Ausgabe 
2.5.1931
 
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Oer Gommerlustverkehr 1931.

Am 1. Mai ist für sämtliche europäischen Luft­verkehrsgesellschaften der Sommerflugplan in Kraft getreten. Die Deutsche Luft-Hansa wird ihren Sommerdienst annähernd im gleichen Um­fange aufnehmen, wie im Vorjahre. Sie betreibt 23 internationale Strecken mit Passagierbeförderung und 5 Linien im Spezial-Post- und Frachtdienst upd vermittelt den Verkehr nach 28 ausländischen Groß­städten. 52 deutsche Städte erhalten Anschluß an das internationale europäische Luftverkehrsnetz. Während der sommerlichen Hauptverkehrsperiode beträgt die

tägliche Jlugleiftung rund 50 000 Kilometer.

Für den internationalen Verkehr bringt der Sommerluftoerkehr einige bepchtliche Ver­besserungen: Am 1. Mai erfolgte die Inbetrieb­nahme der Linie München Venedig, die bei einer Flugdauer von nur 2} Stunden für den Reiseverkehr DeutschlandItalien, nicht zuletzt auch dank der durch die erschlossenen Schönheiten des Alpenfluges, große Bedeutung erlangen dürfte. Da diese Strecke in Venedig Anschluß bis Brindisi erhält, wird sie auch für den Postverkehr von Deutschland nach Süditalien und dem nahen Orient bedeutungsvoll werden. In den deutsch-schweizeri­schen Flugdienst wird vom Sommer ab auch Bern einbezogen, so daß nunmehr alle wichtigen Derkehrs- zentren der Schweiz: Basel, Bern, Genf und Zürich mit deutschen Flugzeugen erreichbar sind. Zwischen Berlin und London wird das größte deutsche Landflugzeug Junkers G38D2000" von der Luft-Hansa im gemischten Passaaier-, Post, und Frachtdienst eingesetzt werden. 2iuf den Strecken BerlinWienBudapest und BerlinLondon ver­kehren Flugzeuge mit Speisewagen- betrieb.

Die im Zeichen des Preisabbaues stehende T a - r i s p o l i t i k der Deutschen Luft-Hansa wird auch im Sommerlustverkehr 1931 fortgesetzt, und zwar ebenso auf den internationalen, wie auf den inner­deutschen Linien. Hierfür einige Beispiele: Es kosten die Flüge von Gießen nach Baden-Baden 28 RM. (früher 31 RM ), Basel 44 RM. (früher 53 RM.), Darmstadt 11 RM. (20 RM.), Essen 37 RM. (44 RM.), Frankfurt 7 RM. (15 RM.), Frei­burg 36 RM. (50 RM), Karlsruhe 23 RM. (31 RM.), Mannheim 16 RM. (22 RM.), München 53 RM. (61 RM.), Zürich 55 RM. (68 RM.).

Der Flughafen Gießen ist in diesem Jahre an die Strecke 49 der Deutschen Lufthansa angefchlossen.

Sie führt über Frankfurt a. M.DarmstadtMann­heim Karlsruhe Baden-Baden Freiburg nach Konstanz. Die Flugzeuge landen in Gie­ßen täglich, außer Sonntags, um 13.15 Uhr und starten um 14.45 Uhr. Von Gießen aus sind in einem Tage zu erreichen: Baden-Baden in 2% Stunden, Basel in 2% Bern in 4%, Darmstadt in %, Essen-Mülheim in 3%, Frankfurt a. M. in XA, Freiburg in 3% Friedrichshafen in 3XA, Genf in 4%, Karlsruhe in 2, Köln in 3, Konstanz in 4, Mannheim in VA, München in 3, Paris in 4%, Saarbrücken in IX, Stuttgart in 2 und Zürich in 3Va Stunden.

Alle übrigen Flughäfen des In- und Auslandes können durch gute Luftoerkehrsverbindungen von Frankfurt a. M. aus, gegebenenfalls durch eine Be­darfsflugverbindung von Gießen nach Frankfurt am Main erreicht werden.

Im vergangenen Jahre hat der P o ft - und Frachtverkehr bei der Deutschen Lust-Hansa wiederum eine beträchtliche Steigerung erfahren. Bei den schnellen Luftoerkehrsverbindungen von

Gießen, insbesondere nach dem Süden und Westen, darf mit einem

verstärkten Post- und Frachloerkehr von dem Flughafen Gießen aus für die­ses Jahr gerechnet werden. Die beim Postamt 2 in der Schulstraße bis 12 ilfjr, bei dem Postamt 1. Bahnhofstraße, bis 13.45 ilhr und bei der Post- hilssstelle Flughascn bis 14.35 Uhr aufgelieferten Luftpostsendungen erreichen: Baden-Ba­den um 17.10, Basel um 17.35, Bern um 19.15, Darmstadt um 15.35, Essen um 18.20, Frankfurt um 15.10, Freiburg um 18.00, Friedrichshafen um 18.10, Genf um 19.20, Karlsruhe um 16.45, Kon­stanz um 18.55, Mannheim um 16.05, München um 17.45, Paris um 19.35, Saarbrücken um 16.35, Stuttgart um 16.40 und Zürich üm 18.15 Uhr. Bei besonders eiligen Sendungen empfiehlt es sich, die Postsachen durch Eilboten bestellen zu lassen. Die gleichen Laufzeiten gelten auch für die Frachtsendungen, die spätestens um 14.30 auf dem Flughafen aufgeliefert sein müssen. Frachtsendungen nach dem Borden und Osten wer­den am zweckmäßigsten auf dem Wege des Flug­eisenbahnverkehrs (Fleiverkehr) versandt.

Beben der Beförderung von Passagieren ist in der Handelsluftfahrt der Frachtverkehr in den letzten Jahren immer mehr in den Vorder­grund getreten. Aber immer noch kennen zu we­nige Kaufleute die Möglichkeiten, die ihnen die­ser neue Schnellsrachtversand bietet. Ist doch durch das Zusammenarbeiten von Eisenbahn und Flugzeug heute jeder noch so entlegene Ort an die zeitsparenden Fluglinien angeschlossen, und sind doch die Kosten für den Lufttransport, der be­sonders bei größeren Entfernungen die Versand­dauer erheblich reduziert, weit geringer, als man in Anbetracht der großen Vorteile vermutet.

Luflfrachtverkehr ist in erster Linie Schnellverkehr,

denn das Flugzeug legt in der Stunde durchschnitt­lich 150 Kilometer zurück. Er ist, wie der Ex­preßverkehr der Eisenbahn, ein K l e i n g u t - verkehr. Eine weitere Zeitersparnis wird auch noch durch die beschleunigte Zollabfertigung im Luftverkehr erreicht.

Im Luftfrachtverkehr der Deutschen Luft-Hansa können von jedem Ort des In- und Auslandes Güter in beiden Richtungen befördert werden. Die Annahme und Ausgabe von Luftgütern erfolgt durch die Luftgüterabfertigung bei den Flug- leitungen. Hm auch die Plätze, die keinen Flug­hafen besitzen, an das Lustverkehrsneh anzu- schließen, wurde mit der Deutschen Reichsbahn ein Abkommen über die Beförderung von Gütern auf dem Luft- und Schienen­wege getroffen. In den deutschen

Flugeisenbahnverkehr (Fleiverkehr)

sind das gesamte Betz der Deutschen Reichsbahn und sämtliche von der Deutschen Luft-Hansa tm regelmäßigen Verkehr beflogenen Linien des Sn- uni) Auslandes einbezogen. Durch diesen Ver­trag ist die Möglichkeit gegeben, Frachtsendungen von einem nicht an das Streckennetz der ßuft- Hansa angeschlossenen Llrsprungsort zum Ver­sands lug Hafen, bzw. von einem Flughafen zu dem nicht in das Flugnetz einbezogenen Bestimmungs­ort zu befördern. Ebensogut ist es möglich, die Güter auf einer Strecke, die nicht im Bachtluft- verkehr betrieben wird, in den Bachtstunden durch die Eisenbahn zu befördern und am nächsten Mor­gen den Weitertransport durch das Flugzeug er­folgen zu lassen.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 2. Mai 1931.

Gerüchte.

'Es gibt ein stolzes Wort des Dichters Gott­fried August Bürger:

Wenn dich die Lästerzunge sticht, so laß dir dies zum Tröste sagen: Die schlechtsten Fruchte sind es nicht, woran die Wespen nagen."

Manchem hat es in schlimmen Tagen etwas Trost gebracht. Aber immer hilft es auch nicht. Es gibt nichts Schlimmeres als unkontrollier­bare Gerüchte. Sie haben schon mehr Leid und Unglück in die Welt gebracht, als alle Diebe und Räuber; denn sie rauben den Betroffenen mei­stens Ehre und Ansehen. Stellt sich schließlich die Unwahrheit eines Gerüchtes heraus, so ist noch lange nicht wie viele glauben alles in Ordnung.Etwas muh doch dran gewesen fein! sagen die einen, und die andern:So ganz einfach wird's Wohl nicht gewesen sein!" Cs dauert oft Iahre, bis solche Gerüchte voll­ständig erstorben sind. Aber der Schaden, der angerichtet wurde, ist nicht wieder gut zu machen.

Kinder tragen viel aus dem Haus, aber man weih ihre Auskünfte einzuschätzen. Ganz anders bei Erwachsenen. Es ist merkwürdig, wieviele Menschen daran Freude haben, etwas Böses von den andern zu sagen. Das Schlimme dabei ist, daß sie nur halbe Wahrheiten verbreiten. Sie selber fühlen das wohl selbst: denn in den meisten Fällen enden diese Berichte mit dem Sah: Ich will nichts gesagt haben!" Sie haben etwas läuten hören, wissen aber nicht, wo die Glocken hängen.Habt ihr schon gehört?", so fangen sie an, und dann folgt, wenn wir nicht abwinken, das bekannte Geflüster.

Eigentlich gibt es gegen diese hämischen Bach­reden nur e i n Gegenmittel, das ist unbe­dingte Offenheit dem Erzähler gegenüber. Man soll sich niemals scheuen, ganz klar und deutlich zu fragen:Haben Sie das gesehen oder selber gehört?" Dann wird man in den meisten Fällen hören:Der oder die haben es mir im Vertrauen gesagt. Um Gottes Willen, sagen Sie nichts weiter!"

Es ist ja wohl ein Fluch, der auf so vielen Menschen wir find allzumal Sünder liegt, dah sie gern geneigt sind, von andern etwas Dv-' ses zu hören. Lieber Freund, prüfe alles genau, ehe du dich unterstehst, etwas über andere aus­zusagen. Wie leicht unterläuft dir ein Irrtum, den du bitter bühen muht. Wie oft kommt es vor, dah du reuevoll sagen muht:Hätte ich doch ge­schwiegen!"

Don denen, die aus reinster Schadenfreude oder aus Mißgunst und Beid wissentlich falsche Bach­reden verbreiten, soll hier gar nicht gesprochen werden. Solchen Menschen muh man die Zähne zeigen, und man darf auch nicht davor zurück­schrecken, sie dem Richter zu übergeben, selbst wenn sie winseln und betteln, es wäre doch gar nicht so gemeint gewesen. Güte wäre hier vollständig unangebracht.

Streichen wir aber zunächst auch einmal aus unferm Wortschatz die L;ätje:Ich will nichts gesagt habenI" undSagen Sie, es ja nicht toei- ter!"#2)ann wird noch manches besser werden. P.

Das Disziplinarverfahren gegen Stadtbaumeister Scherrer-Butzbach.

Unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor G r a e f wurde in der heutigen Provinzial- ausschuh-Sitzung gegen den Stadtbaumei­ster Alois Scherrer von Butzbach verhandelt. Stadtbaumeister Scherrer wurde wegen Urkunden­fälschung zu fünf Monaten Gefängnis rechts­kräftig verurteilt. Auf Grund dieser Verurtei­lung hatte die Stadtverwaltung Butzbach im Disziplinar-Derfahren Antrag auf Dienstentlas­sung gestellt. In der heutigen Verhandlung wurde dem Stadtbaumeister der Vorschlag des Butz­bacher Stadtrats unterbreitet, sofort aus dem Amte auszuscheiden. Die Stadt Butzbach werde ihm in diesem Falle das Gehalt für zwei Monate bezahlen. Der Stadtbaumeister konnte sich zu einem freiwilligen Verzicht auf sein Amt nicht entschliehen. Der Provinzialausschuh empfahl der Stadtverwaltung Butzbach eine nochmalige Er­örterung der Angelegenheit, da Bürgermeister Dr. I a n s e n sich bereit erklärte, die Sache im Stadtrat erneut zur Sprache zu bringen.

Seefisch-Werbeabend im (Laf6 Leib.

Der im Rahmen der Reichs-Seefisch-Werbewoche veranstaltete Seefisch-Werbeabend, der am Donnerstagabend im Caf6 Leib ftattfanb, gestaltete sich zu einem großen Erfolg für die Veranstalter. Bereits um 20 Uhr war der Saal bis auf den letz- ten Platz besetzt. Der Verein Hausfrauen- beratuna, die hiesige Gasvereinigung und die Gießener Fischhändler hatten die Veranstal­tung sorgfältig vorbereitet.

Frau Dr. Koeppe, die rührige Vorsitzende des Vereins Hausfrauenberatung, begrüßte die Besuche­rinnen, dankte der Gasvereinigung für die bereit­willige Unterstützung mit Gaskochherden, dankte auch der Fischhändlerschaft, die sich in den Dienst der Sache gestellt hatte und den Abend mit einer kleinen Ausstellung bereicherte. Im Anschluß daran begrüßte Dr. Go eres als Vorsitzender der Gas- vereiniaung die Gäste, wünschte der Veranstaltung den besten Verlauf und wies kurz auf die Bedeu­tung des Gases als Heizstoff hin.

Sodann hielt Dr. R o ß k o p f vorn Tierärztlichen Untersuchungsamt einen Vortrag über d i e Be­deutung des Seefisches für unsere Dolksernährung. Er führte u. o. aus, daß die Grundlage der sittlichen Kräfte eines Volkes und die Bedeutung eines Staates nicht zuletzt abhängig seien von dem Gesundheitszustand der Bevölkerung. Die Notzeit, die heute die Bevölkerung zu großer Sparsamkeit auch in der Ernährung zwinge, habe es mit sich gebracht, daß der Rus nach einem wert­vollen und zugleich billigem Nahrungsmittel immer lauter werde. Dieses Mittel sei im Seefisch gegeben, der alle jene Bestandteile enthalte, die jede der sog. Mangelkrankheiten vorzubeugen geeignet seien. Er betonte u. a. weiter, daß z. B. eine Krankenernäh­rung ohne Seefisch nicht zu denken fei, und wies u. a. auf die hohen Werte des Lebertrans hin, der die Vitamine in aktivster Form enthalte. Der Red­ner berührte darüber hinaus noch die volkwirt- sckaftliche Bedeutung des Seefischkonsums und hob hervor, daß die deutsche Seefischerei ohne viele Mühe imstande sei, den gesamten deutschen Fisch­bedarf zu decken. Eine Erhöhung des Eeefischkon- sums, sei es auch nur um ein geringes, bedeute für unsere Volkswirtschaft einen großen Vorteil, denn viele Millionen Mark, die sonst für ausländische Lebensrnittel ausqegcben werden, blieben dadurch im Lande. Der Redner forderte zum Schluß auf,

die Konsequenzen aus den wissenschaftlichen und volkswirtschaftlichen Erkenntnissen zu ziehen. An Hand einer Reihe von Lichtbildern schilderte Dr. Roßkopf noch den Fischfang, den Versand der Seefische, und machte schließlich auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Fischsorten aufmerksam. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Herr Trendel- m a n n vom Fisch-SpezialhausCuxhaven" sprach in kurzen Ausführungen gegen das ungerechtfertigte Vorurteil, das gegen den Fischgenuß im Sommer leider noch bestehe. Die Versandeinrichtungen seien heute von einer Vollkommenheit, die jedes Verder­ben der Fische ausschließe.

Im weiteren Verlause des Abends erfreute Herr Kurt Richter mit einigen gesanglichen Darbie­tungen (am Klavier: Herr Einbrodt), brachte außerdem einige Gedichte zum Vortrag und wußte die Gäste durch allerlei humorvolle Plaudereien auf das Beste zu unterhalten.

Unter der Leitung von Frau Oberstudiendirektor Kalbfleisch waren mittlerweile die Fische, die von den Fischhändlern zur Verfügung gestellt wur­den, auf das sorgfältigste zubereitet worden. Gekocht, gebacken, gebraten und gegrillt gelangten die Fisch­gerichte in überaus appetitlicher Aufmachung als schmackhafte Kostproben zur Verteilung Eine große Anzahl freiwilliger Helferinnen hatten sich für die Arbeit zur Verfügung gestellt und trug so dazu bei, daß die Zubereitung und die Verteilung an die über 800 Personen im Saale ohne jede Stockung erfolgen konnte.

Der restliche Abend war ausgefüllt durch gesang­liche Darbietungen. Fräulein Roßkopf fang zwei Lieder, Herr Richter remitierte ein eigens für den Abend verfaßtes Gedicht, und beschloß die Darbie­tungen mit einem beliebten Schlagerlied, sowie einem kleinen sächsischen Volksliedchen

Vornotncn.

Tageskalender für Samstag. Artil­lerieverein: 20.30 Uhr,Hessischer Hof", Monats- versammlung. Marineverein: Monatsversamm- lung. Lichtsvielhaus. Bahnhofstraße:Der Prozeß der Kitty Kellermann (Hokuspokus)". Aftoria- Lichtsviele:Das Geheimnis seiner Frau".

Tageskalender für Sonntag. Stadt- theater:Meine Schwester und ich", 18.30 bis 21.30 Uhr. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter­partei: 20.30 Uhr. öffentliche Versammlung im Saale des Cafs Leib, Redner Wilhelm Trefz. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße: Kulturfilmveranstaltung, 11.15 Uhr.Dr. Wilhelm Filchners China- und Tibeterpedition 1925/28", zu den üblichen Zeiten Der Prozeß der Kitty Kellermann (Hokuspokus)". Astoria-Lichtspiele:Das Geheimnis feiner Frau". Palast-Lichtsviele: 11.15: FilmvorführungRhei­nische Braunkohle".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen. 18.30 Uhr. als ^remdenvorstellunq und zum letztenmal zu ge­wöhnlichen Schauspielpreisen der E^'olg des dies- iäbrigen Winters, die Iazzoperette:Meine Schwester und ich": Spielleitung Intendant Dr. Pralch: musikalische Leitung Kapellmeister ®uj£; Einstudierung der Tänze Ewald Bäulke. Diens­

tag, 5. Mai, Gastspiel von Auguste Prasch- Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger San» destheaters, als Frau Gudula in der Erstauf­führung des historischen SchauspielsHaus Roth­schild" von Hanns Saßmann; Spielleitung Inten- banf Dr. Prasch. Beginn 20 Ilhr. Mittwoch, 6. Mai, 20 Ilfjr, die t.'hte Wiederholung von Arthur Schnitzlers SpielIm Spiel der Sommer- lüfte. Spielleitung Walter Bäuerle. Freitag, 8. Mgi, 20 Uhr, Wiederholung des historischen SchauspielsHaus Rotschild" von Hanns Satz- mann unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch. Die Rolle der Frau Gudula spielt Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Gast. Sams­tag. 9. Mai. 15.45 ilfjr, Schülervorstellung. Zur Ausführung gelangt Schillers romantische Tra­gödieDie Iungsrau von Orleans" unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch mit Bea­trice Döring in der Hauptrolle. Sonntag, 10. Mai, 18.30 ilhr, als Fremdenvorstellung Gast­spiel von Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Herzogin in Paillerons LustspielDie Welt, in der man sich langweilt". Das Lustspiel gelangt zum letztenmal zur Aufführung.

Die Volkshochschule weist nochmals darauf hin, daß heute, 20 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums (Ludwigstraße) die Eröffnungsfeier des Sommerhalbjahres stattfindet. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß morgen (Sonntag) der erste der angekündigtenPflanzenkundlichen Ausflüge" unter der sachkundigen Leitung von Unb versitäts-Garteninspektor i. R. Rehnelt nach dem Hangc.stein führt, dessen reiche und seltene Flora von besonderem Interesse sein dürfte. (Siehe heutige An­zeige.)

Das Rheinische Braunkohlens yn- dikat veranstaltet am morgigen Sonntag, 11.15 Uhr, in den Palast-Lichtspielen eine Filmvorführung. Es wird der FilmRheinische Braunkohle" gezeigt. Der Eintritt ist frei. (Siehe heutige Anzeige.)

Anla genkvn zer t findet morgen, Sonn­tag, 11 ilhr durch das Musckkorps des 1. Da- talllons 15. Inf.-Rgks. bei günstiger Witterung in der Südanlage statt. Die Musiksolge ist: 1. Ar- meemar ch II, 155 Marsch nach Motiven der OperIndra", C. Reumann; 2. Ouvertüre zur OperDer Freischütz", C. M. v. Weber: 3. Me­lodien aus der OperetteThe Geisha", S. Jo­nes: 4.Kaiserwalzer", Ioh. Strauß: 5. Armee­marsch II, 116 Marsch nach Motiven der Oper Der Brauer von Preston", A. Adam. 6. Baden­weiler Marsch. G. Fürst.

** Der Oberhessische Kun st verein macht darauf aufmerksam, daß von morgen ab in feinen Ausstellungsräumen im Turmhaus am Brand platz neben den Arbeiten des verstorbenen Malers Hans Otto Sch n le her auch die Ar­beiten von Professor Paul Renner (München) aus­gestellt sind. Reger Besuch ist zu empfehlen.

** Die städtische Kunstsammlung im Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist mor­gen, Sonntag, von 11 bis 13 Uhr, bei freiem Ein­tritt geöffnet. Ritgen-Aquarelle find neu ausgestellt.

Kinder haben nur in Begleitung von Erwachsene» Zutritt.

** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet.

** E ine Achtzigjährige. Unsere Mit­bürgerin Frau Lina Emden, wohnhaft Reu­stadt 46, vollendet am 5. Mai ihr 80. Lebens­jahr. Die Iubilarin erfreut sich noch guter kör­perlicher und geistiger Rüstigkeit. Sie nimmt noch regen Anteil an allen Begebenheiten des öffentlichen Lebens und besorgt ihre hauswirt- schaftlichen Arbeiten noch selbst.

* Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet hier Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt statt; am Mittwoch folgt Schweinemarkt.

** E i n seltenes .Naturschauspiel bot sich, wie uns aus dem Leserkreise geschrieben wird, gestern früh dem Naturfreunde bar. Kurz nach 10 Uhr wurde unsere Stadt von einem aus südlicher Richtung kommenden Storchenzug von fünf Doaeln überflogen. Zunächst ziemlich tief fliegend, erreichten die Tiere die Schwarzlachgegend, von wo aus sie bann in rounberbar harmonischen Bewegungen, bi« mit ihren Kreisen unb Stürzen lebhaft an bie Exakt- beit eines Kunstfliegers erinnerten, immer höher in bie schimmernbe Bläue bes ersten Maimorgens stiegen, bis sie enblich als kleine Pünktchen am nördlichen Horizont bem Auge entschwanben.

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Wettervoraussage.

Der Einfluß bes hohen Drucks der uns im Laufe des gestrigen Taaes heiteres Wetter brachte, ist durch den Druckfall von Westen her bereits wieder unterbrochen worden. Durch die Zufuhr der Warm­luft an der Vorderseite des französischen Tiefs er­reichten die heutigen Morgentemperaturen in fast ganz Deutschland Werte von 10 Grad und noch dar­über. Dabei hat sich auch wieder eine Wolkenschicht gebildet. Durch die über dem Kontinent lagernde Warmluft bleibt zunächst das Wetter mtltr aber meist wolkig, und vereinzelt kommt es zu Nieder­schlägen. Bei der Ostwärtsverlagerung des Kern­gebietes werden allerdings vom Ozean her wieder kühlere ßuftmaffen nach dem Festlande gelangen, was zu Gewitterstörungen mit nachfolgendem lern- peraturrückgang führen dürfte.

Aussichten für Sonntag: Vorwiegend wolkig, vorerst noch warm später wieder kühler, vereinzelt auch Regenfälle, teils gewitterhaster Art.

Aussichten für Montag: Kühleres, mehr wechselnd wolkiges Wetter, vereinzelt gewitterartige. Niederschläge.

Lufttemperaturen am 1. Mai: mittags 14,1 Grad Celsius, abends 6,6 Grad; am 2. Mai: morgens 8,4 Grad. Maximum 14,8 Grad, Minimum 4,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Mai: abends 13,2 Grad; am 2. Mai: morgens 7,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 10% Stunden.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Seereisen.

Die Prospekte des Norddeutschen Lloyds kündigen für den Sommer dieses Jahres eine Reihe von Fahrten des modernen MotorschiffesRio Panuco" nach Por­tugal, Marokko und den Atlantischen Inseln sowie Finnlandfahrten des aus der Fruchtfahrt nach Ma- beira unb ben Kanarischen Inseln beliebten Dampfers Arucas" an. Mit bem Besuch frember fiänber oer- binbet sich bas Erleben einer Reise auf See unb bi» einzigartige Erholung, bie sie mit sich bringt. 1835D

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