Ausgabe 
31.7.1930
 
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On'tter Gießener Ferienkurs.

3m Rahmen des Dritten Siebener Ferienkurse- sprach Prof. Dr. D u n de l Sieben über

Sternglaube und Steradeutuag Im modernen Deutschland.

3n bem modernen Sternglauben und der modernen Sterndeutung sind -unächst die volks­tümlichen Ideen vom Wesen und Wirken der Sterne zu beleuchten. Sie lassen sich schwer in bestimmte Rönnen und Leitsätze spannen, zumal dem modernen Menschen der Sestirnte^Himmei ziemlich belanglos geworden ist. 2ll>^ Märchen^ Sagen und Dichtung zeigen reiche Formen des volkstümlichen SternglaubenS, der uralte Formen eine- primitiven Weltbildes unAwußt weiter, gibt; dabei spielen eine besondere Rolle die Ideen vom inneren Zusammenhang der menschlichen Seele mit der Welt der Sterne.

Die Weltanschauung der Pa-ibabylomsten und der Astralmythologie bildet eine zweite Srschei- nung des modernen SternglaubenS und der mo- derncn Sterndeutung. Die Idee, dah die instink­tive Erkenntnis des wahren Urwissens der Alt­babylonier alle Gegebenheiten der wissenfchqft- lichen Astronomie vorau-bestimmt habe, hat den Glauben erzeugt, dah im 3. bi- 6. Jahrtausend p 65r. von Babylon aus eine astralmythologische Welle sich über den Erdkreis verbreitet hat. Don ihr follenx alle religiösen und epischen Borstel- langen ersaht und durchtränkt worden sein. Dem- nach lösen sich alle Götter und Heroen, alle Mythen und Märchen als alte Sonnen- und Mondgottheiten aus dem mythischen Untergrund ab. Am stärksten ist DrewS hervorgetreten durch seine Liebertragung der Postulat« deS Panbabh- loniSmuS auf die Gestalt Ehristi und die Evange­lien. DrewS will nachweisen, dah EhristuS und die ganzen Gestalten der Evangelien erst durch die Dahn der Sonne, durch die TierkreiSbilder und andere Sternbilder von einem astralmythv- logischen Dichter ersonnen worden sind.

Die dritte Form ist die orakelnde Astrologie. Während auf Grund einer sehr intensiven Erfor­schung der Quellen die Sprachforscher, Historiker, Kulturhistoriker und Astronomen die Leitsätze und Motive der Sterndeutung aus rein wissen­schaftlichen Gründen ablehnen müssen, erhebt die Astrologie wieder mit zunehmender Stärke ihr Haupt. Die niedere Geschäftsastrologie. die Astro- magic und eine wissenschaftlich sich gebärdende Astrologie schafft sich beute immer gröhere An­erkennung. Die Wissenschaft kann den scheinbaren statistischen, empirischen, philosophischen und astro- physikalifchen Argumenten nicht recht geben und muh mit aller Schärf« «in Wiederaufleben der Sterndeuterci ablehnen.

Provinzialrabbiner Dr. Sander (Gießen) sprach über da- Thema:

DaS deutsche Judentum der Gegenwart.

DaS deutsche Judentum der Gegenwart reicht weit über die Grenzen deS Deutschen Reiche- hinaus, ist in allen Ländern der Welt anxu- treffen, denn überall sprechen die Juden die deutsche Sprache und sind sie von der deutschen

Kultur durchtränkt. In Deutschland ist die Histo­risch-Kritische Wissenschaft vom Judentum be­gründet worden und hat überall ihre Rachahmung und Fortsetzung gesunden. In der Iudenheit besteht der Streit, ob die Zugehörigkeit wm Judentum mit dem Bekenntnis zur jüdischen Re­ligion verbunden sein muh, oder ob allein Ab­stammung und Will« bestimmt seien, wie «S Zionisten und Liberale behaupten. Unzweifelhaft muh im Judentum der Religion der wichtigste Platz eingeräumt werden und dies« sich auf eine Dogmatik berufen, wenn auch deren einzelne Lehrsätze nicht allgemeine Anerkennung finden. DaS Grundbuch deS Judentums blldet der Pen­tateuch, dessen Wertschätzung im Kultus die aller anderen biblischen Bücher weit übertrifft wegen der darin vollzogenen Bereinigung von Glau­benslehren in Form von geschichtlichen Darstel­lungen mit Sittengesetzen und KultuSvorschriften. OrthodoreS und liberales Judentum unterschei­den sich wohl durch die Auffassung von der Entstehung der Bibel, Beränderung deS ursprünglichen Textes und der Fortentwicklung de« DlaubenSinhalteS und der Vorschriften im Talmud und den späteren Sodice», die befteben- den Parteien aber, soweit die organisierten Reli« gionsgemeinden daran beteiligt sind, unterschei­den sich im wesentlichen voneinander nur in der Form de« Gottesdienste- und der Beibehaltung oder Preisgabe einzelner ritueller Handlungen und Institutionen. Der Wille zur Einheit der Religionsgemeinden herrscht in der Tleberzahl der deutschen Juden. AlS unerläßlich gelten bei allen Richtungen die gesetzlichen Festesfeiern, ver­bunden mit Symbolen und KultuShandlungen, toobei der Unterschied zwischen biblischen, talmu- bischen und nachtalmudischen Bestimmungen ver­wischt wird. Die StaatSgesehe haben in den deut­schen Ländern Gründung von örtlichen ReligionS- gemeinden gefordert, in den kleineren und süd­deutschen Staaten auch Zusammenschluß zu Lan­de-Verbänden, In ®teuften und Helfen sind diese erst vor wenigen Jähren durch freiwilligen önt- schluft erfolgt. Srstredt wird ein Reichsverband, um den Bestand der kleinsten RelioionSgemeinden zu sichern, die Lehrstätten zur Ausbildung von Rabbinern und Lehrern zu erhalten und sozial« WohlsahrtSeinrichtungen zu schaffen. AuS Grün­den der Gleichstellung mit den christlichen Kon­fessionen und wegen Mangels an verfügbaren Mitteln werden die Beihilfen von den Staaten verlangt. Geburtenrückgang, Mischehen, wirt­schaftliche Rot, die Flucht aus den Dörfern und Kleinstädten nach den Großstädten bedrohen den Bestand des Judentums und fordern Abhilfe. Den Religionsgemeinden erwachsen daraus weit­reichende Aufgaben.

Ein Regtr-Mbenb

sand am vorigen Freitag im Rahmen des Ferien» kurfes statt. Da man uns mitgeteilt hatte, daß diese Veranstaltung nur in geschlossenem Kreise ftaltfinbe, können wir über den Verlauf dieses Abends nicht berichten.

Das Reit- und Fahrtumier in Londorf

Regen den Richtern einen gewissen Lieberblick ermöglichten, so dah die Hauptprüfungen am Rachmittag beschleunigt abgewickelt werden konnten.

Die Vielseitigkeitsprüfung für ländliche Reiter, bestehend au8 Gelände- ritt und Reiterprüfung die Fahrerprüfung mutzte mit Rücksicht auf die begrenzte Zeit leider im letzten Moment abgesagt werden zeigte allgemein gute Leistungen. Der Geländeritt hätte gern etwa- schwerer sein können, zumal alle 'Teilnehmer iyn ohne nennenswerte Strafpunkte absolvieren konnten. Auch hier war eine Teilung für Kalt- und Warmblutpferde vorgenommen worden. Bei den Kaltblütern konnte Ad. Sofft (Weitershain). bei den Warmblütern Heinrich S ch u b t (Londorf), sich mit bet goldenen Schleife schmücken. In beiden Abteilungen wurden weitere zahlreiche Ehrenpreise vergeben; leider verbietet uns der Raummangel, die nachfolgenden Pla­cierten einzeln aufzuführen.

Die Dielfeitigkeitsprüfung für städtische Reifer und Offiziere der Reichswehr war durch «ine Dressurprüfung und ein Jagdspringen Klass« L komplettiert wor­den. Hier siegte Rittmeister von Bennigsen vom Reiter-Regt. 16 (HofgeiSmar). Eine Dres­surprüfung der Klaffe A sah Major Alfvafet- M a ck e n s e n (Marburg) an der Spitze.

Viel amüsant« Bilder boten die Ja gd- springen, besonders dasjenige für Belgier er­schien uns humoristisch, auf einsamer Höhe stehend. An sich ist es schon reichlich viel ver­langt, wenn schwere Kaltblüter über Hindernisse im Iagdgalopp gehen sollen, aber da- dies bei entsprechenden Anforderungen absolut mcalieft ist, bewies di« diesbezügliche Prüfung in Londorf. Mit nur drei Fehlern konnte A Weder (Geils­hausen) übet die zehn Sprünge umfassende Dahn kommen und sich somit an erster Stelle placieren. Bei den Warmblutpferben siegte 0. S ch m i d t (Grotzen-Buseck) nach fehlerlosem Riff, während in einem weiteren Jagdspringen der Klasse L Adolf Röck« r (Weitershain) zu einem schönen Erfolge tarn. Das Jagdspringen für städtische Reifer und Offiziere konnte Oberleutnant Doigtsberger (Dietzen) mit sieben Fehlern an sich bringen.

Die Reiterprüfungen für ländliche Reifer teilten sich in Unterabteilungen für Anfänger und fortgeschrittene Reifet. Bei den Ansängern langte eS für R Theiß, (Weiters- Hain), bei den Fortgeschrittenen wiederum für Hch Schudt (Londorf) zum Siege.

Den Reichswehrunteroffizieren und -Mannschaften waren ebenfalls einige Prü­fungen Vorbehalten. Die Vielseitigkeitsprüfung brachte Feldwebel Hafner, 3./X. 15 Gieften, den Geländeriff Geft. Treiber desselben Re­giments. die Dtellurprüfung Gefr. Dieckmann vom R.-Rgf. 16 HofgeiSmar, sowie da- Jagd­springen erneut Feldwebel Hafner, Gieften an die Spitze.

Die Abteilungsweffbewerbe d er oberhessischen R ei f e r v e r e i nS a b fei- lungen legten beredtes Zeugnis davon ab, datz innerhalb der Vereine tatsächlich auch geritten wird. Man sah zum Teil recht gute Leistungen, die den Reitlehrern Ehre machten. Unter den sechs auswärtigen Reifabfeilungen, die zum Lon- borfer Turnier gekommen waren, wurde die Reif- abteilunfl 03 ü ft f e I b an bie Spitz« yfttHt, wäh-

Der leitende Gedanke der Bewegung der länb- lidxn Reitervereine, nämlich die Betätigung der deutschen Jugend im Reifen und Fahren zum 3bKcfc ihrer weiteren Erziehung und Ertüchti­gung. ist in Oberftessen richtig ersaht.

Das hat erneut das Londorser Turnier am Samstag und Sonntag, 26. und 27. Juli, unter Beweis gestellt. Die Tatsache, dah hier insgesamt elf R e i t a b t e i l u n g e n zusam- menströmten, um in friedlichem Wettkampf um die Siegespalme zu ringen, gibt beredten Auf­schluss über die vorbildliche Organisation inner­halb des Provinzialverbandes der oberhessischen Reitervereine.

Obcrfteflen ist In bet Gestaltung des ländlichen Reiteroereinswefens vielen anderen Canbesteilen ein gutes Stück voraus.

3ft es auch hier nicht in allen Fällen möglich, Spitzenleistungen der ländlichen Reiter anzu- streben, in den meisten Fällen mit Rücksicht auf das zur Verfügung stehende Pferbematerial, so wirkt die Gesamtleistung und da- Erscheinen einer solchen Anzahl von ländlichen Reitern doch imponierend und mützte manchem Hochzucht- gebiet zu denken geben. Der Aufmarsch her länd­lichen Vereine in Londorf könnte fast mit einem Aufmarsch der Rationen en miniature, wie dieser alljährlich beim Aachener Turnier stattfindet, verglichen werden, und zur Komplettierung fehlt« eigentlich nur das Spielen der verschiedensten »Rationalhymnen" derjenigen Ortschaften, wo die erschienenen Vereine beheimatet find.

Die Seele des ganzen Turnier-, wie überhaupt der gesamten Bewegung der ländlichen Reiter- vereine in Oberftessen, wenn nicht überhaupt in ganz Hessen, ist Frhr. Roeder v. Siers­burg, der Geschäftsführer des Landesverbandes hessischer Reif- und Fahrvereine, der durch den Vorsitzenden, Landstallmeister S ch ö r k e , in vor­bildlichster Weise unterstützt wird. Rur durch die große Tatkraft der genannten Herren erscheint es möglich, datz di« OSewegung der ländlichen Reiter in Hessen, und speziell in Oberhessen, derartig festen Fuß gefaftt hat und innerhalb der Okrciniguug ländlicher Reit- und Fahrvereine Deutschlands ein« besonders geachtet« Stellung einnimmt.

Das will heute viel heihen, besonders im Hin­blick daraus, dah Hessen kein eigentliches Pferbe­hochzuchtgebiet ist und Kaltblut, wi« schwerste- Warmblut allein den Iungreifern zu ihrer 03e- tätigung zur Verfügung stehen. Produktiv nutz­bringend für die Allgemeinheit kann die OSewe- gung der ländlichen Reitervereine in allen Gauen Deutschlands nur bann bleiben, wenn von einzelnen Spitzenleistungen abgesehen es allen Iungreifern unter Berücksichtigung des ihnen jur Verfügung stehenden Pferbematerials ennöglcchf wird, sich in den CBereinen zu be­tätigen. Di« Anforderungen müssen sich daher stets innerhalb der natürlichen ®rennen halten, Die dies in Londorf in jeder Beziehung der Fall war.

Das Turnier bot eine Fülle ton sportlich interessanten Momenten,

und das reichhaltige Programm konnte froh anfangs schlechter Witterung glatt erledigt wer- d^n- Während am Samstag sich der Gelände- r r f t der einzelnen Klassen abwickelte, stand der Vormittag des Sonntag den Vorprüfungen «ur 03erfug ung, die trotz wollenbruchartigem

renb innerhalb der Reifabteilungen des 'Verein- Rabenau unter fünf teilnehmenden Abteilungen diejenige von Weiter-Hain siegte und damit den Grünberger Wanderprei- erringen konnte. Man kann die gezeigten Leistungen im richtigen Rahmen erst dann würdigen, wenn man die autzerordenllichen Schwierigkeiten voll berücksich- tigt, die darin begründet sind, daft ein graftet Teil der Reifer auf schwersten Kaltblutpferden und nur ein geringer Teil der Teilnehmer auf geeigneten Warmblutpferden beritten ist. Fest- steht, daft sehr viele Iungreiter bereif- recht ansprechend hingeseyt sind und bei natürlicher Anlage in der weiteren Ausbildung unbedingt gute Fortschritte machen werden.

Auch die Zahrwetfbewerbe standen auf guter Höh«. Ucberall ist hierbei zu erkennen, daft da- Fahren nach den Grundsätzen B. v. Achen­bach- bereit, dank der unermüdlichen Tatkraft der leitenden Persönlichkeiten, in den einzelnen Vereinen erfreuliche Fortschritte gezeitigt hat. Die Anspannung war bei allen Gespannen korrekt und zweckmäftig. wie dies leider in vielen anderen Fällen noch lange nicht überall der Fall ist. O3ei den Einspännern kam Wilh. Schmidt (Groften- Buseck) zum Erfolge, bei den Zweispännern war eine Prüfung auf Her§ und Olleren erforder­lich. um den Sieger ausfindig zu machen. Schlieft- lich konnte hier Aug. Weber (Droften-Bufeck) die goldene Schleife erhalten. Auch daS Fahren der übrigen Teilnehmer stand auf guter Höhe. Die Erkenntnis der groften Vorteile richtiger Fahrkunst nach den Achenbachschen Grundsätzen wird sich in Oberfteffcn immer mehr durchsetzen; dies beweist die grofte Anzahl der hier ausgebil­deten sog. Achenbachsahrer, die daS hessische Fahrerabzeichen deS Landesverbandes tragen.

Das Vorfahrenvon ArbeitSgespan-

nen im Oekonvmiewag«n brachte präch­tige Belgiergespanne an den Start. Der gut zu- fammcngcftcllte Belgierviererzug von Hch S ch u d t (Londorf), hervorragend herauSgebracht, in gutem Puy- und Frisierzustand der Pferde, erhielt oerbientermaften den ersten Preis.

Auch an Schaunummern für da- Du- blikurn fehlte eS bei diesem Turnier nicht. Sol Vorfahren eines historischen ReisewagenS, Äut- scher und Insassen in alter Tracht, erregte beim Publikum viel Heiterkeit. Die Reichswehr zeigt« zwei sehr wirkungsvolle Schaunummern, einmal ein Vorererzieren eine- Rlafchinengewebrzug«- ber 4. (M. D.» Komp, de- I.-Rat. 15 Gieften. weiter eine gut zusammengestellte Quadrille, die Angehörige der 5. Schwadron OL Rgt. 16. ber TradittonSeSkadron des ehern, hessischen Garde- dragoner-RegimentS Darmstadt, ritten. Beide Schau nummern sanden beim Publikum viel An­klang und wurden stürmisch gefeiert. ES ist ein« gute Sache, wenn sich die Reich-Wehr gelegent­lich bei ländlichen Turnierveranstaltungen betei­ligt. Die Truppe ist namentlich auf bem Land« besonders gern gesehen, und die alten De- zieftungen, die sie mit einem groften Teil der länd­lichen Bevölkerung verbindet, wecken bei vielen alte Erinnerungen auf, die dem guten Verhält­nis zwischen Reichswehr einerseits und bem übri­gen Teil der beutschen Bevölkerung nur zuträg­lich sind. So endete die-

In jeder Beziehung vorbildliche ländliche Turnier in Londorf,

daS allen Teilnehmern und Zuschauern erneut neue Anregungen gab und stet- als eine ber Hauptveranstaltungen innerhalb der Tätigkeit der ländlichen Vereine ganz Hessen- bezeichnet wer­den mutz. H. A.

9er Hessische HeiMenverein im Zähre 1929.

Der Hessische Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heil­st ätfenverein) legt jetzt seinen Geschäfts­bericht für das Jahr 1929 vor. Der Landes­verband befitzt, nachdem di« neue Heilstätte für Tuberkulose der oberen Luftweg« (Heilstätte Seltersberg) in Gieften in Betrieb genommen ist, nunmehr folgende Heilstätten alS Eigentum: die Sleonorenheilstätte für Frauen bei Winterkasten i. O.. die K i n d e r h e i l st ä t t e A l m f r i e d c n bei Winterkasten L O.. die LupuSheil st ätte in Gieften und die Heilstätte für Tuberkulose der obe­ren Luftwege (Heilstätte Selters- berg) in Gieften. Ferner hat der Landesverband die Möglichkeit, das St. Bonifatius-Kranlenhaus in Hirschhorn a. Ol. und das Katholische Schwestern­haus in Wald-Michetbach i. O. mit Kindern zu belegen, wenn die Kinderheilstätte Almsrieden nicht ausreichen sollte.

Aus den umfangreichen Einzelheiten deS Ge­schäftsberichts entnehmen wir folgendes:

Eleonorenheilstatte und Almfrieden.

DaS Jahr 1929 brachte ebenso wie daS ver- ?;angene in der Eleonorenheilstätte einige ban­nte Veränderungen. Die Zahl der OZerpfleyungs- tage betrug in 1929 in ber Sleonorenheilstätte 35189, in ber Kinberheilstätte 28 781. Die Zahl der im Lause des Geschäftsjahres entlassenen Frauen beträgt 329, die der Kinder 194.

Die der Heilstätte angeschlossene Fürsorge­stelle für Tuberkulöse wurde im Jahre 1929 von 177 Personen in Anspruch genommen. 39 davon waren aus dem Vorjahr übernommen, während die anderen neu überwiesen waren, darunter 62 durch Aerzte. Aus der Umgebung kranker Personen waren von der Fürsorgestelle selbst 36 Personen bestellt. Es wurden aufge­funden 6 offene Lungentuberkulöse, 8 geschlossene und 13 anderweitig Tuberkulöse. Für diese Kran­ken wurden insgesamt 13 Kuren durch den be­treffenden HauSarzt beantragt SS wurden 202 Untersuchungen und 196 Röntgendurchleuchtun­gen auSgeführt Außerdem wurde eine systema­tische Untersuchung der Schule in Lindenfels durchgeführt

Die Lupusheilstätte in Gieften

wurde im Jahre 1929 in gleicher Weise wie im Vorjahre beansprucht. Im Berichtsjahre waren 384 gegen 379 Kranke in 1928 anwesend. Pflege­tage wurden genau 45 000 gegen 44 031 in 1928 gezählt. Im Berichtsjahre 1929 wurde in der Lupusheilstätte die von Dauerbruch-Herrmanns- dorfer-Gerson modifizierte Diät bei allen Kran­ken zur Anwendung gebracht. Diese allgemeine Einführung der Diätbehandlung hatte im De­zember 1928 ihren Anfang genommen, nachdem durch eingehende Versuche an einem größeren Lupusmaterial die große Wirksamkeit dieser Be­handlung auf Krankheitsherde von Hauttuberku­lose, besonders auf Lupus vulgaris-^erbe fest- gkstellt worden war. Bis jetzt ist diese Vehand- mng bei etwa 350 Lupuskranken zur Anwendung gekommen, und wenn auch einige wenige Versager dabei zu beobachten waren, so ist bei der über­wiegenden Mehrzahl der behandelten Kranken der Grsolg der Behandlung so gut, daß deren Wirksamkeit heute über allen Zweifel erhaben ist. Der Andrang jjur Lupusheilstätte ist im Laufe des Berichtsjahres immer stärker ge­worden, so daft es immer weniger möglich ist, die in die Anstalt drängenden Kranken auszu- neftmen. Dieselben müssen heute nach erfolgter Anmeldung monatelang auf ihre Aufnahme war­ten. Dabei ist die Anstalt selbst biS zum letzten verfügbaren Platz überbelegt, und es sind außer­dem noch eine Anzahl von Kranken in der Haut­klinik untergebracht Während deS Sommer- 1929 wurde in der Oläfte der vorhandenen Stal­lungen im Freigelände ein großer Obstkeller gebaut, der eS ermöglichte, das für die Durch­führung der Diät in den Wintermvnaten not­wendige Obst in geeigneter Weise und.in aus­reichenden Mengen einzukellerti. Die Errichtung der schon seit einiger Zeit dringend notwendig gewordenen Kinderabteilung stößt leider auf Schwierigkeiten, da die Mittel hierfür in abseh­barer Zeit nicht zu beschaffen find. Die Pläne für dies« Abteilung liegen bereits fix und fettig vor und die Platzfrage ist einwandfrei geregelt. Sobald wieder bessere Zeiten kommen und die Mittel beschafft werden können, muß der Er­richtung dieser Wteilung unbedingt näher ge­treten werden. Die Anzahl der in der Lupus- Heilstätte untergebrachten Kinder bewegt sich stän­dig in den Zahlen von 40 bis 50. Ein Hofgut zu erwerben, auf dem eine Anzahl ungeheilter Lupuskranker beschäftigt werden könnte, ist leider wegen der üngunft der Zeiten ebenfalls noch nicht möglich.

Die Heilstätte für Tuberkulose der oberen Luftwege (ftellftätte Seltersberg) in Gieften wurde am 6. April 1930 in Betrieb genommen. Die Heilstätte ist mit den modernsten Heilfaktoren aus- gestattet und ist die erste ihrer Art in Deutschland. Sie zählt zunächst 83 Krankenbetten. Die Kosten der Errichtung dieser Heilstätte berechnen sich auf rund 1 250 000 Mark. Das Reich zahlte dazu 500 000 Mark, der hessische Staat 210000 Mark, die Can- desversicherungsanstalt Hessen 50 000 Mark, das Reichsarbeitsministerium (Versorgungsamt Gieften) 20 000 Mark, das Deutsche Zentralkomitee zur Be- färnpfung der Tuberkulose 18 000 Mark, das Reichs­ministerium des Innern 4000 Mark, die Darmstadter Volksbank 2000 Mark, die Firma (Sehr. Nikolaus in Gießen 1200 Mark, die Firma Schafsstaedt In Gieften 1000 Mark, ferner noch 130 Mark. Der Restbetrag in höhe von rund 445 000 Mark wird im hypo- thekenweg; beschafft.

Die Kinderheilstationen in Hirschhorn <l R. und in Dald-Mlchelbach

wurden von dem Landesverband im Berichtsjahre nur wenig in Anspruch genommen, da die Kinder- Heilstätte Almfrieden im allgemeinen ausgereicht hat, die angemeldeten Kurkinder aufzunehmen.

Die Fürforgestellen für Tuberkulöse in Hessen.

Die Landesoersicherungsanstalt Hessen hat die dem Landesverband für 1929 aus Staatsmitteln für die Fürsorgeftellen zur Verfügung stehenden Mittel (10 000 Mark) in Verbindung mit eigenen Mitteln zum erstenmal anders verteill. Die seitherige schlüssel- mäßige Berteilung wurde aufgegeben und die Mittel mehr zur Beschafjung von Elnrichtungsgcgenständen usw. verbraucht. Im ganzen wurden im Jahre 1929 18 400 Mark für diesen Zweck ausgeworsen, so daft die Landesoersicherungsanstalt aus eigenen Mitteln bzw. aus den ihr vom Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose bewilligten Mitteln 8400 Mark aufgewendet hat. Im Lande Hessen be­stehen zur Zeit 30 Fursorgestellen für Lungenkranke, die immer mehr zum Mittelpunkt in der Tuberkulose­bekämpfung werden.

Die Tuberkulose in Hessen.

Während im Jahre 1928 an Lungenschwindsucht 5 Personen mehr gestorben waren als 1927 (862 gegen 857), sind im Jahre 1929 nur 858 Personen dieser Form der Volksseuche erlegen, und somit der geringste Stand von 1927 saft wieder erreicht. Die anderen Formen von Organ-Tuberkulose haben wie­derum etwas Rückgang aufzuweisen, die Sterblichkeit daran sank von 219 im Jahre 1928 auf 176 im Jahre 1929; an akuter allgemeiner Miliartuberkulose find 1928 noch 43, im Jahre 1929 nur 37 Personen ge­storben. Rechnet man alle Formen der Tuberkulose zusammen, so findet man, daß die Zahl der Opfer gegen das Vorjahr abgenommen hat, und zwar 1071 gegen 1124.

Die Rechnungsablage für 1929.

Der haushaltsabschluft des Landes- verbandes für 1929 schließt in E i n n a h m e mit 844 009,99 Mark, in 21 u s g a b e mit 797 596,23 Mark, mithin mit einem Kassenbestand von 46 413,76 Mark ab.

Davon entfallen auf die Eleonoren- und Kinder- Heilstätte in Einnahme 381 446,60 Mark, In Aus­gabe 386 417,94 Mark, auf die Lupusheilstätte in Einnahme 305 211,71 Mark, in Ausgabe 323 654,72 Mark.

Der Voranschlag für 1930.

Im Hauptvoranschlag für 1930 sind als (Ein­nahme 895 064 Mark veranschlagt; davon entfallen auf die Eleonoren- und Kinderheilstätte 367 575 Mk., auf die Lupusheilstätte 326 850 Mark, auf die Heil­stätte Seltersberg 123 639 Mark. Die Ausgaben sind insgesamt mit 946 150 Mark veranschlagt. Da­von kommen auf die Eleonoren- und Kinderheilstätte 382 000 Mark, auf die Lupusheilstätte 326 850 Mark, auf die Heilstätte Seltersberg 156 500 Mark.

Berliner Börse.

Berlin, 31. Juli. (WTB. Funkspruch.) Nachdem die Tendenz gestern abend vom Salzdetsurth-Markt ausgehend eher etwas freundlicher geworden war, lag der heutige Frühoerkehr wieder sehr zurückhattend und abwartend, da auch die gestrige Neuyorker Börse ziemlich schwach schloß. Schwierigkeiten zum heutigen Zahltage werden nicht mehr erwartet.

Verantwortlich für das Feuilleton LB.: Dr.gr. SB. Lange.

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