Aus der Provinzialhaupistadt.
Gießen, den 31. Oktober 1930.
Reformationsfest.
Als Martin Luther am 31. Oktober 1517 die 95 Thesen „zur Erklärung der Kraft der Ablässe" an die Tür der Schlohkirche zu Wittenberg anschlug, hatte er nur die Absicht, die Theologen -u einer Auseinandersetzung über diese Frage aufzufordern. Der ungeahnte Erfolg des Thesenanschlags war die Erneuerung des Glaubens- und Geisteslebens der Christenheit, ein Erfolg von weltgeschichtlicher Bedeutung. Mit dankbarer Freude denken die evangelischen Christen heute daran, daß Luthers Tat, nicht nur die Veröffentlichung der Thesen, sondern das ganze Lebenswerk dieses großen und wahrhaft deutschen Mannes, ihnen die wertvollsten geistigen Güter zugeeignet hat. Seit 400 Jahren haben die, die sich zu Luther bekennen, eine Glaubensgewißheit, die weder Doltaire, noch der Materialismus des 19. Jahrhunderts. weder Friedrich Nietzsche, noch die sich in der Gegenwart geltend machende, auf Technik und Nationalisierung der Wirtschaft aufgebaute Weltanschauung erschüttern konnten. Durch Christus sind die. die bewußt sich zur evangelischen Kirche bekennen, der Vergebung ihrer Sünden gewiß, sind sie Gottes Kinder, die auch im Tode seiner Hand nicht entgleiten können. Als Gotteskinder fühlen sie sich auf Schritt und Tritt von der Liebe Gottes umgeben. Ihr Glaube weist ihnen den Weg, den sie gehen sollen. Dieser Weg heißt: den Geboten Gottes untertan sein, im Berufe mit Treue arbeiten, Staat und Volkstum freudig bejahen, den Nebenmenschen in Liebe. Aufopferung und Selbstverleugnung dienen.
Die Glaubensgewihheit wird dem evangelischen Christen durch seine Kirche vermittelt. Dies« Kirche erstreckt sich über den ganzen Erdkreis. Man denke nur an die weltumspannende Tätigkeit des evangelischen Vereins der Gustav-Adolf- Stiftung. Einen unendlichen geistigen Reichtum weist die evangelische Kirche auf. Sie verbreitet die Bibel in Millionen von Exemplaren, fast in allen Sprachen der Welt, ihre Erbauungs- und Gebetbücher gehören zu den trefflichsten, was die sogenannte asketische Literatur hervvrgebracht hat, ihre Gesangbuchlieder trösten und erheben fort und fort die Seelen und werden auch von solchen geschäht, die sich nicht zur evangelischen Kirche bekennen. So spricht der hervorragende Literaturhistoriker Wilhelm Scherer, der Katholik war. mit großer Wärme von den Liedern Paul Gerhardts.
Bei aller Entschiedenheit, mit der der evangelische Christ sich zu seinem Glauben bekennt, bleibt er anderen Glaubensformen gegenüber doch verständnisvoll. Ein Zeitgenosse Friedrichs des Großen und Lessings war der niederrheinische Bandwirker Gerhard Tersteegen, ein Mann mit tiefen Gedanken und lauterer Frömmigkeit: wir verdanken ihm eine Neihe der innigsten Gottes- licder. Dieser Mann hat einmal geschrieben: ..Wenn ich Gelegenheit habe, einen frommen reformierten oder lutherischen Prediger zu hören, so gehe ich in die Kirche: und wenn ich Gelegenheit habe, einen frommen katholischen Prediger zu kennen, so wollte ich wohl mit eben der Freiheit des Gemüts dessen Predigt anhören. Uni) gleichwie unter allerlei Volk, wer Gott fürchtet und recht tut, demselben angenehm ist, so ist er auch mir angenehm, er habe sonst dieses oder ein anderes RcligionSröcklein an, und so gehe ich wirklich mit allerhand Religionsverwandten um und lasse ihnen dabei das ganze Gebäude ihrer besonderen Kirchenverfassung und Meinungen unangetastet stehen, solang es Gott stehen läßt." Wer möchte diesen Worten nicht zustimmen? Die Zeiten sind hoffentlich für immer vorbei, da Konzilien und Synoden solche, die im Glauben andere Wege gingen, verdammten und nicht die Lebensmaxime dachten, die Tersteegen in die Worte gefaßt hat: „Mir selbst und aller Kreatur zu sterben, damit ich Gott leben möge in Christo Jesu, das ist mein ganzes Geheimnis des Glaubens." Da hast du recht geredet. Vater Tersteegen, auch wir wollen unsere Augen fest auf das Ziel richten, das uns Marttn Luther gewiesen hat. H. B.
Daten für Gamstag, 1. November.
Sonnenaufgang 6.51 llhr, Sonnenuntergang 16.35 Tlhr; Mondaufgang 15.14 ilfjr, Mondunter- gang 0.56 Ahr.
1903: der Geschichtsschreiber Theodor Mommsen gestorben.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Schinderhannes", 19.30 bis 22.30 Ahr. — Konzert zum Besten der neuerbauten Krippe. 20 Ahr. in der Iohanneskirche. — V. H. C.: Monatsversammlung, 20.30 Ahr. bei Hopfeld. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Hai-Tang". — Astoria-Lichtspicle: „Das grüne Monokel" und „Die falsche Zarentochter".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 19.30 Ahr Carl Zuckmayer. ^Schinderhannes". Regie Intendant Dr. P r a s ch. Jochen Hauer und Elisabeth Wielander in den Hauptrollen, in der übrigen Besetzung das gesamte Solopersonal. — Am Sonntag als Fremdenvorstellung auf vielfache Wünsche des Theaterpublikums einmalige Wiederholung der Operette: ..Das Land des Lächelns".
— Die Volkshochschule macht nochmals auf die heute beginnenden Freitagskurse mit den verschiedensten Themen aufmerksam, zu denen ebenfalls Probcbesuch gestattet ist. Da mißverständlicherweise von verschiedenen Interessenten der Beginn der drei Ausspracheabende über .Kameradschaftsehe?" von Professor M e s s e r in die- ser Woche erwartet wurde, sei hier besonders dar
auf hingewiesen, daß der erste Abend über dieses Thema am nächsten Mittwoch gehalten wird. Näheres in der heutigen Anzeige.
— RefvrmationSfeier in derStadt- kirche. Man schreibt uns: Am Sonntagabend findet in der Stadtkirche eine Reformationsfeier statt, die von mehreren evangelischen Vereinen veranstaltet wird, wozu alle Evangelischen herzlich eingeladen sind. Mit Rücksicht auf das 400. Jubiläum des Au^burger Bekenntnisses steht im Mittelpunkt des Abends ein Vortrag von Ani- versitätsprofessor D. Dr. Schuh mann über »Sinn des Bekenntnisses". Orgellpiel und Bläser- musik, Chorgesang und Gemeindelied werden den Vortrag umrahmen. (Siehe heutige Anzeige!)
— Der Kaninchenzuchtverein Gießen veranstaltet am kommenden Sonntag im „Thüringer Hof", Hammstraße, eine Kaninchen- Ausstellung. Der Verein verfolgt damit den Zweck, breitere Kreise der Bevölkerung auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Kaninchenzucht aufmerksam zu machen. Zur Ausstellung gelangen Tiere aller Art: Riesen- und Zwergkaninchen, Neuzüchtungen an Lux- und Rex- kaninchen u. a. m. Züchter, Mitglieder des Vereins, die bereits auf internationalen Ausstellungen mit Preisen ausgezeichnet wurden, treten auch bei der hiesigen Ausstellung in den Wettbewerb. Man beachte di« heutig« Anzeige.
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•• Straßenher stell ung. Der zwischen der Landmannstrahe und der Straße An der Kaserne gelegene Teil der Licher Straße wird gegenwärtig neu hergerichtet. Nachdem bereits die Gossen und Randsteine teilweise erneuert wurden, lockerte man zu Anfang der Woche den geschotterten Teil der Fahrbahn maschinell mit einer Art Strahenpflug. Dieser wird von der Dampfwalze über die zu lockernde Straßendecke gezogen. An Stelle der Pflugschar greifen lange, kräftige Stahlspitzen in das Erdreich ein, dieses aufreißend. Nachdem der Straßenunterbau wieder neu eingeebnet und gewalzt war, ist man jetzt mit der Pflasterung (Kleinpflaster) beschäftigt. Der Bürgersteig auf der linken Seite wird teilweise mit Zementplatten belegt. Die Licher Straße ist während der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten von der Wolfstraße bis zur Straße Am Kugelberg für den Verkehr gesperrt.
•• Die Akademischen Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende, die von der Industrie- und Handelskammer Gießen und der Gießener Hochschulgesellschaft gemeinsam veranstaltet werden, begann am gestrigen Abend im Großen Hörsaal der Aniver- sitat. Der Vorsitzende der Gießener Hochschulgesellschaft, Provinzialdirektvr Graef, hieß die Kursusteilnehmer willkommen, gab aber zugleich seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Kurse in diesem Jahre nicht die große Beteiligung aufzuweisen hätten, wie im vergangenen Jahre, betonte jedoch, daß er dies nicht mangelndem Interesse, sondern den schweren wirtschaftlichen Verhältnissen zuschreibe. Er schloß mit dem Wunsche, daß die Teilnehmer den erhofften Nutzen aus den Kursen ziehen möchten. Dann sprach im Rahmen des Volkswirtschaftlichen Kurses Aniversitätsprofessor Dr. Günther über „Grundfragen der deutschen Sozialpolitik". In ttefschürfenden Ausführungen behandelte er unter dem Titel „Was ist Sozialpolitik?", die Grundbegriffe des Themas. Der zweite Teil des Abends war den Ausführungen über die Voraussetzungen der modernen Sozialpolitik gewidmet. In vier weiteren Stunden wird der Vortragende über spezielle Gebiet« der Sozialpolitik referieren.
** Hausange st ellten-Iubiläum. Am morgigen 1. November kann die Hausangestellte Frl. Berta Rink auf eine zehnjährige Tätigkeit Im Hause des Fabrikanten Jung, Nordanlage 35, zurückblicken. Dieses Jubiläum verdient als Zeugnis guten Einvernehmens zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin besonders hervorgehoben zu werden.
** Seinen 85. Geburtstag kann am morgigen 1. November unser Mitbürger Adolf Holland, Grabenstrahe 3 wohnhaft, begehen. Der alte Herr, der Veteran von 1870/71 ist, erfreut sich noch völliger geistiger Frische und leidlich guter körperlicher Gesundheit.
•* Die Kohlenoxhdgasvergiftung In Alten-Buseck. Don gut unterrichteter Seite wird uns zu unserem gestrigen Bericht über die Kohlenoxydgasvergiftung der Eheleute Rabenau in Alten-Buseck berichtigend mitgeteilt, daß in dem Ofen im Schlafzimmer kein Feuer angemacht worden fei. Die Koylenoxhdgase feien vielmehr von einem im Parterrezimmer stehenden Ofen durch den Kamin in das im Obergeschoß liegende Schlafzimmer der bedauernswerten Ehegatten eingedrungen und hätten dort den tragischen llnglückssall herbeigeführt. Die erste Hilfe wurde den Verunglückten von der Gemeindeschwester geleistet, die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte auf ärztliche Anordnung die Schwererkrankten nach der Medizinischen Klinik. Wie wir weiter hören, geht es Frau Rabenau erfreulicherweise wieder besser, dagegen liegt der Ehemann leider noch in sehr ernstem Zustande darnieder. Das Ehepaar besitzt zwei Kinder, die in einem anderen Zimmer schliefen und auf diese Weise von dem älnglücksfall verschont blieben.
** Der Kreisverband Gießen des Verbandes der hessischen evangeli- fchen Frauenvereine hielt am Sonntag im Gemeindesaal zu Lang-G öns seine diesjährige Kreisversammlung ab. Ein gemeinsames Lied und die Begrühungsworte des Ortsgeistlichen Pfarrer Wahl eröffneten die zahlreich besuchte Versammlung. Hierauf sprach die Kreis- verbandsvorsitzend« Frau K reu der (Gießen) kurze einleitende Worte. Pfarrer Decker (Gießen) hiell dann einen Vortrag über das Thema:
.Was kann die evangelische Frau der Gemeinde fein?“ und .Was kann das evangelisch« Gesangbuch unseren Frauen und Müttern sein?" 3m Anschluß an den geschäftlichen Teil fand In der Kirche eine kurze Andacht statt.
•* Der .Hubertus", Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, beschäftigte sich im Monat Oktober in zwei Versammlungen mit der Frage der Anwendung des Kugel- oder Schrotschusses auf Schalenwild, speziell auf Rehwild. Die Grundlage der Erörterung bilbete ein Vortrag des Studienrates Hölze l über dieses Thema, worin ausgeführt wurde, daß entgegen langjährigem Brauch sich die heutige Jägerei allenthalben immer mehr und mehr von dem Schrotschuß auf Schalenwild, auch auf Rehwild, abwende. Diese Bewegung hat, wie der Vortragende ausführte, zu einem staatlichen Verbot des Schrot- und Postenschusses in Preußen, Anhalt, Thüringen, Sachsen» Braunschweig, Waldeck und Schaumburg-Lippe geführt. Degen den Schrotschuh spricht di« Gefahr des Krankschiehens von Wild, das nicht zur Strecke kommt und ungenu t)t nach qualvollem Leiden verludert, eine Gefahr, die um so größer zu bewerten ist, als einem guten Teil der heutigen Jägerei die notige bchießsertigkeit fehlt. Die große Zahl der Jäger gefährdet den Bestand des Wildes und damit nationales Vermögensgut, wenn es nicht planmäßig und vernunftgemäß bewirtschaftet wird. Dazu ist der Abschuß auf Treibjagden mit Schrot ungeeignet. Auch in Hessen ist, wie in den genannten Staaten, ein staatliches Verbot des Schrotschuftes auf jedes Schalenwild $u erstreben. Das Ergebnis der Beratungen war tne Annahme eines Antrages, der den Mitgliedern des Vereins von jetzt an di« Anwendung des Schrotschusses auf Schalenwild untersagt bei Androhung des Verlustes der Mitgliedschaft. Dem Vorstand wurde die Ermächtigung erteilt, in besonders gelagerten Fällen bei Rehwild ausnahmsweise auf Antrag Befreiung zu erteilen.
Hessischer Sänger-Bundestag in Offenbach.
WSN. Offenbach, 28.Oft. Der Hessische Sängerbund hielt seinen diesjährigen Bundestag in Offenbach ab. Am Samstag ging eine Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes voraus, die der Vorbereitung der Bundestagung diente. Der Gau Offenbach veranstaltete am Samstagabend zu Ehren des Gesamtbundesvorstandes eine Begrüßungsfeier, bei der der ®au- vocsihend« Mosber ger die Begrüßungsansprache hielt. Ministerialrat Dr. eteger t dankte für die gute Organisation der Veranstaltung und widmete dem deutschen Lied einig« Worte. Der Abend wurde durch Gesangsvorträy« und humoristische Darbietungen verschönt. Die Tagung am Sonntag wurde mit Begrüßungsansprachen eingeleitet. Kreisdirektor Werner versprach u. a., alles zu tun, um die Not der Gesangvereine zu lindern, soweit die Vergnügungssteuer in Frage komme. Als Vertreter der Stadt Offenbach richtete Bürgermeister Rech herzliche Worte der Begrüßung an bi« Tagungsteilnehmer. Nachdem Ministerialrat Dr. S i e g e r t einen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr erstattet hatte, wurde das Arbeitsprogramm für das kommende Geschäftsjahr besprochen. Im kommenden Frühjahr soll in Darmstadt ein großer Dirigentenrursus abgehalten werden. Der Mit- aliedsbeitrag bleibt in der bisherigen Höhe be-<
Starkenburg.
WSN. Dieburg, 30. Oft. Ein Unter* Primaner der hiesigen höheren Schule ist an spinaler Kinde rlähmung erkrankt und in das Darmstädter Krankenhaus verbracht worden. Vorsorglicherweise wurde die Klasse sofort geschlossen. Don der Gesundheitsbehörde sind alle vorbeugenden Maßnahmen getroffen.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
JL Groß-Rechtenbach, 29. Oft. Die jüngste Gemeinderatssitzung, die am Ort des zu behandelnden Gegenstandes stattfand, beschloß, der Verbreiterung der Straßenkuroe am We st ausgange des Ortes zuzustimmen. Die hierzu notwendigen Steine stellt die Gemeinde unentgeltlich aus dem eigenen Steinbruch zur Verfügung. Desgleichen soll die Straße am Oft- ausgang des Ortes an der Einmündung der Rheinpfälzerstraße in die Prooinzialstraße erweitert werden, da die Postbehörde in Gießen die Fortführung der Kraftpostlinie Gießen—Hochelheim —Groß-Rechtenbach von der Verbreiterung der Straße abhängig machte. Die Straßenarbeiten läßt die Kreisstraßenbauverwal- tung ausführen. Mit den Arbeiten soll unter Heranziehung der Arbeitslosen der Gemeinde Groß- Rechtenbach sofort begonnen werden.
Kreis Bievenkopf.
T Wald-Girmes, 28. Oft. Die S ch ul- verhältnissein ipV«rem Orte entsprechen sehr wenig den Notwendigkeiten. Für sechs Schulllas* sen stehen nur vier Schulräume in drei verschiedenen Schulhäusern zur Verfügung. Einem geplanten Schulhausneubau für sechs Klassen hat die Regierung wegen der Platzfrage die Zustimmung versagt. Als einzig geeigneter Platz erscheint für den Bau der alt« Friedhof. Es soll nunmehr darauf hingewirkt werden, mit den Angehörigen der auf dem alten Friedhof Begrabenen ein Einverständnis herbeizusühren, um den Friedhof freizubekommen. Um der augenblicklichen Schulnot abzuhelfen, hat der Gemeinderat b«- schlossen, die Rathausstube zu einem Schulsaal erweitern zu lassen.
Mainqau.
Frankfurt, 29. Ott. (WSN.) Die Frankfur* ter Stadtverordneten -Versammlung beschäftigte sich in ihrer jüngsten Sitzung u. a. auch mit der Erhöhun g der Gemeindebier- st e u c r. Nach längerer Ausspraäfe wurde von der überwiegenden Mehrheit der Beschluß gesoßt, die Gemeindebiersteuer mit Wirkung ab 1. 'November zu erhöhen. Einstimmig wurde jedoch die Einführung einer Getränkeoerzehrsteuer abgelehnt. Die Ermäßigung der Wertzuwachssteuer um 10 v. H. wurde unter bestimmten Voraussetzungen einstimmig beschlossen.
Änefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
Abonnent in Lohra. Nach § 44 des Zwangs- versteigerungsgcsctzes wird bei der Qkrftcigerung eines Grundstücks, also auch eines Anwesens, nur ein solches Gebot zugelassen, durch welches dl« dem Anspruch des betreibenden Gläubigers vorgehenden Rechte, sowie die dem DersteigerungS- erlös zu entnehmenden Kosten des Verfahren- gedeckt werden. Dieses sogenannte „geringste Gebot" muh im Vcrsteigerungstermin vom Vollstreckungsgericht festgestellt und bekannt gegeben werden. Wenn auch die von Ihnen erwähnten Rechte wohl aus dem Grundbuch ersichtlich sind, so melden die Berechtigten (oder deren gesetzliche Vertreter) sie doch vorsorglich noch sofort an. Ein Recht bleibt nut insoweit bestehen, als es bei der Feststellung des geringsten Gebotes (siehe oben) berücksichtigt ist. Wenden Sie sich deshalb sogleich an das zuständige Amtsgericht, das zu weiterer Auskunft verpflichtet ist.
Kirchliche Nachrichten.
Katholische Gemeinden.
Freitag, den 31. Oktober.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Samstag, den 1. November. Allerheiligenfest.
Gießen. 6.30 Uhr. Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Rosenkranzandacht mit Segen. — (Brünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hoch- amt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 14: Andacht, dann Beichte. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage
Mit der Verlagerung der Nordmeer- und Skan- dinaoienstorung setzt, nachdem die Staffel warmer Luft über Deutschland hinweggezogen ist, allmählich durch Drehen der Winde auf Westen und Nordwesten zu, das Zufließen kühler maritimer Luft ein. Im westlichen Deutschland sind bereits in den heutigen Morgenstunden die Temperaturen um 3 bis 4 Grad zurückgegangen. Der Witterungscharakter gestaltet sich dementsprechend wechselhaft, die Wolkendecke wird zeitweise durchbrochen und Niederschläge treten in Form von Schauern auf. Durch die kühle Luft zeigt das Barometer zunächst steigende Tendenz, so daß auch bei uns der hohe Druck etwas zum Ausdruck kommt. Dabei dürfte die Wetterlage eine geringe Besserung erfahren, wenn auch anfänglich noch leichte Schauer auftreten. Sehr wahrscheinlich wird die Besserung nur von kurzer Dauer sein, denn an der Westküste Irlands sind Anzeichen für einen erneuten Witterungsumschlag vorhanden.
Aussichten für Samstag: Wechselnde Bewölkung mit Aufklaren, kühler, vereinzelt noch leichte Schauer.
Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittags 13,4 Grad Celsius, abends 13,4 Grad; am 31. Oktober: morgens 11 Grad. Maximum 13,6 Grad, Minimum 10,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Oktober: abends 4,8 Grad; am 31. Oktober: morgens 9,5 Grad Celsius. — Niederschläge 1,6 mm.
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.. und bis zum 10. Jahre dürfen Sie für die zarte und empfindliche Haut Ihres Kindes nur die milde, reine NIVEA
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I verwenden. Nivea-Kinder- * seife wird nach ärztlicher f Vorschrift hergestellt; sie <. dringt schonend in die \ Hautporen ein und macht s: sie frei für eine gesunde und kräftige Hautatmung.
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