Ausgabe 
1.8.1931
 
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OJVSpoit

10 Lektionen Fußball.

Don Otto Nerz.

ui').

Die fiunff des Ballstoppens. Sloharken.

Weh' dem, der sich Die Lektüre des kommenden Abschnitts ersparen will! Das gute Ballstoppen ist nicht nur an sich eine scharfe Waffe im Fußball- kampf, sondern auch die Grundlage einer sicheren Etohtechnik. Der Ball kommt im Spiel als Fremd­körper durch die Luft gesaust, und cs gilt, ihn zu einem Stück des eigenen Körpers zu machen, bevor man damit gegen das feindliche Tor vor­gehen kann. Wer glaubt, das könne er selbstver­ständlich, der kann es meist am wenigsten. Damit meine ich übrigens auch sonst sehr gute Spieler.

Das Stoppen aus der Luft erfordert schon ein gewisses Können. Wichtiger für das Training und weit häufiger im Spiel ist das Stoppen auf dem Bodeni und unter den verschiedenen Arten mit der Innen- oder Außenseite des Fußes, mit der Sohle oder beiden Unterschenkeln ist wiederum das Stoppen mit der Fuß-Innenseite das Wich­tigste und Schwerste. Mit der Innenseite des Fußes meine ich nicht wie fast alle Laien, die vordere, schmale Zehenseite, sondern die breitere Fläche zwischen Spann und Ferse.

Achte besonders darauf, daß du schon zur Stelle bist und deinen Körper bereits in der Gewalt hast, wenn der Ball zum erstenmal auf den Boden auftrifft! Also Flugbahn und Wucht des Balles kalkulieren! Die Laufübungen kommen uns schon wieder hier gut zustatten. Man wendet dem Ball das Gesicht zu. das Standbein muh um Fuß­länge vor dem Dünkt aufgesetzt werden, wo der Ball zu Boden kommt, das Spielbein wird locker zurückgeschwungen, der Körper dreht sich leicht seit­lich da ist der Ball, jetzt trifft er unmittelbar nach dem ersten Aufprall auf den ganz entspannt hingehaltenen Fuh und kommt zur Ruhe. Im Wettspiel muß die ganze Sache blitzschnell vor sich gehen, der Zuschauer darf den Moment des Stop­pens nicht empfinden daß dazu langjährige und immer wiederholte Uebungen gehören, versteht sich am Rande. Die besten englischen Profis üben nichts so eifrig wie das Ballstoppen: dafür können sie es meist auch.

Einfacher und doch nicht einfach ist das Stoppen I mit der Sohle. Auch hier läuft man dem Ball ent­gegen und erwartet ihn am Auftreffpunkt, Dor- |

derseite zum Ball. Sobald er auftrifft, hält man den Fuß leicht, ganz leicht über ihn. Bloß nicht auf den Ball treten man fällt dabei hin, und der Ball ist sonstwo!

Beim Stoppen mit der Außenseite greift der stoppende Fuß vor dem Standbein auf die andere Seite hinüber und holt den von vorn kommenden Ball zu sich: beim Stoppen mit den Unterschenkeln preßt man die Deine zusammen und läßt den Ball von unten gegen die Schienbeine springen, man muh also die Fersen heben und etwas in Kniebeuge gehen. Aus der Luft kann man Bälle mit Brust, Bauch, Kopf und Fuß stoppen: man muh bewirken, daß der Flug des Balls in einen Fall senkrecht nach unten umgewandelt wird: der stoppende Körperteil muß also den Ball schräg von oben treffen, alle Muskeln sind in dem Moment entspannt, schlaff von elastisch gespannten Muskeln würde der Ball abprallen, so aber sackt er zu Boden, und gerade das wollen wir erreichen. Der Ballartist fängt den Ball mit Vorliebe auf dem Oberschenkel, andere stop­pen ihn mit dem Spann: aber das sind schon kleine Kunststücke. In allen Fällen, besonders beim Stoppen mit Oberkörper und Buch, hält man die Arme seitlich, sonst gibt es leichtHand".

Zwischen Swp und Stoh liegt noch ein Zwi­schenstadium. das Aufnehmen: wenn der Spieler bereits im Laufen ist und den Ball ohne Aufent­halt weiterbringen will, stoppt er den Ball und nimmt ihn in der gleichen Bewegung mit. Die Ausführung ist ungefähr dieselbe wie beim Stop­pen im Stand, nur geschieht alles in der Be­wegung, was natürlich viel feineres Gefühl er­fordert. Taktisch können die Aufnahmebewegun­gen sehr gut dazu benützt werden, den Gegner zu täuschen, indem man zu einer bestimmten Art des Aufnehmens ansetzt und eine ganz andere ausführt. Auf das Täuschen komme ich noch zurück.

Nachdem wir das alles geübt haben und sicher beherrschen, müssen wir den Ball richtig stoßen lernen. Der wichtigste Stoh ist der mit dem Spann des Fußes, und an ihm möchte ich auch alles allgemein Wichtige zeigen. Dann lassen sich die übrigen Stöße mit der Fuh-Innen- vder -Auhenseite, mit Ferse, und Sohle, mit Knie und Kopf, schliehlich das Dribbeln ver- hältnismähig schnell lernen.

) Dgl. Rr. 165, 170.

Dom Kanu und Kanusport.

Von Hugo Becker, Fahrtemvari der Paddlergilde Gießen.

Dem unbefangenen Beobachter wird es in den letzten Jahren nicht entgegangen sein, dah unter den Sportfahrzeugen auf den deutschen Wasser­straßen die Zahl der Kanus in einem Ausmaße zugenommen hat und trotz der ungünstigen Wirt­schaftslage noch ständig zunimmt, wie man es bei keinem anderen Sportzweig je sah. Viele ijafen nun schon von Kanusport gelesen und die verschiedenartigsten Dovtstypen auf dem Wasser gesehen, aber trotzdem herrscht sehr ost Unklarheit darüber, was eigentlich unter einem Kanu zu verstehen ist und was der Anhänger des Kanusports treibt.

Das WortKanu" ist ein Sammelbegriff für folgende Dootsarten: Kanadier, Kajak, Faltboot (in Kajaksorm), Segelkanu und Poloboot. Diese ».verschiedenen Typen unterscheiden sich vor cvllen Dingen durch das Dootsmaterial. Kanadier und Kajak sind zum größten Teil aus Hotz her­gestellt. Beim Kajak wird neuerdings auch Alu- minium verwendet. Als Umschalung dienen Holz oder auch imprägnierte, ölhaltige Leinwand. Während ein Kajak fast nur ein» oder zwei­sitzig hergestellt wird, hat in den letzten Jahren besonders der Zehnkanadier große Verbreitung gefunden. Der Kanadier unterscheidet sich von dem Kajak besonders dadurch. dalß er offen- sitzig (ohne Verdeck) ist. Aber erst nach Erfin­dung des Fa'ltbovtes ist der Kanusport volks­tümlich geworden. Dem Aussehen nach ähnelt es dem Kajak, die Beschaffenheit ist jedoch anders. Das ein» oder zweisitzige Faltboot seht sich aus einem zerlegbaren Holzgerüst und der Boots­haut zusammen. Die einzelnen Teile des Holz­gerippes werden Hebelboden, Steden (vielfach verstellbar), Querspanten, Rund«, Deck-, Längs- und Schrägstgbe genannt. Rur wenige nicht­rostende Metallteile werden benötigt. Manche Faltöootfirmen verwenden auch Schrauben zur Erreichung einer besseren Spannung und So­lidität des Bootes. Das Holzgerivpe. das zer­legbar ist, um es besser in der Stabtasche unter­bringen zu können, wird in die mehrschichtige Gummihaut eingeschoben und ist dieser genau angepaßt. Die Waschbord- und Süllrandleisten geben dem Deck und Doot weitere Spannung, dienen der Sprihdeckenfestigung und sind ein Schuh gegen überkommende Wellen. 2m auf- gebauten Zustand ist das Faltboot kaum von einem starren Boot zu unterscheiden.

Der Segelkanusport steht noch In der Ent­wickelung.

Zur Zeit sucht man nach einheitlichen Modellen für die K'.einsegelei. Die Faltboote sind heute schon für die Aufnahme von Desegelungen ein­gerichtet. Das Poloboot ist ein 3 Meter lan­ges Einsitzerfaltboot, das außen herum durch einen dicken Gummirand oder ausgepumpte Lust- schläuche gegen Beschädigung geschützt ist.

Der Reichtum an Geräten bietet die Gewähr dafür, daß beim Kanusport die verschieden­artigen Neigungen und Temperamente zu ihrem Recht kommen. Erwähnenswert ijt noch, dah alle genannten Dootsarten durch ipren geringen Tiefgang selbst das Defahren der kleinsten Ge­wässer zulasten. Für Wanderfahrten ist in erster Linie das Faltboot geeignet. Dald wird der Wasserwanderer mit dem fließenden, rauschen­den und murmelnden Deutschland, den vielen Dächen, Flüssen, Strömen und Auen, den Dinnen- seen und Küstengebieten vertraut fein. Begleiter des Wasserwanderers ist das Zelt. Weitab von Menschensiedlungen, fern vom Amt und Arbeits­stätte, von Berus und Maschine, hat der Wasser­fahrer in den schönen deutschen Fluhtälern, im Zelllager am einsamen Waldesrand oder an der Wiese Erlebnisse, die nur die freie Natur ver­schenkt. Die Krone des Wasserwanderns gebührt den Wi'ldwasserfahrten in Stromschnellen, brau­senden Schwallen und Floßgassen, die neben dem

inneren Erlebnis noch starke sportliche Befrie­digung bringen und

hohe Anforderungen an Mut, Geistesgegen­wart und Geschicklichkeit an den Fahrer stellen.

Dem Drängen der Jugend nach Wettkampf, Sieg und Meisterschaft muhte auch die Kanubewegung Folge leisten, und so Pflegt der Deutsche Kanu- Verband auch ben Rennsport. Durch Anleitung und Hebung wird dem Anfänger die Paddel­technik beigebracht, die Pflichtübungen und das Training vermitteln allmählich Kampfgeist und Härte. Verschiedenartige Kampfspiele, wie bas Polospiel sowie bie Kenterübung, steigern bann bcn Mut und die Geschicklichkeit des Pabdlers und fördern Boot- und Körperbeherrschung. Beim Wasser-Polvspiel besteht, ähnlich wie beim Wasserballspiel, bie Ausgabe, ben Leberball mit bem Paddel in ein Tor zu befördern. Dem Sport» betrieb dient in der Hauptsache der Holzkajak, in der Formgebung von des Eskimos über­nommen. Rennsporigerät ist aber auch der Ka­nadier, betrieben mit bem Einblatt (Stechpaddel). Neuerdings erstand der Zehnerkanadier. bas Iu» genbboot der Zukunft, bas rassige Kampfboot. Für Bastler ist ber Kanusport nicht teuer, denn Der Deutsche Kanuverbanb stellt Risse aller Dovtstypen zum S e l b st b a u zur Verfügung.

Wir sehen, daß ber Sport- und ber Wander- gebanfe in der Kanubewegung glücklich vereinigt ist. Nicht engen Kreisen soll Der Kanusport die­nen, sondern bem gesamten Volke. Der Deutsche Kanuveroand, ber biefe neue Sportart organi­siert unb ihr zu einem mächtigen Aufschwung verholsen hat, strebt mit seiner Arbeit bem Zie.e zu: Zusammenarbeit unb Dienst in ber Gemeinschaft, Erquickung unb Erneuerung des Leibes unb Geistes, Heimatliebe unb Liebe zum Volk.

Gießener Leichtathleten in Buhbach.

Spieloereinigung 1900.

Die 1900er sind am kommenden Sonntag mit hem größten Teil ihrer Aktiven bei den leicht­athletischen Wettkämpfen des Polizeisportvereins Dutzbach am- Start. Die Veranstaltung dürfte großen Anklang finden. Die Frankfurter Spitzen- vereine Eintracht unb SC. 1880 sind mit starkem Aufgebot vertreten. Die 1900er werden unter diesen ilmftänben einen schweren Stand haben, zumal sie auf gute Kräfte wie Schaaf, Peters, Weil usw., die an Verletzungen laborieren, ver­zichten müssen.

In der Leistungsklasse I werden folgende Leicht­athleten ihre Kräfte messen. Geist über 100 unb 200 Meter, Depperling über 800 Meter, Gerhardt unb Günther über 1500 Meter, Müller, H., im Kugelstoßen, Jung im Weitsprung unb Drei- kamps. In ber Leistungsklasse II darf man ge­spannt sein auf das Abschneiden von Schickedanz unb Schwab über 100 Meter, von Glagow, Ku- nert unb Kallenbach über 1000 Meter, von Hop­fenmüller, Dachmann unb Spaar im Hochsprung, Speerwerfen unb Dreikampf. In ber Klasse III soll in erster Linie ber Nachwuchs Deschäftigung finden: 200 Meter: Linsemann, Krämer, Schmitz, welche sich auch Im Weitsprung versuchen. 5000 Meter: Koch I. unb Deck: Kugelstoßen: Lipp. Die 1900er werden sich außerdem an dem einen oder anderen Staffelwettbewerb beteiligen.

DfD.03 Gießen.

Der Verein für Bewegungsspiele entsendet ebenfalls feine aussichtsreichsten Kämpfer. Simon unb Römer bestreiten in ber Leistungsklasse I Den 800-Meter-Laus unb werben sich sehr an- strengen wüssen, wenn sie sich gegen bie zu er» toartenbe starke Konkurrenz ehrenvoll behaupten wollen. 2n Klasse II geht Büttner für bie 400 Meter, H. Simon und Römer für 1000 Meter an ben Start. Gruber tritt zum Dreikampf an.

2n der Klasse III ist Gruber für bie 200 Meter, Büttner für 400 Meter unb Hammes fahr für 5000 Meter gemeldet. Gruber bestreitet in dieser Klasse auch den DreikaipPf und ben Weitsprung. Steines ist für Kugelstoßen gemeldet. Leiber muh ber VfB. auf drei aussichtsreiche Kämpfer ver­zichten. Wohl und Reitz, die durch Krankheit verhindert sind, können nicht von der Partie sein. Gugel weilt am Sonntag in Berlin unb vertritt bcn Verein bei den Deutschen Meisterschaften.

VfR. Fürth in Gießen zu Gast.

Der VfB. Gießen hat sich für Samstag, 8. August, eine Mannschaft aus der FuAallmetropole Nurn- berg-Fürth verpflichtet. Die Mannschaft des BfN. Fürth wird der Ligamannschaft des VfB. Gießen gegenüberstehen. Am darauffolgenden Sonntag wer­den die Gäste gegen Borussia Fulda antreten. Die Fürther dürften die beiden Mannschaften auf eine harte Leistungsprobe stellen. Wir kommen auf die Begegnung noch zurück.

Kurze Sportnotizen.

An ben Endkämpf en um bie west- beutscheWasserballmeisterschaft neh­men nach bcn jetzt abgeschlossenen Gruppenspielen der Titelverteidiger Schwimmsportsreunde Bar­men, Düsseldorf 09, Sparta und Poseidon Köln teil, Die in einer Doppelrunbe ben neuen Meistes feststellen. ,

Hertha DSC. hat zwei seiner besten Spie­ler verloren. Hahn und Appel haben ihren Aus­tritt aus ber Meisterelf erklärt unb sich bem DSV. 92 angeschlossen, bem Appel bereits ein­mal angehörte.

Die deutschen Kunstflugmeisterschaf, t e n für Herren und Damen werden am 5. und 6 September in Berlin-Tempelhof ausgetragen. Titelverteidiger sind Gerhard Fieseier bei den Herren und Liese! Bach bei den Damen.

Wirtschaft.

Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt.

Frankfurt a. M., 30. 2uli. Zwei Unsicher» heitsfaktoren beherrschen nach wie vor bie Situa­tion am ©etreiDemartt. Die immer noch nicht be» eitigten Einschränkungen des Zahlungsverkehrs ließen naturgemäß auch im abgelaufenen Berichts- abschnitt so gut wie keine Geschäftstätigkeit auf- kommen. Die Enge des Marktes kommt wohl am besten dadurch zum Ausdruck, daß man auch am Frankfurter Probuktenmarkt, bem Beispiel Berlins folgend, von einer Notierung der amt­lichen Preise für Brotgetreide Abstand nahm. Daß bie außergewöhnliche Situation feine größere Störungen am Markte hervorgerusen hat, mag wohl dem Um staube zuzuschreiben sein, bah der Geschäftsverkehr in der jetzigen Uebergangszeit von der alten zur neuen Ernte auch zu normalen Zeiten keine größere Lebhaftigkeit anzunehmen pflegte. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor bleibt die Wetterlage. Nicht nur bie Erntearbeiten haben infolge ber ungünstigen Witterung eine Verzögerung erlitten, man nimmt auch an, dah ber Einfluß des Regens in ber Menge unb ber Qualität des Getreides zum Ausdruck kommen wirb unb glaubt, bah die Ziffern ber Schätzun­gen infolgedessen eine Korrektur erfahren müssen.

Das Angebot von Brotgetreide neuer Ernte war nicht allzu dringlich, so bah sich die Preise gut behaupten konnten. Abschlüsse tarnen allerdings nur vereinzelt zustande, da Forderun­gen unb Gebote schwer in Einklang zu bringen waren.

Unter dem Druck ber Geschäftslosigkeit ergaben ich bei Futtermitteln zum Teil nicht unbeträcht­liche Preisabschläge, so namentlich bei Winter­gerste und Hafer, wenn auch bas Hafer-Angebot päter etwas geringer geworben war.

Am W e h l m a r k t beschränkten sich die Um­sätze wieder nur auf die Deckung des dringendsten Tagesbedarfes, da auch hier bie allgemeine Un­sicherheit zu größter Zurückhaltung mahnte. Don Rheinlanbseite beftanb einiges 2ntereffe für neues Roggenmehl, jedoch ist der Absatz nach hier noch nicht in Gang gekommen. Die Preise zeigten bei Roggenmehl einen Rückgang um 0,75 bis 1,50 Mk.

Der Rauhfuttermarkt hatte bei_ziemlich unveränderten Preisen sehr stilles Geschäft.

Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen (74 Kilogramm, neuer Ernte) 250 bis 253 Mk. (Brief). Roggen (neuer Ernte) 202,50 bis 205. Wintergerste (neuer Ernte) 175. Hafer (inlänb.) 190 bis 192,50 Mk. pro Tonne. Weizen­mehl (südd. Spezial 0) 40,75 bis.41,50. Weizen­mehl (nieberrfjein., Spezial 0) 40,75 bis 41,25- Roggenmehl (60 Prozent Ausm ) 28,75 bis 30,50. Roggenkleie 11. Weizenkleie 10,25 bis 10,40. Erbsen 32 bis 36. Linsen 25 bis 63. Heu 3,50 bis 4. Weizen- unb Roggenstroh (drahtgepr.) 3. Weizen- unb Roggenstroh (gcbünbelt) 2,75. Treber (getrocknet) 10,50 bis 11,25 Mk. pro Doppelzentner.

Wochenbericht vom Frankfurter Schtachtviebmarkt.

Frankfurt a. M-, 30.2uli. Am Schlacht- Viehmarkt war die Preisgestaltung in der ab­gelaufenen Woche nicht sehr einheitlich. Die fi­nanzielle Krise scheint keinen größeren Einfluß mehr auf die allgemeine Lage des Diehmarktes auszuüben. Hatte man anfangs die Besorgnis gehegt, daß bie wirtschaftlichen Verhältnisse die Lieferanten zu einer größeren Zurückhaltung ver­anlassen würde, so zeigte es sich jetzt, daß diese Annahme nicht in allzu großem Umfange Ver­wirklichung fand, wenn auch bie Auftriebszahlen infolge ber herrschenben Unsicherheit burchweg geringer waren als in ber Vorwoche. Das vor­handene Angebot reichte jedoch völlig aus, um Der Nachfrage zu genügen. Die kühle Witterung der letzten Tage hat dazu beigetragen, daß ber Fleischkonsum eine Steigerung erfuhr, woraus sich bie bei einzelnen Viehgattungen eingetretenen Preissteigerungen erklären. Diese leichte Konsurn» fteigerung kann jedoch nicht darüber hinweg- täuschen, daß sich ber Fleischverbrauch trotz der sinkenden Preise bei Betrachtung eines größeren Zeitraumes in absteigender Linie bewegt, so bah schon seit 2ahren auf den Diehmärkten zwischen Angebot und Nachfrage ein starkes Mißverhältnis besteht. Ob hierin in abzusehender Zeit eine wesentliche Aenderung der Situation eintreten Dann, muß dahin gestellt bleiben, solange für eine Besserung der Kaufkraft ber Verbraucher noch keine Anzeichen zu bemerken finb.

Der Rinberauftrieb blieb gegenüber ber Vorwoche um 126 Stück zurück und bie Preise gaben um durchweg 1 Mk. nach. Bei schleppen­dem Geschäft verblieb Ueberstanb. Die Preise für Schweine, bereu Auftrieb um 1428 Stück ge­ringer war als in Der Vorwoche, konnten sich um 3 bis 4 Mk. befestigen. Bei sehr lebhaftem Geschäft wurde ber Markt ausverkauft. Für Kälber bestand nur geringeres Interesse, so baß bas Geschäft ruhig blieb unb bie Preise sich um 1 bis 3 Mk. ermäßigten. Für Schafe ergaben sich sowohl für bie Preise als auch für Auftriebs» Ziffer kaum Veränderung: bas Geschäft wickelte sich in ruhigen Bahnen ab.

2m einzelnen notierten pro Zentner Lebend­gewicht in Mark: Ochsen al) 42 bis 46, a2) 38 bis 41, bl) 32 bis 37; Dullen a) 35 bis 38, b) 30 bis 34; Kühe a) 34 bis 36. b) 30 bis 33, c) 22 bis 29; Färsen a) 42 bis 46, b) 38 bis 41, c) 32 bis 37. Kälber b)47 bis 51, c) 42 bis 46.

d) 34 bis 41. - Schafe al) 40 bis 44rbU3 bis 39. Schweine b) 48 bis 51, c) 50 bis 52, d) 50 bis 52, e) 47 bis 51.

' Die Reichsindexziffer für dieLe- benshaltungskosten im Juli 19 31. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Dekleidung undsonstiger Dedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichs- amtes für den Durchschnitt des Monats Juli auf 137,4 gegenüber 137,8 im Vormonat; der Rück­gang beträgt somit 0,3 v. H. An Dem Rückgang sind besonders die Dedarfsgruppen Ernährung und Dekleidung beteiligt, und zwar sind zurück­gegangen die Indexziffern für Ernährung um 0,4 v. H. auf 130,4, für Dekleidung um 0,7 v. H. auf 138.9, fürsonstigen Dedarf um 0,1 v. H. auf 184.3. Die Indexziffer für Heizung und 03c- leuchtung ist infolge teilweisen Abbaues der Sommerrabatte für Hausbrandkohle um 0,4 v. H. auf 146,0 gestiegen. Die Indexziffer für Wohnung ist mit 131,6 unverändert geblieben. In der Index­ziffer für Ernährung wirkten sich starke Preisrück­gänge für Gemüse aus, die durch die Erhöhung der Ausgaben für Kartoffeln infolge Einbezie­hung von Kartoffeln neuer Ernte sowie durch Preiserhöhungen für Zucker und Eier (saison­mäßig) nur zum Teil ausgeglichen wurden.

* 97prozentiger Vermahlungs­zwang für Inlandweizen. Der Ver­mahlungszwang für Inlandweizen ist für das Erntejahr 1931/32 auf 97 Prozent festgesetzt wor­den. Da Den Mühlen die Versorgung mit Aus- landweizen nicht möglich ist, solange der Export und Reimport noch nicht funktioniert, tritt der erhöhte Derrnahlungszwang erst am 15. August in Kraft und für die Zeit vom 1. bis 15. August gilt ein Dermahlungssatz von 60 Prozent.

* 32 - S t undenw och e b e i den Adler­werken. Die Stagnation auf dem Automobil­markt, die zum Teil auf die in der letzten Zeit eingetretenen Erschwernisse im Zahlungs-, Bank- und Ueberweisungsverkehr zurückzuführen ist, hat Die Adler-Werke dazu veranlaßt, ab 6. August bie 32-Stunden-Woche einzuführen, nachdem schon seit einiger Zeit nur 40 Stunden in der Woche gear­beitet werden. Die Deschäftigung des Werkes be­trägt zur Zeit nur etwa 50 Prozent des Normal­standes. Die Verschlechterung der Lage auf Dem Automarkt beschränkt sich übrigens nicht nur auf Deutschland, eine ähnliche rückläufige Tendenz wird auch aus den Vereinigten Staaten gemeldet, wo bekanntlich die Farbwerke ihren Betrieb in De­troit während des Monats August stillgelegt haben.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf Dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfund 1,40 bis 1,50; Matte 30 bis 35; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 10 bis 12; Rot- Traut 12 bis 15; gelbe Rüben 15 bis 20; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 20 bis 25; Römischkohl 8 bis 10; Bohnen 10 bis 15; Dicke Dohnen 10 bis 15; Erbsen 10 bis 15; Tomaten 20 bis 35; Zwiebeln 10 bis 15; Pilze 20 bis 25; Kar­toffeln 4 bis 4^/z; Frühäpfel 15 bis 25; Fall- äpfel 20 bis 30; Aepfel (ausl.) 50 bis 60; Dirnen 15 bis 35; Dörrobst 30 bis 35; Heidelbeeren 20 bis 25; Stachelbeeren 20 bis 25; Johannis­beeren 20 bis 25; Himbeeren 35 bis 40; Pflaumen 30 bis 45; ZWetschen 30 bis 35; Mirabellen 40 bis 45; Psirsiche 40 bis 60; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 1,10; Suppenhühner 90 bis 1,00; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben Stück 50 bis 70; Eier 9; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 5 bis 10; Salatgurken 15 bis 25; Ginmachgurken 2 bis 5; Endivien 10 bis 20; Obcr°Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 15; Radieschen Bund 10 bis 15; Kartoffeln Zentner 3,50 Mk.

Berliner Produktenmarkt.

Berlin, 31. Juli. Das Geschäft am Produk- tenmarflc gestaltete sich angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und infolge des schleppenden Mehlabsahes außerordentlich ruhig. Das ersthän» dige Inlandangebot von Brotgetreide ist keines­wegs dringlich, Weizen ist aber stärker angeboten als Roggen. Bei geringen Umsätzen lauteten Die Gebote wieder etwa 2 Mark niedriger als gestern, wobei in Der Hauptsache kurzfristige Ware für den lausenden Bedarf ausgenommen wird. Der Mehlabsatz ist auf Die dringendsten Bedarfskäuse beschränkt, die Mühlen waren vereinzelt zu Preis­konzessionen bereit. Die Situation am Hafermarkte hat kaum eine Aenderung erfahren, bei ausreichen­dem Angebot 'und stetigen Forderungen ist das Geschäft sehr ruhig geworden. Gerste in unver­änderter Marktlage. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer (neue Ernte) 198 bis 200 (mat­ter); Roggen, märkischer (neue Ernte) 146 bis 147 (ruhig); Wintergerste, neue 137 bis 147 (geschäfts- los); Hafer, märkischer 147 bis 153 (ftetig). (100 Kilo): Weizenmehl 28 bis 36 (ruhig); Roggen- mehl 22.25 bis 25,75 (matter); Weizenkleie 11,75 bis 12 (matt); Roggenkleie 10,75 bis M (matt); Viktoriaerbsen 26 bis 31; Futtererbsen 19 bis 21; Leinkuchen 13,20 bis 13,50; Trockenschnihel 7,40 bis 7,60; Sojaschrot 11,80 bis 12,50 Mark. Allge­meine Tendenz: sehr ruhig.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bif 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

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