Ausgabe 
1.7.1931
 
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tionalfoziakstifchen Studenten veranstalteten xnt dem Hörsaal «ine Kundgebung und stimmten das Deutschlandlied an. D'e Beamten der Universität versuchten vergeblich, die Demonstranten zu zer­streuen. Die herbcigerufene Polizei in Stärke von zwei Aufgeboten räumte gegen 13 Uhr die Universität. Die Polizei machte dabei Dom Gummiknüppel Gebrauch. Die Urriversität wurde nach diesen Auftritten bi« auf weite re­ge schloff en.

Nie Spartakiade verboten.

Ein Berliner Poii;cibeamtcr beim Zu» sammenstotz mit Kommunisten erschossen.

Berlin. 30. 3uni. (WTB.) Bei einem Zu- sammenstoh mit Kommunisten wurde einPolizeioberwachtmeistererschos- s e n. Gegen 19 Uhr hatten in der Frank'urtev Allee sich etwa 800 Kommunisten angesammelt, die sich zu einem Zuge formierten und nach dem Ltadtinnern marschieren wollten. Eine Polizei­streife alarmierte sofort da- Ueberfallkommando. Als das Ueberfallkommando eintraf, wurde es von den Kommunisten mit Steinen beworfen. Au- fielen aus ihren Reihen etwa 30 bi- 40 Schüsse, die nun von den Polizeibeam­ten erwidert wurden. Eine Kugel traf den Führer deS Lieberfallkommandos, der sofort zulammenbroch. Ohne die Besinnung zu er­langen, ist er nach kurzer Zeit auf der Rettungs­stelle gestorben. Sofort nach Bekanntwerden der kommunistischen Lieberfälle hat beim Minister des Innern eine Besprechung stattgesunden. Als Er- gebftiS dieser Besprechung hat der stellvertretende Polizeipräsident auf Grund der durch die kommu­nistischen Ucberfälle neu entstandenen Lage d i e Spartakiade verboten. Da- Verbot wird mit allem Rachdruck durchgeführt werden.

Keine Lösung der Krisis in Oldenburg.

Die Auflösung des Landtags abgclchnt.

Oldenburg, 30.Juni. (MTB.) 3m Olden- burgischen Landtag kam der Auflösungs­antrag der Rationalsozialisten zur Erledigung. Dor Eintritt in die Tagesordnung beantragten die Deutschnationalen, dass der Land­tag sich cDentuctl einen Tag vertage, damit Ge­legenheit gegeben sei, die Bildung einen politischen Regierung auS den Parteien zu versuchen. Der deutschnattonale Antrag wurde aber abgelehnt, auch von den RationaV- soziolisten, weil sie nicht bereit seien, mit dem Zentrum in irgendeiner Form zusammen- zuarbeiten und daS Zentrum zur Bildung jeder Regierung in Oldenburg zur Zeit nötig sei.

Rach einet längeren Debatte wurde über den) Auslösungsanttag abgestimmt. Es stimmten 25 von 48 Abgeordneten für den Antrag, und zwar die Rattvnalsozialiften, die Deutschnarionalen, <*.n Landvolkabgeordneter und die drei Kommunisten. Da für die Annahme eines verfasfungsänderirden Beschlusses zwei Drittel aller Wgeordneten, also 32 Abgeordnete, notwendig waren, war der Antrag abgelehnt. Der Landtagspräsident vertagte daS Parlament dann auf unbe­stimmte Zeit. Damit führt die frühere Beamtenregierung jetzt als geschäftS- führendeS Direktorium ihr Amt weiter.

Das neue badische Kabinett.

Lozialdemolratie, Zentrum und Volks« Partei stellen die neuen Minister.

Karlsruhe. 30. Juni. (WTB.) ImDadischen Landtag wurde die Wahl der neuen Regierung vorgenommen, nachdem die bisherigen Minister ihre Ämter zur Verfügung gestellt batten. Die Opposition nahm an der Wahl nicht teil. Er wur­den folgende neuen Minister gewählt: als In­nenminister der sozialdemokratische Abgeord­nete und Staat-rat Mayer, der seitherige Innenminister Wittemann (Zentrum) als I u st i z m i n i st e r, der bisherige Iusttzminister Dr. Schmitt (Z.) als Minister für Kul­tus und Unterricht. der volksparteiliche FrattionSchef Dr. Mattes als Finanzminister. Ferner wurden gewählt als Staatsrat der Abgeordnete R ü cf e r t (Sozialdemokrat) und Ab­geordneter Heurich (Zentrum). Die Wahl des Staatspräsidenten fiel wiederum auf Minister Wittemann.

Aus aller Welt.

Die Rordlandsahrl de«Gras Zeppelin".

Scheveningen, 1.3ult (WTB. Funkspr.) Rach einem vomGraf Zeppelin" hier gegen 13.15 Uhr MEZ. cmfgenommenen Funkspruch hat das Luftschiff bisher bei schönem Wel­ter eine ruhige Fahrt gehabt, die int 26 Stunden den Rhein abwärts über Rotterdam, die Ostküste Englands, Scapa Flow über die Fä­röer zur Ostküste Islands, wo die Rächt gegenwärtig nur ganz kurz dauert, führte, lieber Reykjawik wird das Luftschiff Post abwerfen. Die Passagiere sind begeistert.

3m Fahrstuhl überfallen und beraubt.

In Hamburg wurde ein 23jähriger Handlungs­gehilfe im Fahrstuhl von zwei unbekannten Man­nern überfallen und seiner Aktentasche mit über 3000 Mark Inhalt beraubt. Einer der Täter hat dem Handlungsgehilfen Pfeffer in d i e Augen gestreut, während der zweite iffh mit einem Re­volver bedrohte. Die Täter sind in Kraftwagen ent­kommen.

A4. Bundestag des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten.

WSR. Mainz. 30. 3uni. Di« DundeSragung des Reichsbundes der Zwildienslberechtigten. die vom 28. 3unt biS 1. 3uLi in Mainz ab gehalten ward, wurde am Sonnlagvormittag mit einer öffentlichen Kundgebung im grossen Saal der Stadthalle eröffnet. Heber 1500 Mitglieder füll­ten den festlich geschmückten Saal. BundeSdirek- tvr Krüger, Berlin, eröffnete die Tagung mit einer Begrüssungsansprache, die in erster Linie dem befreiten Rheinland galt. Als lei­tenden Grundgedanken der Tagung stellte er die Sorge um die Erhaltung des BerufsbeamtentumS und insbesondere die Sorge um die Zivilverfor- gung heraus. Schweigend ehrte sodann die Ver­sammlung durch Erheben von den Sitzen die im letzten Berichtsjahr verstorbenen mehr alS 1700 Kameraden deS Reichsbundes. Als Dertreter der hessischen Stoat-rogierung und des Deut­schen LandkreiStageS begrüßte PrvvinziaDirek­tor Dr. Wehner den Bundestag. AlS Ver­treter der Stadt Mainz sprach Bürgermeister ? r Krauss.

Minifterialrat Dr. 3eh, Mecklenburg-Schwe­rin. hielt sodann daS Hauptreferat über ..Zivil- neforgung und AnsteltungSbehörden". Er betonte die Rvtwendigleit der Zivilverforgung, um dem Soldaten und dem Pvlizcibeamten die Derufs- freude zu erhalten und ihn nicht der politi­schen Beeinflussung radikaler Elernente auSzu- setzen. An die Zivi Dien st berechtigten selbst rich­tete der Redner die ernste Mahnung, die Be­werbung um Anstellung planmässig durchzuführen und forderte zum Schluss alle dazu Berufenen auf. mitzuhelfen, die Zivilversorgung so zu ge­fallen, dass den aus Wehrmacht und Polizei aus- scheidenden Staatsdienern ihr Recht werde.

Der Vorsitzende des hessischen Verbundes, Dörr, schilderte eingehend die Verhältnisse in Hessen und führte an Hand reichhaltigen sta- tifttschen Materials aus, dass die gesetzlichen Be­stimmungen zugunsten der ZivilverforgungS- berechtigten noch nicht überall zur Durchführung gekommen feien. Er richtete an Regierung und Parlament den dringenden Appell, die Verspre­chungen und Verpflichtungen einzulösen, die sie im 3nterefle der Dersorgungsanwärter eingegan­gen seien.

Das Ergebnis der. Aussprache wurde in einer Reihe von Entschliessungen niedergelegt.

Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet hat sich nunmehr nach dem Festlande hin verlagert und erstreckt sich in seinem geschlossenen Kern von der Nordsee über Ostsee und Norddeutschland bis nach Polen hin. Die an seiner Südseite ausfliessenden kontinentalen Ostwinde ha­ben in unserem Gebiet vollkommen heiteres Wetter gebracht. Dabei verursacht die Sonnenstrahlung

kräftige Erwärmung. Da bei den hohen Temperatu» ren der Luftdruck jedoch dauernd fallt, baut sich da« Hoch langsam ob; sodann dürsten durch die über Frankreich sich entwickelnden flachen Druckstörungen, sowie auch durch die Ausläufer des Islandticfs uni ter Zufluss kühlerer Ozeanluft lokale ©eroitterftörun« gen sich herausbilden, die zum Teil auch Nieder» schläge mit sich bringen. Jedoch wird die Storung«« taligkeit nur vorübergehend sein, denn ein neuer Vorstoss hoben Druckes von Westen her wird bald wieder Aufheiterung bringen.

Au-sichten f ü r Donnerstag: Zunächst noch meist heiter und kräftige Erwärmung, spä­ter auskommende Bewölkung mit Gewitterneigung.

Lufttemperaturen am 30. Juni mittags 19,5 Grad Celsius, abends 14,7 Grad; am 1 Juli morgen» 12,6 Grad. Marimum 21,7 Grad, Minimum 8,8 Grad. Erdtemveraturen in 10 cm Tiefe am 30. Juni abends 26,2 Grad; am 1. Juli morgen» 18,8 Grad. Sonnenscheindauer 15 Stunden.

Oie Wetterlage.

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4337 D

D. H.V.

Donnerstag, Den 2.3nü, oöenös 8 30 Uhr. Helm Dottrag: Botoetotdiinng n. UrttilsiofenoetMmiiig.

Von der Reise zurück

Dr. Siegfried Klein

Seltersweg 20

4319 D

Von der Reise zurück

Dr

4318 D

Donnerstag/ den 2.31111-1931/ nachm. 2 Llhr, versteigere ich im Löwen", Neuenweg 28, dahier zwangsweise geg. Barzahlung: zwei Teppiche, zwei Bücherschränke, zwei Rauchtische, einen Sekretär, eine Schnellpresse, eine Heftmaschine, zwei Paginier-Maschinen, eine Rotations­maschine, einen Horch-Personenwagen, zwei Schreibmaschinen, eine Lederwalzc, eine Steppmaschine, einen Arzneischrank, einen Dauerrvellenopparat, einen Ser­viertisch, eine Standuhr, zwei Klaviere, einen Waschtisch, ein Fahrrad, einen Gasherd, einen Eisschrank, zwei Kre- denzcn, einen irischen Ofen, einen Ka­chelofen, zwei Mantelkessel, einen_ Ver­vielfältigungsapparat, eine Ständer- lampe, einen Spiegelschrank, Wand­uhren, Chaiselongues, Sofas, Bilder, Sessel, Tische, Stühle, Schreibtische mit Sessel, Vertikos, Nähmaschinen, Büfetts, Diwan, Kleider schränke, zwei Korb­möbelgarnituren, zwei Schreibtischsessel, Grammophon mit Platten, Spiegel, zehn Tischdecken, Handtücher, Stoffe, Leinen, Deckbetten- und Kopfkissen- beiüqc, Bettücher, Gobelindecke, ein Pferd. 4341C

Bestimmt:

zwei Handkoffer, 10 Schulranzen, zwölf grosse Handtaschen, 207 kleine Hand- täschchen.

Dem

Gerichtsvollzieher in Giessen, Steinstraße 13 Telephon 410L

Bekanntmachung.

Betrifft: Die Platzeinteilung auf dem Wochenmarkt.

Auf dem Wochenmarkt gilt für den Ver­kauf von Wochenmarktartikeln ab l.Iuli 1931 folgende neue Platzeinteiluna: a) Lindenplah: Butter, Eier, Käse, Ge­flügel; Obst und Gemüse in kleinen Mengen, b) Kanzleiberg (auf der Seite des Alten Schlosses): Beeren, Obst in Körben, Gemüse;

c) Brandplah: Obst, Gemüse, Kartofteln, Fische (Kartoffeln auf Wagenladungen vor dem Reitinstitut); ferner: Blumen, Pflanzen und Samen;

d) Marktlaubcnftrahe: Butter, Eier, Käse, Geflügel, Wildbret, Obst und Gemüse in kleinen Mengen (vorwiegend Selbst- erzeugnisse);

e) die Morktlauben: für Fleisch- und Wurstwaren sowie alle anderen vor­stehend aufgeführchen Gegenstände des Wochenmarktoerkehrs, soweit Raum da­für vorgesehen und vorhanden ist, mit Ausnahme von Kartoffeln;

k) Senckenbergflrahe (auf der Seite vor dem Neuen Schloss): Wochenmarkt' artikel auf Autos und Wagenladungen;

g) Oswaldsgarlen: für Kartoffeln, Kraut, Obst, Stroh, Holz und Brennmateria­lien auf Wagenladungen;

h) jeder Verkauf von Gegenständen des Wochenmarktverkehrs von Lastautos aus hat auf dem Platze vor der Reit­bahn und, soweit dieser nicht ausreicht, auf dem Landgraf-Philipp-Platz und in der Senckenbergstraße zu erfolgen. Giessen, den 1. Juli 1931. 4331C

Der Oberbürgermeister.

3.%.: Dr. Hamm.

Bekanntmachung.

Am Montag, dem 13. 3uti 1931, findet eine Bachschau an der Wieseck statt.

Zusammenkunft vormittags 10.15 llhr an der Gemarkungsgrenze GiessenMd^ gen. 4330C

Gießen, den 30. Juni 1931.

Der Oberbürgermeister.

______I. D.: Dr. Hamm.________

Bekanntmachung.

Die Lieferung von etwa 2000 Zentner süßem Wiesenheu, beste Qualität, ist zu vergeben. , . 42860

Die Lieferung kann geteilt werden.

Bedingungen liegen bei der unterzeich­neten Verwaltung zur Einsicht offen.

Angebote sind verschlossen und versehen mit der AufschriftAngebote für Heuliefe- rung" bis zum 11. 3uli 1931, vormittags 10 llhr, einzureichen.

In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen

Zuschlagsfrist fünf Tage.

Giessen, den 27. Juni 1931.

Verwaltung

der Veterinär-Kliniken und -Institute.

Kirschen-Versteigerung

Am Donnerstag, dem 2. Juli, nachmit­tags um 4 llhr, kommen etwa 45 Bäume weih- und Glaskirfchen (L.nrnachkirfchen) in Bettenhaufen zur Versteigerung. Zu- sammenkunst am Muschenheimer Weg.

Hessische Bürgermeisterei. 4322D 9.$4 Rückel, Beigeordneter.

BENZIN

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Die schnellstem Schiffe der Welt, die dcuUchto Turbloendampfer »Europa« and »Bremen«, errangen dal Blaue Band de, Ozean« mit »Standard« Helzeel. Beide Schiffe verwenden auf ihres regelmlfllgcB Fahrten rwtoeben des Kontinenten aenchUeßUch Standard« Hetzod.-

Das erste Diesel-Flug­zeug, Junker, »Jumo 4». ein Mei,«erwerb deutacben Schaffern, flieg« mit »Standard« TreiboeL Co e* auf Höcb*«. kbtunges and Betrieblicher, beit an ko amt dnd »Standard«» Betriebsstoffe führend.

Die höchste Wegen- geschwlndlgkelt wurde oll »StandardBetrlebartolf erreicht Kapitln Campbell wußte, weshalb er für «dneWclt. rtkordfahrl gerade «Standard«, Betrieb*» wählte 1

Der erste Geschweder- flog Ober den Ozeen wurde «on 12 Italienischen Wetterflugzeugen durch« geführt. Ab Bettie betoff hatte man für alle 12 Match In en »Standard«.Stanavo, da, Fliegerbenzin von Weltruf, verwendet

Die größte je erreichte Geschwindigkeit werde durch ein Wauerflugzeug erzielt, da» ml« »Standard« Spezlalflugbenzln flog. H Sehrt» Kraft end größte Zuvcrttarig. kdt bieten Standard«. Betrieb» rioffc.