Einzelbild herunterladen

Ö.J.Jpor/

Kußball in Heffen-Hannover

Borussia Julba Meister der Südgruppe!

Die beiden Nachhutgefechte des Sonntags, die übrigens weniger Interesse beanspruchten, das Tressen in Göttingen zwischen Hessen 09 Kassel und der Sp. V Göttingen, sowie das Spiel in Kassel zwischen Spielverein und Hermannia fielen der Un­gunst der Witterung zum Opfer Das Treffen in Kassel wurde beim Stande von 1:1 wegen des ^chneesturmes abgebrochen, während in Göttingen der Versuch erst gar nicht gemacht wurde. Das Hauptinteresse des Tages beanspruchte das Entschei­dungsspiel in der Südgruppe zwischen den Fuldaer Borussen und dem BC. Sport Kassel um die Grup­penmeisterschaft in Göttingen. Wider alles Erwarten gewannen die Fuldaer mit dem sensationellen Er­gebnis von 5:0 (2:0) hoch und müssen nun am 8. März in Gießen gegen den Meister der Nord­gruppe und Titelverteidiger SC. 03 Kassel zum ent­scheidenden Gange um die B e z i r k s m e i st er­schüft antreten.

Borussia Fulda BL. Sport Kassel 5:0 (2:0).

Mit Spannung erwartete man den Kampf, der in Göttingen über die Gruppenmeisterschaft der Süd­gruppe die endgültige Entscheidung bringen sollte. Entgegen allem Erwarten mußte sich in diesem wichtigen Treffen der favorisierte Sport Kassel mit nicht weniger als 5:0 dem besseren Können der durchschlagskräftigeren Fuldaer beugen. Die weitaus bessere Stürmerreihe gab den Ausschlag. Bereits bei der Pause führten die Borussen mit 2:0 und er­höhten in der ersten halben Stunde nach dem Wech-

cl auf 5:0. Bei diesem Stande flaute der bis dahin csselnde Kampf merklich ab, die Kasseler bekannten ich resigniert geschlagen.

Trostrunde Nordwest.

Isenburgs Tabellenführung klarer.

Der Tabellenführer Isenburg konnte am Sonntag seinen Dorsprung vergrößern, indem er gegen den hinter ihm an zweiter Stelle liegen­den SC. Rotweiß Frankfurt 3:2 gewann. Rot- weih fiel durch diese Riederlage noch hinter den FD. Saarbrücken zurück, der durch einen 3: 1-Sieg über Reckarau die zweite Stelle einnahm. Phönix Ludwigshafen verlor durch ein abermaliges Un­entschieden, diesmal gegen Union Riederrad, (1:1) weiteres Terrain und der FC. Idar erlitt mit einem 1:2 in Wiesbaden seine fünfte Nieder­lage.

Oie Trostrunde Güdost.

Der Sonntag brachte in der Trostrunde Südost wieder Hochbetrieb, sämtliche Mannschaften standen in Kampf. Die Augsburger Schwaben konnten sich durch einen 4:2-Sieg über die Stuttgarter Kickers für ihre im Vorspiel erlittene Niederlage revan- chie.en. Mit 3:2 (1:1) blieben die MünchnerLöwen" gegen den wiedererstarkten Karlsruher Phönix nur knappe und glückliche Sieger .während der Spitzen­reiter, FC. Pforzheim, den FV. Rastatt unverdient hoch mit 6:n Toren abfertigte. In Fürth wußte sich der VfR auf eigenem Gelände demClub" mit nicht weniger als 0:7 (0:3) beugen, gegen die Schüsse der Hornauer und Kund war kein Kraut gewachsen.

Aus dem Reiche des Wintersports

Links: Sonja Heute, Weltmeisterin. In der Mitte: Das Ehepaar Gaste, Deutsche Meister im Paarlaufen. Rechts: Härtel. Deutscher Kampfspielmeister

Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf.

Am Samstag nahmen die Wertmersterschaften im Eiskunstläufen mit dem Pflichtlaufen der Da­men ihren Anfang. Elf Teilnehmerinnen stellten sich dem Preisgericht. Reben Sonja Henie und der Wienerin Fritzi Bürger gefielen die Amerikanerin Dinson am besten.

e

Am Abend wurden mit dem Paarlaufen die Weltmeisterschaften im Eiskunstläufen fortgesetzt. Sieger des Wettbewerbes wurde das ungarische Paar Rotter-Szollas. Das Endergebnis war folgendes: 1. Rotter-Szollas (Ungarn) Pmhz. 13.5; 2. Organista-Szallay (Ungarn) .Piahz 14.5; 3. Papcz-Zwak (W en) Plahz 23.55. Bestes deutsches Paar war das Ehepaar Gaste t das mit Platzzif er 45 auf den 7. Platz kam.

Internationale Eishockeykämpfe im Sportpalast.

~ Zum Abschluß der Eislaufsaison im Berliner Sportpalast gab es noch ein großes Programm, das dl Höhepunkt der diesjährigen Wintersport- ocranfi. ngen in Berlin bildete Neben den Welt- meisterja-aften im Kunstlaufen nahm am Freitag­abend ein von vier Mannschaften besetztes Eishockey­turnier feinen Anfang, an dem Weltmeister Kanada, die Tschechoslowakei, der Berliner Schlittschuh Klub und der SC Rießersee teilnahmen Leider gab es bereits am ersten Tage wieder einen großen Skan­dal, als nach dem ersten Spiel statt des angekün­digten Walzenwettbewerbes, nur Sonja Heute und Karl Schäfer zweimal um die Bahn spazieren liefen. Als die Gegner des zweiten Spieles den Kampf aufnehmeu wollten, protestierte das zahlreich er­schienene Publikum durch Gebrüll und Pfeifen. Die

Eisbahn wurde mit allen möglichen Gegenständen beworfen, so daß die Spieler oft zu Fall kamen und schließlich das Spiel abbrechen mußten. Erst dann wurde angekündigt, daß der Walzerwett­bewerb nun doch noch nach dem ersten Drittel des zweiten Spieles stattfinden würde. In den Eis­hockeywettspielen schlugen die Kanadier den Schlitt­schuhklub mit 8:1; die Tschechische Mannschaft er­wies sich gegen den SC. Rießersee mit 5:1 über­legen.

Eisschnelläufen in Drontheim.

Bei den internationalen Eisschnelläufen in Dront- heim siegte Weltmeister Clas Thunberg über 500 Meter in der guten Zeit von 43 Sekunden vor dem Norweger Haakon Pedersen, der die gleiche Zeit erreichte. Thunberg belegte im 5000-Meter- Nennen den zweiten Platz hinter seinem Landsmann Blomquist, der in 8:43 5Sekunden Vorsprung herausholte Der Oesterreicher Jungbluth wurde Elfter im 500-Meter-Lauf und kam über 5000 Meter auf den 6 Platz.

Abfahrlslauf des Skiklubs Schwarzwald.

Der Skiklub Schwarzwald brachte am Sonntag erstmals einen Abfahrtslauf an einem Steilhang des Rohrhardsberges zur Abwicklung. Sieger wurde der Freiburger Stober mit 8,11 Minuten vor dem Freiburger Ringwald. Sieger des Mannschaftslaufes wurde die Ortsgruppe Freiburg vor Schonach.

Skispringen auf der Koppenschanze.

Der Schneeschuhvereiu Krummbügel veranstaltete auf der Koppenschanze bei guter Beteiligung sein letztes diesjähriges Skispringen. Trotz weicher Auf­sprungbahn infolge Tauwetters wurden gute Lei­stungen gezeigt. Den weitesten Sprung des Tages erzielte der Hirschberger Jäger Häring mit 40,50 Meter, dem auch mit zwei weiteren Sprüngen von 40 und 36,50 Meter und Note 340,5 der Sieg zufiel. Zweiter wurde Martin Tietze (Brückenberg) mit Note 336,1 (32,50, 37 und 39 Meter) vor A. Kahl (Krummhübel) mit Note 283,5 und Weiten von 32 und zweimal 37 Meter.

Holmenkollen Rennen.

Am Samstagvormittag begannen bei einer rie­sigen Zuschauermeuge die traditionellen Holmen- kollen-Renuen mit dem 17--Kilometer° Langlauf. 3n dem schwierigen Wettbewerb blieb wieder einmal mehr der Rorweger ©röt- tumsbraaten erfolgreich, der die Strecke in 1:11,01 Stunden durchlief. Von den deutschen Teilneh­mern blieben W. Bogner und H. E r m e I am erfolgreichsten, die sich an 37. bzw. 67. Stelle placierten.

$ur Verdienste um den Segelsport.

Der Reichsverkehrsminister hat in Anerken­nung der Pionierarbeit, die die Fliegergruppe des Friedberger Polytechnikums für den Segel­sport geleistet hatte, der Gruppe ein Klemm- Daimler-Motorflugzeug zur Verfügung gestellt. Die Anerkennung gilt nicht zuletzt auch für die Versuche und den Dau eines neuartigen, schwanz­losen Segelflugzeuges. Das Motorflugzeug ist ein Tiefdecker mit einem Mercedes-Motor von 20 PS. Außerdem wird noch ein BMW.-Motor von 40 bis 50 PS. als Ersatz mitgeliefert.

Da sich in der Umgebung von Friedberg kein entsprechendes Uebungsgelände befindet, wird die Fliegergruppe die Ausbildung von Fliegern zu­nächst in Gießen vornehmen müssen. Das Flug­zeug wird im Gießener Flughafen untergebracht.

Um die

westdeutsche Handdallmeisterschast.

kurhefsen Kassel Sportfreunde Siegen 8:5 (6:2).

Der letzte Kamps, den der Hesien/Hannover- Meister, Kurhessen-Kassel, gegen den Südwest- falenmeister und westdeutschen Meister, die Sie­gener Sportfreunde, in Kassel bestritt, hatte mit einem vollkommen unerwarteten Siege der Kur­hessen ein sensationelles Ende Die Siegener hat­

ten den Gegner Wohl unterschätzt. Bereits nach wenigen Spielminuten führte die Kasseler Mann­schaft mit 5:11 Trotz leichter Feldüberlegenheit vermochte Siegen daran bis zur Pause nichts zu ändern, denn einem zweiten Treffer setzten die, Kurhefsen prompt den. sechsten Erfolg entgegen. Rach dem Wechsel waren die Siegener besser in Fahrt, holten bis auf 7:5 auf und mußten sich schließlich doch in ihr Schicksal ergeben, als die Kurhessen durch einen Strafwurf zum achten Er­folge kamen.

Kurze Sportnotizen.

Handballmeister desMittelrhein- kreises wurden in der Abteilung A Herrns­heim und in der Abteilung B der TV. Algenrodt.

Cilly Äußern kam beim Tennisturnier in Monte Carlo mit ihrem Siege über die Fran­zösin Adamoff 1:6. 6:2, 6:1 eine Runde toeih r. Die Ueberraschung des Tages war der Sieg der Ungarn von KehrlingGabrovits über Co- chetDoussus 6:4, 2:6, 7:5.

»

© illis © rafström, der Olympiasieger und mehrfache schwedische Weltmeister im Eiskunst­läufen, gab im Stockholmer S.tadion seine Ab­schiedsvorstellung und wird nun nicht mehr an öffentlichen Wettbewerben teilnehnrsn.

»

Karel Kozeluh gab wegen Erkrankung sein Turnier gegen William Tilden beim Stande von 7:0 Siegen für den Amerikaner auf.

Kleine Strafkammer Gießen.

* G ießen, 27. Febr. Ein landwirtschaftlicher Arbeiter istderfahrlässigenEisenbahn- transportgefährdung beschuldigt. Er ist vor einigen Monaten mit einem schwer beladenen Wagen über einen Bahnübergang gefahren und dabei von dem gerade herankommenden Zug er­faßt worden, so daß der Hintere Teil des Wagens beschädigt wurde. In erster Instanz erfolgte Freisprechung, da das Gericht ein Verschulden des Angeklagten nicht feststellen konnte. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein; und führte in der Berufungsinstanz aus, der An­geklagte hätte sich vor dem Befahren der Eisen­bahngeleise davon genau überzeugen müssen, ob ein Zug herannahe, eventuell mußte er bei mangeln- ber Uebersicht den Wagen anhalten. Die Straf­kammer hielt aber das freisprechende Urteil auf­recht, weil der Angeklagte nach den besonderem Umständen des vorliegenden Falles den Zusam­menstoß von Zug und Fuhrwerk nicht voraus­sehen konnte. |

Ein junger Kaufmann wurde vom Amtsgericht zu einer Haftstrafe von vier Wochen verurteilt, weil er, trotzdem er dazu in der Lage war, zum Unterhalt seiner zwei unehelichen Kinder nich s beigetragen hat. Auf feine Berufung wird die Strafe in zweiter Instanz auf drei Wochen Hast ermäßigt, und zwar mit Rücksicht auf die seit­herige Unbestraftheit des Angeklagten.

Ein auswärtiger Kaufmann ist wegen Belei­digung eines Richters in erster Instanz zu ei ? c Geldstrafe von 70 Mark verurteilt worden Die Strafe wurde so gering angesetzt, weil der l r- geflagte nachträglich erklärt hatte, er habe t> von der Unbegründetheit seiner Vorwürfe Rechtsbeugung und Parteilichkeit übers> > u. Der Angeklagte verfolgt Berufung und erst Freisprechung, weil er in Wahrung berechti Interessen gehandelt, auch gutgläubig gern i und deshalb straflos sei. Das Derufungsu. i l lautet auf Verwerfung der Berufung. Mit R> - sicht auf die bei Aufstellung der völlig unbe­gründeten Vorwürfe bewiesenen Fahrlässig! it könne von Wahrung berechtigter Interessen keine Rede sein.

r Der Jllann

der das Lachen verlernt hat.

Vornan von Gerl Nothberg.

Copyright hv Martin Feuchtwa qer ryalle (©aale

2.0 Fortsetzung Nachdruck verboten

Und nun war niemand dal Sie stand allein in dieser fremden Stadt, in einer fernen, fremden Welt, und fremde Menschen waren um sie. Un­heimliche, fremde Gesichter sah^n sie an, schmutzige Hände streckten sich aus. um ihr Gepäck zu neh­men. Vielleicht mochte es zur Hälfte ehrlich gemeint sein, sich ein paar Cent zu verdienen, das andere aber waren wohl solche Gestalten, wie sie zu Hunderten in den Hafenstädten herum­lungern, ausgestoßen aus der menschlichen Ge­sellschaft, immer aufs neue nach einem Ver­brechen suchend, mochte es zeitweilig auch nur darin bestehen, einem Fremdling des Landes das Gepäck zu stehlen.

Ein gelbes Gesicht starrte grinsend zu Anne­marie empor. In kauernder Stellung griff der Chinese nach dem Koffer. Mit einem leisen Angst­schrei preßte das Mädchen diese Koffer an sich, die zum Teil die letzten kostbaren Andenken an die Eltern bargen.

Ein Buckliger schob sich heran, musterte das junge Mädchen, dann das Gepäck. Schob sich näher griff nach dem kleinen Handkoffer. Er­schrocken wich das Mädchen zurück. Das Gesicht des verkommenen Menschen wurde drohend.

Annemarie von Wendsbrück sah sich hilfe­suchend um.

Wo waren nur all die freundlichen Menschen mit denen sie an Bord des Luxusriesen herüber- gekommen war?

Die Fahrt war so schön gewesen in all der vornehmen Umgebung. Dank des Reisegeldes, das die gütige Mrs. Behrends ihr geschickt, hatte sie auf deren ausdrücklichen Wunsch hin die erste Klasse benützen können. Ja, wo waren all diese netten, liebenswürdigen Menschen hin? In ihrer Zuversicht, daß sie die mütterliche Freundin be­stimmt Übholte, hatte sie sich schon auf dem Schiff verabschiedet, unb dann im allgemeinen Getümmel und in der Aufregung über die bevorstehende Landung hatte kein Mensch mehr auf den anderen geachtet, und nun stand sie schon viel zu lange allein hier und wartete, als daß sie jetzt noch hätte hoffen können, daß dieser oder jener sie doch bemerken würde. Sie waren ja längst alle fort.

Drohend schienen die Wolkenkratzer auf sie zuzurücken. Die Freiheitsstatue schien sich zu ent­fernen. Ein dumpfes Gefühl beschlich das Mädchen.

Warum kam Frau Behrends nicht?

Der Bucklige stürzte sich plötzlich auf ihr Gepäck, der Chinese grinste und griff nach dem großen braunen Koffer.

Annemarie schloß die Augen. Richts mehr sehen, nichts mehr hören! Oh, wäre sie doch bei den Eltern!

Kommen Sie, Miß!"

Als habe ein Engel zu ihr gesprochen, blickte Annemarie wie erlöst auf.

Heimatlaute waren an ihr Ohr geklungen! Die deutsche Sprache lieb und vertraut!

Ein schlanker großer Mensch beugte sich zu ihr nieder.

Ist Ihnen nicht gut?

Ich danke Ihnen! Oh, ich danke Ihnen! Ich habe mich so sehr gefürchtet", stammelte das Mädchen.

Wie heller Sonnenschein ging es über sein Gesicht

Eine Deutsche?"

Ich bin Oester reicherinl"

Und ich Bayer! Wie sich das trifft, daß ich einer, man kann ja ruhig sagen Landsmännin, helfen darf." «

Wie gewählt und sicher er sprach! Wie wohl ihr sein gutes Lächeln tat, das auf seinem Ge­sicht lag!

Und wie spielend er jetzt die Lasten aufnahm. Welche Kräfte in dem schlanken Körper wohnten.

Links von ihm stand mit tückischen Augen der Bucklige. Er rieb sich den Arm, an dem ihn vor­hin der Bayer mit eisernem Griff zurückgerissen hatte. Der Chinese tag am Boden, und seine Rase blutete.

Um die Gruppe herum sammelten sich neue abenteuerliche Gestalten. Ruhig und lächelnd schritt der Bayer an ihnen vorüber, dicht neben ihm das junge Mädchen.

Als sie ein gutes Stück gegangen und aus dem Bereich des Hafengewimmels heraus waren, sagte er:

»Sie haben doch jemand erwartet? Rennen Sie mir doch bitte die Adresse! Dann ist es sehr leicht, Sie hinzubringen."

Annemarie atmete tief auf.

Wie hatte sie sich nur gar so ängstigen können? Wie einfach sich das nun alles lösen würde!

Mrs. Behrends war sicherlich nur abgehalten zu kommen. Und sie hatte sich ihren Schützling vielleicht auch etwas beherzter vorgestellt Trotz­dem! Es hätte doch allerlei passieren können drüben am Hasen, wenn dieser famose Mensch nicht plötzlich wie ein Retter neben ihr aufge­taucht wäre!

Dankbar blickte sie ihn an nannte ihm die Adresse.

Er blickte sie Überrascht an, sagte aber nichts »Ich habe genügend Geld bei mir. Rehmen

Sie, bitte, ein Gefährt und bringen Sie mich hin", sagte das Mädchen dann.

Er nickte.

Und sie fuhren nun wohl eine Viertelstunde, dann hielt der Wagen vor einem großen, schönen Hause. Und der junge Bayer belud sich mit dem Gepäck, während Annemarie dem Chauffeur ein Zeichen gab, zu warten. Dann ging sie schnell hinter ihrem Helfer her.

Das Tor öffnete sich. Ein Diener mit ernstem, würdigen Gesicht stand auf der Schwelle.

Annemarie nannte ihren Rainen. Er zuckte zurück, verneigte sich tief. Auf seinem faltigen Gesicht stand ein großer Schmerz. Doch er sagte nichts, öffnete nur weit das Tor, und der junge Bayer beförderte die Stoffer hinein. Annemarie griff in ihr Geldtäschchen.

Hier, bitte, nehmen Sie das, mein Herr. Ich kann Ihnen nie genug danken."

Seine hellen, blauen Augen senkten sich in die ihren, nicht aufdringlich, nicht bewundernd dreist, nein, ganz ehrlich und herzlich. Und dann sagte er

Es war mir eine Ehre und Freude, Ihnen helfen zu können. Ditte bezahlen Sie mich nicht dafür "

Da reichte das Mädchen ihm die Hände. Helle Tränen standen in dem schönen dunkelblauen Augen.

Ich danke Ihnen."

Er aber ging bereits den Weg zum Wagen zurück, bezahlte den Führer und ging dann schnell die Straße entlang.

Annemarie sah ihm nach, und es wurde ihr wieder weh ums Herz.

War das auch einer, der zerbrochen war, nach­dem er voller Hoffnung dies Land betreten hatte?

Daun wandte >ie sich dem ehrwürdigen Diener zu.

Führen Eie mich zu Miß Behrends."

Das ist nicht möglich."

Weshalb nicht? Ich bin die neue Gesellschaf­terin."

Annemarie sprach sehr gut englisch, der Diener mußte sie unter allen Umständen verstanden haben.

Zitterten die Mundwinkel des Dieners nicht?

Bein, sie hatte sich wohl geirrt. Der Diener sprach dumpf.

Mister und Mrs. Behrends sowie der jüngste Sohn sind vor einigen Sagen mit dem Auto tödlich verunglückt."

Annemarie.blickte auf den Alten, versteinert, in ©rauen erstarrt. Der Boden wankte unter ihr; mit beiden Händen griff sie um sich.

Der Alte fing sie auf.

Klingelte leise, vorsichtig.

Mädchen kamen.

Der Miß ist nicht gut. Es ist die neue Gesell­schafterin unserer Herrin, die heute hier aus Deutschland cingetroffem ist und die nun so furcht­bar erschrak, als ich ihr sagte, daß unsere Herr­

schaft tot ist Kümmert euch gut um sie. Sie sollte wie eine Tochter hier gehalten werden."

* * *

Annemarie war aus ihrer Ohnmacht erwache Ganz erstaunt und verängstigt blickte sie um sich.

Wo war sie?

Das war doch nicht die freundliche Kabine, ui der sie nächtelang geschlafen.

Da kehrte langsam die volle Besinnung zurück.

Sie war im Hause der Familie Behrends, dis Frau des Hauses aber war tot! So hatte der Diener gesagt. Was nun?

Langsam stand sie auf, ging im Zimmer hin uni> her, sah jetzt erst das ältere, bescheideirr Mädchen, das auf der anderen Seite des Ruhe­lagers gesessen hatte und nun höflich und freund­lich dastand.

Was nun? Miß Behrends ist tot? Was soll ich nun hier?" fragte Annemarie und sah daS Mädchen an, als müsse es ihr helfen.

Mister James Behrends erwartet Miß Anne­marie!"

Wer ist das? Ich denke...?" fragte Anne­marie verständnislos.

Der älteste Sohn lebt. Und er hat im all­gemeinen Wirrwarr sowie der Trauer der letzten Tage vergessen, jemand ans Schiff zu schicken. Er möchte Sie um Verzeihung bitten, und ich soll melden, wann es Ihnen paßt."

Annemarie machte eine fluchtartige Bewegung, Ich will fort."

Das geht nicht. Mister Behrends will alles ordnen."

Annemarie strich sich über die Stirn.

Ja, ich muß wohl mit Mister Behrends sprechen", sagte sie und sah das Mädchen an.

Rellh sprach nicht viel, aber in wenigen Minu­ten stand Annemarie angekleidet im Rebenzimmer. Durch die Tür trat ein kleinerer, beweglicher, noch junger Herr.

Er zuckte bei ihrem Anblick zusammen Sein Blick umfaßte die süße unberührte Schönheit des Mädchens, und ein häßliches Licht blitzte in seinen farblosen Augen auf.

Er trat näher, verbeugte sich tief.

Herzlich willkommen in unserem Hause. Leider - ist Furchtbares geschehen. Mama hatte sich so sehr auf Sie gefreut, und nun jetzt - ist - sie tot!

Annemarie hatte die Herrin dieses Hauses nicht gekannt, doch deren gütige Zeilen allein hatten genügt, sich nach ihr zu sehnen. Und nun?! Cs war furchtbar.

Mit von Tränen verdunkeltem Blick sah das Mädchen auf James Behrends. Dann streckte sie plötzlich die Hand aus.

Ich fühle mit Ihnen, was Sie Perloren haben. Ich bin auch Waise."

Ja, ich weiß", nickte er und umspannte ihrs schmale Hand. (Fortsetzung folgt.)

Hotzve^

Die Detgwei Ictiammlung rheinE' bitatuto sehen m» oe> mit »A; bis zum 31. -W Ilmlagestagc r erzielt wird., sämtliche Aerg nähme der L-ei dcbnrger % Die beiden Lei des Neichswirt 1931 dem Eynd

JW'1' DerDS^',

Die &,!

Leip 3'^

der B in

Alt> cm SW

r&gf Mi und aui Pensen Gesuch?cr Messe, der u W tttennem Ä'Ä handelte.

Kerlängaun

Die 3t delspreise bruar berechn! tistischcn Aciä Vorwoche (11 ist Hauptfach! treibe, Fülle tilrohslofse 51 Hauptgruppe 0,4 v. H.), § industrielle A 0,3 v. 5j.) uni nus 0,3 D. H.

Sranlfur 3m Anschluß < schluhbörse erb lieget Stinnnu Ersichtlicher der heutigen vrders toi weiterhin etn Anregend to der Sommer, Präsidenten , fortschreitende und der erst Handlungen. ' der Radikale! Schluß der A dah keine Mi bruar cingetrc Geschäft hielt sind gegen di tolle ganz crl verzeichnen. A< nnd der Kali 5 bis 6 Prozen torkt bewegte Nahmen. J.-G anftalt Plus 21

ton 19>? _ IN 1929 .

»IM

w» . "ona.fi,. ,,rQB V äs;

iWZr

K-ch