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Das Reichskabinett verabschiede! den FinanMlan
König T a r o HI. (rechts), Kronprinz M i ch a e l und Prinz N i c o l a u s bei der großen Parade.
zieht, den Ländern immer noch zwei Drittel deS ersparten Betrages verbleiben würde. Insgesamt wird die Kürzung der Deamtengehälter eine Ersparnis von 514 Millionen Mark bei allen öffentlichen Körperschaften bedeuten, und -war entfallen davon auf das Reich 62 Millionen, auf die Reichspvst 62 Millionen, auf die Reichsbahn 90 Millionen, auf Länder und Gemeinden 300 Millionen.
Scharfer Protest der Ta-akin-ustrie.
Gegen die Zollerhöhungspläne des Neichsfinanzministers.
Aus dem Reichsfinanzministerium werden Pläne bekannt, nach denen der Tabakzoll von 80 auf 4 00 Mark erhöht werden soll, so daß Mehreinnahmen von 167 Millionen für den Reichsetat erwartet werden. Das Reichsfinanzministerium weist dabei auf England <n e i- spiel hin, wo die Belüftung des Tabaks pro Kopf der Bevölkerung bedeutend höher, als in Deutfch- land sei, wobei jedoch außer Acht gelassen wird, daß England ein außerordentlich reiches Land, in dem verarmten Deutschland dagegen die Konsumtionskraft stark eingeschrumpft ist, so daß der Bergleich nicht zutrisst. Der Reichsverband Deutscher Zigarrenhersteller hat an den Reichskanzler und die zuständigen Ministerien daher folgendes Telegramm gerichtet:
Rach Besprechung mit Herrn Staatssekretär Schaeffer vollkommen verzweifelt, protestieren schärfstens, daß Kabinett über eine Tabakvorlage entscheidet, ohne uns dazu vorher unmittelbar gehört zu haben und ohne Rücksicht auf schon bestehende Rotlage. Warnen in letzter Stunde vor jeder Mehrbelastung des Tabaks. Bedenken Sie neben allen wirtschaftlichen und sozialen Gründen auch die politische Radikalisierung, wenn 8000 Fabrikanten. 170 000 Arbeitnehmer, 50 000 Händler und die Hundertlausende die im Rebengewerbe teilweise vom Tabak leben, zur Berzweiflung ^getrieben werden. Erhoffter Mehrertrag steht zu diesem Elend, zumal angesichts der zu zahlenden Arbeitslosenunterstützung, in keinem Berhältnis.
Die Deuffchenhetze in Prag.
Außenminister Dr. Lurtius billigt den Boykott tschechischer Kunst als Repressalie gegen die Prager Oeutschenhehe.
st e r wird sich also vorläufig noch in Geduld fassen müssen. Er scheint inzwischen eingesehen zu haben, daß sein Vorstoß gegen das Land Braunschweig ein Fehlgriff war. Jetzt läßt er verkünden, daß er mit seinem Brief, in dem er sich fote Sperre der Polizeikostenzuschüsse vorbehielt, denWegzumKabinettoffen- holten wollte. Das sind natürlich Ausreden, die dazu dienen sollen, seinen Rückzug zu verschleiern. Es sieht beinahe so aus, als ob der Kanzler selb st seine Hände Im Spiel hat. Gr hat ein großes Interesse daran, gerade jetzt nut allen Ländern ein gutes Berhältnis zu unterhalten, er kann also einen Konflikt mit Braunschweig nicht gebrauchen. Aus diesem Grunde dürfte er aus den Innenminister eingewirkt haben, den jetzt ziemlich unverhüllt zu erkennen gibt, daß ihm an einer weiteren Zuspitzung des Streites mit Braunschweig nichts liegt. Man darf wohl an- nehmen daß die praktisch über die Polizeikostenzuschüsse schon verhängte Sperre bis zum offiziellen Zahlungstermin wieder aufgehoben wird.
Kähnen gerettet werden. Das Hochwasser hat inzwischen auch den Kreis Cosel erreicht. Zahlreiche Gemeinden sind bereits überschwemmt. Auch die Klodnitz ist ausgetreten, und zwar nordöstlich von Gleiwitz. Dort ist das Wasser an einigen Stellen der Stadt bereits in die Häuser eingedrungen. Ganz ähnliche Meldungen kommen aus Laband, Quag- hammer und Tost. Auch in Ostoberschlesien führen alle Flüsse Hochwasser. Besonders empfindlich sind dort die Fischzüchtereien in Mitleidenschaft gezogen worden. Es ist überall ein trostloses, grauen» yaftes Bild.
Auch in Niederschlesien neue Hochwassergefahr.
G ö r l i tz , 30. Olt. Rach dem dreitägigen Sturmund Regenwetter, das bis gestern anhielt, war in Riederschlesien vorübergehend Trockenheit eingetreten, doch setzten bereit# gestern mittag erneut stärkere Re ge n f ä l le ein, die auch zur Zeit bei leichtem Südost und milderer Temperatur noch andauern. Hierdurch ist ein
Dieser Zustand hat selbstverständlich Rückwirkungen in Deutschland zur Folge. Gleich nach den deutschfeindlichen Kundgebungen haben deutsche Künstler ihr Auftreten in Prag abgesagt, deutsche Sportvereine ihre Mitwirkung an Sportveranstaltungen abgelehnt, deutsche Kunststätten gegenüber tschechoslowakischen Künstlern, die die größeren Resonanzmöglichkeiten Deutschlands für sich nutzbar zu machen wünschen, kühle Zurückhaltung geübt. Diese Haltung deutscher Kunst und deutscher Sportkreise war bei der ganzen Sachlage selb st verstand- l i ch. Sie wird so lange weiter dauern, bis eine Aenderung in Prag zu beobachten ist.
In der Tat verträgt es sich nicht mit der würde der deutschen Kultur, ihre Leistungen in einem Lande zu zeigen, in dem soeben aus Deutschenhaß eine deutsche Kunststätte, wie das Deutsche Theater in Prag böswillig geschädigt worden ist. Es verträgt sich ebensowenig mit der würde der deutschen Kultur, den Kunstwerken von Angehörigen eines Boltes besondere Förderung und Pslege angedeihen zu lassen, in deren Hauptstadt die Borführung deutscher Kunst- erzeügnisse durch Terrorakte verhindert wird. Ls verträgt sich auch nicht mit der würde des deutschen Sports, sich in wettkämpse mit den Sportverbänden eines Boltes einzulassen, bei dem die Deutschseindlichteit gewisser Kreise so offen zutage tritt.
Solche Feststellungen sind schmerzlich. Die deutsche Außenpolitik muß eine baldige Aenderung dieser Verhältnisse wünschen. Sie erwartet im Interesse des kulturellen Austausches mit dem Rachbarvo», mit dem sie gute Beziehungen weiterpflegen möchte, daß in Prag und der tschechoslowakischen Bevölkerung die Würde der deutschen Kultur und die Bedeutung des Deutschtums nicht länger verkannt werden."
Berlin, 30. Okt. (TU.) In der Donnerstag- fitzuag des Auswärtigen Ausschusses des Reichsrates berichtete der Reichsauhenminister Dr. C u r t i u s eingehend über die Dölkerbundstagung in Gens. An diese Berichterstattung schloß sich eine Aussprache über die Minderheitenfrage an. Auf eine Anfrage des sächsischen Reichsratsbevollmächtigten Dr. Gradnauer über die deutschfeindlichen Kundgebungen in Prag und den Boykott deutscher Tonfilme gab der Reichsminister des Auswärtigen folgende Erklärung ab:
„Die Vorgänge in Prag haben das deutsche Volk mit Recht erregt und empört, (fr- folge deutscher Tonfilme waren Anlaß zu w ü st e n Demonstrationen und Ausschreitungen gegen deutsche Kunst, gegen das Deutschtum überhaupt. Die Boykottbewegung gegen den deutschen Tonfilm ist vom M a° g ist rat der Stadt Prag und dem größten Teil der tschechoslowakischen Presse gebilligt worden. Unmittelbar nach den ersten Demonstrationen hat der deutsche Gesandte in Prag bei der dortigen Regierung interveniert. Ich habe in Genf den tschechoslowakischen Außenminister Dr. Bene s ch auf die ernsten Folgen der Vorgänge hinge w i e s e n. Mit Genugtuung kann ich feststellen, daß die für die tschechoslowakische-Außenpolitik verantwortlichen Stellen die Ausschreitungen vorbehaltlos mißbilligt haben. Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch Hot sie auch in seinen Erklärungen vor dem Auswärtigen Ausschuß des Prager Parlaments duf das schärfste verurteilt Ich begrüße diese Erklärungen im Interesse guter nachbarlicher Beziehungen zur Tschechoslowakei
Leider ist ihnen nicht die Wiederaufführung deutscher Tonfilme in Prag gefolgt. Darin liegt eine schwere Benachteiligung deutscher Kunsterzeugnisse.
erneutes Ansteigen der Reiße zu verzeichnen, und zwar steigt das Wasser zur Zeit ww- der stündlich um ein bis zwei Zentimeter. Auch von Zittau wird heute vormittag ein leichtes Ansteigen des Hochwassers gemeldet. — Im Riesengebirge ist ein Temperaturumschlag eingetreten. Das Thermometer ist gestiegen, und Im Hochgebirge beginnen d i e ungeheueren Schneemassen zu schmelzen. Im Gebirge und im Tal regnet es, und es besteht daher erneut Hochwassergefahr.
Vereitelter Militärputsch in Athen.
Athen, 30. Oft. (Täl.) In Athen sind im Laufe des Donnerstags über 100 Personen wegen umstürzlerischer Umtriebe verhaftet worden. In der Rächt zum Donnerstag versammelten sich über 100 Offiziere unter der angeblichen Führung des früheren Diktators Pangalos in einem Privatgebäude in der Hauptstadt, um die letzten Vorbereitungen für einen Putsch zu treffen, der noch in der gleichen Rächt losbrechen sollte. Bei den Verschwörern handelt es sich um Leute, die mit der Außenpolitik Denize l o s' und dessen Reise nach Angora unzufrieden sind und darin eine Verletzung des griechischen Rationalstolzes erblicken. Die Beteiligten wurden jedoch schon feit längerer Zeit von der Geheimpolizei beobachtet und diese schritt darauf im gegebenen Augenblick ein. Pangalos selbst ist es gelungen, der Polizei zu e n t k o mm en. Die Bewegung hatte auch bereits auf die Marine übergegriffen. Die Regierung verfügte hastige und übernervöse Maßnahmen: die Erregung wird dadurch noch gesteigert. Man erwartet weitere Derhafftmgen. Gegen die Schuldigen soll sofort ein Prozeß wegen Hochverrats angestrengt werben. Wie verlautet, soll das Offizierskorps den Verschwörern günstig gesinnt fein, weil die Armee und Marine angeblich die Abriistungs- maßnahmen der griechischen Regierung, die Einigung mit der Türkei und schließlich die Angora- Reise Venizelos' mißbilligen.
Aus aller Wett.
Heftiges Erdbeben in Miiieliialien.
3n Ancona wurde Donnerstag morgen 8.15 Uhr ein heftiges Erdbeben verspürt, das wellenförmig begann und dann den Charakter eines Stoßerdbebens annahm. Dem Beben ging ein unterirdisches Rollen voraus. Zahlreiche Häuser sind beschädigt bzw. abgedeckt worden. Die Marmorfassade des Palastes der Provinzialverwaltung ist auf die Piazza Roma her- abgestürzt. Der Turm der Kirche der Heiligen Sakramente ist zum Teil eingestürzt. Aus Fa- briano und Deruta wird berichtet, daß die Bevölkerung nach dem Erdstoß in größter Bestürzung auf die Straße flüchtete. Schaden sei jedoch nicht zu verzeichnen. Es wurden bisher 25 Tote und gegen 90 Verletzte festgestellt. Der Mittelpunkt des Erdbebens hat bei Seni- g a 11 i a gelegen, wo etwa 20 Tote und schwere Sachschäden zu beklagen sind. Das Erdbeben ist in mehreren Provinzen verspürt worden.
Besonders mitgenommen ist die Gemeinde F o r- netto, wo die meisten Gebäude beschädigt sind. Die Mole im Hafen weist große Risse auf. Ein amerikanischer Dampfer wurde durch das Seebeben das dem Erdbeben folgte, g e g e n d e n Kai geschleudert. Flugzeuge führen Grkun- dungsflüge über dem Erdbebengebiet aus. Musso- lini läßt sich ständig über den Verlauf der Der» gungsarbeiten auf dem laufenden halten. Zu dem Rettungswerk sind Truppen und Miliz aufgeboten, außerdem wird an der Wiederherstellung der zum Teil beschädigten Telegraphen- und Tele- pbonlinien gearbeitet. Der Eisenbahnverkehr ist nirgends unterbrochen, erleidet aber infolge der Senkung eines Gleises eine Verspätung. Das Erd
Das Hochwasser in Oberschlesien
Natibor vom Wasser eiiigeschlossen.
Berlin, 30. Oft. (ERB.) Das Hochwasser In Oberschiesien hat sich noch mehr ausgedehnt. Ratibor ist jetzt völlig eingeschlossen und ragt aus einem langgestreckten See wie eine Insel hervor. Alle Straßen zur Stadt sind u n - passierbar. Die niedriger gelegenen Felder sind drei bis vier Meterhoch überschwemmt. Von den Bäumen sieht man nur noch die Kronen. Heute melden Kreuzenort und Annaberg neues Steigen der Fluten. Die Ratiborer Zuckerfabrik hat den Betrieb einstellen müssen, weil das Wasser in die Maschinenräume eingedrungen ist. Die Wintersaaten und die Zuckerrubenernte haben schwersten Schaden erlitten. Aus Kreuzenort und Raschkau werden zwei Todesopfer ge- meldet. Die Kolonie Wellendorf sowie die Ortschaften Schichowitz Leng und Saoade sind schwerer denn je bedroht. Dort ist das Wasser i n a 11 e H ä u s e r c i n g c d r u n g c n. Die Einwohner mußten auf
Berlin, 30.Oft. (MTB.) Das Reichskabine II brachte heute in einer unter Borfih des Reichskanzlers Dr. B t ü n I n g slattgehabten Mbenb- sihung seine gesetzgeberischen Arbeiten zum Wirtschafts- und Finanzplan zum Abschluß. Sämtliche zu diesem Gesamtplan gehörenden Borlagen ind vom Reichskabinett nunmehr verabschiedet. Der Beginn der Behandlungen mit dem Reichsrat ist auf nächsten Dienstag, 4.Rovem- bcr, festgesetzt.
Die vom Reichskabinett verabschiedeten Finanz- und Wirtschaftsgesetze, die die Grundlagen des neuen Reichshaushaltsplanes bilden, tragen zum Teil verfassungsändernden Charakter, so insbesondere das Gesetz über die Einschränkung d e s Personalauf- wands in Reich und Ländern, das die im Reich eintretende Gehälterkürzung auf Länder und Gemeinden übertragen will, und weiter das Gesetz, durch das dem Reich eine gewisse A u s s i ch t s b e f u g n i s über die Finanzgebarung der Lände rund Gemeinden zugestanden werden soll. Die „Vossische Zeitung" glaubt, daß diese verfassungsändernden Gesetze, die eine Zweidrittelmehrheit im Reichstage bedingen, sich vielleicht vermeiden lassen, wenn es gelingt, vertragliche Vereinbarung en über diese Fragen zwischen Reich und Ländern zustandezubringen. Die Punkte, In denen die Länder Wider st and angekündigt haben, sind: die Kontrolle ihrer eigenen Finanzgebarung, die Umgestaltung der Hauszins st euer, die Senkung der Real- steuern und die vom Reich geplante Kürzung der Beamtengehälter. Die Länder sind zwar an sich mit einer Kürzung der Beamtengehalter einverstanden das Reich will aber von der Er- parnis, die sich daraus für die Länder ergibt, für eigene Finanzzwecke 100 Millionen Mark abziehen, und gegen diesen Punkt richtet sich der Widerstand der süddeutschen Länder, Sachsens und auch einzelner mitteldeutscher Länder.
Von süddeutscher Seite ist vorgeschlagen worden, statt der einheitlichen öprozentigen Kürzung der Deamtengehälter einen ge staffelte nAb- z u g vorzunehmen, der mit 15 Prozent bei den oberen Gehälten beginnen und auf 2 Prozent bei den unteren Gehältern sinken soll. Das Reich hält dem Standpunkt der Länder entgegen, daß die Kürzung der Gehälter bei Länder- und Gemeindebeamten eine Ersparnis von 300 Millionen Mark bedeuten würde, so daß, wenn das Reich für sich selbst 100 Millionen ab-
heit zum Gegenstand einer großen Kundgebung machen wollte, habe er sich verpflichtet gefühlt, das Verbot zu erlassen. Er wurde es als Erster begrüßen, wenn er diese Maßnahme wieder zurückziehen könnte. 3m übrigen werde am nächsten Mittwoch eine eingehende K I d r u n g der Angelegenheit erfolgen, durch die allen wei- t tcren verleumderischen Beleidigungen die Spitze ' abgebrochen werde.
Am 4. Rovernber wird im Braunschweigischen Landtag die Entscheidung über einen gegen den Minister Franzen eingebrachten Mißtrauens- antrag fallen. Es ist nicht damit zu rechnen, daß dieser Antrag eine Mehrheit finden wird, auch dann nicht, toann der eine jungdeutsche Abgeordnete zur Opposition hinüberwechseln sollte, lieber die Zukunft Franzens wird sich der Braunschweigische Landtag überhaupt erst einig werden, sobald das von dem Minister angestrengto Verfahren zur Klärung der gegen ihn vorgebrach- len Anklagen abgeschlossen ist. Das kcxnn noch einige Zeit dauern, der Reichsinnenmini-
Rumänische Konigsmanöver
beben wurde auch in Triest und in Reapel verspürt, wo es aber weder Schäden anrichtete, noch Panik hervorrief.
Das bulgarische Königspaar in Burgas eingetroffen.
Der Dampfer „ZA r Ferdinand" mit dem Königspaar an Bord ist am Donnerstagabend in Burgas eingelaufen. Torpedoboote feuerten Salut. Alle Kirchenglocken läuteten. Hunderte von beleuchteten Fischerbooten hatten dem Schiff das Geleit gegeben. Unter dem Jubel der Menge bestieg das Königspaar den Hofzug, der am Freitag um 10 Uhr in Sofia eintrifft.
Die hochwasserkatastrophe in Smyrna.
Infolge der Regenmassen, die seit Mittwoch niedergegangen sind, hat sich die Lage im Ueberschwem- mungsgebiet verschlimmert. 2600 Familien sind obdachlos. Sie wurden vorläufig in Moscheen, Schulen und Wirtschaften untergebracht. Bis jetzt wurden 13 4 Leichen geborgen. Der Schaden beläuft sich auf 2 000 000 Pfund Sterling.
Gewaltiger Felssturz im Siebengebirge.
100 000 Kubikmeter Fels stürzten unter gewaltigem Getöse am Südhang der Wolkenburg im Siebengebirge ins Tal. Die Steinmassen begruben eine Fläche von 60 mal 400 Meter. Die Schuttmassen liegen im Tal fünf, bis sechs Meter hoch und haben die Wald-, Wiesen- und Obstkultur zerstört. Durch den Absturz senkte sich die Kuppe der Wolkenburg um zehn Meter. Soweit bis jetzt fest- gestellt ist, sind Menschenleben nicht zu beklagen.
Der Robelpreis für Medizin.
Der diesjährige Nobelpreis für Medizin wurde dem Wiener Physiologen Professor La n dst einer zugeteilt für die Entdeckung der menschlichen Blutgruppen. Professor Landsteiner ist seit 1912 im Rocke feiler-Institut in Neuyork tätig. Seine Arbeiten haben sowohl für die Pathologie und die Chirurgie als auch für die Gerichtsmedizin große Bedeutung. Die Entscheidung über den litera- rischen Nobelpreis fällt am 6. November.
Emil Jannings in Antwerpen.
Im Großen Theater von Antwerpen spielte Emil Iannings mit seiner deutschen Truppe „Geschäft ist Geschäft". Der deutsche Künstler, dessen Antwerpener Filmfreunde ihm bei seinem Eintreffen in der Stadt einen herzlichen Empfang bereitet hatten, erntete für seine große künstlerische Leistung von dem ausverkauf- ten Hause begeisterten Beifall. Emil Iannings und seine Truppe spielen heute abend in Brüs- s e l dasselbe Stück und am Freitag in Antwerpen Gerhard Hauptmanns „Biberpelz".
Absturz eines englischen Berkehrsflugzeugs.
Ein englisches Verkehrsflugzeug, das mit sechs Passagieren sichaufdemFlugvonLeBour- g e t nach Croydon befand, stürzte in der Nähe von Boulogne-sur-Mer ab. Zwei Passagiere und der Bordmechaniker fanden den T o d die übrigen Insassen wurden schwer verletzt. Der Apparat ging vollkommen in Trümmer.
Der Aufstand der Eingeborenen auf Formosa.
Die letzten Nachrichten aus Formosa zeigen, daß ein ernster Aufstand der Eingeborenen im Gange ist. F ü n f S t ä m m e haben sich gegen die Japaner erhoben. Ein anderer Stamm hat den Behörden Unterstützung versprochen, und seine Mitglieder wer- den gegenwärtig im Gebrauch von Feuerwaffen ausgebildet. Die übrigen Stämme, die zur Hilfeleistung aufgefordert wurden, haben dies abgelebt mit der Begrüdung, sie müßten ihre Ernte ein bringen. Der Generalleutnant, der die Garnison von Formosa befehligt, hat fein Hauptquartier in der Stadt Hori aufgeschlagen, die ungefähr 20 Kilometer von Muscha, dem Schauplatz des Gemetzels vom letzten Montag, entfernt liegt. Operationen im Maßstabe eines richtigen Krieges sind im Gange. Gebirgsartillerie, Infanterie und bewaffnete Polizisten bewegen sich von verschiedenen Richtungen her gegen die Gebtrgsstützpunkte der Eingeborenen. Auch Bombenflugzeuge kommen zur Verwendung. Es soll jetzt die völlige Unterwerfung der Kopfjäger durchgesetzt werden.


