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Mittwoch, 1. Zuli 1931

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffenf

Ur. 151 Zwettes Blatt

Aus dem Reiche der Krau.

Kleines Rezept für eine kurze, aber glückliche Reife.

Don Hella Kopp.

Wissen Sie Ihre Reise und Ihre Reiseroute schon Wochen oder Tage im voraus, so treffen Sie einige Zeit vor der Abfahrt Ihre Anordnungen, und nicht erst im letzten Augenblick. Erkun­digen Sie sich nach den, Ihren Wünschen und Vermögens Verhältnissen entsprechenden Hotels oder Pensionen, stellen Sie einen losen Tages­plan der sehenswerten Dinge auf und verteilen Sie in Gedanken einmal die verfügbaren Gelder auf die einzelnen Reisetage, damit Eie wissen, mit welchen Ausgaben Sie täglich zu rechnen ha­ben. Improvisieren können Eie immer noch inner­halb dieses Planes, aber es bleiben Ihnen bei solch einem kleinen Reiseprogramm Zeitverschwen- düng, Ermüdung und unnötige Geld ausgaben er­spart.

Rehmen wir an, Eie verreisen für drei oder vier Tage, so beschränken Eie die Auswahl Ihrer Kleiner, Hüte und Schuhe aus die Mindestzahl. Es genügen ein biS zwei dieser praktischen, immer eleganten Tweed- o&r kleingemusterten Wollklei­der, ein dunkleS Seidenkleid für den Rachmittag und vielleicht ein kleines Abendkleid. Schuhe: zwei Paar. Zum Herumlaufen und Besichtigen bequeme Sportschuhe mit flachen Absätzen, für den Rachmittag und Abend schwarze Sandaletten oder PumpS. Eie brauchen nur einen Hut, der neutral in seiner Farbe, zu ollen Kleidern patzt. Daneben legen Sie in den Koffer noch eine dieser fleinen, flotten Stroh- oder Ehenillekappen. Steht diese Ihnen besonders gut, so genügt sie als einzige Kopfbedeckung vollkommen.

Kommen Eie in eine fremde Stadt, so nehmen Sie, allen Vorurteilen Ihrer Bekannten zum Trotz, an einer der zu Unrecht belächelten Rund­fahrten teil. Lausen Die zu Fuß, so können Sie immer nur Bruchteile sehen und die Uebersicht geht Ihnen verloren. Bei einer Rundfahrt je­doch sehen Sie Gebäude, Galerien, Stadtteile und werden angeregt, sich noch einmal näher zu be­trachten. Aus der Gesamtansicht und dem Ein­druck einer Stadt heraus werden Sie die Schich­ten ihrer Bewohner viel tiefer, gründlicher erken­nen und verstehen.

Vermeiden Sie eS, besonders im Ausland, Ihr Rkittogessen im .ersten Hotel", Ihren Tee im »ele­gantesten Kafseehaus", Ihr Abendessen in der berühmtesten Dar" einzunehmen. Sie wollen doch Land und Leute kennenlernen, also besuchen Eie die Lokale der Einheimischen, die Theater des Volkes, Sie werden dann den Atem eines Landes und seiner Menschen spüren und an den Gebräuchen, an der Sprache Gefallen finden.

Besuchen Sie nicht olle Galerien, um .dagewe­sen" zu sein. Laufen Sie nicht vier Stunden er­schöpft darum herum, um »alles gesehen" zu ha­ben. Gehen Sie das erstemal durch eine Galerie möglichst ohne Katalog und sehen Eie sich nur die Bilder an, die Ihnen im Vorbeigehen gefallen, ohne gleich den Wert des Bildes und Meisters vor die eigene Wertung an erste Stelle zu sehen. Bleiben Sie nur so lange Sie aufnahmefähig und interessiert sind, auch wenn Sie einige bedeutende Gemälde noch nicht gesehen haben.

Lieberhaupt ist es nicht nötig, bei viertägigem Aufenthalt seinen Kopf mit dem Anblick vieler Galerien. Museen, Gebäude, Denkmäler und Kir­chen vollzupsropfen. Die menschliche Spannkraft läßt schnell noch und kehren Sie müde und ab­gespannt von der Reise zurück, so werden die un­

klaren, verwischten Eindrücke Sie kaum noch an die Reisetage erinnern. Rein, schlendern Sie in aller Rrche durch die ©traben, sehen Sie sich auSgeruht und frisch ein, zwei, drei Dinge an, die Eie besonders stark interessieren und machen Eie sich vielleicht einige kurze Rvtlzen darüber. So werden Sie vielmehr Freude, vielmehr nach­zudenken haben als wenn Sie vor lauter Ein­drücken nicht mehr wissen: WaS war nun eigent­lich daS Schönste auf meiner Reife?

Aengstliche Kinder.

Don Margot Earstens.

Das Kind hat Angst vor Hunden, Katzen, Insekten. Es hat Angst, am Abend allein durch das dunkle Zimmer zu gehen, es kann nicht ohne die brennende Lampe einschlafen, sieht regelmäßig unter dem Bett, dem Schranke nach, ob nicht etwa verborgene Machte seiner lauern. Das Kind hat Angst, nicht aus einer Vorsicht, einer Behutsamkeit, sondern meist aus einer Erziehung heraus, die mit unbekannten Dingen schreckte.

Die Eltern sind ratlos. Das Kind hat alles was es braucht, Möbel, Arbeitsgeräte in postender Größe, Bälle in den buntesten Farben, einen Roller, einen Indianeranzug mit wallender Feder, und trotz, dem wird es mit zunehmendem Aller scheuer, ver- schlossener mißtrauisch. Woher kommt die Furcht? Hat die Mutter vergessen, daß sie, selbst ängstlich, dem zwei, und dreijährigen Kinde die Mücken und Fliegen von dem Deckbett, von dem bloßen Aermchen schlug, und mit den Worten:Pfui, die scheußlichen Tiere stechen und saugen das Blut aus", die Insekten auf dem Boden zertrat. Erinnert sich der Vater nicht mehr seines vergnügten Spiels mit Baby und Hund, da er das Kind lachend in die Höhe schwang und Freude hotte, wenn der Hund noch dem wehenden

Es ist für die Hausfrau immer eine beson­dere Freude, wenn sie ihrem Galten und den Kindern einen Leckerbissen, ein« Abwechslung bei den täglichen Mahlzeiten reichen kann. 2e nach der Iahreszett sucht sie ihre Speisen wärme­spendend oder kühlend-erfrischend zu gestalten! und bereitet eine kräftig-sättigende oder eine leicht verdauliche, nicht bäastende Kost. In den heißen Tagen, wo der Durst meist das Hunger­gefühl überwiegt, ist sie erfinderisch in der Zu­bereitung von erfrischenden Obstkaltschalen und nimmt, wenn das frische Obst nicht ausreicht, nicht genug Abwechslung bietet. Selbsteingemach­tes oder getrocknete Früchte hinzu. DerHerr der Schöpfung" ist meistens zu bequem, einen Apfel oder eine Apfelsine zu schälen, eine Grape­fruit zu zerschneiden und greift viel lieber zu einem fertigen Obstsalat, einer Ob st kaltschale. Wir geben im Folgenden eine Anzahl erprobter Rezepte:

Kirschkauschale von frischen Kir­schen. Ein Pfund Kirschen werden durch die Hackmaschine gedreht, mit einem Liter Wasser und Zucker eine Viertelstunde lang bei kleinem Feuer weich gekocht, durch ein Haarsieb gegeben und koltgestellt. Man schmort nach Belieben ge­sondert einige Kirschen weich, die man nach dem

Kleidchen schnappte? Damals hatte das Kind ge- I jauchzt, heute geht cs mit großen Augen/Und angst lichen Bogen um jedes Tier herum Unerschrocken I ging has kleine Kmd an jeden Gegenstand heran, befühlte ihn und mochte ihn sich, seiner körperlichen Kraft und seinem Denkvermögen entsprechend, zu eigen. Es konnte die Gefahr noch nicht und meisterte sie unbewußt. Heute hat es durch elterliche Drohun­gen Angst Angst vor dem Unbekannten. Dem schwarzen Mann, Butzemann, dem Kater und der Hexe, Drohungen sind ja das bequemste Erziehungs- mittel, nur werden ihre Folgen oft nicht bedacht. Das Kind wird im Sprechen und Bewegungen scheu, befangen und mißtrauisch Je empfindlicher cs ist, um so tiefer erfassen es Zurückhaltung, Furchtsamkeit, Abwehr und schwere Nervenstörungen, und Zwangs­vorstellungen können bei dem Heranwachsenden Men. schen die Fehler seiner Erziehung zeigen.

Es nützt nichts, durch Zwang ober Gebot den Kindern die Furcht auszutreiben, nein, das Fordern und Befehlen, gerade die furchteinflößenden Dinge zu tun, wird nur die Angst vertiefen, nie beseitigen. Hier Helsen nur Güte und Beispiel. Gehen Sie ein­mal, mit Ihrem Kinde an ^ber Hanb, in ben so furchtbar bunklen Keller, unb zeigen Sie ihm klar unb lächelnb, baß in bem Schrank wohl Butter unb Gemüse steht, aber nicht ber schwarze Monn: ftrei* cheln Sie einmal gemeinsam mit bem Kinbe ben Hunb, ber es beschützen, aber nicht beißen will, unb bas Kinb wirb Ihren Schutz fühlen, wirb seine I Umwelt mit anberen, angstloseren Augen betrachten.

Unsere Zeit braucht keine Duckmauser, sie braucht eine wiberstonbsfähige unb gefunbe Iugenb, bie imftanbe ist, ihren Lebenskampf aofzunehmen unb zu bestehen. Es sollte Pflicht aller Eltern sein, ohne übertriebene unb verlogene Drohungen, ohne furchterregende Vorstellungen ihre Kinber zu freien, starken Menschen zu erziehen.

Erkalten als Emlage in die Suppe gibt, oder man durchzieht die Kaltschale mit steifem Eier- fchnee und reicht kleine geröstete Zwiebäcke dazu.

Kirf chkaltschale von eingemach­ten Früchten Diels Hausfrauen hoben im vergangenen Iah re Schattenmorellen oder Rot­ten eingeweckt. Diese Sauerkirschen geben eine besonders fchmackhafle Obstsuppe. Die Kirschen werden mit Wasser ausgekocht und durch ein Haarsieb gestrichen. Nochmals zum Kochen ge­bracht, werden sie mit Zucker und Zitronenzucker gesüßt und das Ganze mit etwas Kartoffel­mehl oder Mondamin gebunden.

Himbeer- und Erdbeerkaltschale. Man bereitet einen Zuckcrsyrup (vgl. Apfel­kalischale mit Apfelsinen). Himbeeren und Erd­beeren werden gut verlesen, die Erdbeeren Hal­bert in eine Porzellanschüsfel oder Glasschale gelegt und mit der obigen Flüssigkeit übergossen lall gestellt.

Apfelkaltschale I. Man schäle zehn sehr schöne Aepsel, schneide drei davon in feine Schei­ben und dämpfe sie vorfichtig, damit sie ganz bleiben, in einer flachen Kasserolle weich, unter Hinzuführung von einem Keinen Glase Weiß­wein. dem Saft einer halben Zitrone und Zucker. Die übrigen Aepsel schneidet man ebenfalls klein,

Allerlei Obstkalischalen.

Eine willkommene Erfrischung an heißen Tagen. Don Grete Brinkmann.

Oie Hausfrau Hai Urlaub.

Don Ilse Renz.

Dor kurzem ging durch unser Bureau die Ur­laubsliste, und jeder Angestellte vom Höchst- bis Riedrigstbezahlten malte mit frohen Hoffnungen und Reisegedanken seinen Ramen und die Zeit seines Urlaubs auf das weiße Papier. Wir wissen nun das Datum unserer Abfahrt, wir kennen den Monat unserer Reise und die Ferientage und Wochen nach einer anstrengenden Iahresarbeit winken in freudig erregender Rahe.

Und die Hausfrau? Sie hat keine Urlaubslifte, ja sie bekommt vom Haushalt aus kaum eine Reiseerlaubnis. Wird sie wieder wie alljährlich mit Monn und Kindern an die See reifen oder erfüllt sich endlich einmal ihre stille Sehnsucht, ganz allein, in aller Rühe 14 Ferientage zu ver­bringen?

Schon lange hat das Vorurteil: Hausarbeit ist keine Arbeit, keine Gültigkeit mehr, denn jeder sieht selbst, wieviel eine Hausfrau in unserer fi­nanziell so schweren Zeit zu bewältigen hat. Reben der ermüdenden Hausarbeit, neben der Erziehung der Kinder hat die Frau eine ausgezeichnete, weit­blickende Organisatorin, eine fluge Kassenverwal- terin, eine anregende, immer lebendige, inter­essierte und verständnisvolle Gattin zu sein, die den Beruf ihres Mannes ebenso gut versteht wie das ABC- der Küche und die Pflege der Kinder. Aber welcher Konzentration eS bedarf, neben der zermürbenden, häuslichen Arbeit eigene geistige Kräfte zu entwickeln und der Umgebung nutzbar zu machen, das weih nur die Hausfrau selbst, und sie sehnt sich nach Ruhe, Entspantrung und Er­holung ebenso sehr wie der beruflich tätige Mann.

Stehen der Familie Geldmittel zur Verfügung, so ist es nicht schwer, einen geeigneten Platz, ein Hotel oder eine Pension für den Ferienaufenthalt zu finden. Schwerer für die Hausfrauen, die, da sie kein Hilfspersonal hatten, doppelt erholungs­bedürftig sind und nun mit der ganzen Familie und einem knapp bemessenen Geldbeutel in ein klernes billiges Bad oder Gebirgsort zum »eigenen Wirtschaftsführen" fahren müffen. Denn trotz Luft­veränderung und mancher freier Stunde bieten diese Ferientage der Frau kaum eine Erholung. Die Hausfrauentätigkeit bedingt ja nicht nur Handarbeit, sondern vor allen Dingen Kvps- arbeit. Unb der Kopf findet bei dieser Reise, die lediglich einen Ortswechsel darstellt, keine Ruhe hat genau wie daheim zu denken, für das Essen, den Gatten, die Kinder zu sorgen, während der Mann, fern vom Geschäft, unbelüftet und frei seine Ferien genießt.

Ist ein Urlaub nur in diesem Rahmen möglich so sollte die Frau am Ferienschluh wenigstens für eine bis zwei Wochen von den Haushalts­

sorgen befreit werden und, wenn sie Reigung da­zu hat, diese Zeit allein in dem Badeort zurück- bleiben. Solch ein mehrtägiges Alleinsein, ge­dankliches und körperliches Zum-Bewußtsein- kommen und Ausruhen wird ihr mehr Erholung bringen, als die ganze vorangehende Ferienzeit mit Mann und Kindern,

Ist die seelische Einstellung zum Alleinsein nicht so stark, so sollten die beiden Gatten, wenn es finanziell möglich ist, einige Sage ohne Kinder verreisen. In den gemeinsamen Erholungstagen sollten sie über den Alltag hinaus den Weg zu einander finden, sich ihrer kameradschaftlichen Ge­meinschaft bewußt werden und gemeinsam nicht nur arbeiten, sondern die Schönheiten des Lebens genießen und sich auch hier die Hände reichen. So werden beide erholt, mit neuer Spannkraft für die Forderungen des täglichen Lebens der Mann in seinen Beruf, die Frau in ihren Haus­halt zu ihren Kindern zurückkehren.

Kofferpacken.

Don Gertrud Reinsch.

Reifen ist eine sehr schöne Angelegenheit wenn nur das böse Kofferpacken nicht wäre! Die Entschuldigung, daß während der Ferien ge* nürgend Zeit zur Erhollmg fei, wird meistenteils angel rächt aber fie stimmt nicht. Auch di« Fcchrl soll Erholung sein. Wird sie müde und abgespannt angetreten, bleibt nur wenig In- K-reffe, die Gegend zu bewundern und die An- flDengung des Stillsitzens gut zu überstehen. Wo­zu in Hast und Eile di« Reisevorbereitungon treffen oder sich um die Frag« zu streiten, wer bie Koffer packt?

Meistenteils wird ja der Hausfrau das Los in die Hand gedrückt werden, die'« Arbeit zu er- ledigen. Wird, an Ort und Stell« angelommen, etwas vermißt, hat sie etwas vergessen einzu­packen, dann bekommt sie obendrein noch Vor­würfe. Besorgt der Mann dies« Arbeit, dann besteht in ben meisten Fällen schon von Anfang an die Gewißheit, daß ar es nicht ordentlich macht und noch mehr einzupacken vergißt als b:« Frau. An sich ist die Arbeit des Ein­packens keine leichte, obwohl sie fast immer vom starken Geschlecht unterschätzt wird. Wo ist ein guter Ausweg?

Run, sehen wir einmal nach RuUand! Dort führte man für die Eheleute die Arbeits­teilung ein. Ich will hier durchaus nicht russi­schen Einrichtungen das Wort reden, aber m gewisser Hinsicht hat die Arbeitsteilung in der EH« viel für sich. So auch beim Kofferpacken!

Falls es sich um «inen längeren Aufenthalt handelt, werden mehrer« Koffer mitgenommen. In den einen kommen bi« Sachen der Frau, in

den anderen die des Mannes. Wenden wir also di« Arbeitsteilung an: jeder packt seinen Koffer! Vielfach liegt es an ber Hausfrau, wenn ihr Mann zum Kofferpacken zu ungeschickt ist. Sie möge ihm zeigen, wie man bie Sachen zusammen- Legt unb verstaut, fo daß recht viel hineingeht. Das nächste Mai wirb er es belfer können. Packen wir ihn vielleicht bei feinem Ehrgeiz unb halten ihm vor. baß ein Mann eigentlich alles können müffe, zumal er fich dessen immer rühmt. Um nichts zu vergessen, macht jeder schon Sage vor­her seine Aufstellung, was alles mitgenommen werden soll. So wird feiten ber Fall ein treten, baß etwas vergessen wirb.

Am letzten Sage gibt es noch viel Arbeit für die Hausfrau, also sollte das Kofferpacken nie bis zum letzten Sage bleiben. Was entbehrlich ist, wird immer verstaut, und für den Abreisetag bleiben höchstens einige Solletteutensllien. die Hausschuhe und einige andere täglich benötigte Sachen. Erweist sich jedoch die absolute Unfähig­keit des Mannes zum Kofferpacken. dann be­diene man sich seiner wenigstens in der Weise, baß er die einzelnen Sachen zureicht, einzelne Ding« einwickelt unb mit nachdenken hilft, was noch mit genommen werden mutz.

In dieser Weife kann die Arbeit gut geteilt werden unb niemanb von beiden empfindet di« Last des Kofferpackens und ist abgefbannt Auch der Vorwurf, etwas bergeff en zu haben, trifft bann beide gleich. Wozu alfo die Freud« auf ben Urlaub unb auf die Erholungsreise berg ' «m, wenn «S auch anders geht?

praktische Winke.

Zitronensastgegen Rostflecke. Soweit bie Rostflecke in der Wäsche noch frisch sind, lassen sie sich mit Zitronensaft ganz leicht befeitigen. Man träufelt ben Saft behutsam auf ben Fleck, unb zwar so lange, bis ber Fleck verschwindet. Hernach wirb bie Stelle gewässert unb mit Seifenwasser gründlich nachgewaschen.

Das Schärfen von stumpfen Scheren. Stumpfe Scheren schärft man, indem man beide Schneiden kräftig über den Hals einer Glasflasche streicht: man verfahre dabei so, als wolle man den Hals der Flasche abschneiden. Ist die Schraube lose geworden, die bie Scherenflächen zusammenhält, so ist es gut, gegen beide Seiten ein glühendes Stück Eisen zu preßen. Das heiße Eisen verursacht, daß sich bie Schraube dehnt. Dabei werden bie Schnitt­flächen ber Schere roieber enger zusammengczogen.

Bügeln von Manschetten. Beim Bügeln lege man ein Lineal an die Manschette unb fahre daran mit bem Eisen entlang, so daß bie Kante her­austritt. Dadurch verleiht man ben Manschetten ein gutes Aussehen.

kocht he mit V< Liter Wasier weich, streicht ft» durch ^in fefcr seines Haarsieb, fügt Zucker, den Saft einer Zitrone unS eine halb« Flasche leich­ten Weines hinzu. 100 Gramm Korinthen und 100 Gramm Sultaninen hat man unterdessen mit frischem Wasser ausgekocht und nach dem "Ad- tropfen auf einem Sied mit den gedampften Aepfelfcheiden in eine Terrine gegeben unb mit bet Ka.tschale übergossen. D.S zum Gebrauch auf Ers oder in einen lüb-cn Raum stellen.

Apfelkaltschale II. Aepsel werden nut Zitronenschale im Wasser weich gekocht, durch ein Haarsieb gestrichen und mit Wasser, Zucker unb Starkem«!), ausgekocht. Auf einen Liter Flüssigkett 25 Gramm Stärkemehl.

Apfelkaltschale mit Apfelsinen. Man locht 90 biS 100 Gramm Zucker mit 1 * ßiter Walser unb 1/4 Liter Weißwein einige Minuten zu einer leicht leimigen Flüssigleit und läßt sie erkalten. Unterdessen werden zwei Aepsel und drei Apfelsinen geschält, in feine Streifen ge­schnitten und nach Entfernung der Kerne lagen- toe;re in eine G.asschale gelegt, mit dem Syrup übergossen unb nach 15 Minuten gereicht.

Aprikosen- unb P s I a u m e n k a l 1- schale von getrockneten Früchten. Aprikosen unb Pflaumen wäscht man gründlich unb läßt sie zwölf Stunden in Wasser weichen. Hetzt sie aus- Feuer mit dem durchgesiebten Weichwasser unter Hinzufügung von frischem unb läßt die Früchte langsam weich kochen, gibt sie burch ein Haarsieb, kocht sie mit Zucker auf, bindet fie mit wenig Stärkemehl und stellt sie kalt. Dor dem Anrichten streut man kleine Sup­penmakronen in bie Kaltschale. Run kann die Hausfrau, wenn sie beabsichtigt, mit ber Obft- kallschale nicht nur ein erfrischendes, sondern auch ein sättigendes Gericht zu reichen, ben verschiedenen Obstsuppen, je nach Reigung, Grieß- ober Sem­melklößchen hinzufügen. Ober sie gießt bie nicht gebundene Obstsuppe über Hafer», Weizen- oder Reissivcken.

Zum Schluß soll auch noch das bekömmttcha, erfrischende und sättigende Bircher-Müsli, nach Dr. Bircher-Denner (Zürich), erwähnt wer­den, dessen Rezept lautet: 1 Kinderlöffel Hafcr- flocken wird mit 3 Eßlöffeln Wasser minde­stens 12 Stunden vorgeweicht. Die erweichten Fldcken werden tüchtig verrührt und mit dem Saft einer halben Zitrone, einem Eßlöffel ge­zuckerter kondensierter Milch ober einem Lössel süßen Rahm unb etwas Honig, unter Hinzu­fügung von 150 Gramm rohen zerkleinerten ObsteS, vermischt. Die fertige Speis« wirb mit einem Eßlöffel sein verriebener Manbeln oder Rüsfe bestreut unb sofort nach bet Zubereitung roh verabreicht.

Es läßt sich so ziemlich febe Obstsorte zu dieser Speise Verwendern Aepsel werden samt Schale unb Kerngehäuse auf einer Apfelraffel gerieben, Bananen fein geschabt. Himbeeren. Erd­beeren und Brombeeren werden mit einem Silber » lvffel zerdrückt unb bie Kirschen, Aprllosen, Pfirsiche unb Pflaumen gibt man zur Zerklei­nerung am besten durch eine Hackmaschine.

Eßt Obst unb bleibt gefunb!" Dieser Spruch, der uns überall ins Auge springt, hat schon etwas für sich. Allen Hausfrauen unb Müt­tern möchte man es immer tobeber sagen, scheut keine Mühe des Derlesens unb ZubereitenS, macht tüchtig Gebrauch von den Früchten, die die Ratur bald in überreicher Fülle ausschütten wird, erfreut und erfrischt die nach Hause heim- kehrenden arbeitenden Familienmitglieder burch das Bereitstellen köstlicher Obstkaltschalen.

Können Sie das Kursbuch lesen?

Eine für viele Frauen peinliche Frage.

Man mühte mal einen Fragebogen verschicken an all die Frauen, die im Leben stehen, bie be­rufstätig sind, di« mit bem gleichgültigsten Gesicht der Welt bie schwierigsten Geschäftsbriefe schrei­ben an all die Frauen, bie dasselbe leisten wie der Mann. Und auf diesem Fragebogen müßte die schlichte Frage stehen: »Können Sie eigentlich daS Kursbuch lesen?"

Werm diese Frauen ganz ehrlich sind, werden 80 Prozent den Fragebogen mit einem glatten: Rein! zurücksenden. Und wenn man diese Frage Hausfrauen vorlegt, so werden sicher 90 Prozent antworten: Aber warum soll ich denn das Kurs­buch lesen das macht immer mein Mann!

3a, so ein Kursbuch ist ein sonderbares Ding. Auf den ersten Blick sieht es aus, als würde man nie hinter seine Geheimnisse kommen. Lauter Zahlen und Sternchen und Striche, ganz zu schweigen von den vielen Pünktchen, das ist ja beinahe eine Codeschrift, irgendeine Geheimschrift, die furchtbar schwer zu lernen ist. So etwas lehnen Frauen gerne ab.

Und doch ist fo ein Kursbuch eine riesig amü­sante Sache. Cs besteht gar nicht nur aus nüch­ternen, langweiligen Zahlen. Wenn man in ihm zu lesen versteht, dann wird die ganze Welt auf einmal nah. Dann verlieren bie Worte: Zugan­schluß, Sommer- unb Winterfahrplan, Sonberzüge ufto. auf einmal alle Schrecken, Man kann mit bem Kursbuch um die ganze Welt reifen, man glaubt gar nicht, wieviel Spatz es macht, die Anschlüsse selbst herauszusinden, den Fahrpreis zu errech­nen und so vor allen Ueberraschungen gefeit zu fein.

Kursbuch lesen ist gar nicht schwer, man muh es sich einmal zeigen lassen, oder man lieft sich das Vorwort einmal recht genau durch, da steht nämlich alles drin. Und intelligent genug zum Kursbuchlesen sind bie Frauen sicher, sie können doch sonst alles... Warum wollen sie sich gerade in diesem Punkt auf einmal vom Mann abhängig machen. Diele Frauen reifen heute allein war­um muh der Mann da erst die Angüsse heraus­suchen!

Heute sucht sich die Frau doch auch sonst selb­ständig den Anschluß ... Wieso nicht im Kurs­buch?

Es ist wirklich nicht langweilig, dieses Buch aus Strichen und Zahlen. Warum soll es für die Frau ein Buch mit sieben Siegeln bleiben? Die Reise­zeit ist da lernen Sie das Kursbuch lesen, meine Damen, erst dann find sie wirklich frei und un­abhängig! Ellinor.