsnotverordnung oder durch einen Zusatz das Hniformverbot in Preußen aufrecht z u erhalten. Die bestehenden Hniformverbote in sämtlichen übrigen preußischen Provinzen blieben unangetastet, da das Urteil lediglich die Verfügung Des Oberpräsidenten der Rheinprovinz betreffe. 3m übrigen gibt man seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß das Reichsgericht eine Verordnung der hessischen Regierung ganz ähnlicher Art, die das Verbot der Uniformen der Rationalsozialisten und SA.»Leute betraf, bestätigt habe, indem es gine Deschtoerde dagegen abgewiesen habe.


