Ausgabe 
1.5.1931
 
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Nr. |OI Zweites Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)

Freitag, I. Mat |95|

D. f. B.

vfv. Giehen (Ligo) vsv. Friedberg (Liga).

Da der kommende Sonntag aus Anlaß des Äugendspieltages sreigehnlten werden muß, trägt der hiesige BsB. bereits am Samstagabend ein Spiel aus und hat sich dazu den Namensvetter aus Friedberg verpflichtet, der in Gießen kein Unbe­kannter ist. Die Gastmannschaft verfügt über ein ansehnliches Können, und vermochte sich in den Verbandsspielcn in der Nord-Main-Kreisliga füh­rend zu placieren. Die Mannschaft hat den Ober- ligavereinen des Nord-Main-Kreises schon manchen harten Kampf geliefert und befindet sich zur Zeit in bester Form. In der Mannschaft befinden sich einige Spieler, deren Können über den Durchschnitt hinausragt und die Gäste zum gefährlichen Geg­ner machen. So hat die Elf z. B. in Kehler und Rupp zwei brillante Verteidiger, der Mittelstürmer Sautier ist als Schußkanone bekannt, sehr gut ist der Platz des Halbrechten mit Ebner besetzt.

Die VsB.er haben eine Ruhepause hinter sich, in der Gelegenheit genug war, Kräfte zu sammeln. Man roirtT gut tun, dem Gegner die stärkste Ver­tretung gegenüberzustellen. Der Sieg gegen die Offenbacher, die zuletzt in Gießen zu Gast waren, sollte den Grünweißen einiges Selbstvertrauen ge­geben haben und man sollte wenigstens mit einem ehrenvollen Ergebnis gegen die morgigen Gegner rechnen dürfen. Die Hiesigen treten in folgender Aufstellung an: Balser; Henrichs, Bingel; Leutheu­ser, Kreß, Lehrmund; Schmidt, Sauer, Haupt, Schneider, Ritter.

Die dritte Mannschaft wird ebenfalls am Sams­tagabend ein Spiel zum Austrag bringen. Die Elf fährt nach Garbenteich, um gegen die dortige erste Mannschaft anzutreten. Obwohl man die Dritte als eine sehr stabile Mannschaft ansprechen darf, liegt eine Niederlage doch sehr im Bereich des Möglichen; denn Garbenteichs erste ist eine jener Landmann­schaften, die nicht im Handgalopp zu überlaufen ist. Man darf wohl sagen, daß sich die VsB.er etwas viel vorgenommen haben.

Vom vergangenen Sonntag ist nachzutragen, daß die erste Jugend gegen die erste Jugend des VfR. Lich spielte, sich auf des Gegners Platz nicht ganz durchzusetzen vermochte und mit einer Niederlage von 2:0 heimkehren mußte. Die Schüler verloren in Klein-Linden mit dem gleichen Resultat.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Spielvereinigung 1900 (Liga) gegen DfB. kurhefsen Marburg (Liga).

Am Samstagnachmittag fährt die Ligamannschaft der Spieloereinigung nach Marburg. Auf dem Platz der Kurhessen werden die Hiesigen in der ersten Mannschaft des Platzbesitzers einen Gegner vor- finden, der fie wieder zur Hergabe ihres ganzen Könnens herausfordern wird. Bei ihren letzten Gastspielen in Gießen vermochten die Kurhessen sehr gut zu gefallen. Sie lieferten gegen den hiesigen VfB. einen sehr ansprechenden Kampf, gefielen nicht weniger gut im Treffen gegen die Spielvereinigung, ernteten jedoch bei beiden Begegnungen nicht allzu üppige Lorbeeren. Die Marburger konnten seiner­zeit gegen den VfB. nur mit 2:1 und gfgen die Epieloereinigung 1900 auch nur knapp mit 3:2 ge­winnen, Ergebnisse, die in Anbetracht der Position der Kurhessen, nicht gerade erschütternd sind. Das alles tut jedoch der Tatsache keinen Abbruch, daß die Marburger einen gefährlichen Gegner darstellen. Im Tor steht ein außerordentlich zuverläjsiger Hüter. Die Verteidigung ist nur sehr schwer zu überwinden; was dem Sturm an Durchschlagskraft fehlt wird teilweise durch das technische Vermögen ersetzt, an das die 1900er nicht ganz heranreichen. Schließlich haben die Marburger in dem morgigen Treffen noch den Platzvorteil für sich, der in Verbindung mit dem heimischen Publikum ein" Faktor, ist, mit dem man zu rechnen hat. Unter diesen Umständen wird mit einem Sieg der Hiesigen wohl kaum zu rechnen sein. Immerhin sollte das Können der Blau- weißen wohl ausreichen, eine hohe Niederlage zu verhindern. Die Mannschaft muß sich allerdings zu

einem etwas produktiveren Spiel aufraffen, als es gegen Alsfeld gezeigt wurde. Das gilt insbesondere für die Läuferreihe und für den Sturm, die ein­ander leider nicht so ergänzen, wie es notwendig wäre. Bisher waren es immer nur kleine taktische Fehler, die die Erfolge verhinderten. Etwas weni­ger egoistisches Spiel, stottere Ballabgabe, könnte in dieser Hinsicht schon Wunder wirken.

Die Ligareserve trägt voraussichtlich, ebenfalls am Samstagabend ein Spiel gegen die erste Mannschaft von Watzenborn-Steinberg in Steinberg aus. Die Mannschaft des Platzbesitzers ist bekannt als eine Elf, die nicht nur über ein hohes Maß an Steh­vermögen, sondern auch über ein für einen Land­verein beachtliches Maß an technischem Können ver­fügt. Die Hiesigen werden gerade gegen diesen Gegner sehr auf der Hut sein müssen, wenn ihnen nicht eine eklatante Niederlage beschieden sein soll.

Gepäckmarsch des 1. Bataillons.

3m Rahmen der sportlichen Wettkämpfe für die Divisions» und Heeresrneisterschaften wird die wichtigste der angewandten Leibesübungen der Infanteristen, der Gepäckmarsch, am morgigen Samstag durchgeführt. Die Sieger sollen das Bataillon im Gruppen-Gepäckmarsch der Divisions-Meisterschaften vertreten, dis, wie wir am Montag berichteten, im Mai dieses Jahres in Gießen ausgetragen werden.

3n Verbindung mit dem Wettbewerb findet die Prüfung für das Deutsche Turn- und Sport­abzeichen im Gepäckmarsch statt, die neben dem 10-Kilometer-Lauf in die Gruppe 5 neu aus­genommen wurde. Die Einzelkämpfer starten zu je acht in Abständen von drei Minuten, während die Prüflinge für das Sportabzeichen in ge­schlossenen Gruppen die Mindestzeit von vier Stunden zehn Minuten nicht überschreiten dürfen.

Start und Ziel der 25 Kilometer langen Strecke ist im Hof der Reuen Kaserne. Der Marsch führt über den Alten Anneröder Weg, durch den Stadtwald, um den Hohe-Wart-Berg, längs durch den Fernewald, erreicht 300 Meter ostwärts der Ganseburg die Reiskirchener Chaussee, die bis zur Strahengabel nach Grohen- Buseck, 1 Kilometer nördlich Oppenrod verfolgt wird. Dort ist Wendepunkt, von dem aus der Marsch den gleichen Weg zurück führt. Die Sieger werden in etwa dreieinhalb Stunden die Specke zurücklegen müssen, um mit Aussichten in die Divisionsmeisterschaften geschickt zu werden. Der Wendepunkt sollte von den ersten Leuten kurz nach 9 Uhr, das Ziel um 11 Uhr erreicht werden.

M.

Leichtathletik im Männerturnverein.

Bet der Lgde. Frankfurt-Rödelheim zu Gast.

Obwohl die schlechten Witterungsverhältnisse der vergangenen Wochen den volkstümlichen Tur­nerinnen und Turnern bis jetzt noch wenig Ge­legenheit zum Trainieren gegeben haben, werden am kommenden Samstag und Sonntag dennoch einige Turnerinnen und Turner an den kreis- offenenLeichtathletik-Wettkämpfen der Turngemeinde Frankfurt-Rödel­heim teilnehmen. Diese Wettkämpfe erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Dis Rödelheimer Turngemeinde konnte im vergangenen Jahr eine Teilnehmerzahl von über 400 mit über 1000 Einzelmeldungen verzeichnen. Am Samstag­nachmittag messen die Jugendlichen ihre Kräfte. Bei diesen wird Frl. Röhmig sowohl im 75° Meter-Lauf, als auch im Hochsprung und Schlag- bailweitwurf ein ernstes Wort um den Sieg mit- reden können. 3n der Turnerinnen-Oberstuse wird der MW. Giehen durch Frl. Bickelhaupt im Hochsprung und 100-Meter-Lauf, Frl. E s p a ch im Weitsprung und lOO-Meter-Lauf und Frl. A m e n d im Dreikampf vertreten sein. Bei den aktiven Turnern bestreitet H. Rothermel das Speerwerfen, Schleuderballwurf und Dreikampf, L. Malkomesius Dreikampf' und Stabhoch­sprung und E. S e y b den Dreikampf und Weit­sprung. Die hiesigen Turner und Turnerinnen

Vlissingen, Europas neuester Welthafen. Don Karl Richard Gravih.

Zwei für Deutschland bedeutsame Ereig­nisse werden aus Holland gemeldet: die Eröffnung des neuen Welthafens Dlis- fIngen und die Bewilligung von 110 Mil­lionen Mark für einen neuen Großschiff­fahrtsweg RheinAmsterdam.

Schlüssel der Rordsee" so nannte man Dlissingen zur Zeit Karls V. Der Hafen auf der 3nsel Walcheren hat eine große Vergangenheit. In den Zeiten feiner Blüte verfügte Dlissingen über eine starke Flotte, die unter eigener städti­scher Flagge die Meere befuhr. Aber dann kamen Abstieg und Verfall, Vlissingen verlor immer mehr an Bedeutung trotz seiner hervorragend günstigen Lage und nach der Beschießung im Jahre 1809 lag die Stadt isoliert und verwüstet da, wie ausgelöscht aus der Reihe der blühen­den Handelsstädte Hollands. Run soll es wiedc-r aufwärts gehen. Soeben ist, nach vielen Jahren, intensivster Bautätigkeit, der neue Welt- hafenDlissingen dem internationalen Ver­kehr eröffnet worden. Rach großen Schwierig­keiten konnte der Vlissinger Bürgermeister van Woelderen im Jahre 1925 die Zustimmung der holländischen Regierung für den Ausbau des Hafens von Vlissingen erlangen. Damals wurden die ersten Arbeiten in Angriff genom­men, um die bereits vorhandenen Anlagen zu einem Anlaufhafen für den Schnellverkehr und zur Steinkohlen- und Heizölstation zu erweitern. Vorbedingung für den Ausbau war die günstige Lage, denn der Vlissinger Küstenhafen an der Scheldemündung ist auch für die Seeschiffe größ­ten Tonnengehalts bei allen Witterungsverhält- niffen sicher erreichbar. Als im Jahre 1HO3 die Vlissinger Hafenwerke eröffnet wurden, entspra­chen der Außenhafen, die Binnenhäfen und der die Insel Walcheren durchschneidende Kanal den höchsten Anforderungen der damaligen Zeit. Dann kamen die schweren Kriegswirren, die Beschie­ßung, die den Hafen zerstörte und aus Vlis­singen eine tote Stadt machte.

Diese Schädigung hat Vlissingen jahrzehnte­lang nicht überwunden. Erst im Jahre 1873 kam

es in den Besitz eines modernen Hafens und eines Kanalnetzes, dellen Betrieb freilich weit über seine Kräfte ging. Reben dem erforderlichen Kapllal fehlte es übrigens auch an Weitsicht und Initiative. Dor allem hatte man gar keine llare Vorstellung, in welcher Richtung sich der Hafen entwickeln sollte. Bei der Anlage hatte man in erster Linie an den Transitverkehr nach Deutsch­land gedacht. Aber ein Küstenhafen wie Dlissin­gen, der alle Eigenschaften eines Hafens für den Schnellverkehr besitzt, kommt nicht für einen Tran­sitverkehr in Massen- und Stückgütern in Betracht, denn solche Transithäfen müssen so tief wie möglich im Binnenlands liegen, und es liegt auf der Hand, daß Dlistingen in dieser Hinsicht nie­mals mit Welthäfen wie Rotterdam und Ant­werpen in Konkurrenz treten kann. Um so gefähr­licher wird der neue Hafen wahrscheinlich für Antwerpen werden, denn viele ausländischen Schiffe, die heute noch Antwerpen anlaufen, werben künftig den Dlissinger Hafen vorziehen, und damit wird sich auch der Transitverkehr heben. Auf diese Weise will Vlissingen seine alte Stellung im Weltverkehr zurückerobern, auf die es durch seine günstige geographische Lage An­spruch hat.

Als Hafen für den Schnellverkehr, für Post- und Passagierdampfer ist Vlistingen wie geschaf­fen. Gegenüber Antwerpen hat es den Vorzug seiner Küstenlage. Da der Hasen auch bei Rebel und Eisgang zu erreichen ist, kann Vlissingen von einem regelmäßigen Dienst mit größter Sicherheit benutzt werden. Gegenüber Rotterdam ist Dlissingen ebenfalls im Dorteil, da die sichere Pforte seines Hafens nach Südosten gewendet ist, während sich die Mündung des Waterwegs bei Hoek van Holland nach Rordwesten richtet. Für den internationalen Handel ist der Besitz von schnellen Post- und Perfonenverbindungen eine Lebensnotwendigkeit. Für Lebensmittel bei­spielsweise, die leicht dem Decderben ausgesetzt sind, sind Eilgutlinien erforderlich, und gerade auf diesem Gebiet wird Dlissigen auf die Zukunft vertrauen können. Roch ein anderer Faktor lenkt die Aufmerksamkeit des Schnellverkehrs gerade auf Dlistingen. Das ist seine besonders günstige Lage für den internationalen Luft­verkehr. Es sind bereits Schritte getan wor­den. um auf der Insel Walcheren einen neuen Stützpunkt für den regelmäßigen Luftverkehr zwi»

werden in Frankfurt auf eine starke Konkurrenz stoßen.

Aus dem 4.Sczirk Im rurngau SessenM.)

Der 4. Bezirk im Turngau Hessen trug seinen Frühjahrswaldlauf am Sonntag in Schlitz aus. In den drei Klassen starteten insgesamt 53 Turner.

Rachstehend die ersten Sieger jeder Klaste: Turner (5000 Meter): 1. K. Hamel. Tv.

Frischborn, 17:31; 2. 2. Hohmeier, Tv. Schlitz, 17:45; 3. R. Dollmöller, Tv. Schlitz, 17: 49. - Mannschaftssiege: 1. Tv. Schlitz, 13 Punkte;

2. Tv. Rieder-Ohmen, 16 Punkte; 3. Tv. Pfordt, 43 Punkte.

.Jugend-Oberstufe (3000 Meter): 1. PH. Weppler, Tv. Schlitz, 11:53; 2. W. Hinkl, Tv. Schlitz, 12:42; 3. G. Kuhl, Tv. Angersbach, 12:47.

Großer Tag

Der Deutsche Fuhballbund hält auch in diesem Jahre wieder, und zwar am kommenden Sonntag, 3. Mai, in Derbindung mit der Deutschen Sport- hehörde im ganzen Reichsgebiet einen Iugendtag ab, der die Jugendlichen aller den beiden Or­ganisationen angehörenden Dereine auf den Sportplätzen zu vielfältigem Wettkampf vereini­gen soll. Der Tag soll den Eltern und Erziehern einen Einblick verschaffen in die Arbeit, die die. Sportvereine für die körperliche Ertüchtigung der deutschen Jugend leisten und vor breitester Oef- fentlichkeit sollen die Jugendlichen zeigen, wie weit ihre Leistungsfähigkeit, ihre Selbstbeherr­schung, ihr sportliches Können gefördert worden ist. Der Tag soll zugleich ein Zeugnis jener un­verbrauchten sprühenden Kräfte der Jugend sein, die sich in Spiel und Wettkampf äußern sollen. Der ursprüngliche gesunde Kampfgedanke, der in jedem Jugendlichen, in jedem Jungen leben muß, wenn er ein rechter Junge sein will, wird an diesem Sage im Dordergruick» stehen, ein edler Wettstreit um den Platz des Ersten wird die Gemüter der Teilnehmer beherrschen und in Be­wegung halten. Außerdem aber soll dieser Iugendtag zeigen, daß

Spork nicht nur eine Spielerei bedeutet, sondern ein Teil, und zwar ein wesent­liches Teil der ernsten Arbeit im Dienste der Ertüchtigung unseres Dolles und der zukünftigen Generation darstellt. Die Erwachsenen sollen nicht versäumen, an diesem Sag einmal zum Sportplatz zu gehen, um an der Lebensfreude, die sich in all den Kampsspielen zeigen wird, teilzuhaben.

Für die Jugendlichen der Vereine unserer Stadt Gießen und der Umgebung ist die Durch­führung der Wettkämpfe der hiesigen Spiel- tiereinigung 1900 übertragen worden. Die Ober­leitung liegt in Händen des rührigen Iugend- leiters der Spielvereinigung D o n b r a n, der schon manche Stunde aufreibender Arbeit den Jugendlichen gewidmet und auch für diesen Sag eine große Menge organisatorischer Arbeit über­nommen hat.

Die Wettkämpfe selbst finden auf drei verschiedenen Plätzen statt.

Ein Seit der Wettkämpfe gelangt auf dem 1900er- Plah, auf dem Waldspielplatz des VfB. und auf dem Platz der Deutschen Iugendkraft (auf dem Stieb) zum Austrag. Vorgesehen sind eine Reihe von Fußballspielen, Handballspiele, außer­dem leichtathletische Mannschasts- und Einzel- Wettkämpfe.

Bisher haben folgende Sportvereine der Um­gebung feste Zusagen gegeben: FC. Großen- Duseck, Spv. Heuchelheim, S. u. Spv. Wieseck, VR- Lich, SP. Vgg. Leihgestern, Spv. 1928 Gar­benteich, SD. Wetzlar, DfL. Wetzlar, Spv. 1921 Ettingshausen, DsR. Butzbach, S. u. Spv. Lollar und Spv. Rieder-Weisel. Reben diesen Vereinen werden sich naturgemäß auch die beiden hiesigen Dereine, 1900 und DfB., mit ihren starken 2u» genöabteilungen in großer Anzahl beteiligen. Der 2ugenötag bringt in Anbetracht der zu ertoarten»

Mannschaftssiege: 1. Tv. Schlitz, 10 Punkte; 2. Tv. Angersbach, 16 Punkte; 3. Tv. Lauterbach, 32 Punkte.

2ugend-Unter stufe (2000 Meter): 1. H. Möver, Tv. Schlitz, 8:13; 2. H. Lang, Tv. Lauter­bach, 9:51; 3. H. Euler, Tv. Frischborn, 9:52. Mannschaftssiege: 1. Tv. Schlitz, 10 Punkte; 2. Tv. Lauterbach, 19 Punkte.

Kurze Sportnotizen.

Die Motorboot-Regatta auf dem Templiner See bei Potsdam vom 4. bis 7.2uni hat schon jetzt eine gute internationale Beteiligung gefunden. 2e eine französische, spa­nische und schwedische Mannschaft sind gemeldet worden und weiterhin rechnet man stark'.mit der Teilnahme des englischen Weltrekordfahrers Matze Don.

-er Lugend.

den starken Beteiligung ein umfangreiches Programm.

Dorgesehen sind folgende Begegnungen: Auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 kämpfen 1900 1 V,B. 1; 19001 (Handballjugend) gegen DfL. Wetzlar 1 (Handball.ugend); Butzbach gegen Ettingshausen und Garbenteich Rieder-Weisel. Auf dem DfB.°Plah treffen sich die Mannschaften 1900 II DiB. II; DfB. Schüler SD. Wetzlar; Grohen-Duseck Lich i n) Heuchelheim Lollar. Auf dem Platz der Deutschen 2ugendkraft stehen sich Leihgestern Schüler Wieseck; 1900 Schüler und Garbenteich; Lollar Schüler Butzbach und 1900 3.2ugend Leihgestern gegenüber. Die Spiele werden in Spielzeiten von 2X20 Minuten durchgeführt. Die Mannschaften treten in den Aufstellungen, in denen sie die Derbandsspiele bestritten haben, an.

Zu den leichtathletischen Wett­kämpfen stellen die Vereine

fiampfmannfdjaffen von je acht Mann.

Die (Zugendlichen sind in drei Altersklassen ein­geteilt. Der ^-Klasse gehören die Jahrgänge 13/14, der 8-Klasfe 15/16 und der S-Klasse die 2ugendlichen von 1917 und jünger an. Die ^-Klasse hat den 100-Meter-Lauf, Weisprung, Kugelstoßen, eine 4X5O-Meter-Staffel und das Tauziehen zu bestreiten. Für die 8-Klaste ist Hochsprung, Rollball, -Speerwerfen, lOO-Meter- Lauf und ein Hindernis-Lauf vorgesehen. Die S-Klasse hat 75-Weter-Lauf, Weitsprung, Ball­weitwurf und Tauziehen zu bestreiten. 2eder 2ugendliche der aus acht Mann bestehenden Kampsmannschaften kann sich nur an einer Kon­kurrenz beteiligen. Bei den Würfen und Sprün­gen kommen nur zwei Ausführungen in Frage, die jeweils bessere wird gewertet. Die Wertung erfolgt nach Punkten. Die Kampfrichter für die leichtathletischen Wettbewerbe werden von den einzelnen teilnehmenden Vereinen gestellt.

2m Rahmen der 2ugendwettlämpfe wird außerdem ein Städte-Handball-Wett- spiel zwischen Gießen und Wetzlar stattfinden. Die gesamten Wettkämpfe sollen im Laufe des Rachmittags durchgeführt werden. Um 13 Uhr wird auf allen Plätzen mit den Fußball­spielen begonnen, ab 16.20 Uhr werden die leicht­athletischen Wettbewerbe durchgeführt, gegen 17.30 Uhr soll ein

Aufmarsch und die Bekanntgabe der Sieger sowie die Verteilung der Diplome den Tag be­schließen.

Der großzügigen Veranstaltung, die sich zugleich zu einer werbenden Kundgebung gestalten dürfte, ist ein großer Erfolg zu wünschen in der Hauptsache aber auch gutes Wetter. Die Spielplätze sollten am kommenden Sonntag das Ziel all derer sein, die in der 2ugenö das Leben und die Zukunft sehen.

Während des 2ugendkages pausieren die ak- tiben Mannschaften, oder tragen bereits am Samstag Spiele aus. Soweit die attiven Mann­schaften auf den Plan treten, gelten auch ihre Wettkämpfe dem Iugendtag und der Unter­stützung der Iugendsache.

schen England und dem Festland unter Anschluß an das übrige europäische Lustneh einzurichten. Jedenfalls zeigen die maßgebenden Stellen des englischen Flugwesens großes Interesse an den durch den Ausbau des Vlissinger Hafens gegebe­nen Möglichketten.

Roch eine andere für Deutschland bedeutsame verlehrspolittsche Tat wird aus den Rieder- landen gemeldet. Die Volksvertretung hat soeben ihre Einwilligung zur Durchführung eines Pro­jektes gegeben, das auch für den deutschen Ver­kehr. den Anschluß des Reiches an die Weltwirt­schaft, von großer Bedeutung ist. Es soll ein neuer Kanal zur Derbindung des Rheins und Amsterdams mit einem Auf­wand von etwa 110 Millionen Mark in sechs Jahren gebaut werden. Diese Kosten trägt der Staat nur zu einem geringen Teil, indem er etwa 10 Millionen Mark aufwendet, während Am­sterdam 27 5 Millionen Mark beisteuert. Der Rest wird von verschiedenen Interessenten auf­gebracht. Da Amsterdam mit einem großen Aufschwung im Güterumschlag rechnen kann, wird das große 2nteresse begrifflich, das die Oeffent- lichkeit an diesem Projekt nimmt. Es ist um so großer, als schon immer ein stiller, zäher Kampf zwischen den Städten Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen um den Rheinverkehr geführt wird. Da das Gedeihen Belgiens und Hollands in hohem Maß vom Güterstrom abhängt, der von Deutschland über den Rhein zur See und in umgekehrter Richtung fließt, suchen diese Länder den Interessen des Hinterlandes möglichst ent» gegenzukommen, wobei Deutschland nur gewin­nen kann. So beabsichtigt jetzt Amsterdam, auch für solche Schiffe, die nur einen Seil der Ladung löschen, das Hafengeld nur im Verhältnis zur gelöschten Warenmenge und nicht wie bisher, je Schiffseinheit, zu berechnen, was eine wesent­liche Devöilligung bedeutet. Auch Rotterdam senkt die Hafengebühren um mehr als die Hälfte. Da­mit paßt man bei den großen Rotterdammer Hafenunternehmungen den Tarif dem einer klei­neren Unternehmung an, der bisher von den großen deutschen Verbrauchern von Ausland­erzen das Umladen übertragen worden war. Auch die Gebühren für das Löschen von Getreide werden dort um 15 Prozent ermäßigt werden. So werden also für Deutschland öle Frachtkosten im Innen- und Außenhandel etwas niedriger

werden. Roch mehr Ruhen wird es aus dem Dau des neuen Kanals ziehen.

Für Öen Warenumschlag haben Amsterdam und Rotterdam ganz andere Aufgaben zu er­füllen, indem dieses mehr dem Umschlag von billigen Massengütern, jenes dem Stückgutverkehr dient. Der Verkehr zwischen dem Rhein und Amsterdam hatte bisher mit ziemlichen Schwierig­keiten zu kämpfen. Zwar besteht schon seit dem Jahr 1892 zwischen dem einen Arm der Rhein­mündung, dem Lek, und Amsterdam ein Kanal, der Merwedekanal. der aber den Anfor­derungen der modernen Schiffahrt keineswegs mehr genügt. Im Jahre 1927 wurden über diesen Wasserweg 21 Millionen Tonnen Güter beför­dert, doch formen auf ihm nur Kähne von höch­stens 2C00 Tonnen Tragfähigkeit verkehren, wäh­rend es heute schon viele weit größere gibt. Seine Breite ist zu gering, die kleinen Brückenöffnungen und wenig leistungsfähigen Schleusen sind andere, nicht zu unterschätzende Verkehrshindernisse. Auch ist der Riederrhein und Lek bei niedrigen Wasser­ständen schwer zu befahren, so daß in diesem Fall die Schiffer zu einem viermidzwanzigstün- digen Umweg gezwungen sind, der sie üoer den anderen Mündungsarm des Rheins, den Waal, über Rotterdam und Gouda nach Amsterdam führt.

Rachdem man sich seit dem Jahre 1917 mit der Frage der Derkehrsverbesierung beschäftigt und zahlreiche Pläne erwogen und wieder verworfen hat, wurde nun folgende Entscheidung getrogen: der über Utrecht führende Merwedekanal wird erweitert, überquert den Lek bei Wijk und führt dann in neu zu grabenden Kanalrinnen an den Waal bei Siel. Unabhängig davon wird an der bisherigen Mündung des Kanals in den Lek eine moderne Schuhschleuse gebaut. So wird eine bei ieöem Wasserstand befahrbare Straße vom Wcal nach Amsterdam geschaffen.

Re^en diesem ^rojekt denkt man noch an die Ausführung anderer Pläne. So will man den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Textilindustrie in der Provinz Overijssel nahe der westfälischen Grenze, die einen Anschluß an die Rheinschiffahrt als notwendig bezeichnet, entgegenkommen. Man hat an den Bau eines Kanalnetzes von insgesamt 120 Kilometer Länge gedacht. Auch dieses Projekt verdient in Deutschland entschieden Beachtung.